Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Videos von Zimmerchecks in Hotels – Teil 7

5. November 2016

Meine Arbeit macht es notwenig, dass ich auf Reisen gehe. Da ich manches Mal über Nacht bleibe, bette ich mein müdes Haupt in dem einen oder anderen Hotel zur Ruhe. Bevor es aber ans Auspacken geht, drehe ich ab und zu mal ein Video von meinem Zimmer. Es ist eine Art spontaner Hotel- und Zimmercheck, der nicht den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind nur spontane Eindrücke, die ich sammle. Ab und zu werde ich in meinem Blog einige dieser Hotel- und Zimmerchecks vorstellen – viel Spaß.
Hotel- und Zimmercheck Motel One, Nürnberg City

Hotel- und Zimmercheck Hotel Garni Leitl, Eggenfelden

Hotel und Zimmercheck Ibis, Nürnberg

Hotel- und Zimmercheck Hotel Goldener Löwe, Bayreuth

Hotel- und Zimmercheck Hotel Nikko, Düsseldorf

Was würde ich an München vermissen?

4. November 2016

„Was würde ich an München vermissen?“ – diese Frage stellte mir meine Bloggerkollegin Alexandra Lattek. Meine Antwort ist klar: „Aber am Schlimmsten ist das Münchner Opernpublikum – hat überhaupt keine Ahnung, aber jubelt kritiklos jeden Schmarren zu einem einmaligen Erlebnis hoch.“ – die Insider haben es sicher erkannt. Ich würde an München die Dialoge von Helmut Dietl vermissen.
Seine Dialoge haben mein Bild von München geprägt. Wenn ich in Bayreuth bei den Wagner-Festspielen bin – und ich liebe Wagner abgöttisch – dann denke ich an Dietl, dann denke ich an mein München. Mir liegt auf den Lippen: “Der Dirigent uninspiriert bis lahm, Brunnhilde indisponiert bis schlecht, Wotan farblos bis nicht vorhanden, die ganze Inszenierung altmodisch bis provinziell.“

Helmut Dietl gab mir ein Autogramm auf mein iPad.

Helmut Dietl gab mir ein Autogramm auf mein iPad.

Wenn ich in Berlin bin, dann genieße ich die Berliner Schnauze, in Wien den Wiener Schäm und in München den Münchner Charme, den von Dietl.  Zwei Serien schaue ich einmal im Jahr an, hab sie gerippt auf meinem iPad dabei: Monaco Franze und Kir Royal. Beide Serien stammen von dem genialen Regisseur Helmut Dietl, der mein mediales München geschaffen hat. Dialoge, die so tief aus dem Münchner Leben kommen und die zu einer Art Volksgut, Gemeindgut in München gehören. Kaum eine Party vergeht, bei dem ich nicht höre: „Haben Sie Alkohol getrunken? – Was sonst!“
Und wenn ich in der Münchner Medienszene unterwegs bin, dann sorgt der Ausruf „Edda schreib. Wer reinkommt, das bestimm ich!“ immer für Aufmerksamkeit. Im Grunde war es auch Kir Royal, die meinen Berufswunsch Journalist geprägt haben. 1986 lief er im Fernsehen und ich schrieb fürdie Schülerzeitung. Ich lernte die echten Charaktere kennen: Josef von Ferenczy, Michael Graeter, Mein Onkel hat mir die Bücher von Michael Graeter geschenkt, voller Kolumnen für die Münchner Abendzeitung. Michael „Baby“ Graeter gehört für mich also auch zu München dazu.

Eines der letzten Dietl-Autogramme.

Eines der letzten Dietl-Autogramme.

Die Filme Schtonk! und Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief und auch ein bisschen Late Show sind Meisterwerke von Dietl. Rossini hatte zauberhaft das Wichtigsein in München dargestellt und den Film habe ich so oft gesehen, dass ich K2 sogar den Namen einer Rolle mit ph gegeben habe – Dietls Kind heißt ebenso allerdings mit f.
„Was würde ich an München vermissen?“ – ich vermisse mein München, das der Dietl geprägt hat. Der Vorteil: Wenn ich einmal wegziehe oder lang von München weg bleibe, dann kann ich meinen Dietl als Film überall mit hin nehmen. Nur doof, dass es die Vermarktungsgesellschaft der Dietl-Filme bisher es nicht geschafft hat, die Filme ins 21. Jahrhundert zu Amazon oder iTunes als Stream zu bringen. Das ist leider auch München, das provinzielle München.
Ich nehme mit diesem Beitrag an der Blogparade der Landeshauptstadt München teil und freue mich auf die anderen Ansichten zu München.

Togohilfe – seit 35 Jahren Hilfe zur Selbsthilfe

3. November 2016
Das Lager der Togohilfe Maisach wird morgen nach Togo verschifft.

Das Lager der Togohilfe Maisach wird morgen nach Togo verschifft.

Ein Hilfsprojekt, das ich selbst aktiv unterstütze, ist die Togo Hilfe bei uns im Dorf. Seit nunmehr 35 Jahren arbeitet Margret Kopp und ihr Team für das afrikanische Land an der Elfenbeinküste und betreibt Hilfe zur Selbsthilfe. Morgen geht wieder ein großer Schiffscontainer auf die Reise nach Lomé, die Hauptstadt Togos. Dort hat der Verein Togohilfe ein eigenes Haus und koordiniert die Hilfsleistungen aus Deutschland.
Im Moment wird medizinisches Material benötigt. Togo verfüge zwar über hochqualifizierte Ärzte, aber über wenig medizinische Ausrüstung, so Margret Kopp. „Was nutzt es, wenn ich einen Patienten aufschneiden kann, aber die Wunde nicht versorgen und verschließen kann?“
Mein Unternehmen redaktion42 hat über die Togohilfe zwei Patenschaften in Togo abgeschlossen. Als redaktion42 gibt es auch dieses Jahr keine Weihnachtsgeschenke für meine Kunden. Dafür engagierte ich mich für meine Patenkinder, eine Grundschülerin und einen Studenten. Als ich heute meine Weihnachtsgeschenke für meine Paten an die Togohilfe überbrachte, habe ich gleich mit Margret Kopp ein Videointerview geführt. Morgen beim Packen des Schiffscontainers werden meine Frau und K2 wohl mit von der Partie sein und kräftig packen.

Reformationstag – der Luther von Playmobil hat seinen Auftritt

31. Oktober 2016
Martin Luther als Playmobil-Figur.

Martin Luther als Playmobil-Figur.

Gut, dass es die Reformation gab. Heute ist Reformationstag und der Auftakt zum Lutherjahr 2017. Ich werde hier im Blog keine theologischen Ausführungen machen, denn ich habe auch gelernt, dass Religion eine Privatsache ist.
Ich halte es persönlich mit dem alten Fritz „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“ und auch Kants kategorischer Imperativ ist für mich wichtig: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“


Sowohl Friedrich der Große und Immanuel Kant waren nur möglich, weil es Luther gab. Der Luther hat in den Köpfen etwas bewegt und eine Revolution in Europa ausgelöst. Reformation bedeutet Erneuerung und Luthers Gedanken haben die Kirche erneuert und zuvor die Kirchenspaltung ausgelöst. Interessant für mich als Medienfuzzi ist, dass sich die Gedanken Luthers eines neuen Massenmediums bedient haben. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde schließlich der Buchdruck erfunden und die Gedanken von Luther wurden in die Welt getragen. Ich beobachte genau die Wirkung von heutigen Massenmedien, die jeder von uns bedienen kann.
Zurück zu Luther: Ich hab einen Luther bei mir am Schreibtisch stehen. Mein Luther ist eine Playmobil-Figur. Es handelt sich um die Figur 6099 und ich hab meinen Luther zusammen mit der Sonderausgabe von Dürer im Stadttourismus-Amt Nürnberg gekauft. Wer in Nürnberg unterwegs ist, sollte aufgrund des niedrigen Preises zuschlagen.

img_0965
Mein Playmo-Luther hat eine Feder in seiner beweglichen rechten Hand. Übrigens, Luther war Rechtshänder. In der anderen Hand hält die Figur die Bibel. Sie hat die Aufdruck „Bücher des Alten Testaments ENDE – Das Neue Testament übersetzt von Doktor Martin Luther“. Der Luther hat eine Mütze auf und trägt einen schwarzen Umhang. Für mich ein Novum bei Playmobil: Es liegt ein Faltblatt mit Lebensstationen von Martin Luther bei.

Bei einem Festgottesdienst ist die neue Lutherbibel gestern offiziell den evangelischen Kirchengemeinden übergeben worden. Es handelt sich nicht um die Playmo-Bibel.  70 Experten hatten in den vergangenen Jahren die Bibelübersetzung auf ihre Genauigkeit überprüft. Fast 12.000 der rund 31.000 Verse wurden in der Neufassung geändert – auf die Wörter gerechnet sind das acht Prozent.

 

Bei Hut und Mütze unterschiedliche Kopfhörer

25. Oktober 2016

In meiner Jugend hörte ich den Spruch „De mim Huad san guad, grod de mim Kappe san a Dappe“. Das bedeutet soviel wie die Hütträger seinen in Ordnung, die Träger amerikanischer Schirmmützen seien etwas minderbemittelt. Nun, ich trage beides: Hut und Kappe – eigentlich sind es eher Mützen. Im Sommer wegen dem Schatten für meine empfindlichen Augen, im Winter wegen der Kälte. Wusstet ihr, dass 60 Prozent der Körperwärme über den Kopf entweichen – aber das ist ein anderes Thema.
Wenn ich eine Kopfbedeckung trage, dann will ich auch Musik hören. Das ist bei der Mütze ganz einfach. Ich ziehe meine Kopfhörer über die Mütze und die Ohren. Weil ich AE2w von Bose habe, ist der Klang über Bluetooth ausgezeichnet. Mit dem Kopfhörer können gleich zwei Blauzahngeräte verbunden werden, wie Smartphone und Tablet. Aber leider versagt mein Bose-Kopfhörer, wenn ich einen Hut aufsetzen möchte. Ich liebe doch meine Hüte vom Breiter aus München und vom Hutkönig aus Regensburg. Der Kopfhörer passt einfach nicht über dem Hut. Was tun? Eine Zeitlang behalf ich mich mit den mitgelieferten Ohrhörern vom Apple für mein iPhone. Nachteil: Die Teile sind kabelgebunden – das mag ich nicht. Ich will wireless.

Super Klang für Musik kommt von den  Powerbeats 2 aber nicht für Filme.

Super Klang für Musik kommt von den Powerbeats 2 aber nicht für Filme.

Ich entschied mich für Ohrhörer der Apple Tochter Beats. Die Powerbeats Wireless in Rot. Ich bin von dem Tragekomfort der Ohrhörer beeindruckt. Es sind ja Sportkopfhörer und sie sitzen hinter den Ohren sehr sicher und stabil. So viel Sport treibe ich aber nicht. Auch der Klang der Teile kann sich hören lassen. Es ist natürlich ein Vergleich zu den großen Studiokopfhörern im Büro und auch der Klang der Bose Wireless Kopfhörer sind besser. Aber besser als gar nichts und bei weitem besser als die Teile, die ich von Anker mal vor Jahren gekauft habe. Das Telefonieren mit den powerbeats ist ok, die Stimme im Telefon kommt angenehm rüber. Die Bluetooth-Verbindung besteht bei mir zu einem iPhone 7plus und auch das Koppeln klappt ohne Probleme.

Die Powerbeats trage ich nur für Musik und mit Hut.

Die Powerbeats trage ich nur für Musik und mit Hut.

Musik unterwegs ist also kein Problem und ich liebe es, im Zug zu dösen und Musik zu hören. Und dennoch gibt es einen großen Nachteil: Ich schaue gerne mit dem iPad Pro auf langen Zugfahrten den ein oder anderen Film. Um meine Umgebung nicht zu stören, schaue ich auch hier via Kopfhörer.
Aber dafür eignen sich die powerbeats Wireless absolut nicht. Der Ton ist nicht zum Bild synchron. Der Ton hinkt eine halbe Sekunde hinter dem Bild hinterher. Ein Filmgenuss ist damit unmöglich und ein Videogenuss ist damit unmöglich. Ich verstehe das nicht: Beim Bose klappt die Verbindung tadellos und der Ton läuft synchron. Bei den powerbeats habe ich einen Bild-/Tonversatz. Also muss ich als Hutträger zwei verschiedene Kopfhörer dabei haben: Die Apple eigenen für Filme am iPad und die Apple Tochter für Musik am iPhone. Ärgerlich. Vielleicht stimmt der Spruch aus meiner Jugend nicht. Wenn ich eine Mütze oder Kappe auf habe, dann kann mit dem Bose beides genießen: Musik und Film.

Blogstöckchen – Als ich zehn war

10. Oktober 2016

Als ich zehn Jahre alt war, schrieb man das Jahr 1978. Es war ein bewegtes Jahr für mich, ein Jahr voller neuer Eindrücke, die mich formten. Als ich zehn Jahre alt – so lautet ein Blogstöckchen meines Iron Blogger-Kollegen Lutz Pausner das ich gerne aufnehme. Dieses Mal eine Reise in die Vergangenheit, eine nostalgische Erinnerung an alte Zeiten, an die gute alte Zeit. Für mich war das ihr 1978 ein Jahr des Umbruchs.

Chomeini revolutioniert
Mein Elternhaus war sehr politisch. Beim Abendessen wurde viel diskutiert und ich kleiner Bub bildete mir eine eigene Meinung. Mein Papa war eines Abends sehr schweigsam beim Abendessen. Er ging schnell über zum Ritual des Fernsehens, erst heute, dann Tagesschau. Im Fernsehen kam immer wieder ein greiser alter Mann – es war Chomeini. Den Begriff Ajatollah hörte ich zum ersten Mal. Der herrschende Schah wurden von seinem Pfauenthron in Persien gestoßen. Die iranische Revolution begann und ich war das erste Mal mit religiösen Bewegungen konfrontiert. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass dieser Chomeini die Welt veränderte. Aber im Fernsehen liefen Interviews und Erläuterungen – heute würden wir die Sondersendungen Brennpunkt nennen. Die Welt wurde erklärt von Peter Scholl-Latour, der mit Chomeini im Flieger von Paris nach Teheran saß und Interviews machte. Scholl-Latour war in unserer Familie sehr beliebt, die Bücher hatten meine Eltern verschlungen. Scholl-Latour war glaubwürdig für uns und er sagte: Die Welt ändert sich. Er sollte Recht behalten.

Ich habe ein Autogramm von dem jungen Peter Scholl-Latour im Arbeitszimmer.

Ich habe ein Autogramm von dem jungen Peter Scholl-Latour im Arbeitszimmer.

Neuer Papst
Eine andere tiefgreifende Erinnerung war der Papstwechsel. Jetzt bin ich kein großer Christ, aber der Papst ist dennoch eine wichtige Persönlichkeit. Der alte Papst Papst Paul VI. starb nach 15 Jahren im Amt – ich hatte als zehnjähriges Kind keinen anderen Papst lebendig erlebt. Der Papst ist also gestorben und es begann das Konklave. Ein neuer Papst wurde gewählt und die Wahl fiel auf den sympathischen Kardinal Luciani, der sich den Namen Johannes Paul I. gab. Nach 33 Tagen im Amt verstarb Johannes Paul I. plötzlich und die Verschwörungstheorien begannen. Bei uns in der Familie wurde spekuliert, bei uns in der Klasse wurde spekuliert. Verschwörung um Verschwörung, ob der liberale Papst vielleicht beseitigt wurde. Das verstörte mich, dass ein Papst zweimal im Jahr verstarb. Das Jahr 1978 ging somit als ein Dreipäpstejahr in die Geschichte ein.

Der Stadtneurotiker
Aber das Jahr 1978 war auch ein ganz, ganz großes Kinojahr. Es begann mit Woody Allen. Ich habe den Komiker gerne gehabt. Die Klamauk-Filme mochte ich als Kind. Und dann sah ich den Stadtneurotiker. Ich verstand den Film nicht beim ersten Mal. Die Probleme der New Yorker waren nicht die Probleme von mir als Kind. Und dennoch: Die Dialoge blieben mir in Erinnerung. Irgendwie erahnte ich die Tiefe der Worte, ohne sie zu verstehen. Erst Jahre später verstand ich die Probleme und Handlungen der Menschen im Stadtneurotiker. Höhen und Tiefen – so sieht das Leben aus. Davon verstand ich als Zehnjähriger nichts und dennoch faszinierten mich die Dialoge.
Von etwas verstand ich allerdings etwas als Zehnjähriger. Ich verstand etwas von Science Fiction: Ich kannte die tollen Filme, es war Pop Corn-Kino pur. Und dann kamen 1978 zwei Filme ins Kino, die mich wegbeamten: Unheimliche Begegnung der Dritten Art und Krieg der Sterne.

Unheimliche Begegnung der Dritten Art
Unheimliche Begegnung der Dritten Art war ein toller Film, weil es ein friedlicher Film war. Es war die Probe für den genialen ET, der später folgen sollte. Steven Spielberg öffnete mir die Augen, John Williams öffnete mir die Ohren. Ich mochte François Truffaut als Schauspieler, der ja eigentlich ein Regisseur ist. Das Thema UFO faszinierte mich und endlich waren die Außerirdischen da und nahmen uns mit auf die Reise. Der Film zeigte, wie Menschen den Kontakt zu einer fremden Species aufnehmen. Was gibt es Schöneres?

Star Wars
Ja und dann infizierte mich Krieg der Sterne – wie Star Wars, a new Hope damals hieß. Der Film war ein Hammer. Ich hab den Film bei uns im Kino dreimal hintereinander gesehen. Bei uns in der Stadt gab es drei Kinos: Capitol, Lichtspielhaus und Amperlichtspiele – und ich glaube, der Film lief im Capitol. Heute existiert keines dieser Kinos mehr. Es war ein wunderbares Märchen, ich war verknallt in Leia (coole Frisur), ich verehrte Han wegen seiner Coolness und ich bewunderte Darth Vader, der bei uns Kinder der schwarze Lord hieß. Luke mochte ich allerdings nicht so, der war so verdammt jung – so wie ich. Das ganze war wie ein Rittermärchen in der Zukunft mit Schwerter, Umhängen und Rüstungen. Prinzessinnen und Lords, Soldaten und Rebellen – das ganze Programm. Und es war dort Peter Cushing zu sehen, den ich so aus den Dracula-Filmen mochte. Star Wars hatte den gleichen starken Komponisten wie Unheimliche Bewegung: Ich entdecke John Williams und er ist seitdem Teil meines musikalischen Lebens. Ich hatte ein Panini Klebealbum von Star Wars, sammelte Figuren von Haspo und vor allem von Kenner. Leider habe ich nur noch das Gewehr von Chewbacca, die Figuren sind weg – welch ein Verlust.

Wurstautomat bei Claus Böbel

6. Oktober 2016

Ich bin von Wurst- und Grillautomaten begeistert. Bei uns im Dorf gibt es einen und ich habe ausführlich darüber berichtet. Sehr oft nutze ich diesen Wurst- und Grillautomaten und kaufe vor allem Ochsenfleisch für den Grill. Das liegt daran, dass ich zu den regulären Verkaufszeiten unseres Wochenmarktes arbeiten muss.

Einige Waren von Claus Böbel gibt es auch im Wurstautomat.

Einige Waren von Claus Böbel gibt es auch im Wurstautomat.

Bei meinen Lieblings-Internetmetzger Claus Böbel ist es nicht anders. Er hat einen neuen Wurst- und Grillautomaten vor seinem Geschäft im fränkischen Rittersbach aufgestellt. Früher setzte Claus Böbel bei seinem Verkauf der Wurstwaren auf die Fairness seiner Kunden. In dem Vorraum vor seinem Laden präsentierte er Wurstdosen und eine Geldbüchse. Leider missbrauchten Kunden dieses Vertrauen und beschädigten die Auslagen. Daher war es nur konsequent, dass Claus Böbel einen Wurst- und Grillautomaten in der grünen Farbe seines Unternehmens aufstellte.


Bei einem Besuch in Rittersbach ließ ich mir den Wurst- und Grillautomaten von Claus Böbel persönlich zeigen. Rund um die Uhr sind die Waren selbstverständlich vor Wind und Wetter geschützt, richtig temperiert und übersichtlich präsentiert. Der Kunde wählt wie bei einem Zigarettenautomaten aus, wirft das Geld pro Ware ein und bekommt über einen Wurstfahrstuhl seine Ware. Natürlich gibt der Wurst- und Grillautomat das entsprechende Rückgeld zurück. Bei meinem Besuch waren oben die fränkischen Spezialitäten wie Sülze oder Steaks, unten sind die Wurstdosen rund um die Uhr.
Natürlich muss der Metzger es durchrechnen, ob sich für ihn ein Grillautomat lohnt oder nicht. Für mich als Kunde lohnt er sich auf jeden Fall. Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Vor der Metzgerei in Rittersbach

Vor der Metzgerei in Rittersbach

Hohlmeier: Das G8 wurde zu schnell eingeführt

4. Oktober 2016

Für Monika Hohlmeier ist es sicherlich eine schwere Rede gewesen. Am Tag der Deutschen Einheit sprach sie am Gedenkstein für ihren Vater Franz Josef Strauß vor dem oberfränkischen Kloster Banz. Vor 28 Jahren verstarb um 11:45 Uhr ihr Vater. Heute hält sie als Abgeordnete des Europäischen Parlaments zum Todeszeitpunkt ihres Vaters eine politische Rede – die jährliche Gedenksteinrede.

Ich war zusammen mit Schülerzeitungsredakteuren aus Bad Neustadt der Schülerzeitung Konturen vor Ort. Meine Schüler nutzen die Chance und stellten der ehemaligen Kultusministerin, die für G8 verantwortlich war, einige Fragen. Nachfolgend der Text der Schülerinnen Johanna Holzheimer, Antonia Bühner, Luca Rücker, Maria Meier, Maja Büttner, Lena Gräfenschnell, Anne Vorndran und Nicole Kirst.

Monika Hohlmeier im Gespräch mit meinen Schülerzeitungsredakteuren.

Monika Hohlmeier im Gespräch mit meinen Schülerzeitungsredakteuren.

Konturen: Was hat Ihr Interesse für die Politik geweckt?
Monika Hohlmeier: Politik war für mich schon seit meiner frühen Kindheit alltäglich. Während Kinder von anderen Politikern oft nicht den Weg ihrer Eltern einschlagen wollen, haben meine zwei Brüder und ich dieses Interessen von Anfang an geteilt. Vielleicht kam dies hauptsächlich durch die politische Förderung meiner Eltern, besonders durch meine Mutter Marianne, die sehr viel Wert darauf gelegt hat, dass wir alle eine individuelle Persönlichkeit und eigene Meinungen haben. So habe ich auch früher schon mit meinem Vater über diverse Themen diskutiert, was nicht immer einfach war, da er eine enorme Bandbreite an Argumenten besaß.

Gedenkstein für Franz Josef Strauß

Gedenkstein für Franz Josef Strauß

Konturen: Wie haben Sie Ihre Schulzeit in Erinnerung?
Monika Hohlmeier: Ich verbinde mit der Schule gemischte Erinnerungen, denn auf dem Land, als ich in Rott am Inn lebte, war ich nur als Moni bekannt, nicht als Tochter eines Politikers, weshalb meine Schulzeit dort normal verlief, wie die eines gewöhnlichen Schulkinds. In München hingegen war dies nicht der Fall, da meine Brüder und ich auch eine Menge Kritik von den Medien zu spüren bekommen haben. Außerdem habe ich viele meiner Freundinnen verloren, weil ihre Eltern ihnen untersagt hatten, mit mir zu reden, geschweige denn, sich mit mir zu treffen. Manche Lehrer mussten wegen mir die Schule wechseln, da sie sich nicht dazu in der Lage sahen, mich objektiv zu benoten. Zum Glück hielten meine Eltern immer zu mir, wir hatten ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Trotz der zum Teil sehr schweren Zeit durch Freundschaftsverluste, hatte ich ein paar Mitschülerinnen, die mich stets unterstützten und denen es nichts ausmachte, mit einem gepanzerten Auto, statt mit einem Fahrrad, zur Schule gebracht zu werden.

deutsche_einheit_8201

Konturen: Was ist Ihre jetzige Meinung zum Thema „G8 oder G9?“, Ihre persönlichen Erfahrungen damit?
Monika Hohlmeier: Ich wollte früher immer ein G8 haben. Allerdings wurde es tatsächlich zu schnell eingeführt. Der Ministerpräsident Edmund Stoiber und ich haben uns sehr gestritten, denn es ging mir zu schnell. Wenn man in einer Demokratie in der Minderheit ist, dann muss man es akzeptieren, auch wenn man Ministerin ist und vertreten, was die Mehrheit entscheiden wird. Ich bedauere, dass die Gymnasien zu wenig flexiblen Nutzen aus den Möglichkeiten des G8 gezogen haben. Der Philologenverband und die Lehrer waren im Widerstand. G8 war einfach zu schnell. Ich dachte eher daran, dass es eine Wahlmöglichkeit zwischen den beiden Schulsystemen geben sollte. Meines Wissens nach gab es schon immer eine gewisse Anzahl an Schülern, die das G8 befürworteten und dieses gerne wählen würden. Es sind vor allem die ländlichen Schulen, bei denen es nicht so gut angenommen wird. Das liegt, denke ich, daran, dass die Eltern dort ihre Kinder am Nachmittag gerne zu Hause haben. Man muss sich aber auch überlegen, dass es in anderen Ländern einen erbitterten Widerstand gegen das G9 gab, was wahrscheinlich viel mit der Kultur und den Traditionen der jeweiligen Länder zu tun hat. Nichts ist schwieriger, als diese zu verändern. In unseren Versuchen lief das G8 ganz gut, jedoch haben an diesen nur Schüler teilgenommen, die es haben wollten und wirklich davon überzeugt waren.

Monika Hohlmeier und ich im Gespräch.

Monika Hohlmeier und ich im Gespräch.

Seidenschlafsack Coccon für unterwegs

3. Oktober 2016

coccon_6966

Ich bin wegen meinen Seminaren viel auf Reisen und muss daher in vielen fremden Betten schlafen. Aber es gibt nichts schöneres als das eigene Bett. Je nachdem wohin ich fahre, habe ich in meinem leichten Reisegepäck einen Schlafsack aus Seide dabei. Ich habe mich für den Cocoon entschieden. Er ist im Grunde nichts weiter als ein großes Seidentuch, das zu einem Schlafsack vernäht wurde. Wer schneidertechnisch talentiert ist, dann dies sicher selbst machen. Ich kann es nicht und habe daher auf den Coccon zurückgriffen.
Wichtig waren mir im Vorfeld zwei, drei Dinge: Der Schlafsack muss ultra leicht sein, denn ich mag kein schweres Gepäck auf meinen Reisen mitschleppen. Das Teil wiegt 160 Gramm. Er darf darüber hinaus kaum Platz wegnehmen, denn auch Platz ist in meinem Reisegepäck durchaus Mangelware. Das Packmass ist 14,5 x 6,5 cm.Und der Schlafsack muss einen Seiteneinstieg haben. Der Schlafsack verfügt über einen Seiteneinstieg mit Klettverschluss. Zudem verfügt er über eine Einschubtasche für Kissen. Ich mag die geschlossene Mumienvariante nicht, bei der ich mich von oben reinquälen muss und deppert herumhüpfe. Wenn ich nachts mal raus muss (ihr wisst schon), dann soll es bequem und einfach gehen und nicht in eine Fummelei ausarten.
Ich habe bei meinen Bekannten im Outdoor-Bloggerbereich nachgefragt und die Herrschaften haben mir den Cocoon empfohlen und ich bin dem Rat gefolgt. Vielen Dank an die Iron Blogger und den Bloggerclub.

coccon_6969
Es gibt verschiedene Versionen des Schlafsacks aus unterschiedlichen Materialien. Ich habe Seide gewählt, weil sie im Sommer wärmt und ich darin nicht so schwitze. Gerade bei heißen Sommertemperaturen decke ich mich auf und zu und habe dadurch einen unruhigen Schlaf. Früher hatte ich einfach nur einen Bettlacken als Zudecke, aber den will ich nicht im Reisegepäck mitschleppen. Der Seidenschlafsack kühlt ebenso. Auch wenn es mal etwas kühler wird, habe ich mit dem Coccon bisher gute Erfahrungen gemacht. Ich will natürlich nicht auf einer Gebirgstour oder eine Arktisexpedition mit einem Seidenschlafsack unterwegs sein, aber in die Schneewürste von Hooth führen mich meine Geschäftsreisen in der Regel sowieso nicht. Und: Camping-Abenteuer konnte ich als junger Mensch etwas abgewinnen – heute allerdings nicht mehr. Ausnahme sind die Gartenübernachtungen mit K1/2 im heimischen Garten. Und dennoch bringt der Schlafsack die entscheidend mehr Plusgrade in der Kälte.

Grundschüler lernen Marktwirtschaft

2. Oktober 2016

pausenverkauf_8130

In einer Grundschule im unterfränkischen Poppenlauer habe ich im interessantes Konzept entdeckt, um Kinder mit Marktwirtschaft vertraut zu machen. Seit drei Jahren wird der Pausenverkauf von den Grundschülern selbst organisiert und durchgeführt. In Teams zu drei Schülern werden die Waren eingekauft, präsentiert und an Schüler verkauft. Es gibt die Jobs Verkäufer, Lagerist und Kassierer. So lernt der Schüler bereits in der Grundschule den Umgang mit Geld. Außerdem können die Grundschüler den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn – eine Eigenschaft, die manche Erwachsene nicht beherrschen.

pausenverkauf_8132
Eingekauft wird vor allem Süßkram beim Lebensmitteldiscounter. Obst gibt’s schon auch, wird aber von der jungen Zielgruppe weniger geordert. Außerdem gibt es Getränke. Über den Einkauf wird streng Buch geführt. Die Kassenbons werden in ein Schulheft geklebt und die Einkaufssumme vermerkt.

pausenverkauf_8136
Dann beginnt in der Pause der Warenverkauf. Zuvor werden die Waren von den Grundschülern in Szene gesetzt. Die Schüler haben gelernt, die Waren müssen den Käufern richtig präsentiert werden. So werden Süßigkeiten in einem Korb gelegt, die Getränke schön aufgereiht.

pausenverkauf_8134
In dem Verkaufsraum gibt es – für den Käufer nicht sichtbar – drei Plakate mit der Aufgabenverteilung. Der Verkäufer muss die Waren präsentieren, die Kunden beraten, Kunden bedienen und er muss freundlich sein. Der Lagerist dagegen muss den Warenbestand überwachen, Waren vernünftig lagern, Nachbestellungen machen und neue Waren entgegen nehmen. Der Kassier muss die Zahlung entgegennehmen, Geld herausgeben, Kassenbestand überwachen und überprüfen. Zur Unterstützung des Teams gibt es eine klare Preisliste.

pausenverkauf_8135
Am Ende des Verkaufstages wird die Kasse gemacht und die Aufträge für die Bestellungen zusammengestellt. Ich muss zugeben, dass ich diese Aktion bemerkenswert finde. Hier zeigt sich: In der Schule lernt man fürs Leben, nicht für die Schule.

pausenverkauf_8133