Posts Tagged ‘Gabel’

Wenn die Digital Natives auf ein Wählscheibentelefon treffen

8. Mai 2018
Dieses Telefon bekam ich von einer Bekannten geschenkt.

Dieses Telefon bekam ich von einer Bekannten geschenkt.

Von einer Bekannten meiner Frau habe ich ein altes Wählscheibentelefon geschenkt bekommen, weil ich ihr mit einem Facebook-Problem aus der Patsche geholfen habe. Das schwarze Telefon der Post stand auf dem Wohnzimmertisch und K1/2 wurden mit alter Technik konfrontiert.
Ich erklärte nichts und ließ meine beiden Digital Natives mal ausprobieren und Fragen stellen. K1 war vor allem von dem Anschlusskabel fasziniert und wusste mit den drei farbigen Drähten aus dem Kabelstrang nichts anzufangen. „Wir haben keinen Stecker, wo diese drei Drähte hineinpassen“, so das Fazit von K1.

Wo kommen die Drähte hin?

Wo kommen die Drähte hin?

K2 war mehr an der Funktionsweise interessiert. K2 nahm den schweren, schwarzen Hörer ab, lauschte, legte den Hörer wieder auf die Gabel und nahm wieder ab. Interessiert betrachte K2 dann die Wählscheibe. Zunächst wurde mit den Finger auf die Nummern getippt. Nach ein paar Sekunden wurde der Wählmechanismus herausgefunden. Es wurde gewählt, was das Zeug hielt und bis die Finger von K2 schmerzten. „Das tut weh“, stellte K2 fest und fragte zugleich vergeblich nach der Wahlwiederholungstaste. Und nein, man musste innerorts keine Vorwahl wählen. „Muss man eigentlich warten, bis die Wählscheibe wieder ganz zurückgelaufen ist? – Das dauert ja ewig“, so das Fazit von K2. Und wo denn die Abbruchtaste sei, wurde im gleichen Moment gefragt. K1 erklärte K2, dass es dafür die Gabel gibt und so wurde der Hörer aufgelegt und abgenommen. K2 entdeckte, dass man die Gabel auch mit dem Finger herunterdrücken konnte und sich so das lästige Auflegen sparten konnte. In US-amerikanischen Filmen hatten sie gesehen, dass man auf die Gabel hämmern konnte, wenn im Film die Verbindung zusammengebrochen ist. Cool war das Klemmen des Hörers zwischen Schulter und Ohr, das klappt mit dem Smartphone weniger gut.

Erst tippen, dann wählen

Erst tippen, dann wählen

„Wie kann man eine Zahl löschen, wenn man sich verwählt hat“, so die praktische Frage von K2. Und es gibt ja überhaupt keinen Nummernspeicher und keine Rufnummernerkennung. „Da weiß man ja gar nicht, wer anruft und ob man es annehmen soll oder nicht. Das ist ja blöd.“
Langsam begriffen K1/2 in welcher Welt ihre Eltern groß geworden sind. Meine Eltern hatten ein graues Wählscheibentelefon von der Deutschen Bundespost. Meine Mutter kaufte irgendwann einen potthässlichen Überzug aus Samt für das Telefon. Jahre später mieteten wir dann ein grünes Tastentelefon von der Bundespost. Der Grund dafür war die Wahlwiederholungstaste, damit man bei den Wählversuchen zur damaligen DDR-Verwandtschaft nicht scheiterte. Später wurde aus dem grünen ein weinrotes Telefon. Als das Postmonopol fiel gaben wir das Telefon an die Bundespost zurück, schließlich hatten wir es jeden Monat gemietet. Ich versuchte dann meinen Kindern die Tarife der Post zu erklären und als ich so was wie Mondscheintarif rekapitulierte, drehten sich meine Kinder weg, als ob ich komplett bekoppt war.

Der Hörer passt ideal zwischen Schulter und Ohr.

Der Hörer passt ideal zwischen Schulter und Ohr.

Steakbesteck von Laguiole: Ein Traum von einem Messer

25. Dezember 2016
Für mich die schönsten Stellmesser überhaupt: Laguiole Messer.

Für mich die schönsten Stellmesser überhaupt: Laguiole Messer.

Manchmal muss ich mir selbst ein Geschenk machen, Weihnachten hin oder her. Ich habe lange gebraucht, bis ich mich durchgerungen habe, aber nun hatte ich zugeschlagen. Ich habe mir selbst ein Geschenk gemacht, ich habe mir endlich Steakmesser und Gabeln von Laguiole gekauft.
Ich bin mit der Idee schon lange schwanger gegangen. Zum ersten Mal probierte ich die Laguiole-Messer in Berlin aus. Zusammen mit dem Foodblogger Thomas Gerlach war ich beim Essen und bekam die wunderschönen Messer von Laguiole zu meinem Steak. Das Fleisch schnitt sich wie Butter und das Messer lag optimal in der Hand. Nach dem Essen machten wir einen Verdauungsspaziergang durch Berlin und kamen auch an einem Haushaltsladen vorbei. Der Foodblogger musste reinschauen und ich ging hinterher. In einer Vitrine lagen die Laguiole-Messer und der Gedanke reifte in mir: Irgendwann brauche ich diese Messer.

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Es ist nicht so, dass ich keine Steak-Messer habe. Ich habe besitze sehr gute von WMF und die leisten ihren Dienst. Sie schneiden das Steak. Sie sind schwarz und nüchtern, ganz im klassischen WMF-Stil. Ich sagte mir, die Messer sind prima, aber sie sind langweilig. Irgendwie brauche ich ja eine Rechtfertigung, warum ich die Laguiole-Messer anschaffen muss. Erschwerend kam hinzu, dass die geliebte Ehefrau meinte, wir brauchen keine neuen Messer, weil die bisherigern ideal sind.

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Ich geb es reumütig zu: Ich habe mich über die Meinung der Ehefrau hinweg gesetzt und vor Weihnachten mir ein Geschenk gemacht: Ich habe Messer und Gabeln von Laguiole bestellt. Es handelt sich um ein Besteckset für sechs Personen: Sechs Steakmesser und sechs Gabeln in zwei stabilen Holzkisten. Die Klinge der Messer ist aus gehärtetem Edelstahl und die Klingenstärke beträgt 2.5 mm. Die Klinge ist glatt und sehr scharf, genau wie ich die Laguiole-Messer in Erinnerung hatte. Die Griffe sind aus echtem braunen Zebraholz mit Edelstahlnieten, die das Schäferkreuz bilden. Es gibt am Markt viele chinesische Kopien, aber ich habe das französische Original gekauft und bin hoch zufrieden.


Gleich am ersten Abend haben es K1 und ich ausprobiert. Wir haben Dry Age-Steak unseres Internet-Metzgers Claus Böbel auf den Grill gehauen. Die Steaks sind wunderbar und wir wollten sie englisch. K1 und ich genossen unsere Steaks. Was kann eine bessere Premiere für Steakmesser sein? Auch K1, der kritisch ist in Bezug auf Veränderungen, gestand zu, dass die Messer besser seien als die bisherigen WMF-Messer.
Wenn die geliebte Ehefrau diesen Blogbeitrag zu Gesicht bekommt, habe ich gegebenenfalls eine kleine Diskussion. Aber diese Messer von Laguiole mussten einfach sein.