Archive for the ‘Medien’ Category

Stern: Hitler-Tagebücher, die Fake News vor 35 Jahren

18. September 2018
Bringt viel Lichts ins Dunkel: Das Buch über die Hitler-Tagebücher.

Bringt viel Lichts ins Dunkel: Das Buch über die Hitler-Tagebücher.

Ich könnte mir in den Hintern beißen – Verzeihung für meine Ausdrucksweise. Ich Depp habe meine Originalausgabe mit der Enthüllung der Hitler-Tagebücher vom Stern irgendwann ins Altpapier gegeben. Wie konnte ich als Sammler so blöd sein, solch ein medienhistorisches Dokument einfach wegzuwerfen. Jetzt kocht der Ärger über mich wieder hoch. Dieser Tage wird die Enthüllung der Hitler-Tagebücher 35 Jahre alt. Diese Tagebücher entpuppten sich als Fälschung. Der renommierte Stern saß einer Ente auf, verlor an Reputation und fiel ganz tief. 

Im Moment läuft gerade eine Ausstellung zum 70. Geburtstag des Sterns in Hamburg. Wenn ich Zeit habe, schaue ich sie mir als Medienfuzzi an. Der Stern hatte insgesamt 62 Bände von dem Fälscher Konrad Kujau angekauft und dafür 9,3 Millionen DM gezahlt. Obwohl sie Fälschungen sind, gehören sie zur Pressegeschichte. Die Hitler-Tagebücher hatten Wellen geschlagen. Es war einer der größten Skandale der deutschen Pressegeschichte. 

Nun, der Fall Hitler-Tagebücher ist beim Stern aufgearbeitet worden und der Verlag hat seine Konsequenzen gezogen. Es heißt, dass bei der heutigen Recherche so etwas nicht mehr passieren kann. Das glaube ich gerne. Der Mediendienste turi2 hat ein schönes Interview mit dem amtierenden Chefredakteur gemacht. 

Die Fake News sind inzwischen andere und werden heute viral in sozialen Netzwerken produziert und verbreitet. Sie stammen nicht in der Regel nicht mehr von ausgebildeten Redakteuren und Kunstfälschern, sondern von Otto Normalverbraucher, der durch soziale Netzwerke und deren Netzwerkeffekte Macht in die Hände bekommen hat. Oder die Fake News werden gleich von Regierungen selbst verbreitet. Auf einem Schüler-Seminar sprach ich einmal über Werte und dann meldete sich ein Schüler mit den Worten: „Was Sie da über Werte in einer Gesellschaft erzählen, dass verstehe ich. Doch wenn mich der mächtigste Mann der Welt regelmäßig anlügt, wen oder was soll ich dann noch glauben?“ Aber nicht nur Präsidenten lügen, ganze Parteien ballern im Stundentakt Lügen heraus. In Twitter habe ich 2015 einen schönen Spruch gelesen: Der Neider erfindet das Gerücht, der Dumme erzählt es allen und der Vollidiot glaubt es.“ 

Wir müssen besser hinschauen. Wir müssen unsere Quellen verifizieren. Wir müssen nicht alles glauben, nur weil es uns in den Kram passt. Als Lokalreporter habe ich vor 25 Jahren  gelernt, die Damen und Herren Gemeinderäte erzählen mir unter 1, unter 2 oder unter 3 nichts, ohne dass sie ein Eigeninteresse daran haben. Also wir brauchen Medienkompetenz. 

Aber zurück zum Stern und den Hitler-Tagebüchern. Wie beschrieben, habe ich meinen Stern von damals weggeworfen (unverzeihlich). Aber der Umgang mit dem Thema interessiert mich als Medienschaffender. Vor zehn Jahren, also 2008, 25 Jahre nach der Veröffentlichung der Fälschungen erschien ein sehr lesenswertes Buch von Michael Seufert Der Skandal um die Hitler-Tagebücher. Michael Seufert war damals beim Stern und wurde vom Verleger Henri Nannen beauftragt, den Skandal aufzuklären. Ich habe das Buch an einem Tag in einem Rutsch durchgelesen. Es ist sehr gut geschrieben, was kein Wunder ist, denn Journalist Michael Seufert versteht sein Handwerk. Die dargebrachten recherchierten Fakten sind belegt und gut redigiert. Seufert nimmt uns als Leser mit auf eine Reise durch Gier nach Auflage und Lizenzen. Nun, es ist natürlich nicht so komisch wie Dietls Schtonk!, für mich eine hinreißende Verfilmung des Stoffes, sondern das lesenswerte Buch ist schon eine Aufarbeitung, die es in sich hat. Das Buch zeigt Abgründe aus dem Mediengeschäft, widerliche Abgründe von Selbsttäuschung eines Medienhauses. Absolute Leseempfehlung für Der Skandal um die Hitler-Tagebücher von meiner Seite.   

Filmtipp: Tomb Raider (2018)

17. September 2018
Spiele und ihre Verfilmung: Bei Tomb Raider lief es prima.

Spiele und ihre Verfilmung: Bei Tomb Raider lief es prima.

Nachdem Tomb Raider jetzt auf Blu ray herauskam, zog ich mir als Videospielfan das Reboot der attraktiven Archäologin rein. Ich hatte nicht viel erwartet, war dann aber positiv überrascht von der Verfilmung. Natürlich verband ich mit Tomb Raider in erster Linie die beiden Verfilmungen mit Angelina Jolie als typisches Produkt der Jahrtausendwende. 

Und Gott sei Dank haben die Produzenten des Reboots nicht den Fehler gemacht, diese erfolgreichen Filme zu kopieren. Sie haben mit Alicia Vikander eine zeitgemäße Lara Croft besetzt, die mir unglaublich Spaß gemacht hat. Ich habe mich statt gesehen an harten Superheldinnen und -Helden mit überdimensionierten Proportionen. Ich möchte lieber normalere Menschen sehen und so eine Figur ist Alicia Vikander. Sie gewinnt nicht jeden Kampf und geht auch mal einer Auseinandersetzung aus dem Weg, Ich schrieb normalere, nicht normal. Vikander ist zäh, trainiert und eine Darstellerin, die über mehr Schauspieltalent als Frau Jolie in dieser Rolle verfügt. Und es kommt nicht zum dummen Spruch für ein jugendliches Publikum nach jeder Cliffhanger-Szene, wie sie bei Marvel extrem eingesetzt wird. 

Aber was mir an dieser Verfilmung von 2018 besonders wichtig war: Wie ist die Umsetzung des Videospiels als Spielfilm? Und hier haben Regisseur Roar Uthaug samt Drehbuchautoren ganze Arbeit geleistet. Lara Croft klettert, springt, duckt sich, schwingt sich von Hindernis zu Hindernis, weicht Felsbrocken aus, mal schleicht sie, mal rennt sie und mal sie setzt den Kopf ein, wenn es notwendig ist. Die Bewaffnung der Videospiele, zwei HK-USP-Stainless-Pistolen, kauft sie sich erst am Ende des Films, was auf einen zweiten Teil hindeutet. Bisher ist von einem Teil 2 allerdings nichts zu sehen, die Filme mit Angelina Jolie als Lara Croft waren finanziell erfolgreicher. Alicia Vikander als Lara Croft setzt lieber auf Pfeil und Bogen, was im Film seinen Reiz hat. Oft wurden diese Videospielsequenzen von Nichtgamern im Nachhinein kritisiert, aber ich denke, hier wurde der Ursprung von Lara Croft geehrt. Klassisches Action-Kino kann ich viel sehen, sei es James Bond, Mission: Impossible oder Kingsman: The Secret Service, auch bei Abenteuerstreifen bleibe ich bei Indiana Jones und vor allem Gunga Din treu, aber es gibt kaum sehenswerte Videospielverfilmungen. Neue neue Lara Croft ist so eine Verfilmung, die mit meiner These einhergeht: Der Film wird als Leitmedium abgelöst. Wir haben nicht mehr das Spiel zum Film, sondern den Film zum Spiel. 

Ich bin mit Lara Croft aufgewachsen, sie ist -wie Mario- eine Figur der Populärkultur und war für mich die erste weibliche Spielfigur, an die ich mich erinnern konnte. Die Spiele mit ihr hatten mir immer Spaß bereitet, sei es am Mac oder der Playstation 2, 3 oder 4. Immer wieder kaufte ich die coole Archäologin und im August auf der gamescom 2018 in Köln sah ich die Ankündigungen für ein neues Abenteuer. Für mich gehört Lara Croft noch lange nicht zum alten Eisen und der Film Tomb Raider mit Alicia Vikander beweist es. Mir hat es trotz mancher inhaltlicher Schwäche als Pop Corn-Kino mit Videospielhintergrund Spaß gemacht. Laura Croft mit mit Tomb Raiderist noch lange nicht in die Jahre gekommen. 

Ich bin Retrogamer – und war im Fernsehen

10. September 2018
Das Bayerische Fernsehen drehte einen Beitrag über mich zum Thema Retrogames.

Das Bayerische Fernsehen drehte einen Beitrag über mich zum Thema Retrogames.

Hui, das Bayerische Fernsehen war bei mir zu Hause und ich war dann im Fernsehen. Nicht, weil ich so berühmt bin, sondern weil ich ein interessantes Hobby habe: Retrogames.
Wer meinen Blog kennt, der weiß, dass ich die alten Videospiele meiner Jugend liebe. In erster Linie ist es die Atari 2600-Videokonsole aus dem Jahr 1977 und die Hunderten von Spiele von damals. Der 8 Bit-Sound und die Pixelgrafik fasziniert mich und erinnert mich an meine Jugend. In den Spielen werden tolle Geschichten erzählt, die sich dann in meinem Kopf abspielten.
Diese Blogposts in meinem Blog haben nicht nur meine Follower gelesen, sondern auch eine Reporterin vom Bayerischen Fernsehen. Die Dame nahm telefonisch Kontakt mit mir auf und bat um Infos zum Thema alte Videospiele. Hab ich gerne der Kollegin gegeben und wir kamen tiefer ins Gespräch. Irgendwann wurde ich von der BR-Kollegin gefragt, ob sie mit ihrem Team einen Beitrag über mich und mein Hobby machen dürfe. Der Beitrag soll in der BR-Sendung „Aus Schwaben aus Altbayern“ erscheinen.
Klar bin ich dazu bereit. Zum einen kann es Werbung für meine Person sein (das freut mein Unternehmerherz) und zum anderen kann ich auf den Verein VideoSpielKultur (VSK) hinweisen, bei dem ich Mitglied bin. VSK führt verschiedene Veranstaltungen durch, die sich mit Videospiele als Kulturgut beschäftigt.

In Absprache mit dem Verein lud ich das BR-Team zu den Veranstaltungen von VSK nach München ins Werk 1 ein. Dort gibt es zweimal im Monat Spieleabende. Jung und alt und Gamer mit unterschiedlichem Interesse kommen zusammen, um gemeinsam zu zocken. Ab und zu bin ich dort mit K1 und wir spielen. Die Termine werden in der Facebook-Gruppe des Vereins bekanntgeben. Also kam ein Kameramann, ein Kameraassistent und die besagte Reporterin zu dem Termin und wir drehten einen Beitrag. Es wurden schöne Bilder gedreht, Interviews mit Spielern und VSK-Verantwortlichen geführt. Ich musste auch ein wenig schauspielerisch tätig werden und laufen, posen, cool schauen – hat alles viel Spaß gemacht.

Dann kam es zu einem zweiten Drehtermin bei mir zu Hause. Ich zeigte meine Gamer-Klamotten, meine Retro-Konsolen, einen Acrade-Automaten und viel Merch. Die Sache war ganz schön anstrengend. Leider wurden die Aufnahmen aus dem Drehtag bei mir zu Hause nicht in dem Beitrag verwendet. Warum, weiß ich nicht.
Mir war es wichtig, meine Botschaft im Fernsehen an den Mann und die Frau zu bringen: Retrogames machen Spaß, ein Kulturgut und sind ein tolles Hobby. Es gibt nicht nur Spiele, sondern auch Filme, Bücher, Musik, Klamotten und mehr zum Thema.

Tja und dann kam der große Tag. In der Woche der gamescom 2018 in Köln war der Ausstrahlungstermin. Die ganze Familie saß vor der Glotze und wir schauten die Sendung „Aus Schwaben und Altbayern“ an – gefühlt habe ich die Sendung vor 100 Jahren das letzte Mal angeschaut. K1/2 waren sichtlich nervös: Der Papa im Fernsehen und hoffentlich ist es nicht peinlich. Aber ich macht mich nicht zum Deppen. Hier ist übrigens der TV-Beitrag:

Kurz nach der Sendungen kamen Mails und Nachrichten. Ein paar Leute gratulierten. Am nächsten Tag wurde meine Frau angesprochen, dass ihr Mann im Fernsehen gewesen sei. Vielen Dank für die guten Wünsche. Auch meine Eltern waren stolz auf ihren Sohn, schließlich hatten sie mir damals das Atari 2600 gekauft.
Was ist mir klargeworden: Mein Atari 2600 gehört nicht mehr nur ins Arbeitszimmer, sondern ins Wohnzimmer. Dann will ich mich bei VideoSpielKultur mehr engagieren und auch mehr Vorträge für diesen Themenbereich anbieten.

Buchtipp: The Art of Ready Player One

6. September 2018

Optisch hat mich Ready Player One ja vom Hocker gehauen. Als der Film damals in die Kinos kam, musste ich ihn mir unbedingt sofort anschauen und war im Großen und Ganzen davon begeistert. Vor allem Spielbergs Verbeugung vor dem Meisterregissuer Stanley Kubrick hat mir sehr gut gefallen und ich habe ausführlich darüber gebloggt.

Jetzt endlich erscheint Ready Player One auf Blu Ray und ich freue mich auf die Bild für Bild Analyse des Films. Schließlich kommt es gerade hier auf die vielen kleinen Details an. Spielberg hat so viele Kleinigkeiten und Überraschungen eingebaut, die ich beim Ansehen im Kino übersehen habe. Es ging alles sehr schnell und nun habe ich Zeit, mir Szene um Szene in Ruhe anzuschauen und zu analysieren.  

Natürlich jammern zum Blu ray-Start die Puristen, dass der Roman besser sei. Nein, er ist anders und er hat seine absoluten Qualitäten. Ich habe das Buch auf Deutsch und Englisch gelesen und kann mit der Übersetzung leben. Aber Film ist eben ein anderes Medium als Buch, zudem Spielberg mit The Shining das Buch erweitert hat. Aber um die Wartezeit auf die Blu Ray von Ready Player One zu verkürzen und die Spannung anzuheizen, habe ich mit wieder einmal auf Art of-Buch zugelegt. Also The Art of Ready Player One von Gina Mcintyre mit einem Vorwort von Steven Spielberg und einer Einführung von Roman-Autor Ernest Cline ist ein bildgwaltiges Buch geworden – genau das habe ich auch erwartet. 

Natürlich werden erst mal die handelnden Personen vorgestellt. Das meiste Material an Entwürfen und Zeichnungen gibt es freilich von Parzival und Art3mis, aber auch auf den Hintergrund der anderen Gamer im Team wurde geachtet. Dann wird aus dem Art of-Buch immer wieder eine Making of-Buch. Der Leser erfährt über das Capturing-Verfahren und sieht allerhand Fotos vom MotionCapture bei ILM, aber technische Geheimnisse bleiben geheim. Schön sind auch die unterschiedlichen Ausflüge in die Oasis.

Dann kommst es wieder bildgewaltig beim Rennen. Gerade hier freue ich mich auf die Blu Ray, wenn ich die unterschiedlichen Fahrzeuge mal in Zeitlupe sehen kann. Im Art of-Buch konnte ich dazu die Sketches sehen und erste Details entdecken. Bei alle den Fahrzeugen, die Spielberg in den Film gepackt hat, ist mir das Motorrad aus Akira am liebsten. Darüber habe ich ja auch einen eigenen Blogpost geschrieben. 

Verschlungen habe ich das Kapitel über Entring the Shining. Spielberg interpretiert Kubrick, was kann es denn besseres denn geben? Die Detailbessenheit Kubricks versuchte Spielberg zu erreichen und interpretierte einzelnen Szenen in seiner typisch Spielbergschen Denkweise. Die Bilder nahmen mich wieder mit auf die Reise in den Terrors, für den Shining steht. Und toll ist auch, wie der Film auf einmal einen 80er Jahre Style einnimmt, das Storyboard bereitet dieses optischen Zeitsprung vor. 

Und da wäre noch die Endschlacht – der Boss-Gegner auf dem Planeten Doom. Hier entdeckte ich Kämpfer, die ich im Film gar nicht wahrgenommen habe und die erst durch das Art of-Buch zum  Vorschein gekommen sind. Napoleon auf der Echse – wunderbar. Und zum Boss-Kampf gibt es auch eine Ausklappseite im Buch, die den Kampf in all seiner epischen Breite zeigt. Als Jugendliche habe ich solche Ausklappseiten, Centerfold  hieß es in anderen Zeitschriften, geliebt. 

Also auch dieses Mal ein klarer Kauftipps für das Buch Art-of und auch ein Kauftipps für die Blu ray von Ready Player One – und wer den wichtigen Roman der 90er Jahre Ready Player One unverständlicherweise noch nicht gelesen hat, sollte dies unbedingt tun. 

gamescom 2018: Richtig sitzen beim Zocken

5. September 2018
Gamerinnen und Gamer brauchen bessere Stühle zum Sitzen.

Gamerinnen und Gamer brauchen bessere Stühle zum Sitzen.

Wir Gamer brauchen gute Stühle, die auf unsere speziellen Bedürfnisse abgestimmt sind. Über einem spannenden Spiel vergessen wir gerne mal die Zeit und sitzen viele Stunden mehr oder weniger regungslos vor dem Bildschirm. Daher war es an der Zeit, sich auf der gamescom 2018 über die richtigen Sitzmöbel zu informieren, denn als spielender Papa mit spielenden K1/2 sollte ich das Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen. 

Sieht zwar nett aus, ist aber nicht sinnvoll für ernsthaftes Gaming.

Sieht zwar nett aus, ist aber nicht sinnvoll für ernsthaftes Gaming.

Falsches Sitzen hat Folgen, das wollen meine Kinder nicht so gerne hören, aber das Thema ist wichtig. Kurzfristige Folgen können Rücken- und Nackenschmerzen oder Muskelverspannungen sein, langfristig leiden die Bandscheiben durch eine verschlechterte Durchblutung. Seit einigen Jahren gibt es etliche Anbieter, die sich auf Gaming-Stühle spezialisiert haben, und Stühle in den unterschiedlichsten Preissegmenten auf den Markt gebracht haben. Bei der gamescom 2018 fielen meiner Frau und mir zwei deutsche Anbieter als Newcomer in diesem Segment auf, deren Namen dem Besucher aus anderen Bereichen geläufig sind: Sitness RS von Topstar und Recaro eGaming. Beide Unternehmen entwickeln und fertigen ihre Produktlinie für Gamer in Deutschland.

Sitness RS der Topstar GmbH

Seit 2017 ist der innovative Sitzmöbelhersteller Topstar auch im Markt für Gamer present. 2018 ist das bayerisch-schwäbische Unternehmen erstmals als Aussteller auf der gamescom vertreten. Ich hab sogar einen Bürostuhl von der Marke und bin zufrieden. 

Mit der Sitness RS Serie präsentiert Topstar nun Games Chairs mit einer offenen Lehnenbauweise, die körperliche Belastung reduzieren und somit gegen Ermüdung, Schmerzen und Schädigungen vorbeugen sollen. Diese Vorteile der Sitness RS Stühle wurden durch Tests mit der E-Sports-Hochschulmannschaft der Deutschen Sporthochschule Köln von Dr. Frank Emrich als wissenschaftlichem Berater bestätigt. Durch ein von Topstar patentiertes Gelenk unter der Sitzfläche wird dreidimensionales Sitzen ermöglicht. Dies soll einer Mangelversorgung der Bandscheiben und muskulärer Ermüdung entgegenwirken. Während bei manch anderem Gamerstuhl am Markt außer der Optik in der Entwicklung wohl keine anderen Kriterien eine Rolle spielten, legt Topstar nach eigenen Aussagen größten Wert auf multifunktionale Verstellbarkeit und somit optimale Anpassung an die individuellen Bedürfnisse.

Preislich liegen die verschiedenen Modelle in einem Bereich von circa 300 bis 600 Euro. Sie werden sowohl über stationäre Händler als auch online vertrieben.

 

Recaro eGaming

Mit der Beta-Version eines Stuhls für Gamer geht Recaro eGaming bei der gamescom an den Start. Der Sitzexperte aus Stuttgart hat sich Anfang des Jahres mit einem von Gamern gegründeten Start up das Know how aus der Branche ins Haus geholt. Als Unternehmen, das für auf Sicherheit ausgelegte Schalensitze bekannt ist, setzt Recaro auch im Bereich des Gaming auf die Schalenform. Probegesessen auf den Beta-Stühlen habe ich leider nicht, da mir die Warteschlange zu lange war. Mit einer stufenlos einstellbaren Rückenlehne, integrierter Lordoseunterstützung und ausgeprägter Seitenführung wird für ergonomischen Halt gesorgt. Speziell entwickelte Sitzkissen sollen für optimale Sitzdruckverteilung sorgen. Bei der gamescom 2018 können ausgewählte Besucher die Beta-Version testen. Anfang 2019 sollen die ersten Seriensitze im Online-Direktvertrieb erhältlich sein, der Preis wird voraussichtlich bei rund 600 Euro liegen.

Hinweis: Dieser Text entstand ursprünglich im Rahmen eines Bloggerseminars für das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) in Königswinter.

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Buchtipp: Auf dem roten Teppich von Loki Schmidt

1. September 2018

„Helmut Schmidt war der beste Kanzler, den die CDU je hatte“, so lautete in meiner Jugend ein politischer Ausspruch, der provozieren sollte. Ganz so ist es natürlich nicht, aber Schmidt war sicherlich kein SPD-Linker. Ich wollte mehr wissen, wie es so ist mit einem Bundeskanzler zu leben, wie es ist im Raumschiff Bonn zu wohnen und allgemein interessierte mich ein Blick hinter die Kulissen des politischen Geschehens in der Bonner Republik. Daher las ich an einem Nachmittag das unterhaltsame und aufschlussreiche Buch von Loki Schmidt, Ehefrau des SPD-Kanzlers mit dem interessanten Titel Auf dem roten Teppich und fest auf der Erde


Es war eine höchst unterhaltsame Lektüre, die natürlich keine großen Geheimnisse verriet oder gar politischen Sprengstoff enthält. Es ist die Sicht der gestandenen Hanseatin Loki Schmidt, die ihre Sicht auf die Welt verriet. Ich war an Klatsch und Tratsch interessiert und bekam ein wenig davon zu lesen. Wen die Loki mochte und wen nicht so – aber alles aus einer hanseatischen Distanz. Sie erzählt schöne Geschichten, wie beengt es im Kanzler Bungalow zuging und wie das Treffen mit den Staatsoberhäuptern dieser Welt war. Hier für mich interessant, die Gespräche mit Leonid Iljitsch Breschnew oder der Queen. Dabei bringt sie immer wieder das Thema Natur- und Tierschutz zur Sprache. Die Begeisterung kommt in der nüchternen Frau hoch, wenn es um ihre Mission geht. Da taut sie richtig auf und lässt auch Nähe zu. Loki Schmidt ist natürlich ein Profi und lässt sich bei politischen Aussagen nicht aufs Glatteis führen, wobei sie der Interviewer Dieter Buhl (die Zeit) immer wieder in einer Richtung mit seinen Fragen drängt. Loki ist Profi und gibt höfliche, aber unkorrekte Antworten. Der Klatschjournalist in mir ist enttäuscht, der politische Journalist in mir schaut genau hin.
Alles in allen ein sehr unterhaltsames Buch ist Auf dem roten Teppich und fest auf der Erde für einen Nachmittag mit vielen privaten Geschichten. Eine Art Geschichtsbuch über eine sehr bedeutsame Zeit der Bundesrepublik und über einen bedeutsamen Bundeskanzler. Lesenswert für Menschen, die sich in dieser Zeit für Politik interessierten und denen Namen wie Gerald Ford, Egon Bahr, Hans-Jürgen Wischnewski oder Horst Ehmke noch etwas sagen.

Fans halten Chris Hülsbecks Musik die Treue

28. August 2018

„Es ist ein Hammer, was hier jedes Jahr im Retrogaming-Bereich aufgebaut wird.“ Mit diesen Worten lobt Komponist Chris Hülsbeck die Retrogaming-Area auf der weltgrößten Spielemesse gamescom in Köln. 

Der Komponist und sein Fan: Chris Hülsbeck (r.) und Matthias J. Lange

Der Komponist und sein Fan: Chris Hülsbeck (r.) und Matthias J. Lange

Für einen Tag ist Hülsbeck aus den USA auf der gamescom zu Gast, um alte Freunde zu treffen, neue Kontakte zu schließen und vor allem mit seinen Fans ins Gespräch zu kommen. Und da komme ich ins Rennen. Ich bin ein großer Fan des Komponisten und hatte ihn in der Vergangenheit immer wieder verpasst. Aber dieses Mal sollte ich ihn treffen. Chris Hülsbeck ist der deutsche Komponist für Videospielsoundtracks. Er komponierte zahlreiche Klassiker, sein Meisterwerk ist die Musik zur Videospielreihe Turrican. Die Musik wurde in zahlreichen Versionen veröffentlicht, unlängst als opulente Orchesterversion mit klassischen Sinfonieorchester. Also traf ich ihn auf der gamescom, ließ mir ein paar Autogramme geben und machte ein Videointerview mit ihm. 

Deutschland hat eine starke Heimcomputerszene

In den USA gibt es auch eine große Spielegemeinde, aber so Hülsbeck in meinem Interview, aber die Amerikaner seien mehr Konsolenspieler. Das Besondere in Deutschland sei die Begeisterung für die Heimcomputer der 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Chris Hülsbeck arbeitet im Moment an einem Bonus-Amiga-Album für Turrican. Hier wird mit alten Amiga-Tools und Rechner neuer Sound für ein imaginäres Turrican 4-Spiel erzeugt. 

Fans halten Chris Hülsbeck die Treue

„Ich bin super dankbar, dass mir die Fans die Treue halten und diese Projekte möglich machen“, gibt Hülsbeck zu. Und er verrät einen Traum: Chris Hülsbeck würde gerne einen klassischen Filmscore für einen Spielfilm komponieren. Er klopft schon in Hollywood an und hat inzwischen auch eine US-Agentin. Bisher noch ohne Ergebnisse, aber Chris Hülsbeck arbeitet weiter an seinem Traum. Große Vorbilder gibt es schon: Michael Giacchino oder Jesper „Jakobson“ Kyd arbeiten für beide Welten – Kino und Videogames. 

Hülsbeck als Wegbereiter 

Musik im Film und im Spiel sei extrem wichtig, so Hülsbeck weiter. Wenn man bei einem audiovisuelles Medium die Musik abschaltet, dann fehlt auf jeden Fall etwas. Hülsbeck hat inzwischen sein 36. Album veröffentlicht und ist seine eigene Plattenfirma. Er war damit ein Wegbereiter in der Musikproduktion. Während andere Musiker große Musikstudios buchen mussten, produzierte Hülsbeck in den eigenen vier Wänden. Er sah damit den Tod der großen Studios voraus. Heute wohnt und fährt er mit seinem Wohnmobil durch die USA und arbeitet von unterwegs – ein musikalischer Nomade. 

Chris Hülsbeck dankt den Fans.

Chris Hülsbeck dankt den Fans.

Die Kampagnen in Kickstarter sind für Hülsbeck sehr wichtig. Einerseits ist es eine Art Wasserstandsmelder, um zu prüfen, ob seine Kunst noch nachgefragt wird. Andererseits könnte er große Projekte wie die Orchestermusik nicht aufziehen, ohne die Unterstützung der Fans zu haben. „Die Liveaufführung zu erleben, war der totale Wahnsinn“, so Hülsbeck weiter. „Ich wünschte, meine Großmutter hätte das erleben können.“ Sie war immer diejenige, die Chris ermutigte, seine Musik zu machen. „Meine Großmutter wäre total aus dem Häuschen gewesen, wenn sie das erlebt hätte.“ 

Beim Thema Wertschätzung der Soundtrackmusik hat Chris Hülsbeck einen Vorschlag: So könnte eine Kategorie „der beste Soundtrack“ beim Deutschen Computerspielpreis aufgenommen werden. 

 

Hinweis: Dieser Text entstand ursprünglich im Rahmen eines Bloggerseminars für das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) in Königswinter.

Spieleklassiker Turrican soll fortgesetzt werden

27. August 2018
Im Interview mit Matthias J. Lange deutete Chris Hülsbeck eine Überraschung an.

Im Interview mit Matthias J. Lange deutete Chris Hülsbeck eine Überraschung an.

In Sachen Turrican wird wohl etwas passieren. Genaueres ließ Komponist Chris Hülsbeck auf der gamescom 2018 in Köln nicht verlauten, aber das Gamerherz in mir schlägt höher bei dieser Nachricht. Turrican ist einer der Videospielklassiker. Mit Turrican auf dem C64 nahm die Spielreihe 1990 ihren Anfang. Es folgten Portierungen auf CPC, Amiga, Atari ST, CDTV, Mega Drive, GameBoy, PC Engine und Sinclair ZX Spectrum. Jetzt sollen weitere Portierungen erfolgen, so deutete es Hülsbeck mir gegenüber an. Chris Hülsbeck schrieb die Musik zu der erfolgreichen Serie. 

Auf der gamescom gab es einen Schaukasten von Factor 5 dem Schöpfer von Turrican. Dort waren alle verschiedene Versionen des Spiels und die Arbeiten von Factor 5 ausgestellt, wie zahlreiche Star Wars-Games. Fans wie ich standen begeistert vor der Vitrine und entdeckten etwas ungewöhnliches: Turrican 4 für die Nintendo Switch. 

Der gelungene Aprilscherz Turrican 4 für die Nintendo Switch war ausgestellt. Es soll aber nicht beim Scherz bleiben.

Der gelungene Aprilscherz Turrican 4 für die Nintendo Switch war ausgestellt. Es soll aber nicht beim Scherz bleiben.

Sollte Factor 5 still und heimlich den Klassiker bereits jetzt schon auf eine Next Gen-Konsole postiert haben? Und das ohne den üblichen PR-Lärm? Nein, natürlich nicht. Was die Besucher der gamescom zu sehen bekamen, war der Aprilscherz von IGI Switch Team, der Firmengründer Julian Eggebrecht so gut gefallen hat, dass sie ihn auf der gamescom ausstellten. . Damals zum 1. April brachte IGI Switch Team  die Fake-Verpackung in Umlauf und Fans überschlugen sich vor Begeisterung. 

Doch der ganze Spaß könnte jetzt Wirklichkeit werden. Factor 5 wurde im Jahr 2017 wiedergegründet, nachdem das Unternehmen von 1987 bis 2010 in Köln gearbeitet hat. Inzwischen hat Factor 5 die Rechte von Turrican von Rainbow Arts und Softgold zurückgekauft. Es scheint also alles auf eine Wiederbelebung von Turrican hinzuweisen. Und ich weiß jetzt schon, das ich mir Turrican 4 kaufen werde. 

Hinweis: Dieser Text entstand ursprünglich im Rahmen eines Bloggerseminars für das Arbeitnehmer-Zentrum Königswinter (AZK) in Königswinter.

Porsche-Rennsimulator auf dem Nürburgring

21. August 2018

Die beliebtesten Videospiele bei uns zu Hause sind Rennspiele. Es begann beim legendären PitStop für das Atari 2600, ging über auf Nintendos Mario Kart und PS3 Gran Tourismo und ist im Moment bei Need for Speed, VR Driveclub und für mich der absolute Hammer Wipeout in VR für die PS4. Auf einem Porsche-Stand auf dem Nürburgring am 46. AvD Oldtimer Grand Prix sah ich aber einen Traum einer Rennsimulation. 

Videospiele - hier ein VR-Spiel - sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Videospiele – hier ein VR-Spiel – sind Teil meiner Freizeitbeschäftigung.

Ich sah eine große Traube von Menschen und nährte mich interessiert. Aber das Interesse der Besucher galt keinen Automobil, sondern einer Rennsimulation. sim4race hatte einen Rennsimulator aufgebaut, der es in sich hatte. Drei große Bildschirme zeigen ein realistisches Bild einer ausgewählten Rennstrecke. Hier war es freilich der Nürburgring.

Der Fahrer nimmt auf einem hydraulischen Sitz Platz und muss Pedale und Schaltung wie in der Realität bewegen. Zudem bewegt sich der Sitz, er senkt und hebt sich, kippt zur Seite und in Verbindung mit dem Ton ist das Realismus pur. Als ich an den Stand kam, fuhr ein Mitarbeiter von sim4race ein Rennen, ärgerte sich aber, dass eine seine Bestzeit nicht übertroffen hatte. Leider erlebte ich nur den Schluss mit.

Anschließend kam ein zahlender Kunde an die Reihe. Er stieß in den Simulationssitz. Man wählte einen Porsche – was anderes geht natürlich am Porsche-Stand nicht. Allerdings sind realistische Fahrzeuge fast aller Hersteller im System eingespeist. Und los ging es schon. Zu Beginn war der Fahrer noch etwas unsicher, dann kam er mehr und mehr in Fahrt – er hat die Sache meiner Meinung nach hervorragend im Griff. Interessant war für mich, dass an einem gewissen Punkt der Fahrer sich zu sicher war und Leichtsinnsfehler machte. Vielleicht ließ auch die Konzentration bei dem virtuellen Rennen nach. Es war sichtlich anstrengend den Rennwagen auf der Rennpiste zu halten. 

Auf jeden Fall schaute ich einige Minuten zu. So ein System macht Spaß und ist auch ein realistisches Training ohne gleich ein zigtausend Euro teueres Auto zu Schrott zu fahren. 

Sieht spannend aus, dieser Rennsimulator.

Sieht spannend aus, dieser Rennsimulator.

Rückblick auf die AnimagiC 2018 in Mannheim

10. August 2018

Die AnimagiC feierte ihr 20jähriges Bestehen und nachdem ich zwei Kinder im Manga- und Anime-Fieber habe, musste ich mit meiner Familie zu der Cosplayer-Veranstaltung nach Mannheim unbedingt hin. Fazit: Es hat sich voll gelohnt und wir kommen wieder.

Wir haben in diesem Jahr bereits die Animuc in Fürstenfeldbruck besucht und ich habe darüber gebloggt. Jetzt wollte ich die Sache zwei Nummern größer ansehen und wir kauften uns im Frühjahr bereits drei Tages Karten für die AnimagiC in Mannheim samt Hotel. Die Veranstaltung wird vom Team der Zeitschrift Animania veranstaltet. Wie meine alte Zeitschrift geht die Zeitschrift mehr und mehr den Weg zu Veranstaltungen, nachdem Print nicht mehr so gut läuft wie in alten Zeiten. Ich war also auch berufsmäßig interessiert, wie die Kolleginnen und Kollegen so ein Event aufziehen. Und es war der Hammer. Die bunt gemischte Zielgruppe kam in Scharen, zum Teil waren wunderbare Cosplayer darunter. Ich erfreute mich an ihren Outfit und wenn man nett fragte, durfte ich auch zahlreiche Bilder machen. 

 

Eine freundliche und friedliche AnimagiC

Die Stimmung war freundlich und das bei der Hitze und den Massen. Ich mag diese Art von Leuten, die ich bereits in K-Pop- und J-Pop-Konzerten kennen und schätzen gelernt habe. Da gibt es keine bösen Worte, die Besucherinnen und Besucher sind ausgesprochen höflich zueinander. Der Umgang untereinander ist rücksichtsvoll, vielleicht hat sich die japanische Mentalität auf die Besucherinnen und Besucher übertragen. Es gab kein großes Schupsen trotz Massenandrang und ich habe noch nie so viele Wörter wie „Verzeihung“, „darf ich mal bitte“ auf einer Großveranstaltung gehört. Wenn sich Schlangen bildeten, setzten sich die Wartenden einfach auf den Boden und unterhielten sich. Es war eine rücksichtsvolle Veranstaltung. 

Einkaufen auf der AnimagiC

Im Händlerbereich gab es zumeist Mangas, Anime und Figuren zum Kaufen. Der Himmel auf Erden! K1 und K2 deckten sich ein, Papa zahlt schon. Die Gattin erwarb japanisches Geschirr und ich fand eine Sonderausgabe eines Mangas, das ich sowieso mal kaufen wollte. Und ich deckte mich mit japanischen Kochbüchern aus der Mangaküche ein, werde dazu aber noch separat bloggen. Für mich das interessanteste Produkt im Händlerbereich war ein Tachikoma. Und ich geb es zu, drei Familienmitglieder haben sich Kimonos gekauft. 

Dann galt es an Veranstaltungen teilzunehmen, denn nur Einkaufen kann ich im Internet auch. Netzwerken war angesagt und schauen. Das umfangreiche Programmheft erwies sich als wunderbarer Planer. Nachdem ich mit zahlreichen Cosplayern gesprochen hatte und ihr Outfit gelobt hatte, traf ich mich mit einem Kollegen aus Bayern, der seine Tochter begleitete. Er trat als Obi-Wan auf. 

Vorträge und Workshops auf der AnimagiC

Um meinen Horizont zu erweitern, besuchte ich einige Sessions, wie beispielsweise den ausgezeichneten Workshop von Angelina Paustian über „Bento – japanische Lebensfreude in der Box“ oder „der Lolita Stil – bittersüße Mode aus Japan“. Die Vorträge und Workshops waren unterschiedlich besucht und es machte Spaß, mit den Referentinnen zu diskutieren. Mich haben die Vorträge außerordentlich inspiriert. Im nächsten Jahr will ich mir noch mehr Vorträge anhören. Die Pausen verbrachte ich übrigens im Maid Cafe und habe auch hier schon ausführlich darüber gebloggt.

Die Preisverleihung auf der AnimagiC

Aber ich war ja auch beruflich auf der AnimagiC. Nachdem ich früher für die Veranstaltung animago AWARD & CONVERENCE verantwortlich war und die Preisverleihung des animago AWARDS im Mittelpunkt stand, wollte ich sehen, wie es das Team der Animania machte.

Nun, sie machen es ganz, ganz anders mit viel mehr Rock‘n Roll. Es wurde gleich zu Beginn kräftig gesungen. Die Auszeichnungen und Gewinner der einzelnen Kategorien wurden schnell abgefeiert und es wurde mehr Zeit auf die ausländischen Gäste verwendet.

Und was ich sehr sympathisch fand, die japanischen Gäste haben sich bedankt. Die Sängerin  Konomi Suzuki sang sogar auf der Bühne sehr Ständchen zum 20. Geburtstag der Animagic. Mir hat es sehr gefallen. 

Konzerte auf der AnimagiC

Es gab auch zahlreiche Konzerte auf der Animagic. Ich besuchte ein paar von ihnen und war beeindruckt von der Qualität. Die japanische Prog-Rock-Band eufonius war mir komplett neu. Ich ließ mich auf die experimentellen Stücke ein, erwarb sofort eine CD der Band. Großartig und würde sogar ein separates Konzert der Band anschauen. 

Es gab zwei klassische Konzerte von Yuna Shinohara (Violine) und Ken Nakasako (Klavier) und die hauten mich wirklich vom Hocker. Ich dachte zunächst, dass das jugendliche Publikum gelangweilt in Saal sitzt, doch ich habe mich vollkommen geirrt. Die Jugendlichen waren begeistert von der Darbietung klassischer Musik, sie klatschten wie wild und zeugten ihre Anerkennung. Liebe Musiklehrer, so muss klassische Musik der Jugend näher gebracht werden. Ich war auf jeden Fall komplett aus dem Häuschen und erwarb auch eine CD von Yuna Shinohara und kann sie jedem empfehlen. 

Autogramme auf der AnimagiC

Schlange stehen hieß es auf der AnimagiC, wenn man ein Autogramm der Ehrengäste ergattern wollte. Die Signierstunden sind Teil des umfangreichen Programms und bei den Fans sehr, sehr beliebt. Da ich eigentlich keinen der Künstler kannte, weil ich ja nur meine Kinder zur AnimagiC begleitete, konnte ich ganz entspannt sein. Allerdings im Laufe der drei Tage kernte ich diese faszinierende Welt der Manga- und Anime-Welt kennen. Leider verfüge ich über zu wenig Fachwissen und kenne nur einige Klassiker. Aber ich bin neugierig und deckte mich mit Informationen ein. Ich besuchte Konzerte, las den einen oder anderen Manga und sprach vor allem mit Leuten. Und dann stellte ich mich an bei den zahlreichen Autogrammstunden. Yuna Shinohara Begeisterte mich und ich wechselte mit der sympathischen Künstlerin ein paar Worte, die ihr Pianist Ken Nakasako im ausgezeichneten Deutsch übersetzte. Und ein Selfie war auch möglich – danke dafür. 

Wer ein Manga oder eine DVD/Blu ray hatte, der konnte sich darauf sein Autogramm geben lassen. Ich kaufte mir CDs und ließ es mir höflich von den Musikern unterschreiben. Es gab aber auch ein Blanko-Autogramm-Blatt, das AnimagiC-Shikishi, eine universelle Autogrammkarte zum Unterschreiben – ein toller Service. Bei manchen Signierstunden durfte ich man nicht fotografieren, was ich schade fand. Bei Akihito Tsukushi, dem Schöpfer der Reihe Made in Abyss gab es beispielsweise ein solches Fotografierverbot. Wir beiden tauschten ein paar freundliche Worte über mein T-Shirt aus, auf dem Totoro abgebildet war. Ein längeres Gespräch gab es mit Angelina Paustian, einer Buchautorin von japanischen Kochbüchern. Sie schrieb mir ihr Autogramm ins Buch und drückte mir ihren japanischen Namensstempel hinein. 

Und vieles mehr

Zudem gab eine Halle, in der Nachwuchskünstler ihre Sachen anboten. So viel Kreativität auf einen Haufen. Ich bin von Stand zu Stand gegangen und habe mir angeschaut, mit welchem Engagement die Fans ihrem Hobby oder ihrer Berufung nachgehen. So eine Convention wie die AnimagiC ist großartig, um sich einen Überblick zu verschaffen. Es gab Möglichkeiten am Grafiktablett zu zeichnen oder Stifte auszuprobieren. Und ich spielte eine Partie Go gegen einen jungen Mann, der mich hoffnungslos abzockte – Spaß hat es dennoch gemacht. 

Meine Kinder haben noch einige Filmvorführungen in den zahlreichen Kinos angesehen. Leider habe ich Mary und die Blume der Hexe verpasst, der im September erst nach Deutschland kommt. Ich habe in London viel über diesen Film gelesen und werde mir wohl die Blu ray bei Erscheinen kaufen. K2 war zudem von dem Film Fireworks sehr angetan.

Diese Zusammenfassung meiner subjektiven Eindrücke ermutigen mich nächstes Jahr wieder auf die AnimagiC zu fahren. Es hat sich gelohnt und nächstes Jahr bereite ich mich besser vor und bin nicht nur das Begleitprogramm meiner Kinder.