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Würzburg: Zurückgelassene Koffer, unvergessene Menschen

22. Juni 2026

Fröhlich bin ich mit einem neuen ICE pünktlich in Würzburg angekommen und spazierte zu meinem Hotel für eine Tagung. Meine Fröhlichkeit wich der Ernsthaftigkeit als ich das Bahnhofsgebäude verließ und auf den wichtigen DenkOrt Deportationen 1941–1944 traf. Es ist ein stiller, eindringlicher Ort der Erinnerung. Er steht nicht abseits, nicht verborgen, sondern am Bahnhofplatz vor dem Würzburger Hauptbahnhof – genau dort, wo täglich Menschen ankommen, weiterreisen, warten, Abschied nehmen. Diese Lage ist bewusst gewählt, denn Würzburg hatte für die nationalsozialistischen Deportationen in Unterfranken eine zentrale und schmerzvolle Bedeutung.


Zwischen 1941 und 1944 wurden Jüdinnen und Juden aus Würzburg und vielen Orten Unterfrankens von hier aus in die Vernichtung geführt. Zwei Würzburger Bahnhöfe waren dabei entscheidend: der ehemalige kleine Güterbahnhof an der Aumühle, der sogenannte Aumühl-Ladehof, und der Hauptbahnhof. Von dort mussten Menschen ihre Heimat verlassen; in Osteuropa wurden sie ermordet, weil sie jüdisch waren. Der DenkOrt erinnert an diese Bürger und daran, dass hinter historischen Zahlen einzelne Leben, Familien, Nachbarschaften, Stimmen und Geschichten standen. Ich hielt an, betrachtete das Denkmahl und sprach ein stilles Gebet.

Besonders stark wirkt dieser Erinnerungsort durch seine Gepäckstücke. Sie sind das zentrale Element des Denkmals. Es sind Koffer, Rucksäcke und Deckenrollen, gefertigt aus dauerhaften Materialien wie Stein, Beton, Holz, Metall, Keramik oder Kunststoff. Sie stehen auf niedrigen Sockeln, als wären sie für einen Augenblick abgestellt worden. Doch dieser Augenblick geht nie vorüber. Gerade darin liegt die erschütternde Kraft des Denkmals: Die Gepäckstücke erzählen von Aufbruch, aber nicht von einer freien Reise. Sie erzählen von Menschen, denen man vorgaukelte oder befahl, nur das Nötigste mitzunehmen, denen aber am Ende selbst dieses Wenige genommen wurde. Der Koffer wird hier zum Symbol eines geraubten Lebens. Er steht für Kleidung, Dokumente, Erinnerungsstücke, vielleicht ein Foto, ein Gebetbuch, ein Stück Wäsche, ein Kinderspielzeug – für alles, was Menschen noch greifen konnten, als ihr bisheriges Leben bereits zerstört war. Die offizielle Projektbeschreibung formuliert diesen Gedanken sehr klar: Die Deportierten konnten nicht mehr als den Inhalt eines Koffers aus ihrem bisherigen Leben mitnehmen; am Ende verloren sie auch diesen Besitz, und ihnen blieb nicht einmal das nackte Leben.

Und wenn ich in unserem Land das Aufkeimen des Rechtsextremismus sehe, bekomme ich einen Würggreiz. Demokraten müssen gegen dieses Pack aufstehen.
Die Koffer sind deshalb keine dekorativen Objekte. Sie sind Stellvertreter. Jeder von ihnen verweist auf eine jüdische Gemeinde oder einen Wohnort in Unterfranken, aus dem Menschen deportiert wurden. Das Denkmal macht sichtbar, dass die Verfolgung nicht nur Würzburg betraf, sondern ein ganzes Netz unterfränkischer Orte: Städte, Märkte, Dörfer, Nachbarschaften. Das Besondere am Konzept ist, dass jedes Gepäckstück zweimal entsteht. Ein Exemplar bleibt in der jeweiligen Gemeinde, das zweite wird Teil der zentralen Gedenkstätte in Würzburg. So verbindet der DenkOrt den Bahnhofplatz mit den Herkunftsorten der deportierten Menschen. Die Erinnerung bleibt nicht nur an einem zentralen Ort gesammelt, sondern kehrt zugleich in die Gemeinden zurück, aus denen die Menschen einst herausgerissen wurden.

Diese doppelte Anlage macht den DenkOrt zu einem partizipativen Denkmal. Unterfränkische Kommunen, in denen es 1932/33 jüdische Gemeinden gab, sind eingeladen, sich mit einem Gepäckstück zu beteiligen. Dadurch wächst der DenkOrt weiter. Er wurde am 17. Juni 2020 eröffnet, 2021 kamen 32 neue Gepäckstücke hinzu, 2023 weitere neun und 2025 erneut elf. Das Denkmal bleibt damit nicht abgeschlossen, sondern in Bewegung. Es zeigt, dass Erinnerung keine einmalige Geste ist, sondern eine fortdauernde Aufgabe.

Gerade die Schlichtheit der Koffer berührt. Sie tragen am DenkOrt nicht die Namen aller Ermordeten, denn dafür reicht der Raum nicht aus. Stattdessen erhält jedes Gepäckstück ein einheitliches Schild mit dem Namen der historischen jüdischen Gemeinde, für die es steht. Die Namen und biografischen Angaben der Opfer sind online über das Projekt zugänglich. Diese Entscheidung gibt dem Denkmal eine besondere Würde: Vor Ort wirkt zunächst das Bild des verlassenen Gepäcks, die Leere, das Schweigen, die körperliche Vorstellung von Verlust.

Die unterschiedlichen Formen der Gepäckstücke sind ebenfalls bedeutungsvoll. Ein Koffer wirkt geordnet, vielleicht bürgerlich, fast vertraut. Ein Rucksack erinnert stärker an Eile, an Flucht, an den Körper, der Last tragen muss. Eine Deckenrolle steht für elementare Bedürftigkeit, für Kälte, Schutzlosigkeit, die Hoffnung auf Schlaf und Wärme. Zusammen bilden diese Formen ein stilles Bild von erzwungener Bewegung. Sie zeigen nicht die Täter, nicht die Züge, nicht die Gewalt selbst – und doch ist all das gegenwärtig. Die Abwesenheit der Menschen macht ihre Geschichte besonders spürbar. Man sieht kein Gesicht, aber man versteht: Zu jedem Gepäckstück gehörte ein Mensch. Zu jedem Menschen gehörte ein Zuhause. Zu jedem Zuhause gehörte eine zerstörte Zukunft.

Auch die Materialien der Koffer sprechen eine eigene Sprache. Sie sind robust, wetterfest, dauerhaft. Das ist aus praktischen Gründen notwendig, weil der DenkOrt an einem stark frequentierten öffentlichen Platz steht. Zugleich hat diese Dauerhaftigkeit eine symbolische Dimension: Was die Nationalsozialisten auslöschen wollten, soll im Gedächtnis bleiben. Stein, Beton oder Metall widersprechen dem Vergessen. Sie halten aus, auch wenn die Stadt um sie herum weiterläuft. Reisende gehen vorbei, Straßenbahnen fahren, Menschen telefonieren, der Alltag nimmt seinen Lauf – und mitten darin liegen diese Koffer wie eine stille Unterbrechung. Sie mahnen dazu, nicht achtlos vorbeizugehen.

Für Würzburg selbst haben die Gepäckstücke eine zusätzliche Bedeutung. Die Stadt war nicht nur Herkunftsort deportierter jüdischer ürger, sondern auch Sammel- und Abfahrtsort für Menschen aus ganz Unterfranken. Deshalb ist der Bahnhofplatz ein Ort, an dem regionale Verantwortung sichtbar wird. Der DenkOrt sagt nicht nur: „Hier ist etwas geschehen.“ Er sagt auch: „Von hier aus wurden Menschen aus vielen Gemeinden ihrer Heimat beraubt.“ Genau darum sind die Koffer aus den Orten Unterfrankens so wichtig. Sie bringen die verstreute Geschichte zusammen, ohne sie zu vereinfachen. Jeder Koffer steht für einen Ort, aber auch für die Pflicht dieses Ortes, sich zu erinnern.

So ist der DenkOrt Deportationen 1941–1944 kein Denkmal, das fertige Antworten gibt. Er stellt Fragen: Was bleibt von einem Menschen, wenn ihm Heimat, Besitz, Rechte und schließlich das Leben genommen werden? Wie kann eine Stadt erinnern, ohne das Geschehen zu glätten? Wie lässt sich Trauer in eine Form bringen, die nicht pathetisch ist, sondern wahrhaftig? Die Koffer antworten darauf mit stiller Eindringlichkeit. Sie liegen da, als warteten sie auf Menschen, die nicht zurückkommen. Gerade diese Zurückhaltung macht sie so stark. Sie zwingen niemanden zu großen Worten, aber sie lassen auch kein Ausweichen zu.

Der DenkOrt ist deshalb ein Ort des Respekts, der Trauer und der Verantwortung. Er erinnert an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger Unterfrankens, die entrechtet, verschleppt und ermordet wurden. Und er tut dies durch ein Symbol, das jeder Mensch versteht: Gepäck. Ein Koffer steht normalerweise für Reise, Hoffnung, Rückkehr, vielleicht für Ferien oder Neubeginn. Am DenkOrt Deportationen bedeutet er das Gegenteil: er steht für erzwungenen Abschied, für den Verlust von Heimat, für eine Reise ohne Wiederkehr. Gerade deshalb berühren diese Koffer so tief. Sie machen sichtbar, was nicht wiedergutzumachen ist, und sie bewahren die Erinnerung an Menschen, deren Namen, Geschichten und Würde nicht verloren gehen dürfen.

YouTube: Der Macher von FunGermanTV spricht

14. Januar 2019

Der 20jährige Nico Desch aus Unterfranken war einstmals ein Star, zumindest für die Gamer-Szene. Nico produzierte Let‘s Play-Videos von Minecraft für seinen YouTube-Kanal FunGermanTV.

Im Gespräch mit Nico Desch von FunGermanTV.

Im Gespräch mit Nico Desch von FunGermanTV.

Nico war Teilnehmer an einem Seminar von mir. Am Rande drehten wir ein YouTube-Video für meinen Kanal. Der sympathische junge Mann, der heute eine Ausbildung als Medienkaufmann absolviert, hat heute im Sport ein neues Hobby gefunden. Aber das Netz vergisst nichts und seine Let‘s Play-Videos laufen heute noch immer gut. Rund 1500 Abonnenten hat er noch, obwohl im Moment kein neuer Content produziert wird. 

Nico nannte mir die Gründe, warum er YouTuber für FunGermanTV wurde. Der wichtigste: Selbstverwirklichung. Der Slogan von YouTube lautet: „Broadcast Yourself.“ „Dort kann ich vor den Zuschauern so sein, wie ich bin und auch sein möchte. Wer mich als Person sympathisch findet, drückt in vielen Fällen auch den magischen „Abonnieren“-Button, um in Zukunft keine Videos von mir zu verpassen. Außerdem rede ich sehr gerne und vor allem viel“, erzählt Nico Desch in einem Artikel, den wir in einer Seminarzeitung geschrieben haben. Eine lustige Persönlichkeit und gute Ideen reichen jedoch nicht aus, um möglichst schnell Reichweite bzw. einen festen Zuschauerkreis generieren zu können. Wichtig ist es die Nische zu finden in der hinein die Videos produziert werden. „In meinem Fall war diese „Gaming“, also ein Computerspiel „zocken“, dabei live kommentieren und alles gleichzeitig aufnehmen, damit abschließend ein fertiges Video entstehet. Mein Favorit war Minecraft“, so Nico. Wer denkt, dass ein bisschen ins Mikrofon schwatzen und dabei spielen einfach ist, der irrt gewaltig. YouTube ist ein schönes Hobby, aber durchaus aufwendig. Es gilt das ein oder andere Computerprogramm dafür zu meistern. So gibt es für die Desktopaufnahme des Spiels eine andere Aufnahmesoftware als für den Ton. Nach der Rohaufnahme werden die Dateien in ein Schnitt-Programm wie z. B. Adobe Premiere Pro eingefügt und dort für den Upload zurecht „gecuttet“. Währenddessen werden die Photoshop Texteinschübe, Grafiken und das Anzeige-Bild (auch Thumbnail genannt) vorbereitet. Bis ein qualitativ gut bearbeitetes Video veröffentlicht werden kann, vergehen gut und gerne 3-5 Stunden.

Broadcast yourself lautet das Motto von YouTube und Nico Desch hat es bei FunGermanTV ernst genommen. Zunächst waren es einfache Videos, dann stieg der Produktionsaufwand und die Abonnentenzahl. Es wurde geschnitten, gephotoshopped, geübt und gezockt. Meine beiden Kinder K1 und K2 schauten FunGermanTV und ich stieg in ihrer Gunst, als ich erzählte, wen ich kennengelernt hatte.  Herauskamen unterhaltsame YouTube-Videos rund um das Klötzchenspiel Minecraft. In dem Gespräch mit mir sprach er über Influencer, den Drang zur Öffentlichkeit, Umgang mit Hatern und warum die ganze Sache mit YouTube ihn einfach Spaß gemacht hat. 

Die Kohle war für Nico Desch kein Anreiz. Er sagt: „Für mich spielte das Geld jedoch nie eine Rolle. Die Möglichkeit mit meinen Zuschauern zu reden und mit ihnen über die Kommentarfunktion zu interagieren, motivierte mich. Durch viel konstruktive Kritik verbesserte ich mich als Videoproduzent stetig und YouTube wuchs mir als Hobby ans Herz.“ 

5 Tipps für YouTuber

In unserer Seminarzeitung gab Nico Desch noch fünf Tipps, mit denen ihr selbst als Amateure als YouTuber durchstarten könnt:

1. Regelmäßig hochladen: YouTube ist eine Google-Plattform und läuft mit einem bestimmten Such-Algorithmus. Ein durchdachtes SEO und regelmäßiges Hochladen von Videos garantiert bei Google und YouTube ein optimales Ranking.

2. Grundequipment: Ein zumindest durchschnittlicher Computer sowie ein einfaches Headset oder Mikrofon sind für einen Videoproduzenten Pflicht. Das macht von Anfang an einen seriösen Eindruck.

3. Am Ball bleiben: Ein großer YouTuber wird man nicht über Nacht. Aber sobald die ersten Abonnenten und positiven Bewertungen ankommen, kann es mit dem Wachstum schneller gehen als man denkt.

4. YouTube Kollegen suchen: Schaut euch nach anderen Kollegen in eurer Sparte um, die in etwa die selbe Abonnentenzahl wie ihr selbst haben. Knüpft Kontakte, gebt euch gegenseitig Verbesserungsvorschläge und kümmert euch um Gastauftritte bei anderen Kanälen.

5. Habt Spaß! Simpel aber grundlegend. Bleibt euch selbst treu und macht das, worauf ihr Lust habt, dann werden das eure potentiellen Zuschauer bemerken und schon bald zu eurer Community gehören.

 

Grundschüler lernen Marktwirtschaft

2. Oktober 2016

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In einer Grundschule im unterfränkischen Poppenlauer habe ich im interessantes Konzept entdeckt, um Kinder mit Marktwirtschaft vertraut zu machen. Seit drei Jahren wird der Pausenverkauf von den Grundschülern selbst organisiert und durchgeführt. In Teams zu drei Schülern werden die Waren eingekauft, präsentiert und an Schüler verkauft. Es gibt die Jobs Verkäufer, Lagerist und Kassierer. So lernt der Schüler bereits in der Grundschule den Umgang mit Geld. Außerdem können die Grundschüler den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn – eine Eigenschaft, die manche Erwachsene nicht beherrschen.

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Eingekauft wird vor allem Süßkram beim Lebensmitteldiscounter. Obst gibt’s schon auch, wird aber von der jungen Zielgruppe weniger geordert. Außerdem gibt es Getränke. Über den Einkauf wird streng Buch geführt. Die Kassenbons werden in ein Schulheft geklebt und die Einkaufssumme vermerkt.

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Dann beginnt in der Pause der Warenverkauf. Zuvor werden die Waren von den Grundschülern in Szene gesetzt. Die Schüler haben gelernt, die Waren müssen den Käufern richtig präsentiert werden. So werden Süßigkeiten in einem Korb gelegt, die Getränke schön aufgereiht.

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In dem Verkaufsraum gibt es – für den Käufer nicht sichtbar – drei Plakate mit der Aufgabenverteilung. Der Verkäufer muss die Waren präsentieren, die Kunden beraten, Kunden bedienen und er muss freundlich sein. Der Lagerist dagegen muss den Warenbestand überwachen, Waren vernünftig lagern, Nachbestellungen machen und neue Waren entgegen nehmen. Der Kassier muss die Zahlung entgegennehmen, Geld herausgeben, Kassenbestand überwachen und überprüfen. Zur Unterstützung des Teams gibt es eine klare Preisliste.

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Am Ende des Verkaufstages wird die Kasse gemacht und die Aufträge für die Bestellungen zusammengestellt. Ich muss zugeben, dass ich diese Aktion bemerkenswert finde. Hier zeigt sich: In der Schule lernt man fürs Leben, nicht für die Schule.

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Ausrangiertes Uhrwerk von St. Kilian, Schweinfurt

23. September 2016

Das ehemalige Uhrwerk von St. Kilian Schweinfurt hängt heute im Kolping Hotel.

Das ehemalige Uhrwerk von St. Kilian Schweinfurt hängt heute im Kolping Hotel.

Es ist für mich etwas ungewöhnliches, auf dem Weg zum Frühstücksbuffet an einem ehemaligen Kirchturm-Uhrwerk vorbeizukommen. Aber genau dies ist mir bei meinem Aufenthalt in Schweinfurt (Unterfranken) im Hotel Kolping passiert. Dort steht das ehemalige Kirchturm-Uhrweg von Sankt Kilian von 1929 bis 1980. Ich Empfang es als sehr eindrucksvoll, so dass ich meinen Espresso vor dem Uhrwerk eingenommen und mir das Ding genauer angesehen habe.


Diese Uhr wurde 1928 von der Turmuhrenfabrik Georg Rammensee bei Gräfenberg, in der Nähe von Nürnberg geschaffen. Die Firma war spezialisiert auf den Bau von großen, öffentlichen Uhren. Der junge Uhrmachermeister Eugen Rammensee baute dieses Werk speziell für die Kirche St. Kilian. Dieses Unikat ist das größte Uhrwerk der Turmuhrenfabrik Georg Rammensee.
Dieses Werk besteht aus einem Gangwerk mit Pendel für den Ziegenantrieb sowie drei Schlagwerken. Es arbeitet rein mechanisch und wiegt klappt drei Tonnen. Als ich davor stand, kam ich mir sehr klein vor.
Das Uhrwerk störte 1988 die Renovierung des Turmes und sollte verschrottet werden. Eine Schenkung der Pfarrei an die Kolpingfamilie bewahrte das Uhrwerk vor diesem Schicksal. Mitglieder der Kolpingfamilie zerlegten in 500 Arbeitsstunden das Uhrwerk. Die Einzelteile wurden aufwendig gereinigt, sandgestrahlt, poliert und neu gestrichen. Einige Teile mussten neu geschweißt werden, da sie im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurden.
Das Uhrwerk treibt heute das Gangwerk des Zeigers des Zifferblattes im Hotel Kolping an.

Restauranttipp: Kings & Queens in Schweinfurt

22. September 2016

Das Kings & Queens in Schweinfurt.

Das Kings & Queens in Schweinfurt.

Ausgefallenes Essen in Schweinfurt ist schwierig. Es gibt neben den Fastfood-Ketten, klassischen Italiener, Griechen und Chinesen noch zahlreiche fränkische Gastwirtschaften mit bodenständiger Küche – aber Gott sei Dank gibt es auch das Kings & Queens in der Bauerngasse 101.Seit nunmehr 13 Jahren hält das Ehepaar Marc und Sabine Wiederer die kulinarische Fahne hoch und bieten ein hohes Niveau für den verwöhnten Gaumen. Schweinfurt kann stolz auf diese Institution mit seinen 24 Plätzen sein. Jahrelang trieben Marc und Sabine Wiederer das Restaurant alleine um, inzwischen sind zwei weitere Kräfte dazu gekommen. Der Gast hat die Auswahl zwischen einem kleinen und einem großen Menü und seit nunmehr drei Wochen hat Kings & Queens ein rein vegetarisches Menü auf der Karte.

Nach einem Gruß aus der Küche startete ich durch mit einer sehr feinen Idee, den Kings & Queens Tapas.

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Weiter ging es mit einer klaren Paprikaessenz und Ricotta-Basilikum-Maultasche.

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Es folgte ein Steinpilzravioli, Nussbutter und Peccorino.

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Für mich der Höhepunkt war der Seeteufel mit Lauch, Zwiebel und Limette.

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Etwas mächtig bei einem sieben-Gang-Menü war der Lammrücken, Nam Prik, Süsskartoffel und Mais.

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Den Schluss machte ein Tiroler Bergkäse mit Pfifferlingen.

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Sehr schön auch das Dessert Unsere Beere 2016.
Also klare Empfehlung für Schweinfurt: Das kleine Restaurant Kings & Queens. Entsprechende Erwähnungen und Auszeichnungen sind selbstverständlich. Dazu gehören Michelin Führer (2016), Gault Milau (2016), Großer Restaurant Führer (2016), Aral Schlemmer Atlas (2016), Tipp Küche in Varta Führer (2016), Kulinarischer Reiseführer und Feinschmecker. Küchenchef Marc Wiederer sagt selbst: „Frische, schmackhafte, aromatische, innovative Küche mit Liebe zubereitet. Das war schon immer das, was ich machen wollte.“

Übernachten wie bei Edgar Wallace: Hotel GoldGemäuer in Ochsenfurt

15. Mai 2015

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Als ich dieses Bild vom Hotel GoldGemäuer in Facebook postete, war die Resonanz meiner Freunde eindeutig: Romantisches Edgar Wallace-Hotel.

Meine Facebook-Freunde erinnerte es an Edgar Wallace.

Meine Facebook-Freunde erinnerte es an Edgar Wallace.

Und für mich waren die beiden Nächte im Ochsenfurter Hotel ein besonderes Erlebnis. Anders als die klassichen Business-Hotels, in denen ich sonst übernachte, hat das Hotel GoldGemäuer in Ochsenfurt einen eigenen Charme. Individualität wird hier großgeschrieben und diese Individualität drückt sich in zahlreichen Details aus. Die Chefin des Hauses, Sabine Gold ist auch immer auf der Suche nach historischen Schmakerl wie Vasen, Schlüssel, Schränkchen. Als ich mein Zimmer bezog, arbeitete sie gerade mit einer Mitarbeiterin an einer neuen, alten Vitrine. Das Hotel GoldGemäuer liegt in der verkehrsberuhigten Altstadt von Ochsenfurt direkt an der alten Ochsenfurter Stadtmauer.


Ich wohnte im Dachgeschoss des alten Gemäuers in dem Zimmer Dicker Turm. Der „Dicke Turm“ ist ein romantisches Zimmer mit 20 qm Grundfläche und einer verwunschenen Schlafecke – ich hab allerdings klassisch im Bett geschlafen.

Mein Zimmer: Dicker Turm

Mein Zimmer: Dicker Turm

 


Es liegt gleich neben dem Gästezimmer „Nikolausturm“. Mein Zimmer ist ganz in Blautönen gehalten mit einem hellen Laminatboden und romantischem, cremefarbenen Doppelbett und Tagesbett. Das Badezimmer ist ausgestattet mit Dusche/WC, Haarfön, Kosmetikspiegel und Kneipp Wellnesskorb. Auch prima: Es gibt ein Teetablett mit Wasserkocher und verschiedenen Teesorten. Das Zimmer „Dicke Turm“ ist im dritten Stock des Vorderhauses aus dem 18ten Jahrhundert und hat Blick auf die historische Ochsenfurter Stadtbefestigung.


Ich kam mit dem Zug an, aber vor allem für Radfahrer ist das Hotel gut vorbereitet. Unterfranken hat in diesem Bereich ein hervorragend ausgebautes Radewegesystem. Radler können ihre Fahrräder sicher und geschützt in dem Innenhof des Hotels abstellen. Autofahrer müssen ein wenig laufen, denn es gibt keinen Hotelparkplatz oder Tiefgarage.


Empfehlenswert ist auch die kleine Bibliothek im Wintergarten. Gerade zum Entspannen kann der Gast hier bei einem Schoppen Wein runterkommen. Wer es lieber digital haben will, dem steht ein kostenloser WLAN-Anschluss im gesamten GoldGemäuer zur Verfügung.