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Reformationstag – der Luther von Playmobil hat seinen Auftritt

31. Oktober 2016
Martin Luther als Playmobil-Figur.

Martin Luther als Playmobil-Figur.

Gut, dass es die Reformation gab. Heute ist Reformationstag und der Auftakt zum Lutherjahr 2017. Ich werde hier im Blog keine theologischen Ausführungen machen, denn ich habe auch gelernt, dass Religion eine Privatsache ist.
Ich halte es persönlich mit dem alten Fritz „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden“ und auch Kants kategorischer Imperativ ist für mich wichtig: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“


Sowohl Friedrich der Große und Immanuel Kant waren nur möglich, weil es Luther gab. Der Luther hat in den Köpfen etwas bewegt und eine Revolution in Europa ausgelöst. Reformation bedeutet Erneuerung und Luthers Gedanken haben die Kirche erneuert und zuvor die Kirchenspaltung ausgelöst. Interessant für mich als Medienfuzzi ist, dass sich die Gedanken Luthers eines neuen Massenmediums bedient haben. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde schließlich der Buchdruck erfunden und die Gedanken von Luther wurden in die Welt getragen. Ich beobachte genau die Wirkung von heutigen Massenmedien, die jeder von uns bedienen kann.
Zurück zu Luther: Ich hab einen Luther bei mir am Schreibtisch stehen. Mein Luther ist eine Playmobil-Figur. Es handelt sich um die Figur 6099 und ich hab meinen Luther zusammen mit der Sonderausgabe von Dürer im Stadttourismus-Amt Nürnberg gekauft. Wer in Nürnberg unterwegs ist, sollte aufgrund des niedrigen Preises zuschlagen.

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Mein Playmo-Luther hat eine Feder in seiner beweglichen rechten Hand. Übrigens, Luther war Rechtshänder. In der anderen Hand hält die Figur die Bibel. Sie hat die Aufdruck „Bücher des Alten Testaments ENDE – Das Neue Testament übersetzt von Doktor Martin Luther“. Der Luther hat eine Mütze auf und trägt einen schwarzen Umhang. Für mich ein Novum bei Playmobil: Es liegt ein Faltblatt mit Lebensstationen von Martin Luther bei.

Bei einem Festgottesdienst ist die neue Lutherbibel gestern offiziell den evangelischen Kirchengemeinden übergeben worden. Es handelt sich nicht um die Playmo-Bibel.  70 Experten hatten in den vergangenen Jahren die Bibelübersetzung auf ihre Genauigkeit überprüft. Fast 12.000 der rund 31.000 Verse wurden in der Neufassung geändert – auf die Wörter gerechnet sind das acht Prozent.

 

Stadtführung in Straubing: QR-Codes im Tourismus

1. April 2014
Pano vom Straubinger Rathaus.

Pano vom Straubinger Rathaus.

QR-Codes werden den Tourismus revolutionieren. In Gotha gibt es den Quick Response-Code im Straßenpflaster. Mir sind in der niederbayerischen Stadt Straubing neulich QR-Codes an zahlreichen markanten Orten begegnet. Mit Unterstützung des örtlichen Lion-Clubs wurde eine neuartige Form des Stadtführers ins Leben gerufen.

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So ist beispielsweise am Rathaus auf weißem Schild ein QR-Code angebracht. Wird er gescannt, höre ich die Straubinger Stimmen. Im Dialekt wird die Stadtgeschichte von Straubing von verschiedenen Sprecherinnen wie unter anderem Elena Koch oder Dorit-Maria Kenn erzählt. Ich höre am Smartphone die persönlich gefärbten, historischen Erzählungen. Es ist eine „vielstimmige Sammlung von historischen Ansätzen und persönlichen Sichtweisen der Stadt Straubing.“ Das örtliche Tourismusamt verleiht verkauft dazu Kopfhörer, falls jemand seine Kopfhörer vergessen haben sollte.
Der Lions Club wies mich auch darauf, dass unter dem QR Code auch ein Tastmodell für Blinde ist.

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Meine Apple Kopfhörer hatte ich dabei, mein iPhone 5s war voll geladen, LTE-Empfang in Straubing war gesichert und ich hatte ein wenig Zeit für eine Stadtführung, da ich eine Pause zwischen meinen Vorträgen hatte. Also machte ich mich auf, die sympathische Stadt zu entdecken. Einen offiziellen Stadtführer zu buchen, dazu hatte ich keine Lust, aber dank QR-Codes konnte ich mich auf meine eigene Entdeckungsreise machen und zwischendurch immer wieder einen Kaffee schlürfen und Agnes Bernauer-Torte im Cafe Krönner kosten.

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Ich startete bei Rathaus und ging die Sehenswürdigkeiten der Stadt ab. Es gab Straubinger Stimmen unter anderem zu Agnes Bernauer, Bürgerspital, Dreifaltigkeitssäule, Gäubodenmuseum und, und, und. Insgesamt 22 Stationen wurden angelegt.

Für mich war der lehrreiche Spaziergang durch Straubing ein Erlebnis, das mir Spaß gemacht hat. Ich war auf keine Gruppe oder offiziellen Guide angewiesen und konnte meine Zeit selbst einteilen. Hierin sehe ich einen optimalen Einsatz von QR-Codes im Tourimus.

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Urlaub in Südtirol (7/10): Marsch über den Gumperleweg

1. September 2009

Blick vom Gumperleweg

Ein Urlaub in Südtirol muss heute ein Familienerlebnis sein. Die kleinen Wanderer sind aber nicht in der Lage große Touren zu laufen. Daher gibt es seit Juni 2009 eine nette Alternative, den Gumperleweg. Es ist eine Art Waldtierpfad. Er beginnt bei der Kirche zum Heiligen Georg in Agums bei Prad. Zuvor sollte man sich im örtlichen Tourismusamt, einen kleinen Fragenkatalog holen. Bei jeder Station des Waldtierpfads müssen Fragen beantwortet werden. Zum Beispiel: „Wie viele deiner Freunde müsstest du tragen, um gleich stark zu sein, wie eine Ameise?“ Am Ende kommt ein Lösungswort heraus. Ich verrate es für die Faulen oder Dummen: „Ameisenhaufen“. Wird das Fragenheft wieder beim Tourismusamt abgegebenen, erhält man eine Eiskugel in einer der örtlichen Eisdielen. Gute Idee eines Kundenbindungsprogramms, denn es bleibt natürlich nicht bei einer einzigen Eiskugel.

Zurück zum Gumperleweg. Es gibt 13 Stationen, die Wissenswertes über die heimischen Waldtiere vermittelt. Gemeinsam mit der Waldmaus Ferdinand gehen wir mit den Kindern auf Spurensuche, durchkrochen einen Dachsbau, sprangen so weit wie ein Reh oder trugen das Geweih eines Hirsches. Cool ist auch die Alarmanlage eines Eichhörnchens oder der Ritt auf einer Ameise. Es macht auch für Erwachsene Spaß und die Kinder haben eine riesige Freude an dem zwei Kilometer langen Weg mit zum Teil hervorragenden Rundblicken. Leider war schon die Station Vogelstimmen zum Teil defekt. Der Kuckuck machte nicht mehr seinen Gesang. War aber nicht so schlimm, denn die Laute des Kuckucks kannten meine Kinder.