Am 29. Dezember 1986 verstarb in Paris der russische Filmemacher Andrei Arsenjewitsch Tarkowski im Alter von 54. Jahren an Krebs. Ich erinnere an diesen großen Filmemacher mit einem Video. Tarkowski schuf Meisterwerke wie Stalker, Solaris, Opfer und einige mehr. Sein Buch Die versiegelte Zeit ist die Grundlage von Poetik des Filmemachens.
Es gibt gute Dracula-Filme und es gibt schlechte Dracula-Filme. Draculas Gast ist eine der ganz schlechten Verfilmungen rund um unseren Lieblingsvampir.
Völlig überflüssig.
Ich muss es leider sagen, der Film aus dem Jahr 2008 von Michael Feifer ist komplett für die Tonne. Es gibt kaum etwas Interessantes an dieser Schlaftablette zu entdecken: Keine Atmosphäre, keine schauspielerischen Leistungen, keine Regieeinfälle, keine nennenswerten Special Effects, keine Ausstattung und absolut Null Gruselstimmung. Die 82 Minuten schleppen sich dahin.
Dabei hätte doch alles so gut laufen können. Die Kurzgeschichtensammlung Draculas Gast von Bram Stoker bietet hervorragendes Futter für einen Horrorfilm alter Schule. In dem Band sind sechs interessante und lesenswerte Kurzgeschichten aus der Welt der Vampire zu finden. Die schauerlichen Motive aus den Kurzgeschichten werden zum Teil in dem Film aufgenommen und komplett an die Wand gefahren.
Michael Feifer, was hast du da verbrochen? Grundsätzlich versteht du sein Handwerk. Dein Ohne jede Spur von 2010 ist doch ganz gut. Was hat dich geritten Draculas Gast unter deinen Namen zu verfilmen, zudem den Film zu produzieren und das Drehbuch zu verfassen?
Ich bin ja geneigt, als Dracula-Fan auch Trash anzuschauen, aber wirklich nicht diesen Müll. Der Hauptdarsteller Andrew Bryniarski ist eine komplette Fehlbesetzung. Als Leatherface bei Michael Bay war er prima und ein Genuss. Als Dracula fehlt ihm jegliches Einfühlungsvermögen, wenn nicht gar Talent. Ein Riese tappt durch schlechte Kulissen und zitiert ein theatralisches Drehbuch. Ach ja schlechte Kulissen: Scheinbar fand man für die Dreharbeiten so schnell kein Schloss für den Grafen, also griff die Produktion auf ein Mausoleum für Urnengräber zurück. Das könnte grundsätzlich eine interessante Interpretation einer Gruft sein, dieser Drehort wird aber in diesem Fall reiner Geldmangel gewesen sein. Es wird so getan, als ob es das Schloss des Grafen Draculas ist, aber auch das ist ein peinlicher Versuch eines Sets.
Übrigens, der Film ist auch unter dem deutschen Titel „Bram Stoker’s Dracula – Die Brut des Bösen“ erschienen.
Corona schnürt den Kinos die Luft ab. Die beiden Kinos in meiner Geburtsstadt Fürstenfeldbruck dürfen im Lockdown keine Filme zeigen, es sind aber auch keine neuen Spielfilme im Verleih. Beide Kinos versuchen mit dem Verkauf von Kinogutscheinen zu überleben, quasi als Weihnachtsgeschenk. Gutscheine gehen eigentlich immer.
Scala Geschäftsführer Markus Schmölz hinter Glas und mit Maske verkauft Kinogutscheine.
Markus Schmölz, Geschäftsführer vom Scala Kino in Fürstenfeldbruck, saß am Dienstag im Eingang zum Foyer des Kinos hinter Glas. Vor ihm stand eine Handkasse mit Kinogutscheinen und eine Fachzeitschrift der Filmwirtschaft, die über die Misere berichtet. Am Tag vor dem allgemeinen Lockdown versuchte Markus Schmölz noch Kinokarten an Interessierte zu bringen und ganz wichtig, um auch Flagge zu zeigen. Kino ist nicht tot, die Mitarbeiter in Kurzarbeit wollen um ihr Filmtheater kämpfen. Natürlich könnten die Karten auch online gekauft werden, aber sichtbare Präsens sei wichtig. Als ich vorbeischaue, kaufen gerade zwei junge Mädchen Gutscheine für 20 Euro.
Corona ist das eine große Problem, das andere ist das Verhalten der Filmgesellschaften. Disney hatte dieses Jahr Mulan gar nicht erst ins Kino gebracht, sondern auf dem hauseigenen Streamingkanal Disney+ gestreamt. Der Filmriese Warner hat angekündigt, jeden Film parallel zum Kino auch direkt über seinen Streamingkanal HBO Max zu veröffentlichen. Dieses Hybridmodell sei als „strategische Antwort auf die Auswirkungen der anhaltenden globalen Pandemie“ gedacht, so das Studio in einer Pressemitteilung.
Es handelt sich um 17 Blockbuster, darunter Dune (30. September 2021), Batman, Matrix 4 (22. Dezember 2021), Godzilla vs Kong (20. Mai 2021), Conjuring 3: Im Bann des Teufels (3. Juni 2021). Die Kreativen echauffieren sich. Mal sehen, ob Warner sein Ding durchzieht. Im Dezember soll noch Wonder Woman 1984 auf diese Weise als Testballon für Warner starten.
In meinem Interview spricht sich der Kinobetreiber Markus Schmölz gegen diese Pläne aus, verständlich. Und seine Argumente klingen gut. Für mich steht fest: Kino muss sich verändern, um zu überleben. Ich genieße es, zu Hause per Beamer Filme zu sehen. Aber ich genieße es noch mehr, im Kino Filme zu sehen.
Vor kurzem hatte ich zusammen mit einem Kollegen ein Webinar zur politischen Bedeutung von John Carpenter. Klingt eigenartig, aber viele Carpenter-Filme beinhalten massive Gesellschaftskritik. Ich ging auf Dark Star und seine Biografie ein und entdeckte für mich wieder die Perle Sie leben aus dem Jahre 1988. Da ich die Bluray Version noch nicht besessen hatte, bestellte ich mir den B-Movie umgehend in einer Kombination Film/Soundtrack.
Carpenter ist neben Charlie Chaplin einer der wenigen Regisseure, die selbst der eigene Filmkomponist sind. Und die Score zu vielen seiner Filme gehen einfach ins Ohr und über eine minimalistische Faszination aus. Für mich nach all den Jahren noch immer beeindruckend ist die Musik zu Assault, Halloween und The Fog. Einen deutlichen schwereren Zugang habe ich zu dem Gitarrenbetonen Score von Ghosts of Mars. Der Score von Sie leben liegt irgendwo in der Mitte. Er erinnert, wie bei Carpenter oft, an einen Western. Zum 20. Geburtstag des Films wurde der Score in der kompletten Form mit 29 Tracks auf den Markt gebracht.
Aber zurück zum Film: Ich habe Sie leben 1988 damals im Kino gesehen. Carpenter befand sich im Niedergang seines Schaffens und nach Sie leben kam der unsägliche Jagd auf einen Unsichtbaren 1992. Sie leben war aber noch ein wirkliches Highligt: Konsumkritik pur – Aufstand gegen die Yuppie-Invasion. Die Hauptrolle spielte der kanadische Wrestler Roddy Piper, der 1995 2015 an Herzstillstand überraschend verstarb. Roddy Piper war jetzt nicht der große Charakterdarsteller, aber er spielte die Rolle des arbeitslosen Ölarbeiters John Nada eindrucksvoll. Genau so wollte es Carpenter damals: Kein Hollywood-Sonnyboy, sondern ein Arbeitertyp mit Narben und Schwielen. Durch den Blick einer speziellen Sonnenbrille erkannte unser Held John, dass die Erde von Alien beherrscht wird, die den Planet durch radikalen Konsum und Verführung ausplündern. Klingt jetzt ein wenig an den Haaren herbeigezogen, aber der B-Movie ist Konsumkritik an der Reagan-Ära pur und macht zudem noch unglaublich Spaß.
Zudem ist es Carpenter gelungen, eine der besten Zweikampfszene der Filmgeschichte zu drehen. Die Figuren John und Frank hauen sich die Köpfe ein, weil keiner nachgeben will. John will Frank überzeugen, dass er die Zauberbrille aufsetzen soll und der will partout nicht. Möchte er gar aus der Konsumwelt gar nicht entfliehen?
Wer die Brille dann doch auf der Nase hat, sieht überall die Aufforderung zum Kauf. Auch das Schild Gehorchen/Obey taucht immer wieder auf. Fun Fact: Obey Clothing ist ein beliebtes Bekleidungsunternehmen, das 2001 vom Straßenkünstler und Illustrator Shepard Fairey als Erweiterung seiner Arbeit im Bereich Aktivismus gegründet wurde. Die Idee kam ihm beim Betrachten des sehenswerten Carpenter-Films Sie leben.
Apple bietet uns Musikfreunde noch etwas zum Fest: Einen Overear-Kopfhörer, der vollgepackt ist mit wahnsinniger Technik zum wahnsinnigen Preis. Aber alles der Reihe nach.
Die Meldung zu den neuen AirPods Max kam gegen 14:30 Uhr und ließ mich aufhorchen. AirPods Max sind laut Apple „innovative kabellose Kopfhörer, die die Magie der AirPods in ein Over-Ear Design mit Hi-Fi Klangqualität bringen.“ Und wer Apple kennt, der weiß, dass Bescheidenheit nicht gerade zum Geschäftsmodell gehört. Und so heißt es: „Sie kombinieren ein spezielles akustisches Design, H1 Chips, fortschrittliche Software und die Power von Computational Audio zu einem ganz neuen Hörerlebnis mit Adaptivem EQ, Aktiver Geräuschunterdrückung, Transparenzmodus und 3D-Audio.“
Das Design ist wirklich innovativ. Das Produktvideo erinnert an 2001: Odyssee im Weltraum, auch wenn die Akteurin im Video in einer alten Butze haust. Aber schaut selbst:
Nun gehört habe ich nichts und ich soll gleich mal 600 Euro lockermachen für einen Kopfhörer. Meine Referenzklasse zu Hause ist der kabelgebundenen Shure SRH1540, der rund bei 450 Euro liegt und mit dessem Klang ich sehr zufrieden bin. Apple will gleich mal 150 Euro mehr. Ein Markt dafür ist sicher da. Am Tag der Ankündigung war es möglich die Teile für Weihnachten zu bestellen und schon einen Tag später muss der begierige Käufer bis 7. Januar 2021 warten bis geliefert wird.
Meine Erwartungshaltung ist groß. Meine AirPods trage ich sehr gerne, aber muss es denn die AirPods Max sein? Ich würde die Kopfhörer bei Bahnfahrten zu meinen Seminaren nutzen, aber aufgrund von Corona fahre ich keine Bahn, ich habe keine Präsensseminnare und muss folglich unterwegs keine Musik hören. Ich bin ein Held des Alltags und liege auf dem Sofa in meiner Butze herum. Und ich kann über meine alte Anlage nicht ohne weiteres Blauzahn aktivieren. So nutzen mir der dicke Maxe AirPods Max nur bedingt etwas.
Auf dem Sofa habe ich Zeit, die technischen Daten des AirPods Max zu studieren. Klingt alles magisch wunderbar, richtig verstanden hab ich sie allerdings nicht. „Die AirPods Max verwenden Adaptiven EQ, um den Klang für die jeweilige Ohrmuschel einzustellen. Hierzu messen sie das Soundsignal und passen die tiefen und mittleren Frequenzen in Echtzeit an — und liefern satten, detailreichen Klang.“
Miss Marple Handtasche gab es von Apple schon mal. Foto: Apple
Und dann heißt es noch: „Mithilfe von Computational Audio passt sich die Geräuschunterdrückung je nach Sitz und Bewegung des Kopfhörers in Echtzeit an.“ Dabei liegt ich doch nur auf dem Sofa herum, aber klingt gut.
Das Design gefällt mir absolut. Foto: Apple
Die Wortkünstler von Apple verstehen ihr Handwerk: „Die AirPods Max nutzen 3D-Audio mit dynamischem Head-Tracking, um Töne dreidimensional wiederzugeben — und bieten immersiven Sound wie im Kino bei 5.1, 7.1 und Dolby Atmos Audioaufnahmen. 3D-Audio nutzt die Beschleunigungs‑ und Gyrosensoren in den AirPods Max und iPhone oder iPad, um Kopfbewegungen und Bewegungen des Geräts zu verfolgen. Es vergleicht die Bewegungsdaten und ordnet das Soundfeld neu zu, sodass es mit dem Gerät verbunden bleibt, selbst wenn sich der Kopf des Anwenders bewegt.“ Und nun haben sie mich soweit. Ich würde die Kopfhörer gerne einmal testen: iPhone, iPad, Mac, Apple TV – alles an Abspielgeräten ist ja vorhanden. Und die Farbauswahl zwischen Space Grau, Silber, Sky Blau, Grün und Pink ist auch getroffen. Sky Blau klingt doch interessant. Ich werde mir die Kopfhörer im neuen Jahr mal im Apple Retail Store ansehen, wenn es Corona zulässt. Nur ein Problem habe ich: 600 Euro – woher nehmen?
Als Golfamateur habe ich festgestellt, dass ich auch ein eSportler bin: Ich sammele Golfsimulationen und spiele den grünen Sport an verschiedenen Konsolen und berichte darüber in meinem neuen Blog Golffieber42. Dabei habe ich mich nie als eSportler bezeichnet, hab aber kein Problem mit der Bezeichnung.
Screenshot aus der Live-Übertragung mit Doro Bär (r.) und Hendrik Leeser
Erst nachdem ich das Streaming Level up Now mit Digitalministerin Dorothee Bär und Spieleentwicklerchef Hendrik Lesser, CEO von remote control, live gesehen habe, wurde mir klar, dass eSprt mehr als Sportsimulationen ist. Ich kannte zwar von der Games Com die großen eSport-Events, hab mir es aber nie so richtig bewusst gemacht, was da alles dahinter steckt. Nationen wie Südkorea ticken da ganz anders und veranstalten eSport-Turniere und Mega-Events.
Bei der Live-Übertragung aus dem CSU-Hauptquatier wurde ich überzeugt, dass eSport eine vollwertige Sportaktivität ist und auch als solche bei uns wahrgenommen werden muss: Die Aktion im Netz diente dazu, Gaming als Sportart in der Fläche anzuerkennen und sie war gleichzeitig eine Auftaktveranstaltung für eine Pedition. Es wurde seitens der CSU eine Petition gestartet, die meines Erachtens aber über Parteigrenzen hinweg ihre Anerkennung verdient. eSport ist Breitensport und muss auch als solcher behandelt werden.
2018 haben die Parteien der Bundesregierung beschlossen, die vollständige Gleichstellung von eSport als moderner Form des Sports in der laufenden Legislaturperiode umzusetzen. Aber wie es so ist in unserem Lande: Auf Druck von zahlreichen Sportverbänden und Funktionären sollen aber nun künftig nur solche Games als Sport anerkannt werden, bei denen klassische Sportarten simuliert werden. Damit FIFA, NBA2K und meine geliebten Golfsimulationen sind zukünftig anerkannter Sportarten. Shooter sind raus. Und bitte jetzt nicht die leidige Killerspieldebatte, die wir in den 90er geführt und widerlegt haben.
Die Positionen in der Petition ist klar: „Wir bekennen uns zum eSport als moderne Form des Sports. Wir setzen uns für eine moderne, zeitgemäße juristische Sportdefinition ein, die den eSport nicht anhand willkürlicher Definitionen spaltet.“ Weiter heißt es: „Wir unterstützen die Ausrichtung von eSport Events in Deutschland und fordern die Integration von E-Sport in bereits bestehende Sportevents wie beispielsweise die European Championships 2022 in München.
Hendrik Lesser hat ein paar nachdenkenswerte Argumente in dem Stream genannt. Am meisten hat mich überzeugt, dass Games eine Kulturtechnik sei. Zudem: „Games sind das dominierende Medium.“ Das stimmt. Immer wieder halte ich Vorträge zum Thema Versoftung von Spielfilmen und mehr und mehr Filme, die nach Spielen gedreht wurden. Videogames haben einen riesigen Anklang. Lesser sagte auch, dass Games in den Lehrplänen eine absolute Notwendigkeit seien. Einfach mal den Stream anschauen und selbst urteilen. In der Petition heißt es weiter: „Wir unterstützen unsere Nachwuchstalente und deren Vereine bei ihrer Jugendarbeit durch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit von eSportvereinen und –abteilungen für alle Altersklassen.“ Ich werde mal bei den Sportvereinen hier im Dorf nachfragen, wie sie dazu stehen. Gerade in der Pandemie-Zeit wäre es wichtig, bestehende Positionen zu überdenken. Mal sehen, vielleicht klappt beim Sportverein im Dorf eine eSport-Abteilung. Und wenn wir auch nur mit Mario Kart beginnen.
Gleich vorweg: Dieser Beitrag ist für Ronit Wolf produziert. Ich kenne Ronit nur aus dem Internet. Sie leitet das Münchner Science & Fiction Festival – art and science e.V. Im Jahr 2021 möchte ich das Festival gerne besuchen und mich auch gerne mit Ronit treffen.
Meine Affen-Ausbeute aus meiner Sammlung.
Als ich zum ersten Mal Stanley Kubricks epochalen Film 2001: Odyssee im Weltraum sah, faszinierten mich unter anderem die Affen. Sie sahen extrem echt aus und ich hielt Ausschau nach weiteren Filmen, in denen Affen vorkamen. Und ich meine nicht die Schimpansin Cheetah aus irgendwelchen Tarzanfilmen, seien sie mit Johnny Weissmüller oder Lex Barker.
Und so kam ich als Science-Fiction-Fan natürlich zu der Planet der Affen-Reihe. Ich meine ausdrücklich die Filme Planet der Affen aus den Sechziger und siebziger Jahren. Mit den Neuverfilmungen der Neuzeit kann ich weniger etwas anfangen. Die neuen Filme sind per Motion Capturing und CGI sehr eindrucksvoll, aber die Story ist mir zu platt. Nur Effekte reichen nicht für einen guten Film. Die gesellschaftskritischen Aspekte sind in den Neuverfilmungen nur noch ein Randthema und für mich sind die optische brillanten Neuverfilmungen eigentlich belanglos. Und das obwohl Tim Burton 2001 die Regie führte und Danny Elfman den Score komponierte.
Also bin ich bei den Klassikern geblieben und habe innerhalb der vergangenen Jahren immer wieder meinem Affen-Hobby gefrönt. Planet der Affen von 1968 ist sicherlich der wichtigste Film der Reihe mit dem legendären Ende „Mein Gott, was haben sie getan!“. Unser Held Charlton Heston, der spätere Präsident der Waffenbesitzervereinigung National Rifle Association (NRA), reitet mit der Liebsten am Strand entlang in den Sonnenuntergang. Dort stößt er auf die versunkene Freiheitsstatue. Er erkennt, dass er sich auf der Erde befindet. Ein Schock für ihn und für uns als Zuschauer. Die Erde wurde durch einen Atomkrieg verwüstet, die Menschheit vernichtet und der Planet der Affen ist unser blauer Planet.
Die literarische Vorlage.
Die literarische Vorlage von Pierre Boulle aus dem Jahre 1963 hab ich irgendwann auf einen Flohmarkt gefunden. Dort spielt die Handlung anders als im Film auf einem fremden Planeten. Die Idee des Films gefällt mir deutlich besser.
Meine japanischen Laserdiscs der Reihe.
Der Film kam im Jahr 1968 ins Kino und wurde von der rebellischen Jugend begeistert aufgenommen. Diese Jugend kritisierte die vorherrschende US-Gesellschaft und sah im Planet der Affen ihre Bestätigung. Während Kubricks 2001 aus dem gleichen Jahr die Intellektuellen und Mystiker ansprach, wirkte Planet der Affen auf die Zuschauermassen. Deutlich erkennbar ist die Kritik am Kolonialwesen und an den Tierversuchen. An den Menschen können als niedrige Lebensform natürlich Experimente und Versuche durch Affenwissenschaftler durchgeführt werden.
Die DVD-Sammlung.
Das Kastenwesen der Affen ist klar erkennbar, eine Durchlässigkeit zwischen den gesellschaftlichen Schichten Krieger, Aristokraten und Wissenschaftler ist unmöglich. Dennoch erklären die herrschenden Orang-Utan immer wieder, dass alle Affen gleich seien. Heston meinte dazu, dass manche Affen aber gleicher sein als andere. Der Bildungsbürger in mir erkennt da natürlich George Orwells Farm der Tiere „some apes, it seems, are more equal than others.“
Die Affen in Blau.
Die Regierungsform der Affen ist eine Theokratie, also eine religiös basierte Herrschaftsform mit unumstößlichen Dogmen. Die Hexenprozesse und die Allmacht der Kirche wird in diesem Film damit ebenso thematisiert und stieß beim kritischen jugendlichen Publikum der sechziger Jahre auf offene Ohren. Der Film hat auch seinen Beitrag zu den klassischen Filmzitaten beigesteuert. In meinem Wortschatz ist der Satz von Hauptdarsteller Charlton Heston eingegangen: „Take your stinking paws off me, you damn dirty ape!“ In der deutschen Übersetzung etwa:; „Könnt ihr nicht eure dreckigen Pfoten von meinem Körper nehmen, ihr blöden Affen“.
Es folgten einige Fortsetzungen des Films Planet der Affen, die mir zum Teil großen Spaß machten. 1970: Rückkehr zum Planet der Affen 1971: Flucht vom Planet der Affen 1972: Eroberung vom Planet der Affen 1973: Die Schlacht um den Planet der Affen Ich habe die Reihe komplett auf Laserdisc, auf DVD und auf Blurays der Serie in der einen oder anderen seltenen Ausgabe.
Es gab auch Comics und eine TV-Serie. Diese habe ich zwar geschaut, aber leider nie aufgehoben. Die Comics sind irgendwann auf den Flohmarkt gewandert. Ich muss sie mir wohl nachkaufen. Der Verlag Cross Cult hat die Comics restauriert und in vier aufwändigen Sammelbänden auf den Markt gebracht.
Die Musik zu den Affen-Filmen Eine Besonderheit war auch der Score zu Planet der Affen und den Nachfolgefilmen. Jerry Goldsmith erhielt für den Score Planet of the Apes von 1968 den Oscar für seine experimentelle und komplett atonale Musik. Die Komponisten der Folgefilme waren Leonard Rosenman, wiederum Jerry Goldsmith, Tom Scott und wiederum Leonard Rosenman.
Die nächste technische Revolution wird durch KI und Roboter erfolgen. Davon bin ich fest überzeugt. Seit Jahren mache ich erfolgreiche Roboterseminare und bin fasziniert von diesem Thema. Ich habe auch ein Fabel für Spielzeugroboter und habe eine Zeitlang viele Exemplare gesammelt. Und gerade heute jährt sich zum 70. Mal die Grundlage zur Robotik: Die drei Robotergesetze von Isaac Asimov werden 70 Jahre alt.
Hier meine Ausgaben der Robotergeschichten mit den Robotergesetzen.
Die Robotergesetze wurden in der Kurzgeschichte Runaround (Astounding, 1942) als „Grundregeln des Roboterdienstes“ erstmals vorgestellt. Sie waren Grundlage für zahlreiche Diskussionen in der Science Fiction und der Philosophie. Sie erschienen in dem Buch Alle Roboter-Geschichten Sie lauten:
Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Untätigkeit (wissentlich) zulassen, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.
Es kam später noch ein Gesetz dazu und die Gesetze wurden immer wieder variiert und verfeinert, aber die Grundlage von allem war Isaac Asimov. Sicherlich einer der wichtigsten Leser seiner Geschichten war Stanisław Lem, der 1969 seine Erzählungen Robotermärchen auf den Markt brachte. Märchen von Roboter für Roboter.
Vor siebzig Jahren, genau am 2. Dezember, erschien Isaac Asimovs Buch „I Robot“, eine Sammlung von neun Kurzgeschichten, die zwischen 1940 und 1950 geschrieben wurden. Viele der Erfindungen in diesem Buch sind heute Realität geworden: Die Robotik und ihre Gesetze sind heute die neue Grenze der Innovation und werden an Universitäten gelehrt. An Asimov sollte man sich unter anderem wegen seiner Fähigkeit erinnern, die Beziehung zwischen Mensch, Technik und Umwelt zu verstehen, und wegen des Einflusses, den die Lektüre seiner Bücher noch heute auf die Leser hat.
Ich wollte es nicht glauben: Alle haben sie gesagt, dass Dario Argentos Version von Dracula Müll ist. Und was soll ich sagen: Ihr habt alle recht gehabt. Dario Argentos Dracula ist Müll.
Ich habe mir das Spätwerk des italienischen Meisters aus dem Jahre 2012 jetzt erst auf Bluray in 2D angeschaut und es war schon peinlich, wie so ein Mann seinen Ruf systematisch kaputt macht. Ich bin ein Argento-Fan der Filme Suspira, Profondo rosso oder Tenebare – also die Vertreter der Giallo-Slasher. Und ich bin ein Fan der Figur Dracula von Bram Stoker. Was wäre das für eine Kombi? Argento und Stoker? Und ich schaue mir gerne, sehr gerne Dracula-Filme an und so stand endlich auch mal Dario Argentos Dracula auf meiner Watchlist. Vielleicht erfüllt der ursprünglich als stereoskopischer Film seine wahre Wirkung in 3D, was ich allerdings nicht glaube. Es war das erste – und nach seinen Aussagen das letzte Mal, dass Argento das Stilmittel Stereoskopie für seine Filme nutzte. Für 3D braucht es eine andere Erzählweise, eine andere Struktur.
Zunächst das Positive am Film Dario Argentos Dracula: Es gibt Kameraeinstellungen von Räumen, die machen einfach Spaß. Argento versteht es mit seinem Suspira-Kameramann Luciano Tovoli Bilder in die richtige Position zu rücken. In diesen Augenblicken jubelt mein Herz. Auch bei den Kamerafahrten gibt es Andeutungen, dass es der Meister nicht verlernt hat. Und auch für mich positiv ist die Musik von Argentos Hauskapelle Claudio Simonettis Goblin. Ihr musikalisches Thema zu Dracula ging ins Ohr, die Balkan-Musik eher nicht so. Und da wäre noch die Hauptdarsteller Thomas Kretschmann als Dracula und Rutger Hauer als Professor Abraham Van Helsing. Sie bemühen sich, schauen mal sorgenvoll, mal schmachtend, aber agieren im Großen und Ganzen erfolglos. Darios Tochter Asia Argento wagt sich an die komplexe Figur der Lucy und scheitert leider auch hier.
Und damit sind wir auch bei den wirklich üblen Teilen des Films. Die Dialoge waren noch nie Argentos großes Können und da bleibt er sich bei Dracula treu. Bei so mancher weiblicher Darstellerin sind die Dialoge auch nicht so wichtig und die männlichen Zuschauer haben anderes im Focus. Aber nackte Haut reicht nicht, um Dracula zu ertragen. Hinzu kommen CGI-Tricks im Anfängerstadium. Es beginnt mit einer schlimmen Eule und endet ganz schlimm mit einer digitalen Gottesanbeterin. Dario bleib bei deinen Gore-Effekten, denn die verstehst du in Szene zu setzen. Freunde des spritzenden Blutes werden in einigen Passagen auf ihre Kosten kommen und den Film vielleicht als Trash einordnen. Ich packe ihn eher in die Kategorie: Vertane Chance bei einem tollen literarischen Stoff.
Denke ich an Werwolf-Filme, dann kommt mir als erstes der Wolfsmensch von 1941 in den Sinn. Das ist für mich der wichtigste Wolf-Film überhaupt. Dann gibt es noch ein paar andere gute Heuler, wie der Fluch von Sinestro oder Das Tier oder auch Zeit der Wölfe. Und dann gibt es den Klassiker der Moderne An American Werewolf in London, der bei uns als American Werewolf 1981 im Kino lief.
Meine Sammlung an amerikanischen Werwölfen – zuletzt die Turbine Ausgabe.
Regie führte damals John Landis, der für mich immer der Mann der Blues Brothers ist. Mit seinem Werwolf-Film schuf er Filmgeschichte – der Film ist eine Mischung aus Horror, Action und Komödie, aber vor allem ist er ein Film, den ich in meiner Kinojugend gesehen habe und für gut befunden habe. Bis heute habe ich meine Meinung nicht geändert. American Werewolf hatte trotz seiner Fehler immer einen Platz unter meinen Lieblingsfilmen. Er prägte ein neues Genre für mich. In den siebziger Jahren war der Böse im Kino abstrakt wie der Teufel im Exorzist (1973) von William Friedkin oder das Omen (1976) von Richard Donner. Und wenn es ganz heftig war, dann stiegen die Zombies wie bei Dawn of the Dead (1978) von George A. Romero oder Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies (1979) von Lucio Fulci.
Und dann knüpfte American Werewolf wieder an die Universal-Klassiker der 40er Jahre an, nahm Zombies mit ins Boot, fügte die Schocks von Brian de Palma hinzu. Wichtig war auch, dass Kömodienspezialist John Landis eine Prise Collage Humor dazu gab, den er bei 1977 bei Kentucky Fried Movie (The Kentucky Fried Movie) und 1978 mit Ich glaub’, mich tritt ein Pferd (National Lampoon’s Animal House) gelernt hatte und 1980 mit Blues Brothers zum Olymp verfeinerte. Kein anderer hätte American Werewolf so drehen können. Ich war im Kino begeistert – natürlich auch von den Spezialeffekten von Rick Baker. Endlich sah der Zuschauer eine realistische Verwandlung vom Mensch zum Werwolf. Später kaufte ich mir die Laserdisc und dann eine Sammlerausgabe auf DVD.
Jetzt endlich erschien der Film An American Werewolf in London neu abgetastet in 4K und komplettiert. Die Telefonszene von David mit seiner Schwester ist jetzt im Film enthaltet. Nun ist eine limitierte Sammler-Ausgabe von Turbine erschienen, die ich nicht genug preisen kann. Der Film auf 4K UHD und Bluray sowie eine Bluray mit Bonusmaterial, ein exzellentes 100seitiges Buch zum Film, Merch wie Bierdeckel aus dem geschachteten Lamm, Aufkleber und Postkarten (auch vom Porno-Kino am Piccadilly Circus) und ein zweiseitiges Poster. Ich habe die Nummer 502 der limitierten Ausgabe.
Zunächst begeistert wegen des Soundtracks, aber dann doch zu kurz.
Es liegt auch der Soundtrack von Elmer Bernstein bei, der meines Wissens das erste Mal erschienen ist. Leider fällt der Score sehr kurz aus, nachdem ich ihn begeistert in den CD-Player gelegt habe.