Archive for the ‘Medien’ Category

Gratis Comic Tag – kurz beim Hugendubel reingeschaut

13. Mai 2018

Gestern war der Gratis Comic Tag und ich hab es fast verpennt. Händler verschenkten an diesem Tag Comics und nur durch Zufall bekam ich von diesem schönen Event etwas mit. Das kam so: Wir mussten für K1 eine Hose kaufen, streiften durch die Pasing Arcaden in München und schauten kurz vor Ladenschluss noch beim Buchladen Hugendubel herein, weil K1/2 noch einen bestimmten Manga haben wollten. Ich selbst lese Romane meist nur noch auf dem Kindle, aber die Kinder wollen Mangas in Papierform. 

Als wir die Manga-Ecke – mittlerweile sind es zwei Regale – in dem Buchladen betraten, sprach mich eine engagierte Verkäuferin an, ob ich denn einen kostenlosen Comic haben wolle. Und da fiel mir wieder die Bedeutung des Tages ein: Gratis Comic Tag 2018. Von den teilnehmenden Händler werden 35 verschiedene Comics verschenkt, die sie natürlich vorher von den Verlagen kaufen mussten.

Ein Regal, ursprünglich waren hier Jugendromane zu finden, mit den Restexemplaren war mit einem rot weißem Absperrband abgetrennt. Das Band hatte den Grund, dass nicht das Regal mit den Gratis-Comics geplündert wird. Oben waren noch drei Luftballons rot, blau, gelb angeklebt. Die engagierte Buchverkäuferin sprach die Kunden an und ich freute mich auf ein Schwätzchen. Während K1/2 nach ihren Mangas Ausschau hielten, blätterte ich zwei, drei gratis Comics durch. Leider war die Show in München begrenzt. In London bei Forbitten Planet gab es fette Aktionen: Eines kaufen, eines umsonst dazu und die Massen rückten an – aber da gibt es auch nicht so ein Zeug wie Buchpreisbinding. In Pasing beim Hugendubel war die Resonanz überschaubar, lag aber auch an der Uhrzeit.

Leider schnappte mir eine andere Kundin das letzte Star War-Comic weg und so entschied ich mich für Battle Angel Alita und Usagi Yojimbo. Beide Serien stehen als Kaufentscheidung bei mir schon länger fest, da kamen die gratis Ausgaben zum Reinlesen gerade recht. Bei Battle Angel Alita warte ich auf Juni, dann schnapp ich mir die teure Gesamtbox.

Also wie der World Record Shop Day, gab es jetzt zum neunten Mal einen Gratis Comic Tag und mir gefällt ja so etwas. Im nächsten Jahr bin ich etwas intensiver bei der Sache und nicht nur, wenn K1 mal wieder eine Hose braucht. 

Wenn die Digital Natives auf ein Wählscheibentelefon treffen

8. Mai 2018
Dieses Telefon bekam ich von einer Bekannten geschenkt.

Dieses Telefon bekam ich von einer Bekannten geschenkt.

Von einer Bekannten meiner Frau habe ich ein altes Wählscheibentelefon geschenkt bekommen, weil ich ihr mit einem Facebook-Problem aus der Patsche geholfen habe. Das schwarze Telefon der Post stand auf dem Wohnzimmertisch und K1/2 wurden mit alter Technik konfrontiert.
Ich erklärte nichts und ließ meine beiden Digital Natives mal ausprobieren und Fragen stellen. K1 war vor allem von dem Anschlusskabel fasziniert und wusste mit den drei farbigen Drähten aus dem Kabelstrang nichts anzufangen. „Wir haben keinen Stecker, wo diese drei Drähte hineinpassen“, so das Fazit von K1.

Wo kommen die Drähte hin?

Wo kommen die Drähte hin?

K2 war mehr an der Funktionsweise interessiert. K2 nahm den schweren, schwarzen Hörer ab, lauschte, legte den Hörer wieder auf die Gabel und nahm wieder ab. Interessiert betrachte K2 dann die Wählscheibe. Zunächst wurde mit den Finger auf die Nummern getippt. Nach ein paar Sekunden wurde der Wählmechanismus herausgefunden. Es wurde gewählt, was das Zeug hielt und bis die Finger von K2 schmerzten. „Das tut weh“, stellte K2 fest und fragte zugleich vergeblich nach der Wahlwiederholungstaste. Und nein, man musste innerorts keine Vorwahl wählen. „Muss man eigentlich warten, bis die Wählscheibe wieder ganz zurückgelaufen ist? – Das dauert ja ewig“, so das Fazit von K2. Und wo denn die Abbruchtaste sei, wurde im gleichen Moment gefragt. K1 erklärte K2, dass es dafür die Gabel gibt und so wurde der Hörer aufgelegt und abgenommen. K2 entdeckte, dass man die Gabel auch mit dem Finger herunterdrücken konnte und sich so das lästige Auflegen sparten konnte. In US-amerikanischen Filmen hatten sie gesehen, dass man auf die Gabel hämmern konnte, wenn im Film die Verbindung zusammengebrochen ist. Cool war das Klemmen des Hörers zwischen Schulter und Ohr, das klappt mit dem Smartphone weniger gut.

Erst tippen, dann wählen

Erst tippen, dann wählen

„Wie kann man eine Zahl löschen, wenn man sich verwählt hat“, so die praktische Frage von K2. Und es gibt ja überhaupt keinen Nummernspeicher und keine Rufnummernerkennung. „Da weiß man ja gar nicht, wer anruft und ob man es annehmen soll oder nicht. Das ist ja blöd.“
Langsam begriffen K1/2 in welcher Welt ihre Eltern groß geworden sind. Meine Eltern hatten ein graues Wählscheibentelefon von der Deutschen Bundespost. Meine Mutter kaufte irgendwann einen potthässlichen Überzug aus Samt für das Telefon. Jahre später mieteten wir dann ein grünes Tastentelefon von der Bundespost. Der Grund dafür war die Wahlwiederholungstaste, damit man bei den Wählversuchen zur damaligen DDR-Verwandtschaft nicht scheiterte. Später wurde aus dem grünen ein weinrotes Telefon. Als das Postmonopol fiel gaben wir das Telefon an die Bundespost zurück, schließlich hatten wir es jeden Monat gemietet. Ich versuchte dann meinen Kindern die Tarife der Post zu erklären und als ich so was wie Mondscheintarif rekapitulierte, drehten sich meine Kinder weg, als ob ich komplett bekoppt war.

Der Hörer passt ideal zwischen Schulter und Ohr.

Der Hörer passt ideal zwischen Schulter und Ohr.

Buchkritik: Schantall, tu ma die Omma winken! Aus dem Alltag eines unerschrockenen Sozialarbeiters von Kai Twilfer

2. Mai 2018

Ich brauchte ein Buch für die Zugfahrt – nichts fachliches, nur pure Unterhaltung. Es gibt so viel leichte Lektüre und ich wählte das Büchlein Schantall, tu ma die Omma winken! Nach dem Abschluss der Lektüre bin ich gespalten. Es sind zum Teil wunderbare Beobachtungen der deutschen Unterschicht und ich habe köstlich gelacht. Und dann hab ich mich geschämt, mir ist das Lachen im Halse stecken geblieben. Wie kann man sich so über Mitmenschen erheben? 

Gibt es wirklich diese beschriebene RTL-2-Unterschicht? Die Person eines imaginären Sozialarbeiters wird vom Autoren im Ruhrpott angesiedelt. Es sind humorvolle Beschreibungen einer bildungsfernen Schicht, die in ihrer eigenen Welt der Klisches leben. Gibt es diese einfachgestrickte Paralellwelt zum Bildungsbürgertum? Ich denke schon – die Gesellschaft ist vielfältig.

Wie weit geht man jetzt als Autor? Wo ist die Grenze zwischen Humor und Gesellschaftskritik? Und warum erhebt sich Autor Kai Twilfer über diese Menschen mit seinem Buch? Das Buch ist aus zwei Perspektiven geschrieben. Da wäre auf der einen Seite die Erlebnisse der konsumorientierten Schantall als alleinerziehende Mutter, die bei den Eltern wohnt und sich nach einem Leben im Glitzerwohlstand sehnt, mit dem Reisebus in den Massentourismus fährt, auf der Suche nach einem Partner ist, der ihr Sicherheit und Einkommen gibt. Die scharfsinnigen, zum Teil humorvollen Analysen des imaginären Sozialarbeiters über sein Schäfchen Schantall treffen den Nerv, aber dann kommt die zweite Ebene des Autors.

Er erweitert seine Analyse über Schantall hinaus. Er stellt sich über Schantall und übt klassische Gesellschaftskritik. Er analysiert beispielsweise den Drang zu Tätowierungen – das Arschgeweih darf nicht fehlen, zu billigen Wohneinrichtungen aus Pressspan, schreibt über Paarungsriten, analysiert das Verhalten von B- und C-Prominenz oder das Freizeitverhalten. Viele der Kritikpunkte treffen und halten einen Spiegel vor, aber durch diesen Ebenenwechsel bricht das Buch auseinander. Das hat mir nicht gefallen und obwohl ich zeitweise auf meiner Bahnfahrt schallend gelacht habe, werde ich mir kein Buch mehr von Kai Twilfer kaufen, obwohl er auf den Bestsellerlisten steht. Er wird es verschmerzen und ich auch.

Buchkritik: The Art of Last Jedi von Phil Szostak

26. April 2018
Ein schönes Art of Buch, das den Fan etwas versöhnt nach dem schlechten Last Jedi.

Ein schönes Art of Buch, das den Fan etwas versöhnt nach dem schlechten Last Jedi.

Heute ist der Erstverkaufstag von Star Wars: Die letzten Jedi auf DVD und Blu ray und aus Sammlergründen habe ich mir die Silberscheibe bestellt. Den Film selbst fand ich schlecht, es war eine aufgeblasene Marvel-Verfilmung und hat nichts mehr mit der Eleganz der klassischen Trilogie zu tun. Kindergartenhumor passt eben nicht in Star Wars-Universum. Zudem fand ich die Entwicklung der Story mit den Tod so mancher handelnden Personen falsch. Aus Sammlergründen kaufte ich mir die Blu ray, weil ich auch auf das Hintergrundmaterial gespannt bin.
Um meinen Frust als Fan über diesen schlechten Film zu mildern, habe ich als Balsam für meine Seele das Buch The Art of Star Wars: The Last Jedigekauft. Da hier kein Kindergartenhumor enthalten ist, sondern nur Konzeptzeichnungen über eine faszinierende visuelle Welt. Es macht Spaß. Wenn ich die schönen, ideenreichen Bilder ansehe, denke ich mir immer: Was hätte man aus Last Jedi machen können? Autor des Buches ist Phil Szostak, der uns auch The Art of Star Wars: The Force Awakens und ab Mai 2018 Art of Solo bescherte.

Die Bilder geben einen großartigen Eindruck von der Produktion eines Star Wars-Films und wie viele dieser Art von Art of-Büchern laden sie zum Träumen ein und eben gleichzeitig handfeste Designinformationen über die Produktion eines Blockbusters. Zwei Kapitel haben mich besonders interessiert: Das selbstgefällige Exil Ahch-To von Luke Skywalker und die Darstellung der Ersten Ordnung mit ihrem Anführer Snoke. Und klar, Raumschiffe und Waffensysteme sehen in Konzeptzeichnungen immer stark aus und lohnen sich anzuschauen.
Völlig überflüssig für mich war dagegen der Exkurs auf die Wettspielstadt Canto Bight. Die Scribbles sind gut gemacht, haben aber die Atmosphäre eines James Bond-Films und die Tierchen passen in die phantastischen Tierwelten. Dies bestätigt mir meine Ablehnung dieses Handlungsstrangs. Mos Eisley hat da schon ein anderes Kaliber.
Leider hat the Last Jedi nicht mehr die Faszination bei den Kostümen der ersten drei Star War-Filme. Die Kleidung ist handlungsbedingt einfacher geworden und nicht mehr so ausladend schön wie bei Padmé Amidala, der Mutter von Leia und Luke. Für ich der einzige optische Kleidungshöhepunkt ist die rote Rüstung der Prätorianergarde. Die acht persönlichen Wachen des Obersten Anführers Snoke der Ersten Ordnung und bildeten die letzte Verteidigungslinie, die ihn vor sämtlichen Gefahren schützen sollte.
Insgesamt ein schönes Bilderbuch, das mich als Fan etwas versöhnt. Jetzt warten wir also Solo ab und dann den neunten Teil. Disney, ich bin echt nervös.

C64mini – die Retrospielkonsole für Commodore C64-Oldies

25. April 2018

Als Retrogamer musste ich ihn freilich haben: Den TheC64 Mini, den Hardware-Emulator, der meinen Heimcomputer samt 64 Spiele simulierte. Natürlich habe ich noch den Originalbrotkasten, aber ich wollte die Mini-Variante auch in meine heimische Gamerecke stellen.

Aber zurück zu Beginn: Nachdem ich den ZX81 von Sinclair persönlich ausgereizt hatte, wollte ich größer in die Computerszene einsteigen. Ich kaute meinen Eltern 1983 ein Ohr ab, dass ich unbedingt einen Commodore C64 haben musste. 1500 Mark waren für meine Eltern ein stolzer Preis. Es war ein langer Kampf und irgendwann hatte ich ihn bekommen – Danke Mama und Papa. Unendliche 64 Kilobyte RAM – was lässt sich damit alles machen? Ich programmierte und ich spielte Tag und Nacht mit der Maschine. Im Vergleich zu meinen Atari 2600 waren Bild und Ton der C64-Spiele eine Revolution. Als Datensicherung hatte ich die legendäre Datasette, weil meinen Eltern das Floppy-Laufwerk zu teuer war. Der Heimcomputer, wie der C64 damals hieß, eroberte mein Herz und war mein richtiger Einsteg in das frühe Silikonzeitalter. Und in diesem Jahr wird der C64 35 Jahre alt. Das Ding veränderte mein Leben und das Leben meiner Mitschülerinnen und Mitschüler. Hier das Unboxing:

Und als der C64mini als Retrokonsole angekündigt wurde, wollte  – nein musste – ich einen haben. Natürlich gibt es billigere Hardware-Emulatoren zu Hauf, aber ich wollte ein einfaches Gerät, dass ich via HDMI an die Flatscreen-Glotze anschließen konnte. Im April 2018 wurde mein C64mini für rund 80 Euro geliefert.

Im Grunde ist der  ein Fake, obwohl eine voll lizensierte Miniaturversion ist. Er ist etwa halb so groß wie der Originalbrotkasten, aber die Tastatur und die Funktionstasten sind Fake. Er hat einen USB-Stromanschluss, wobei der Stecker wie immer bei solchen Geräten nicht mitgeliefert wurde. Die Retro-Konsole verfügt über einen HDMI-Anschluss für die Glotze (Kabel ist dabei) mit 720p und hat zwei USB-Schnittstellen. Hier lassen sich der mitglieferte Joystick anschließen oder eine USB-Tastatur, um mit den 64 KiloByte Basic-Spaß zu haben. Über einen USB-Stick soll auch die Firmware des Geräts aktualisiert werden können. Das ganze Teil ist aus Plastik und der Minibrotkasten war ein Hingucker neben den anderen Neuauflagen Retro-Konsolen wie SNES oder Super NES

64 Spiele für den C64mini 

Das System umfasst 64 Spiele – klar ist ja auch der C64mini. Ich brauche keine Datasette mehr, um die Spiele zu laden oder die Spielstände abzuspeichern. Und folgende Spieleklassiker sind enthalten: AlleyKat, Anarchy, Armalyte: Competition Edition, Avenger, Battle Valley, Bounder, California Games, Chip’s Challenge, Confuzion, Cosmic Causeway: Trailblazer II, Creatures, Cyberdyne Warrior, Cybernoid II: The Revenge, Cybernoid: The Fighting Machine, Deflektor, Everyone’s A Wally, Firelord, Gribbly’s Day Out, Hawkeye, Heartland, Herobotix, Highway Encounter, Hunter’s Moon, Hysteria, Impossible Mission, Impossible Mission II, Insects In Space, Mega-Apocalypse, Mission A.D, Monty Mole, Monty on the Run, Nebulus, Netherworld, Nobby the Aardvark, Nodes Of Yesod, Paradroid, Pitstop II, Rana Rama, Robin Of The Wood, Rubicon, Skate Crazy, Skool Daze, Slayer, Snare, Speedball, Speedball II:  Brutal Deluxe, Spindizzy, Star Paws, Steel, Stormlord, Street Sports Baseball, Summer Games II, Super Cycle, Temple of Apshai Trilogy, The Arc Of Yesod, Thing Bounces Back, Thing on a Spring, Trailblazer, Uchi Mata, Uridium, Who Dares Wins II, Winter Games, World Games, Zynaps.

Ich hätte gerne noch Fort Apocalypse gehabt und hoffe bei einem Firmware-Update darauf. Aber 64 Spiele sollten erst einmal ausreichen für einen Tripp in die Vergangenheit. Am Wochenende beginnen meine Retro-Spiele.

Joystick für den C64mini ist eine Krankheit

Das Anschließen an die Glotze klappt einwandfrei, der wunderbare Sound meiner Jugend ertönt und auch die Bedienung ist flüssig. Ja wäre da nicht der mitgelieferte Joystick. Es ist der Nachbau eines der legendären C64-Joysticks. Ich hatte diesen früher nicht im Einsatz, sondern schloss damals meinen Atari-Joystick an. Der mit dem TheC64 Mini mitgelieferte USB-Stick ist Müll. Er ist schwammig und unpräzise.

So macht das Zocken der alten Spiele keinen Spaß. Nach mehreren gescheiteren Spielversuchen war mir die Lust vergangenen. Das Drecksding setzt meine Spielbewegungen nicht exakt um und dann hei0t es doch sehr schnell: Game Over Irgendwo liegt im Keller noch ein Competition Pro herum. Der wird jetzt herausgesucht und angeschlossen – dann klappt es auch mit den Spielen. Mein Rat als alter Retrogamer: Finger weg von dem beiliegenden Joystick und nehmt einen anderen. 

Fotografie: Detailaufnahmen in der Brauerei Maisach

21. April 2018

Seit längerer Zeit bin ich Mitglied in einer Facebook Foto-Gruppe im Landkreis Fürstenfeldbruck. Der Administrator Claus hatte eine Fotosession in der Brauerei Maisach organisiert. Das Angebot habe ich dankend angenommen. Obwohl ich die Brauerei aus alten Zeiten sehr gut kenne, wollte ich die Chance nutzen und ein paar Fotos machen. Die Brauerei hat einen neuen Besitzer und zieht das Business anders auf. 

Zurück zur Fotografie: Welche Ausrüstung soll ich mitnehmen? Diese Frage stellt man sich als Fotograf natürlich ganz am Anfang. Bei mir liegen viele Kameras herum und aufgrund von Bequemlichkeit greife ich oft zum iPhone X. Das kann ich bei einer Fotogruppe natürlich nicht machen. Aber ich habe keine Lust die Nikon D3x mit Festbrennweiten und Stative durch die Gegend zu schleppen. Also entschied ich mich für die klassische Reportagekamera, meine Fujifilm X100F. Ich habe zwar die Wechselobjektive dabei gehabt, mich aber on Location für die Festbrennweite 23 mm entschieden. Also kein Gefummle mit Zoom, sondern Abbild der Wirklichkeit. Mit f 2,0 hat das Objektiv genügend Lichtstärke für eine dunkle Brauerei. Und mit den alten Fotografenregeln „wenn Sonne lacht, nimmt Blende 8“ – oder „einmal hoch, einmal quer – was will man mehr“ zog ich los zum Treffen. 

Angekommen suchte ich nach bekannten Gesichtern. Außer Claus, den ich einmal im RL beim Edeka im Dorf getroffen hatte, kannte ich niemanden. Viele habe ich allerdings in Facebook gesehen und es war schön, sie im wahren Leben mal zu treffen. Die meisten waren mit größerem Equipment angerückt: Taschen, Rucksäcke, Stative, Blitze – da war ich quasi nackt mit meiner Reportagekamera. Aber ich dachte an eine Regel, die mir Peter Hartmann beigebracht hat. Peter Hartmann gehörte einst der Fotogruppe an und ist vergangene Woche leider verstorben. Ich habe lange Jahre mit ihm gearbeitet. Er war einst Fotograf bei der BILD und Abendzeitung und hatte u.a. mit Michael Graeter gearbeitet. Ich durfte mit ihm bei Merkur arbeiten und hab seine Geschichten genossen. Eine Regel von ihm war die alte Fotografenweisheit: Ein gutes Foto entsteht nicht in der Kamera, ein gutes Foto entsteht im Kopf. Ich hoffe, dass mein Kopf und mein fotografisches Auge funktioniert. 

Anbei eine Auswahl von Fotos von diesem Foto-Event in der Brauerei Maisach. Danke an die Brauerei Maisach und an Claus von der Fotogruppe für diesen Event. Für mich steht fest: Ein Teil meiner Bucket-List: Mehr fotografieren – hab ich hier wieder erfüllt. Wer mehr über die Geschichte der Brauerei wissen will, der kann hier in meinem Blog nachlesen und Videos schauen. 

 

Einsendestart zum animago AWARD 2018

18. April 2018

Obwohl ich schon lange nicht mehr unter Vertrag bin, mag ich den animago AWARD sehr. Es ist für mich einer der wichtigsten Preise aus dem Bereich Animation, visuelle Effekte, Visualisierung und Design. Vor Jahren war ich als Chefredakteur der DIGITAL PRODUCTION auch Projektleiter des animago AWARD und moderierte die Preisverleihung. 

Ich bin zwar nicht mehr in Verantwortung, habe aber noch viele Bekannte in der Branche und mag den Preis. Und jetzt gilt es wieder Beiträge für den animago AWARD 2018 einzureichen. Insgesamt zwölf Kategorien, die alle Disziplinen des CGI abbilden, sind ausgeschrieben. Die Teilnahme ist kostenfrei und bis 30. Juni 2018 möglich. Also, ihr Kreativen da draußen: Hintern hoch und Material einsenden.

Lang, lang ist es her als ich den animago AWARD moderierte.

Lang, lang ist es her als ich den animago AWARD moderierte.

Die Preisverleihung findet am 25. Oktober im Rahmen von animago AWARD & CONFERENCE (25./26. Oktober 2018) im Münchener Gasteig statt. Gleichzeitig sind die Medientage München und somit wird der Preis viele viele Medienmenschen erreichen. 

Die Kategorien

Unter den zwölf Kategorien, in denen das Fachmagazin DIGITAL PRODUCTION den animago AWARD ausgelobt hat, finden sich in diesem Jahr zwei neue Kategorien: Beste VR/AR/360°-Produktion  und Beste Kinoproduktion 

Beste VR/AR/360°-Produktion 

Es wird ein technisch herausragendes Projekt im Bereich Virtual Reality Experience, insbesondere mit Blick auf Interaktion, technischen Fortschritt und Innovation ausgezeichnet. Diesen Preis halte ich für sehr sehr wichtig. 

Beste Kinoproduktion 

Die Fachjury nominiert gemeinsam mit der Redaktion der DIGITAL PRODUCTION drei aktuelle und visuell ansprechende Kinoprojekte anhand von Gestaltung, Gesamteindruck und visueller Effekte. Der Preisträger wird via Public Voting ermittelt. 

Und die bewährten Kategorien: 

Beste Nachwuchs-Produktion (dotiert mit einem Preisgeld von 3.000 Euro durch die DIGITAL PRODUCTION) 

Bestes Still (Die Fachjury nominiert aus allen Still-Einsendungen drei Projekte, in einer öffentlichen Online-Abstimmung wird der Preisträger ermittelt). 

Beste Visual Effects 

Bester Kurzfilm 

Bester Charakter 

Bestes Game Cinematic 

Bestes Motion Design 

Beste Werbeproduktion 

Beste Visualisierung 

Sonderpreis der Jury 

Seit der Existenz des Wettbewerbs hat eine unabhängige Jury aus Experten der Bereiche Film, Entwicklung, Industrie und Postproduktion rund 24.000 Werke, eingesandt von Digital Artists aus fast 90 verschiedenen Nationen, gesichtet und bewertet. 

Also auf gehts und mitmachen. 

Comics zu 2001 Odyssee im Weltraum

17. April 2018
Ein Comics zu 2001 Odyssee im Weltraum

Ein Comics zu 2001 Odyssee im Weltraum

Am Rande zur fantastischen Ausstellung 2001: A Space Odyssey, die noch bis 23. September 2018 in Frankfurter Filmmuseum läuft, habe ich als Kubrick-Fan etwas entdeckt, dass meine Sammelleidenschaft voll entbrennen ließ: Es gab von Marvel eine Comic-Reihe zu dem berühmten Film 2001 Odyssee im Weltraum – und ich muss sie haben.

Während meine Kinder im Manga-Fieber sind, mag ich Comics und ich mag Filme – und ich mag die Verbindung Comics zu Filmen. Auf dem Weg ins Untergeschoss des Frankfurter Filmmuseums hängen die elf Titelbilder der Comicreihe gerahmt im Gang. Ich war fasziniert, blieb stehen und studierte die Covers.

Entstanden ist die Comic-Reihe durch den Zeichner Jack Kirby in den Jahren 1976/77 bei Marvel, also gut acht Jahre nachdem 2001 im Kino lief. Anders als heute, wo gleichzeitig mit dem Kinostart der Merch-Wahnsinn einsetzt, ließ sich Marvel acht Jahre Zeit, um die Comics zu veröffentlichen. Den Grund für diese zeitliche Verzögerung weiß ich nicht. Und wenn man ehrlich ist, hatte auch nur der erste Band wirklich etwas mit dem Filmklassiker von Stanley Kubrick zu tun. Die Geschichte von HAL wird weitergesponnen und später setzte Jack Kirby die Reihe unter dem Titel Machine Man fort.

Jack Kirby wird von Comicschaffenden und -fans als einer der größten und einflussreichsten Zeichner der Comicgeschichte anerkannt. Er ist quasi ein Gott des Comics. Kirby war an der Schöpfung beinahe jedes Marvel-Comics-Charakters beteiligt. Einige der bekanntesten sind die Fantastic Four, Thor, der unglaubliche Hulk, Iron Man, die X-Men, der Silver Surfer, Die Rächer, Doctor Doom, Galactus und Magneto.

Alle 2001-Comics auf einem Blick.

Alle 2001-Comics auf einem Blick.

Beim Betrachten der Covers von 2001 A Space Odyssey habe ich mich in die Serie verliebt. Sie erinnert mich an den Stil der Superhelden meiner Jugend: Bunt, plakativ, reißerisch – so mussten Comics meiner Jugend sein. Leider gibt es meines Wissens keinen Sammelband mit allen Comics der 2001 Reihe und so habe ich mir das Ziel gesetzt: Alle elf Einzelhefte zu kaufen, zu lesen und ggf. auch rahmen zu lassen. Bei der Erstrecherche habe ich gesehen, dass die Preise der 2001-Comic-Reihe vertretbar sind, was wiederum Ansichtssache ist.

Buchtipp: 201 x 2001 von Nils Daniel Peiler

6. April 2018

Im Moment läuft bis 23. September in Frankfurt am Main im Filmmuseum die wunderbare Ausstellung „50 Jahre A Space Odyssey“, ein Muss für jeden Kubrick-Fan. Was mich sehr gefreut hat, dass ich den Autor des Buches 201 x 2001: Fragen und Antworten mit allem Wissenswerten zu Stanley Kubricks Odyssee im Weltraum Nils Daniel Peiler bei der Ausstellungseröffnung getroffen habe.
Es war also der ideale Zeitpunkt um zu Fachsimpeln, denn der US-amerikanische Regisseur Stanley Kubrick ist eines meiner Steckenpferde. Also hin zu Nils Daniel Peiler und mir gleich eine Widmung in sein Buch schreiben lassen.


Beim Rundgang durch die Ausstellung fungierte ich auch als Stichwortgeber für Nils Daniel Peiler und fragte naiv nach der Bedeutung des Merchandise in dem Kubrick-Klassiker. Peiler nahm meine Frage wunderbar auf und erläuterte, dass bedeutende Firmen wie Hilton, Panam, Hamilton oder IBM den Film als Werbeplattform nutzen. Im Vergleich zu dem Merchandise-Genie eines George Lucas war Stanley Kubrick ein Waisenknabe und das Merchandise hatte sicherlich eine andere Bedeutung als heute. Der Kinobesucher von 2001 erkannte Firmen aus seinem täglichen Umfeld und akzeptierte es als klassische Entwicklung. Wer anderes als Hilton sollte ein Hotel auf einer Raumstation eröffnen? Wie viel die Firmen an Kubrick zahlten, weiß ich nicht und es ist in dem Fall auch egal. Die Gegenstände passen sich in das Leben in der Zukunft ein und sind selbstverständlich.

Auf der Rückfahrt von Frankfurt nach München blätterte ich das Buch von Nils Daniel Peiler durch. Er stellt 201 Fragen zu 2001 und gibt auch gleich die Antworten. Vieles davon wusste ich freilich schon, doch es machte Spaß während der Zugfahrt in dem Büchlein zu schmökern. Es ist eine schöne Beschäftigung mit diesem filmischen Meisterwerk und die Idee von F&Q ist super. Das wünsche ich mir zu allen Kubrick-Filmen.

Die perfekte Schülerzeitung

20. März 2018
Noch ist der Saal leer, aber in einer Stunde war er voll besetzt und ich durfte über Schülerzeitungen sprechen.

Noch ist der Saal leer, aber in einer Stunde war er voll besetzt und ich durfte über Schülerzeitungen sprechen.

Zum Lesetag 2018 war ich von der Regierung von Oberfranken nach Scheßlitz eingeladen und durfte zum Thema Schülerzeitung referieren. Rund 200 Lehrerinnen und Lehrer folgten dieser Einladung. Zu meiner Schulzeit war ich selbst Schülerzeitungsredakteur, doch das liegt lange zurück. Seit Jahren betreue ich für die Hanns Seidel Stiftung die Schülerzeitungsseminare, bin immer wieder Jurymitglied des Schülerzeitungspreises Die Raute und habe zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach das Standardwerk „1×1 der Schülerzeitung“ geschrieben. Im Moment überarbeiten wir gerade den Inhalt für eine dritte Auflage und werden 2018 noch ein Workshop-Buch für Schülerzeitungredakteure herausgeben.

Mit einem halbstündigen Vortrag eröffnete ich den Lesetag 2018 und habe meine Keynote mitgefilmt und bei YouTube eingestellt, um das Wissen zu verbreiten. Schülerzeitung ist für mich eine bunte Spielweise der Kreativität gepaart mit den drei T. Es ist toll zu sehen, welche Ideen die jungen Leute entwickeln.

Das Buch 1x1 der Schülerzeitung, herausgegeben von der HSS, legte ich aus.

Das Buch 1×1 der Schülerzeitung, herausgegeben von der HSS, legte ich aus.

Das erste T: Texte
Da wäre die Beschäftigung mit Texten. Was kann ich wie über journalistische Darstellungsformen ausdrücken? Dabei steht nicht die Selbstverwirklichung im Vordergrund, sondern der Dienst am Leser. Journalisten, auch Schülerzeitungsredakteure, sollen komplizierte Sachverhalte so aufbereiten, dass es der Leser versteht. Nicht missionieren ist angesagt, sondern vermitteln – dabei auch natürlich unterhaltend. Das passt natürlich ideal zum Lesetag 2018, um Schülerinnen und Schülern das Lesen wieder mehr zu vermitteln.

Das zweite T: Technik
Schülerzeitungen werden heute nicht mehr wie zu meiner Zeit geklebt. Es gibt keine Letraset-Buchstaben mehr zum Rubbeln, sondern Schülerzeitungen werden am Computer erstellt – die Online-Schülerzeitung erst recht. Der Umgang mit dem Computer, das Einhalten eines Workflows und das Datei-Ablagesystem in Server oder Cloud sind heute Grundkenntnisse in der Wirtschaft. Leider können dies viele Schülerinnen und Schüler nicht und lernen über die Arbeit an der Schülerzeitung diese Grundfertigkeiten der IT. Spielerisch so für das spätere digitale Leben vorbereitet – was will man mehr?

Ich durfte zudem noch zwei Workshops am Lesetag 2018 halten.

Ich durfte zudem noch zwei Workshops am Lesetag 2018 halten.

Das dritte T: Team
In der Schule lernt jeder für seine persönliche Note. Teamfähigkeit steht zwar irgendwo im Lehrplan, doch viele Schülerinnen und Schüler sind klassische Einzelkämpfer. Benötigt werden in Projekten – und die Schülerzeitung ist klassisches Projektmanagement – allerdings Teamplayer. Und hier wird spielerisch ein Team samt dazugehörige Hierarchien eingeübt: Chefredakteur, Text- und Layoutchef, Fotografen, Redakteure, Layouter, Anzeigentruppe, Controlling und Marketing – die Schülerzeitung bietet für jeden einen Platz und eine Rolle. Das Zusammenspiel als Team macht dann diesen Erfolg aus.

Klares Angebot
Gerne stehe ich als Referent für Schülerzeitung Print und Online zur Verfügung und vermittle auch gerne den Kontakt zur HSS, die hier sehr engagiert für das Thema einsteht.

Gerne stehe ich als Referent zur Verfügung und stelle den Kontakt zur HSS her.

Gerne stehe ich als Referent zur Verfügung und stelle den Kontakt zur HSS her.