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Revolution statt Evolution: Apple kommt mit Vision Pro

6. Juni 2023

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Vision Pro lautet die Weiterentwicklung des Computers. Vorgestellt durch Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC. Es ist nicht nur eine AR/VR-Brille, sondern es ist die konsequente Weiterentwicklung eines neuen, eigenen Ökosystems mit Rechner inside.

Die technischen Daten von Prozessor, Linsen, Kameras lassen sich von der Apple-Website abrufen. Mir geht es hier mehr um die Vision hinter der Vision Pro. Ich kenne nur die Präsentation von der WWDC und ein paar Stimmen von Kollegen, die vor Ort in Cupertino waren. Ich habe das Headset noch nicht live gesehen, es soll ja 2024 in den US-Verkauf gehen. Preis 3500 US-Dollar – das ist ne Stange Geld, aber kein Vergleich was mich Macs in früherer Zeit gekostet haben.

Im Web lese ich von Taucher- oder Skibrille und was das für ein seltsames Design wäre. Erinnern wir uns an die Häme als die AirPods vorgestellt wurden und die Kritiker lachten, die würden niemals durch Wattestäbchen Musik hören? Und heute?
Vision Pro ist mehr als nur eine Brille. Es ist laut Tim Cook eine „neue Art von Computer, der die Realität erweitert, indem er das Reale und das Digitale naht­los miteinander vermischt.“ Große Worte, aber so muss es wohl sein. Wenn das wirklich klappt, dann ist es eine wirkliche Neuerung: Revolution statt Evolution – und ich bin mir sicher, Apple zeigt als Technologieführer wo der Hammer hängt. Apple erfindet sich wieder neu.

Und diese Aussage von Tim Cook zeigt, wie sehr er mit Steve Jobs verbunden war und ihn verstanden hat. Steve Jobs meinte einst: „Einige Leute wissen nicht, was sie wollen, bis man es ihnen zeigt.“ Dieses Zitat wird oft als Ausdruck von Jobs‘ Ansatz zur Produktentwicklung bei Apple verwendet, bei dem das Unternehmen bestrebt war, revolutionäre Produkte zu schaffen, die die Bedürfnisse der Kunden erfüllen, noch bevor sie sich selbst dieser Bedürfnisse bewusst waren. Jobs glaubte daran, dass es nicht ausreicht, Kunden nur nach ihren Wünschen zu fragen, sondern dass wahre Innovation darin besteht, Produkte zu schaffen, von denen die Menschen nicht einmal wussten, dass sie sie brauchen würden. Und natürlich lese im im Netz, die ewigen Nörgler. Aber genau so ein Produkt wird Vision Pro werden, da bin ich mir sicher. Ein Produkt von dem ich noch gar nicht weiß, wie sehr ich es brauchen werde.

Vision Pro wird Folgen haben. Wenn ich höre, dass Disney einer der ersten Content-Partner ist, wird die Luft für Kinos und Beamerhersteller dünner. Auf Disney werden Netflix und Co folgen. Wenn Vision Pro Medieninhalte in hoher Auflösung und Größe vor meinen Augen abspielt, dass wird sich die Unterhaltungsindustrie verändern. Schon jetzt bin ich begeistert, vom Gaming im 360 Grad Raum durch meine Sony VR2 – wie aufregend kann das erst durch Vision Pro werden? Ach ja, die 3D-Wiedergabe brauche ich als Sehbehinderter persönlich nicht, hoffe aber, dass Brillenträger mit der Vision Pro gut zurecht kommen. Tim Cook und der Leiter der Apple-Design-Abteilung Richard Howarth sind ja auch Brillenträger. In kleinen Räumen oder Bienenwaben-Appartements wird auf einmal alles viel, viel größer. Die Brille öffnet größere Räume, vielleicht auch größere Räume der Fantasie?

Ich bin als digitaler Nomade gewohnt, irgendwo zu arbeiten, wo es einen Netzempfang gibt. Da wird das System auch in meiner mobilen Arbeitsumgebung interessant. Vision Pro ist schließlich ein leistungsfähiger Computer und nicht nur eine VR/AR-Brille. Apple liefert durch einen eigenen App-Store die entsprechenden Apps fürs autonome Arbeiten (an denen Apple freilich gut verdienen wird). Und ich kann, so zumindest in der Präsentation meine bestehende Hardware wie MacBook Pro ins Headsystem einbinden. In der Präsentation wurde Apple eigene Software-Programme wie Keynote oder Mail gezeigt, aber auch Microsoft Word und andere Office-Teile.

Reizvoll finde ich die Konferenzen mit eigenem Avatar, die nicht so Nintendomäßig aussehen wie die Meta-Variante on Horizont World. Netter Sidekick: Das Wort Metaverse fiel bei Apple nicht ein einziges Mal, aber ich bin sicher, Mark Zuckerberg hat die Präsentation genau verfolgt und bohrt die Quest x sicher schon auf. Etwas nervös werde ich allerdings, dass Cook auch das Wort AI/KI nicht einmal gesagt hat. Der Einsatz von Präsentationssoftware wie Webex, Teams oder Zoom wurden angekündigt und das wird Arbeiten in virtuellen Räumen verändern.

Die Keynote der WWDC muss sich erst einmal setzen lassen. Neben neuen Macs, neuen OS für iPhone, iPad, Mac und Watch nun noch Vision Pro. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir uns mit der veränderten Welt beschäftigen. Ich fang an zu sparen und freue mich als Fan-Boy auf weitere Innovationen. Alles wird gut.

Make Something Wonderful – PDF mit Gedanken von Apple-CEO Steve Jobs

22. Mai 2023

Ich hatte (für mich) die große Ehre mehrmals den ehemaligen Apple-CEO Steve Jobs bei Veranstaltungen zu treffen und einmal durfte ich ihn sogar einmal kurz persönlich sprechen. Und ja, ich geb es zu, ich bin ein Steve Jobs-Fanboy und hänge am Steve-Tropf, obwohl der Meister schon vor einigen Jahren verstorben ist.

Vor kurzem kam mit Make Something Wonderful eine kuratierte englischsprachige Sammlung von Steves Reden, Interviews und Korrespondenz auf den Markt. Es gibt ein paar gedruckte Exemplare, aber für den Rest von uns gibt es ein kostenloses PDF. Das PDF-Buch und bietet einen Einblick in das Leben und die Arbeit des Menschen und Unternehmers Steve Jobs. Auf diesen Seiten erzählt Steve von seiner Kindheit, von der Gründung und dem Rauswurf bei Apple, von seiner Zeit bei Pixar und NeXT und schließlich von seiner Rückkehr zu dem Unternehmen, mit dem alles begann. Und nein, es ist keine verspätete Autobiografie, sondern eine Sammlung von Statements, die zusammengefasst wurden. Die Einführung macht die Jobs-Witwe Laurene Powell Jobs. Das PDF wurde von Leslie Berlin herausgegeben. LoveFrom, die Firma von Jony Ive, dem ehemaligen Design-Chef von Apple, hat das Buch gestaltet.

Es ist keine Verklärung, sondern die Texte zeigen einen Getriebenen. Hier gibt es keine Sammlung weiser Zitate, sondern für mich brachte die Lektüre vor allem Inspiration auf Kreativität. Schließlich heißt das Buch auch „Make Something Wonderful: Steve Jobs in his own words„. Ich habe mich von dieser Mischung aus posthumen Memoiren und einem Sammelalbum, das anhand von Notizen und Entwürfen, die Jobs an sich selbst gemailt hat, gut unterhalten.

Natürlich geht das Buch auch auf die Stanford-Rede ein. Und es gibt hier die interessanten ersten Entwürfe. „Stellen Sie sich vor, Sie wären ein alter Mensch, der auf Ihr Leben zurückblickt“, schrieb Jobs im Juni 2005 in einer E-Mail an sich selbst. „Ihr Leben wird eine Geschichte sein. Es wird Ihre Geschichte sein, mit ihren Höhen und Tiefen, ihren Helden und Schurken, ihren Weggabelungen, die alles bedeuten.“

Apple Music Classical-App erschienen und ich nutze sie begeistert

28. März 2023

Endlich ist sie da – die Apple Music Classical-App. Um 1:03 Uhr war sie bei mir für den Download für iPhone und iPad bereit und natürlich habe ich gleich zugegriffen. Die Android-App soll folgen.

Ich dachte beim Laden zurück als ich vor Jahren noch Chefredakteur der MACup war, der ältesten Mac-Zeitschrift Europas. Damals stellte Steve Jobs den iPod vor – 1000 Songs in deiner Tasche. Es gab spezielle Sonderausgaben vom iPod, wie beispielsweise den U2-Player. Und wir diskutierten damals in der Redaktionskonferenz, ob es vielleicht auch spezielle Ausgaben von klassischen Komponisten geben würde: Bach, Beethoven, Mozart oder gar Wagner. Natürlich waren dies Hirngespinste, denn so einen Nischenmarkt hätte Steve Jobs nicht belegt. Wer der hippen Kunden von damals hätte sich Klassik reinziehen wollen, höchstens noch Vivaldis Vier Jahreszeiten.

Bei iTunes und auch beim Streaming-Dienst Apple Music gab es zwar klassische Musik, aber sie stand niemals im Mittelpunkt. Bis heute: Mit der Apple Music Classical-App steht hat Apple endlich Klassikhörer als Zielgruppe entdeckt. Apple bringt Klassik einem breiten Publikum näher und das ist ein großer Verdienst, wenn so ein Player wie Apple in diesen Markt einsteigt. Wer ein Apple Music-Abo hat, bekommt die klassische Musik dazu.

Das Logo der App ist ein Notenschlüssel. Das Klassikangebot ist übrigens das Ergebnis der Übernahme des Unternehmens Primephonic durch Apple im Jahr 2021. Ursprünglich sollte die Apple Music Classical-App schon 2022 erscheinen, aber daraus wurde nichts – warum auch immer.

Die Funktionsweise ist wie bei der bisherigen Music-App. Die Aufnahmen sind ein Querschnitt aus der Klassik mit unterschiedlichen Interpreten. So liegen gleiche Stücke in verschiedenen Einspielungen vor, um den Stil eines Dirigenten oder eines Orchesters vergleichen zu können. Das ist natürlich ein Unterschied und ein Problem gegenüber Rock/Pop, wo ich gerne eine bestimmte Band oder Interpreten hören möchte. Es gibt von Bach mehr als eine Einspielung. Und da wird das Gemeckere der Puristen sofort einsetzen, warum denn die oder die Einspielung bei Apple Music Classical-App nicht enthalten ist. Als Wagner-Freund habe ich auch bestimmte Lieblingseinspielungen vermisst, aber hey Leute: Es ist ein Anfang. Es liegen wohl fünf Millionen Stücke vor. Die Auflösung reicht bis zu 192 kHz/24-Bit Hi-Res Lossless. Ich nutze die Entdecken-Funktion und ich freue mich sehr, dass auch John Williams vertreten ist, für mich der wichtigste lebende Filmkomponist.

Nun, ein iPod ist es nicht geworden, aber für mich heißt es nun: Kopfhörer auf und Klassik genießen. Für mich persönlich ist die Apple Music Classical-App ein großer Wurf.

Neues Projekt für Kinofans: Videopodcast Filmriss online

10. Februar 2023

Hurra ich freu mich – ein neues Projekt von mir ist online gegangen: Es nennt sich Filmriss online und ist ein monatlicher Videopodcast rund um die Welt des Kinos aus meinem Lieblingskino in Fürstenfeldbruck: dem Scala Kino

Gemeinsam mit Markus Schmölz, dem Geschftsführer des Scala, entwickelte ich die Idee, eine Community rund um das Kino allgemeine und dem Scala im besonderen aufzubauen für alle, die wie wir die Filme und das Kino lieben. Für uns ist Kino mehr als nur Filme schauen.

Nach ein bisschen Brainstorming und vielen Ideen haben wir uns an das Motto von Steve Jobs “Real artists ship” erinnert. Und wir haben angefangen zu drehen, zu schneiden, zu rendern und einfach zu machen. 10 GByte in 4 K sind online gegangen. Ich bin mir sicher, dieser Videopodcast wird sein Publikum finden.

Die erste Folge von Filmriss online dreht sich u.a. um die Filme Ein Mann names Otto, Sonne und Beton und Magic Mike – Last Dance, von dem ich nicht wusste, dass es der dritte Teil einer Reihe ist. Dann blicken wir auf Community-Maßnahmen des Scala-Kinos, die auf der Website gebündelt werden. Auch der Film Die Seele des Waldes von Naturfilmer Stefan Erdmann ist ein Community-Baustein. Markus berichtet von der Filmwoche München und erzählt ein paar Internas. Ich gebe einen Soundtrack-Tipp und stelle (m)eine Matinee vor, bei der ich Hitchcocks die Vögel präsentiere – auch diese regelmäßigen Matinee-Vorstellungen sind Teil von Community-Maßnahmen.

Im Moment verdienen wir mit Filmriss online keinen müden Cent, sondern machen es aus Idealismus. Auch die YouTube-Monitarisierung ist bei diesen Videos auf der Playlist Filmriss online auf meinem Kanal deaktiviert. Allerdings: Wenn sich das Format etabliert, freuen wir uns auf lokale Anzeigenkunden. Entsprechende Angebotslisten habe ich schon vorbereitet, bitte Kontakt aufnehmen.

Die Dreh- und Schnittarbeiten für die März-Ausgabe sind schon geplant. Also gehen wir beherzt weiter voran und hoffen auf viele Kinofans.

11. Todestag von Steve Jobs

5. Oktober 2022

Für mich war es klar, dass ich mir das Buch Designed by Apple in California am Erscheinungstag am 16. November 2016 erwerben musste – die große Ausgabe sollte es sein. Und am elften Todestag von Steve Jobs (2011) holte ich dieses wahnsinnig schöne Buch hervor, das dem ehemaligen Apple-CEO gewidmet ist. Es lang in braunen Karton verpackt unter einem fetten Bücherstapel im Haus, den ich in nächster Zeit noch sortieren muss.

Der Inhalt des Buches ist untrennbar mit Steve Jobs verbunden: 20 Jahre der Geschichte des Apple-Designs. Das Buch zeigt die Jobs-Produkte vom ersten iMac aus dem Jahr 1998 bis zum Apple Pencil in 2015. Es dokumentiert zudem auch die Materialien und Techniken, die vom Apples Design-Team über zwei Jahrzehnte der Innovation eingesetzt worden sind. Das Durchblättern war wie eine Zeitreise durch einen Teil der Geschichte von Apple. Mir kamen die Emotionen zurück, die ich beim damaligen Kauf meiner Apple-Produkte verspürt habe. Komisch, dass technische Geräte Emotionen auslösen können. Das passierte mir übrigens ebenso beim Erwerb einer Fotokamera oder meines ersten Atari 2600. Kalte technische Geräte verbinde ich mit Emotionen und denke zurück, welchen Spaß ich mit ihnen hatte.

„Die Idee wirklich etwas Großes für die Menschheit zu schaffen, war von Anfang an Steves Motivation, und es bleibt unser Ideal und unser Ziel, während Apple in die Zukunft blickt“, sagte Jony Ive, damaliger Chefdesigner von Apple, wie immer in weihevollen Worten. Nun Sir Jony ist auch nicht mehr bei Apple und Tim Cook ist weniger ein Design-, als vielmehr ein Finanzgenie. Tim hat seine Leute und ich sehe Apple auf guten Kurs und bin auf die AR/VR-Welt gespannt. Jony Ive weiter: „Diese Sammlung steht für eine repräsentative, behutsam ausgewählte Zusammenstellung vieler Produkte, die das Team im Laufe der Jahre entworfen hat. Wir hoffen, dass es die Art und Weise wie und warum diese Produkte kreiert worden sind, verständlich macht und es zugleich als Quelle für Studenten aller Design-Richtungen gelten wird.“ Als ob sich Studis dieses Buch damals und vor allem heute leisten können.
Die 450 bewusst in einem sehr reduzierten Stil gehaltenen Bilder des Fotografen Andrew Zuckerman illustrieren sowohl die Entwicklung des Designs als auch die fertigen Produkte von Apple.

„Designed by Apple in California“ war damals in zwei Größen verfügbar und auf eigens hergestelltem, besonders gemahlenem Papier mit silbernen Schmuckrändern gedruckt worden; unter Verwendung einer achtfachen Farbseparation und Tinte, die den Geistereffekt ausschließt. Es ist wirklich edel. Das leinengebundene Hardcover-Buch wurde in den acht Jahren entwickelt und wurde direkt von Apple veröffentlicht und über ausgewählte Apple-Store verkauft.

Damals im November 2016 kostet mein großes Buch 300 Euro und war ein stolzer Preis für mich. Heute wird das Buch zwischen 2000 und 17000 Euro gehandelt und ich stelle fest: Ich hätte damals mehr Bücher kaufen sollen.

Beim Durchblättern bin ich heute traurig. Gerne erinnere ich mich an die alten Zeiten mit Steve Jobs, als ich jedes Jahr nach SF gepilgert bin. Es waren schöne Zeiten, unbeschwerte Zeiten als man ein Präsentationsgenie bei seiner Keynote erleben durfte. Steve ist tot, aber er ist für mich nicht vergessen.

Macworld 2008: Steve Jobs und Homer
Macworld 2008: Steve Jobs und Homer

Apple würdigt die Queen und Sprechen wie die Queen

10. September 2022

Natürlich heute nochmal die Queen. Sie begegnete mir an einem Ort, an dem ich sie überhaupt nicht erwartet habe.Gestern war der Verkaufsstart der neuen iPhones, Ohrhörer und Uhren von Apple. Als Fanboy will ich neues Futter. Überraschend: Auf der Startseite von Apple waren aber nicht die neuen Produkte, die diese Woche in Cuppertino vorgestellt wurden. Nein, Apple verzichtete auf diesen enormen Werbeeffekt auf der Homepage, sondern Apple zeigte einen Nachruf auf die Queen. In Memoriam Her Majesty Queen Elisabeth II 1926-2022.

Dafür mag ich Apple. Solche Nachrufe auf der Startseite gab es nur wenige. Natürlich bei Steve Jobs und Beatle George Harrison und jetzt auch bei der Queen – und das trotz einem weltweiten Verkaufsstart der Apple Produkte. Das finde ich prima und Dank an Tim Cook und sein Team.

Die Sprache der Queen
In meinem Marketingteam bei meiner letzten Festanstellung hatte ich eine hervorragende Kollegin, die mit einem Briten liiert war. Wenn ich mit ihr auf US-Messen war, entschuldigten sich die US-Amerikaner bei mir, dass sie so ein schlechtes Englisch sprachen, wenn meine Kollegin zur Diskussion in besten noblen britischen Akzent ansetzte. Daran musste ich denken als mir eine Mitteilung der Sprachlernplattform Babbel ins Mailpostfach kam. Hier wird phonetisch erklärt, warum die Queen eben einfach cool war und auch so sprach.

Ihr nobler britischer Akzent wird in Erinnerung bleiben; wird er doch von vielen als die „richtige“ Art Englisch zu sprechen angesehen. Was macht also einen solchen Akzent aus? Claire Larkin, Kulturexpertin bei der Sprachlernplattform Babbel gibt hier Tipps, wie einem dieser britische Akzent spielend gelingt. Sie empfiehlt, auf die drei phonetischen Indikatoren der britischen Aussprache zu achten:

1) die deutliche Aussprache des Buchstabens H am Anfang von Wörtern wie ‘hat’ und ‘hamper’.

2) das unhörbare R in Wörtern wie ‘car’ und ‘heart’ – Received Pronunciation unterscheidet sich vom amerikanischen Englisch, denn ein R wird im Allgemeinen nicht ausgesprochen, es sei denn, es folgt auf einen Vokal. Das bedeutet, dass ein Received Speaker das r in ‘farm’ nicht aussprechen würde, wohl aber in Wörtern wie ‘brick’ und ‘scratch’.

3) die langen Vokale, die einen unglaublich hohen Gaumen erfordern (versuche einmal, „darling“ und „oh“ mit weit geöffnetem Mund auszusprechen, als wäre man beim Zahnarzt, oder hätte einen Apfel im Mund). Fabulous darling! (Patsy in Absolutely Fabulous). Wenn du dein Oxford-Englisch auffrischen willst, kannst du dir Wiederholungen der jährlichen Weihnachtsansprache der Queen ansehen.“

„Eine andere Möglichkeit, wie die Königin zu klingen, ist, die ‘t’s’ zu betonen. Wenn wir unsere langen Vokale betonen, können wir anfangen, diese Art des Sprechens zu üben: Wörter wie „water“ werden dann eher wie ‘wahttah’ ausgesprochen, oder ‘daughter’ wird zu ‘dahttah’. Wenn wir darauf achten, dass unsere T’s knackig und unsere Vokale lang sind, können wir auf einfache Weise den begehrten Akzent nachahmen. Da Vokalkombinationen zu den häufigsten Bestandteilen des Englischen gehören, können diese Laute beim Sprechen verwendet werden, um einen monarchischen Akzent zu erzielen:

/æ/ – Wörter, die dieses Phonem enthalten, enthalten einen ‘ah’-Laut, der mit hoher Zunge ausgesprochen wird. Das bedeutet, dass Wörter wie ‘man’, ‘bat’ und ‘tan’ eher wie ‘men’, ‘bet’ und ‘ten’ klingen sollten, wenn sie königlich ausgesprochen werden.

/uː/ – Dieses Phonem erzeugt den Laut ‘oo’. Bei der Aussprache von Wörtern, die dieses Phonem enthalten (wie z. B. fruit, music und new), sollte die Zunge hoch nach hinten gelegt und die Lippen abgerundet werden, so dass das ‘oo’ eher verschluckt und im hinteren Teil der Kehle klingt. ‘Froot’, ‘Moosic’ und ‘Noo’ sollten dabei heraus kommen.

/əʊ/ – Dieses Phonem ist ein Dipthong, d. h. es handelt sich um ein Vokalphonem, das aus zwei Lauten besteht, die nahtlos ineinander übergehen. Bei der Aussprache von Wörtern, die diesen Dipthong enthalten – wie z. B. goat, road, und show – sollten wir unseren Mund unrund und offen halten. Das bedeutet, dass die O’s weniger hart ausgesprochen werden und die Wörter somit fließend erscheinen.“

So jetzt wissen wir dank Babbel das auch und bereiten uns auf das Begräbnis dieser wunderbaren Frau vor.

Das Ende vom iPod – meine Sammlung

11. Mai 2022

Es war das Jahr 2001 als Apple die Musikindustrie zerstörte und sich selbst rettete. Mit dem iPod begann ein neues Zeitalter des mobilen Musikgenusses. Jetzt hat Apple den Player aus dem Programm genommen, doch die Musik lebt weiter.

Hier eine Auswahl meiner iPods.

Steve Jobs, Jon Ive und die Kreativen aus dem Apple Zukunftslabor präsentierten die 1000 Songs in der Hosentasche und leiteten eine Musikrevolution ein. Es gab zuvor mp3-Player und es gab danach mp3-Player, aber es gab für mich nur den iPod.

Ich hab in einem Video mal eine Auswahl meiner iPods, Nanos, Minis, Shuffles und iPod Touch mal zusammengestellt. Im Grunde habe ich fast alle Modelle bis auf die U2-Version und die Harry Potter-Version in meinem Archiv. Das Flaggschiff, der 80 GByte-Player lief noch die vergangenen Jahre im Auto bis er nun durch Blauzahn ersetzt wurde. Ähnlich wie ich an meinen Sony Walkman nostalgische Erinnerungen habe, habe ich an meine iPods schöne Erinnerungen. Danke Apple und ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

Kater Parsifal überwacht die Dreharbeiten.

15 Jahre Apple iPhone – ich war dabei

11. Januar 2022

Es gibt Ereignisse, die in die Geschichte eingehen und bei einem solchen Moment war ich dabei. Ich saß vor 15 Jahren in San Francisco im Moscone Center als Steve Jobs das iPhone vorstellte. Apple erfindet das Telefon neu – lautete ein Slogan.

Auf der Bühne führte uns Jobs zunächst an der Nase herum und sprach von drei neuen Produkten: ein iPod mit Touch-Control, ein Telefon, ein Internet-Device. Und dann als der Groschen gefallen ist, der legendäre Satz: „Wir nennen es iPhone.“ Der Rest ist Geschichte.
Ich habe meine Erinnerungen in diesem Video zusammengefasst: Viel Spaß

Das Apple Putztuch gab es schon vor rund 20 Jahren

20. Oktober 2021

Nachdem alle über das 25 Euro teure Poliertuch aus dem Apple Onlinestore berichtet haben, hat Apple sein Ziel erreicht: Das Unternehmen aus Cupertino ist wieder in aller Munde. Ich erinnere mich noch an das Jahr 2002 als es schon mal so ein Tuch gab.

Als meine Bestellung für die mobile Höllenmaschine MacBook Pro raus gegangen ist, schaute ich noch durch den Shop, ob es ein Schnäppchen gab: Apple und Schnäppchen – ein Widerspruch in sich. So stieß ich also auch wie viele andere auf das Poliertuch, das mir mein Optiker als kostenloses Geschenk beim Brillenkauf dazugibt, bei Apple ich aber bezahlen soll, auch wenn ich für Tausende von Euro ein M1Max-Biest gekauft habe.

25 Euro für ein Putztuch – ich liebe den Humor von Apple.

Poliertuch aus dem Jahre 2002
Aber in diesem Moment erinnerte ich mich an die Keynote des Jahres 2002. Apple hatte mich damals nach San Francisco auf die MacWorld Expo zur Bericterstattung eingeladen. Ich saß ziemlich weit vorne. Vorgestellt wurde damals der iMac im Sonnenblumen- oder Lampendesign. Steve war noch am Leben, Jon hatte das Design nach einem Spaziergang durch ein Sonnenblumenfeld entworfen und es war eine gute Zeit, es war eine andere Zeit. Ich liebte diesen Computer. Hier die Keynote als Steve Jobs den Rechner, the new iMac genannt, vorstellte.

Eskalation im Tech-Briefing
Anschließend gab es Tech-Briefings. Apple Ingenieure erklärte uns Journalisten den technischen Aufbau der damals mit dem G4 ausgestatteten Rechner. Die Nerven unseres Apple Ingenieurs und des dazugehörigen PR-Mannes wurden in unserer Session mit europäischen Journalisten extrem strapaziert.

Ein Kollege aus Deutschland hatte einen Schraubenzieher dabei und wollte den iMac vor den Augen der Apple Mitarbeiter aufschrauben, was bei Todesstrafe verboten war. Er war schwer davon abzubringen, um zu schauen, wie die RAM-Bausteine ausgewechselt werden können.

Aber richtig lustig wurde es dann als sich in meiner Session der Vertreter der französischen Vogue meldete. Apple öffnete sich damals in Richtung Luxusmarke. Der angesehene Kollege aus der Modebranche war weniger an den technischen Innereien des iMac interessiert als vielmehr an der Beilage zum iMac. Zum Lieferumfang gehörte nämlich ein graues Poliertuch, ganz so, wie es heute von Apple im Onlinestore angeboten wurde.
Warum dieses Tuch grau sei, wollte der Kollege wissen. Er könne sich sehr gut dagegen ein weinrotes Poliertuch vorstellen. Dafür erntete er verständnislose Blicke der Apple-Verantwortlichen. Deren Gesichtszüge entglitten.

Da musste man erst mit dem nervigen Deutschen und seinem Schraubenzieher fertig werden und dann kam der Modejournalist dazu und wollte eine Begründung für das graue Tuch. Dabei muss man wissen, dass US-Briefings damals so abliefen: Die Verantwortlichen stellten etwas vor und Fragen waren weniger erwünscht. US-Tech-Journalisten hielten sich daran, wir Europäer waren unsere Pressekonferenzen mit Frage – Antwort gewöhnt, Kulturunterschiede eben. Als die Stimmung in der Session zu eskalieren drohte, weil sowohl der deutsche Kollege mit seinem Schraubenzieher als auch der französische Kollege mit seinem weinroten Poliertuch keine Ruhe gaben, wurde die Session abgebrochen und wir vor die Türe geschickt. Quasi ohne Abendessen ab ins Bett.

Der deutsche Apple-PR Manager, der legendäre Georg Albrecht, der uns begleitete, konnte sich vor Lachen nicht mehr zurückhalten und entschuldigte sich bei seinen US-Kollegen, die schweißgebadet waren. Den new iMac samt Tuch hab ich noch. Vielleicht sollte ich bei Apple mal nachfragen, warum es das 25 Euro teure Putztuch nicht in Weinrot gibt.

Heute vor 10 Jahren verstarb Steve Jobs

5. Oktober 2021

Heute ist der 10. Todestag von Steve Jobs. Ich erinnere mich, dass ich gegen 5 Uhr vor 10 Jahren einen Anruf erhalten habe, dass der Apple Gründer verstorben sei. Ich stand auf und formulierte meinen emotionalen Nachruf Vielen Dank Steve Jobs (1955-2011) zudem ich noch heute stehe.

Seit 10 Jahren führt Tim Cook nun das einstige Computerunternehmen und hat es zu neuen finanziellen Höhenflügen gebracht. Apple ist das reichste Unternehmen auf diesem Planeten. Ein neues Feld wie Wearables verbunden mit Gesundheitsfunktionen wurde geschaffen und damit ein völlig neuer Markt. Und Macs, iPhones, iPads laufen weiter und bringen weiter Geld.
Am Todestag von Steve Jobs, heute vor 10 Jahren, gehen mir viele Geschichten durch den Kopf. Ich erinnere mich noch an die Zeit von Motorola-Chipsätzen, dann der PowerPC, dann der Wechsel zu Intel und anschließend die Apple-eigenen Chipsätze, die wahren Powerboilden. Aber Prozessoren waren nicht sexy zum Ansehen – bis auf einziges Mal, als der G4 eingeführt wurde und der Prozessor so schnell war, dass er als Kriegswaffe galt. Apple produzierte den legendären Tank-Spot. Panzer fuhren um den G4-Rechner auf damit er nicht in falsche Hände geriet.

Beim Aufräumen meines Archivs fiel mir allerhand Werbematerial aus der Zeit von Steve Jobs in die Hand: Prospekte und Flyer zum ersten iPod (1000 Songs in der Tasche), der G4-iMac im Stile eine Sonnenblume, die transparenten iMacs.

Ich setzte mich und ging das Werbematerial durch, jedes verbunden mit Erinnerungen an die damalige Zeit, als Steve Jobs in seinen Keynotes Hof hielt. Bei manchen durfte ich live vor Ort dabei sein, manche sah ich via Satellit (Streaming war damals noch nicht so richtig möglich). Es gab anschließend schöne Partys und Events zu denen ich eingeladen war, um innerhalb der installed Base zu feiern. Es war eine andere Zeit, die starb als Steve Jobs starb.
Tim Cook ist anders und er hat nicht den Fehler gemacht, seinen Vorgänger zu kopieren. Er gilt als Logistik- und Finanzgenie und die Biografie über ihn liest sich anders als die vielen Biografien über Steve Jobs. Ich habe bisher nur eine Biografie über Cook gelesen, die ich empfehlen kann. Tim Cook: Das Genie, das Apples Erfolgsstory fortschreibt stammt aus dem Jahre 2019 aus der Feder von Leander Kahney.

Ein paar Bücher rund um Apple.

Ich habe sie im Anschluss an die Biografie von Jony Ive: Das Apple-Design-Genie gelesen aus dem Jahre 2014. Sir Jony hat inzwischen Apple verlassen, aber sein kreative Einfluss ist noch heute enorm. Ich habe Ive einmal nach einer Keynote getroffen und wollte ihm die Hände schütteln, aber er wandte sich lieber Jobs Ehefrau Laurene Powell zu, als sich mit mir zu unterhalten. Dann eben nicht.

Die jüngste Biografie über Jobs, die ich gelesen habe, stammt aus dem Jahre 2017: Becoming Steve Jobs: Vom Abenteurer zum Visionär von Brent Schlender. Er zeigt auch die Schattenseiten des Genies, welch schwieriger Mensch Jobs gewesen sein muss. Brent Schlender ist ein IT-Journalist der ersten Stunde und kann die technischen Innovationen des Egomanen sehr gut bewerten. Aber er weiß auch den spirituellen Menschen Steve Jobs einzuordnen und hilft uns diesen Charakter besser zu verstehen.
Während Jobs in seinem eigenen Reality Distortion Field lebte, das sein Charisma formte, ist Cook eher der nüchterne Faktenmensch. Mit dem Mac, dem iPod, dem iPhone hat Jobs Geschichte geschrieben und mein Leben verändert. Tim Cook ist die Apple Watch zuzuschreiben, die einen enormen Einfluss auf mein Gesundheitsverhalten und damit auch Einfluss auf mein Leben hat, wenn auch vielleicht unbewusster. Das one more Thing von Cook wird wohl irgendwann die AR-Brille sein. Alle Tech-Riesen arbeiten an der nächsten Computing-Stufe im VR- und AR-Bereich. Wenn die AR-Brille von Apple kommt, dann wechsel ich wieder auf Kontaktlinsen.
Also dieser Tag steht heute in Erinnerung an ein Genie, an ein Vorbild, an einen Visionär: Dieser Tag steht heute in Erinnerung an Steve Jobs.