Filmkritik: Rambo: Last Blood

Ein Mann, ein Messer und John Rambo weiß damit umzugehen. Der neue Rambo: Last blood bietet das, was sich Fans vom alten Sylvester versprechen: brutal, brutaler, John Rambo.

Die Rambo-Filme haben mich Zeit ihres Bestehens auf die Palme gebracht. Jeder Film löste einen journalistischen Beißreflex in mir als Kritiker aus. War Rambo von 1982 noch ein interessantes Vietnam- Erlebnis, versuchten sich Teil 2 und 3 als Propaganda-Inszenierungen für Reagan, einmal Vietnam, einmal Afghanistan und beim Film John Rambo war es dann eben Burma. Und so auch Rambo: Last Blood, der Tuamp in die Hände spielt. Dieses Mal sind es die Mexikaner, die sich als böse Mädchen- und Drogenhändler entpuppen und von unserem Helden abgeschlachtet werden müssen. Während die alten Filme als Comic zu sehen sind (ich hab sie mir als Vorbereitung für den neuen Film bei Netflix angesehen), haben John Rambo und vor allem Rambo: Last Blood das Problem, das sie sich ernst nehmen. Teil 1-3 war Reagan, Teil 5 war Trump und er hat eine gefährliche Botschaft

Zunächst sieht im Film alles prima aus. Rambo wohnt auf der Farm des Papas in Arizona, das wissen wir aus dem Film John Rambo. Rambo hat aber ein Rad ab und haust in einem Tunnelsystem. Die Tunnelratte Rambo macht auf Familie, erleidet einen Rückschlag, tickt aus und räumt dann rücksichtslos auf. 

Ich sah im Kino Brutalität pur. In alten Zeiten wäre Rambo: Last Blood sofort auf den Index gekommen. Es ist ein systematisches Abschlachten, Meucheln, Killen, Zerquetschen, Verbrennen, Zerlegen und Ermorden der Gegner mit mehr oder weniger ausgefallenen Methoden  wie Sprengladung, Schusswaffe, Eisenstange, Messer und Pfeil & Bogen. 

Zunächst fragte ich mich, ob Rambo die Todesrate des Vorgängerfilms von 236 Toten einholen wird. Aber nein, in Rambo: Last Blood sind es (etwas) weniger Tote, aber der Tod kommt brutaler daher und findet seinen Höhepunkt bei der Entnahme des Herzens bei lebendigem Leibe. Freunde der menschlichen Anatomie kommen auf ihre Kosten. 

Und der Film selbst 

War Rambo nun ein guter Film? Handwerklich lässt sich kaum etwas meckern. Regisseur Adrian Grunberg hat einen soliden Film gemacht. Herausragend ist der Score von Brian Tyler, der bereits John Rambo vertonte und die wesentlichen Themen von Jerry Goldsmith aufnahm und in die moderne Zeit transferierte. Leider wird der Score bisher nur als Download angeboten. 

Und ein ernstzunehmender Schauspieler wird Stallone auf seine alten Tagen nicht mehr mehr. Er spielt allerdings seine Rolle des verzweifelten und gepeinigten Rächers überzeugend und Fans werden ihre Freude haben. Schauspielkunst gibt es nicht zu sehen. Die Personen agieren im Rahmen ihres Klischees. 

Die größte Schwäche des Films ist aber das Drehbuch von Matthew Cirulnick und Sylvester Stallone. Rambo: Last Blood braucht eine geschlagene halbe Stunde, um in die Gänge zu kommen. Das Intro der Rettungsmission erinnert schön an die Menschenjagd in Rambo 1 mit Regen und Wind, spielt aber im weiteren Film keine Rolle mehr. Erst Regen und Sintflut und ab in die Wüste von Arizona.  

Eine mexikanische Journalistin darf später auch kurz helfen, spielt dann auch wieder keine Rolle mehr und fällt aus dem Drehbuch. Dann haben sich die  Drehbuchautoren ein wenig an den alten Hitchcock erinnert und bauen für jugendliche Zuschauer die Geschichte des Teenager-Mädchens aus, die dann nach der Hälfte des Films stirbt. Aber seien wir doch mal ehrlich: Wer hat sich bei Rambo schon je um die Story gekümmert?

Ach ja, dann beginnt die blutige Rache von Rambo, das wollen wir eigentlich sehen. Denn im letzten Drittel geht ans Töten. John Wick erblasst und kann bei John Rambo noch was lernen. Rambo gibt Nachhilfeunterricht. Es kommt das alte Testament ins Spiel – Auge um Auge – Zahn um Zahn und am Ende von ein wenig Hosentaschenphilosophie für Arme. Stallone sagte unlängst, dass er gerne aus Rambo eine Reihe machen will. Wir sind ja inzwischen bei Teil 5. Kann er, wird er, aber muss er wirklich?

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2 Antworten to “Filmkritik: Rambo: Last Blood”

  1. Hederike Says:

    Dieser Film hat Sie wirklich bewegt! Erst Grammatikfehler und dann auch noch Schreibfehler. Das kenne ich von Ihnen gar nicht. Spielfilme sind Spielfilme mehr nicht!
    Die Frage ist, warum brauchen Sie fünf Teile und regen sich fünf mal auf?

    Sorry aber ich finde das ulkig.

  2. Verfasser Says:

    Nachdem wir den Artikel fertig hatten, waren wir auf der Suche nach anderen Kritiken: wir wollten nicht voreingenommen an die Sache rangehen.
    Hier hat sich jemand mehr Zeit für die (berechtigte) Kritik genommen, als die Drehbuchautoren für ihren Teil der Arbeit; so der Eindruck.

    Falls das nicht rüberkommt: das war ein Kompliment.

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