Lorenzo Mattotti interpretiert Edgar Allan Poe

poe

Nach dem frühen und für mich überraschenden Tod des Ausnahmemusikers Lou Reed widmete ich mich ein paar Tage lang wieder der Musik des Künstlers. Nach all den bekannten Hits landete ich auch bei den Musical über Edgar Allan Poe. Reed komponierte das Musical Poetry the raven zusammen mit Robert Wilson im Jahr 2000 für das Hamburger Thalia Theater.

Im Jahre 2003 kann eine Doppel CD von Lou Reed heraus. Leider lag dieser CD kein Booklet mit den etwas schwer verständlichen Texten von Edgar Allan Poe bei. Daher erschien später unter Mitwirkung des italienischen Illustrators Lorenzo Mattotti das Textbuch The Raven samt Illustration. Insgesamt gibt es 44 Schwarzweiß Zeichnungen und 29 Farbtafeln zu sehen. Die Schwarzweiß Grafiken sind entweder Kohle- oder Tuschezeichnungen. Ich muss zugeben, dass ich in Lorenzo Mattotti bisher aus dem Comic-Bereich und von seinen Illustrationen für den New Yorker. kannte.

Mit dem Farbtafel tat ich mir anfangs schwer. Für mich übertrug er den Stil der New Yorker Illustrationen in die Literaturtexte von Edgar Allan Poe. Mit Poe verbinde ich düstere, geheimnisvolle Gemälde. Mattotti zeigte zwar geheimnisvolles, aber nicht so richtig nach meinem Geschmack. Ich will nicht sagen, dass mir die Zeichnungen nicht berührt haben. Aber ich habe mir wohl etwas anders vorgestellt.

Aber erst im Laufe der Zeit fand ich Gefallen an den Bildern. Sie sind für mich völlig abgedreht, um es ganz einfach zu sagen. Die Bilder mussten reifen, ich musste mich an den Stil von Lorenzo Mattotti gewöhnen. Lässt man sich darauf ein, eröffnete er dem Zuschauer neue Welten. Edgar Allen Poe ist zu sehr mit Klischees behaftet – auch bei mir und das muss ich mir hinter die Ohren schreiben. Zu mindestens in meiner bildlichen Vorstellungen war ich festgefahren. Damit räumte Lorenzo Mattotti komplett auf.

Für mich sind die Bilder in dem Buch The Raven eine ideale Ergänzung zu den überarbeiteten Texten von Poe in der Interpretation von Lou Reed. Schade, dass ich das Musical einstmals in Hamburg verpasst hatte. Fazit: Das Text- und Bilderbuch von Lou Reed und Lorenzo Mattotti und die außergewöhnliche CD von Reed und Robert Wilson eröffneten mir einen sehr interessanten, verstörenden Kunstgenuss. Und dafür muss ich Lou Reed noch heute danken.

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: