Archive for the ‘Medien’ Category

ARD was soll das? Edward Snowden ins Nachtprogramm abschieben

28. Januar 2014
Snowden im NDR-Interview.  Screenshot aus YouTube/NDR

Snowden im NDR-Interview.
Screenshot aus YouTube/NDR

Ich bin ja kein Freund von Medienschelte und vielleicht trotzdem muss ich gerade heute mal richtig schimpfen. Grund ist die späte Sendezeit des Snowden-Interviews am Sonntagnacht in der ARD. Leute bei der ARD, so geht es einfach nicht!

Weltexklusiv war den Trailern zur Sendung zu vernehmen. Schreierisch wurde für dieses Interview am Sonntag geworben. Und ich ziehe meinen Hut, dass es dem NDR-Journalisten Hubert Seipel, gelang, den Whistleblower Edward Snowden vor die Kamera zu holen – zum ersten Mal ein Interview und das noch weltexklsuiv. Da ist euch ein journalistischer Coup gelungen – wirklich Respekt. Gratulation an den Kollegen Hubert Seipel.

Warum liebe Programmmacher in den Öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten strahlt ihr dann dieses weltexklsuive Material spät nachts aus? Habt ihr einen Vogel? Geht es euch noch gut? Ich will euch ja nicht zu nahe treten, aber jeder TV-Volontär weiß, um welche Sendezeit so ein heißer Braten serviert werden muss – zur Primetime. Das ist die Sendezeit, bei dem die Zuschauer wach sind und ihrer Aufgabe nachkommen – nämlich zuschauen. Braucht ihr wirklich eine Schulung über Journalismus? Der Ex-NSA-Mitarbeiter äußerte sich im Exklusiv-Gespräch über seine Enthüllungen, Wirtschaftsspionage und Todesdrohungen.

Wenn in Deutschland das Hochwasser steigt, dann kommt ein Brennpunkt. Wenn der Schnee fällt, dann kommt ein Brennpunkt. Wenn ein Promi verunglückt, dann kommt ein Brennpunkt. Wenn ihr von dem wichtigsten Whistleblower ein weltexklsuives Interview habt, dann kommt kein Brennpunkt. Dann muss ich einen Tatort über mich ergehen lassen, soll dem Günter Jauch zum Thema Snowden lauschen und soll mir dann zu nachtschlafender Zeit das weltexklsuive Material ansehen. Eine Zeit, zu der die normal arbeitende Bevölkerung müde ins Bett wankt.

Als Gebührenzahler frag ich mich da schon, welche journalistische Gewichtung ihr dem Thema Snowden beimisst? Ich habe mal gelernt: Wenn es die Leute betrifft, dann ist es ein wichtiges Thema. Datenspionage und Überwachung betrifft alle, alle Zuschauer und ihr schiebt dieses Thema auf einen Sendeplatz, auf dem sonst nur die Schachweltmeisterschaft oder Kulturzeugs laufen. Klar, ich kann mir das Interview in der Mediathek ansehen oder noch besser bei YouTube – da bleibt es wenigstens erhalten. Aber das ist noch nicht der Sinn eines weltexklusiven Materials.

Oder sollte gar Druck auf die Programmmacher ausgeübt worden sein? Oder hatten die ARD-Programmverantwortlichen die Schere im Kopf? Nicht auszudenken. Ich bin auf jeden Fall enttäuscht und empört.

 

Meine Kalender: Einst Papier, jetzt digital und Wolke

24. Januar 2014

Ich gestehe: Ohne Kalender bin ich aufgeschmissen. Ich plane mein Leben mit dem Kalender. Es gilt private und berufliche Termine unter einen Hut zu bringen und sie mit der Familie und den Kollegen abzustimmen. So wie mir geht es sicher vielen. Ich habe gemerkt, dass Zeitmanagement mir vor allem eines bringt: Zeit

Ich lasse einmal Revue passieren, welche Art und Form von Kalendern ich genutzt habe. Es war alles dabei. In den alten Zeiten schenkte mir eine Freundin einen Filofax. Das war ein klares Statement. Es war nicht irgendein Terminplaner, nein es musste natürlich ein Filofax sein. Der Organizer war in Leder gebunden und immer dabei. Der Pfarrer hat de Bibel am Mann, ich hatte den Filofax. Fein säuberlich trug ich meine Termine in den Zeitplaner. Als Volontär und späterer Redakteur plante ich so mein berufliches Leben. Abends wurden dann die Termine in den heimischen Wandkalender übertragen, damit die Partnerin wusste, wo ich wann mit wem unterwegs war. Allerdings war die Terninkoordination immer eine riskante Sache. Termine überschnitten sich oder ich vergaß das Übertragen von Daten. Der Filofax (und die Partnerin) wurden abgelöst. Ich bekam einen Taschenkalender von Nikon, da ich zu jener Zeit viel in Kameratechnik investierte. Das System der Terninkoordination war allerdings das gleiche wie beim Filofax.

Meine Newtons und iPhone von Apple.

Meine Newtons und iPhone von Apple.

Dann kam für mich der Apple Newton und ich setzte als Apple Fan Boy auf die neue Technik aus Cupertino. Die Handschriftenerkennung des Newtons war nicht optimal, aber der Terminkalender funktionierte tadellos. Das digitale Zeitalter war angebrochen. Es brachte allerdings einen Nachteil mit sich: Der Newton war ein schwerer Klotz und passte in keine Jacke. Ich musste immer ein Umhängetäschchen tragen – heute Messanger Bag genannt.

Mein eMate von Apple war besonderer Newton.

Mein eMate von Apple war besonderer Newton.

Der Newton wandere ins Archiv und ich entdeckte durch meine Tätigkeit bei der PC Professionell den Palm. Wir hatten in der Redaktion einen regelrechten Palm-Fanclub und die PDAs waren genial. Das Palm OS war einfach zu verstehen. Der Palm mit Stift war klein, leicht und energieschonend. Ich liebte meine Palms in den unterschiedlichen Versionen. Seine unterschiedlichen Programme ließen uns erahnen, was Jahre später mit dem iPhone und den Apps auf uns zukommen würde.

Die Synchronisation der Termine und Daten wurde noch über eine Synch-Station manuell erledigt. Palm einstecken, Synch-Knopf drücken und hoffen, dass alle Daten zwischen Rechner und PDA übertragen werden. Leider klappte es nicht immer, so dass einige Daten doppelt auf dem Device waren.

Einst war ich ein PDA-Fan von Palm. Super Sache.

Einst war ich ein PDA-Fan von Palm. Super Sache.

Meine Freundin und spätere Frau setzte auf einen digitalen Kalender von Texas Instruments. Sehr fortschrittlich und es beeindruckte mich sehr. Die Frau hat ein digitales Gen und das imponierte mir. Der TI-Kalender konnte zwar nicht mit dem Rechner sprechen, aber die Frau hatte ihre Termine voll im Griff und immer in der Handtasche.

Hier der Kalender von einst von meiner Frau.

Hier der Kalender von einst von meiner Frau.

Und heute? Ich arbeite mit iCal von Apple und dem Google Kalender. Beide werden über die böse Wolke abgeglichen und die NSA weiß über meine Termine wohl Bescheid. Und meine Frau und die Familie. Die Wolke koordiniert die Termine und jetzt müssen Apple und Google nur noch besser miteinander sprechen würden, dann wäre meine Kalenderwelt in Ordnung. Jede Welt für sich arbeitet reibungslos – nur die Schnittstellen sind bei mir noch ein Problem. Und welchen Kalender nutzt du für deine Termine?

Lorenzo Mattotti interpretiert Edgar Allan Poe

23. Januar 2014

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Nach dem frühen und für mich überraschenden Tod des Ausnahmemusikers Lou Reed widmete ich mich ein paar Tage lang wieder der Musik des Künstlers. Nach all den bekannten Hits landete ich auch bei den Musical über Edgar Allan Poe. Reed komponierte das Musical Poetry the raven zusammen mit Robert Wilson im Jahr 2000 für das Hamburger Thalia Theater.

Im Jahre 2003 kann eine Doppel CD von Lou Reed heraus. Leider lag dieser CD kein Booklet mit den etwas schwer verständlichen Texten von Edgar Allan Poe bei. Daher erschien später unter Mitwirkung des italienischen Illustrators Lorenzo Mattotti das Textbuch The Raven samt Illustration. Insgesamt gibt es 44 Schwarzweiß Zeichnungen und 29 Farbtafeln zu sehen. Die Schwarzweiß Grafiken sind entweder Kohle- oder Tuschezeichnungen. Ich muss zugeben, dass ich in Lorenzo Mattotti bisher aus dem Comic-Bereich und von seinen Illustrationen für den New Yorker. kannte.

Mit dem Farbtafel tat ich mir anfangs schwer. Für mich übertrug er den Stil der New Yorker Illustrationen in die Literaturtexte von Edgar Allan Poe. Mit Poe verbinde ich düstere, geheimnisvolle Gemälde. Mattotti zeigte zwar geheimnisvolles, aber nicht so richtig nach meinem Geschmack. Ich will nicht sagen, dass mir die Zeichnungen nicht berührt haben. Aber ich habe mir wohl etwas anders vorgestellt.

Aber erst im Laufe der Zeit fand ich Gefallen an den Bildern. Sie sind für mich völlig abgedreht, um es ganz einfach zu sagen. Die Bilder mussten reifen, ich musste mich an den Stil von Lorenzo Mattotti gewöhnen. Lässt man sich darauf ein, eröffnete er dem Zuschauer neue Welten. Edgar Allen Poe ist zu sehr mit Klischees behaftet – auch bei mir und das muss ich mir hinter die Ohren schreiben. Zu mindestens in meiner bildlichen Vorstellungen war ich festgefahren. Damit räumte Lorenzo Mattotti komplett auf.

Für mich sind die Bilder in dem Buch The Raven eine ideale Ergänzung zu den überarbeiteten Texten von Poe in der Interpretation von Lou Reed. Schade, dass ich das Musical einstmals in Hamburg verpasst hatte. Fazit: Das Text- und Bilderbuch von Lou Reed und Lorenzo Mattotti und die außergewöhnliche CD von Reed und Robert Wilson eröffneten mir einen sehr interessanten, verstörenden Kunstgenuss. Und dafür muss ich Lou Reed noch heute danken.

Buchtipp: Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs von Gary Russell

20. Januar 2014

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Der dritte Band der Concept-Art-Reihe von Gary Russell Titel ist sicherlich der dunkelste Band dieser Reihe: Der Herr der Ringe. Die Rückkehr des Königs. Die Erschaffung eines Filmkunstwerks. Sammler lieben dieses Buch, so dass die Preise auf entsprechenden Börsen nach oben gegangen sind. In diesem Band geht es um Stimmungen und Eindrücke, weniger um Details wie Waffen oder Kostüme. Wer das will, dem seien die beiden ersten Bände der Reihe eher zu empfehlen. Hier dazu meine Blogpost und hier.

Wir begeben uns auf die letzte Etappe unserer Reise und da wird es dunkel und gefährlich. Die bekannten Orte sind unter anderem Ithilien, Dunhard und die Pfade der Toten, Minas Morgul, die Schlacht um Gondor, die Prlrnnot Felder, das schwarze Tor und schließlich Mordor.

Der Text steht, wie bei diesen Büchern üblich, eher im Hintergrund. Es wirken die großartigen, eindrucksvollen Bilder. Ob es Kunst ist, muss jeder für sich selbst beurteilen. Auf jeden Fall erzeugen sie eine eindrucksvolle Stimmung, die die Herr der Ringe-Verfilmung von Peter Jackson widerspiegeln. Ich durfte selbst John Howe und Alan Lee mal kennenlernen und bin von ihrer Kreativität schwer beeindruckt. Weta hat hier hervorragende Leute unter Vertrag genommen. Immer wieder wird davon geschwärmt, mit welch hoher Sensibilität sie an ihre Arbeit gingen und wer die Bilder des vorliegenden Buches Der Herr der Ringe. Die Rückkehr des Königs. Die Erschaffung eines Filmkunstwerks betrachtet, wird diese Sensibilität erkennen. Das schon alleine reicht aus, um das Buch immer wieder in die Hand zu nehmen und darin zu blättern. Herr der Ringe war ein opulentes Filmkunstwerk und dieses Buch zeigt auch warum.

Energie auf Reisen: Tankstelle tizi

18. Januar 2014

Wenn ich mit meinen verschiedenen elektronischen Gerätschaften unterwegs bin, dann hatte ich früher Kabel und Stecker dabei. Seit rund einem Monat bleiben die Stecker zu Hause. Sie wurden durch die  tizi Tankstelle ersetzt. Damit kann ich vier Devices wie iPad, iPhone, USB-Tastatur und auch Kindle über eine Steckdose versorgen. Das spart Platz in der Steckerleiste. Da ich viel in Hotels bin, ist die Anzahl der Steckdosen in der Regel sehr übersichtlich. Und ich habe keine Lust, immer noch eine Steckerleiste in meinem Reisegepäck mitzuschleppen. Das ist unnötiges Gewicht und nimmt zudem Platz im Koffer weg.

So entschied ich mich für die tizi Tankstelle des Münchner Herstellers equinux. Ich habe schon ein paar Geräte von equinux im Einsatz und bin zufrieden. Mein Energieriegel, der Hochleistungsakku tizi Kraftprotz, versorgte mich in einigen RE der Deutschen Bahn mit Strom für mobile Devices. Mit der Tankstelle bin ich auf jeden Fall bisher gut gefahren.

Vielleicht sollte ich einmal ein Seminar zum Thema Mobilität anbieten. Kommt sicher gut an.

Ludger Freese, der bloggende Metzger – Vorbild für Social Media im Handwerk

17. Januar 2014

Jetzt ist wieder die Zeit für die norddeutsche Spezialität Grünkohl und Pinkel. Und fällt mir natürlich mein Bloggerkollege Ludger Freese ein. Ludger, in Twitter @lusches genannt, ist Metzgermeister und hat heute unter anderem einen erfolgreichen Partyservice und Online-Shop, nachdem er im vergangenen Jahr seine Metzgerei schoss. In meinem Archiv habe ich einen Vortrag von ihm gefunden, den er beim Landesinnungsverband des bayerischen Bäckerhandwerks gehalten hat. Die Grundaussagen von damals gelten heute noch immmer.

Ludger Freese ist im Netz eine Berühmtheit. Ludger Freese ist der bloggende Fleischer und das Paradebeispiel eines Handwerkers, der mit Social Media-Werkzeugen hervorragend umgeht. Die Internet-Adresse ist http://www.fleischerei-freese.de

Begonnen hatte er im Jahr 2000, als seine erste Website online ging. Auf dieser Seite war ein kleines Forum eingebaut, in dem Kunden Fragen stellen konnten. “Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass das Forum überhaupt nicht lief und ganz schwach besucht war”, so Freese. Aber er hatte auf anderen Plattformen Erfolg. Er war Gastautor in verschiedenen Blogs, unter anderem auf dem Fleischerblog. Dort bekam er ein hervorragendes Feedback. Leute traten mit ihm in Kontakt. “Was liegt also näher, als einen eigenen Blog zu starten und die Themen der Leute aufzugreifen?” fragte er sich.

Grünkohl & Pinkle von @lusches - so wie das Foto auch.

Grünkohl & Pinkle von @lusches – so wie das Foto auch.

Zunächst hatte er aber Bedenken: “Wie ist das mit der Rechtschreibung?” “Schaffe ich es, regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen?” “Finde ich genügend Themen, über die es zu schreiben lohnt?” Aber Freunde und Bekannte haben Ludger Freese Mut gemacht und er startete seinen Blog “Essen kommen” auf WordPress-Basis, die Adresse ist http://blog.fleischerei-freese.de/. Die Community hat das Engagement gewürdigt und seinen Blog weiterempfohlen. “Ich konnte es nicht glauben, was da passiert ist. Die Zugriffszahlen meines Blogs stiegen in die Höhe und vervielfachten sich.” Jetzt müssen die User bei Laune gehalten und regelmäßig mit Themen versorgt werden. Das regelmäßige Schreiben fiel ihm leichter als gedacht. “Es muss nicht täglich sein, aber wichtig ist ein dauerhaftes Engagement. Das kann auch ein Blogbeitrag einmal die Woche sein. Öfters ist aber sicher besser.”

Gleichzeitig trat Freese in Kontakt mit anderen. “Ich kommentiere in anderen Blogs und mische mich in Diskussionen ein. Ich zeigte Präsenz im Netz und zog mich nicht nur auf meine Website zurück.” Gerade der Vernetzungsgedanke ist bei Ludger Freese zu spüren. Er fing an, verschiedene Plattformen auszuprobieren. Heute ist Freese unter anderem auf Facebook, Twitter, Xing, Foursquare und vielen anderen Plattformen zu finden.

“Es ist ein riesiges Fenster, was da durch soziale Netze aufgeht”, so Freese. Es sei eine enorme Macht, die in sozialen Netzen liege, und gerade das Handwerk sollte die Chance erkennen. “Dabei geht es nicht vordergründig darum mehr zu verkaufen und höhere Umsätze zu erzielen, sondern es geht um den Kontakt mit den Leuten.” Die höheren Umsätze folgen ganz von alleine. Freese integrierte in seine Website einen Online-Shop und verschickt seine Waren innerhalb Deutschlands. Und es wird bestellt, vor allem, wenn es regionale Saisonwaren wie Grünkohl gibt. Es gibt zahlreiche eigene Wurstkreationen, wie verschiedene Grillwürste oder die legendäre world wide wurst.

Klassische Massenmedien wie Zeitungen und Fernsehsender berichten regelmäßig über die Fleischerei in Visbek und ihren bloggenden Chef. Das schafft neue Aufmerksamkeit und neue Kontakte, aus denen Kunden werden.

Und Ludger Freese hat eine enorme Freude daran und ist sich nicht zu schade, einen Spaß mitzumachen. “Auch wenn es meine Kinder schon kritisch sehen, was der Papa da so macht. Aber stolz sind sie auf ihren alten Herrn auch.” Freese weiter:  “Man muss schon über sich lachen können, das verstehen einige Kollegen überhaupt nicht.” Er dreht Videos und beantwortet dabei schon mal die Frage, wie man eine Bierflasche ohne Öffner aufbekommt – mit Suppenkelle und Fleischermesser. Ein Renner unter den YouTube-Videos. Das schafft Reichweite und Kultstatus.

Wichtig ist für Freese seine Kunden in Geschäftsentscheidungen miteinzubeziehen. Es wird regelmäßig in Votings gefragt, welche Mittagsgerichte beispielsweise in dem angeschlossenen Restaurant serviert werden sollen. “So was bietet sich für das Friseurhandwerk doch auch genial an”, so Freese, der Innungsmeister und stellvertretender Kreishandwerksmeister in seiner Region ist. “Es geht nicht darum perfekt zu schreiben, sondern es geht darum authentisch zu sein.”

Natürlich reagieren seine Umgebung und manche seiner Kollegen skeptisch über so viel neue Kommunikation. “Das ist keine Spielerei, sondern Arbeit, die Spaß macht.” Freese ist auf zahlreichen Kongressen unterwegs und stellt seine Social Media-Aktivitäten vor, wie unlängst beim Kommunikationskongress in Berlin. Aber auch bei der Handwerkskammer in Oldenburg oder kleinen Guerilla-Seminaren seiner Kreishandwerkerschaft wird Ludger Freese nicht müde, sein Konzept zu erläutern. Ich hab ihn bereits mehrmals getroffen und erlebt. So such beispielsweise beim Landesinnungsverband des bayerischen Bäckerhandwerks. Dort habe ich seinen Vortrag für YouTube mitgeschnitten.

Wichtig sei es, natürlich zu bleiben und keine Werbung zu machen. Es gibt keinen Post nach dem Motto “100 Gramm Salami für 1,10 Euro”. Ehrlichkeit und Natürlichkeit – das zähle im Netz und schlage sich auch in den Zahlen nieder. Die Website habe durchschnittlich 3000 Besucher pro Tag. Seit März 2007 hat Freese 1300 Artikel in den Blog eingestellt und über 7000 Kommentare erhalten.

“Ich sehe in sozialen Netzwerken wie Blogs, Facebook und Twitter eine riesige Chance für das Handwerk, denn Kunden informieren sich heute im Netz. Also muss das Handwerk ins Netz. Es geht um Kunden und um den Dialog mit Kunden – so einfach ist das”, so Ludger Freese.

Dies ist ein Auszug aus meinem Buch Social Media für Friseure. Dort gibt es Ausführungen zu Social Media und einige Fallbeispiele. Ludger Fresse ist eines davon. Das Buch gibt es gerade reduziert beim Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. Ich helfe viele Handwerker bei ihren Schritten in soziale Netzwerke.

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Coaching-Projekt für junge Journalisten

16. Januar 2014

Im Grunde bin ich kein Vereinsmensch. Ich gehörte nur wenigsten Vereinigungen an. Skeptisch reagiere ich beispielsweise auf Politiker, die in zehn, zwanzig Vereinen Mitglied sind. Das ist für mich unglaubwürdig. Bleibt da wirklich Zeit für den Verein und wichtige ehrenamtliche Arbeit? Ich denke nicht. Daher habe ich mein Engagement auf wenige ehrenamtliche Tätigkeiten begrenzt und diese zu meiner aktiven Zeit auch richtig gemacht und mich eingebracht. Mal sehen, ob neue Herausforderungen kommen.

Zum einen waren da die Nachwuchsjournalisten in Bayern (NJB) e.V. – eine Vereinigung von jungen Journalisten. Der NJB e.V. hat mich während meiner journalistischen Tätigkeit begleitet und ich habe viel, sehr viel gelernt. Es war wirklich eine Starthilfe für junge Journalisten. Eine Zeitlang war ich dort Beiratsmitglied, dann Finanzreferent, dann Vorsitzender und am Ende Mitglied des Ehrenrates. Ich stand und stehe dem Verein immer gerne zur Seite.

Zum anderen war das der Internationale PresseClub München. Auch hier war ich lange Zeit Mitglied des Vorstands und brachte mich in den renommierten Club am Münchner Marienplatz ein.

Gestern bekam ich den Hinweis für ein Coaching-Projekt für junge Journalisten ab Mai 2014. Ich war früher mal Teil des Mentorenprogramms und kann es ausdrücklich unterstützen. Lernen von den Profis. Lernen durch Kontakte. Ohne diese beiden Voraussetzungen ist der Einstieg in den Journalismus schwer. Doch wie kommen gerade Anfänger an die Entscheider in der Branche heran? Ein Tutoratsplatz des Internationalen PresseClubs München ist eine viel versprechende Möglichkeit. Rund ein Dutzend junge Journalisten lassen sich ein Jahr lang von einem Medienprofi aus dem PresseClub auf ihrem beruflichen Weg begleiten. Das Programm wird ergänzt durch Seminare und Infoveranstaltungen. Ich bin zwar kein Mentor in diesem Programm, möchte Nachwuchsjournalisten aber dringend dieses Angebot ans Herz legen.

Was sind die Voraussetzungen für eine Teilnahme?

  • Erste Erfahrungen durch Praktika in den Medien
  • Unter 30 Jahren
  • Optimaler Zeitpunkt: nach der Zwischenprüfung Wohnsitz Bayern, möglichst München
  • Verpflichtende Teilnahme am Fortbildungsprogramm
  • Fristgerechte Bewerbung bis spätestens 15. März 2014

Die Online-Bewerbung und weitere Infos unter „Mentoring“ gibt es auf der Homepage des PresseClubs. Also Hintern hoch und bewerben.

Star Wars-Buchkritik: Sculpting a Galaxy von Lorne Peterson

11. Januar 2014

Sculping

Obwohl ich ein großer CGI-Fan bin, komme ich aus der Welt des traditionellen Modellbaus. Schon als Kind war ich fasziniert von Modellen wie Schiffe, Flugzeuge und Fahrzeuge. Damals war Kriegsspielzeug noch nicht so sozial geächtet wie heute und so stand in meinem Kinderzimmer die Bismarck neben der HMS Victory und Tiger-Panzer neben der Me 262. Es waren irgendwie andere Zeiten.

Als meine Filmbegeisterung ausbrach, erinnerte ich mich an meine Leidenschaft für den Modelllbau. Dies lag mit Sicherheit auch an einem alten Filmbuch der damaligen Kinozeitschrift Cinema. Band 2 der Sonderreihe von Cinema widmete sich den Tricks und ich war begeistert von dem Buch und den mir eröffneten Welten. Gerade im Bereich Science Fiction-Filme kamen eine Menge Modelle zum Einsatz. Erinnert seien nur die Wunderkerzen in den Raumschiffen von Flash Gordon oder Buck Rogers. In der achtziger Jahren wurden die Basisschiffe der Zylonen in der TV-Serie Kampfstern Galactica aus Filmrollen zusammengebaut. 2001 Odyssee im Weltraum setzte absolute Standards im Modellbau. Künftig müsste sich jeder Film an der Detailversessenheit von Kubrick messen lassen. George Lucas wusste das und ging mit Star Wars seinen Weg und schuf ein eigenes Universum, dessen Faszination bis heute anhält.

Und so kaufte ich mir das wunderschöne Buch Sculpting a Galaxy: Inside the Star Wars Model Shop von Lorne Peterson. Es ist der Himmel auf Erden für Modellbauer und Freunde des alten Handwerks, Das komplette Buch dreht sich um Masken, Paintings und Modellbau. CGI von heute wäre nicht möglich, wenn wir die alten Meister damals nicht gehabt hätten. Und daher dreht sich Sculpting a Galaxy vor allem um die klassische Trilogie von Star Wars: Krieg der Sterne, Imperium schlägt zurück und die Rückkehr der Jedi-Ritter. Es kamen im Laufe der Jahre zwar Special Effects mehr und mehr aus dem Computer, doch im Grunde waren die Tricks in diesen Filmen noch klassischer Modellbau. Und so sollte man Sculpting a Galaxy auch ansehen: als eine Zeitreise in Handwerk. Mit viel Liebe zum Detail entstanden Raumschiffe wie Sternenzerstörer, X-Wing oder Tie-Fighter und natürlich die Oberfläche des Todessterns. Natürlich merkt man, dass es sich beim Anflug von Luke in den ersten Todesstern um eine Modellbaulandschaft handelt, aber was soll es? Der Trick hat funktioniert. Die Tricks in der Star Wars-Filmreihe haben so gut funktioniert, dass ganze Dialoge sich in das Bewusstsein der Filmfreunde eingeprägt haben. Die CGI-Effekte der Teile I bis III sind sicherlich perfekter, aber mich persönlich haben die Filme nicht so geprägt wie Teil IV bis VI. Und das lag mit Sicherheit auch an den Tricks.

So ist das Durchblättern von Sculpting a Galaxy eine wahre Freude. Der Text ist übersichtlich und auch bei schlechtem Englisch noch zu gut verstehen. Es geht um die Magie der Bilder, die einen Blick in den Star Wars-Modellshop werfen. ILM öffnete 2006 seine Pforten und ließ einen Blick hinter den Kulissen zu, wobei die Mehrzahl der Bilder aus der klassischen Triologie stammt. Ich empfehle das Buch Sculpting a Galaxy: Inside the Star Wars Model Shop allen Freunden der Filmreihe, die eine Liebe zum Detail haben und auch mal hinter die Kulissen blicken wollen. Meine Hochachtung vor so viel Kreativität auf Seiten der Macher.

Buchtipp: Tolkien – eine illustrierte Enzyklopädie von David Day

8. Januar 2014

Tolkien

Wer sich in die mystische Welt von J.R.R. Tolkien begibt, wird mit Sagen und Erzählungen aus scheinbar alten Zeiten konfrontiert. Das macht das Werk von Tolkien aus, der mehr geschrieben hat, als gut gemachte Fantasy um Hobbits und Herr der Ringe. Das wichtigste Werk ist sicherlich das Silmarillion, doch auch bei den populäreren Bücher wie Hobbit oder HdR kommen die alten Geschichten immer wieder vor.

Dem interessierten Reisenden auf dem Weg durch die Tolkienwelt empfehle ich zum einen das Internet und die zahlreichen Foren um Tolkien, zum anderen Tolkien die illustrierte Enzyklopädie von David Day. Dieses Buch, mit zahlreichen Illustrationen versehen, beinhaltet zahlreiche Aspekte der tolkienschen Kosmologie. Über 500 alphabetisch geordnete Stichwörter befassen sich mit fünf Hauptgebieten: Geschichte, Geografie, Gesellschaft, Naturgeschichte und Biografie. Zudem gibt es für die Hardcore-Fans Karten, Genealogien und Zeittafeln für die verschiedenen Akteure.

Professor Tolkien hatte seine Welt geschaffen, nachdem er in der vorhandenen englischen Welt zu wenig Mythen und Sagen fand. Er schrieb: “Von Anfang an war ich bekümmert über die Armut meines eigenen geliebten Landes: Es besaß keine eigene Geschichte, jedenfalls nicht von der Art, wie ich sie in den Sagen und Legenden anderer Länder suchte und fand. Es gab griechische und keltische, romanische, germanische, skandinavische und finnische Sagen, aber keine englischen, abgesehen von dem erbärmlichen Zeugs, das wir in den Schulbüchern finden.”

Das durfte es in der Welt von Mittelerde nicht geben und so schuf Tolkien sein eigenes Universum. Eine Art Reiseführer durch dieses Universum stellt das vorliegende Buch dar. Allerdings: Es ist wirklich nur etwas für Fans. Kinobesucher, die die Filme ganz nett fanden, werden sich mit dieser Enzyklopädie schwer tun. Die greifen besser zu der Reihe von Filmbüchern, die es am Markt gibt.

Leider haben mir die rund 200 Zeichnungen und Illustrationen in dem Buch zumeist nicht gefallen. Es war mir alles zu aufgesetzt, zu sehr Fantasy und weniger Mystik. Aber macht euch selbst ein Bild davon.

Wearable Computing: Nike+ Fuelband bei mir

7. Januar 2014

Es ist CES-Zeit – Consumer Electronics Show. Früher wäre ich aus dem Häuschen gewesen, heute nehme ich die Neuerungen oft nur noch zur Kenntnis. Eine 4K-Glotze ist sicher fein, aber eigentlich nur noch Evolution, keine Revolution mehr. VR-Brillen interessieren mich nur bedingt. Am spannendsten finde ich den Bereich von Wearable Computing. Ich glaube, hier wird sich künftig eine Menge tun: Google Glass, die Smartwatch Galaxy Gear von Samsung, ggf irgendwann die iWatch aus Cupertino. Computer am Körper ist das nächste große Ding – da bin ich mir sicher und da bin ich dabei. Garmin stellte eine Fitnessarmband mit Namen vivofit  vor. Seit rund einem Jahr spiele ich auch mit so einem Device herum, das Nike+ Fuelband.

Meine Uhr bzw. Fuelband aus dem britischen Nike-Store.

Meine Uhr bzw. Fuelband aus dem britischen Nike-Store.

Nachdem ich vor Jahren mit Michael Krimmer zusammen ein Standardwerk zu Nike + iPod geschrieben habe, liegt mir die Nike-Technik weiter am Herzen. Jetzt bin ich sicherlich kein Läufer oder eine Sportskanone, dennoch ist die Entwicklung interessant. Der Computer ist immer am Körper und sammelt Daten.

Ich musste vor einem Jahr mein Nike+ Fuelband noch kompliziert über den englischen Nike-Shop bestellen und am Ende des Bezahlvorgangs von britischen Pfund auf Euro umstellen. Nach rund einer Woche kam das Band bei mir an. Nach lästigen Firmeware-Upgrade ging es los. Anmeldung auf der Nike-Seite, definieren von Zielen und schon kann es losgehen.

Das Nike+ Fuelband zählt Schritte und Kalorien, zeigt die Uhrzeit an (aha Uhr) und errechnet einen so genannten Fuel-Wert. Dieser zeigt die Aktivität an einem Tag und wird um 0 Uhr auf 0 zurückgesetzt. Dann beginnt die Sammlung von Fuel von neuem. Zudem kann noch der ganze Social Media-Firlefanz eingerichtet werden. Darauf habe ich verzichtet. Ich habe nur meine Frau eine Fuel-Anfrage geschickt, die sie natürlich nicht beantwortet hat. So hätten wir unsere Fuel-Stände vergleichen können. An mich gestellte Fuel-Anfragen habe ich abgelehnt, Ich bin hier nicht auf Wettbewerb aus.

Mein gesetztes Tagesziel wurde erreicht- Wunderbar, der Schweinehund ist überwunden.

Mein gesetztes Tagesziel wurde erreicht- Wunderbar, der Schweinehund ist überwunden.

Das Teil wird einmal die Woche über USB-Schnittstelle aufgeladen. Datenabgleich erfolgt mit dem iPhone und entsprechender Nike-App via Bluetooth oder klassische via USB am Rechner. Dann werden meine Daten in die Wolke geschickt und ich kann sie auswerten.

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Doch wofür nutze ich mein Fuelband? Im Grunde nutze ich es, um meinen inneren Schweinehund in den Griff zu bekommen. Ich habe mein tägliches Fuel-Limit auf 2100 Fuel-Punkte festgelegt. Das ist nicht berauschend hoch, aber es ist zumindest ein Ziel, das ich täglich erreichen will/muss. Ich kontrolliere unter Tags meinen Fuel-Stand und wenn der Wert unter 2200 liegt, dann mach ich mich auf zu einem Spaziergang an der frischen Luft. So erreiche ich mein Goal. Hätte ich dieses Fuel-Limit nicht, würde zu oft mein innerer Schweinehund siegen und ich würde mich zu wenig bewegen. Natürlich ist ein Armutszeugnis von einer elektronischen Uhr gesagt zu bekommen, dass man zu fett sei und sich mehr bewegen müsse. Aber es funktioniert und das ist doch das Wichtigste, oder?

Inzwischen gibt es weitere Firmeware-Upgrades und eine Neuauflage des Bandes. Es lässt sich prima nun auch in Deutschland bestellen. Der beste Weg ist der Apple Store. Das Ding heißt jetzt Nike+ Fuelband SE. 140 Euro kostet der Aktivitätstracker und war bei seiner Einführung gleich wieder ausverkauft. Nun ist es normal lieferbar.

Ich habe die Uhr jetzt ein knappes Jahr am Arm und bin mit meiner Leistung zufrieden. Jetzt werde ich den Fuel-Wert auf 2700 Fuel erhöhen und somit meine Bewegungsleistung am Tag steigern. Als Rechtshänder hatte ich mein Nike+Fuelband an der linken Hand. Aber ich wollte mal wieder eine meiner Uhren als Statussymbol tragen und so wandere das Fuelband an die rechte Hand. Ungewohnt beim Schreiben und Bänder an beiden Armen sieht auch ein wenig doof aus. Aber auf meine Binäruhren von One oder die Seamaster von Omega will ich halt dann doch nicht verzichten.