Posts Tagged ‘Popkultur’

Der Weiße Hai zum Anfassen – ein Diorama, das Geschichten erzählt

7. August 2025

Der weiße Hai ist wieder in den Kinos, das freut mich. Aber noch mehr freut mich ein Geschenk von meinem Kollegen Markus von Filmreport. Er hat mir ein Diorama vom Weißen Hai geschenkt. Vielen lieben Dank für das wertvolle Geschenk.

Ein Diorama ist ein dreidimensionales Modell, oft in einem Schaukasten mit einem bemalten Hintergrund, das eine illusionistische Darstellung erzeugt. Es wird verwendet, um Geschichten zu erzählen, historische Ereignisse oder natürliche Lebensräume darzustellen und ist sowohl für Bildungs- als auch für Unterhaltungszwecke geeignet. Hier wird das bekannte Plakat des Weißen Hais dreidimensional dargestellt.

Das wunderbare Diorama stammt aus dem Jahr 2006 und wurde von McFarlane herausgegeben. Die Firma McFarlane Toys ist ein US-amerikanischer Hersteller von hochrealistischen Sammler‑Actionfiguren, gegründet 1994 von Todd McFarlane, dem bekannten Comic-Schöpfer von Spawn.

Ursprünglich hieß das Unternehmen Todd Toys, wurde aber 1995 wegen eines Markenkonflikts mit Mattel in McFarlane Toys umbenannt. Die Firma setzt Standards im Bereich präziser Sculpting-Techniken, Comic-Realismus und hochwertiger Sammlerartikel. McFarlane Toys steht für ein kreatives Zusammenspiel von Comic-Kunst, Popkultur und Sammlerleidenschaft. Die Marke zeichnet sich durch detailreiche Figuren für Erwachsene aus berühmten Franchises und Sportlern aus, ist über Jahrzehnte kontinuierlich gewachsen und hat in Sammlerkreisen ein hohes Renommee erlangt.

Für den Weißen Hai sind nach dem Erfolg des Films von 1975 verschiedene McFarlane-Modelle erschienen. Das Wichtigste ist aber natürlich der Spielberg-Film – immer ein Genuss.

Ich habe mal einen Vortrag über den Weißen Hai im Rahmen meiner phantastischen Matinee gehalten. Hier das Video.

Und hier noch ein Video über einen Buchtipp zum Film.

Ein Stück Dylan in Glasgow – und ich mittendrin: Wenn Bob Dylan malt, erzählt er weiter – diesmal ohne Gitarre

10. Juli 2025

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein großer Fan von Bob Dylan bin. Ich höre seine Musik seit Jahrzehnten, ich interessiere mich für sein Werk und habe ich London mal die Halcyon Gallery mit seinen Gemälden besucht. Jetzt stand in Schottland der Besuch der Castle Fine Art Galerie in Glasgow an.

Die Castle Fine Art Galerie in Glasgow, Teil eines renommierten britischen Filialnetzwerks, präsentiert regelmäßig hochwertige Kunsteditionen, darunter auch exklusive Werke des berühmten Musikers und Künstlers Bob Dylan. Dylan, der seit einigen Jahren auch als bildender Künstler auftritt, hat über seine Sammlung hinweg mehrere Editionen realisiert, die in der Glasgower Galerie zu sehen und zu erwerben sind.

Bob Dylans Kunstwerke
Ein zentraler Teil der ausgestellten Dylan‑Editionen ist seine „The Beaten Path“-Serie, die erstmals 2016 erschien und seitdem mehrfach erweitert wurde. Sie umfasst Silkscreen‑Drucke in limitierten Auflagen, die typisch amerikanische Straßenszenen, Motels, Bahnlinien und Stadtausschnitte zeigen – eingefangen in seinem rauen, erzählerischen Stil. Die Sammlung vermittelt das Amerika abseits der Touristenroute, Reiserouten entlang von Landstraßen und kleinen Orten – stets mit einem nostalgischen Blick für Alltag und Atmosphäre.

Weitere markante Werke stammen aus der „Deep Focus“-Reihe (2023), die sich durch eine filmisch-inspirierte Komposition auszeichnet. Dylan nutzt eine Tiefenschärfe-ähnliche Technik und inszeniert Motive in Vorder- und Hintergrund mit erzählerischem Charme. Diese Arbeiten zeigen Szenen mit Figuren, Interieurs und Straßenszenen, oft mit einem cineastischen Touch und subtiler Spannung. Besonders eindrucksvoll sind Titel wie Hideaway Woman, Edge of Town oder Man on a Bridge, die Menschen in verlassenen Bars, Nachtmomenten oder urbanen Zwischenräumen inszenieren.

Neueste Präsentationen umfassen „Point Blank“ (2025) – eine Serie von acht Originalgemälden, offenbar als intime Momentaufnahmen konzipiert. Jedes wirkt wie eine visuelle Notiz oder Erinnerungsschnipsel mit emotionaler Direktheit. Besucher der Glasgow-Galerie erhalten somit Zugang zur neuesten künstlerischen Phase Dylans, die deutlich persönlicher und spontaner wirkt als seine früheren Editionen.

Atmosphäre und Präsentation in der Galerie
Die Castle Fine Art Galerie in Glasgow legt Wert auf eine hochwertige, ruhige Präsentation: sauber ausgestellte Rahmen, klare Beschilderung der Editionen und professionelle Beratung. Bob Dylan-Werke sind in der Regel signierte Limited Editions und oft schnell vergriffen. Manche Ausgaben, etwa aus der Silkscreen-Kollektion, sind als „sold out“ markiert oder nur vereinzelt verfügbar. Die Ausstellung vermittelt sowohl einen Blick auf Dylans künstlerische Entwicklung als auch auf die verschiedenen Themenkreise seiner visuellen Kunst.

Insgesamt bietet die Castle Fine Art Galerie Glasgow einen überzeugenden Einblick in Bob Dylans kunsthistorisch relevante Arbeit. Mit Serien wie „The Beaten Path“, „Deep Focus“ und „Point Blank“ zeigt Dylan eine beeindruckende visuelle Bandbreite: von urbaner Americana über filmische Szenen bis hin zu persönlichen Momentporträts. Die Galerie fungiert als wichtiger Ort für Sammler und Interessierte, die Dylans bildnerisches Werk im Original erleben möchten.

US-Künstler nutzt britischen Vertrieb
Dass Bob Dylan seine bildende Kunst primär über Castle Fine Art, ein renommiertes britisches Galerienetzwerk, und nicht über US-amerikanische Galerien vertreibt, lässt sich durch eine Kombination aus strategischen, künstlerischen und vielleicht auch persönlichen Gründen erklären. Ich habe dazu Becca von Castle Fine Art in Glasgow befragt. Sie verschickt die Dylan-Bilder in die ganze Welt, auch nach Deutschland.

Kontrollierte Präsentation über Castle Fine Art
Castle Fine Art hat sich auf exklusive Kooperationen mit Prominenten spezialisiert, die nicht aus dem klassischen Kunstbetrieb stammen – etwa Musiker, Schauspieler oder Popkulturikonen. Für Dylan bietet diese Partnerschaft einen maßgeschneiderten Rahmen, um seine Werke hochwertig, limitiert und kuratiert zu präsentieren – ohne sich mit dem kritischeren, oft elitären Kunstmarkt der USA auseinandersetzen zu müssen.

Britisches Publikum: kulturell offener für Promi-Kunst
Im Vereinigten Königreich herrscht ein etwas entspannterer Umgang mit prominenten Künstlern, die sich auch außerhalb ihres Hauptmetiers künstlerisch ausdrücken. Während in den USA Kunstkritik und akademischer Anspruch oft dominieren, ist das britische Publikum – und damit auch der Kunstmarkt – zugänglicher für „Crossovers“ wie Dylan.

Dylans enge kulturelle Beziehung zu Europa
Bob Dylan hatte schon immer ein starkes Verhältnis zu Europa – sei es durch ausgedehnte Tourneen oder durch die Tatsache, dass seine Musik und Texte dort besonders literarisch rezipiert werden. Seine bildende Kunst spiegelt oft europäisch geprägte Einflüsse wider (z. B. durch Städtebilder, melancholische Straßenszenen). Der europäische Markt scheint daher empfänglicher für die atmosphärische, erzählerische Qualität seiner Werke. In Schottland hatte der Künstler ein großzügiges Anwesen, was aber vor kurzem verkauft wurde. Auch Songs deuten auf Schottland hin. Der wohl schottischste Songtitel in Dylans Werk ist „Highlands“ – ein knapp 17-minütiges Stück über Sehnsucht, Entfernung und innere Leere. Zwar ist nicht klar, ob die „Highlands“ buchstäblich die schottischen Highlands meinen, aber Dylan selbst sagte in Interviews, dass der Song stark von Robert Burns, dem schottischen Nationaldichter, inspiriert sei. Die Zeile „My heart’s in the Highlands, wherever I roam“ ist eine direkte Anspielung auf Burns’ Gedicht My Heart’s in the Highlands.

Distanz zum US-Kunstbetrieb
Dylan hat zeitlebens eine Distanz zum Establishment gesucht – auch zur amerikanischen Kunstszene, die stark durch Prestige, Galeriensysteme und Sammlereliten geprägt ist. Es passt zu seiner Haltung, nicht in den klassischen Galerien in New York oder L.A. auszustellen, sondern einen alternativen Weg zu gehen – in diesem Fall über einen kommerziellen, aber kunstorientierten Anbieter wie Castle Fine Art.

Professionelles Vertriebsmodell
Castle Fine Art übernimmt nicht nur die Ausstellung, sondern auch Vertrieb, PR und Kundenkontakt, und zwar in einem hochprofessionellen, aber auch stark kommerziell ausgerichteten Rahmen. Für Dylan – der lieber Kunst schafft als Netzwerke pflegt – ist das eine ideale Lösung: maximale künstlerische Kontrolle, keine Verpflichtungen gegenüber dem traditionellen Kunstbetrieb, und gleichzeitig ein starker Markt.

Mamma Mia! Rennfieber im Kinosaal des Scala FFB

3. Juli 2025

Das Scala Fürstenfeldbruck geht zusammen mit der VHS Maisach einen neuen Weg: Mario Kart World auf der Kinoleinwand. Wir veranstalten am Sonntag, 13.Juli von 9:30-12 Uhr mit der brandneuen Switch 2 einen Renn-Wettbewerb mit Mario Kart World auf der großen Kinoleinwand im Scala. Mamma Mia!

Je nach Altersklasse treten die jungen Rennfahrer gegeneinander an und fahren gegen die Zeit. Ein Erlebnis für Auge und Ohr auf der Kinoleinwand. Hier geht es zur Anmeldung bei der VHS.

Es ist ein Gefühl, das man nicht vergisst: Wenn sich der Kinosaal verdunkelt, das Summen der Lautsprecher einsetzt und plötzlich die riesige Leinwand vor einem aufleuchtet – nicht mit einem Film, sondern mit dem neuen Spiel Mario Kart World auf der neuen Switch2. Kein passives Zuschauen, kein Rücklehnen. Stattdessen: Controller in der Hand, Daumen auf dem Stick, Herzklopfen im Takt der Motoren. Ich kann versprechen: Es ist mehr als nur ein Spiel. Es ist eine Erfahrung.
Wir haben das System jetzt ein paar Mal getestet, damit keine Probleme beim Spiel passieren. Die Funkübertragung läuft stabil ohne Latenz und Aussetzer.

Videospiele leben von Immersion, von diesem Moment, in dem man die reale Welt vergisst und ganz in eine andere eintaucht. Aber auf der großen Leinwand ist das etwas anderes. Die Kurven wirken weiter, das Tempo rasender, jede Berührung mit dem Asphalt klingt wie ein Donnerhall. Jeder Drift, jeder Fehler, jeder Sieg – all das wird nicht nur gespielt, sondern gefühlt, gesehen, erlebt. Wenn man mit Vollgas durch virtuelle Rennstrecken von Mario jagt, während sich die Strecke in 4K-Klarheit über dutzende Quadratmeter erstreckt, dann ist das nicht mehr bloß Gaming. Es ist Kino. Und du bist nicht der Zuschauer – du bist der Hauptdarsteller.

Das, was sonst auf dem heimischen Bildschirm stattfindet, wird in diesem Moment zur Show. Man hört das Publikum im Hintergrund raunen, lachen, mitfiebern. Der Wettbewerb wird zur gemeinsamen Emotion, der Kinosaal zum Schauplatz eines digitalen Rennens, das alles ist – nur nicht virtuell. Denn die Gefühle sind echt. Die Spannung, wenn du an der letzten Kurve noch einen Platz gutmachst. Die Freude, wenn du als Erster über die Ziellinie schießt. Und das Wissen: Das war kein Film – das warst du.

Es ist ein Spiel. Aber für diesen einen Moment ist es mehr. Es ist Kino, Wettbewerb, Leidenschaft – und pure Faszination auf 15 Metern Leinwandbreite.

Zwischen Pixelträumen und Sammelleidenschaft – warum mein Herz für Retro-Games schlägt

4. Juni 2025

Zum Missfallen meiner geliebten Frau bin ich ein Retrogamer und liebe alte Spielkonsolen. Meinen Sohn habe ich mit dem Hobby angesteckt und so manches Mal zocken wir zusammen. Aber nicht nur alte 8-Bit-Geräte stehen bei uns hoch im Kurs, sondern natürlich auf die Next-Gen-Konsolen wie PS5 oder Switch 2, die morgen wohl bei uns eintreffen wird.

Und wir brauchen Spielenachschub. Da gibt es natürlich die entsprechenden Online-Plattformen, aber ich gehe auch gerne auf Börsen, Flohmärkte und auch in Ladengeschäfte. In München mag ich FUNtainment in der Landwehrstraße und jetzt hat in Augsburg in der City-Galerie Figuya X Konsolenkost eröffnet. Für mich natürlich ein Grund mal wieder in die Fuggerstadt zu fahren. Figuya X Konsolenkost wird weitere Ex-GameStop übernehmen.

Ich finde die Entwicklung interessant, denn es gibt wohl einen kaufkräftigen Markt. Figuya X Konsolenkost ist ein neues, gemeinsames Retail-Projekt der beiden etablierten Online-Händler Figuya und Konsolenkost, das im Mai 2025 mit der Eröffnung seines ersten Ladengeschäfts in der City-Galerie Augsburg an den Start ging. Die Kooperation entstand nach dem vollständigen Rückzug von GameStop aus Deutschland, wobei Figuya X Konsolenkost gezielt ehemalige GameStop-Flächen übernimmt, um diese mit einem neuen Store-Konzept neu zu beleben.

Das Konzept der neuen Filialen vereint die Welten von Gaming und Anime unter einem Dach. Das Sortiment ist dabei zu gleichen Teilen aufgeteilt: Eine Hälfte besteht aus aktuellen Videospielen und Retro-Klassikern, die andere Hälfte aus Anime-Figuren, Trading Cards und japanischer Popkultur. Figuren sind nur zum Teil mein Fall, da sind meine Kinder mehr am Start. Ich sammle als Giger-Fan in der Regel nur Alien-Figuren.

Natürlich lassen sich über die Preise der angebotenen Retro-Games diskutieren. Ich habe bei Games für die PS Vita zugegriffen. Leider gab es (noch) keine Spiele für mein geliebtes Atari 2600. Leider hatte ich nicht soviel Zeit bei meinem ersten Besuch im Augsburger Laden und es verging viel Zeit mit Schlangestehen, weil der Andrang enorm war und vor dem Geschäft sich eine Schlange gebildet hatte. Das wird sich sicherlich bei meinen nächsten Besuch eingespielt haben. Aber es freut mich, dass das Konzept angenommen wird.

Damit richtet sich das Angebot sowohl an Gaming-Fans als auch an Liebhaber von Anime und japanischem Lifestyle. Ziel ist es, einen Treffpunkt für zwei verwandte Fan-Welten zu schaffen, an dem Sammelleidenschaft und Community im Mittelpunkt stehen.

Ein zentrales Element des Geschäftsmodells ist das bekannte Trade-In-System: Kunden können nicht nur gebrauchte Konsolen, Spiele und Zubehör, sondern erstmals auch Anime-Figuren und sogar defekte Geräte zum Verkauf anbieten. Die angekauften Produkte werden von einem spezialisierten Team sorgfältig geprüft, aufbereitet und wieder in den Verkauf gebracht. Besonders gefragt sind dabei seltene Sammlerstücke wie Pokémon-Spiele, Zelda-Editionen oder spezielle Game-Boy-Modelle. Nachhaltigkeit und die Wertschätzung alter Schätze stehen im Vordergrund.

Figuya X Konsolenkost positioniert sich damit als lebendiger Begegnungsort für die Community, der sowohl Nostalgie als auch aktuelle Trends aufgreift. Nach der Eröffnung des ersten Stores in Augsburg sind weitere Filialen in deutschen Innenstädten geplant, um so die Lücke zu füllen, die GameStop hinterlassen hat, und neue Impulse für die Gaming- und Anime-Szene zu setzen.

Sterne, Sehnsucht und ferne Welten – Science Fiction-Vortrag am Mittwoch, 4. Juni in der Gemeindebücherei Maisach

3. Juni 2025

Die Maisacher Gespräche zur Popkultur (MGP) gehen am Mittwoch, 4. Juni, in die zweite Runde. Ich darf ab 18 Uhr in der Gemeindebücherei einen Vortrag über die großen Science Fiction-Sagas halten. Nach einem erfolgreichen Auftakt um das Phänomen James Bond diskutiere ich nun die Frage: Warum uns Science-Fiction-Sagas nicht mehr loslassen? Der Eintritt ist kostenlos. Überall im Gemeindegebiet wurde für den Vortrag plakatiert. Danke dafür.

Science-Fiction-Sagas lassen uns nicht mehr los, weil sie weit mehr sind als bloße Zukunftsphantasien mit Raumschiffen, Laserwaffen und fremden Planeten. Sie berühren etwas Tiefes in uns – eine Mischung aus Neugier, Sehnsucht und der ewigen Frage nach dem „Was wäre, wenn?“. In einer Welt, die sich immer schneller verändert, in der Technologien unseren Alltag bestimmen und gesellschaftliche Umbrüche unser Leben prägen, bieten Science-Fiction-Geschichten nicht nur einen Blick in mögliche Zukünfte, sondern auch einen Spiegel für unsere Gegenwart. Dabei bespreche ich in die SF-Sagas zu Star Wars, Star Trek, Alien und Dune – der Wüstenplanet unter unterschiedlichen Fragestellungen.

Science Fiction-Sagas erschaffen Welten, in denen wir uns verlieren können – nicht zur Flucht, sondern zur Erweiterung unseres Denkens. Wenn wir Luke Skywalker auf seinem Weg begleiten, wenn wir mit der Crew der Enterprise ins Unbekannte aufbrechen oder wir uns auf die Jagd nach einem Alien begeben, dann geht es im Kern immer um etwas zutiefst Menschliches: Mut, Zweifel, Verantwortung, Hoffnung.

Science-Fiction erlaubt uns, große Themen zu verhandeln – künstliche Intelligenz, Klimawandel, gesellschaftliche Spaltung – ohne dass sie uns zu nahe treten. Durch die Distanz der fiktiven Welt erkennen wir oft klarer, was in unserer eigenen auf dem Spiel steht. Gleichzeitig wecken diese Sagas unsere Fantasie wie kaum ein anderes Genre. Sie zeigen nicht nur, was sein könnte, sondern auch, was sein sollte – und manchmal, was besser nicht eintreten darf.

Diese Geschichten leben von epischen Konflikten, charismatischen Figuren und der Vorstellung, dass auch der Einzelne im riesigen Gefüge des Universums Bedeutung haben kann. Vielleicht ist genau das ihr größter Reiz: Sie geben uns das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein – und dennoch selbst entscheiden zu können, was richtig ist.

Deshalb lassen uns Science-Fiction-Sagas nicht mehr los. Sie sind Abenteuer und Allegorie, Utopie und Warnung zugleich. Sie schlagen Brücken zwischen Wissenschaft und Emotion, zwischen Vision und Realität. Und sie erinnern uns daran, dass der Mensch selbst in der entferntesten Galaxie auf der Suche nach dem bleibt, was ihn im Innersten ausmacht: Liebe, Freiheit, Sinn.

Ich freue mich auf die reichliche Teilnahme zu meinem Vortrag am Mittwoch, 4. Juni um 18 Uhr in der Gemeindebücherei Maisach. Ich halte diesen Vortrag ehrenamtlich, um die Kommunikation innerhalb unserer Gemeinde zu fördern. Ich bedanke mich ausdrücklich bei dem Team der Gemeindebücherei.

Prag (4): Flashback – Rubik’s Zauberwürfel

25. Oktober 2024

Damals war er bei uns in der Stadt ausverkauft und die Mutter eines Bekannten ist extra nach München gefahren, um einen Würfel zu besorgen. In der Schule war ich dann ein Held als ich stolz zur ersten Stunde den Zauberwürfel auf eine Bank ablegte. An Unterricht war dann nicht mehr zu denken, denn alle Mitschüler und auch mein Lehrer wollten das Ding ausprobieren: Rubik’s Zauberwürfel

Bei meiner Reise nach Prag fand ich in dem großen Spielzeugladen The Playground diese Jugenderinnerung wieder. Der Rubik’s Zauberwürfel ist weit mehr als nur ein Spielzeug – er ist eine Ikone, ein Symbol für menschlichen Einfallsreichtum, Geduld und den unermüdlichen Drang, das scheinbar Unlösbare zu bewältigen. Seit seiner Erfindung im Jahr 1974 durch den ungarischen Architekten und Professor Ernő Rubik hat der Würfel Generationen von Menschen weltweit fasziniert, herausgefordert und inspiriert. Was auf den ersten Blick wie ein einfaches Puzzle aussieht, entpuppt sich schnell als eine fast schon überwältigende Herausforderung, die die Grenzen der Logik, des räumlichen Denkens und der Ausdauer testet.

Ich stand also vor der Auslage in Prag und dachte an meine Würfel zurück. Ich hatte den Standardwürfel und einen kleinen Würfel, den ich an meinen Schulranzen hängen konnte. Der kleine Würfel war aber schwieriger zu lösen, weil er sich oft verklemmte und im schlimmsten Fall auseinanderbrach.

Es ist schwer, die Magie des Rubik’s Würfels zu erklären, wenn man ihn das erste Mal in den Händen hält. Sechs Farben, 54 kleine Quadrate und 43 Quintillionen mögliche Positionen. Doch nur eine Anordnung ist die richtige, und der Weg dorthin scheint unmöglich – zumindest auf den ersten Blick. Jeder, der je versucht hat, den Würfel zu lösen, kennt das Gefühl von Frustration und Verzweiflung, wenn sich die Farben scheinbar immer weiter von der Lösung entfernen. Doch genau darin liegt die Faszination des Würfels: Er zwingt uns, anders zu denken, neue Strategien zu entwickeln, Muster zu erkennen und geduldig zu sein. Es ist eine Reise der Selbstüberwindung, bei der man oft nahe daran ist, aufzugeben, nur um dann doch weiterzumachen.

Der Moment, wenn sich alle Farben schließlich ordnen und der Würfel perfekt gelöst ist, ist unbeschreiblich. Es ist nicht nur ein Sieg über das Puzzle, sondern ein Triumph des Geistes über die eigene Unsicherheit und Unruhe. Es ist der Beweis dafür, dass selbst die komplexesten Herausforderungen überwunden werden können, wenn man sich ihnen Schritt für Schritt nähert. In dieser einen Sekunde, in der der Zauberwürfel perfekt gelöst ist, scheint die Welt stillzustehen. Alles, was bleibt, ist die stille Zufriedenheit, etwas erreicht zu haben, das viele für unmöglich hielten. Ich war nicht so schnell wie andere beim Lösen der Aufgabe. Andere Mitschüler hatten den Bogen raus und drehten in Sekundenschnelle die Farben richtig rum.

Doch der Rubik’s Würfel ist nicht nur ein persönliches Erfolgserlebnis. Er ist auch ein globales Phänomen, das Menschen jeden Alters, Geschlechts und Herkunft zusammengebracht hat. In den vergangenen Jahrzehnten haben unzählige Wettbewerbe, sogenannte „Speedcubing“-Turniere, Menschen aus aller Welt zusammengeführt, die sich der Herausforderung des Würfels mit unglaublicher Schnelligkeit und Präzision stellen. Für diese Cuber ist der Würfel nicht nur ein Puzzle, sondern eine Leidenschaft, ein Kunstwerk der Bewegung, bei dem jede Drehung mit Präzision und Kontrolle ausgeführt wird. Die Faszination dieser Wettbewerbe liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern in der Eleganz, mit der die Würfel gelöst werden. Für Zuschauer, die nicht in die Welt des Cubings eingeweiht sind, wirkt es fast schon magisch, wenn der Würfel nach wenigen Sekunden in seinen perfekten Zustand zurückkehrt.

Der Rubik’s Zauberwürfel hat auch die Popkultur geprägt, in Filmen, Serien und Büchern. Er steht oft symbolisch für das menschliche Streben nach Ordnung in einer chaotischen Welt, für das unaufhörliche Bemühen, Komplexität zu meistern und Struktur zu schaffen. Der Würfel hat auch eine tiefere philosophische Bedeutung: Er erinnert uns daran, dass das Leben oft wie ein Puzzle ist – chaotisch, herausfordernd und manchmal unübersichtlich. Doch mit Geduld, Kreativität und Beharrlichkeit können wir selbst die verworrensten Situationen entwirren und zu einer harmonischen Lösung finden.

Ernő Rubik schuf mit seinem Würfel ein Meisterwerk, das die Grenzen des bloßen Spielzeugs weit überschritten hat. Der Rubik’s Würfel ist eine Herausforderung für den Verstand, ein Symbol der Beharrlichkeit und ein Spiegelbild der menschlichen Fähigkeit, das Unlösbare zu lösen. Jeder, der ihn je in den Händen gehalten hat, weiß, dass er nicht nur ein Puzzle ist – er ist eine Metapher für das Leben selbst.

Orlok, Dracula und Frankenstein samt Braut von Funko

18. September 2024

Gut, dass ich kein wirklicher Sammler von Funko Figuren bin. Funko Figuren sind Sammlerstücke, die von der US-amerikanischen Firma Funko Inc. produziert werden. Besonders bekannt sind sie für ihre Pop! Vinyl-Linie, die charakteristische Figuren mit übergroßen Köpfen und großen schwarzen Knopfaugen umfasst. Diese Designs sollen den Figuren einen charmanten und erkennbaren Stil verleihen, der sie von anderen Sammlerobjekten abhebt. Ich bin wie gesagt ein wirklicher Fan der Figuren, geschweige denn ein Sammler.

Aber natürlich bin ich schwach geworden als es zum 100. Geburtstag eines meiner Lieblingsfilme Nosferatu – eine Symphonie des Grauens den Grafen Orlok 1267 als Figur gibt. Den musste ich mir für kleines Geld einfach anschaffen. Und weil ich schon dabei war, wanderte Dracula 1634 in der Version von Belga Lugosi als Universal Monster gleich hinterher. Und weil ich gerade einen Vortrag über Frankenstein gehalten habe, kaufte ich auch Frankenstein 1630 und Frankensteins Braut 1631– und nun ist Schluss.

Ein Hauptgrund für die Beliebtheit von Funko Figuren ist die enorme Bandbreite an lizenzierten Charakteren. Funko hat Partnerschaften mit zahlreichen Franchises aus Film, Fernsehen, Comics, Videospielen, Sport und Musik. Ob Superhelden aus dem Marvel-Universum, Charaktere aus Harry Potter, Figuren aus Star Wars oder Ikonen der Popmusik – die Auswahl ist ziemlich groß. Diese Vielfalt ermöglicht es Fans, ihre Lieblingscharaktere in einer einheitlichen und sammelbaren Form zu besitzen. Ich hab noch ein paar Figuren, vor allem aus den Filmen von Stanley Kubrick, meinen Regie-Gott.

Im Vergleich zu anderen Sammelfiguren sind Funko Pops relativ erschwinglich. Sie bieten Fans die Möglichkeit, hochwertige Sammlerstücke zu erwerben, ohne ein Vermögen ausgeben zu müssen. Dies senkt die Einstiegshürde für neue Sammler und macht das Hobby für ein breites Publikum attraktiv. Ich habe meiner Frau versprochen, keine teueren Figuren grundsätzlich mehr anzuschaffen. Die 2001-Serie von Exekutive Replica liebe ich, sie waren auch teuer genug.

Limitierte Auflagen und Exklusivität
Funko veröffentlicht regelmäßig limitierte Auflagen, Sondereditionen und exklusive Figuren, die nur auf bestimmten Veranstaltungen oder in ausgewählten Geschäften erhältlich sind. Diese Seltenheit steigert den Reiz und den Wert der Figuren für Sammler. Aus dieser Reihe stammen meine Kubrick-Figuren, denn hier bin ich ein wirklicher Sammler. Natürlich sind die Figuren komplett verpackt und haben nie Luft zum Atmen bekommen. Mein Sammeln wird so zu einer persönlichen Reise durch die eigene Popkulturgeschichte.

Filmkritik: Godzilla X Kong – The new Empire

8. April 2024

„Was ist das für ein Trip?“ Diese Frage stellt einer der Protagonisten im neuen Blockbuster Godzilla X Kong – The New Empire. Und genau diese Frage muss sich der Zuschauer stellen, der die neue Episode aus dem Monsterverse über sich ergingen ließ. Ich genoss den neuen Monsterfilm in meinem Lieblingskino Scala in Fürstenfeldbruck.

Wer erzählerische Tiefe wie bei dem jüngsten japanischen oscarprämierten Ausgabe Godzilla minus One erwartet hat, der wurde gnadenlos enttäuscht. Godzilla X Kong – The New Empire ist genau das Gegenteil von Erzählkino. Die Handlung ist auf ein Minimum geschrumpft und der Kampf der Monster geht den ganzen 115 minütigen Spielfilm durch, obwohl Kong deutlich mehr Screentime hat als mein Liebling Godzilla. Sowohl Godzilla als auch Kong spüren eine Bedrohung, die aus dem Innern der Erde kommt. Auf Skull Island öffnen die Menschen einen Zugang zur Hohlerde. Dort treffen Godzilla und Kong auf einen mächtigen Gegner, der die Existenz aller bedroht, blablabla

Die Idee der Hohlerde wird weiter gesponnen und Sir Arthur Conan Doyles vergessene Welt wird ebenso zitiert wie Jules Vernes Mittelpunkt der Erde. Aber soviel Kultur wird nur angedeutet und verwirren nur das Geschehen. Tiefere Gedanken stören in dem Film nur, der sich brachial seinen Weg in das Stammhirn des Publikums haut. Ach ja, die Hohlerde hat gleich nochmal einen Hohlraum, aber das wird dann doch etwas verwirrend. Die Physik wie Lichteinfall kann getrost außer Acht gelassen werden, lenkt vom Film nur ab. Die erste Fan-Diskussion um Godzilla gab es dann auch, als er in violett auftauchte. Wahrscheinlich hatte Adidas mit seinen violetten Shirts für die Nationalmannschaft in den Fußballkreisen einen ähnlichen Aufruhr.

Kong wird allgemein emotionaler gezeigt. Er zeigt deutlich mehr Schauspieltalent als die hilflosen Schauspieler, die mit Sparwitzen nur so um sich werfen, damit sie wenigstens etwas Farbe bekommen. Einzig die Kong-Flüsterin Kaylee Hottle darf ein wenig geheimnisvoll schauspielern.

So hat der große Affe von Skull Island auch mal Zahnweh, nimmt sich einem Baby-Kong an, ist auf der Suche nach Verwandtschaft und scheint mit mehr Hirn ausgestattet zu sein, als der Rüpel Godzilla, der sich gleich das römische Kolosseum als Schlafplatz ausgesucht hat. Asiatische Drachen gegen römischen Imperialismus. Die Herrschaften nehmen bei ihren Zweikämpfen auch keine Rücksicht auf Kulturdenkmäler. Die Pyramiden bleiben ebenso auf der Strecke wie römische Tempel oder brasilianische Strände. Dann taucht noch ein Affendiktator mit Namen King Scar auf, der an den Trailer von Planet der Affen erinnert, der vor dem Hauptfilm im Scala-Kino gezeigt wurde. Der böse Affe unterjocht auch noch einen Titanten und die restliche Affenbande. Klar, dass hier eine Befreiungsaktion wie Indy Jones im Tempel des Todes gestartet werden muss. Befreiung der Affen ist ja schließlich auch eine Lebensaufgabe für Kong, der hier aber Godzilla an seiner Seite braucht. Godzilla ist ja auf der Erde so eine Art Weltpolizist und schaut, dass alles dort oben seine Ordnung hat. Kong hat sich derweil ein wenig mit Rousseeau vertraut gemacht und ist strebt nach dem idealen Naturzustand.

Godzilla X Kong als Kulturbotschafter und Ikonen der Popkultur. Und hier wird der Film auf einmal sehr interessant. Die menschlichen Akteure, voller Klischees, agieren hilflos und dienen nur der Erklärung der gezeigten Keilerei. Hirn abschalten und den Fights genießen, so ist die Forderung an den Zuschauer.
Wer das nicht kann und ein wenig in der Tradition der Toho-Godzilla-Filme beheimatet ist, erkennt wohlwollend die Filme der Showa- und der Heisei-Ära, als sich Menschen noch in Gummi-Monsterkostümen kloppten. Regisseur Adam Wingard hat diese Filme mit Monster-Suit wohl als Kind ebenso genossen und setzt die Klopperei der siebziger Jahre nun in VFX um.
Als endlich Mothra auftaucht, schlug mein Fan-Herz höher. Ich mag sie seit sie 1964 zum ersten Mal in Godzilla und die Urweltraupen ihr Antlitz zeigte. Die Motte war ja die Göttin der Modra-Insel, was aber im Monsterverse verloren gegangen ist. Regisseur Adam Wingard würde bei Erfolg des zweiten Teils seines Monsterverse noch einen dritten Teil draufsetzen, vielleicht geht sogar ein Film mit noch weniger Handlung. Aber bitte dann mit mehr Screentime von Godzilla.

Nur noch ein Wort zum Score. Den Score liefert Tom Holkenborg alias Junkie XL mit viel Bombast und ohne Akira Ifukube-Thema. Für mich ist de Score belanglos, da wünsche ich mir sogar Bear McCreary zurück und da hat mir der Score schon wenig gefallen.

Musiktipp zu Weihnachten: A Charlie Brown Christmas von Vince Guaraldi

24. Dezember 2023

Weihnachtsalbum gibt es gar viele. Meine Helden der Musik haben Weihnachtsplatten abgeliefert: Frank Sinatra, Elvis Presley, Bob Dylan, Johnny Cash, Phil Spector und viele mehr. Ich mag sie alle. Aber eine mag ich besonders gerne, nämlich A Charlie Brown Christmas von Vince Guaraldi.

Vince Guaraldi war ein US-amerikanischer Jazzpianist und Komponist, der am 17. Juli 1928 geboren wurde und am 6. Februar 1976 verstarb. Guaraldi ist am besten bekannt für seine Arbeit als Komponist des Soundtracks für die beliebten „Peanuts“-Fernseh- und Filmproduktionen des Cartoonisten Charles M. Schulz. Seine bekannteste Arbeit ist der Soundtrack für das „A Charlie Brown Christmas“-Spezial von 1965, das den Klassiker „Linus and Lucy“ enthält. Dieser Song wurde zu einem Markenzeichen der „Peanuts“-Cartoons. Guaraldi komponierte auch die Musik für viele andere „Peanuts“-Produktionen, darunter „A Boy Named Charlie Brown“ und „It’s the Great Pumpkin, Charlie Brown“. Über letzteren habe ich auch zu Halloween gebloggt.

Guaraldi begann seine musikalische Karriere in den 1950er Jahren und entwickelte sich zu einem renommierten Jazzpianisten. Neben seiner Arbeit für die „Peanuts“-Cartoons veröffentlichte er auch eine Reihe von eigenen Alben, darunter „Cast Your Fate to the Wind“, für das er 1963 einen Grammy Award erhielt.

Mein Lieblingsweihnachtsalbum ist also „A Charlie Brown Christmas“. Es ist zweifellos ein zeitloser Klassiker, der die Herzen vieler Menschen seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1965 erobert hat. Das Album, das von Vince Guaraldi Trio komponiert wurde, ist der Soundtrack zu dem gleichnamigen animierten Weihnachtsspecial, das von Charles M. Schulz erstellt wurde.

Die Musik von Vince Guaraldi ist charmant, einfühlsam und schafft eine warme, gemütliche Atmosphäre. Das Album enthält ikonische Stücke wie „Linus and Lucy“, das oft mit den „Peanuts“-Cartoons assoziiert wird, sowie zeitlose Weihnachtsklassiker wie „Christmas Time Is Here“ und „Hark, the Herald Angels Sing“. Guaraldis Jazz-Einflüsse verleihen der Musik eine einzigartige Note und machen sie sowohl für Erwachsene als auch für Kinder ansprechend. Ich nerve meine Familie mit dem Album zu Weihnachten, weil es sich sehr oft am Plattenteller dreht.

Die sanften Klänge des Pianos, begleitet von Bass und Schlagzeug, erzeugen eine behagliche Stimmung, die perfekt zur festlichen Jahreszeit passt. Die Auswahl der Stücke spiegelt die Melancholie und gleichzeitig die Freude wider, die oft mit der Weihnachtszeit verbunden ist bzw sein sollte. „A Charlie Brown Christmas“ hat für mich die Fähigkeit, Emotionen zu wecken und eine nostalgische Wirkung zu entfalten, die es zu einem festen Bestandteil vieler Weihnachtsfeierlichkeiten macht.

Die Tatsache, dass dieses Album über die Jahre hinweg so beliebt geblieben ist, zeigt die zeitlose Qualität der Musik von Vince Guaraldi. Es hat nicht nur die Fähigkeit, Menschen in die festliche Stimmung zu versetzen, sondern es trägt auch dazu bei, den Geist von „A Charlie Brown Christmas“ zu bewahren, einem zeitlosen Stück Popkultur, das Generationen von Zuhörern Freude bereitet hat. Und was ist euer Lieblingsweihnachtsalbum?

Buchtipp: Playboy 1926 bis 1979

29. Juli 2020

Natürlich hat man den Playboy nur wegen der Geschichten gelesen. Dass da auch Fotos in einem Männermagazin waren, konnte Mann als überraschter Leser nicht wissen. Genug gescherzt. Gründer und Chef des Bunnyverlages und was damit verbunden war, war ein gewisser Mr Morgenmantel Hugh M. Hefner, der im September 2017 verstarb.
Ich entdeckte aus dem Taschen-Verlag eine interessante Autobiografie eben von diesem Hefner: Playboy 1926 bis 1979. Hugh M. Hefner präsentiert seine illustrierte Autobiografie mit chronologischen Highlights aus den ersten rund 25 Jahren des Playboy – natürlich mit den entsprechenden Fotos.
Die pralle Anthologie in sechs Bänden, die einst zum 60. Geburtstag des Magazins erschien, ist eine Hommage an den Lebensstil der Mutter aller Männermagazine und ihres Schöpfers. Sie beleuchtet die außergewöhnlichen Jahre 1953 bis 1979 und enthält neben einer Auswahl der Centerfolds jeder Ära auch Texte von Kultautoren wie Gore Vidal, Norman Mailer, Jack Kerouac und Ray Bradbury sowie einige der wichtigsten Playboy-Interviews mit Zeitgenossen wie Martin Luther King, John Lennon, Richard Nixon und Roman Polanski. Ich muss wirklich sagen, die Geschichten sind wirklich gut. Und es ist interessant, wie sich das Layout, das von Playboy inszenierte Schönheitsideal und die Art der Aktfotografie über die Jahre bis 1979 entwickelte.


Autobiografisch ist für mich der erste Band, in dem Hefner auf seine Jugend und seine Inspiration eingeht. Er war ein Mann von Trash. Er hat die Popkultur seiner Zeit aufgesaugt wie ein Schwamm und sie dann später in seinem Magazin mit eigenem Style wiedergegeben. Hefner hat damit ein popkulturellen Kunstwerk geschaffen. Sein Frauenbild war geprägt durch die starken Frauen der Filme der dreißiger und vierziger Jahre, Serien wie Flash Gordon und anderer Trash. Jean Rogers als Dale Arden spielte die weibliche Hauptrolle und im Grunde sind die Damen in den ersten Playboy-Jahren Kopien dieser Jean Rogers, angefangen beim ersten Centerfold mit Marilyn Monroe.


Schön auch die Episode, wie es zum Playboy-Häschen als Markenlogo kam. Hefner war von der Comicreihe Phantom geprägt und war gefesselt von Totenkopfsiegelring des Phantoms. So etwas brauchte er auch und so entstand der markante Hase, ein bis heute unglaublich starkes Markensymbol. Ach ja, Hefner war ein Fan von Sir Arthur Conan Doyle und seiner Kunstfigur Sherlock Holmes. Daher kam auch die Vorliebe Hefners für Pfeife und Morgenmäntel – ob er auch Geige spielte, weiß ich allerdings nicht. Viel ist über den Verleger zu lesen und damit sind die Bände auch Mediengeschichte pur.
Man kann von Hugh Hefner halten, was man will. Mir gefällt, dass er sein Ding durchgezogen hat und das bis zum Ende.