Konzertkritik: Bob Dylan in Stuttgart 2019 – Jazz Open

12. Juli 2019

Bereits zum zweiten Mal habe ich Bob Dylan live in diesem Jahr gesehen. Nach Augsburg jetzt vor kurzem in Stuttgart beim Jazz Open. Bereits zum zweiten Mal war es ein herausragendes Konzert. Mit 78 Jahren rockt er zusammen mit seiner bewährten und famosen Combo die Hütte.

Routiniert begann der Bühnenaufbau. Auf der linken Seite (von der Bühne aus gesehen) stand die Statue aus Tempest und dahinter der Oscar für Things have Changed. Die Clubscheinwerfer waren zunächst während der Abendsonne über Stuttgart ausgeschaltet. Dylan sprach wie immer kein Wort in Richtung Publikum.

Oscar links, Tempest rechts

Oscar links, Tempest rechts

Und dennoch war es anders als sonst: Ich habe viele Dylan-Konzerte in aller Herren Länder gesehen, doch dieses war anders: Es gab links und rechts neben der Bühne zwei große Display-Wände, die Dylan den rund 7000 Zuschauern auf dem Stuttgarter Schlossplatz näher brachten. Ich hatte Dylan noch nie zuvor auf einer Monitorwand gesehen. So nah war ich optisch den Meister noch nie begegnet.

Zwar hatte ich in Stuttgart Front of Stage Karten, aber der Bühnenaufbau in Stuttgart war katastrophal. Wer vorne stand, sah Dylan aufgrund der hohen Bühne kaum, der die meiste Zeit hinter seinem Klavier stand oder saß. Ab und zu kam bis Bobness hervor und sang posend hinter dem Standmirko – wunderbar seine Gesten. Daher genoss ich es, Dylan auf den Großbildleinwänden zu sehen. Und wenn der Kameramann bei Charlie Sexton vielleicht die Sache mit der Schärfe hinbekommen hätte, wäre es perfekt gewesen. 

Und was anderes war neu: Der erste Song des Abends war Ballad of a Thin Man. Damit wich Dylan von der klassischen Setlist seiner Tour ab und machte Stuttgart zu einem Highlight unter uns Dylan-Fans.

Ich hatte den Eindruck, dass es Dylan auch gut gefallen hat. Er hatte Spiellaune. Ab und zu sah es fast so aus, als ob er zu uns Fans was sagen wollte, was er freilich nicht tat. Er grinste, zog Grimassen und genoss scheinbar den Abend. Als er im letzten Drittel des Konzerts seinen Hut abnahm und die wilde Lockenpracht des 78jährigen hervorkam, wurde heftig applaudiert. Offiziell gibt es keine Fotos, denn der Meister hat wie immer ein Fotoverbot ausgesprochen. Das wird von den Ordnern auch durchgesetzt – und von den Fans. Als eine Reihe vor mir ein Mann sein Smartphone zücken will, raunzt ihn ein Fan an. Wir wissen ja, was vor kurzem in Wien passiert ist. Und ich will mir den Abend wegen eines solchen Deppen nicht versauen lassen. Fans überwachen Fans – so beginnt es. 

Keine Fotos bei Bob Dylan.

Keine Fotos bei Bob Dylan.

Musikalisch war Bob Dylan top. Neue Arrangements seiner alten Lieder, wunderbar verändert, dass man sie zunächst nur am Text erkannte. Er gab uns ein Best-of, ohne uns ein Best-of der alten Sachen zu geben. Genau so etwas erwartet der Fan von Dylan. Alte Songs in neuen Kleidern – damit mögen ein paar neue Fans in Stuttgart nicht gerechnet haben. Hinter mir maulte eine Mitfünfzigerin in breitesten Württembergschwäbisch, dass es anders sei als auf CD. Ja gute Frau und deshalb gehen wir zu einem Dylan-Konzert. A daube Nuss und halt dei Gosch.

Die Band war wieder grandios. Tony Garnier am Bass hat den Chef im Auge und gibt die Kommandos weiter. Die Combo ist so perfekt eingespielt, wie selten eine Tourband. Schlagzeuger George Recile, Gitarrist Charlie Sexton und Multiinstrumentalist Donnie Herron sind eine Einheit. Dylan dirigiert sie mit Blicken, Handzeichen – alles ist aufeinander abgestimmt und sie rocken, was das Zeug hält. 

Nach einer Zugabe ist alles vorbei. Exakt 1 Stunde 45 Minuten war vereinbar und bezahlt, exakt 1 Stunde 45 Minuten wurde gespielt. Am Ende verbeugt sich die Band und Abgang. Vielleicht sagt Dylan in London im Hyde Park etwas, wenn er mit seinem Kumpel Neil Young auftritt. Karten hab ich keine, aber das Netz wird uns Fans versorgen. 

Hier die Setlist vom Stuttgarter Konzert: 

Ballad of a Thin Man

It Ain’t Me, Babe

Highway 61 Revisited

Simple Twist of Fate

Can’t Wait

When I Paint My Masterpiece

Honest With Me

Tryin‘ to Get to Heaven

Scarlet Town

Make You Feel My Love

Pay in Blood

Like a Rolling Stone

Early Roman Kings

Girl From the North Country

Love Sick

Thunder on the Mountain

Soon After Midnight

Gotta Serve Somebody

Zugabe:

Blowin‘ in the Wind

 

Auf der Suche nach den wilden Fräuleins – Wildfräuleinstein im Allgäu

10. Juli 2019

Bei meinem kurzen, aber intensiven Urlaub im Allgäu im Hotel Prinz Luitpold Bad wollte ich zusammen mit meiner Frau ein wenig wandern. Meine Frau ist ein richtiger Wandervogel, ich muss mich mehr motivieren und dieses Mal wollte ich im Urlaub ein wenig mehr machen, als nur am Pool zu liegen.
Den erste Wanderung von rund einer Stunde machten wir direkt vom Hotel weg auf dem so genannten Vaterlandsweg. Hier ein Zeitraffervideo – eine Stunde in etwa 2,5 Minuten.

Bei der nächsten Wanderung wollte ich etwas anspruchsvolleres. Das Allgäu bietet Unmenge von Wandermöglichkeiten. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Aber mein Lieblingshotel hat die Lösung. In einem Bereich des Hotels gibt es zahlreiche Wandervorschläge in Form von Flyer. Der Vorteil: Das Hotel-Ehepaar Sabine und Armin Gross haben die Touren selbst durchgeführt und fotografiert. Meine Frau und ich schauten uns die Angebote durch und mich begeisterte der Wandertipp 20 – Wildfräuleinstein.
Als Journalist begeistere ich mich fürs Storytelling und dieser Wandertipp Wildfräuleinstein versprach ein hervorragendes Storytelling. Der Legende nach lebten dort die wilden Fräulein, welche Handel mit den Einheimischen trieben. Dabei verliebte sich eine dieser Frauen in einen jungen Burschen und diese lebten voran glücklich zusammen. Allerdings unter der Bedingung, dass niemand sie beim wahren Namen nennt. Das Schicksal meinte es nicht so gut mit ihnen und aus einem Versehen heraus machte die Nachbarin einen Reim, der zufällig den wahren Namen traf, So musste das wilde Fräulein weinend zurück in den Wald. Die Geschichte gefiel mir, also machten wir die Wanderung. Auf dem Flyer stand 1,5 Stunden mit leichtem Niveau.

Nun, bei mir wurden es dann über drei Stunden Wanderung – und unter leichtem Niveau verstehe ich etwas anders.
Der Start- und Endpunkt ist der Wanderparkplatz Allgäuer Berghof in Hinterstein. Am oberen linken Ende des Parkplatzes führt ein Feldweg zum Wildfräuleinstein quer durch eine Weide von Allgäuer Kühen (aufpassen, wohin man tritt).

Nach dem Feldweg kommt ein kurzer Fußmarsch auf Teer und dann links ab in den Wald und hoch zum Wildfräuleinstein. Erst sieht man die Felswand mit Löchern. Und wer genau hinschaut, der findet auch die verschiedenen Wildfräuleins, die über das Gelände verteilt sind.

Technische Fähigkeiten und Medienkompetenz vermitteln

9. Juli 2019

Mein Vater ist inzwischen ein älterer Herr. Im Grunde war er Zeit seines langen bisherigen Lebens an Neuerungen interessiert, doch beim Thema Technik und Medien passierte in den vergangenen Jahren etwas interessantes: Er wird unsicher und fragt immer wieder nach – und zwar immer die gleichen Fragen.
Nun, ich wurde in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sozialisiert. Meine Eltern machten mich mit Technik und Medien vertraut. Ich lernte den Umgang mit dem Radio, Kassettenrekorder, Schallplattenspieler – wir hatten sogar ein Tonbandgerät. Als der Videorekorder bei uns einzog, änderte sich etwas: Meine Eltern konnten das Ding nie komplett bedienen. Wenn eine Sendung in zwei Wochen zu programmieren war, da musste ich als Jugendlicher ran. Und als später dann der Computer sich bei uns etablierte, musste ich meinen Eltern den Computer erklären. Schön war, dass meine Eltern sich gegen die Veränderungen der Welt nicht gesträubt haben, sondern mich immer unterstützten.
Aber jetzt habe ich das Gefühl, dass meine Eltern immer wieder die gleichen Fragen stellen. Es gibt ja den Witz in Twitter, dass Weihnachten die Kinder zu ihren Eltern aufbrechen, um deren IT-Probleme zu lösen. Aber trifft oftmals zu. Bei meinen Vater ist es in erster Linie das Mobiltelefon, das meinen alten Herrn vor Probleme stellt.
Ich kenne das, denn ich schule ja mehrmals die Woche Interessierte in Sachen Medienkompetenz. Und so bekam ich eine Mitteilung von Kaspersky auf den Tisch, die mein Interesse weckte.
Aufforderungen älterer Familienangehöriger wie „Kannst Du mal kurz das Internet reparieren“ oder „Kannst Du mir mal kurz mein Online-Banking sichern“ kennt fast jeder zwischen Mitte 20 und Ende 40 in unterschiedlicher Intensität. Eine Kaspersky-Studie liefert jetzt empirische Zahlen zum aktuellen Zustand cyberfamiliärer IT-Unterstützung. Fazit: Fast ein Drittel (32 Prozent) der über 55-Jährigen deutschen Nutzer haben ohne Support ihrer Kinder mit den technologischen Herausforderungen des Alltags zu kämpfen.
Fast die Hälfte (46 Prozent) gibt sogar an, über nahezu keine Kenntnisse diesbezüglich zu besitzen. Da liegt es nahe nach Hilfe in der eigenen Familie zu suchen. So gaben innerhalb der Befragung auch 68 Prozent der deutschen Millenials zwischen 25 und 34 Jahren und 69 Prozent der 35- bis 44-Jährigen an, häufig um IT-Support gebeten zu werden. Das ist ein Problemm, denn unsere Gesellschaft spaltet sich damit massiv in digitale und analoge Mitglieder.

Bei der älteren Generation (55+) besteht hinsichtlich der Nutzung technischer Innovationen offensichtlich eine merkliche Diskrepanz zwischen Theorie und praktischer Umsetzung. Zum einen empfinden 28 Prozent der Befragten neue Technologien als Bereicherung und 20 Prozent als Befreiung innerhalb der eigenen Lebenswelt, gleichzeitig fürchten ältere Anwender jedoch, aus fehlender Fachkenntnis – 46 Prozent gaben dies zu Protokoll – technologisch abgehängt zu werden. Hier steuere ich mit Vorträgen zur Medienkompetenz gegen.

Deshalb telefoniert 32 Prozent der Altersgruppe 55+ regelmäßig mit den Kindern oder anderen jüngeren Familienmitgliedern, um aus der Ferne Hilfe in Fragen der IT zu erhalten. Bei 14 Prozent steht diese Form der Unterstützung sogar höher im Kurs als die reine Anwesenheit des eigenen Nachwuchses. Das geht soweit, dass 14 Prozent jüngere Familienmitglieder bereits mit Kleinigkeiten wie Kinderaufsicht bestochen haben, um deren Hilfe in Anspruch nehmen zu können.

„Den Ergebnissen der Kaspersky-Studie zufolge empfinden Menschen über 50 den technologischen Fortschritt zwar häufig als überwältigend, fürchten sich aber gleichzeitig davor, durch neue Technologien getäuscht, bloßgestellt oder ins Visier genommen zu werden. Ein Plus an Wissen und Fähigkeiten nimmt ihnen diese existentiellen Ängste und hilft ihnen dabei, den Bill Gates in ihnen zu wecken“, sagt Kathleen Saxton, Gründerin von Psyched Global und Psychotherapeutin. Für mich ist es ein Mangel an Medienkompetenz. Die Schere geht brutal auseinander und das darf nicht sein.

Das „Kannst Du mal…“-Szenario aus Sicht der Millenials und der Generation X

Meist sind es die sogenannten Millenials (zwischen 25 und 34 Jahre alt), die von der Generation 55+ um Hilfe gebeten werden. Doch auch die Gruppe der 35- bis 44-Jährigen wird häufig bei technischen Problemen von älteren Verwandten und Freunden in Beschlag genommen.

• 68 Prozent der Millenials und 69 Prozent der 35- bis 44-Jährigen gaben an, häufig von älteren Familienmitgliedern nach IT-Support gefragt zu werden.
• 19 Prozent der um die Jahrtausendwende geborenen und 23 Prozent der 35- bis 44-Jährigen meiden sogar Familienmitglieder, die ihrer Auffassung nach mit hoher Wahrscheinlichkeit um technische Hilfe bitten könnten.
• 20 Prozent der Millenials und 28 Prozent bei der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen) würde sogar lieber einen Dienstleister bezahlen, als selbst Hand anlegen zu müssen.
„Die ältere Generation fühlt sich innerhalb unserer vernetzten Gesellschaft technologisch zunehmend an den Rand gedrängt, wobei die übermäßige Abhängigkeit von jüngeren Familienmitgliedern zur Lösung technischer Probleme das eigentliche Problem lediglich übertüncht“,
betont Anne Mickler, Corporate Communications Manager, DACH bei Kaspersky. „Um den oft nervigen „Kannst-Du-mal-kurz-…“-Kreislauf zu durchbrechen, sollte die technischen Fertigkeiten der über 55-Jährigen
ständig gestärkt werden.“ Kaspersky tut seinen Teil und ich versuche mit meinen Schulungen zur Medienkompetenz hier die Lücke zu schließen.

Konzertkritik: Neil Young in München, Olympiahalle 2019

7. Juli 2019

Ja, Neil Young war gut aufgelegt, trotz der persönlichen Rückschläge in jüngster Zeit. Der Kanadier zog in der Münchner Olympiahalle eine Show ab, die einfach gepasst hat: Laut, intensiv, melodiös – mal Punk, mal Folkie, mal Hardrock, genau wie ich es mir von dem musikalischen Chamäleon Neil Young gewünscht hatte. Ok, Jazz war nicht dabei, aber egal. Unterstützt wurde er dieses Mal nicht von Crazy Horse, aber die jungen Männer von Promise of the Real standen dem Meister perfekt zur Seite.

Das Bühnenset war wie bei den meisten Shows von Neil Young eher schlicht gehalten. Bei meinen letzten Konzert war es eher eine Country-Umgebung. Dieses Mal mal waren die Instrumente da und das wars. Neil Young – und ein Großteil seines gealterten Publikums  erinnert sich noch an die Zeiten des Röhrenfernsehers. Und so hingen die Monitorwände links und rechts von der Bühne in Verkleidung als Röhrenfernseher mit Neil Young-Testbild. Schöner Humor. 

Einziges Showelement am Ende des Konzerts war eine Art Engel, der sich in die Lüfte zu einem genialem Like a Hurrican schwebt. 

Schön ist, dass Neil Young auf ein umfangreiches Repertoire an Songs zurückgreifen kann, deren Hits er an einem Abend gar nicht alle spielen kann. So gibt es eine Auswahl aus vielen Perioden des grimmigen Herrn. Es begann mit Buffalo Springfield und ihrem Mr. Soul. Kein großes Geblubber wie „ich liebe dich München“ und so Zeug, sondern Licht aus, Musik an – los gehts. Und Neil Young kann es: Mit der „Old Black“, seiner legendären Les Paul, und der Gretsch „White Falcon“ zauberte er den typischen Neil Young Sound. Mit was er an dem Münchner Abend akustisch gespielt hatte, konnte  ich nicht erkennen. 

Die einen nennen es Krach, ich nenne es Musik, die Young und seinen Mannen da ihren Instrumenten entlocken. Und wenn schon beim zweiten Song Mansion on the Hill das gesamte Auditorium mitsingt und mitwippt, dann hat Neil Young etwas richtig gemacht. There’s a mansion on the hill – Psychedelic music fills the air – Peace and love live there still – In that mansion on the hill – und muss es sein und nicht anders. 

2014 wurde der nächste Song im Rolling Stone Sonderheft Neil Young als sein bester Song ausgezeichnet. Gemeint ist natürlich Powderfinger, 1979 auf Rust Never Sleeps zum ersten Mal öffentliche und immerfort ein extrem starker Song samt Text. Hätte Neil mal besser die Knarre nicht abgeschossen. 

Harvest Moon ist für mich persönlich eines der schönsten Lieder von Neil Young. Sehr schön interpretiert mit Mond und Love auf den Großbildmonitoren und der Bühne. Spätestens hier hat Neil Young sein Publikum in der Hand und sein Publikum weiß, dass sich der heftige Eintrittspreis gelohnt hat. Ein paar Songs spielte er Words (Between the Lines of Age), für mich einer der besten Songs von Harvest, der es aber nie richtig zur Berühmtheit gebracht hatte. 

Neil Young wurde als Papa des Grunge bezeichnet, was ich für Quatsch halte. Dennoch war Mirror Ball ein Album, dass der jungen Holzfällerhemd-Generation zeigte, wo der Hammer hängt. Throw Your Hatred Down interpretierte er einst mit Pearl Jam, heute mit seinen Mitmusikanten und es ist nachwievor ein intensiver Song. Hart und klar – so wollen wir das, danke Neil.

Fuckin‘ Up war immer mein Gassenhauer-Song von 1990 aus Ragged Glory neben Mansion on the Hill. Promise of the Real gingen ab wie ein Zäpfchen und schaukelten sich mit Neil Young in den Rock‘n Roll Himmel. Tolle, eindringliche Interpretation, wie ich meine. 

ok, dann ging es Schlag auf Schlag und Neil Young ließ uns keine Luft mehr. Cortez the Killer und später Cinnamon Girl. 

Und wer bei Rockin‘ in the Free World noch nicht weggedreht wahr, der ist bereits tot. Der Song kam aus einer Phase, in der Young nicht unbedingt wegweisend war, aber hier schuf er ein Meisterwerk. Die Halle sang mit und der Ohrwurm setzte sich für den Heimweg fest. Und schön, wie die Band mit dem Publikum spielte. 

Die Zugaben waren I’ve Been Waiting for You und Like a Hurricane mit dem Vocoder aus Trans von 1982, eines der unterschätzen Alben. Like a Hurricane ist der Live-Klassiker von Neil Young und ein wirklicher Abschluss eines eindrucksvollen Konzerts in München. In anderen deutschen Städten habe ich gemischte Kritiken von dortigen Kritiken gelesen, von München kann ich sagen. Obwohl Hey Hey, My My (Into the Black) nicht gespielt wurde, war es immer präsent: „it’s better to burn out than to fade away“

Hier nochmals die komplette Setlist:

Mr. Soul

Mansion on the Hill

Powderfinger

Harvest Moon

Winterlong

Walk On

Words (Between the Lines of Age)

Lotta Love

Throw Your Hatred Down

Milky Way

Fuckin‘ Up

Cortez the Killer

Cinnamon Girl

Change Your Mind

Rockin‘ in the Free World

Zugaben:

I’ve Been Waiting for You

Like a Hurricane

Was bedeutet der gelbe Ring bei Amazon Echo?

1. Juli 2019
Was heißt der gelbe Ring beim Echo?

Was heißt der gelbe Ring beim Echo?

Irgendwie habe ich die Software-Aktualisierung bei meinen Amazon-Echo-Geräten nicht mitbekommen. Die Folge: Meine im Haus verteilten Amazon Echo Dot und Amazon Echo zeigen einen gelben pulsierenden Ring. Der Echo Show erklärt mir: Ein Paket von Amazon ist zu mir unterwegs. Der gelbe Ring ist eine neue Nachrichtenfunktionalität und kündigt an, dass zum Beispiel eine Amazon-Lieferung zu mir unterwegs ist und soll noch an diesem Tage zugestellt werden. 

Wer Alexa anspricht: „Spiele meine Nachrichten ab“ bekommt auch gleich ne Antwort. Und wer es genau wissen will, der bekommt den Auslieferungsstand seiner unterschiedlichen Bestellungen.  

Benachrichtigungen abstellen

Grundsätzlich eine nette Idee von Amazon, aber das Features nervt mich persönlich. Ich habe meine Bestellungen im Blick und die Gattin soll zudem nicht optisch informiert werden, dass ich wieder was beim größten Supermarkt der Welt bestellt habe. Das gibt nur wieder Ärger.

Und auch aufpassen: K2 fragte Amazon Echo, was denn noch in der Bestellpipeline ist und Amazon plauderte brav meine Bestellungen und damit meine Geburtstagsüberraschung aus. 

Also gilt es die Benachrichtigungen abzustellen, die durch das Software-Update eingespielt und aktiviert werden. Man greife daher zur Alexa-App am Smartphone/Tablet. Unter Einstellungen • Benachrichtigungen • Amazon Shopping lässt sich das Ganze konfigurieren. 

Aktion PiT Togohilfe verlässt Maisach und zieht nach Fürstenfeldbruck

30. Juni 2019
Google packte in Maisach mit an.

Google packte in Maisach mit an.

Ich engagiere mich ehrenamtlich für die Aktion PiT Togohilfe und helfe unter anderem mit, große Schiffscontainer für Togo zu beladen. Dieses Mal kam ich wieder zum Packen zur Togohilfe – aber es hatte einen anderem Grund: Die Aktion PiT verlässt meine Wohnortgemeinde Maisach und zieht in die naheliegende Kreisstadt Fürstenfeldbruck. Ich half mit beim Umzug. 

Unterstützt wurden ehrenamtliche Vereinsmitglieder von Mitarbeiter des IT-Riesen Google. Es kamen Google-Mitarbeiter ins Dorf zur Togohilfe und halfen mit.

Google hat seit 2008 mit GoogleServe eine beeindruckende Tradition eingeführt. An einem Tag kann jeder Google-Mitarbeiter sich an einem sozialen Projekt ehrenamtlich beteiligen und das während der Arbeitszeit. Die Aktion PiT Togohilfe Maisach hat einen Paten, der bei Google arbeitet und er bewarb die Togohilfe intern bei Google. Und siehe da: Schon fanden sich engagierte junge Leute, die sich meldeten und in Maisach mithalfen. Ich finde GoogleServe eine wirklich tolle Idee. Im normalen Alltag sind die Google-Mitarbeiter klassische Software-Programmierer, in Maisach wurde aus ihnen tatkräftige Helfer, die

Der derzeitiger Mietvertrag in Maisach läuft noch bis Ende August 2019. Die Vermieter hatten dem Verein gekündigt, um einen neuen Mietvertrag auszuhandeln. In unserer jüngsten Vorstandssitzung unseres Vereins haben wir den neuen Mietvorschlag intensiv diskutiert und einhellig festgestellt, dass die vorgesehene massive Mieterhöhung für unser Spendenbudget nicht tragbar ist. Wir haben daher einstimmig beschlossen, die Kündigung anzunehmen und nach anderen Räumlichkeiten zu suchen. „Zum Glück sind wir in Fürstenfeldbruck fündig geworden und können ausreichend Flächen für Aktion PiT-Togohilfe und Togo-Contact in Verbindung mit KoppworkOrange zu einem weitaus günstigeren Mietzins in der Ludwigstr. 4, direkt am Viehmarkt in Fürstenfeldbruck mieten“, so die Vereinsvorsitzende Margret Kopp.

Der einzige Nachteil besteht darin, dass die Aktion PiT dann keine Lagerflächen mehr für die Hilfsgütertransporte nach Togo haben wird. „Da diese sich in letzter Zeit aber sowieso immer schwieriger organisieren ließen, ist es vielleicht der richtige Moment, sie einzustellen oder zumindest zu pausieren, bis sich neue, geeignete Organisationsstrukturen dafür finden lassen“, so Margret Kopp weiter. „Wir werden aber im August noch einen Transport auf den Weg schicken, um unsere so beliebte und erfolgreiche Schultaschensammelaktion noch einmal durchzuführen und unser Lager endgültig zu leeren.“

Konzertkritik: Rainbow in München Juni 2019

14. Juni 2019
Rainbow in München - ich wollte Herrn Blackmore nochmal sehen.

Rainbow in München – ich wollte Herrn Blackmore nochmal sehen.

Memories of Rock – so war die Tour betitelt und wenn ich mich an Rainbow erinnere, dann kommt mir als erstes der legendäre Auftritt der Jungs um Ritchie Blackmore von 1977 in der Münchner Olympiahalle in den Sinn. Gleich vorweg: So ein Auftritt ist es im Juni 2019 am gleichen Ort nicht geworden.
Ich war kein Freund von Blackmores Mittelalter Gedöns und so freute ich mich, dass der ehemalige Guitar Hero wieder mit seiner Hardrock Combo Rainbow auf Tour ging. Und er kam für ein einziges Konzert nach Deutschland und sogar in meine Heimatstadt München. Die bayerische Landeshauptstadt bedeutet für Blackmore viel und er strengte sich an.
Nachdem Ronnie James Dio und Cozy Powell von 1977 ja nicht mehr unter uns weilen, musste Blackmore seine Band neu aufbauen und es ist ihm gelungen. Die Spielfreude der Band ist ihnen hoch anzurechnen.
Aber was ist aus unserem Helden Blackmore geworden? Einst ein Berserker auf der Bühne, der musikalisch provozierte, der den meisten der heutigen Gitarristen „den Arsch“ abspielen konnte (Zitat Blackmore) – ja was ist aus ihm geworden? Der launische Mann an der weißen Stratocaster ist ruhig geworden. Keine emotionalen Ego-Ausbrüche mehr wie zu alten Zeiten. Er steht ruhig da und konzentriert sich auf sein Gitarrenspiel. Sein Instrument beherrscht er noch, ohne Zweifel. Aber lieber Ritchie – schau mal zu Steve Morse rüber und da sieht man wie man heute Gitarre in einer Hardrock-Band spielt.

Aber nachdem ich mit Fans gesprochen habe, die sich die letzten Konzerte von ihm angetan haben, ist München wohl dagegen ein Hochgenuss gewesen. Blackmore hat sich bemüht, aber mit Arthritis spielt sich halt nicht mehr meisterhaft Gitarre. Mit den Hochgeschwindigkeitssolos ist es vorbei, aber für eine Memories in Rock-Tour reicht es dann noch. Experimente ließen sich nicht erwarten, dennoch hatte ich den Eindruck, dass viele Songs spontan angestimmt wurden. Sänger Ronnie Romero ist nicht Dio, aber er machte seine Sache sehr, sehr gut. Manches wirkte für mich uninspiriert, wie die Solos in Mistreated – ich habe immer David Coverdale im Ohr.

Schön war, dass ein Brite Freude schöner Götterfunken in Difficult to Cure zitierte. Ein Synthesizer mag in den Siebzigern und Achtzigern noch eine Innovation gewesen sein, aber das Thema ist durch, egal welche Improvisation da Jens Johansson abgibt.

Die Setlist variierte im Vergleich zu früheren Konzerten der Tour. Und natürlich bei Memories in Rock durften die Gassenhauer nicht fehlen. Das meist ältere Publikum feierte ihren Helden, wippte mit und nachdem die Plattencover auf der Videowand eingespielt wurden, konnte man sich erinnern, was so die Klassiker sind, die man haben musste. Emotional wurde es dann noch zum Schluss – eine Verbeugung an den alten Kumpel Jon Lord und als Abschluss noch Smoke on the Water. Was will man mehr?

Bei der Heimfahrt mit dem Auto legte ich erst einmal Live in Munich 1977 ein. Das war eben noch ein richtig gutes Konzert, eben Rock Memories von 1977 und nicht ein gutes Konzert von 2019.

Camden Market – Hotspot für London Touristen

13. Juni 2019
Shopping Pur

Shopping Pur

Wer nach London kommt und es ein wenig alternativer beim Shoppen mag, dem kann ich den Camden Market im Londoner Stadtteil Camden Town empfehlen. Rund 1000 kleine Geschäfte und Stände sind hier versammelt und buhlen um die Pfund ihrer Besucher.
Ich mag die Atmosphäre gerne und habe mich mit K2 durch die verschlungenen Gassen des Camden Market treiben lassen. Es ist einer der größten Märkte der Stadt mit wöchentlich einer halben Million Besucher – also wahrlich kein Geheimtipp.

Der Weg zum Camden Market ist mit interessanten Stores gepflastert. Vielen von ihnen haben dreidimensionale Verzierungen an den Häusern. So richtig alternativ ist die Sache natürlich nicht, denn Geschäft ist Geschäft. Wer Hunger hat und nicht viel ausgeben will, dem sei der umtriebige Asiate empfohlen. Allerdings gibt es wirkliche Spezialitäten dann in den Markthallen des Camden Markets.
Leider war beim meinen Besuch der Electric Ballroom geschlossen. Es ist ein Club aus den 1930er Jahren bei denen die Punkszene bedeutende Konzerte hatte: Iggy Popp, U2, Sid Vicious oder Madness waren hier zu Gast.

Selfie

Selfie

Cyberdog ein absolutes Muss
Im Cyberdog, The Stables Market Chalk Farm Road, London NW1 8AH, gab es futuristische Partyklamotten und Gadgets zu sehen. Ich habe zahlreiche Raver gesehen, die sich hier mit Szeneklamotten einkleiden. Schwarzlicht, Strobos, Laser – alles prasselt auf den Besucher ein. Die Klamotten leuchten im Beat der Musik. Es gibt sogar einen speziellen Raum für ein erwachsenes Publikum. Dort war fotografieren nicht erlaubt. Was man nicht alles aus Leder machen kann!
Die Deko im gesamten Laden ist schön futuristisch. Zahlreiche kybernetischen Wesen stehen herum. Ein bisschen Giger Alien hier, ein wenig Star Wars Modellbau da und dazu stampfender Technobeat. Sehr interessant fand ich die Skulptur Android DNA Helix von Deminic Elvin aus dem Jahre 2011.

Cyberdog hat zwei Stockwerke. Im Erdgeschoss sind eher Technik-Gadgets zu finden, im Untergeschoss gibt es die Klamotten. Eine DJ legte hinter einem gewaltigen Pult auf – bei mir lief Ibiza 2018 Abode in voller Lautstärke. Im Grunde ist der Laden wie ein Drogentraum, eine Disco ohne Tänzer, aber unbedingt sehenswert. Das Personal selbst ist auch ein Hingucker: Gestylt, mit Piercing und/oder Tattoo, ein wenig alter Londoner Punk-Look.

Shopping pur
Natürlich bietet der Camden Market noch andere Shops. Die klassischen Merch-Geschäfte gibt es ebenso wie Mode-Läden und viele Fressbuden. Mit K2 machte es auf jeden Fall Spaß durch die Hallen zu laufen und uns inspirieren zu lassen. Wir waren nicht zum letzten Mal hier.

BT21 London eine Enttäuschung trotz begeisterter BTS-Fans

12. Juni 2019

Auch wenn ich mir jetzt den Zorn der Army zuziehe. Ich war vom BT21-Shop der koreanischen Band BTS in London enttäuscht. Über eine Stunde in der Schlange gestanden für ein paar T-Shirts, Postkarten und Kissen.

K2 und ich waren in London beim Konzert der wohl erfolgreichsten Kpop-Band BTS im Wembley Stadium. Es war ein großartiges Event und dazu gesellte sich ein Merch-Rausch ohnegleichen. Neben einem offiziellen BTS-Shop in London gab es auch BT21 im Stadtteil Camden Market. Da wir sowieso auf den Markt wollten, stand damit auch BT21 auf dem Programm. BTS ist nicht nur musikalisch erfolgreich, sondern das koreanische Management ist enorm geschäftstüchtig. Im Camden Market mietete man für ein paar Tage eine große Verkaufsfläche und siehe da, viele Fans – darunter wir – fanden sich ein. Bevor allerdings der Verkaufsraum im ersten Stock über eine Treppe betreten werden kann, hieß es erst einmal warten. Lange warten. Die Schlange war enorm und bewegte sich langsam vorwärts. Die Stimmung bei den Wartenden war gut. Es wurde fotografiert, ein wenig gesungen, Musik gehört und gequatscht. Meter um Meter ging es voran, um eine Kurve und wieder weiter ins Merch-Paradies für BTS-Fans. 

Endlich gab die Security den Weg für uns frei. K2 und ich stiegen eine Treppe hinaus und gingen über eine Brüstung. K2 stürzte sich ins Paradies, ich machte noch ein paar Fotos. Zudem drehte ich einen Video, dass den Merch-Rausch zeigt.

Wer den Raum betritt, muss natürlich ein Selfie machen. Geschickt im Eingangsbereich postiert und klick, klick, klick. Dann der großzügige Raum, aber ich war von dem Angebot enttäuscht. In der Mitte hingen T-Shirts, aber bei unserem Besuch waren nicht mehr alle Größen vorrätig. Dann gab es zahlreiche Postkarten und Flyer. Papier ist geduldig, aber das wollten wir auch nicht. Und zum Schluss noch Kissen. Die sahen zwar nett aus, passten aber nicht ins Handgepäck und so richtig der Hammer waren sie meiner Meinung nach auch nicht.

Natürlich nahmen wir ein T-Shirt mit, standen an der Kasse an, machten noch ein paar Selfies zum Abschluss und verließen das Gebäude. 

Die Idee eines mitreisenden Merch-Ladens ist genial und das BTS-Management versteht es, aus der Band ein Geschäft zu machen. 

Kunst im öffentlichen Raum: Slipstream im Flughafen Heathrow, London

10. Juni 2019
Slipstream In London.

Slipstream In London.

Wer den Londoner Flughafen Heathrow im Terminal 2 besucht, stößt unverzüglich auf das imposante Kunstwerk Slipstream von Robert Wilson. Seitdem der Terminal 2 im April 2014 neu gestaltet wurde, ist dort diese riesige Skulptur zu sehen. Wer ein wenig Zeit mitbringt, sollte sich sich dieses eindrucksvolle Werk zu Gemüte führen. 

Slipstream wurde vom britischen Künstler Richard Wilson geschaffen. Slipstream sieht sich als ambitioniertes Kunstwerk, das von der Welt der Luftfahrt inspiriert ist und Feinmechanik und britisches Spezialhandwerk vereint. Das Ergebnis ist eine fließende, verdrehte Aluminiumform; eine imaginäre Flugbahn eines Zivko Edge 540 Stuntflugzeugs. Slipstream ist eine der längsten permanenten Skulpturen Europas, die über 70 Meter lang und 77 Tonnen schwer ist. Bei meinem jüngsten Besuch in Heathrow waren K2 und ich schwer beeindruckt.

Slipstream zieht sich durch die Länge des überdachten Innenhofes des Terminals 2 und reagiert auf die Architektur des Flughafengebäudes und ist in diese integriert. Die Skulptur ist ein markanter Blickfang für das neue Gebäude des Flughafens sein.

Richard Wilson, einer der führenden britischen Bildhauer, wird für seine künstlerischen Interventionen im architektonischen Raum gefeiert und hat national und international umfassend ausgestellt. Seine bekanntesten Werke sind die Installation „20:50“, ein Meer aus reflektierendem Sumpföl, das fest in der Saatchi-Sammlung installiert ist, und sein Auftragsbeitrag zur Kulturhauptstadt Europas 2008 in Liverpool, „Turning the Place Over“, einem riesigen eiförmigen Abschnitt einer stillgelegten Gebäudefassade, der sich drehte, um das Innere seiner Struktur zu enthüllen. Er hat Großbritannien bei der Sydney, Sao Paulo, Venedig Biennalen und der Yokohama Triennale vertreten und wurde zweimal für den Turner Prize nominiert.

Das Design von Slipstream verwendet modernste Computerprogrammiertechnologie, die normalerweise in der Luft- und Raumfahrtindustrie eingesetzt wird, um das Volumen der Bewegung eines Flugzeugs durch den Weltraum genau zu übersetzen. Um Slipstream zur Realität werden zu lassen, beauftragte Wilson die Statiker Price & Myers und den auf Rumpfbasis tätigen Verarbeiter Commercial Systems International (CSI). Die Skulptur wurde in 23 Riesenabschnitten in Hull gefertigt und im Juni 2013 Stück für Stück von Hull nach Heathrow transportiert.

Uns hat das Kunstwerk gefallen und wir standen staunend davor.