Die British Invasion wird in London weiterhin hochgehalten. Die Beatles sind in der britischen Hauptstadt London auch heute überall zu finden. Als Fan der Pilzköpfe halte ich John, Paul, George und Ringo halte ich die Beatles schlichtweg für die beste Band der Welt. Und das wissen die Londoner und ziehen daraus Kapital. Vor dem Geschäft des berühmten Musikgeschäfts His Masters Voice ist noch eine Plakette eingeladen, die an die ruhmreiche Vergangenheit der Beatles und HMV erinnert.
Auf dem Weg zum Sherlock Holmes Museum entdeckte ich den größten Beatles Merch-Laden mit allerlei Plunder und Schätze – den London Beatles Store. Als Schätze waren dort neben der Kasse Vinyl-Singles aus Japan zu finden. 40 britische Pfund für das 007-Lied Live and let die von Paul waren ok, wollte ich aber dann doch nicht ausgeben. Dann gibt es allerlei Originalautogramme im mindestens vierstelligen Bereich, die aus finanziellen Gründen auch ausschieden, aber nett anzusehen sind.
Beatles Fan vor dem Beatles Laden in London.
Goldene Schallplatten (Nachpressungen) für rund 150 Euro sind interessant, passen aber nicht ins Handgepäck. Dann gibt es natürlich die üblichen Tassen, T-Shirts, Poster, Gitarrenplektren, Aufkleber, Aufnäher – eine ganze Reihe von Spielzeugautos und U-Booten oder Manschettenköpfen oder John Lennon-Brillen. Was ich nicht verstehe, warum es nie neue CDs, LPs oder DVD/Blu Rays in diesen Läden gibt. Naja, die Gattin erwarb ein zweiseitiges Yellow Submarine-Puzzle. Die Teile sind nicht optimal ausgeschnitten und der Zusammenbau in der Heimat war aufgrund des schlechten Materials nicht reibungslos. Aber die Idee dahinter ist wirklich nett.
Nette Idee aber schlechte Umsetzung.
Beatles Füller von Montblanc
Sehr viel hochwertiger begegneten uns die Beatles beim Luxuskaufhaus Harrods. In der Papeterie-Abteilung von Harrods schaute ich bei Montblanc vorbei, um mir die 2017-Edition der Beatles Stifte anzusehen, die in der Reihe Great Characters veröffentlicht wurde: Füller, Kugelschreiber und Roller Ball. Ich probierte den Füller aus und verliebte mich in das exklusive Schreibgerät im Graphit Grau und Regenbogen, wir sind ja schließlich im Jahr von Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band. Die bunten Streifen sind eine Hommage an die Kostüme der Beatles. Die Feder in Federstärke M besteht aus 585er Gold und ist Ruthenium beschichtet. Der Clip verweist auf den berühmten Schnurrbart der Beatles. Ja, ich hab mich in die Schreibgeräte verliebt und als Wertanlage sind die Stifte auch interessant. Wenn da nicht die hohen Investitionskosten wären, wir sprechen ja über Stifte.
Eine Augenweide – der Beatles Füller von Montblanc.
Früher bin ich mit einem leeren Koffer nach London geflogen und kam mit einem Koffer voller Schallplatten zurück.
Als Jugendlicher bin ich oft nach London gefahren, denn London war für mich das Mekka der Pop-und Rockmusik in Europa. Ich bin mit einem leeren Koffer in die Stadt gefahren, verbrachte Tage in Schallplattenläden und bin mit einem vollen Koffer wieder zurückgefahren. So baute ich mir in der Vergangenheit eine stolze LP- und Singlesammlung auf, von der Stadt London selbst mit den Sehenswürdigkeiten hatte ich einige Jahre nichts gesehen.
Früher war es für mich der erste Anlaufpunkt: HMV
Jetzt bin ich wieder mit meiner Familie nach London gefahren und suchte die Wirkungs- und Konsumstätten meiner Jugend auf. Meine Tempel der Jugend waren einst die Filialen von Tower Record oder die Zweigstellen von His Masters Voice (HMV). Und dann gab es noch viele kleine Plattenläden. Und heute traf ich wieder auf HMV an der 363 Oxford-Street und ich war enttäuscht. Amazon hat zugeschlagen und das Musikgeschäft auf den Kopf gestellt. Hatte ich früher seltene Ausgaben gefunden, habe ich heute nur Standardware gesehen. Die Preise waren etwas teuerer als bei Amazon, ein paar Sachen waren billiger.
Das wirkliche Geschäft macht der Laden wohl weniger mit Musik als vielmehr mit Merch-Zeugs wie Funko Pop-Figuren, T-Shirts oder Tassen. Die Abteilungen für DVDs und Blu Rays waren bei meinem Besuch kaum besucht, einzig in der blutigen Horror-Abteilungen tummelten sich ein paar Fans. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass diese Schlachter-Filme nicht per Video on Demand bei Netflix und Co zu bekommen sind. Ein gewisses Revival hat wohl die Vinyl-Abteilung. Es gab einige Reihen mit Schallplatten für teures Geld, aber kein Vergleich zu den schwarzen Scheiben meiner Jugend. Ich selbst war auf der Suche nach Picture Discs von Soundtracks und habe nicht eine Scheibe gefunden. Ich habe vor Frust in der kleinen Soundtrack-Abteilung zwei, drei Scores auf CD gekauft, die es bei Amazon auch gegeben hätte.
Ich sag es nicht gerne: Bei meinem nächsten Besuch spare ich mir den Besuch von HMV und Co und werde mich den Sehenswürdigkeiten von London widmen.
Wäre ich doch gleich mit der Bahn gefahren: Hinterher ist man immer schlauer. Ursprünglich wollte ich mit der Bahn unter dem Ärmelkanal hindurch nach London fahren, aber die Familie entschied aus Preisgründen zu fliegen. Das TUI-Reisebüro in Kissing organisierte uns eine super Reise und ich bin mit der Dienstleistung voll zufrieden. Klare Empfehlung an das TUI Reisecenter.
Alles klappte prima: Hinflug mit British Airways, Hotel (mit WLAN), Touren und dann kam der Rückflug mit BA zurück nach München. Der Abflug ab London Heathrow verzögerte sich. Über Deutschland herrschte Gewitterstimmung. Es donnerte und schepperte in den Wolken. Unser BA-Pilot meinte, dass es am Flughafen München einen Rückstau von Flugzeugen aufgrund des Wetters gebe und wir daher eine Dreiviertelstunde Verspätung haben würden. Ursprünglicher Start war auf 20:30 Uhr terminiert. Nach einer Stunde des Wartens starteten wir, weil München wohl grünes Licht gegeben hatte. Der Flug verlief problemlos, ich verschlief die meiste Zeit. Über München wachte ich auf und stellte fest, dass wir um die bayerische Landeshauptstadt kreisten – Runde um Runde. Mittlerweile war es 0:30 Uhr geworden. Wir wollten eigentlich um 23:30 Uhr landen, doch wir verbrachten ja eine Stunde auf dem Rollfeld in London. München hatte grünes Licht gegeben und wahrscheinlich hat so ein Held vergessen, dass zwischen London und München eine Stunde Differenz besteht. Um 0:30 Uhr war der Flughafen München für uns geschlossen – wir in Bayern haben schließlich ein Nachtflugverbot. Zudem seien zahlreiche Flughäfen in Deutschland geschlossen.
Unser aufmerksamer Pilot funkte mit der British Airways-Zentrale und es wurde nach einem Landeplatz für uns gesucht. Deutschland sei dicht, hieß es aus dem Cockpit. Sogar ein Rückflug nach Großbritannien wurde diskutiert, aber ein Flughafen in Deutschland würde uns noch eine Landeerlaubnis geben. Ich dachte an Stuttgart oder Nürnberg – es wurde allerdings Hannover. Zwischen München und Hannover ist es doch eine gewisse räumliche Distanz.
Da sitzt man halt in Berlin herum.
Also ab nach Hannover und dort wurde problemlos gelandet. Aber natürlich war der Flughafen um diese Uhrzeit nicht voll besetzt. Eine Notmannschaft wurde zusammengetrommelt. Ein Bus wurde organisiert und Hotels galt es für Fluggäste abzutelefonieren. Mit den Hotels sah es schlecht aus, sehr schlecht. Und die Stimmung an Bord der Maschine wurde immer schlechter. Ein Familienvater machte Stimmung, schlechte Stimmung. Es ist Wahnsinn, was Druck aus Menschen macht. Der Mann wurde ausfällig und polterte durch das Flugzeug. Er werde jetzt aussteigen und schimpfe wutschnaubend durchs Flugzeug zum Ausgang. Den Mann sah man später im Flughafenbus wieder. Sein Aufregen hatte ihm nichts genutzt. Und es ist interessant wie unter Druck lauter Luftfahrtexperten an Bord sind, die wunderbare Lösungen in der Tasche haben. Hauptsache Luft wackelt und sich wichtig machen – Druck zeigt den wahren Charakter der Menschen.
In Hannover steppt der Bär.
Naja gegen 1:30 Uhr entschied der Familienrat: Wir bleiben am Flughafen Hannover über Nacht und fahren mit einem der ersten ICE nach München. Noch im Flugzeug wurden die Zugtickets über die Bahn-App erstanden. Wir mussten am Flughafen nur noch ein paar Stunden Zeit totschlagen. In Hannover hatte ein Schnellimbisrestaurant und eine Bäckerei geöffnet und wir machten es uns als Familie auf Sitzplätzen im Abflugbereich bequem. Nur nicht einschlafen und den Zug verpassen. Als Papa unterhielt ich abwechselnd mit meiner Frau die Kinder, kaufte Pommes und Cola und streifte durch den Abflugbereich.
Nein, das Angebot ist zeitlich nicht interessant.
Mit der BA nach München fliegen wollten wir nicht. Die Crew braucht mindestens 12 Stunden Entspannung, also Rückflug nicht vor 14 Uhr. In Wahrheit kam um 10:49 Uhr eine SMS, dass der Flieger um 17:45 Uhr starten würde. Um 10:41 Uhr waren wir mit dem ICE in München. Außerdem musste meine Frau ab 19 Uhr in München unterrichten.
Morgens um 5:36 Uhr die S-Bahn vom Flughafen zum Hauptbahnhof Hannover genommen und wir sind gleich kontrolliert worden. Die halbe Stunde bis zur Abfahrt des ICE 581 nach München war die schlimmste Zeit. K1/2 waren komplett übermüdet und schliefen fast im Stehen. Die Kinder taten mir leid und als der ICE aus Hamburg einfuhr, mussten wir Reisende von unseren reservierten Plätzen vertreiben. Dann sitzen, endlich sitzen und schlafen. Die Kinder schliefen sofort ein und ich schaute mir einen Film am iPad an. Viel mitbekommen habe ich allerdings nicht. Ab Aschaffenburg war nicht mehr an Schlaf zu denken. Eine Fußballmannschaft bestieg sturzbetrunken den Zug, soff Bier, grölte herum und spielte Musik. Bitten um Ruhe wurden nur kurzzeitig berücksichtig, also entschieden wir uns, die Fußballer um Bier zu bitten und mitzutrinken. Die Müdigkeit und der Alkohol sorgten nicht unbedingt dafür, dass ich fit wie ein Turnschuh war. Irgendwann waren wir dann zu Hause. Frau und Kinder gingen sofort ins Bett, ich duschte noch und fiel dann in den Schlaf. Wäre ich doch gleich mit dem Zug gefahren.
Gestern war ich Mäuschen und belauschte bei einer Zugfahrt zwei Herren, die sich über eine Fraunhofer-Studie zur Automobilindustrie unterhielten. Die Studie sagt, dass ein Umstellen auf Elektroautos in der deutschen Automobilindustrie zehntausende von Jobs kosten würde. Die beiden Herren waren sich einig, dass der Staat – also ich als Steuerzahler – den Autofirmen helfen müssten und das so ein Umstieg generell eher Blödsinn sei. Benziner seien doch besser als Elektroaustos. Dann stiegen die Herren aus und ich fuhr zu meinen Seminarort weiter und machte mir meine Gedanken.
Stromtanken mit Karte.
Es ist richtig, dass diese Transformation Arbeitsplätze kosten wird und ja ich halte es für richtig, dass diese Transformation kommen wird. Wir können Veränderung nicht aufhalten, aber in vernünftige Bahnen lenken – das nennt sich soziale Marktwirtschaft. Die Welt dreht sich weiter, ob mit oder ohne deutscher Automobilindustrie. Und nein: Der Staat soll und darf mit meinen Steuergeldern nicht in diesen Prozess eingreifen. Sollen sie doch Kuchen essen. Ich habe kein Mitleid mit einem Industriezweig, der sich nur schwer bewegen will. Für mich sind die Zeiten der PS-starken Benzinmotoren vorbei und es kommt etwas Neues.
Die Autoindustrie hat den Arbeitsmarkt leer geräumt. Sie hat mit Verlockungen und Rabatten an Mitarbeiter dem klassischen Mittelstand die Arbeitsplätze weggenommen. Das Handwerk hatte das Nachsehen, weil junge Menschen lieber zu einem Automobiler gegangen sind als sich im Rückgrat unserer mittelständischen Wirtschaft zu engagieren. Der Handwerksmeister oder der klassischer Unternehmer bei KMU konnte mit den Prämien und Geschenken der Autobauer nicht mithalten. Politiker aus Bundesländern mit Autobauern begehren nicht gegen diese Industriegiganten auf und ganze Branchen mussten sich der Automobilindustrie unterordnen: Arbeitsplätze waren immer das Todschlagargument.
Ist das wirklich zeitgemäß?
Die Automobiler haben jahrelang große Gewinne gemacht und wenn jemand nun nach staatlicher Unterstützung schreit, halte ich es für falsch. Die Fraunhofer-Studie sagt: Bei einem angenommenen Anteil von 40 Prozent Elektroautos im Jahr 2030 würde allein in der Motoren-und Antriebsproduktion jeder dritte Arbeitsplatz wegfallen, weil Elektromotoren aus weniger Einzelteilen bestehen und dafür weniger Arbeit anfällt. Das Worst-Case-Szenario sagt sogar bei 90 Prozent Neuwagen-Elektroanteil einen Verlust von mehr als die Hälte der rund 210.000 Jobs im Fahrzeugbau aus.
Die Diskussion um die Zukunft der Arbeit halte ich für ein enorm wichtiges Thema. Die Zukunft hat begonnen und die Transformation ist eingeläutet. Die beiden Herren hatten vielleicht berechtige Angst um ihren Arbeitsplatz, aber die Veränderungen wird eintreten. Es wäre wichtig, dass Eltern und Kinder sich dieser Veränderung bewusst machen und entsprechend reagieren. Angst vor der Transformation und Digitalisierung zu haben, ist falsch, denn diese Angst lähmt. Wir müssen unser Potenzial entfalten, dass wir haben.
Für mich war Akira stilprägend und ist es noch heute.
Als ich Ready Player One im Kino sah war ich von dem Motorrad aus Akira so begeistert, dass ich mich daran erinnerte, wie sehr ich meinen ersten Anime auf VHS geliebt hatte. Akira war anders als die meisten Zeichentrickfilme, die ich bis dahin gesehen habe. Das Wort Anime hatte ich als Jugendlicher noch nie gehört und trotzdem war ich von der Machart des Films angetan. Akira gehört heute zu den großen Klassiker des Genres. Ich hatte in der örtlichen Videothek den Film mit seinem Cover gesehen und ausgeliehen – das muss so 1992 gewesen sein.
Auf der Recherche zu Akira fiel mir das Buch in die Hände mit dem Titel OTOMO: A Global Tribute to the Mind Behind Akira. Hier verneigen sich Künstler aus aller Welt vor dem großen Werk von Katsuhiro Otomo Und sie interpretieren Akira auf ihre Weise. Der Schwerpunkt dieser Hommage sind Zeichner aus francophilen Umfeld. Von den meisten Künstlers habe ich – zu meiner Schande – noch nie etwas gehört. Aber ich mach die unterschiedlichen Herangehensweisen an Akira. Interessant ist, dass auf fast jedem der Bilder das rote Motorrad zu sehen ist – also hat sich dieses Gefährt nicht nur in mein Gedächtnis eingebrannt, sondern in ein kollektives Gedächtnis. „Once created a pierce of art must stand on its own, apart from the artist“, schreibt Katsuhiro Otomo im Nachwort des Buches. Die Kultur des Popart hat sich durch Akira geändert. Der Anime und die Mangas haben ihre Spur hinterlassen. Und es ist das Verdienst des französischen Zeichners Benoît Peeters, dass dieser Band voller gewaltiger Bilder für uns Fans vorliegt. Das Buch ist einfach aufgebaut: Links die Biografie des jeweiligen Künstlers, rechts seine jeweilige Interpretation von Akira. Dabei handelt es sich um Strichzeichnungen, opulente Werke, naive Bilder oder hintergründige Gemälde – ja nach Geschmack und je nach Sichtweise auf diesen legendären Film.
Das 168 seitige Buch war ursprünglich als limitierte Ausgabe für das Angoulême International Comics Festival gedacht, auf dem Otomo den großen Preis des Jahres 2015 erhielt. Kodansha Comics hat im März 2017 das Buch OTOMO: A Global Tribute to the Mind Behind Akirafür den Rest von uns verlegt und dafür gebührt dem Verlag unser Dank.
Irgendwie hänge ich am Raumfahrt-Tropf. Als Kind war ich Fan der Raumflüge, dann der Space-Shuttle-Missionen und jetzt freue ich mich wie ein kleines Kind über den Erfolg von SpaceX und Co. In meinem Gedanken malte ich mir aus, wie es ist, wenn wir auf Leben im All stoßen. Und daher hat es mich als Kind enorm beeindruckt, als die Missionen Voyager 1 und 2 starteten und das Universum erkundeten. An Bord hatten die beiden Raumsonden etwas ganz Besonderes: Sie hatten vergoldete Daten- und Audioplatten an Bord, die unter anderem die musikalische Kultur der Menschheit repräsentativ darstellten. Carl Sagan, der mich als Kind mit der hervorragenden TV-Serie Unser Kosmos geprägt hat, war Leiter der Forschergruppe Voyager Golden Record, die diese Langspielplatten für ET entwickelten.
Musik für Aliens auf den goldenen Schallplatten von Voyager 1 und 2.
Und was ist jetzt drauf? Nun auf der Original Voyager Golden Record sind Grüße in 55 Sprachen, Umwelt- und Toergeräusche, eine Ansprache von UN-Generalsekretär Kurt Waldheim auch eine geschriebene Nachricht von US-Präsident Jimmy Carter und dann 90 Minuten Musik.
Es wurden 27 verschiedene Musikstücke hierfür ausgewählt. Die Genres reichen von Ballett, Chormusik, Gamelan, Jazz, Kammermusik, Klaviermusik, Mariachi, Oper, Qin, Renaissancemusik, Rock’n Roll, Schlaginstrument, Shakuhachi, Sinfonie, Spiritual, Streichquartett, Violinsonate, Vokalmusik (mit fünf Titeln) und Volksmusik (mit fünf Titeln). Die Gesamtspielzeit der Musikstücke beträgt 87:16 Minuten.
Die Kollektion gibt es als CD und als Schallplatten-Edition. Ich habe mir diesmal die Schallplattenversion geholt, der ein Download-Code für das Audio-Material beiliegt. Besonders genossen habe ich das beiliegende Büchlein, das sehr viel Hintergrundinformationen haben. Ich bin bei der Musik, bei den Infos ins Träumen und Nachdenken geraten – was würde denn ET denken, wenn Alien auch den göttlichen Bach trifft und dann Chuck Berrys Johnny B. Goode anhört. Übrigens Bach ist dreimal auf der Platte vertreten, zweimal Beethoven und einmal Mozart. Richard Wagner ist nicht dabei und das gefällt mir als Wagnerfan nicht.
Ratz fatz hatte YouTube die Monitarisierung für uns kleine Videoblogger gestrichen. Für die Monetarisierung muss nun ein Kanal nun die Mindestanforderungen des YouTube-Partnerprogramms erfüllen. Das war 16. Januar 2018 und viele Videoblogger schauten in den Ofen – auch ich. Zwar hatte ich keine riesigen Umsätze mit meinen Videos in meinem Kanal redaktion42 erzielt, aber ein nettes Zubrot war es schon. Und schlagartig war damit Schluss.
Zunächst war ich unter der 1000 Abonnenten Grenze.
Aber es gab ein Licht am Ende des Tunnels. Sobald ein Kanal eine Wiedergabezeit von 4.000 Stunden in den vergangenen 12 Monaten und 1.000 Abonnenten erreicht hat, wird die Aufnahme in das Programm überprüft. Aha, YouTube hängt mir eine Karotte vor die Nase, die ich erreichen will.
Die Wiedergabezeit habe ich lässig erfüllt, doch mit den Abos hatte ich zunächst ein Problem. Gut vernetzt löste ich dieses Problem. Ich nutze die sozialen Netzwerke und bat meine Community via Twitter und Facebook, meinen Kanal redaktion42 zu abonnieren. Das hat ganz toll geklappt und ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich bei meinen Fans bedanken. Dankeschön, ihr seid super. Die Aufholjagd nach Abonnenten hatte ich gestartet und bin jetzt deutlich über 1000 Abonnenten und es werden Woche für Woche mehr. Gerne darfst auch du meinen Kanal abonnieren.
Dank Vernetzung wurde die 1000-Grenze geknackt. Und es werden mehr und mehr.
Also eigentlich bin ich damit wieder bereit für die Monetarisierung. Aber nix da, YouTube lässt sich Zeit und ich schau in die Röhre. Die Überprüfung der relevanten Kanäle sollte Ende April erledigt sein. Und nun ist es Juni und nichts ist passiert. Es kam nur ein Update auf der YouTube-Seite: „Aktualisiert am 1. Mai 2018: Wir haben das zuständige Team vergrößert, um den Rückstau bei den Bewerbungen für das YouTube-Partnerprogramm zu beheben. Ausstehende Bewerbungen werden bis Ende Juni geprüft. Im Falle von Änderungen informieren wir dich. Die Kanäle mit den meisten Aufrufen werden bei der Bearbeitung priorisiert, da sie wahrscheinlich ein höheres Umsatzpotenzial haben.“ Ich dachte, YouTube und Google wären ein IT-Unternehmen und ein Algorithmus könnte die Kriterien des Partnerprogramms innerhalb von Sekunden überprüfen. Ich glaube vielmehr, YouTube hat gar kein Interesse daran.
Hm, bin ich da dabei oder nicht? Transparenz wäre für einen Konzern eine gute Sache, der von sich behauptet, nicht böse zu sein. Für mich als kleiner YouTuber heißt es wohl nur zu warten.
Mal wieder auf einem Seminar getroffen: Oliver Groß
Mein Kollege Oliver Groß ist ein Erzählphilosoph, so zumindest nennt er sich selbst. Ich finde es eine gute Berufsbezeichnung, die neugierig macht. Es ist einfach was anderes als Buchhalter oder Jurist. Erzählphilosoph klingt einfach cooler.
Immer wieder treffe ich Oliver Groß auf Seminaren, wo er als klassischer Rhetorik-Trainer unterwegs ist. Ich selbst habe aber noch kein Seminar bei ihm belegt. Nur einmal haben wir spontan was zusammen gemacht, als er in einem Seminar von mir mit behinderten Schülern auftrat und die jungen Zuhörer mit seiner Erzählkunst faszinierte. Ich habe darüber gebloggt. Reden kann er auf jeden Fall, der liebe Oliver Groß.
Bei meiner jüngsten Begegnung mit Oliver Groß drückte er mir seine erste CD samt Widmung in die Hand. Der interessante Titel „1x Leben süß-sauer, bitte!“ – klingt witzig und erwartungsfroh hörte ich mir die Silberscheibe an. Und ich bekam genau den Oliver Groß mit seinen Geschichten, wie ich ihn kenne. Humorvolle, hintergründige Geschichten eines Erzählphilosophen, die mir Freunde gemacht, aber mich auch zum Nachdenken angeregt haben.
Ich hab sogar ein Autogramm bekommen.
Diese CD ist für mich eine kleine Aufmerksamkeit für Freunde und ist ein Geschenk der anderen Art. Sie ist persönlich, weil es persönliche Geschichten sind. Diese Intimität mag ich an diesen Aufnahmen, die professionell eingesprochen wurden durch Oliver Groß. Und da kommt der Rhetorik-Trainer durch: Groß versteht es mit seiner Stimme zu arbeiten und im Laufe der Aufnahmen wird seine Stimme immer besser. Pausen, Betonungen – hier zeigt sich, welche Emotionen und Begeisterung in einer Stimme liegen kann. Es sind nicht waghalsige Satzkonstruktionen oder die Sprachakrobatik im Stile eines Thomas Mann. Nein, es sind einfache Moralgeschichten, fast Gleichnisse, die uns der Erzählphilosoph Oliver Groß hier präsentiert. Mir haben die Geschichten Spaß gemacht und gelernt habe ich auch was – was will ich mehr?
Ich bin wahrlich kein Fußballanhänger, aber selbst so ein Banause wie ich hat mitbekommen, dass dieses Jahr wieder eine Fußballweltmeisterschaft stattfindet. Und daher möchte ich an das unheimlich eindrucksvolle Buch One Night in Rio von 2014 erinnern. Es ist ein Fotobuch von Paul Ripke und auch wenn mich Fußball nicht die Bohne interessiert, so ist das Buch eine wahre Inspiration für alle Fotofreunde. Hier wird Reportagefotografie pur abgebildet: Einzig und alleine der Moment zählt. Keine Bilder sind gestellt, sondern der Fotograf ist nah dran und auch mitten drin.
Tolle Inspiration für Reportagefotos: One Night in Rio von Paul Ripke
Die Fußball-WM in Russland steht vor der Tür und der Einzelhandel präpariert sich mit entsprechenden Fan-Utensilien vor: Flagge, Schminke, Halsketten und was der Fan so braucht. Ich gestehe, ich brauche als Spielverderber mal wieder nichts, aber ich habe das Buch von Paul Ripke aus dem Archiv geholt. Ich habe es mir damals für meine Frau signieren lassen. Das Buch dient als Inspiration für Reportage-Fotografie. Als die Ausstellung von Paul Ripke zu diesem Fotobuch in München lief, habe ich sie natürlich besucht und darüber gebloggt. Die Bilder haben mich damals umgehauen und sie tun es heute noch. Und ich habe meiner Frau das exklusive Fotobuch One Night in Rio zu Weihnachten geschenkt – freilich mit Widmung von Paul Ripke.
Ripke hat es geschafft, eine perfekte Fotoreportage zu schaffen und diese Reportage ein ganzes Buch lang durchzuhalten. Er schafft es in seinen Bildern die Begeisterung, die Erschöpfung, den Kampfgeist und die Kameradschaft festzuhalten. Vielleicht sind die Bilder technisch nicht immer perfekt, egal: Sie sind absolut emotional und erzählen eine wunderbare Geschichte. Und genau das muss Reportage-Fotografie tun.
Leider gibt es in den klassischen Massenmedien keine Reportage-Fotografie mehr. Die Zeiten von Life oder bei uns Stern und Geo sind im Großen und Ganzen abgelaufen. Aber gerade im Lokaljournalismus wäre Reportage eine wunderbare journalistische Darstellungsform – oder man zieht komplett ins Netz um, Platz gibt es da ja genug. Fotos sollten nicht nur eine Illustration zu einem Artikels sein, sondern sie sind ein selbstständiges Medium. Als Schreiber habe ich gerne mit Fotografen gearbeitet, die eine Geschichte erzählen wollen. Und als Fotograf habe ich meine Geschichten selbst fotografiert und geschrieben.
Paul Ripke hat diese Begeisterung für Reportagefotos mit seinem Buch One Night in Rio absolut bekräftigt und es tut gut, so ein Buch in die Hand zu nehmen und die Erfahrungen der damaligen Fußballweltmeisterschaft wieder in Erinnerung zu rufen. Vielleicht haben unsere Jungs bei der WM wieder eine Chance, ich kann es nicht beurteilen.
Aber beim Durchblättern habe ich bemerkt, was ich alles vergessen hatte – was sicherlich daran liegt, dass ich kein Fußballfan bin. Aber Paul Ripke hat es geschafft, selbst in mir als nicht Fußballfan Emotionen zu entlocken. Was war das für eine tolle Fußball-WM! Und vielleicht wird es wieder eine tolle WM werden.
Und was kommt dieses Jahr zur Fußball-Weltmeisterschaft?
Ich bin gespannt auf die Ideen der Kreativen: Einst im Jahre 2006 hatten wir das Sommermärchen von Sönke Wortmann, dass die deutsche Nationalmannschaft auf dem Weg zur und bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zeigt. Ich habe diese emotionale Doku auf DVD und finde diesen Blick hinter die Kulissen interessant.
Und dann Paul Ripke 2014 mit One Night in Rio: Ich habe die Ausgabe mit goldenen Leinenhardcover mit goldener Prägung und Goldschnitt im schwarzen Leinenschuber mit goldener Prägung.
Inhalt sind Portraits der Weltmeister auf 72 Seiten Design Offset, 160 g/m², Reportage „Von Rio nach Berlin“ auf 264 Seiten LuxoArt Samt, 170 g/m² und Pokalportraits der Weltmeister auf 72 Seiten Profibulk, 150 g/m². Es gibt auch noch die preiswertere Die Nationalmannschaft – One Night in Rio (Fan-Edition) Und was kommt eigentlich dieses Jahr?
Hier das Video zur Ausstellung im Deutschen Museum München:
Metzgermeister Matthias Endrass nahm an der WM der Metzger teil.
„Ich würde es jederzeit wieder machen und beim nächsten Mal bin ich selbstverständlich wieder bei der Weltmeisterschaft mit dabei!“ Das erklärte mir Matthias Endrass – der sympathische junge Mann nahm allerdings bei keiner sportlichen Weltmeisterschaft teil, sondern bei der Weltmeisterschaft des Metzger-/Fleischerhandwerks.
Seit Generationen betreibt seine Familie eine kleine Metzgerei in Bad Hindelang im Allgäu. Und dieses Jahr ist Matthias Endrass mit Kollegen nach Irland aufgebrochen, um an der Weltmeisterschaft ihres Berufsstandes teilzunehmen. Dabei galt es nicht 100 Meter zu laufen oder andere sportliche Disziplinen zu absolvieren. Nein, es ging ganz fachlich zu: Es galt ein halbes Rind, ein halbes Schwein, ein ganzes Lamm und fünf Hähnchen komplett zu zerlegen, veredelt und küchenfertig zubereitet. Das musste in 3 Stunden und 15 Minuten passieren. Das deutsche Kernteam bestand aus sechs Metzgern, darunter meine Bekannten Michael Moser und Werner Braun.
Das deutsche Team leistete exzellente Social Media-Arbeit.
In Belfast stießen die deutschen Metzger auf ein sehr hohes Niveau der Kollegen aus anderen Staaten. „Die Zerlegetechnik der Italiener fand ich sehr interessant“, so Endrass. In dem Video erklärt er die Schnitttechnik. „Es ist interessant, was man noch dazulernen kann, obwohl man glaubt, man weiß schon alles.“ Zur Vorbereitung gab es intensive Trainingseinheiten und es gab mit Mega Stuttgart einen Fleischsponsor. Sieben Mal kam das Team im Vorfeld zusammen und trainierte.
„Wir machen bei der nächsten Weltmeisterschaft im Jahr 2020 mit – das Team und die Stimmung war Bombe“; schwärmt Endrass von seinen Erlebnissen in Belfast. Zudem setzte das Team auf die Social Media-Öffentlichkeit. Es gab eine Fanseite und Live-Übertragungen in Facebook. Die Resonanz war sehr zufriedenstellend. Die nächste WM wird entweder in Paris, Brasilien oder in den USA stattfinden.