In wenigen Wochen kommt Star Wars IX in die Kinos und ich hoffe, ich bete, ich flehe, dass es ein guter Film werden wird. Je mehr ich über den achten Teil nachdenke, desto mehr Wut steig in mir auf. Nun, warten wir es ab und bis the Rise of Skywalker im Dezember in die Kinos kommt, schau ich mir das Art of-Book des siebten Teils an.
Ich habe die deutsche Ausgabe des Panini-Buches The Art of Star Wars: Das Erwachen der Macht aus dem Archiv geholt. Normalerweise habe ich ja immer die englischen Bücher, aber hier habe ich zur deutschen Ausgabe gegriffen. Star Wars VII war für mich ein guter Film, ein Wiedersehen mit Freunden, eine Art Klassentreffen. Und so lese ich auch das Art of Buch. Beim Durchblättern war mir klar, welch großartige Saga es in den nächsten Teilen werden könnte und Disney hat es bisher vergeigt.
Als ich den Band zum ersten Mal durchblätterte, erkannte ich Symbole des Nationalsozialismus. Im Buch wird als Vorlage des Kreativen die Olympischen Spiele im Dritten Reich angegeben. Aber wer sich nur ein wenig auskennt, sieht die wirkliche Vorlage: Der Parteitag der Nazis in Nürnberg, gefilmt von Leni Riefenstahl. Die Bilder wirken eindrucksvoll, aber ich weiß nicht, ob es mir gefällt. Das Imperium im Film ist böse, aber ein Vergleich zu den Nationalsozialisten ist dann doch heftig. Dennoch wusste Leni Riefenstahl wie ihre Bilder wirken.
J.J. Abrams sagte neulich in einem Interview, er werde die Ideen von Star Wars VII in Star Wars IX aufnehmen – ggf. meinte er, Star Wars VIII zu überspringen. Egal was es heißt. Für mich bedeutet es, die Konzeptzeichnungen von Star Wars VII genauer anzuschauen. Vielleicht erkenne ich dann im Dezember 2019 beim Kinostart von Skywalker gewisse Parallelen. Im Moment ist es ja nur ein Herumstochern im Nebel.
Ich habe vor Jahren die Zeichnungen von Ralph McQuarrie – Star Wars Art: Ralph McQuarrie erworben und stelle im Vergleich zum vorliegenden Buch fest, welches Genie Ralph McQuarrie wirklich war. Ohne ihn hätte es Lucas und Krieg der Sterne nie gegeben. Bei den neuen Büchern fehlt mir eine gewisse Linie. Die Ideen der Zeichner sind gut, sogar sehr gut, aber die klare Linie vermisse ich, obwohl es einen Supervisor gibt. Regisseur J.J. Abrams gab vor, dass das Design die Story nicht überdecken sollte. Ich finde bei Erwachen der Macht ist dies gelungen, weil es im Grunde ein Familienfest war. Nun Han Solo biss ins Gras, aber die neuen Figuren waren interessant. Teil VIII machte dann alles kaputt.
Es war eine Reise in meine Vergangenheit. Als Filmfan genoss ich eine Phase des italienischen Horrorfilms der siebziger und achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Regisseure wie Dario Argento oder Lucio Fulci standen bei mir hoch im Kurs. Und weil ich diese schrägen, zumeist blutigen Filme mochte, hörte ich auch die entsprechenden Soundtracks von u.a. Claudio Simonetti und seiner Band Goblin.
Jetzt bekam ich die Gelegenheit, Claudio Simonetti’s Goblin live in Berlin im ehemaligen Kino Lido in Kreuzberg zu hören. Ich war überrascht, wie gut Simonettis Musik funktioniert. Als Fan von Filmscore bewundere ich Meister wie John Williams oder Jerry Goldsmith. Diese schufen große orchestrale Werke. Claudio Simonettis Musik ist anders – es war Bandmusik. Musiker wie der leider verstorbene Keith Emerson von einer meiner Lieblingsbands ELP hämmerten ein paar Soundtracks herunter, darunter auch für italienische Horrorstreifen, aber Claudio Simonetta’s Goblin blieb eine besondere Ausnahme.
Es war ein theatralischer Prog-Rock mit starken Synthesizer-Elementen, mal gefühlvoll, mal hart. Damit wurde die Musik von Streifen wie Rosso – Farbe des Todes (Profondo rosso), Suspiria, Tenebrae (Tenebre), Phenomena oder Terror in der Oper (Opera) von Dario Argento untermalt. Mein Gott, was waren dies für brutale stilvolle Filme – eine Mischung zwischen Gothic Horror und verrückten Hexenmärchen. Ich habe noch einige der Filme auf VHS, DVD, Bluray und sogar seltene Laserdisc im Archiv. Besonders mag ich die Regiearbeit von Dario Argento. Vielleicht ist sein Suspiria sogar mein Lieblingsfilm des italienischen Horrors, weil er in Freiburg dem „Mekka der Parapsychologie“ und München spielt. Der Film macht mir Angst und wirkt vor allem durch die Musik von Goblin hervorragend. Schön ist, dass es auch andersherum funktioniert: Ich höre die Musik von Suspiria und reise geistig ins Horrorkino zurück. Suspiria wurde auch gegen Ende des Konzerts gespielt und das Publikum miteinbezogen – Claudio Simonetta wir danken dir dafür.
Das Konzert der Band fand am Halloween-Abend in Berlin statt. Einige Besucher erschienen verkleidet. Meine Nachbarin brachte eine (Plastik-)Sense in ihrer Handtasche mit. Im Publikum waren allerhand Grufties und Gestalten der Nacht anzutreffen, wobei ich mir nicht sicher war, ob sie sich zu Halloween extra herausgeputzt haben oder ob es ihre Standardbekleidung war.
Auch ein Michael Myers mit weißer Maske war im Publikum. Als Claudio Simonetti ihn entdeckte, brach er vom regulären Konzertprogramm ab und spielte unter dem Jubel der Fans die Titelmelodie von John Carpenter Halloween – damit hatte Simonetti einen klaren Pluspunkt bei seinem Publikum.
Die Band spielte vor einer Leinwand. Per Beamer wurden visuelle Effekte und Filmausschnitte der jeweiligen Horrorstreifen ohne Ton eingespielt. So bekamen wir die italienische Gewaltorgie zu sehen: Das Abtrennen des Kopfes in Profondo rosso, der Verfall und das Verwesen der Körper von Demoni und mehr. Wenn kein Film vorhanden war, dann kamen einfach bunte Effekte wie bei einer neueren Aufnahme wie Roller.
Kurz, nur ganz kurz, besinnlich wurde es, als Dawn of the Dead gezeigt und von der Band gespielt wurde. Goblin hat Argento viel zu verdanken, aber internationale Bekanntheit bekam die Band durch George R. Romero und seiner Zombie-Version. Das wusste auch Claudio Simonetta, der sich ausdrücklich beim verstorbenen Romero auf der Bühne bedankte. Nein, lieber Claudio Simonetta wir haben zu danken für einen außergewöhnlichen Abend, der mir sehr viel Spaß gemacht hat.
Am Merch-Stand nutzte ich die Möglichkeit, ein paar CDs noch zu erwerben. Ich hatte zudem einige CD-Covers nach Berlin mitgebracht und wollte ein Autogramm. Mir gelang es und fand den Weg in die Garderobe der Band und wechselte ein paar freundliche Worte mit Claudio Simonetta. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich meine Laserdiscs und Picture-Discs nicht zum Unterschreiben mit nach Berlin genommen habe. Aber ich hoffe auf ein Wiedersehen mit Claudio Simonetta’s Goblin irgendwann. Die Band hat eine kleine Tour in den USA und Japan hinter sich, spielte nur ein einziges Konzert in Deutschland und zieht dann weiter. Aber sie werden sicher wiederkommen und ich werde dann wieder die Musik von Claudio Simonetta’s Goblin genießen. Bis es soweit ist, schaue ich mir Suspira nochmals an.
Als Kind war ich von dem Film Der dunkle Kristall regelrecht verzaubert. Es war ein Fantasy Puppenfilm für ein eher erwachsenes Publikum aus der Schmiede von Muppets-Chef Jim Henson und Franz Oz. 1982 flashte mich der Film total, so dass ich mir im Laufe der Jahre die VHS, DVD-, Bluray und nun 4K-Version Der dunkle Kristall diesen beeindruckenden Werkes anschaffte.
Und nun legte Ende August Netflix nach und nahm einen Zehnteiler mit dem Titel Der Dunkle Kristall: Ära des Widerstands ins Streaming-Programm. Dabei handelt es sich um das Prequel des Klassikers. Es gab schon mal einen Versuch einer Fortsetzung, die aber 2012 zu Grabe getragen wurde.
Ich hatte Angst, dass meine Erinnerungen an eine schöne Jugend durch diese neue Serie zerstört werden würde. Aber ich habe mich geirrt. Für mich war Der Dunkle Kristall: Ära des Widerstands bisher die beste Netflix-Serie des Jahres 2019. Nachdem ich von der dritten Staffel von Stranger Things komplett enttäuscht war (Staffel 1 und 2 fand ich großartig), hatte ich gehörig Bammel vor dem Prequel vom Dunklen Kristall.
Die guten Gelflinge
Und ich muss sagen, es begann ziemlich zäh, was die Story angeht. Die Bilder von Ära des Widerstands waren eindrucksvoll, aber die Geschichte ging nur schleppend voran. Die neuen Figuren waren nett, aber es herrschte in den ersten zwei, drei Folgen zuviel philosophischer und historischer Ballast. Der dunkle Kristall versucht sich an der Mythologie von Herr der Ringe oder Wüstenplanet ohne deren Tiefe zu erreichen. Ich war schon nahe daran, die Serie enttäuscht abzubrechen, hielt aber durch.
Der Film von 1982 als 4K und der komplette Soundtrack
Und dieses Durchhalten wurde belohnt. Die Geschichte wurde klarer, die Figuren und deren Charakter wurden deutlicher gezeichnet so dass man als Zuschauer vergaß einen Puppenfilm zu sehen. Es machte einfach Spaß, der Story zu folgen und ich entdeckte die Liebe zu Hup, dem Podling mit dem großen Herzen, der mit seinem Löffel zum Held wird. Ich schaute die Serie zunächst auf Deutsch und dann auf Englisch, um die Stimmen von Sigourney Weaver oder Mark Hamill zu hören.
Die Figuren sind klassisches Puppenspiel, während so mancher Hintergrund der Fantasywelt modernes CGI ist. Aber beides passt ideal zusammen und stört nicht. Es war schön, wieder handgemachte Puppen zu sehen. Zunächst irritierend, weil sie sich anders als CGI-Figuren bewegen, aber hervorragend gemacht mit viel Liebe zum Detail. Kreativer Kopf hinter der Serie ist Louis Leterrier, den ich zu meiner Schande nicht kannte. Der gebürtige Franzose hatte bereits mit Luc Besson zusammengearbeitet und führte Regie bei den Actionfilmen The Transporter und Unleashed, aber auch bei Hollywood-Blockbustern wie Der unglaubliche Hulk und Die Unfassbaren – Now You See Me. Louis Leterrier war treibende Kraft und ich bin ihm dankbar, dass er alle zehn Teile selbst gedreht hat und es keinen Wechsel bei der Regiearbeit gab. Ein Bruch war bei diesem Fantasy-Märchen um guten Gelflinge und die bösen Skekse wurde vermieden.
Und obwohl es sich um eine Puppenserie handelt, ist es keinesfalls eine Serie für Kinder. Besonders die Welt der Skekse ist brutal und rücksichtslos. Intrige um Intrige, Gefangene werden brutal gefoltert und Rücksichtslosigkeit gegenüber Schwächeren kennzeichnen die Skekse – wahrlich kein Vorbild für Kinder.
Kritik hab ich ein wenig an dem Score. Ich habe die seltene Auflage des Gesamtscores von 1982 von Trevor Jones und ich höre den Score sehr gerne. Die Musik für die Serie schrieb dagegen Daniel Pemberton. Zunächst wurde die Musik als Download veröffentlicht und nun kündigte Varese Sarabande die beiden Alben auf CD herauszubringen. Ich werde sie mir bestellen, obwohl ich den Soundtrack weniger wuchtig und einfühlsam halte als die Musik von Trevor Jones. Aber vielleicht muss ich mich noch ein wenig hineinhören, der erste Eindruck war allerdings eher schwach.
In diesem Fall bin ich ein hoffnungsloser Romantiker, denn ich liebe Downton Abbey. Im April 2013 habe ich über die Serie auf DVD gebloggt und nun habe ich in meinem Stammkino Scala in Fürstenfeldbruck mir den ersten Kinofilm von Downton Abbey angesehen.
Mein Tipp Downton Abbey im Kino
Die Leinwand-Adaption der britischen Erfolgsserie Downton Abbey führt die Ereignisse der Serie fort. Das ist das Problem für Neueinsteiger, denn man sollte schon wissen, wer welche Funktion in Downton Abbey hat. Der Kinofilm nimmt sich keine Zeit für das Einführen der Figuren, sondern setzt das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen Diener und Herrschaft voraus.
Was passiert also? Mit König Georg V. und Königin Mary muss sich das Anwesen Downton Abbey im Jahre 1927 auf königlichen Besuch vorbereiten. Die Dienerschaft des Hauses rivalisiert gegen die königliche Dienerschaft, es gibt ein Attentat und auch das Thema Homosexualität des Butlers wird verarbeitet.
Als Fan der Serie hatte ich das Problem, dass die 122 Minuten zwar lang sind, aber eben nicht die Länge einer klassischen Staffel heranreichen. Die Geschichte muss gestrafft werden, das Tempo nimmt zu. Die handelnden Personen haben bei 122 Minuten keine große Chance sich zu entwickeln, sondern die Geschichte muss erzählt werden. Da drängt die Zeit und das war mein Problem zu Beginn des Films. Es ging mir zu schnell, es war mir zu hektisch. Da tat es gut, dass John Lunn wieder die Musik zum Film beisteuerte. Bewährt schafft er das bewohnte musikalische Umfeld wie bereits in den sechs Staffeln der Serie.
Es war wie ein Klassentreffen oder eine Familienfeier. Liebe alte Bekannte sehe ich auf der Leinwand und das tat meiner Seele gut. Lord Robert Crawley wunderbar, Mary Talbot entzückend, Charles Carson verantwortungsvoll, Tom Branson republikanisch und einfach göttlich Violet Crawley. Der Film lohnt sich nur allein wegen Violet Crawley und ihren trockenen Sprüchen: Beste Aussage: „Ich streite mich generell nicht, ich erkläre.“
Traumhaft Violet Crawley
Downton Abbey zeigt ja schon immer den Umbruch der Zeiten, das hat ja die Serie für mich interessant gemacht. Dazu gehören die Veränderungen in der Medizin, das Frauenwahlrechts, der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der Technik und natürlich auch der Niedergang der Gesellschaftsstrukturen. Und das ist im Kinofilm nicht anders, aber besonders drastisch wird es an der an der Person des homosexuellen Butlers Thomas Barrow. Während die Homosexuellen sich vergnügen, findet das steife Dinner mit dem britischen König und seiner Frau statt – zwei Welten treffen aufeinander. Homosexualität war in Großbritannien in dieser Zeit eine Straftat. Das wurde filmisch wunderbar mit Schnittfolgen diskutiert.
Downton Abbey ist aber auch das wunderbare Gebäude das englische Landhaus der Familie Crawley in Yorkshire. Highclere Castle in Hampshire dient als Drehort, um das Anwesen Downton Abbey darzustellen. Am Ende des Films gibt es eine eindrucksvolle Kameraarbeit von Ben Smithard in dem sich die Kamera durch das Treppenhaus von Downton Abbey nach oben dreht.
Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich in diesen Räumen verbracht habe. Ich weiß aber, dass es nun vorbei ist. Das Gabriel Filmtheater, das älteste Kino in München und zugleich das älteste Kino der Welt, ist Geschichte. Mit einem Tag der offenen Tür konnte sich das Publikum vom Kino und seinen Betreibern verabschieden. Es war für mich ein sentimentales Ereignis und eine Selbstverständlichkeit dabei zu sein.
Das Gabriel Filmtheater war für mich als Filmfreund und Filmkritiker in erster Linie ein Ort der Arbeit, aber auch ein Ort der Inspiration. Nun, ich gehöre schon lange nicht mehr zum engen Pulk der eingeschworenen Münchner Filmkritiker, die Tag ein, Tag aus ins Kino zu den Pressevorführungen gehen. Ich bekomme nur noch ab und zu Einladungen zu den Vorführungen und schreibe meine Kritiken u.a. in meinem Blog. Und ein Ort dieser exklusiven Filmvorführungen war das Gabriel Filmtheater in der Dachauer Straße 16 in München.
Im April diesen Jahres musste das Gabriel Filmtheater schließen. Nun gab es die Möglichkeit, sich von den Räumlichkeiten zu verabschieden und tief in die Geschichte eines der ältesten Kinos einzutauchen. Diese Möglichkeit wollte ich mir nicht entgehen lassen und ich musste mich persönlich verabschieden.
Die ehemaligen Betreiber Alexandra Gmell und ihr Vater Walter Büche sowie die Schauspielerin Selma Schwesig erzählten Geschichten aus dem traditionsreichen Haus und das Filmpublikum konnte alle Räumlichkeiten – einschließlich der Katakomben – alte Filmrollen und -Plakate bestaunen.
Das Gabriel Filmtheater galt als eines der ältesten Kinos der Welt. Am 21. April 1907 wurde es von Carl Gabriel unter dem Namen „The American Bio-Cie. – Carl Gabriels Theater lebender Bilder“ eröffnet. Seit 1936 war das Kino in der Hand von Alexandra Gmells Familie. Ihre Urgroßeltern Ludwig und Franziska Büche kauften das Haus, der Sohn Hans übernahm den Kinobetrieb, ihm folgte seine Frau Beatrix nach. Später übernahm ihr Sohn Hans Walter Büche, der das Gabriel bis zuletzt mit seiner Tochter betrieb.
Das Kino hatte ursprünglich einen großen Saal. Der Balkon wurde 1964 abgetrennt und es wurde das Kino 2 daraus. Hier liefen dann die Filme, die weniger Publikum anzogen. Ach ja Filme: Das Gabriel war einst auch ein Kino für Erwachsene. Das Aki im Hauptbahnhof und das Gabriel lieferten die Pornos der siebziger und achtziger Jahre. Im Keller vom Gabriel gab es noch viele Filmrollen und Plakate mit Sex-Filmchen: Die Nymphomanin Catrice, Event L’amour, Wild Lovers, Villa der Perversionen und viele mehr. Auch der sexy Historienschinken der Turm der verbotenen Liebe mit Uschi Glas war dabei.
Als Kino-Fan bin ich traurig, wenn ein Lichtspielhaus oder Filmtheater stirbt. Ich mag die Paläste der Träume. Hier bin ich ein verklärter Träumer. In meiner Heimatstadt Fürstenfeldbruck hat sich ein Verein gebildet, der das örtliche Lichtspielhaus als Kulturkino trägt. Ich bin hier Mitglied geworden und unterstützte das Programm mit meinem Eintritt und Mitgliedsbeiträgen. In München ist so eine Umwandlung bisher gescheitert, trotz Aufschrei der Politik.
Aber zurück zum Gabriel: Danke, dass wir in den Keller absteigen durften. Dort liegt noch allerhand Filmmaterial, Rollen, Plakate – ein Schatz für Trash-Filmfreunde. Ich hab Material zu B- und C-Movies gesehen. Viel nackte Haut, Sexfilmchen und ein bisschen Western mit Django und Franco Nero. Die Rollen stauben ein. Was mit den Schätzen passiert, wusste Alexandra Gmell noch nicht. Vielleicht gibt es eine Versteigerung. Ich habe mich auf jeden Fall auf eine Interessentenliste setzen lassen.
Die Projektoren sind schon lange abgebaut. Es gab einst noch 35 Millimeter Projektoren, die Mitte der 90er durch Beamer und Server ersetzt wurde. Zunächst gab es Festplatten, dann Download-Links für Filme – die Romantik war verschwunden.
In aller Form möchte ich mich bei den Betreibern des Gabriel für die vielen angenehmen Stunden in Ihrem Hause bedanken und wünsche alles Gute auf dem weiteren Lebensweg. – Und wir Filmkritiker müssen uns eine neue Heimat suchen. Und hier noch die Demontage des Gabriel-Schriftzugs in voller Länge.
James Bond ist eine der erfolgreichsten Kinoserien der Filmgeschichte. Im Moment laufen die Dreharbeiten zum 25. Bond-Film No Time to die, die aber unter keinem guten Stern stehen.
Der Start des neuen James Bond hat sich bereits zweimal verschoben. Der ursprünglich geplante Regisseur Danny Boyle (28 Days Later, Slumdog Millionär oder Steve Jobs) trat „wegen kreativer Differenzen“ vom Bond-Projekt zurück. Die Produzenten wählten nun den US-Amerikaner Cary Joji Fukunaga, der seit 4. März die Fäden in der Hand hält. Er verfilmt jetzt ein neues Drehbuch der Bond-Autoren Neal Purvis und Robert Wade.
Rami Malek als Gegenspieler
Bond-Bösewichter haben in der Regel große Namen. Dieses Mal wird der böse Bube von Rami Malek gespielt, der eben für seine Darstellung des Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody den Oscar erhalten hat. Ich bin sehr gespannt, ob er sich in die Riege der großen Bond-Bösewichter wie Gerd Fröbe, Curd Jürgens, Christopher Lee oder Christopher Walken einreihen kann. Welche Rolle und welchen Typ Schurke Rami Malek darstellt, ist noch völlig ungewiss. Lashana Lynch („Captain Marvel“) und Ana de Armas („Blade Runner 2049“) sind für den nächsten Bond verpflichtet.
Ach ja und das Auto steht auch schon fest: Es wird ein Elektrofahrzeug von Aston Martin: Valhalla. Das bringt mich zurück in meine Kindheit, als ich meinen DB 5 als Spielzeugauto von Corti hatte. Es handelte sich um Corgi 271 James Bond 007 – Aston Martin DB 5, der noch original verpackt aus dem Jahre 1978 bei mir herumliegt. Ich hab mal ein Unboxing dieses wunderbaren Spielzeugs gemacht, nachdem der DB 5 im neuen Bond auch wieder vorkommen soll. Das alleine ist schon ein Grund, den neuen Bond im neuen Jahr anzusehen.
Dreharbeiten zu No Time to Die laufen
Neuer Starttermin wird wohl der April 2020 sein. Die Dreharbeiten laufen auf Hochtouren. Der Titel des Jubiläumsbond lautet No Time to Die. Und eben bei diesen Dreharbeiten hatte sich Hauptdarsteller Daniel Craig auf Jamaika verletzt und fiel aus. Die Arbeiten konnten aber weiterlaufen. Dabei hat Craig gar keine richtige Lust den britischen Geheimagenten zu spielen, aber der entsprechende Scheck überzeugte dann doch. Es soll für ihn wirklich der letzte Bond-Film sein.
Für mich war Craig nie die Idealbesetzung der Rolle. Ich bin ein Fan von Sean Connery, gefolgt von George Lazenby und Timothy Dalton, Roger Moore und Pierce Brosnan – in dieser Reihenfolge. David Niven, der in der verrückten Bond-Parodie Casino Royale spielt, steht außer der Reihe. George Lazenby hat im Sommer den Ort seines damaligen Wirkens besucht.
Daniel Craig verkörperte für mich nicht die Rolle des Gentleman, nicht die kultivierte Figur, die sich Ian Fleming erdacht hat. Craig könnte auch in klassischen Action-Filmen wie Bourne-Identität oder John Wick mitspielen, für die es keinen britischen Stil braucht. Erst im jüngsten Bond Spectre von 2015 hatte für mich Daniel Craig das Niveau eines James Bond erreicht. Ich bin gespannt, wie er seine Rolle nun zum fünften Mal im 25. James Bond interpretiert. Wer ist denn eigentlich für euch der beste Bond-Darsteller?
Sollte James Bond in Rente geschickt werden?
Es ist wohl eindeutig, dass Daniel Craig nach diesem Bond keine Lust mehr hat, den Agenten zu spielen. Bond-Produzentin Barbara Broccoli muss nun einen neuen Bond finden. Auf die Idee, die Serie einzustellen, wird sie wohl nicht kommen. Ich habe das Gefühl, dass sich James Bond überlebt hat und das sage ich als absoluter Bond-Fan. Bitte Barbara, mach James Bond nicht kaputt.
James Bond war für mich eine Figur des Kalten Krieges. Dieser Krieg ist in seiner damaligen Form vorbei. Diese Art der Bedrohungslage ist vorbei und sie bildete damals eine eindrucksvolle Stimmungskulisse. Die Superbösewichte waren damals glaubhafter als heute. Die Schurken hatten eine Form, die es in anderen Filmen nicht gab. Sie waren verrückt, bizarr, überheblich, aber immer irgendwie glaubhaft. Das ist heute vorbei. In den Craig-Bonds kam zwar Spectre wieder zu Tage, aber der Reiz dieser Verbrecherorganisation war verpufft.
Einen Reiz der Bond-Filme machten auch die exotischen Schauspielorte aus. Es waren Orte, zu denen man als Normalsterblicher nie reisen konnte. Heute leistet sich der Prolet von nebenan eine Reise in die Karibik. Die Faszination von Bond ist entzaubert. Die beeindruckenden Bond-Girls posen jetzt selbst in Instagram. Die Wunderwaffen von damals sind der Realität gewichen und die schicken Autos wie ein DB5 werden nicht mehr gebaut. Für mich ist die Luft bei James Bond irgendwie raus. Da ist es ja noch schön, wenn Ernst Stavro Blofeld als Bösewicht der Vergangenheit auftritt und an die alten Bond-Filme erinnert. Christopher Walz hat einen hervorragenden Job gemacht und meinen Lieblings-Blofeld Telly Savalas abgelöst.
Wer sollte Daniel Craig nachfolgen?
Meine Idee, die James Bond-Serie einzustellen, ist natürlich unrealistisch. Die Gelder, die Bond und das Merchandising einspielen, sind gewaltig. Auf dieses Geld will Sony sicher nicht verzichten. Also wird nach Craig ein neuer Schauspieler gesucht werden – wahrscheinlich läuft hinter den Kulissen die Suche bereits fieberhaft.
Hier mein Autogramm von Daniel Craig von Taschen.
Immer wieder wird Tom Hardy genannt. Er ist ein harter Hund und kommt Daniel Craig sicherlich sehr nahe. Und interessant wäre Idris Elba – er wäre der erste nichtweiße Bond und hat es in der BBC-Serie Luther zu Ansehen gebracht.
Der Name Richard Madden fällt immer wieder und wäre ein humorvoller, jüngerer Schauspieler, der in Games of Thrones eine Fangemeinde hat. Er wird hoch gehandelt, für mich wäre es allerdings eine stillose Fehlbesetzung.
Ein Mann, ein Messer und John Rambo weiß damit umzugehen. Der neue Rambo: Last blood bietet das, was sich Fans vom alten Sylvester versprechen: brutal, brutaler, John Rambo.
Die Rambo-Filme haben mich Zeit ihres Bestehens auf die Palme gebracht. Jeder Film löste einen journalistischen Beißreflex in mir als Kritiker aus. War Rambo von 1982 noch ein interessantes Vietnam- Erlebnis, versuchten sich Teil 2 und 3 als Propaganda-Inszenierungen für Reagan, einmal Vietnam, einmal Afghanistan und beim Film John Rambo war es dann eben Burma. Und so auch Rambo: Last Blood, der Tuamp in die Hände spielt. Dieses Mal sind es die Mexikaner, die sich als böse Mädchen- und Drogenhändler entpuppen und von unserem Helden abgeschlachtet werden müssen. Während die alten Filme als Comic zu sehen sind (ich hab sie mir als Vorbereitung für den neuen Film bei Netflix angesehen), haben John Rambo und vor allem Rambo: Last Blood das Problem, das sie sich ernst nehmen. Teil 1-3 war Reagan, Teil 5 war Trump und er hat eine gefährliche Botschaft
Zunächst sieht im Film alles prima aus. Rambo wohnt auf der Farm des Papas in Arizona, das wissen wir aus dem Film John Rambo. Rambo hat aber ein Rad ab und haust in einem Tunnelsystem. Die Tunnelratte Rambo macht auf Familie, erleidet einen Rückschlag, tickt aus und räumt dann rücksichtslos auf.
Ich sah im Kino Brutalität pur. In alten Zeiten wäre Rambo: Last Blood sofort auf den Index gekommen. Es ist ein systematisches Abschlachten, Meucheln, Killen, Zerquetschen, Verbrennen, Zerlegen und Ermorden der Gegner mit mehr oder weniger ausgefallenen Methodenwie Sprengladung, Schusswaffe, Eisenstange, Messer und Pfeil & Bogen.
Zunächst fragte ich mich, ob Rambo die Todesrate des Vorgängerfilms von 236 Toten einholen wird. Aber nein, in Rambo: Last Blood sind es (etwas) weniger Tote, aber der Tod kommt brutaler daher und findet seinen Höhepunkt bei der Entnahme des Herzens bei lebendigem Leibe. Freunde der menschlichen Anatomie kommen auf ihre Kosten.
Und der Film selbst
War Rambo nun ein guter Film? Handwerklich lässt sich kaum etwas meckern. Regisseur Adrian Grunberg hat einen soliden Film gemacht. Herausragend ist der Score von Brian Tyler, der bereits John Rambo vertonte und die wesentlichen Themen von Jerry Goldsmith aufnahm und in die moderne Zeit transferierte. Leider wird der Score bisher nur als Download angeboten.
Und ein ernstzunehmender Schauspieler wird Stallone auf seine alten Tagen nicht mehr mehr. Er spielt allerdings seine Rolle des verzweifelten und gepeinigten Rächers überzeugend und Fans werden ihre Freude haben. Schauspielkunst gibt es nicht zu sehen. Die Personen agieren im Rahmen ihres Klischees.
Die größte Schwäche des Films ist aber das Drehbuch von Matthew Cirulnick und Sylvester Stallone. Rambo: Last Blood braucht eine geschlagene halbe Stunde, um in die Gänge zu kommen. Das Intro der Rettungsmission erinnert schön an die Menschenjagd in Rambo 1 mit Regen und Wind, spielt aber im weiteren Film keine Rolle mehr. Erst Regen und Sintflut und ab in die Wüste von Arizona.
Eine mexikanische Journalistin darf später auch kurz helfen, spielt dann auch wieder keine Rolle mehr und fällt aus dem Drehbuch. Dann haben sich dieDrehbuchautoren ein wenig an den alten Hitchcock erinnert und bauen für jugendliche Zuschauer die Geschichte des Teenager-Mädchens aus, die dann nach der Hälfte des Films stirbt. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wer hat sich bei Rambo schon je um die Story gekümmert?
Ach ja, dann beginnt die blutige Rache von Rambo, das wollen wir eigentlich sehen. Denn im letzten Drittel geht ans Töten. John Wick erblasst und kann bei John Rambo noch was lernen. Rambo gibt Nachhilfeunterricht. Es kommt das alte Testament ins Spiel – Auge um Auge – Zahn um Zahn und am Ende von ein wenig Hosentaschenphilosophie für Arme. Stallone sagte unlängst, dass er gerne aus Rambo eine Reihe machen will. Wir sind ja inzwischen bei Teil 5. Kann er, wird er, aber muss er wirklich?
Nach die Alien-Filme aktuell bei Netflix eingestellt wurden, hab ich mir Teil 1-3 wieder angesehen. Teil 4 fand ich grausam und hab ihn übersprungen. Ich hab zwar die Reihe auf Datenträger wie DVD oder Bluray, aber im Hotel bei meinen Seminarreisen hab ich den Weltraum-Horror per Stream genossen.
Wieder zu Hause hab ich mir gleich aus meinem Archiv das wunderbare Buch Alien Vault: The Definitive Story of the Making of the Film von Ian Nathan geholt und einen Abend darin geschmökert. Ich habe mich an den wunderbaren Film von Ridley Scott erinnert, den ich 1979 als kleiner Junge im Kino gesehen habe – und wo ich echt Angst hatte. Alien Vault ist ein schönes Making of-Buch über den ersten Alien-Film mit vielen Fotos der Produktion. Das Buch im Hardcovereinband kommt in einen Schober daher und macht einen soliden Eindruck. Es ist eine schöne Mischung von Filmfotos und Produktionsfotos, auch der zu früh verstorbene H.R.Giger kommt natürlich mit einigen Entwürfen seines Aliens zu Wort.
Das wirklich Besondere aber an diesem Buch sind die zusätzlich beiliegenden Materialien im Sinne eines Scraptbooks. Darin finden sich Zeichnungen, Briefe, Dokumente, Postkarten, Aufkleber und Entwürfe sowie Baupläne. Viele dieser Beigaben kenne ich als Poster, die über fragwürdige Angebote in Facebook vertrieben werden.
Immer wieder wird im Buch auf den Einfluss eingegangen, den Alien ausgelöst hat. Es war schließlich der erste wirkliche Weltraumhorror, der seine Auswirkungen auf die Populärkultur hatte. Ich habe beispielsweise einige Alienfiguren in meinem Arbeitszimmer stehen, darunter mehrere Eier und auch ein großes Alien sowie Funko Figuren. Gerne lese ich die Alien-Comics und zocke Alien-Spiele für die Konsole. Bei den filmischen Nachfolger und Franchise hab ich manches Mal meine Bedenken. So mag ich John Carpenter The Thing, kann aber mit den Predator-Filmen weniger etwas anfangen. Alien vs Predator finde ich zum Beispiel wirklich grausam.
Das Buch geht auf die neue Alien-Reihe von Ridley Scott nicht ein. Es ist zuvor erschienen. Auch wenn viele diese Filme nicht mögen, finde ich Prometheus – Dunkle Zeichen und Alien: Covenant wegweisend.
Bei uns liefen die beiden im Fernsehen unter der Marke „Dick und Doof“. Gemeint ist das erfolgreichste Komikerduo Stan Laurel und Oliver Hardy. Nachdem ich die Biopic „Stan & Ollie“ damals im Kino verpasst habe, besuchte ich den Fürstenfelder Kinosommer in Fürstenfeldbruck.
Der Kinosommer ist ein Open Air-Kino im Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck. Jeden Tag wird ein anderer Film gezeigt. Ich entschied mich für Stand & Ollie, aber ich weiß nicht, ob ich den Kinosommer noch einmal besuchen werde. Und es liegt nicht am Film.
Im heutigen Zeitalter von Krawall-Komik wirkt der Humor von Stan Laurel und Oliver Hardy wie ein Segen. Die genialen Sketche der beiden unterschiedlichen Charaktere haben Filmgeschichte geschrieben. Splapstick pur, genial getaktet und immer punktgenau – der perfekte Rhythmus eines perfekten Komikerpaares. Wer die Genialität sehen möchte, dem sei der Kurzfilm The Musical Box empfohlen, der 1932 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Hier versuchen Laurel und Hardy ein Klavier eine endlos lange Treppe hinaufzutransportieren. Die Treppe in Hollywood gibt es noch immer und ist ein beliebtes Fotomotiv für Filmfans. Ich habe euch hier mal eine Farbfassung (!) des genialen Films eingebettet.
Wiederkehrende Elemente
Wer sich das Schaffen des genialen Duos ansieht, wird wiederkehrende Elemente der Running Gags erkennen. Berühmt wurde unter anderem das Stilmittel Tit for tat – zu Deutsch etwa: Wie du mir, so ich dir. Hier lief das Duo zur Höchstform auf, wenn die Laurel und Hardy sich gegenseitig an den Kragen gehen und eine fette Keilerei entsteht, bei der alles zu Bruch geht. Andere Stilmittel sind der Stich ins Auge von Hardy, das verschämte Spiel mit der Krawatte von Hardy, das Kopfkratzen von Laurel, das Vertauschen der Bowlerhüte und und und. Laurel und Hardy sind schlichtweg genial. Ganze Generationen von Filmfans verehren sie.
Würdigung auf der Leinwand
Mit dem Film „Stan & Ollie“ kam endlich eine Würdigung auf die Leinwand, die ans Herz geht und die alten Zeiten von Dick und Doof wieder auf die Kinoleinwand bringt.
Zum Inhalt: Im Jahr 1953, als ihre goldene Ära schon lange hinter ihnen liegt, starten Stan Laurel und Oliver Hardy eine Tour durch Varieté-Hallen in Großbritannien und Irland. Die Besucherzahlen sind schlecht. Die beiden Komiker lassen sich trotz Rückschläge nicht unter kriegen und liefern eine Performance, die sich gewaschen hat. Die Begeisterung füreinander, der Spaß am Spiel auf der Bühne überträgt sich auf das Publikum und so spielen sich Laurel und Hardy in die Herzen der Zuschauer. Der schlechte Gesundheitszustand von Oliver Hardy steht dabei wie ein drohender Schatten über dem Duo, das merkt, dass seine Ära zu Ende geht.
Stan & Ollie – ein Film der leisen Töne
Der Film beruht auf dem Buch Laurel & Hardy – The British Tours von ‚A.J.‘ Marriot. Die Regie des Films Stan & Ollie führte Jon S. Baird, der erst zwei Kinofilme Drecksau (2013) und Cass – Legend of a Hooligan (2008) inszenierte. Und der Mann weiß, wie Bilder wirken. Der Film beginnt auf dem Höhepunkt der beiden Stars. Die drehen 1937 gerade ihren Film Way pur West Im Wilden Westen und Regisseur fängt den langen Weg zum Set von Laurel und Hardy ein. Ganze sechs Minuten dauert die Einstellung, eine Verbeugung an das alte Studiosystem von Hollywood. Laurel wird dargestellt von Steve Coogan und Hardy von John C. Reilly und beide sind eine hervorragende Besetzung. Sie haben die Eigenschaften der Originale wundervoll interpretiert.
Der ganze Film ist ganz großes Schauspielerkino. Wer also leisere Töne mag, der sollte sich „Stan & Ollie“ unbedingt anschauen. Nicht bombastische Spezialeffekte stehen hier im Vordergrund, sondern das intensive Schauspiel zweiter Vollprofis. Bei Stan und Ollie stimmt die Chemie einfach und auch wenn wir immer wieder den Disput auf der Kinoleinwand sehen, sehen wir in erster Linie zwei Vollblutschauspieler, die absolut professionell an ihre Rolle herangehen.
Und auch die beiden Ehefrauen sind im Film eine Schau. Ihre Auftritte sorgen für Stimmung. Shirley Henderson und Nina Arianda spielen ihre Rollen mit viel Witz und aller Drive. Es ist ein Hochgenuss, sich diesen Film anzuschauen und eine klare Empfehlung von mir.
Fürstenfelder Kinosommer eine tolle Idee, aber Ich schaute mir den Film im Kinosommer an. Bei Einbruch der Dunkelheit startete das Programm gegen 21 Uhr mit einer geschlagenen halben Stunde Werbung. Es tat weh, Provinzwerbung anschauen zu müssen. Das muss wohl zur Finanzierung sein. Zudem gab es Trailer von Filmen, die im Kinosommer gezeigt werden sollen. Dicke Jacke und Decke schützten gegen die abendliche Kühle und ich versuchte den Film zu genießen. Doch die Projektion stimmte nicht. Der Projektor oder die Leinwand stand nicht zentral, so dass die Projektion rechts ganz an den Rand der Leinwand ging. Das ist unprofessionell.
Völlig unverständlich ist aber, dass nach einer guten Stunde Film eine 15 Minuten Pause eingelegt wurde, um Getränke und Popcorn zu verkaufen. Das ist eine Frechheit gegenüber dem Regisseur und den Filmschaffenden – und gegenüber dem Publikum, das einen Film genießen wollte. Als die Dramatik im Film zunahm, machen die Veranstalter eine Bierpause. Ja wo sind wir denn? Die Stimmung bricht ab, meine Laune ist vergangen. So macht ein Sommerkino keinen Spaß. Eigentlich hatte ich mir fünf Filme herausgesucht, die ich schauen wollte. Das werde ich wohl nicht mehr machen, dafür habe ich mich zu sehr geärgert. Von mir aus, erhöht den Eintrittspreis, aber macht keine Bierpause und zerstört ein Filmwerk. Der Kinosommer kann mir als Filmfan in dieser Form gestohlen bleiben, trotz der sehr schönen Idee eines Open Air Kinos.
Der heutige Star Wars Tag May the Fourth steht natürlich erst einmal in Gedanken an Peter Mayhew, der vor kurzem im Alter von 74. Jahren verstorben ist. Wir werden Chewbacca immer in Erinnerung behalten.
Zu diesem Tag soll es immer etwas Besonderes aus dem Star Wars Universum sein. Ich habe mal bei mir im Bilderarchiv gesucht und bin auf etwas gestoßen, dass an den großen Peter Mayhew (haha Wortspiel) und an Star Wars allgemein erinnert:
In München steht ein wunderschönen Plakat von Star Wars V Das Imperium schlägt zurück. Ich soll nicht verraten, wo es steht, aber Insider kennen sicher den Ort. Es ist ein gemaltes Plakat mit Originalunterschriften einiger Star Wars-Darsteller, darunter auch Peter Mayhew. Dort sind auch Unterschriften von David Prowse (Darth Vader) und Kenny Baker (R2-D2), der ja im August 2016 verstarb. Immer wieder wenn ich an dem Ort zu Besuch bin, stelle ich mich vor das Plakat und denke an die Zeit vom Imperium schlägt zurück. Es war bisher der beste Mittelteil der Star Wars Trilogien. Vor allem The Last Jedi mag ich inzwischen weniger und weniger. Leider ist das Plakat nicht käuflich zu erwerben, denn dann würde ich sofort zuschlagen.
Also: May the Fourth with you und einen fröhlichen Star Wars-Tag mit vielen Erinnerungen.