Dracula im Film (12): Dario Argentos Dracula (2012)

Ich wollte es nicht glauben: Alle haben sie gesagt, dass Dario Argentos Version von Dracula Müll ist. Und was soll ich sagen: Ihr habt alle recht gehabt. Dario Argentos Dracula ist Müll.

Ich habe mir das Spätwerk des italienischen Meisters aus dem Jahre 2012 jetzt erst auf Bluray in 2D angeschaut und es war schon peinlich, wie so ein Mann seinen Ruf systematisch kaputt macht. Ich bin ein Argento-Fan der Filme Suspira, Profondo rosso oder Tenebare – also die Vertreter der Giallo-Slasher. Und ich bin ein Fan der Figur Dracula von Bram Stoker. Was wäre das für eine Kombi? Argento und Stoker? Und ich schaue mir gerne, sehr gerne Dracula-Filme an und so stand endlich auch mal Dario Argentos Dracula auf meiner Watchlist. Vielleicht erfüllt der ursprünglich als stereoskopischer Film seine wahre Wirkung in 3D, was ich allerdings nicht glaube. Es war das erste – und nach seinen Aussagen das letzte Mal, dass Argento das Stilmittel Stereoskopie für seine Filme nutzte. Für 3D braucht es eine andere Erzählweise, eine andere Struktur.

Zunächst das Positive am Film Dario Argentos Dracula: Es gibt Kameraeinstellungen von Räumen, die machen einfach Spaß. Argento versteht es mit seinem Suspira-Kameramann Luciano Tovoli Bilder in die richtige Position zu rücken. In diesen Augenblicken jubelt mein Herz. Auch bei den Kamerafahrten gibt es Andeutungen, dass es der Meister nicht verlernt hat. Und auch für mich positiv ist die Musik von Argentos Hauskapelle Claudio Simonettis Goblin. Ihr musikalisches Thema zu Dracula ging ins Ohr, die Balkan-Musik eher nicht so.
Und da wäre noch die Hauptdarsteller Thomas Kretschmann als Dracula und Rutger Hauer als Professor Abraham Van Helsing. Sie bemühen sich, schauen mal sorgenvoll, mal schmachtend, aber agieren im Großen und Ganzen erfolglos. Darios Tochter Asia Argento wagt sich an die komplexe Figur der Lucy und scheitert leider auch hier.

Und damit sind wir auch bei den wirklich üblen Teilen des Films. Die Dialoge waren noch nie Argentos großes Können und da bleibt er sich bei Dracula treu. Bei so mancher weiblicher Darstellerin sind die Dialoge auch nicht so wichtig und die männlichen Zuschauer haben anderes im Focus. Aber nackte Haut reicht nicht, um Dracula zu ertragen. Hinzu kommen CGI-Tricks im Anfängerstadium. Es beginnt mit einer schlimmen Eule und endet ganz schlimm mit einer digitalen Gottesanbeterin. Dario bleib bei deinen Gore-Effekten, denn die verstehst du in Szene zu setzen. Freunde des spritzenden Blutes werden in einigen Passagen auf ihre Kosten kommen und den Film vielleicht als Trash einordnen. Ich packe ihn eher in die Kategorie: Vertane Chance bei einem tollen literarischen Stoff.

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