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„Zuhause mit Zapfhahn – Zwei Jahre Bistro SixtyFour, mein zweites Wohnzimmer“

1. August 2025

Mein zweites Wohnzimmer hat heute seinen zweiten Geburtstag. Das Bistro SixtyFour in Maisach feiert seinen Jahrestag – und meine Frau und ich besuchen regelmäßig diesen Ort der Gastlichkeit. Zum zweiten Geburtstag hat sich Gastronom Uwe Flügel eine nette Idee einfallen lassen: Das zweite Getränk geht heute aufs Haus. Ich weiß also schon, wo ich meinen Abend verbringen werde.

Wer das Bistro SixtyFour in der Zentrumspassage 🙂 betritt, spürt sofort diese einladende Atmosphäre, die aus einem einfachen Moment einen kleinen Zauber macht. Modern, doch nicht kühl, frisch und dennoch voller Wärme – so zeigt sich das Interieur, das Gäste jeden Alters zu einem Ort des Wohlfühlens einlädt. Sanftes Licht, geschmackvolle Dekorationen und eine Anordnung, die Nähe und Gespräch fördert, bilden den perfekten Rahmen für vertraute Stunden zu zweit oder das lebendige Miteinander einer fröhlichen Runde.

Unsere Plätze sind oft an der Bar oder an einem Zweiertisch in der Nähe der Bar. Ich interessiere mich für die Abläufe, beobachte gern – und gebe meinen unqualifizierten Senf dazu.

Und ich treffe interessante Leute, mit denen ich ins Gespräch komme. Ich lasse mich über Fußball aufklären, wovon ich absolut keine Ahnung habe. Ich spreche mit Begeisterung über moderne Kunst, hole mir Aktien- und Reisetipps – nur das Thema Politik bleibt außen vor.

Die Gastlichkeit spiegelt sich in jeder Geste des freundlichen Personals wider. Das Team stimmt einfach. Ich erinnere mich an scherzhafte Diskussionen darüber, wie früher der Service in einer Wirtschaft als „Fräulein“ bezeichnet wurde. So etwas geht heute natürlich auf keinen Fall. Mit aufmerksamem Service und ehrlicher Herzlichkeit sorgen Gastgeber Uwe Flügel und seine Frau dafür, dass sich jeder Gast rundum willkommen fühlt. Ob ein erfrischendes Bier, ein entspanntes Glas Wein, überraschend raffinierte Snacks oder gemeinsame Abende bei guten Gesprächen – hier öffnet sich das SixtyFour als Wohnzimmer und Begegnungsstätte der Gemeinde.

Was mich besonders freut: Das SixtyFour hat eine gut sortierte Whiskey-Bar. Hier beweist Uwe Flügel bei der Auswahl Geschmack beim „Wasser des Lebens“, sei es bei Single Malts oder Blends. Als Schottland-Fan ist das für mich immer ein Grund, hier zu ordern und zu probieren. Und – auch ganz wichtig: Es gibt eine geniale Auswahl an Cocktails mit und ohne Alkohol. Das Mixen der Getränke ist eine Augenweide. Ich trinke in der Regel nur den Long Island Iced Tea. Long Island Iced Tea ist ein Cocktail und enthält zu gleichen Teilen Rum, Wodka, Tequila, Gin und Orangenlikör, zu anderthalb Teilen Zuckersirup und Limettensaft – und wird mit Cola aufgefüllt. Obwohl der Name es vermuten lässt, ist kein Eistee enthalten.

Die Speisenauswahl überzeugt mit Raffinesse und Genuss. Jeden Monat gibt es ein anderes Special auf der Karte. Im Juli war es der Caesar Salad, der so gut ankam, dass er wohl dauerhaft bleiben wird. An speziellen Tagen gibt es auch hervorragende Weißwürste vom Metzger Braun aus Wiedenzhausen – für mich die besten WW der Welt.

Dank dem SixtyFour bin ich auch wieder zum Billard-Spiel gekommen. In meiner Jugend habe ich gerne gespielt – jetzt probiere ich es immer wieder. Es ist leicht, Bälle zu platzieren, aber es ist sehr kompliziert, die Kontrolle über die weiße Kugel zu behalten, Spiele kontinuierlich zu gewinnen und unter Druck zu bestehen. Aber ich spiele ja nur zum Spaß.

Ausgebaut werden soll der Live-Musik-Anteil. Beim Marktsonntag im Herbst trat die Band Cluas und Flo „Die Feder“ auf und rockte die Hütte. Im Herbst soll es wieder Live-Musik geben. Wenn Musiker Interesse an einem Auftritt vor Publikum haben: einfach mal Uwe Flügel kontaktieren.

Auch beruflich kann ich vom SixtyFour profitieren – ich nutze die Theke für ein lokales Streaming-Format und experimentiere damit: Live. Lokal. Echt. Der Bistrotalk auf YouTube. Ich lade interessante Persönlichkeiten aus der Gemeinde zu einem einstündigen Videointerview ein und übertrage diesen Talk live. Zwei Bistrotalks haben wir bereits durchgeführt, der nächste folgt am 10. September mit dem Maisacher Feuerwehrkommandanten Andreas Müller. Einfach mal etwas anderes als klassische Diskussionsveranstaltungen auf lokaler Ebene – die Klickzahlen sehen gut aus.

Insgesamt ist mein zweites Wohnzimmer eine Mischung aus modernen Einflüssen, entspanntem Miteinander und gelebter Gastfreundschaft – ein kleiner, romantischer Rückzugsort inmitten des Alltags. Ich genieße es.

Überraschung: Godzilla Minus One bei Netflix

4. Juni 2024

Netflix hat mir wirklich eine Freude gemacht. Seit 1. Juni ist Godzilla Minus One bei dem Streamingsender enthalten und als Fan des japanischen Monsters feiere ich diesen Film.
Bisher ist der heraustragende Godzilla-Film nicht in Deutschland auf Datenträger erschienen und ich hoffe sehr, dass dies trotz der Netflix-Ausstrahlung dennoch irgendwann umgesetzt wird. Die treue Fanbase wird es danken.

So bleibt im Moment entweder die Disc-Bestellung aus dem fernen Japan (natürlich nicht mit deutscher Tonspur) oder das Vergnügen den Film via Netflix zu genießen. Der Fan weiß natürlich schon Bescheid, dass die schwarzweiß-Version von Godzilla Minus One nicht bei Netflix enthalten ist.

Der Film ist ja das Prequel zum 1954 entstandenen Original-Godzilla. Ich hatte zum Jubiläum ein Online-Seminar zur Filmreihe durchgeführt und an die Wirkung des Films in Japan als erste Aufarbeitung der Atombombenabwürfe auf den Inselstaat erinnert. Trotz Unterhaltung sind Godzilla-Filme mal mehr, mal weniger eine Gesellschaftskritik. Das ist bei Godzilla Minus One nicht anders.

Der Film ist heftig, wie ein Schlag in die Magengrube. Ich habe meine Kinokritik damals geschrieben, nachdem ich mir diesen herausragenden Film in meinem Lieblingskino Scala auf großer Leinwand mit fetten Sound angeschaut habe. Ein Erlebnis und kein Vergleich zu den Monsterverse-Filmen der US-Amerikaner, die auch ihren Reiz haben, aber an Godzilla Minus One nicht herankommen.

Godzilla Minus One beweist einmal mehr, dass das japanische Kino meisterhaft in der Lage ist, mit modernen Blockbustern mitzuhalten und gleichzeitig tiefe kulturelle und historische Resonanz zu erzeugen. Regisseur Takashi Yamazaki hat es geschafft, eine kraftvolle Mischung aus emotionaler Tiefe, spektakulären Effekten und gesellschaftlicher Reflexion zu schaffen.
Im Gegensatz zu vielen modernen Monsterfilmen aus dem Monsterverse-Universum, die sich stark auf CGI und Action konzentrieren, legt Godzilla Minus One großen Wert auf die menschliche Dimension. Die Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet, und ihre Geschichten spiegeln die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs wider, eine Zeit, die tief in der japanischen Psyche verwurzelt ist. Die Darstellung des Traumas und der Herausforderungen der Nachkriegszeit verleiht dem Film eine zusätzliche Ebene der Authentizität und Tiefe.

Die visuellen Effekte in Godzilla Minus One sind atemberaubend und dennoch respektvoll gegenüber der Tradition der früheren Godzilla-Filme. Die Effekte wurden mit einem Oscar ausgezeichnet. Der Einsatz moderner Technologie bringt Godzilla auf eine Weise zum Leben, die sowohl beeindruckend als auch ehrfurchtgebietend ist. Doch trotz dieser technologischen Fortschritte bleibt der Film seinen Wurzeln treu, indem er das klassische Design von Godzilla und die handgemachte Ästhetik der Originalfilme ehrt.

Einer der bemerkenswertesten Aspekte des Films ist seine Fähigkeit, gesellschaftliche Themen zu reflektieren. Godzilla fungiert nicht nur als zerstörerische Kraft, sondern auch als Metapher für die Ängste und Herausforderungen, denen sich Japan in der modernen Zeit stellen muss. Umweltprobleme, nukleare Bedrohungen und das Erbe des Krieges sind Themen, die subtil in die Handlung eingeflochten sind und dem Zuschauer zum Nachdenken anregen.

Für mich ist Godzilla Minus One mehr als nur ein weiterer Monsterfilm; es ist eine tiefgründige Reflexion über die Geschichte und die kulturellen Ängste Japans. Mit brillanten visuellen Effekten, einfühlsamer Charakterentwicklung und einer respektvollen Hommage an die Tradition ist dieser Film ein Muss für alle Fans des Genres und ein Beweis für die fortwährende Relevanz und Kreativität des japanischen Kinos. Und jetzt nun genieße ich den Film wieder bei Netflix.

Für mich ein Star unter den Münchner Straßenmusikern: Ralph Kiefer

12. September 2023

Die Musik mit der stärksten unmittelbaren Resonanz ist Straßenmusik. Als Passant geht man von Musiker vorbei und innerhalb von Sekundenbruchteilen erfasst man Klang und Performance und entscheidet sich stehenzubleiben oder weiterzugehen. Straßenmusik ist ein hartes Business, aber ein zutiefst ehrliches Business – das Feedback ist unmittelbar.

In Einkaufspassagen oder U-Bahnhöfen bringen die Künstler ihre Kunst für ein paar Cents dar. Ich habe schon tolle Musiker entdeckt bei der Stadtoase in München im Rahmen der IAA habe ich endlich auch mal Ralph Kiefer gehört. Immer wieder habe ich von ihm gelesen und nun bin ich durch Zufall an ihn geraten. Seine Klaviermusik hat mich sofort in Beschlag genommen.

Ich ließ mich nieder, erwarb seine CD Winter Album, ließ es mir signieren und genoss sein fast meditatives Klavierspiel. In München ist Ralph Kiefer ein Geheimtipp und gleichzeitig eine Berühmtheit. Er löste sich von der klassischen Musikindustrie und zieht sein Ding durch, scheinbar mit Erfolg. Zumindest soweit, dass er von seiner Kunst leben kann. Dabei macht es ihm die Technik einfacher als früher. Er braucht kein klassisches Aufnahmestudio, sondern Mac, Mikro und Software reichen, um die Musik zu speichern, auf CD zu pressen oder auf Streaming-Diensten anzubieten. Und Ralph Kiefer setzt auf Social Media und das mit großem Erfolg. Auf er Bühne und Klavier sind die Hinweise zu seinen Social Media-Account nicht zu übersehen – ja, so wird heute Marketing in eigener Sache gemacht. Damit gelingt ihm eine nationale und internationale Reichweite und ein Dialog mit seinen Fans. Das kostet natürlich Zeit, aber es lohnt sich scheinbar, denn damit erhält die Musik eine interessante Reichweite, wenn die Kommunikation mit den Fans stimmt.

Seinem Klavier hat Straßenmusiker Ralph Kiefer ein Fußpedal hinzugefügt, wie für eine Basstrommel, das Klavier ist der Resonanzboden. Dazu gibt es noch ein Becken, was er dann und wann anschlägt – eine Ein-Mann-Band.

Musikalisch ist es eine Mischung aus Klassik mit New Age, aber es klingt auf jeden Fall nach viel Improvisation. Ralf Kiefer kommt vom Jazz, studierte beim Russen Leonid Chizhik. Ab 1992 war Chizhik als Dozent am Richard-Strauss-Konservatorium München tätig, ab 1994 als Professor an der Musikhochschule Weimar und seit 2004 zugleich an der Musikhochschule München.
München, so habe ich es gehört, sei ein schweres Pflaster für Straßenmusiker. Es muss täglich eine Lizenz im Rathaus beantragt werden. Sind die Lizenzen des Tages vergeben, dann war es das. So entsteht unter den Musikern, Künstler und Schaustellern ein massiver Konkurrenzkampf. Da hatte es Ralph Kiefer bei der Stadtoase im Rahmen der IAA besser – hier kamen die Organisatoren auf ihn zu.

Zwei Monate im Praxiseinsatz: Die Canon PowerShot V10 Vlogging-Kamera

2. September 2023

Rund zwei Monate hatte ich die Canon PowerShot V10 Vlogging-Kamera nun fast durchgehend im Einsatz. Nachdem die Canon-Agentur mir kein Testexemplar zu Verfügung stellen konnte/wollte, habe ich mir den Nachfolger der LEGRIA mini X selbst gekauft. Mein Ergebnis nach zwei Monaten Praxiseinsatz ist durchwachsen.

Ich liebte die LEGRIA mini X, die ich überall dabei hatte. Leider war die Auflösung von HD begrenzt. Aber das Konzept der Kamera war schlichtweg genial und durchdacht. Nachdem 4K nun Standard ist, musste die Nachfolgerkamera Canon PowerShot V10 her. Auflösung passt, aber dann beginnt das unangenehme Umgewöhnen. Warum beherzigt Canon nicht das Gesetzt der Kamerahersteller: Never change a running System? Das Handling ist meines Erachtens deutlich komplizierter als bei bei LEGRIA mini X, was vor allem an dem Aufnahmeknopf liegt, der auf der Vorderseite des Geräts angebracht ist. Bei der LEGRIA mini X war der haitische Aufnahmeknopf auf der Seite und für mich deutlich einfacher zu bedienen. Bei der PowerShot V10 hatte ich zu oft den Finger in der Linse. Hier mein erster Blogartikel zur Kamera.

Zweiter Kritikpunkt ist das zu kleine Display. Zwar wurde das Display verbessert, aber für mich als älteren Videoblogger ist Bild auf dem 2,0-Zoll-LCD-Touchscreen schlichtweg zu klein um zu überprüfen, ob die Kamera auch wirklich auf da Objekt scharf gestellt ist. Die automatische Objekterfassung kann ja ein anderes Aufnahmeziel im Visier haben. Bei den Aufnahmen musste ich immer kontrollieren und ggf. eingreifen, sonst waren die Aufnahmen unscharf und nicht zu gebrauchen.

Dritter Kritikpunkt ist die enorme Hitzeentwicklung der Kamera bei voller Bildauflösung. Schraubt man alle Einstellungen hoch, um ein rattenscharfes 4K-Bild zu bekommen, dann überhitzt die Kamera nach rund zehn Minuten Aufnahmezeit. Das reicht für einen klassischen Auflager, aber nicht für einen längeren Dreh. Es nervt, wenn die Temperaturanzeige ständig Richtung Rot wandert und man eigentlich nur noch die Temperatur im Auge hat und sich nicht mehr auf den filmischen Inhalt konzentriert. Also Auflösung runterschrauben und die Temperatur passt – aber Moment, wollte ich die Canon PowerShot V10 nicht gerade wegen der 4K Auflösung, damit die LEGRIA mini X in Rente gehen konnte? Hier mal eine Aufnahme meiner monatlichen Matinee, die ich im Scala Kino Fürstenfeldbruck halten darf mit der Canon PowerShot V10.

Und als Vergleich eine ältere Aufnahme mit der alten Canon PowerShot V10 auch im gleichen Kinosaal.

Ich will die PowerShot V10 nicht schlecht reden. Es ist eine gute Kamera fürs Videobloggen, aber der richtig große Wurf ist Canon nicht gelungen. Das beginnt schon beim Klötzchen-Design. Was weit entfernt von Eleganz ist. Aber viele der inneren Werte wie Mikro, Filter, Anbindung, USB-C, Speicherkarte sind schon in Ordnung. Dennoch trauere ich meiner xf hinterher. DAS war eine Kamera.

Kulturalarm: Alte Videospiele verschwinden

15. August 2023

Ja, ich bin ein Retrogamer und ich liebe diese alten Videospiele meiner Jugend. Und das zum Leidwesen meiner Ehefrau, denn Konsolen gibt es viele und Spiele noch viel mehr.

Im Zentrum meiner kleinen Sammlung steht aber das Atari 2600-System mit seine 8-Bit-Grafik und Sound in den schwarten Cartridges. Aber auch andere viele Retrokonsolen wohnen bei uns zu Hause und wollen bespielt werden. Im Moment zocke ich viel auf der PS1. Ich passe auf die Spiele gut auf. Ich lese viel über die Retrogames in Zeitschriften wie Retrogamer oder Return, dort erfahre ich viel über vergangenes.

ABER: Und jetzt lese ich alarmierende Zahlen: Rund 87 % der Videospiele, die vor 2010 in den USA herausgekommen sind, gibt es nicht mehr im Handel zu kaufen, sagt eine Studie der Video Game History Foundation. Klassiker des Commodore 64 sind nur noch zu 4,5 %, des Nintendo Game Boy zu 5,8 % und der PlayStation 2 zu 12 % erhältlich. Ich muss mir die Studie genauer ansehen, aber sie scheint mir richtig und erschreckend zugleich.

Natürlich gibt es Retrosysteme im neuen Gewand oder Emulatoren auf Konsolen wie die Evercade oder Retron77, die ich beide sehr schätze. Gerade Evercade hat es sich zur Aufgabe gemacht viele Retrospiele auf die Handheld-Konsole zu Portieren. Das ist löblich, aber natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, dann Hunderte, wenn nicht gar Tausende Spiele erblicken nicht mehr das Tageslicht und der Schatten des Vergessens legt sich über die Veröffentlichungen.

Ziehen wir mal einen Vergleich zu einem anderen Kulturgut, das ich sehr schätze. Nehmen wir den Film. Vieles hat sich für den Heimanwender erhalten, nur die Dareichungsform hat sich bei mir geändert. Super 8, VHS/Beta/Video2000, Laserdisc, DVD, Bluray, 4K UDH, Streaming und was es noch so gibt. Der Inhalt hat Bestand, nur die Vetriebsform hat sich geändert.
„Stellt euch vor, die einzige Möglichkeit, Titanic zu sehen, bestünde darin, eine gebrauchte VHS-Kassette zu finden und euer eigenes altes Equipment zu pflegen, um den Film trotzdem ansehen zu können“, heißt es im Fazit der Studie. „Es klingt verrückt, aber das ist die Realität, in der wir mit Videospielen leben, einer 180 Milliarden Dollar schweren Industrie, während die Spiele und ihre Geschichte verschwinden.“

Habt ihr eine Lösung für das Problem? Ist es überhaupt für euch ein Problem? Meinung gerne in die Kommentare.

Vielleicht aktuelle Zahlen, wie es um den Stand der Industrie in Deutschland steht. Insgesamt 908 deutsche Unter­nehmen sind in die Entwicklung oder den Vertrieb von Video­spielen involviert, sagt der Branchen­verband Game. Das sind 15,5 % mehr als bei der jüngsten Erhebung. Die Zahl der Beschäftigten steigt um 7 % auf 11.992. Grund für das Wachstum sind demnach Förder­mittel des Bundes­wirtschafts­ministerums.

Cyberwar in der Ukraine –

3. März 2022

„Das erste Opfer eines jeden Krieges ist die Wahrheit“ soll der kalifornische Senator Hiram Johnson einmal gesagt haben. Der verbrecherische Krieg Putins gegen den demokratischen Staat Ukraine beherrscht die Medien und die sozialen Netzwerke. Meine Kontakte in die Ukraine und auch nach Russland sind verzweifelt über die Aggression des russischen Machthabers.
Der Cyberwar, der in der Vergangenheit eher verdeckt geführt wurde, ist im Netz voll ausgebrochen. Putin führt den „ersten Welt­informations­krieg“, schreibt meine Kollegin Miriam Meckel im „Handelsblatt“.

Dieses Cover ist kein echtes Cover von Time, sondern eine Produktion von Patrick Mulder und geht viral durchs Netz. FakeNews

Als gelernter Journalist habe ich gelernt zu recherchieren und Nachrichten aufzubereiten. Ich habe daher eine kleine Nachrichtensendung gebaut, die sich um den Cyberwar in der Ukraine dreht. Sie ist vom 2. März 2022. Ich freue mich, wenn die Informationen auf Ihr Interesse stößt. Ich möchte diese Sendung in loser Folge eine Zeitlang fortsetzen.

Hybride Kriegsführung und Desinformation seitens der russischen Regierung sind seit Jahren gängige Praxis. Für mich ist klar: In Kriegszeiten muss ich Position beziehen, auch wenn ich sonst in meinem Blog die Themen Politik und Religion außen vor lasse. Aber hier muss es sein und ich zeige Flagge. Gerade jetzt ist Journalismus wichtig.

Mein Kollege Thomas Gerlach und ich werden daher in unserem wöchentlichen YouTube-Streaming Der Lange und der Gerlach das Thema Cyberwar an diesem Freitag 4. März um 18 Uhr aufgreifen und diskutieren. Ich würde mich freuen, wenn Sie mit dabei sind. Es findet in meinem YouTube-Kanal redaktion42 statt. Hier ist die komplette Playlist von allen Folgen Der Lange und der Gerlach.

Und damit komme ich zu meinem wöchentlichen Newsletter, den ich jeden Sonntag kostenlos per Mail versende. Ich habe hier eine neue Rubrik mit dem Titel Cyberwar Ukraine eingeführt. Hier greife ich Themen auf, die sich um den Überfall Russlands auf die Ukraine im Netz drehen. Ich bemühe mich hier, Fakten zu bringen und sie über die Lage im Netz und in den sozialen Medien zu informieren. Es wäre schön, wenn Sie diesen wöchentlichen Informationsdienst abonnieren möchten, kostenlos steht sich.

Live-Experiment: Streaming aus Rom

1. November 2021

Mein Kollege Thomas Gerlach ist im Moment in Rom. Dort fand der G20 Gipfel in der Corona-Krise statt. Daher werden ich am heutigen Montag, 1. November um 17 Uhr Uhr live nach Rom schalten und Thomas um seine Eindrücke befragen. Wir sprechen auch über Digitalisierung und Apps für den Urlaub.

Thomas Gerlach berichtet live aus Rom.

Wir streamen das Interview live auf meinem Youtube-Kanal redaktion42. Es freut uns, wenn Du bei unserem Experiment dabei bist. Technisch sprechen wir via Zoom, weil wir mit der Software gute Erfahrungen gemacht haben und spielen dann den Zoom-Stream mit einer Verzögerung von 20 Sekunden über YouTube live aus.
Wir sehen die ganze Sache als Experiment um Erfahrungen fürs Live-Streaming zu sammeln. Ich bin gespannt und freu mich, wenn Du dabei bist.

Ich sitze in Oberbayern und werde mich mit Thomas in Rom unterhalten und das Ganze in YouTube Live streamen.

Übrigens, wenn Du über Seminare und Aktionen von mir informiert sein willst, kannst du den kostenlosen Newsletter von mir abonnieren, der Sonntags auf die Reise geht.

Live-Analyse im Stream: Sturm aufs Capitol

18. Januar 2021

In den USA haben sich in den vergangenen Wochen die Ereignisse überschlagen. Als ich vom Sturm auf das Capitol erfahren hatte, erwachte der Tageszeitungsjournalist wieder in mir. Für mich stand fest: „Ich erlebe Geschichte live“.

Und für mich stand auch fest: So eine Tat muss aufgearbeitet und reflektiert werden. Ich sprach noch in der Nacht mit Erich Kornberger, meinem Ansprechpartner für internationale Politik bei der Hanns-Seidel-Stiftung, und wir beschlossen ein Streaming-Seminar durchzuführen. Wir hatten bereits ein Seminar zur Wahl des US-Präsidenten durchgeführt und Erfahrungen gesammelt. Dieses bewährte Format wollen wir etablieren. Und: Es ist schon Wahnsinn, was heute technisch alles möglich ist.

Streaming aus dem Wohnzimmer.

Innerhalb von drei Tagen stand das Programm und über 150 Teilnehmer meldeten sich zum Zoom-Seminar an. Also: Der Bedarf an politischer Bildung ist vorhanden und im Lockdown haben Menschen Zeit sich auch längere Online-Schulungen anzuhören und zu diskutieren.

Also hat die ganze Familie zusammengearbeitet und aufgebaut. Im meinem Wohnzimmer wurde das Streaming-Studio mit Green-Screen, drei Kamera, mehreren Scheinwerfer und Videomischer ATEM mini und drei Stehpulte sowie Monitor errichtet. Auch eine Studio-Uhr gab es. Mit dem ATEM mini konnte ich auf verschiedene Kameraperspektiven schalten, damit der Zuschauer auch optisch eine Abwechslung erhält. Als virtueller Hintergrund wurde eine US-Fahne im Wind eingeblendet, denn: Auch der Hintergrund erzählt eine Geschichte.

Als erster Referent wurde Christian Forstner von der HSS aus Washington live zugeschaltet. Er beschrieb eindrucksvoll die Atmosphäre in den USA in der Zeit des Wechsels. Er berichtete, wie er den Sturm auf das Capitol erlebt hatte und wie die Stimmung in der US-Hauptstadt ist.

Der USA-Experte Dr. Josef Braml sprach aus Potsdam deutliche Worte und sortierte den Vorfall ein.

Dr. Josef Braml

Zudem organisierten wir den ehemaligen Polizeidirektor Gerhard Danzl, der uns viel zu Polizeitatik bei Großveranstaltungen erzählte.

Polizeidirektor Gerhard Danzl

Außerdem gab der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung Markus Ferber uns seine Einschätzung und gab die Richtung vor. Dass sich der Vorsitzende der HSS in einem von mir mitorganisierten Seminar äußert, hat mich besonders gefreut.

Der Vorsitzende der HSS sprach live

Weil die Resonanz fantastisch war, werden wir zur Amtseinführung von Joe Biden am 20. Januar 2021 wieder ein Live-Streaming Event für die HSS durchführen. Anmeldung auf der HSS Website. Vielleicht sieht man sich ja dort.

Kinogutscheine gegen Corona und Protest gegen Warner

16. Dezember 2020

Corona schnürt den Kinos die Luft ab. Die beiden Kinos in meiner Geburtsstadt Fürstenfeldbruck dürfen im Lockdown keine Filme zeigen, es sind aber auch keine neuen Spielfilme im Verleih. Beide Kinos versuchen mit dem Verkauf von Kinogutscheinen zu überleben, quasi als Weihnachtsgeschenk. Gutscheine gehen eigentlich immer.

Scala Geschäftsführer Markus Schmölz hinter Glas und mit Maske verkauft Kinogutscheine.

Markus Schmölz, Geschäftsführer vom Scala Kino in Fürstenfeldbruck, saß am Dienstag im Eingang zum Foyer des Kinos hinter Glas. Vor ihm stand eine Handkasse mit Kinogutscheinen und eine Fachzeitschrift der Filmwirtschaft, die über die Misere berichtet. Am Tag vor dem allgemeinen Lockdown versuchte Markus Schmölz noch Kinokarten an Interessierte zu bringen und ganz wichtig, um auch Flagge zu zeigen. Kino ist nicht tot, die Mitarbeiter in Kurzarbeit wollen um ihr Filmtheater kämpfen. Natürlich könnten die Karten auch online gekauft werden, aber sichtbare Präsens sei wichtig. Als ich vorbeischaue, kaufen gerade zwei junge Mädchen Gutscheine für 20 Euro.

Corona ist das eine große Problem, das andere ist das Verhalten der Filmgesellschaften. Disney hatte dieses Jahr Mulan gar nicht erst ins Kino gebracht, sondern auf dem hauseigenen Streamingkanal Disney+ gestreamt. Der Filmriese Warner hat angekündigt, jeden Film parallel zum Kino auch direkt über seinen Streamingkanal HBO Max zu veröffentlichen. Dieses Hybridmodell sei als „strategische Antwort auf die Auswirkungen der anhaltenden globalen Pandemie“ gedacht, so das Studio in einer Pressemitteilung.

Es handelt sich um 17 Blockbuster, darunter Dune (30. September 2021), Batman, Matrix 4 (22. Dezember 2021), Godzilla vs Kong (20. Mai 2021), Conjuring 3: Im Bann des Teufels (3. Juni 2021). Die Kreativen echauffieren sich. Mal sehen, ob Warner sein Ding durchzieht. Im Dezember soll noch Wonder Woman 1984 auf diese Weise als Testballon für Warner starten.

In meinem Interview spricht sich der Kinobetreiber Markus Schmölz gegen diese Pläne aus, verständlich. Und seine Argumente klingen gut. Für mich steht fest: Kino muss sich verändern, um zu überleben. Ich genieße es, zu Hause per Beamer Filme zu sehen. Aber ich genieße es noch mehr, im Kino Filme zu sehen.