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Einladung: Schüler aus Bayern fliegt zur Apple WWDC-Konferenz

10. Juni 2016
Think different: Bastian Aigner fliegt auf die WWDC, spricht vorher aber mit Matthias J. Lange von redaktion42.

Think different: Bastian Aigner fliegt auf die WWDC, spricht vorher aber mit Matthias J. Lange von redaktion42.

Über ein Losverfahren wurden die Tickets zur diesjährigen WWDC von Apple in San Francisco vergeben. Die WWDC ist die World Wide Developers Conference, die weltweite Entwicklerkonferenz des IT-Riesen aus Cupertino. Eine Woche lang werden im Messezentrum Moscone Center von San Francisco tausende von IT-Nerds Software-Probleme diskutieren. Zum dritten Mal ist der 17jährige Schüler Bastian Aigner vom Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien mit dabei. Das Besondere: Er ist Student Scholarship Recipient, das bedeutet, Apple lädt ihn kostenlos auf die WWDC ein und fördert den jungen IT-Nerd. Das ist eine besondere Ehre, denn es werden nur rund 300 Student Scholarship Recipients von Apple eingeladen – Bastian Aigner ist einer von ihnen.

Apple hat erkannt, welches Potenzial in dem jungen Mann steckt und bietet ihm jetzt zum dritten Mal die Teilnahme an der WWDC an. Das ist unter den Apple-Freaks eine hohe Ehre und Auszeichnung. Flug und Unterkunft in San Francisco muss der 17jährige Schüler des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums St. Ottilien allerdings selbst zahlen. Via Airbnb hat er zusammen mit einem Kollegen aus Stuttgart in San Francisco eine Unterkunft gefunden, die bezahlbar ist.

Das Webteam vom  Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien.

Das Webteam vom Rhabanus-Maurus-Gymnasium St. Ottilien.

Die Schulbefreiung hat er zudem bekommen. Michael Häußinger, Direktor des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums St. Ottilien, steht voll und ganz hinter Bastian Aigner, der auch im Webteam der Schule mitarbeitet. Aigner hat zahlreiche Apps programmiert, wie ein Vertretungsplan-App. Im Moment arbeitet er an einer Lateinnachhilfe-App für die Schule. „Wir sind extrem stolz auf so eine Leistung und unterstützen unseren Schüler bei seinem Weg“, so Direktor Michael Häußinger, selbst ein Apple-Anhänger der ersten Stunde.
Neben den technischen Schulungen und Seminaren der ganzen Woche reizt Bastian Aigner vor allem das Zusammentreffen mit Apple Größen. Natürlich wird er bei der Keynote von Tim Cook am kommenden Montag ganz vorne mit dabei sein. Es sind Ehrenplätze für die Student Scholarship Recipients reserviert. Zudem gibt es spezielle Einladungen für die Gruppe. Apple weiß, wie wichtig der Nachwuchs ist und pflegt ihn entsprechend. Bastian Aigner hat auch die Möglichkeit mit dem Management von Apple zu sprechen und zu fachsimpeln. Leute wie Apple Chef Tim Cook, die Software-Entwickler des Unternehmens aber auch Marketingchef Phil Schiller und Design-Papst Sir Jonathan Ive sprechen mit dem 17jährigen Mann und hören sich seine Ideen an. Wenn das keine Ehre ist ….

Buchtipp: Selbstmanagement und Apple Watch

25. November 2014

Bildschirmfoto 2014-11-21 um 19.30.28

Die Apple Watch erscheint im Frühjahr 2015 und ich bin sehr gespannt darauf, wie sich mein Leben durch dieses wearable Device ändern wird. Viele Informationen über die Uhr sind noch nicht bekannt, was die Spannung bei mir natürlich ansteigen lässt.
Ebenso wie mir, geht es meinen Kollegen Dr. Michael Homberg. Homberg ist erfolgreicher Projektmanager und hat sich Gedanken gemacht, wie die Apple Watch das Selbstmanagement jedes einzelnen beeinflussen kann. Seine klugen Gedanken hat er in einem kleinen eBook zusammengefasst, das ich euch ans Herz legen möchte.

homberg
Das Buch ist bei Leanpub veröffentlicht und das bedeutet, der Käufer bekommt das Buch zu einem Preis in drei Formaten: PDF (für Mac or PC), EPUB (für iPad, iPhone, Android, and other ebook readers) und MOBI (für Kindle). Das Geniale an der Leanpub-Plattform ist, dass das Buch vom Autor aktualisiert werden kann und der Leser gleich ein kostenloses Update bekommt. Ich finde das Prinzip hervorragend.
Zum Buch selbst: Lesen Sie hier seine Prognose, wie man künftig mit der Apple Watch als seinem ständigen Begleiter sein eigenes Selbstmanagement recht mühelos auf ein höheres Level bringen kann. Die Apple Watch kann Bewegungs- und Körperbelastungsprofile aufnehmen, auswerten. Ein ständiger Gesundheitsbegleiter könnte es also werden.
Homberg verbindet die kommende Apple Watch mit Selbstmanagement. Er zeigt auf, warum Selbstmanagement bisher oft misslingt und warum es durch die Apple Watch anders sein wird. Viele Menschen steigen über das Zeitmanagement in das Selbstmanagement ein. Zeitplaner in Papierform (Organizer) waren eine Zeit lang angesagt, dann folgte die Umstellung auf elektronische Tools wie Outlook und To-do-List. Wenn man sich sein Selbstmanagement aufbauen möchte, geht es einerseits um Sachthemen und Techniken, und andererseits um Motivation, vor allem um Selbst-Motivation.


Die Apple Watch wird den Einzelnen in seinem Selbstmanagement unterstützen. Die Apple Watch hat vor allem zwei Aufgaben: als Messgerät und als Erinnerungsgerät.
Vor kurzem hat Apple die Verfügbarkeit von WatchKit bekannt gegeben, ein Set von Softwarewerkzeugen, die es Entwicklern auf einfache Art ermöglichen, Erlebnisse speziell für die Apple Watch zu schaffen. Dieses WatchKit unterstützt die Thesen von Dr. Homberg. Die Entwickler können jetzt mit der Gestaltung von WatchKit-Apps beginnen bevor die Apple Watch verfügbar sein wird.
„Die Apple Watch ist unser bisher persönlichstes Produkt und WatchKit stellt der einfach unglaublichen iOS-Entwicklergemeinde die Werkzeuge zur Verfügung, die sie zum Erstellen einzigartiger, für das Handgelenk konzipierte Erfahrungen, benötigen,“ sagt Phil Schiller von Apple.
Entwickler können Mitteilungen erstellen, die es dem Anwender ermöglichen, direkt von ihrem Handgelenk aus darauf zu reagieren, sei es das Licht auszuschalten, nachdem sie das Haus verlassen haben, auf dem Flughafen schnell die Flugdetails zu betrachten oder ihre Route umzuplanen, wenn ein Zug oder Bus Verspätung hat. Entwickler können Kurzinfos integrieren, die Anwendern die für sie wichtigsten Informationen anzeigen, wie beispielsweise neueste Nachrichten, Sportergebnisse, die eingestellte Weckzeit oder den nächsten Schritt beim Kochen des Lieblingsrezepts.
„Die American Airlines-App auf der Apple Watch erinnert per Benachrichtigung vor Reisebeginn, wenn es Zeit ist sich zum Flughafen zu begeben und liefert aktualisierte Informationen über Gateänderungen, Anschluss-Gates bei der Ankunft und benachrichtigt über den Beginn des Boardings, sollte man sich noch nicht am Gate befinden,“ sagt John Gustafson, Vice President of Digital von American Airlines. „Reisende können auch während des Flugs fragen ‚Wo bin ich?‘ und erhalten in Echtzeit lokale Informationen in 10.000 Metern Höhe.“
Das iOS 8.2 Beta SDK mit WatchKit ist seit kurzem für Mitglieder des iOS Entwicklerprogramms hier verfügbar. Die Seite zu WatchKit beinhaltet einen Leitfaden für die Programmierung, Richtlinien zur Benutzerschnittstelle, Vorlagen und mehr. Im Laufe des nächsten Jahres wird es Entwicklern möglich sein, vollständig native Apps für die Apple Watch zu erstellen.

Die Zukunft der Marke Apple

26. August 2011

Dieser Beitrag erschien in der Online-Ausgabe der wuv. Ich wurde als ehemaliger Chefredakteur der MACup gefragt, wie sich die Marke Apple künftig entwickeln wird. Das Original gibt es hier zu lesen.

„Apple als Unternehmen ist hervorragend aufgestellt und ich bin mir sicher, dass das Apple-Management diesen Tag gut vorbereitet hat: Wir stehen vor dem neuen iPhone, das iPad 3 läuft langsam an und die Gerüchteküche über ein neues revolutionierendes Apple-Produkt brodelt bereits. Tim Cook ist nicht Steve Jobs und das ist gut so. Damit wird sich die Marke Apple verändern. Think different gehört damit endgültig der Vergangenheit an. Die Installed base der Apple-Jünger ist größer geworden. Die Marke Apple ist heute voll in der Welt der Consumer Electronics angekommen. Der Heilsbringer Jobs geht, bleibt Apple aber als Ratgeber (noch) erhalten. Vielleicht bekommt der andere Steve, Steve Wozniak, wieder eine stärkere Rolle als Apple-Botschafter. Das Apple-Management ist gut aufgestellt: Sir Jonathan, Phil Schiller, Peter Oppenheimer und andere – die haben es im Kreuz, dass die Marke Apple keinen Schaden nimmt.

Die andere Jobs-Firma hat den Übergang still und leise geschafft. Der Übergang bei Pixar ist gelaufen. Steve ist zwar Chef, doch John Lasseter zeigt uns im Kino, wo es mit Animation lang geht. Dies wird auch bei Apple der Fall sein, mögen die alten Fans noch so schreien.

Für die Medien tut es mir leid. Es war so schön einfach, das Unternehmen Apple nur auf eine Person zu reduzieren. Das wird unter Cook nicht der Fall sein. Jetzt ist eine differenzierte Betrachtungsweise durch die Medien gefordert.“

Als ich einmal den Apple-CEO traf: Happy Birthday Steve Jobs

24. Februar 2011
Steve Jobs bei der Keynote 2007. Foto: Lange

Steve Jobs bei der Keynote 2007. Foto: Lange

Alles Gute zum Geburtstag Steve Jobs. Heute feiert einer meiner Helden seinen 56. Geburtstag. Sein Lebenslauf und seine Verdienste sind allseits bekannt. Da brauch ich nichts mehr hinzufügen. Steve Jobs ist und bleibt ein IT-Genie, auch wenn ich nicht unbedingt unter ihm arbeiten möchte. Ich war einmal auf dem Campus in Cupertino, da herrschte eine seltsame Stimmung. Keiner wollte seinem CEO unbedingt über den Weg laufen. Ich erinnere mich an die Kantine, wo eine strikte Mülltrennung herrschte und auch ein ebenso striktes veganisches Essen. Bei einem Interview sagte mir John Lasseter von Pixar: „Steve ist Inspiration pur“. Dies bestätigte mir auch der andere Steve – Steve Wozniak: „Jobs hat viele Talente.“ Beide haben mit Jobs gearbeitet und beide müssen es wissen.

Richtig stolz bin ich allerdings, dass ich den CEO von Apple einmal live sprechen konnte. Der Tag, an dem ich Steve Jobs sprach. Es war 2002 auf der Macworld Expo. Steve Jobs stellte auf einer seiner berühmten Keynotes gerade den Lampen iMac vor. Das Time-Magazin verriet bereits vor der Macworld das „One more thing“ und Steve war entsprechend sauer. Das Cover mit dem iMac wurde vor der Keynote auf der Time-Website verbreitet. Es war die große Stunde von Apple-Designchef Jonathan Ive.

Nach der Keynote war es üblich, dass der Chef an dem Apple Stand Huldigungen der Jünger entgegen nahm. Die Chance nutze ich und stellte Steve Jobs ein paar Fragen. Steve antwortete ruhig und sprach konzentriert über den G5-Prozessor, während seine blonde Pressedame an seiner Seite immer nervöser wurde und in ihren Papieren wühlte. Nach ein paar Minuten unterbrach sie höflich unser Gespräch und fragte, ob ich denn von ABC-Fernsehen sei. Ich verneinte und antwortete, dass ich für die PC Professionell aus Deutschland arbeite. Gleich zwei Reizwörter: PC und Deutschland. Steve schüttelte den Kopf, lachte, wandte sich sofort ab und wies Marketing-Chef Phil Schiller an, das Interview mit mir weiter zu führen. Steve hatte seine Bühnenklamotten wie Jeans und schwarzem Rollkragenpulli an, und auch Schiller trug seine Standardkleidung: Sein Polo-Shirt hing über den dicken Bauch und wir lachten beide köstlich über meine PC-Geschichte.

Also lieber Steve, bleib uns noch lange erhalten, werd noch gesund und immer wieder denke ich an deine Stanford-Rede zurück, die ich jedem empfehle: Stay hungrey, stay foolish. Danke für alles.

Happy Birthday Steve Jobs

24. Februar 2010

Heute wurde Apple-CEO Steve Jobs 55 Jahre alt. Peinlich, dass mich meine Frau darauf aufmerksam machen musste, aber ich hab gerade etwas viel um die Ohren. Aber natürlich will ich es nicht versäumen, den Technik-Guru zu gratulieren.

Steve Jobs wird heute 55 Jahre - alles Gute.

Über die Bedeutung von Steve brauche ich nichts mehr zu schreiben. Das besorgen die Kollegen und Fans auf der ganzen Welt lange. Zur Feier des Tages habe ich mir die berühmte Standford-Rede nochmals angesehen und mir meine Inspiration geholt. Wer sie noch nicht gesehen hat, sie ist ein absolutes Muss.

Ich selbst habe Steve Jobs ein paar Mal selbst gesehen auf verschiedenen Keynotes in San Francisco auf der Macworld Expo. Diese Veranstaltungen waren wie eine Art Rockkonzert. Die Stimmung war jedes Mal fantastisch. Ich sah die Einführung des TFT iMac (Elefantenfuß), das MacBook Air und auch das iPhone. Ich kann sagen: ich habe die letzte Macworld Keynote von Steve live erlebt und darauf bin ich stolz.

Bei der Vorstellung des TFT iMac hatte ich die kurze Ehre Steve Jobs einmal persönlich zu sprechen. Nach der Keynote war es üblich, dass er in den Messehallen ging und am Stand von Apple den Ehrengästen die neuen Produkte persönlich zeigte. Für einen kurzen Moment stand Steve Jobs alleine an Stand und ich nutzte meine Chance. Ich ging auf ihn zu und bat um ein kurzes Statement. Der Meister schaute mich an und gab mir bereitwillig eine Antwort. Währenddessen suchte seine blondhaarige Assistentin verkrampft in ihren Unterlagen. Irgendwann unterbrach mich die verwirrte Mitarbeiterin und fragte mich, ob ich eigentlich ABC-Fernsehen sei. Ich verneinte und sagte, dass ich für eine deutsche Computerzeitschrift das Interview machte. Steve Jobs lachte daraufhin und das Interview wurde sofort abgebrochen. Zumindest rief er seinen Vize Phil Schiller herbei und der musste das Interview fortsetzen. Das war mein einziger persönlicher Kontakt zu Steve Jobs.

xPhone – Hype um Apple-Produkte

9. Februar 2010
Der Hype um Apple-Produkte ist legendär. Diese Company hat wirkliche Fans (mich eingeschlossen). Es macht einen Heidenspaß über die neuen Produkte zu spekulieren und sich die Köpfe heiß zu reden. Dabei ist Kritik an der Apfel-Firma durchaus erlaubt – aber nicht von jedermann. Wer Kritik üben kann, da wird schon fein unterschieden.
Gehört einer zur Gemeinschaft des Apfels, so darf er natürlich schimpfen, was Steve, Jonathan, Tim und den dicken Phil alles vergessen haben. Das ist ok und wird akzeptiert. Aber wehe, einer der Außenstehenden der Gemeinschaft zieht über die Produkte her, da gibt es Ärger. Auf einmal sind alle Streitigkeiten innerhalb der Gemeinschaft begraben und man rückt zusammen. Wagt es ein Windows-User zu bemerken, dass kein Mensch FireWire 800 braucht, dann gibt es richtig Ärger.
Aber die Gemeinschaft um den Apfel kann auch lachen. Beliebt sind Späße rund um die Produkte und den daraus resultierenden Hype. Diese Späße heizen den Hype natürlich an, zeigen aber auch den Spiegel der Gesellschaft. Gelacht wird nur über Sachen, die einen auch berühren. Keiner würde einen Witz über den Zune mache, weil das Ding auch keinen ernsthaft als Produkt interessiert, sorry Microsoft.
Über einen Kollegen, der sehr erfolgreich einen Laufblog in Web betreibt, bin ich auf diesen YouTube-Spot gestoßen. Er handelt von einem legendären XPhone und Entstehungsort ist Deutschland. Überlegungen zum iPhone und jetzt iPad liegen nahe. Was man nicht alles mit einem Telefon so alles machen kann. Am witzigsten finde ich die Szene mit der Videocassette und der SMS-Nachricht auf dem Toast. Wunderschön auch die Abwärtskompatibilität durch Flash-Back-Techologie. Was meint ihr?

Ich mach mir Sorgen um Apple

16. Januar 2009

chronicle

Jetzt mache ich mir wirklich Sorgen um mein Liebings-IT-Unternehmen. Steve Jobs nimmt sich bis Juni eine Auszeit, um sich von seiner Erkrankung zu kurieren. Bei wesentlichen Unternehmensentscheidungen ist er an Bord, sonst hat das Ruder Tim Cook, der COO. Cook hat schon 2004 Apple geleitet, als Jobs Krebs hatte.

Das ist ein Hammer. Per Mail wurden die Mitarbeiter informiert, die Aktien fielen gleich mal um 10 Prozent. Noch vor der Macworld Expo Anfang Januar beruhigte Jobs die Community, dass nur harmlose Hormonschwankungen an seiner Krankheit Schuld seien. Er verzichtete daher auf die Keynote und Phil Schiller sprang ein. Doch es ist wohl schlimmer als befürchtet. Die Zeitungen in San Francisco waren voll mit Spekulationen. Jobs Hauszeitung, der SF Chronicle, nahm den High-Tech-Icon sogar auf die Titelseite.

Jobs meinte am Tag vor der Keynote, er werde den Vorstand informieren, wenn er seine Apple-Geschäfte nicht mehr wahrnehmen kann. Das hat er jetzt getan. Und Apple muss sich Sorgen machen. Ich kenne kein Unternehmen in dieser Größe, das so von einer Person abhängig ist. Jobs gilt als visionäre Lichtgestalt der Branche und verdammt noch mal: Er ist es.

Er leitet sein Unternehmen charismatisch, streng, kompromisslos. Mit ihm direkt zu arbeiten muss keine Freude sein. Er ist kein Heiliger. Ich durfte einmal auf den Campus nach Cupertino weilen und es war keine tolle Atmosphäre. Die Mitarbeiter hatten wohl Angst ihren Chef zu bewegnen. Und dennoch: Wichtig ist, was hinten raus kommt und die Produkte von Apple haben die Welt verändert: Mac, iPod, iPhone

Immer wieder wird berichtet, dass Apple ohne Jobs überlebensfähig sei. Das glaube ich auch. Genügend gute Frauen und Männer stehen bereit, doch allen fehlt das Charisma von Steve Jobs. Das Unternehmen Apple wird weiterhin gut geführt, die Marke Apple wird durch den Wegfall von Steve Jobs leiden. Wer interessiert sich denn dafür, wie der Vorstandsvorsitzende von Sony heißt oder kennen Sie den Chef von Autodesk? Nein. Das sind sicherlich gute Leute, doch Spaß bleibt auf der Strecke. Ich genieße den Personenkult um Steve und wünsche uns allen, dass er uns noch lange erhalten bleibt.

 

Gerüchteküche brodelt zur Macworld

6. Januar 2009

Heute bin ich durch die Straßen von San Francisco geschlendert und habe die Atmosphäre genossen. Überall in der Stadt hängen die neuen bunten iPod nano-Plakate. San Francisco macht sich bereit für die Macworld Expo, die bald beginnt.

Die Gerüchteküche brodelt, was Apple auf seiner Hausmesse vorstellen wird. Marketing-Leiter Phil Schiller wird die Keynote halten. Wie vor jeder Macworld überschlagen sich die Spekulationen und Gerüchte, was denn kommen wird. Sicher ist auf jeden Fall, dass es Äußerungen zu Snow Leopoard, dem neuen Mac OS 10.6 geben wird. Ich glaube aber nicht, dass 10.6 bereits fertig ist, aber wahrscheinlich wird das neue OS zur WWDC verkauft. Für die Consumermesse Macworld ist 10.6 kaum etwas, weil sich die neuen Features in Grenzen halten werden und unter der Haube geschraubt wurde.

Dann gab es heute Gerüchte über einen neuen Shuffle. Noch dünner, ganz, ganz dünn. Wenn es so ein Ding geben wird, dann sollte es sofort verfügbar sein, schließlich will ich ja auch was in SF kaufen. Ein neues iLife-Paket 09 soll es geben. Neu soll sein, dass iMovie und die iWork-Pakete (Pages und Keynote) als Webapplicationen daher kommen, ob in Verbindung zu MobileMe oder nicht, wird sich zeigen. Adobe hat es mit einem abgespeckten Photoshop vorgemacht. Eine Online-Videoschnittsoftware brauche ich aber nicht. Dafür sind die Datenmengen dann doch zu groß.

Was gibt es noch aus der Gerüchteküche?

MacMini mit neuem schwarzen Aussehen und neuer Grafikkarte von Nividia und neuen Monitoranschlüssen (jetzt mit FireWire 800 statt 400) und einem USB-Port mehr.

iMac mit 4 Kernen

iPhone nano, nachdem Hüllen in China aufgetaucht sind. Aber was sagte der Chefredakteurskollege von macnews dazu: Wenn ich Traffic machen will, setze ich als chinesischer Hersteller eine neue iPhone Hülle auf meine Website und ab geht die Post. Vielleicht hat er Recht. Ggf. wird der Speicher vom iPhone abgebohrt und es gibt ein Product RED vom iPhone.

Tablet Mac? Wäre ja mein persönlicher Wunsch, aber wird wohl Traum bleiben. Ich würde sofort ein Netbook nehmen, dann wäre die Lücke zwischen iPhone und MacBook Air geschlossen und ich hätte ein neues Gadget. Die Technik scheint ja bei Apple vorzuliegen und zicken die Herrschaften noch rum.

Aber irgendeinen Hammer muss Apple schon bringen. Nur Software- und Geräteupdates sind einfach zu wenig. Schließlich hat Steve seit 1997 auf der Macworld immer neue Hämmer angekündigt, da muss Phil jetzt ran.

Am Dienstag 9 Uhr SF-Ortszeit wissen wir mehr. Und ich bin schon sooooo gespannt. 

Breaking News: Stellungnahme von Steve Jobs

5. Januar 2009

So eine Community kann richtig lästig sein. Das spürt auch Apple-Chef Steve Jobs. Er hat seine Teilnahme an der Macworld Expo abgesagt und schon spekulieren alle über die Gründe, sogar der Aktienkurs nimmt Schaden.

So musste Apple reagieren und vor wenigen Minuten hat Apple ein persönliches Statement von Steve Jobs an seine Commuity ins Web gestellt. Die komplette Botschaft gibt es hier. Normalerweise müsste er jetzt die Macworld vorbereiten, doch er macht Urlaub um Kreise seiner Familie. Aber Steve nimmt Stellung zu seiner Erkrankung und auch Gerüchte zum bevorstehenden Tod. Aber er habe sich jetzt dazu entschlossen, um Luft aus der Spekulationen zu nehmen und die Show von Phil Schiller morgen zu genießen.

Also Steve hat das ganze letzte Jahr an Gewicht verloren, ein Mysterium für ihn und seine Ärzte. Aber nun sei es klar, woran es liegt. Er habe hormonelle Probleme. Dies sei jetzt erkannt und nun beginne die Therapie. Er wäre der erste der dem Apple-Board erklären würde, wenn er seinen Job als CEO nicht mehr ausführen könnte. Er hoffe auf die Unterstützung der Commuity.

Der Brief endet mit den Worten: So now I’ve said more than I wanted to say, and all that I am going to say, about this.

Also Steve, gute Besserung und genieß die Show. Wir freuen uns. 

Macworld Expo: Tod der Technikmessen

5. Januar 2009

Die ganze Woche über bin ich auf der Macworld Expo in San Francisco. Es wird die letzte Macworld Expo sein, an der Apple als Aussteller beteiligt ist. Nächstes Jahr ist Schluss damit. Laut Apple sind Special Events, die Retail Stores und die Präsenz im Internet zeitgemäßer als große Technikmessen.

Ich denke, das wird der Tod von großen Technikmessen sein. Vor Jahren musste die Comdex schließen, die CeBIT in Deutschland wackelt, die Systems ist den Bach runter gegangen, die Apple Expo in Paris ist vorbei und der nächste Kandidat wird wohl die Macworld Expo sein. Eine Keynote von Steve Jobs wird es schon dieses Jahr nicht mehr geben, Phil Schiller springt ein. Messeveranstalter IDG dementiert heftig: Es wird auch 2010 eine Macworld Expo stattfinden, egal ob Apple mit dabei ist. Nun gut, aber ob ich mit dabei bin, wird sich zeigen.

Ich denke einmal, dass ich so schnell nicht mehr nach San Francisco komme. Es ist eine coole, europäisch geprägte, liberale Stadt. Man braucht kein Auto, sondern man kann die Stadt zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. China Town, Hafen, Market Street, die Cable Car, Louise Diner, der Sony Store, natürlich der geile Apple Retial Store, Alcatraz, Virgin Store, CompUSA, die SF Bay und die Brücke – damit wird wohl für die nächsten Jahre Schluss sein. Die nächsten USA-Reisen gehen nach Las Vegas (graus) und nach New Orleans (bin sehr gespannt).

Die Absage von Apple tut der Stadt San Francisco nicht gut. Bisher waren die Hotels durch verrückte Apple-Fans ausgebucht und es war eine tolle Stimmung in der Stadt. Überall traf man Bekannte aus der ganzen Welt. Die Stadt war mit Apple-Poster plakatiert, die dann direkt zur Keynote ausgetauscht wurden.

Aber die Frage muss gestellt werden: Brauche ich noch eine Messe, um mich über Neuerungen zu informieren? Wohl nicht, wenn ich weiß, was und wen ich suche. Natürlich bietet das Internet die beste Produktauswahl und durch multimediale Elemente kann ich mir die Produkte auch näher ansehen. Eine Messe ist wichtig als Ort der Zusammenkunft, um mit Kollegen und Kunden zu sprechen. Dafür war eine Macworld Expo oder eine Siggraph immer wichtig. Eine CeBIT hatte hier versagt: Hier war das Gedränge so groß, dass man den Partner nur eine Visitenkarte in die Hand drücken konnte, um später zu telefonieren zu müssen. Aber die etwas kleineren Messen brachten immer wieder neue Produkte. Diese hätte ich im Internet übersehen, weil ich nicht gewusst hätte, dass es die Produkte überhaupt gibt.

Für Apple lohnen sich Messen wohl nicht. Die Webpräsens ist optimal, die Stores sind gut auf dem Erdteil verteilt und die Community ist super aktiv. Blogger, Twitter, Websites und die ganzen offizielle Mac-Presse und natürlich auch wir von der DIGITAL PRODUCTION beobachten die Entwicklungen ganz genau. Es wird diskutiert, philosophiert, debattiert, gestritten, die Köpfe heiß geredet. Beispielsweise: Was kommt denn von Apple zur Macworld. In der Vergangenheit wurde die Keynote von Steve Jobs immer genutzt, Produkte vorzustellen und der IT-Industrie zu zeigen, wohin es geht. Am eindrucksvollsten empfang ich die Einführung des iPhones. Am Abend war ich auf einer Party und traf mich mit einem Produktmanager von Nokia. Er sagte mir: „Da muss eine Computerfirma kommen und uns Handyherstellern zeigen, was Bedienkomfort ist. Die haben uns richtig in den Arsch getreten.“

Was wird denn dieses Mal vorgestellt? Die Gerüchte drehen sich um einen iPhone nano (ohne mp3-Player), einen neuen Mac mini. Sicher ist wohl ein 4 Core iMac im bisherigen Design. Vielleicht gibt es noch ein neues iLife Paket. Ich möchte gerne ein funktionierendes iMovie auf Intel-Basis. Ganz klar: Es wird Snow Leopard zumindest angekündigt. Mac OS X 10.5 ist schon genial, aber 10.6 soll noch einen Sprung nach vorne sein. Ein paar Kollegen sind Beta-Tester und geraten ins Schwärmen. Das lässt auf viel hoffen. Nachdem Windows Vista wohl nicht die große Sause war und wir auf Windows 7 noch warten müssen, baut Apple seinen Vorsprung aus.

Also ich werde die Woche über aus San Francisco berichten. Für die DP-Website werden wir Videos drehen und Newsletter schreiben. Und ich werde mich von San Francisco verabschieden.