Posts Tagged ‘Mac’

CeBit startet und ich bin nicht dabei

1. März 2011

Heute beginnt die CeBit und keiner geht hin. Nein, so schlimm ist es nicht. Aber für mich hat die einstmalige Leitmesse der IT-Gemeinde deutlich an Reiz verloren. Natürlich gibt es ein paar Unternehmen, die mich noch interessieren, doch muss ich deshalb den Weg nach Hannover auf mich nehmen? Nein, ich glaube nicht. Die Infos bekomm ich in der Regel über das Netz. Messe heißt heute für mich nicht mehr neue Produkte, sondern Emotionen – und hier hat die Cebit bei mir im Moment nicht viele Chancen.

Das war früher anders. Jahrelang musste ich beruflich nach Hannover pilgern. Jahrelang musste ich zunächst in Kinderbetten als Untermieter schlafen. Jahrelang musste ich mich mit Taxifahren herumärgern, die den Weg nicht kannten, weil sie aus der Region angekarrt wurden. Jahrelang wurde ich auf der CeBit krank, denn die Messehallen waren überhitzt und draußen war es eiskalt und meist regnete es auch noch.

Das ist vorbei – im Moment zumindest. Nix ist doofer als Hann .. hieß es bei uns IT-Journalisten immer. Ganz so schlimm, war es dann doch nicht. CeBit hieß auch immer Kollegen zu treffen und ein auf der einen oder anderen Party zu versumpfen. Ich trieb mich gerne an den Ständen der Taiwanesen herum und ließ mich Lüfter und Netzteile erklären, weil mit unserer damaligen Laborleiterin und Cheftesterin kein Asiate sprach. In der Regel war die CeBit ein wichtiger Termin, um Visitenkarten auszutauschen mit den Worten „Lass uns doch mal telefonieren!“ Wehe dem Kollegen, der seine Visitenkarten zu Hause vergessen hatte.

Richtig schlimm waren im Vorfeld manche lieben Kollegen von den Agenturen, die für ihre Kunden Termine ausmachen mussten. Ich verstehe ja den Druck, aber ein wenig Vorbereitung gehört zum Geschäft. Das Telefonat lief etwa nach folgendem Schema ab – zum Beispiel damals als Chefredakteur der MACup, der ältesten Fachzeitschrift für Mac in Europa: Irgendeine Studentin von der Agentur beauftragt, rief bei uns an.

Agenturstudentin: „Die Firma XY stellt ihr neuestes Applikation für Blabla vor. Sie spart Kosten, der Workflow verbessert sich und ist rundum super. Wollen wir nicht einen Termin für die CeBit vereinbaren?“

Ich: „Das ist ja schön. Unter welchem Betriebssystem läuft das Ganze?“

Agenturstudentin: „Es läuft auf allen gängigen System wie XP, Vista und sogar unter 32 und 64 Bit.“ Wobei das „sogar unter 32 Bit“ besonders betont wurde.

Ich: „Wissen Sie, bei wem Sie gerade anrufen?“

Agenturstudentin: „Ja, bei Ihnen, der MACup.“

Ich: „Wissen Sie, über was wir berichten?“

Agenturstudentin: „Ja über Computer.“

Ich: „MACup beinhaltet welches Betriebssystem?“

Agenturstudentin: „XP?“

Ich zunächst sprachlos, dann „Äh, nein.“

Agenturstudentin: „Nicht? Wie ist es jetzt mit einen Termin?“

Ich bin in der Zwischenzeit vom Stuhl gefallen. „Ach nee, lassen wir das lieber.“

 

 

Social Media: CAPday bei Dell mit Wirkung

2. Februar 2011

Da staunte ich als Mac-User nicht schlecht, als ich eine Einladung von Dell im Postfach hatte. Gesucht wurden Blogger, die sich zur von Dell Deutschland im Rahmen des ersten CAPday äußern wollten. Klar will und Profi genug bin ich auch, um die Strategie des Computerriesen beurteilen zu können.

Respekt: Dell ging offen an die Sache heran. „Wir wollen ehrlich, offen und ungeschönt die Wahrheit hören“, ging es los. Und die Wahrheit bekamen die interessierten Mitarbeiter von Dell zu hören. Was kann Dell besser machen?

Geladen waren unter anderem IT-Journalisten, die im Netz unterwegs sind sowie eine stattliche Anzahl von engagierten, ehrenamtlichen XPS-Foren-Mitarbeitern, die in ihrer Freizeit Support für Dell geben. So diskutierte man über ausführlich Treiber-Konflikte und Konfigurationsprobleme. Echte Tech-Freaks eben. Bei mir als überzeugter Mac-User kommt Dell vom Image des Kistenschiebers nicht los, obwohl sie ihre Werbung massiv geändert haben. Und ich gestehe: Ich habe auch einen Dell-Monitor und bin vollauf zufrieden. In meiner Vergangenheit war ich einstmals Textchef der PC Professionell. Damals hatte Dell einen guten Namen unter den Schraubern und Freaks. Man konnte sich sein individuelles System zusammenstellen. „Irgendwo auf der Welt wird mein Dell-Rechner für mich zusammengebaut“, so war die Meinung damals. Dieses Image ist irgendwann flöten gegangen.

Jeff Jarvis hat in seinen genialen Buch „Was würde Google tun?“ seine Erfahrungen mit den Dell Support geschildert. Kaum hat Jarvis drüber gebloggt, hat er Druck auf Dell ausgeübt und das Unternehmen hat sich bewegt. Sehr gute Aktion, die beiden Seiten sehr geholfen hat: Jarvis und Dell. Der eine bekam Popularität, der andere zufriedene Kunden.

Mancher forderte eine Preis-Garantie. „Viele Ihrer Kunden fühlen sich emotional hintergangen.“ Und es hagelte Kritik am Health-Check für 70 Euro. Temp-Dateien zu löschen und den Papierkorb zu entleeren – das kann kein wirklicher Service sein.

Als Journalist konnte ich ins gleiche Horn blasen und mahnte eine bessere Versorgung von Testgeräten an. Es könnte nicht sein, dass im Online-Zeitalter die US-Kollegen bevorzugt werden, während der alte Kontinent auf die Hardware wartet. Allerdings konnte ich auch von positiven Reaktionen an Dell berichten. Meine ehemaligen Leser aus dem Broadcast-Bereich lobten Dell über den grünen Klee. Die Reaktionszeiten seien hervorragend. Dieses Lob tat den Dell-Kollegen sichtlich gut.

In Sachen Social Media hat Dell noch einiges nachzuholen. Dell will künftig stärker auf Twitter setzen und schneller reagieren. „Mit der Twitter-Aktion wollen wir den Kunden zeigen, wir kümmern uns um dich.“ Außerdem wird Dell künftig Mitarbeiter über soziale Netzwerke suchen.

Wir haben den Dell-Leuten den dringenden Rat, sich nicht in den sozialen Plattformen zu verlieren. Für Deutschland zählt Facebook, Twitter, YouTube und Xing – basta. Experimente in den VZ-Netzwerten, Lokalisten oder wer-kennt-wen sind meines Erachtens sinnlos, denn Plattformen müssen gepflegt werden. Social Media ist kein weiterer PR-Kanal, sondern ein Dialogmedium. Kritisch sah ich es, dass so mancher Dell-Manager über Social Media spricht, aber nicht in den Netzwerken vertreten ist. Die Begründung ist immer die gleiche: Ich habe dafür keine Zeit. Und dann wieder: Wer darf sich überhaupt für die Firma äußern? – Gegenargument: Das Telefon können Sie auch bedienen. Und keiner will die Zeiten zurück, als es in der Firma nur ein Telefon gab. Jeder, der in der Firma ein Telefon hat, spricht für die Firma. Und so wären wir wieder bei meinem Lieblingsthema: Medienkompetenz.

Großes Aufgebot beim ersten CAPday von Dell Deutschland.

Großes Aufgebot beim ersten CAPday von Dell Deutschland.

Social Media: Apple pingt und macht Kasse

4. September 2010

Apple macht es geschickt – wieder einmal. Was früher beim Mac der Finder war, ist heute für alle iTunes. Und in dieser Schaltzentrale installiert Apple sein neues Soziales Netzwerk Ping. Bisher ist es nur ein Netzwerk in dem User sich gegenseitig Musik empfehlen können. Auf den ersten Blick: Auf den zweiten ist es eine geniale Idee, um Leute miteinander zu vernetzen und um enorm viel Geld zu verdienen. Schließlich ist Apple im Besitz von Millionen von Kreditkartennummern – und die Musik ist nur ein Klick entfernt. Facebook verdient auch viel Geld, aber nicht so leicht die Apple.

Einen Tag nach der wegweisenden Apple iPod-Pressekonferenz 2010 habe ich mir das neue iTunes 10 geladen. Optisch etwas reduziert – aber schon das Logo ist wegweisend: Die CD in iTunes wurde gestrichen und es gibt nur noch eine Note. Wer braucht denn noch eine CD? Richtig – keiner mehr. Das Teil ist überholt wie die Diskette.

Unter Store findet sich das neue Icon Ping. Microsoft wird mit seinem Bing kotzen. Und für Plattformen wie Last.fm wird die Luft dünner. Und für MySpace ist es der Tod. Der Anmeldevorgang bei Ping ist innerhalb weniger Sekunden möglich. Wer eine Apple-ID hat, gehört zur Familie, wobei es mir nicht gelang, am ersten Tag ein Foto von mir auf Ping hochzuladen. Da war der Server wahrscheinlich zu viel mit Anmeldungen beschäftigt.

Anschließend kann man wie in allen anderen Sozialen Netzwerken auch Freunde folgen und man wird von ihnen verfolgt. Die Wahl der Musik geschieht über den iTunes Store. Habe ich ein Album ausgewählt, kann ich das Posten und mit einem Kommentar versehen. Meine Follower sehen meine Wahl und meine Kommentare und können das Album kaufen (freilich über iTunes im appleschen Sinne). Interessant ist aber auch der soziale Aspekt. Das hat Steve Jobs und seinen Ingenieure richtig erkannt. Es macht einfach unheimlich Spaß über Musik zu reden. Ich habe als Jugendlicher stundenlang damit verbracht mit meinen Kumpels über Musik zu diskutieren. Was war die beste Platte? Was das beste Konzert? Spielte nicht der bei der und der Band? Musik bietet Stoff für unendliche Diskussionen. Heute ist Musik weiterhin wichtig in meinen Leben.

Noch ist Ping ein geschlossenes Netzwerk. Ping.fm kann (noch) nicht darauf zugreifen. Facebook ist noch außen vor. Doch ich denke, Steve wird die Benutzerschnittstellen öffnen und dann begint die Vernetzung der Netzwerke. Und Ping wird weiter gehen. Diskussionen über Spiele, über Filme, über TV-Shows werden die Folge sein. Und Apple wird kräftig mitverdienen. Da bin ich mir sicher.

Geld zurück, wenn Deutschland gewinnt

22. Mai 2010
Das WM-Angebot von Elgato.

Das WM-Angebot von Elgato.

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ist noch in weiter Ferne, doch die Vermarktung der Spiele ist im vollen Gange. Fest steht; Ich will bei schönem Wetter draußen Fußball glotzen. Dafür brauche ich einen TV-Stick im USB-Format. Da hat Elgato was putziges im Angebot. Den EyeTV DTT – super klein und sowohl für Mac als auch PC. Mac-Nutzer können mit einer optionalen App die Spiele außerdem live auf ihr iPhone streamen. Und es gibt zur WM ein Angebot, das ich mir überlegen werde: Die EyeTV DTT Deluxe Fußball Edition

Da ist beim USB-Stick noch eine kleine Landesfahne dabei. Das Beste aber: Wenn Deutschland gewinnt, dann bekomm ich von Elgato meine Kohle zurück. Das Teil Elgato EyeTV DTT Deluxe ‚Football Edition‘ kostet immerhin bis zu 90 Euro. Allerdings muss ich bis 11. Juni kaufen und mich bis 25. Juni registrieren – das dürfte machbar sein. Voraussetzung: Ich muss in Deutschland wohnen und ein deutsches Konto haben und – na ja: Deutschland muss die WM gewinnen.

Der Siegeszug von Blu-ray

28. Februar 2010
Kein Tag vergeht, an dem mich Amazon nicht auf die Neuerscheinung von Blu-rays hinweist. Und dank der Sony Playstation 3 verfüge ich über einen geeigneten Player, um die Disks der neuen Generation abzuspielen. Ton und Bild in Bestform.
Aber ich bin mir auch sicher, die Blu-ray wird das letzte optische Speichermedium sein, das ich mir gekauft habe. Künftig werden die Filme rein digital vertrieben. Die Strukturen dazu entstehen gerade und etablieren sich.
Leider hat sich meine Lieblingsfirma Apple noch nicht durchringen können, auf Blu-ray zu setzen. Ich habe zwar einen LG Brenner für Kundenprojekte, aber einen Player am Mac gibt es ich nicht und das ist schade. Steve Jobs will wohl seinen iTunes Store mit Filmen etablieren, doch ich will eine Blu-ray auch mal unterwegs im Zug schauen und nicht vorher laden.
Ich greife derzeit gerne zu den blauen Scheiben. Blu rays werden billiger. Die Zahl der verkauften Blu-ray Discs hat sich 2009 im Vergleich zum Vorjahr fast vervierfacht. Dazu wurden vier Mal so viele Blu-ray Player verkauft wie im Jahr zuvor. Das sagt auch Thilo Röhrig, Vorsitzender der Blu-ray Group Deutschland. Bei Preisen von 100 Euro pro Player ist dies kein Wunder. Und wenn man sich herkömmliche DVDs am Blu-ray-Player ansieht, wird man auch hier eine Qualitätsverbesserung feststellen.
Leider gibt es nicht alle Filme auf Blu-ray. So hätte ich gerne Barry Lyndon auf dem neuen Medium und zahlreiche Horrorfilme der siebziger Jahre fehlen mir auch noch. Trash-Filme brauchen wohl noch eine Zeit, bis sie auf Blu-ray erscheinen. Dennoch versuche ich, neue Filme ausschließlich auf Blu-ray zu kaufen.
Jetzt muss ich nur noch Fernsehtechnisch nachrüsten. Derzeit hängt die PS3 an einem HD-fähigen Monitor, nachdem wir kein TV-Gerät mehr zu Hause haben. Der Mac streamt über Elgato das Fernsehbild ins Wohnzimmer. Aber die 42-Zoll-Fernseher sind schon verlockend. Allein dieses Jahr sollen in Deutschland 8,2 Millionen Flach-TVs verkauft werden. „Wer deren Potenzial ausschöpfen will, braucht Blu-ray“, sagt Thilo Röhrig und er hat recht. Darüber hinaus wird die HDTV-Übertragung das Interesse an hochauflösenden Bildern und damit auch an Blu-ray fördern. Blöd ist nur, dass mich nichts interessiert, was im Fernsehen läuft.

Sind Hörspielkassetten heute noch sinnvoll?

5. Oktober 2009

Beutel mit Kassetten

Eine interessante Diskussion entwickelte sich vor kurzem auf einem Seminar zwischen mir und einer Seminarteilnehmerin. Ich berichtete, dass mein Sohn von seiner Tante eine Tüte mit Hörspielkassetten von Benjamin Blümchen und Sesamstraße geschenkt bekommen hatte. Fragend wandte sich der Nachwuchs an mich: „Papa, was ist denn das?“ Mein Sohn kannte keine Kassetten mehr. Wir haben auch ein Problem, denn wir haben nur noch ein Tape Deck im Haushalt. Die Seminarteilnehmerin fand dies entsetzlich. Ich müsste meine Kinder an das Medium Kassette heranführen. Wie könnten sie denn im Baumhaus ihre Hörspiele hören?

Ich erklärte, dass ich keinen Bedarf mehr an Kassetten habe, genauso wie ich keinen Bedarf mehr an den Tonbändern meines Vaters habe. Ich schloss das Tape Deck aus dem Keller, es war sogar ein teueres Doppel-Tape-Deck von JVC, an den Mac an und digitalisierte die Hörspiele. Zeitraubend und vom Klangergebnis her nicht gerade berauschend. Vielleicht ist es besser, wie ich es mit Hui Buh-Hörspielen gemacht habe. Ich habe es aufgegeben, meine Schallplatten zu digitalisieren und mir stattdessen für ein paar Euro die Hörspiele als MP3 gekauft. Diese liegen auf dem zentralen Hausserver und sind für alle Familienmitglieder zugänglich. Für mich ist es wichtiger, dass mein Sohn einen iPod und Rechner bedienen kann, anstatt eines antiken Kassettenrekorders. Ich habe auch mein analoges Diktiergerät mit den kleinen durchsichtigen Plastikkassetten mit weißen Aufklebern weggeworfen. Das digitale Aufnahmegerät oder sogar der Rekorder im iPhone macht einen besseren Dienst. Das ist für mich der Lauf der Dinge.

Nun, meine Seminarteilnehmerin verstand meine Argumentation nicht. Sie fand meine Einstellung „entsetzlich“. Ok, damit kann ich leben.


25 Jahre Mac, vielen Dank

26. Januar 2009

sparta

Am 25. Januar ist der Mac 25. Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch zu solch einer Maschine. Die Foren im Web haben diesen Geburtstag mit Bildergalerien, Interviews und Geschichtsfakten gefeiert. Nützlich für alle Historiker ist der Blog von Christoph Dernbach von der dpa, der die Geschichte sehr schön zusammengestellt hat.

Ich möchte eine persönliche Rückschau halten. Der Mac hat sicherlich mein Leben verändert. In meiner Jugend war das Zeitalter des Home Computers. Bei mir stand die Entscheidung an, ob ich mir einen VC 20 oder gleich einen C 64 kaufen sollte. Ich entschied mich für den braunen Brotkasten, doch das Geld reichte nur noch für eine Datasette. Das Floppy-Laufwerk war aus finanziellen Gründen in weite Ferne gerückt. Einen Mac gab es in meinen Horizont nicht, ich war nur einmal auf eine Lisa von Apple gestoßen, doch der Preis war unendlich hoch. (Erst Jahre später kaufte ich mir eine Lisa aus nostalgischen Gründen). Meine Kumpels hatten auch den C 64 und dank Turbo Tape 64 hatte sich auch die Warterei auf die Datasette verkürzt. Später wurde der C 64 abgelöst durch den Atari 520 ST. Für mich revolutionierend war die grafische Benutzeroberfläche.

Meine Schulfreunde wechselten in der Regel auf eine DOS-Maschine. Für mich ein Grauen, denn ich wollte keine Soundkarte oder so Zeug einbauen. Der grüne Monochrombildschirm erzeugte mir Würdereize und Überragen, Laden, Speichern im Word war nicht benutzerfreundlich. Gegen Ende der 80iger Jahre kam ich über einen Freund, dessen Vater ein Architekturbüro hatte, zum Mac. Ich kaufte mir einen LC II mit dem StyleWriter II als Drucker und die Sucht hatte begonnen. Das Mac-Fieber ließ mich nicht mehr los. Die Modelle wechselten und ich versuchte Apple die Treue zu halten. Ich war dabei als es mit den PowerBooks losging, ich investierte in einen Newton. Ich machte den Sprung auf PowerPC und später auf Intel mit. Der Mac war Religion und zuverlässiges Arbeitsgerät zugleich. Es war etwas besonderes, einen Mac zu haben. Die Think different Kampagne traf voll ins Schwarze. Steve Jobs kam zurück und ich musste mir (Gott sei Dank) keinen Next kaufen. Im nachhinein hätte ich natürlich einen, wenn schon aus historischen Gründen.

iMac, Wallstreet, der Wegfall des Diskettenlaufwerks, FireWire und UBS – ich war mit dabei. Meine Macs ließen mich nicht im Stich. Bei meiner ersten Arbeitsstelle durfte ich am Mac arbeiten, denn der Münchner Merkur setzte auf Ganzseitenumbruch und damit auf Quark XPress. Der Mac hatte System 7.1 und ich war mit Akustikkoppler bewaffnet und versuchte mich an der Mailboxszene. Als der Merkur auf ein seltsames OS von IBM, nämlich OS2 Warp umstieß, war es Zeit zu kündigen. Die nächsten Arbeitsgeber hatten Windows-Maschinen, aber ich konnte immer mit meinem Mac arbeiten. Dafür bin ich allen meinen Arbeitgebern dankbar. Auch derzeit bei Reed habe ich eine doofe anfällige Windows-Kiste, aber daneben werkelt zuverlässig mein MacBook Air.

Was war der wichtigste Rechner für mich? Wahrscheinlich immer der, auf denen ich aktuell arbeite, ganz einfach. Dennoch: Der Rechner mit den größten Innovationen war Spartacus, der Mac zum 20. Geburtstag. Dieses Schmuckstück mit Leder war ein Leckerbissen. TV-Tuner, Soundanlage, Lederablage für Handballen. Diesen Mac liebe ich noch immer und steht bei uns als Blickfang im Wohnzimmer. Der zweite Rechner in meiner Gunst ist klar der Cube. Jonathan Ive, das war dein Meisterwerk. Der iMac sicherte dir den Eintritt in den Design-Olymp, doch der Cube ist wahrhaft ein Geniestreich.

Einen Mac zum 25. Geburtstag wird es wohl nicht geben. Steve Jobs ist krank und die Firma befasst sich mehr mit iPods, iPhones und Computer in the Clouds. Recht haben sie, denn das ist der neue Weg. Zurückblickend sage ich Dankeschön. Apple, du hast mein Leben bereichert und meinen Geldbeutel geleert. 

Ich mach mir Sorgen um Apple

16. Januar 2009

chronicle

Jetzt mache ich mir wirklich Sorgen um mein Liebings-IT-Unternehmen. Steve Jobs nimmt sich bis Juni eine Auszeit, um sich von seiner Erkrankung zu kurieren. Bei wesentlichen Unternehmensentscheidungen ist er an Bord, sonst hat das Ruder Tim Cook, der COO. Cook hat schon 2004 Apple geleitet, als Jobs Krebs hatte.

Das ist ein Hammer. Per Mail wurden die Mitarbeiter informiert, die Aktien fielen gleich mal um 10 Prozent. Noch vor der Macworld Expo Anfang Januar beruhigte Jobs die Community, dass nur harmlose Hormonschwankungen an seiner Krankheit Schuld seien. Er verzichtete daher auf die Keynote und Phil Schiller sprang ein. Doch es ist wohl schlimmer als befürchtet. Die Zeitungen in San Francisco waren voll mit Spekulationen. Jobs Hauszeitung, der SF Chronicle, nahm den High-Tech-Icon sogar auf die Titelseite.

Jobs meinte am Tag vor der Keynote, er werde den Vorstand informieren, wenn er seine Apple-Geschäfte nicht mehr wahrnehmen kann. Das hat er jetzt getan. Und Apple muss sich Sorgen machen. Ich kenne kein Unternehmen in dieser Größe, das so von einer Person abhängig ist. Jobs gilt als visionäre Lichtgestalt der Branche und verdammt noch mal: Er ist es.

Er leitet sein Unternehmen charismatisch, streng, kompromisslos. Mit ihm direkt zu arbeiten muss keine Freude sein. Er ist kein Heiliger. Ich durfte einmal auf den Campus nach Cupertino weilen und es war keine tolle Atmosphäre. Die Mitarbeiter hatten wohl Angst ihren Chef zu bewegnen. Und dennoch: Wichtig ist, was hinten raus kommt und die Produkte von Apple haben die Welt verändert: Mac, iPod, iPhone

Immer wieder wird berichtet, dass Apple ohne Jobs überlebensfähig sei. Das glaube ich auch. Genügend gute Frauen und Männer stehen bereit, doch allen fehlt das Charisma von Steve Jobs. Das Unternehmen Apple wird weiterhin gut geführt, die Marke Apple wird durch den Wegfall von Steve Jobs leiden. Wer interessiert sich denn dafür, wie der Vorstandsvorsitzende von Sony heißt oder kennen Sie den Chef von Autodesk? Nein. Das sind sicherlich gute Leute, doch Spaß bleibt auf der Strecke. Ich genieße den Personenkult um Steve und wünsche uns allen, dass er uns noch lange erhalten bleibt.

 

Apples Regenbogenlogo wieder aufgetaucht

17. November 2008

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Über die Entstehung des Apple-Logos ist viel geschrieben worden und ich will hier keinen weiteren Beitrag leisten, was es zu bedeuten hat und wie wichtig diese Marke ist. Hier geht es einzig um das Regenbogen-Logo. Mit der Einführung des Apple II und dessen Fähigkeit, Farben darzustellen, wurde das vorher schwarze Logo bunt in Querstreifen eingefärbt. Als Steve Jobs wieder zurückkam zu Apple wurde der Regenbogen von einem einfarbigen Apfel abgelöst. Das müsste so 1998 mit dem ersten iMac in bondi-blue gewesen sein. Doch was ist mit den Logos passiert?

In Deutschland hatte Apple seine Zentrale damals in Ismaning bei München. Wenn man mit der S-Bahn vorbeifuhr, sah man den Regenbogenapfel auf dem Gebäude. Irgendwann war es weg. Nach dem Logowechsel wurde der Apfel abmontiert und kam auf den Müll. Jetzt ist das übergroße Logo wieder aufgetaucht. Es begegnete mir zufällig auf einer Besichtigungstour durch ein IT-Unternehmen. Es steht in einem Büro in der Nähe von München. Damals wurde es von einem Apple-Fan aus dem Metallschrottcontainer gefischt, gesäubert und im Büro aufgestellt. Es handelt sich mit absoluter Sicherheit um das Original-Logo. Die Quelle und den heutigen Standort möchte ich hier nicht verraten, weil sonst wieder verrückte Apple-Fans auf Tour gehen. Ich kann versichern, es ist das Original und ich freue mich, dass es so gut erhalten ist. Ganz ehrlich: ich bin total neidisch. Ich habe auch einige Apple-Devotionalien, wie eine Lisa, Unmengen von Macs und Newtons, zahlreiche Plakate, Fahnen, Flyer, Aufkleber, aber kein Originallogo aus Metall in dieser Größe. 

Goodbye CompuServe

2. August 2008

Seit 1. August hab ich keine Alternative mehr, um ins Internet zu gehen. Mein Provider der ersten Stunde hat sich von mir getrennt. CompuServe, wichtig war das große S im Namen, ist seit 1. August nicht mehr für deutsche Kunden erreichbar. Der Dienst endete für mich zum 31. Juli. Damit ist CompuServe IT-Geschichte. Zurück bleibt nur die Erinnerung an ein Tool der ersten Stunde meiner Webtage. Damals gingen mein Kumpel Franz Neumeier, heute Chefredakteur des Internet Magazin (ehemals Internet Professionell), und ich die ersten Schritte. Franz betrieb eine Mailbox. Ich war mit einem Akustikkoppler unterwegs. Beide erkannten wir, was sich für eine Revolution durch das aufkommende Internet anbahnte. Irgendwann entschied ich mich dann für CompuServe als meinen Provider. Ich habe sogar noch einen Brief vom 14. Feb. 1997 gefunden, in dem mir ein neues Passwort mitgeteilt wurde, nachdem ich mein altes verworfen hatte und in den Business Account wechselte. Zum Gang ins Web musste ich den CIM aufrufen. Ich hatte freilich einen Mac. Ich glaube es war ein LC II oder Performa. An den Quadra wollte ich nicht ran für solche Sachen, der war rein dem DTP vorbehalten. Ich musste von Diskette den CompuServe Information Manager, kurz CIM, installieren. Für die jüngeren: Disketten waren Datenträger aus der frühen Silikon Zeit mit maximal 1,4 MByte Speicher. Zum Vergleich: ich habe mir gestern bei Amazon einen 8 GByte Speicherstick für 16 Euro bestellt. Dann musste bei MacCIM das Passwort eingegeben werden und man suchte sich eine Nummer zum Einwahlknoten. Das 5.600-Modem knatterte und pfiff und laut Becker war ich drin. Das ist jetzt vorbei. CompuServe wurde von AOL geschluckt und AOL ist bei vielen heute nur noch durch das Stadium bekannt. Danke CompuServe für deine Dienste.

Schreiben von CompuServe vom Feb. 1997

Schreiben von CompuServe vom Feb. 1997