Bayern ist ein schönes Land – das ist keine Neuigkeit. Touristisch ist der Freistaat Bayern eindrucksvoll mit seinen verschiedenen Kulturen. Bei einem Seminar für die bayerische Staatskanzlei bekam ich ein besonderes Geschenk. Es erinnerte mich wieder einmal daran, wie schön meine Heimat ist.
Das Besondere dieses Kalenders ist: Die Mitarbeiter der Staatskanzlei haben an einem internen Wettbewerb teilgenommen und konnten Bilder aus den verschiedenen Bezirken einreichen. Und die Aufnahmen sind schön geworden, sehr schön. Zudem hat Ministerpräsident Horst Seehofer ein kleines Vorwort geschrieben, bzw. schreiben lassen. Mir gefällt der Kalender, der etwas besonderes ist – er ist auch besonders verpackt. In einem Video lasse ich euch an diesem Kalender teilhaben.
Produziert und gedruckt wurde der Kalender von der JVA Landsberg am Lech, eine weitere Konkurrenz zu den klassischen Druckereien, die derzeit den Bach heruntergehen.
Als Motive sind zu sehen: Zugspitze, Iffeldorf, Gabriele Münter-Haus (Murnau), Parktheater Göppingen, Waldsassen, Herzog Albrecht Brunnen aus Coburg, Zell am Main, Narrentreppe der Burg Trausnitz Landshut, Nürnberg, Tegernsee, Berchtesgaden (Watzmann), Kloster Andechs.
Am Tag des Referendums werde ich meine Schottland-Fahne hissen.
Einige Male durfte ich Schottland besuchen und ich habe mich in das Land und seine Leute verliebt. Sogar meine Hochzeitsreise habe ich in diese raue, aber herzliche Schottland gemacht. Jetzt ist die Unabhängigkeit der stolzen Schotten möglich. Wie sich die Schotten entscheiden, sollen sie unter sich ausmachen, dazu brauchen sie keine Ratschläge von mir oder anderen.
Ich erinnere mich nur an verschiedene Erlebnisse, die ich in diesem Land hatte. Sie drehen sich um den Nationalstolz dieses stolzen Volkes.
Das erste Ereignis trug sich bei einer Pressereise nach Schottland zu, um die schottische Spieleentwickler-Szene kennenzulernen. Ich hatte vergessen, Geld zu tauschen. Der Euro ist ja in Schottland nicht Zahlungsmittel. In Edinburgh gelandet, steuerte ein Kollege, der das gleiche Schicksal hatte, und ich zu einer Umtauschbude am Flughafen. Es war nichts los und die junge Dame hinter dem Counter war sichtlich gelangweilt von ihrem Job, von ihren Kunden und von der Welt an sich. Wir gaben unsere Euro und bekamen britische Pfund dafür. Die Queen blickte uns von den Geldscheinen streng an: Queen Elisabeth II, Königin der Briten. Mein Kollege, der in Schottland studiert hatte und die Gebräuche des Landes kannte, schüttelte den Kopf. Er schob die britischen Pfund wieder zurück über die Tresen und bestand höflich auf schottische Pfund. „Wir sind in Schottland und wollen schottische Pfund“ so oder ähnlich war seine Aussage.
Was dann geschah, konnte ich zunächst nicht glauben. Die gelangweilte junge Frau in der Wechselstube schien wie ausgewechselt. Sie blühte auf. Sie lachte, sie scherzte, sie freute sich und sie überreichte uns wortreich die schottische Pfund. Und dann kam sie hinter ihren Tresen hervor und umarmte uns. „Willkommen in Schottland“ sagte sie nicht ohne schwerem Akzent. Wow, soviel Nationalstolz hatte ich nicht erwartet und war begeistert. Mein allererster Eindruck von Schottland.
Mein zweites Erlebnis in Sachen Nationalstolz hatte ich auf unserer Hochzeitsreise. Wir waren irgendwo in den Highlands bei BB bei einer alten schottischen Lady. Nach dem Frühstück mit Tee packte meine Frau die Koffer in den Mietwagen, während ich mich ans Bezahlen machte. Ich zog die geforderten 30 Pfund aus meiner Börse und wollte sie der Wirtin überreichen. Als ich bemerkte, dass ich britische Pfund erwischt hatte, nahm ich die Geldnoten wieder und gab der Dame schottische Pfund. Sie beäugte mich und fragte mich dann, warum ich das gemacht habe. Ich antwortete sinngemäß: „Sie sind Britin, aber Ihre Heimat ist Schottland. Ich bin Deutscher, fühle mich aber als Bayer.“ Die Frau strahlte, klopfte mir auf die Schulter. Sie gab mir 10 Pfund augenzwinkernd zurück und lud mich ein, einen Whisky zu trinken. Alkohol so kurz nach dem Frühstück? Aber ich wollte die Dame nicht enttäuschen und so setzten wir uns aufs Sofa und tranken ein, zwei Gläser des hochprozentigen Single Malts. Die Frau erzählte mir etwas in schweren schottischen Akzent und ich habe eigentlich nichts verstanden. Irgendwann kam meine Frau ins Zimmer, um zu schauen, warum ich denn so lange brauchte. Sie entdeckte mich auf dem Sofa sitzend mit der alten Dame, den Whisky in der Hand. Ich will nicht sagen, dass wir den ersten Ehekrach hatten, aber es war nahe dran. „Ich belade das Auto und du betrinkst dich schon in aller Frühe.“
Um Whisky dreht sich auf meine dritte Erinnerung. Wer in Schottland ist, der muss eine oder mehrere Destillerien besuchen. Der Whisky-Trail ist eine Sehenswürdigkeit. Wir machten dies natürlich auch mit und genossen den Whisky. Bei einer Besichtigung waren wir eine kleinere Gruppe, darunter auch zwei US-amerikanische Touristen. Wir lernten die Lagerung der Fässer, den Zauber der Destillerie und die Geheimnisse des Single Malte kennen. Am Ende der geführten Tour gab es natürlich den Whisky zum Probieren (und zu kaufen). Wir griffen interessiert nach unseren Nosinggläser. Die amerikanischen Touristen machten hier eine folgenschwere Bemerkung, die sie bereuten. Sie baten unseren schottischen Guide um ein wenig Eis für ihren Whisky.
Sofort kippte die Stimmung. Aus dem geselligen, redseligen Schotten wurde ein einsilbiger Sturschädel. Er nahm den beiden Amerikanern ihre Nosinggläser ab und sagte: „Ihr seid hier fertig, ihr könnt jetzt gehen.“ Single Malt mit Eis sei eine Todsünde. Die beiden Amerikaner spürten, dass es in dieser Frage keine Diskussion gab und zogen wortlos ab. Für den Bayern geht auch keine Weißwurst mit Ketchup – recht haben die Schotten.
Kennen Sie den Bayerischen Landesfrauenrat? Nein? – Ich musste zugeben, dass ich diesen Zusammenschluss auch nicht kannte, bis ich einmal ein Referat vor den Damen halten durfte. Aber seitdem bin ich ein Fan vom Landesfrauenrat. Die machen einen verdammt guten Job.
Die Präsidentin Hildegund Rüger
Der Bayerische Landesfrauenrat ist ein Zusammenschluss von 48 Frauenverbänden und Frauengruppen gemischter Landesverbände und vertritt mehr als 3 Millionen Frauen in Bayern. Er ist überkonfessionell, überparteilich und unabhängig und: Ich finde, der Rat macht einen wichtigen Job – leider oftmals nur hinter den Kulissen. Jetzt wird es Zeit, dass der Bayerische Landesfrauenrat mehr in die Öffentlichkeit tritt und seine Arbeit nach außen darstellt. Wer drei Millionen Frauen in Bayern vertritt, der hat auch etwas zu sagen. Bald soll eine neue Website kommen und die Präsidentin Hildegund Rüger plant weitere Aktionen. Auf einem Seminar konnte ich am Rande dieses Videointerview mit ihr machen. Im Juni feiert die Organisation ihr 40jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Bayerischen Staatskanzlei. Wenn es klappt, schau ich dort einmal vorbei.
Die CSU–Landtagsfraktion hat einen interessanten Wettbewerb für Filmer ausgeschrieben. Unter dem Motto „Film ab für Bayerns Zukunft“ sucht die Partei interessante Kurzfilme bis 5 Minuten, die sich mit der Zukunft des Freistaats befassen. Mitmachen dürfen a) alle Bayern und b) Filmer, die unter 35 Jahre alt sind. Das zweite Kriterium ist mein persönliches Ok-Kriterium. Aber dennoch möchte ich alle Filmer auf diesen Wettbewerb hinweisen. Schließlich gibt es Geldpreise im Gesamtwert von 5000 Euro zu gewinnen, also gar nicht schlecht.
Die Bewertung findet in den zwei Kategorien -Schüler und Studenten bis 20 Jahre- sowie -Studenten und junge Filmschaffende bis 35 Jahre- statt. Der Einsendeschluss ist der 11. Juni.
Dieser Filmpreis wurde im Rahmen einer Veranstaltung „Film in der Schule“ vorgestellt. Filmemacher erzählen Geschichten und entwickeln Visionen. „Diese Kreativität wollen wir fördern. Daher hat die CSU-Landtagsfraktion in diesem Jahr einen Videofilmpreis für Schüler, Studenten und junge Filmschaffende ins Leben gerufen“, sagte mir der ehemalige Medienminister und heutige medienpolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion Eberhard Sinner.
Im touristisch erschlossenen Bayern gibt es eine spezielle Wirtshauskultur für Touristen, die eine original bayerische Lebensart unter weiß blauem Himmel erleben wollen. Da gibt es Bauernbühnen, Haxnessen, Trachtenschauen, Musikabende mit so genannter Volksmusik (eigentlich eher volkstümliche Musik), Jodeln und vieles mehr. Die Veranstaltungen finden ihr Zielpublikum – und ich gehöre nicht dazu. Aber seit kurzem passiert etwas an der weiß-blauen-Unterhaltungsfront: Die Wii zieht in die Wirtshäuser ein.
Vor kurzem besuchte ich meine Eltern im Urlaub und wir gingen zum Essen in den Haslinger Hof. Das ist bayerische Erlebnisgastronomie für Touristenbusse. Und es gibt natürlich auch eine Bar in diesem Haslinger Hof, genannt LandBar. Und hier gibt es einmal im Monat eine Wii-Nacht. Ausprobieren, mitspielen und Spaß haben lautet das Motto und damit hat Nintendo die Nase vorn. Nintendo holt ein neues Publikum zum Gamen ab, die sich nicht vor eine XBox 360 oder Playstation 3 setzen würden. Die Wii sucht sich eine neue Zielgruppe durch solche Aktionen. Der Hersteller geht geschickt raus in die Region, in meinem Beispiel ins tiefe Bayern. Das sind Marketingaktionen, die ankommen.
Die klassischen Gamer sind hier nicht vor Ort, die treiben sich in Clans in ihren Lokalen herum. Eine neue Zielgruppe der Rentner oder Familien, eben ideale Casual Gamer, sind in den bayerischen Wirtshäusern zu finden. Ich finde die Idee hervorragend und der Abkauf der Wii gibt diesem Vorhaben recht. Wer hat ähnliche Aktionen beoachtet?
Warum können Austräger nicht lesen? Diese Frage stelle ich mir immer, wenn ich mir die Briefkästen bei großen Wohnblocks ansehe. An vielen dieser Fächer klebt der Aufkleber „bitte keine Werbung oder Anzeigenblätter einwerfen“. Denkste. Die Briefkästen quellen über mit Werbeblättchen und Flyern unterschiedlicher Art. Das gibt es Wurfsendungen vom neuen Pizza-Dienst, der Fassaden-Renovierung (in einem Mietshaus versteht sich), Angebote vom Fleischmarkt und vieles mehr. Zumindest die Wahlwerbung in Bayern haben wir jetzt hinter uns. Also nochmals die Frage: „Warum können Austräger nicht lesen?“ Leute, ich will euer Zeug nicht, ich will keine Angebote, keine Zeitungen. Ich will meine Ruhe und der Briefkasten ist eben für Briefe da. Bei E-Mail habe ich zumindest einen Junk-Filter für unerwünschte Mails. Bein Briefkasten geht das nicht. Neulich habe ich einen Austräger mal erwischt und ihn zur Rede gestellt. Es war ein junger Kerl, der sein Taschengeld aufbessern wollte. Versteh ich ja, doch interessiert mich eigentlich nicht. Dabei erinnere ich mich selbst an meine Jugend. Ich habe selbst mal Prospekte ausgetragen. Es gab 3 Pfennige pro Briefkasten und bei 1000 Prospekten waren dies 30 Mark. Dann kam mir die Idee, für mehrere Firmen, Parteien und Vereine Prospekte auszutragen. Es kamen dann rund 35 Pfennige pro Kasten zusammen, also 350 Mark. Und das Beste: Ich beschäftigte meine Kumpels und hab ihnen 80 Mark ab. Wie eine Spinne saß ich zu Hause, verdiente 270 Mark, während die Kollegen schufteten. Naja, das Ding ein Jahr gut, dann gab es eine Revolution und die Marktwirtschaft in Reinkultur war vorbei. Aber eine gute Idee war es trotzdem.
Am 19. Und 20. Oktober ist es soweit. Dann kommen Friseure aus ganz Deutschland nach Nürnberg zusammen, um die Deutsche und Bayerische Meisterschaft auszutragen. Die Veranstaltung heißt Haare2008. Ich soll für die bayerischen Wettbewerber die Pressearbeit machen. Ich freu mich schon darauf, denn die Friseure sind ein buntes Völkchen. Gleichzeitig zur Meisterschaft gibt es eine große Fachausstellung in der Frankenhalle, zahlreiche Aktionsforen und viel mehr. Organisiert werden die Haare2008 vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks, dem Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks und der Nürnberg Messe. Derzeit läuft die Marketingmaschinerie für die Veranstaltung auf Hochtouren. Es wurden in zahlreichen Fachzeitschriften Anzeigen geschaltet, es gibt einige Banner im Internet auf den einschlägigen Seiten, die Einladungen zur Veranstaltung gingen in den vergangenen Tagen raus. Außerdem haben wir eine achtseitige Zeitung gemacht, die derzeit an bayerische Friseure verschickt wird. Das PDF zur Zeitung ist bereits online und kann natürlich kostenlos hier http://www.friseurebayern.de/pdf/haare2008_zeitung.pdf heruntergeladen werden. Dort gibt es einen Überblick über die Wettbewerbe, eine Übersicht aller Aussteller, das gesamte Workshopprogramm und viele Veranstaltungshöhepunkte. Viel Spaß beim Lesen.
Je näher es in Bayern auf die Wahl zugeht, desto drastischer werden die Mittel. Jüngstes Beispiel ist ein SPD-Plakat, an dem sich die Geister scheiden. Das unfaire SPD-Plakat zeigt eine Friseurin mit einem Preisschild auf der Stirn „4,99 Euro Dumpinglohn“ sowie der Aufschrift „Menschen sind kein Schnäppchen: Mindestlöhne jetzt.“ Mein Gott, wie blöd müssen die Parteistrategen denn sein für so eine Aktion. Man hat das Gefühl, die Bevölkerung wird für dumm verkauft. Hauptsache Luft wackelt im Wahlkampf.
Die bayerischen Friseure antworteten richtig: Zum einen gab es eine Unterlassungsaufforderung gegen die bayerische SPD und zum anderen jetzt gibt es eine einstweilige Verfügung. SPD, bleib bei der Wahrheit! Das bayerische Friseurhandwerk hat seit 1992 einen allgemein verbindlichen Entgelt-Tarifvertrag – und damit schon längst den von der SPD jetzt geforderten Mindestlohn.
Das Friseurhandwerk ist sich seiner gesellschaftlichen Aufgabe bewusst und hat daher einen allgemein verbindlichen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di abgeschlossen. Danach verdient eine Friseurin mindestens 7,04 Euro in der Stunde.
Allgemein verbindliche Tarifverträge haben in unserem Land quasi Gesetzeskraft, das sollte auch die bayerische SPD wissen. Die SPD versucht die Friseurbranche für billige Wahlkampftricks an den Pranger zu stellen. Wenn die SPD glaubt, im Friseurhandwerk mit einem solchen Plakat Wähler gewinnen zu können, hat sie sich getäuscht. Leute, bleibt einfach bei der Wahrheit.
In Bayern herrscht derzeit Wahlkampf wie alle wissen. Als mündiger Bürger möchte ich mich natürlich informieren und gehe wie zu alten Zeiten als Tageszeitungsreporter in Wahlveranstaltung diverser Parteien. Schließlich will man ja ein gutes Gefühl haben, welcher Partei man seine Stimme gibt. Neulich kam es zu einem wunderbaren Zwischenfall, einem PR-Desaster erster Güte. Also: Location: Hinterzimmer in einem bayerischen Wirtshaus auf dem Lande. Helle Holztische mit Tischdecke, Salz- und Pfefferstreuer auf dem Tisch, Kruzifix an der Wand. Auf dem Podium sitzt ein Steuerexperte, der vom Ortsvorsitzenden der Partei mit gestelzten Worten angepriesen wird. Der Raum ist gut besetzt. Der Experte ergreift das Wort und referiert über Wegepauschalen, Pauschbeträge, Rentenversicherung. Klingt kompliziert, ist es auch. Aufpassen ist angesagt, um den Ausführungen des Finanzexperten folgen zu können. Da geht die Tür zum Nebenzimmer auf. Die Bedienung kommt herein mit Bier und Kesselfleisch in der Hand. Der Experte ist irritiert, spricht aber weiter. Darauf unterbricht die Bedienung; „Wer hat das Kesselfleisch? Willst noch a Bier?“ Zack, die Konzentration ist weg – beim Publikum und beim Referenten. Alle widmen sich den wichtigen Dingen des Lebens und bestellen noch ne Halbe. Also liebe Politiker: Lasst die Bedienung vor oder nach der Veranstaltung ihre Arbeit machen. Aber nie mitten drin, sonst stielt euch eine Bedienung die Show und das PR-Desaster ist da. Wen ich nun wählen soll, weiß ich immer noch nicht. Aber die Halbe hat geschmeckt.