Archive for the ‘Medien’ Category

Medienkompetenz: Google-Werbung mit dem eigenen Gesichtern verhindern

30. Oktober 2013

Beim Umgang mit Google sollte Medienkompetenz nicht zu kurz kommen. Ich merke in meinen Seminaren, dass Teilnehmer sich beim Umgang mit Google sicher fühlen, aber in der Praxis dann doch massive Schwierigkeiten haben. Nehmen wir beispielsweise das Thema soziale Empfehlungen. Empfehlungsmarketing ist das Zauberwort der Branche: Der User gibt im Netz Bewertungen ab und Google sammelt sie und bereitet sie auf. Zum Beispiel: „Matthias J. Lange findet die neue Bob Dylan-CD sehr gut und gab 5 Sterne.“ Dazu gibt es dann ein Bildchen von mir in der Werbung.

Ab 11. November kann Google eine Werbung im Netz mit dem Gesicht der User schalten, die ein Produkt empfehlen. Außer der User wird aktiv und schaltet diese Maßnahme aus und unterbindet die ganze Aktion. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die ganzen Daten bereits im Netz vorhanden sind und Google bereitet sie im Rahmen von Big Data nur neu auf. Es sind also keine neuen Informationen, die dort erscheinen – nur besser aufbereitet.

So könnte die Werbung von Google mit deinen Namen aussehen.

So könnte die Werbung von Google mit deinen Namen aussehen.

Wer nicht will, dass Google mit den Profilbildern aus dem Google+ Account und Namen seiner Nutzer Werbung macht, sollte aktiv werden. Immerhin gibt es weltweit 520 Millionen Google+-Mitglieder und Google bündelt mehr und mehr Dienste darunter. Was ist zu tun, um gegen das von Google bezeichnete Shared Endorsements vorzugehen?

Mein Tipp zum Vorgehen ist:

Auf der so genannten Endorsement-Seite mit Google+-Profil einloggen.

Achten, ob ein Haken neben folgendem dem Satz gesetzt ist oder nicht: „Basierend auf meinen Aktivitäten kann Google meinen Namen und mein Profilbild in sozialen Empfehlungen einblenden, die in Anzeigen erscheinen.“

Wenn ich nicht will, dass Google mein Profil für Werbung verwendet, dann darf kein Haken gesetzt sein.  Also kein Haken.  

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Meine besten Spiele für Nintendo Wii U

26. Oktober 2013

Seit fast einem Jahr besitze ich nun die Nintendo Wii U und langsam, ganz langsam kommen Spiele auf den Markt, die den Kauf dieser Spieleplattform rechtfertigen. Es war richtig, dass die Wii U abwärtskompatibel ist und alte Wii-Spiele benutzbar sind, sonst sähe es schwach aus mit spielbarem Material.

Im Moment gibt es drei aktuelle Wii U-Spiele, die sich für mich wirklich lohnen: Für die Familie Lego City Undercover, dann the Legend of Zelda: The Wind Waker HD und für mich als Papa Zombi U.

Lego

Für mich derzeit das beste Spiel für die Wii U ist ganz klar LEGO City Undercover. Das Spiel wurde extra für die Plattform geschrieben und macht wirklich höllisch Spaß. Anders als die klassischen Umsetzungen von Filmen zu Spielen, wie sie Lego zum Teil sehr erfolgreich betreibt, ist Lego City Undercover eine Eigenentwicklung. Die Umsetzung für das DS vergessen wir besser und wählen stattdessen die Wii U-Version. Klasse Grafik, großer Spielspaß im Story-Modus und immer wieder verrückte Ideen. Die Steuerung ist eine Freude.

Ermittler Chase McCain auf der Jagd nach dem Verbrecher Rex Fury. Mehr als 100 Fahrzeuge zerlegen die Lego-Stars auf dem Lande, im Wasser und in der Luft. Am Schluss geht es sogar in den Weltraum. Immer wieder gibt es ein paar Anspielungen auf Blockbuster-Filme, was mich als Filmfreund sehr gefreut hat. Bis zu 290 Minifiguren musste in dem Spiel gesammelt werden. Wer gerne cheatet, kann sich Lego City Police-Sets kaufen oder gibt unter Extras folgende Cheats ein:

N7NN4F9 – Hochgeschwindigkeitsmissionen und Fahrzeuge

MHHRHM – Autorennfahrer

XKGZVJ – Gorilla Suit Guy

HVGTPG – verkleidete Natalia Kowalski

Zugegeben, es ist ein Spiel für die ganze Familie. Das Spiel dürfte also keine große Schwierigkeiten bereiten. K1 hat es mit Begeisterung durchgespielt und scheiterte nicht an unlösbaren Aufgaben.

zelda

Zelda ist im Grunde nichts Neues, aber wer Zelda aus alten Zeiten mag, wird die neue, aufgefrischte Version von Wind Waker lieben. Natürlich warten wir alle auf ein wirklich Neues Zelda-Spiel und die im Umlauf befindliche Tech-Demo verspricht ja Großes. Aber bis wirklich etwas Neues kommt, müssen wir uns damit begnügen. Wind Waker, ich kannte es vom Game Cube, wurde aufgehübscht und kommt rattenscharf und farbgewaltig daher. Hier spielt die Wii U ihre Technik gegenüber veralteten Systemen aus. Auch die Musik wurde wohl remasterd und ein wenig augehübscht.

Das Tablet wurde sinnvoll eingesetzt. Nun muss das Spiel nicht mehr unterbrochen werden, um die gesammelten Items anzusehen. Diese sind jetzt auf dem Tablet jederzeit einsehbar. Im Spielfluss sind kleinerer Verbesserungen gegenüber der alten Version erkennbar. Der richtige Durchbruch ist das Remake natürlich nicht, aber es hilft die Zelt zum Überbrücken bis die nächsten Spiele ins Haus stehen. Fazit für mich: The Legend of Zelda – The Wind Waker HDlohnt einen Blick für Newcomer in Sachen Zelda. Für Neulinge ist das Spiel natürlich ein absolutes Muss in zeitgemäßer Grafik.

Zombi

Gut, ZombiU ist ein Spiel für sich. Hier scheiden sich klar die Geister und ich kann die verstehen, die das blutige Spiel ablehnen. Das Teil hat Atmosphäre und macht höllisch Spaß, wenn der Spieler auf blutigen Spaß steht. Die Atmosphäre ist wirklich beklemmend und das Spiel gehört nicht in Kinderhände, auch wenn es für die Wii U gemacht ist.

Die Story ist der klassische Survival-Horror. Das Tablet wird auch hier sinnvoll eingesetzt.

Tolkiens Der Hobbit auf Vinyl

22. Oktober 2013

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Das Thema Vinyl ist eigentlich bei mir durch. Bis auf ein paar Singles für die Juxebox kaufe ich keine Schallplatten mehr. Eigentlich. Aber es gibt Ausnahmen, denn ich habe ja noch drei vollfunktionstüchtige Schallplattenspieler, die ab und zu Futter brauchen. Mein neuester Kauf ist eine kleine Liebhaberei. Ich habe mir die limitierte Vinyl-Box vom Der Hobbit angeschafft.

Ursprünglich sollte die Box mit sechs 180 Gramm schweren LPs in einer Auflage von 500 Exemplaren herauskommen. Der Münchner Hörverlag war über die Resonanz wohl selbst überrascht und erhöhte die Auflage schnell mal auf 7000 Stück und die gehen weg wie warme Semmeln.

Da gilt es für den Sammler aus Mittelerde schnell zuzuschlagen. Natürlich gibt es nichts neues, denn die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 1980 und wurde schon lange auf CD veröffentlicht. Es handelt sich um das Hörspiel des WDR, das die zuständige Redakteurin Ingeborg Oehme-Tröndle zusammen mit Hörspielregisseur Heinz Dieter Köhler produziert hat. Das Teil hat nun mehr fast 35 Jahre auf dem Rücken und wirkt ein wenig angestaubt. Heutige Hörspiele klingen flotter, voller, schneller und bombastischer. Aber es hat auch seine unvergleichlichen Höhepunkte. Ich liebe beispielsweise den Auftritt von Wolfgang Spier als Ballin und vor allem die Gollum-Interpretation des legendären Jürgen von Manger. Es ist eben ein Spiel der Stimmen und die musikalischen Einlagen sind dezent. Es ist eine gelungene Inszenierung der Stimmen. Es ist nicht Peter Jacksons VFX-Kracher als Hörspiel. Wer dies erwartet, der wird massiv enttäuscht. Es ist ein Kammerspiel, das seine Wirkung durch ausgebildete Sprecher erzielt. Und die zwingen den Zuhörer wirklich zum Zuhören und sich auf das Einlassen der Stimmen. Beim Hören sollte man schließlich immer bedenken: Das Teil wurde für das Radio produziert.

Für mich als Herr der Ringe-Fan der frühen Jahre verstärkt die Vinyl-Ausgabe Der Hobbit nochmals den Reiz vergangener Tage. Ich habe mir gerne das Hörspiel zweimal auf LP angehört und bin dann dazu übergegangen, dass Hörspiel auf CD für unterwegs als mp3 zu rippen.

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Buchkritik: Linda McCartney Life in Photographs

19. Oktober 2013

Linda

Für mich ist Linda McCartney keine der Spitzenfotografen. Sie hatte den fotografischen Blick, wie es Andreas Feininger ausdrückte. Und sie hatte durch ihre Heirat mit Beatles Paul einen wunderbaren Vorteil vor ihrer fotografischen Konkurrenz. Sie kam nahe an die Beatles heran und drückte im entscheidenden Moment ab.

So entstanden eindrucksvolle Fotos aus dem Rock’n Roll Zirkus der damaligen Zeit. Viele davon sind in dem schönen Fotoband Life in Photographs zusammengefasst. Sie zeigen eine Nähe zu den Superstars der Szene, denn Linda hatte die wichtigsten Rockmusiker vor der Linse. Sie war übrigens die erste Fotografin des amerikanischen Rolling Stones, die ein Coverbild hatte. Es war damals 1968 Eric Clapton, und Linda McCartney zeigte, dass eine Frau in die Männerwelt der Rockfotografie vordringen kann.

Vor zwei Jahren kam die Highend-Version des Buches für 2000 Euro heraus. Das war es mir nicht wert. Ich hab mir die Volksausgabe für 50 Euro gekauft und interessiere mich auch für die iPad-Version. Diese Version im iBookstore gibt es für 9 Euro. Sie enthält 170 Fotos, ausgewählt aus den über 200.000 Bildern aus Linda McCartneys Archiv – die meisten davon mit Zoomfunktion. Ich halte es für eine gelungene Umsetzung eines Fotobuches. Als Bonusmaterial gibt es in der eBook-Version ein Video-Interview mit Paul McCartney und seinen Töchtern Stella und Mary. Gerade mit den Videos spielt das eBook seine volle Stärke aus.

Aber zurück zum Inhalt: Die große Leistung von Linda McCartney ist die unmittelbare Nähe. Sie schafft es, den richtigen Blick einzufangen. Technisch gibt es zahlreiche bessere Fotografen. Ihre Leistung ist die absolute Nähe zu den Künstlern.

Als Linda McCartney durch ihre Heirat berühmt wurde, stand sie selbst im Focus der Berichterstattung. Sie gab uns einen Einblick in ihre Familie. Private Bilder vom Familienleben der McCartneys wurden von ihr veröffentlicht. Besser als jede Homestory und mit dem Blick einer liebenden Mutter und Ehefrau. Das macht für mich die Faszination des Buches Life in Photographs aus. Schaut mal hinein, das Buch ist bei meinem Lieblingsverlag Taschen erschienen. Auch interessant ist übrigens das neue Album von Paul McCartney New. Der 71jährige lässt es richtig krachen.

Erfolgsrezept: Schülerzeitung Maulkörbchen für die fünfte Klasse

18. Oktober 2013

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Schülerzeitungen in Bayern verändern sich. Zum einen haben die Schüler am Gymnasium durch G8 weniger Zeit für nebenschulische Aktivitäten, zum anderen bekommen auch Schülerzeitungen in Ballungsräumen die Print-Anzeigenkrise zu spüren. Gleichzeitig steht auch fest: Print hat an Schulen noch eine Zukunft, muss aber finanziell anders auf die Beine gestellt werden. Das klassische Modell von Vertriebs- und Werbeeinnahmen funktioniert nur noch bedingt.

Als Referent für Schülerzeitungsredakteure wies ich länger auf diese Entwicklung hin und zeigte Auswege an, um die Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Von einem wunderbaren Ergebnis kann ich nun berichten. Das Celtis-Gymnasium im fränkischen Schweinfurt hat meine Ideen umgesetzt und damit ungeheuren Erfolg gehabt. Die Schülerzeitung heißt Maulkorb und zum Schulanfang gab es das Maulkörbchen.

Was verbirgt sich dahinter? Das Maulkörbchen ist eine Schülerzeitung nur für die Fünfklässler, die in den Anfangstagen des neuen Schuljahrs verkauft wird. Die fünften Klassen sind neu aufs Gymnasium gekommen und sind hoch motiviert. Der Inhalt der Zeitung ist Service pur. Er erklärt den Neulingen ihre neue Schule und zwar in Schülersprache. Also wo sind die Räume, wie läuft das mit den Fächern und wer ist eigentlich wer an der neuen Schule? Zusätzlich gab es einen Stundenplan zum Ausschneiden.

Als Erwachsener und Papa kenne ich die offiziellen Begrüßungsschreiben von Schulen, die für einen Erwachsenen okay und verständlich sind. Aber diese Schülerzeitung hat die Schüler als Zielgruppe und kommt bei ihrer Zielgruppe gut an. So muss zielgruppenspezielle Ansprache sein.

Die Idee hat ausgezeichnet funktioniert. Zum einen hat die Schülerzeitungsredaktion durch den Verkauf gleich ein Startguthaben erwirtschaftet und kann beruhigt in das Schülerzeitungsjahr starten. Zum anderen wurden die Fünftklässler gleich an ihre Schülerzeitung hingeführt. So gelingt perfekt eine Markeneinführung.

Jetzt kann das Produkt noch optimiert werden. So gibt es im Maulkörbchen (noch) keine  Anzeigen. Für Bäckereien, Schreibwarenläden usw. wäre so eine Zeitschrift die ideale Werbeplattform, weil sie mit einer neuen Zielgruppe, eben neuen Schülern in Kontakt treten könnten.

Übrigens, das Maulkörbchen kam gut bei Schule und Elternbeitrat des Gymnasiums an. Die künftigen Ausgaben werden von der Schule finanziert und frei an die neuen Schüler verteilt. Jetzt muss die Schülerzeitung nur etwas für sich heraushandeln.

Wie halten Sie es mit Phubbing?

16. Oktober 2013
Reden oder surfen? Geht beides?

Reden oder surfen? Geht beides?

Neulich hatte ich ein Seminar und dort ist folgendes passiert. Während ich meinen Vortrag hielt, hatten ein paar Teilnehmer ihre Tablets auf dem Tisch. Ich meine iPads und Co. Ob sie schrieben oder surften, spielten oder Mails beantworteten, weiß ich nicht. Aber sie waren still.

Nach meinem Vortrag kam es zur Diskussion, denn eine Teilnehmerin (ohne Tablet oder Smartphone) fuhr die Tablet-User an. “So ein Verhalten gehört sich nicht. Es ist unverschämt gegenüber dem Referenten und überhaupt.”

In der Fachsprache regt sich die Dame über Phubbing auf. Es ist eine Wortmischung aus Telefon (phone) und Ablehnung (snubbing). Es gibt bereits Initiativen, Phubbing zu unterlassen und der Streit in der Gesellschaft wird größer. Vielleicht wird auch der digitale Graben tiefer wird. Als Vortragender hat mich das Verhalten der Tablet-User nicht gestört. Ich habe die Störung des Wirts in dem Wirtshaus in dem ich meinen Vortrag hielt, als viel schlimmer erlebt. Der Wirt unterbrach meinen Vortrag rüde mit lauten Worten. Er fragte nach, wer noch ein Weißbier bekommt oder ob denn die Milzwurst recht war. Das hat mich echt gestört und auf die Palme gebracht.

Und es störte mich neulich bei einer Podiumsdiskussion, als ein Teilnehmer auf dem Podium sein Smartphone auspackte und auf der Bühne in seinen Redenpausen seine Mails checkte. Das kann ich nur verstehen, wenn er auf die Geburt seinen Babys wartete, aber sonst nicht.

Wie haltet ihr es mit Phubbing?

Ach ja, die Geschichte in meinem Seminar ging übrigens noch weiter. Ich unterhielt mich mit der Dame noch ein wenig und während unseres Gesprächs klingelte ihr Handy. Sie unterbrach unser Gespräch sofort und ging ans Telefon. Ich ging einfach, mit den Worten:  “So ein Verhalten gehört sich nicht. Es ist unverschämt gegenüber mir als Gesprächspartner und überhaupt.”

 

Für eine Woche bin ich @frankenliebe

14. Oktober 2013

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Für eine Woche habe ich die besondere Ehre den Twitter-Account von @frankenliebe zu betreuen. Was verbirgt sich dahinter?

@Frankenliebe ist ein Twitter-Projekt der unterfränkischen CSU-Bundestagabgeordneten Dorothee Bär. Sie engagiert sich unter anderem sehr in der Netzpolitik und hat sich dort einen Namen gemacht. Zudem ist sie stellvertretende Generalsekretärin der CSU. Im Bundestagswahlkampf gab es Vorwürfe im Rahmen der Beschäftigungsaffäre, die sie aber meiner Meinung nach restlos aufklären konnte.

Aber keine Angst, es geht in diesem Projekt nicht um Politik, geschweige denn um Parteipolitik irgendeiner Partei. Jede Woche darf ein mehr oder weniger prominenter Twitterer den Account bespielen und seine Sicht über Franken darlegen. Der Account wird seit einiger Zeit mit wechselnder Besetzung geführt und nun bin ich eben an der Reihe. Also aus @redaktion42 wird für eine Woche  @frankenliebe.

Wie komme ich als Oberbayer denn an die Ehre einen fränkischen Twitter-Account zu betreuen? Die kritischen Franken müssen jetzt nicht nervös werden. Die Ehre Frankens wird nicht beschmutzt. Ich habe fränkische Wurzeln, arbeite viel mit Franken und bin sehr oft in diesem schönen Teil Bayerns. Meine Mutter kommt aus Coburg und nach neuerer Geschichtsschreibung ist das ein Teil Frankens. Mein bester Kumpel kommt aus Nürnberg und ist auch Patenonkel von K2.

Und was werde ich die ganze Woche twittern? Ich habe meinen Blog redaktion42.com nach fränkischen Geschichten durchstöbert. Und ich werde diese Woche noch einige Geschichten aus Franken produzieren, damit Frankenliebe auch optimal betreut wird. Ich freue mich auf die Kritik (und das Lob). Aber wie heißt es in Franken? Nicht gemault, ist schon genug gelobt.

Was nun Medienministerin Ilse Aigner?

13. Oktober 2013

In Bayern haben wir mit Ilse Aigner eine neue Medienministerin. Ursprünglich war die Medienpolitik in der Staatskanzlei angesiedelt, aber nach der Kabinettsumbildung durch den Ministerpräsidenten kümmert sich jetzt die Superministerin Aigner um die Medien.

Wir erinnern uns: Ilse Aigner hatte sich als Bundesverbraucherministerin mit Facebook angelegt und gilt ja als Verweigerung des wichtigsten sozialen Netzwerkes. Und mit dieser Einstellung soll Ilse Aigner sich um Medienpolitik und -entwicklung im Freistaat Bayern kümmern. Wir kennen ja die Sprüche Laptop und Lederhose.

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Ich bin da sehr, sehr gespannt, wie die Ministerin jetzt vorgeht. Vor allem weil sich Ministerien und Verwaltungen nicht mehr hinter der Datenschutzargument verstecken können. Der extrem Facebook-kritische Landesdatenschützer von Schleswig-Holstein Thilo Weichert hat vor dem Verwaltungsgericht Schleswig eine Schlappe erlitten. Behördenchef Thilo Weichert wollte Firmen untersagen lassen, die Dienste von Facebook zu nutzen. Jetzt ist klar: Firmen in Schleswig-Holstein dürfen auch künftig Fanseiten in dem sozialen Netzwerk betreiben. Sie dürfen nicht für das verantwortlich gemacht werden, was Facebook mit den Daten seiner Nutzer anstellt. Die Betreiber von Fanseiten haben keinen Einfluss auf die im Hintergrund stattfindende Datenverarbeitung, so das Gericht.

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Eine Schlappe für Weichert und Klarheit in Sachen Facebook. In Bayern nutzt die von der Staatskanzlei betriebene Seite Bayern.de unter anderem Facebook und YouTube. Bei der erstmaligen Nutzung der Webpage können die User die sozialen Netzwerke per Klick aktivieren. Ob es diese Regelung der Medienministerin Ilse Aigner gefällt? Und ich bin mal gespannt, ob sie ihre Haltung als Verbraucherschützerin auch als Superministerin ihren Kabinettskollegen mitteilt. Schließlich sind einige ihrer Ministerkolleginnen wie Hadertauer oder Merk in Facebook aktiv. Und auch ihr Chef Seehofer hält sich in Facebook auf. Und hatte Seehofer nicht eine große Facebook-Party in der Münchner Nobeldisco P1 organisieren lassen? Oder hält sich Aigner an Adenauer nach der Meinung, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Es wird spannend, wie die Medienpolitik in Bayern weitergeht und wie sich Ilse Aigner verhält.

 

ebooks: Der Damm ist gebrochen

12. Oktober 2013

Ich bereite gerade ein Seminar über digitale Bücher vor und setze mich mit dem Verkauf von eBooks auseinander. Nicht überrascht bin ich über den rasanten Erfolg von eBooks und ich bin erst recht nicht überrascht, dass sich die klassische Buchbranche ärgert. Die Branche feiert sich gerade auf der Buchmesse – aber ich bin mal gespannt, wie lange klassische Verlage noch feiern. Amazon ist dieses Jahr auf der Buchmesse und so mancher macht einen großen Bogen um das größte Internetkaufhaus der Welt. Ich stelle mir die Frage, warum brauche ich denn einen Verlag, um ein Buch zu veröffentlichen. Im Moment teste ich gerade die neue Veröffentlichungsplattform tablo aus Australien. Die Herrschaften downunder haben eine Plattform gebaut, mit der es recht einfach scheint, ein Buch samt ISBN-Nummer in den Online-Shops von Amazon und Apple zu veröffentlichen. Einfach per Knopfdruck. Damit wird das Gefummel über Software wie Calibre überflüssig.

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Ich bin mir sicher, dass viele Hobbyautoren, aber auch ernsthafte Fachbuchautoren diesen Weg des elektronischen Selbstverlages gehen. Die Chance auf Erfolg ist durchaus vorhanden. Denn die GfK stellt klar, dass Unterhaltungsangebote immer öfter aus dem Internet heruntergeladen werden. Demnach stieg der Umsatz, der mit dem Herunterladen von Musik, Spielen, Filmen und Büchern erzielt wurde, im ersten Halbjahr um 66 Millionen Euro im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum. Vor allem das Geschäft mit elektronischen Büchern wächst rasant. Hier erhöhte sich der Umsatz um knapp 70 Prozent. Das größte Segment bei den Downloads ist der Bereich Musik. Ich lese immer mehr von Einschlägen im Buchbereich. Der Branchendienst turi meldete über Schwierigkeiten bei Weltbild. Weltbild-Chef Carel Halff meinte, dass für Mitarbeiter das Geschäft durch den Wandel zum eBook härter werde.

Auch der Branchenverband Bitkom lieferte vor kurzem aktuelle Zahlen, die zeigen: ebooks sind ein klarer Verkaufserfolg. Ein Fünftel (21 Prozent) aller Bundesbürger liest elektronische Bücher So liegt der Anteil der eBook-Nutzer in der Bücher lesenden Bevölkerung sogar bei 29 Prozent. Nur drei Viertel aller Deutschen lesen Bücher. Es können sich laut Umfrage 27 Prozent der eBook-Skeptiker vorstellen, in Zukunft digitale Bücher zu lesen. Gleichzeitig wächst die Basis von Geräten, die sich sehr gut für das Lesen von eBooks eignen. Nach Bitkom-Prognosen werden im Jahr 2013 rund 8 Millionen Tablet Computer und 832.000 spezielle eBook-Reader in Deutschland verkauft. Amazon aktualisiert gerade seine Kindle-Reihe und die deutsche Allianz von Händler bringt einen neuen tolino.

Nach den Ergebnissen der Umfrage gibt es kaum Unterschiede bei der eBook-Nutzung zwischen Frauen (21 Prozent) und Männern (22 Prozent). Im Vergleich der Generationen sind die Unterschiede ebenfalls moderat. Im Alter von 14 bis 29 Jahren liegt der Anteil der eBook-Leser bei 25 Prozent, von 30 bis 49 Jahren bei 26 Prozent. Eine etwas geringere Nutzung gibt es in der Altersgruppe von 50 bis 64 Jahren mit 19 Prozent. In der Generation 65 Plus sind es nur noch 12 Prozent. Hauptgrund dafür ist die deutlich geringere Internetnutzung in dieser Altersklasse.

Mit einem Anteil von 62 Prozent kaufen die meisten E-Book-Nutzer digitale Bücher auf den Webseiten von Online-Buch-Shops wie Amazon, Thalia.de oder Ebook.de. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) kauft eBooks in den vorinstallierten Shops ihrer Lesegeräte, zum Beispiel dem Kindle Store, den Shops von Hugendubel, Weltbild oder dem Bertelsmann Club auf dem Tolino oder dem iBook Store.

Das am häufigsten gebrauchte Lesegerät ist laut der Bitkom-Umfrage immer noch der Computer: 77 Prozent der befragten E-Book-Leser nutzen Desktop-PC, Notebook oder Netbook, um digitale Bücher zu lesen. So nutzen drei Viertel der „Computer-Leser“ ihre E-Books auf mindestens einem weiteren Gerät. Überraschend stark schneiden Smartphones ab: 58 Prozent lesen E-Books auf Smartphones. Erst danach folgen Tablet Computer mit 21 Prozent und spezielle eReader mit 18 Prozent.

Entscheidender Grund für die Nutzung von eBooks ist deren leichte Verfügbarkeit. 54 Prozent nutzen eBooks, weil sie immer abrufbereit sind, sei es auf dem Gerät oder in der Cloud. Fast genauso wichtig ist den Lesern, dass sie über das Internet sehr einfach und schnell neue Bücher kaufen oder leihen können (53 Prozent). Das geringe Gewicht nennen 42 Prozent und die besonderen Funktionen von eBooks 41 Prozent der Befragten. Die mit Abstand beliebteste Funktion ist das digitale Lesezeichen, das zwei Drittel aller eBook-Leser nutzen. Ein Drittel verwendet die Stichwortsuche, ein Viertel macht sich Notizen und jeweils ein Achtel markiert Textstellen oder nutzt die Übersetzungsfunktion.

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Zur Buchmesse: Homer Simpson spricht jetzt Hessisch

8. Oktober 2013

Was in meiner Jugend wohl Asterix auf Latein war, ist heute Homer Simpson auf Hessisch. Mit diesem angehendenden Kultbuch erscheint bei Panini erstmals eine deutsche Mundart-Variante der Comics. Start ist auf der Frankfurter Buchmesse. So Mundart-Geschichten laufen immer hervorragend. Man denke im Fernsehen an die Hesselbachs auf Hessisch oder Familie Becker auf Saarländisch. Nun kommt Homer eben auf Hessisch.

Simpsons-Hessisch-Cover

Übersetzt wurde die US-Familiengeschichte von Bobby von Schwanheim. Der US-Comic erscheint zur seriösen Frankfurter Buchmesse und ich bin mir sicher, er wird für Gesprächsstoff sorgen. Zunächst hatte ich Bedenken, ob man amerikanisches Verhalten einfach aufs Deutsche übertragen kann, aber ich glaube: Hessisch passt zu Homer und seiner Familie. Die Simpsons auf Hessisch wartet im Album-Format (Hardcover mit 48 Seiten) mit zwei Abenteuern auf. Übersetzer Bobby von Schwanheim ist im Bundesland Hessen als Musikant der Gruppe reimtext bekannt und hat den Hessen frei nach Luther aufs Maul geschaut. Der Leadsänger und Gitarrist des Hessen-Trios reimtext komponiert seine hessischen Texte zur so genannten Hessebilly-Musik. Jetzt sorgt er für die Übersetzung der gelben Figuren.

Bitte klicken, um die Comics zu lesen:

Bei den Simpsons-Fans zwischen Kassel und Darmstadt dürfte der Comic auf jeden Fall ankommen. In der Geschichte „Die Schobbepetzer“ wird Homer seine eigene Kneipe eröffnen und dort statt Bier natürlich Ebbelwoi ausschenken und dazu freilich Handkös reichen. Da wird Krusty zum Lumbesäckl und Moe zur Babbnas, als er Homer wegen eines Konkurrenzprojektes die Freundschaft kündigt. Doch am Ende heißt es: „Ohne Homer isses eh fer die Fies de Lade uffzulasse. Moe’s ohne Homer is wie Rippsche mit kaam Kraut.“

Und wer das Urhessische wie ich alter Mann nur aus Heinz Schenks Blauem Bock kennt, kann mithilfe des Comics sein regionales Wissen ordentlich aufpolieren. Denn Ingeplackten (Zugezogenen) dient ein hessisches Glossar am Ende des Buches als Verständnishilfe.

Mit Hessisch fällt der Startschuss beim Panini-Verlag. Es wird wohl eine Reihe weiterer Regionalcomics geben. Wie heißt es doch bei Panini: „… die Reise der Gelben durch deutsche Lande hat gerade erst begonnen …“.