Diese Setzmaschine steht im Eingang des Nürnberger Zeitungsverlages.
Heute vor 550 Jahren soll wohl Johannes Gutenberg verstorben sein. All zuviel weiß ich nicht über den Menschen, wohl aber, welche Revolution seine Erfindung des Buchdrucks ausgelöst hat. Der Buchdruck hat die damalige Welt auf dem Kopf gestellt. Die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Wahrnehmung haben sich verändert. All das wissen wir heute. Und nun? Das Internet ist ebenso eine Revolution und verändert die Welt des 21. Jahrhunderts. Ich fordere für Sir Tim Berners-Lee ebenso eine Statue wie für den Revolutionär Johannes Gutenberg,
Und wie sind wir auf den gesellschaftlichen Wandel vorbereitet? Unsere Gesellschaft lebt weiter nach dem Motto: Das wird wohl nicht so schlimm sein. Doch, Freunde: Das Internet sorgt dafür, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleiben wird. Die Revolution schreitet voran. Alles, aber auch wirklich alles wird sich verändern. Wer das nicht akzeptieren will (oder kann), für den habe ich die Bitte: Macht einfach den Weg frei, macht Platz für Veränderung.
Den Alten sage ich (und ich sage das als alter Mann mit fast 50 Jahren): Ihr habt eine Verantwortung für die Jüngeren, also bereitet sie mit eurem Wissen und eurer Erfahrung darauf vor und versucht nicht nur, alte Zöpfe weiter zu flechten.
Der Cube mit dem WWW. Foto: Coolcaesar at en.wikipedia
Als ich mit dem ganzen Zeitungsjob begann, da war die Erfindung von Johannes Gutenberg noch allgegenwärtig. In den Druckereien sah ich noch klassische Setzmaschinen. Bei einem Besuch des Nürnberger Zeitungshauses traf ich auf eine alte Linotype im Foyer. Der Verleger Bruno Schnell, der gestern im Alter von 88 Jahren verstorben ist, hatte sie wohl aufstellen lassen. Vielleicht als Erinnerung, vielleicht als Mahnung, ich weiß es nicht. Für mich war diese Setzmaschine eine Reise in die Vergangenheit und ich machte ein paar Fotos. Dieses Gerät war Teil einer Revolution, die von Johannes Gutenberg ausgelöst wurde. Vielleicht stellen nachfolgende Generationen von Verlegern im Foyer einen Next Cube auf, auf dem Tim Berners-Lee das WWW erfunden hat. Ich würde auf jeden Fall auch Fotos von dem Cube machen, denn er bedeutet die Zukunft.
„Fack Ju Göhte“ ist keine Marke, sondern der Titel ist vulgär und verstößt gegen die guten Sitten. So ein Urteil des Gericht der Europäischen Union (EuG). Hier das Aktenzeichen: T-69/17. Die Bildungsbürger unter den Juristen stellen dies klar. Wissen wir das nun auch.
Nix ist es mit der Merch-Kohle durch Fack Ju Göhte
Constantin Film wollte aus der erfolgreichen Kinoserie Fack Ju Göhte fette Kohle machen. Bettdecke, Kaffeetasse, Klamotten und mehr so Merchandising-Kram als Lizenzprodukte. George Lucas hat es mit Star Wars vorgemacht und bei ihm rollt der Rubel, aber „Star Wars“ ist nicht eben vulgär. Jetzt will ich nicht Fack Ju Göhte mit Star Wars vergleichen, aber das Prinzip dahinter ist gleich. Es lässt sich aus der Marke Geld machen. In Deutschland liefen beispielsweise die Wilde Kerle gut im Kino und auch die Merch-Produkte haben gut Kasse bei Kindern gemacht. Viele Kinder waren von den Wilden Kerlen begeistert und kaufen begeistert Schulranzen, Federmäppchen, T-Shirts und mehr. Tja Constantin Film, Pech gehabt.
Jetzt urteilte das EU-Gericht, dass Fack Ju Göhte vulgär sei. Verfall der guten Sitten. Hey, Goethe fick dich. Ich würde mich freuen, wenn die Zielgruppe den Herrn Goethe überhaupt kennen würde. Auf der anderen Seite merke ich mehr und mehr eine Verrohung der Sprache. Öffne ich Facebook oder die Kommentare in YouTube sehe ich den Untergang des Bildungsbürgertums.
Begründung des Gerichts zu Fack Ju Göhte
Ich finde die Begründung des Gerichts interessant. „Außerdem richteten sich die in Rede stehenden Waren und Dienstleistungen zwar an den Allgemeinverbraucher, manche aber richteten sich an Kinder und Jugendliche. Die maßgeblichen Verkehrskreise nähmen die Aussprache des Wortbestandteils „Fack Ju“ so wahr, als sei er identisch mit dem englischen Ausdruck „fuck you“, so dass er dieselbe Bedeutung habe.“
Noch besser wird es: Weiter stellte die Beschwerdekammer fest, dass der Ausdruck „fuck you“, selbst wenn die maßgeblichen Verkehrskreise ihm keine sexuelle Bedeutung beimäßen, nicht nur eine geschmacklose, sondern auch eine anstößige und vulgäre Beleidigung darstelle. Der ergänzende Bestandteil „Göhte“, mit dem ein hochangesehener Schriftsteller wie Johann Wolfgang von Goethe posthum in herabwürdigender und vulgärer Weise verunglimpft werde, noch dazu in fehlerhafter Rechtschreibung, könne vom verletzenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Charakter der Beschimpfung „Fack Ju/fuck you“ keinesfalls ablenken. Zudem eröffne die Bezugnahme auf Johann Wolfgang von Goethe möglicherweise sogar eine weitere Ebene des Sittenverstoßes.
Werbeeffekt für Fack Ju Göhte
Nun Constantin Film hat zumindest durch das Urteil einen gewissen Werbeeffekt. Der Film ist sicherlich kein großes Kunstwerk, kam aber bei der Zielgruppe gut an. Ich hatte sogar ein Schülerzeitungsseminar mit den Schülern der Schule gemacht, an deren Teil 1 und 2 von Fack Ju Göhte gedreht wurde. Es war das Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching als Drehort für die Goethe-Gesamtschule. Und jetzt die Frage: Wenn ein Gymnasium seine Schule als Drehort zur Verfügung stellt, hat das Direktorat und Lehrer wohl kein Problem mit Fack Ju Göhte. Und ich finde das ausdrücklich gut, dass sich die Schule zu diesem Schritt entschlossen hat. Das Gymnasium diente auch schon für Marco Petris Komödie „Schule”, Gregor Schnitzlers Drama „Die Wolke” und die ZDF-Fernsehserie „Klimawechsel” als Filmkulisse.
An der Schule gibt es verantwortungsvolle Pädagogen, die den Humor des Films verstanden haben. Goethe dreht sich nicht im Grabe um. Aber die europäischen Juristen fühlen sich auf den Schlips getreten. Constantin kann jetzt innerhalb von zwei Monaten vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) ziehen.
Netflix in meiner Unterkunft. Im Moment läuft The Crown. Was soll ich dann schauen?
Am Freitag war es soweit. Netflix zog auch in unsere Familie ein. K2 war der Auslöser dafür, weil K2 eine Übernachtungsparty machen und Anime-Filme schauen wollte, die es in guter Auflösung nur bei Netflix gab. Begeistert gab ich dem Streben von K2 nach und bestellte das Probe-Abo des Streaming-Dienstes.
Es ist ja nicht so, dass wir keine Streaming-Dienste abonniert haben. Amazon Prime Video finde ich hervorragend und K2 liebt zudem ihre Apple Music-Flatrate. Nun haben wir mit Netflix einen weiteren Dienst im Programm. Die App läuft auf den Smartphone und Tablets der Familie und am Apple TV im Wohnzimmer. Apple TV nutzte ich bisher nur für die Apple Keynotes oder wenn ich selbst präsentieren muss. Lineares Fernsehen spielt bei uns zu Hause keine Rolle mehr. Das letzte Mal, das wir bewusst ARD und Co geschaut haben, war beim Kanzlerduell Merkel gegen Schulz. Selbst meine 24 Stunden von Le Mans habe ich mir am Rechner angeschaut und nicht mehr auf der Glotze. Der große 55 Zoll Flatscreen dient zum Zocken und Anschauen von BluRays/DVDs und eben zum Genießen von Streaming-Diensten.
Nun, jetzt haben wir Netflix und K2 weiß sofort, was alles geschaut werden muss. Das sind in erster Linie Anime-Filme rauf und runter. Gut ist die Zuordnung der Filme zu Personen, um personalisierte Vorschläge zu erhalten. Ich habe gelesen, dass der Algorithmus sehr gut funktionieren soll. Und mal sehen, wann Apple den Laden übernimmt.
Ich schaue mich bei den Netflix-Eigenproduktionen um. Es ist Wahnsinn, dass ein Streaming-Sender eigene hochwertige Serien produzieren kann. Ebenso wie Amazon greift Netflix den TV-Markt an und das Angebot überzeugt mich auf dem ersten Blick. Ich habe The Man in the high Castle bei Amazon geliebt. Aber jetzt mal sehen, was Netflix zu bieten hat.
Meine erste Wahl bei Netflix ist die Serie The Crown. Ich liebe die Welt des britischen Königshauses und werde mir die Queen Elisabeth II am iPad ansehen. Ich bin viel unterwegs und kann im Zug Elisabeth, Churchill, Prinz Philipp und Charles anschauen. Gut, dass meine Unterkünfte WLAN haben. Für die Zugreisen nutze ich die Download-Möglichkeiten von Videos wie bei Amazon Prime Video. Dann steht als nächstes die neue Star Trek Serie auf dem Programm. Ich habe von Discovery viel gelesen und bin sehr neugierig. Bei House of Cards fehlen mir auch noch ein paar Folgen.
Und dann? Was soll ich noch schauen? Habt ihr Empfehlungen für Netflix-Serien? Könnt ihr mir helfen? Was lohnt sich noch, dass ich einmal hineinschauen soll? Bitte keine Film-Vorschläge, da kenn ich mich gut aus, aber in Sachen Serien habe ich Nachholbedarf. Ich freue mich auf die Kommentare von euch. Vielen Dank und jetzt muss ich wieder zu The Crown – ich habe noch ne Stunde Zeit bis in mein Seminar muss.
Dieses Buch ist der Hammer. Verzeiht mir diesen doofen Witz, aber er musste bei diesem Buch einfach sein. Es geht um das Filmbuch Hammer Glamour, das ich wieder entdeckt habe. Im Grunde geht es um die zum Teil leicht bekleideten jungen Damen, die in den Hammer-Filmen aufgetaucht sind.
Hammer war eine Filmgesellschaft, die Ende der fünfziger Jahre den Horrorfilmmarkt aufrollte. Produktionen wie Dracula, Frankenstein und Mumie ließen die Jugend in die Kinos strömen und die Stars wie Christopher Lee oder Peter Cushing hochleben. Hammer brachte Farbe, Gewalt und Sex in den Horrorfilm. Tja und zu Sex gehörten eben die jungen Damen dazu, die sich vom Grafen Dracula beißen lassen müssen.
Marcus Hearn hat mit Hammer Glamour ein Bilderbuch mit schönen Frauen vorgelegt. Allerdings musste ich schmunzeln, denn Glamour erinnert mich eher an die Zeiten des alten Hollywoods mit Stars wie Marlene Dietrich, Jane Russell, Greta Garbo, Bette Davis oder Rita Hayworth. Die Arbeit in den Schnellproduktionen bei Hammer war sicherlich nicht glamourös, sondern harte Fließbandarbeit. Es musste schnell gehen und preiswert musste die Sache auch sein. Und dennoch haben die Filme einen besonderen Charme, was sicherlich auch den entzückenden Damen zu verdanken ist. Und dieses Buch ist ein Streifzug und zeigt die weiblichen Stars und Sternchen bei Hammer. Das Cover ziert Madeleine Smith, die in drei Hammer-Produktionen auftauchte und mit ihren Reizen spielt.
Mal mit weniger Bekleidung, mal in provokanten Posen, mal klassische Setcards, mal Filmszenen – alles ist zu finden in diesem schön gemachten Bilderbuch mit ergänzendem Text. Es ist ein Wiedersehen mit Caroline Munro, mit Ingrid Pitt, Ursula Andress, Stefanie Powers, Raquel Welch oder der Hammer-Star Barbara Shelley. Es waren auch ein paar Deutsche darunter wie Hildegard Knef oder Nastassja Kinski.
Das Buch ist hochwertig, schön gedruckt und hervorragend von Marcus Hearn recherchiert und dennoch: Es ist Trash und ich mag diesen Trash. Diese britischen Horrorklassiker sind einfach Kult und zu diesem Kult gehören einfach die Hammer-Girls, wie ich sie jetzt einmal bezeichnen will. Später wurde diese Tradition wieder in Großbritannien aufgenommen, als es 1962 an die Reihe der James Bond Filme ging. Neben Bond gab es auch immer ein oder mehrere Bond-Girls. Und es war Hammer-Girl Ursula Andress, die zum ersten Bond-Girl der Geschichte wurde als sie mit ihrem weißen Bikini den Fluten entstieg. Eigentlich war es ja anders herum. Andress war zuerst bei Bond und dann 1965 bei Hammer in dem Film She. Hammer-Girl Joanna Lumley tauchte übrigens auch in einem Bond-Film auf: Im Geheimdienst ihrer Majestät gehörte die Schönheit zur bösen Truppe um Blofeld.
Auf jeden Fall ist Hammer Glamour ein schönes Buch für den Fan des britischen Horrors, der dann in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu Ende ging. Hammer verlor den Anschluss an die Jugend. Der Horror kam nun von geistesgestörten Killern wie Leatherface oder Michael Meyers. Da waren die Dracula und Frankensteins und Mumien auf verlorenen Posten – und es halfen auch die leichtbekleideten Hammer-Girls nichts.
Wenn ich in der Gegend bin, schaue ich immer gerne bei Claus Böbel in Rittersbach vorbei, ein kleines Nest in Franken, ein Ortsteil von Georgensgmünd. Über den pfiffigen Internet-Metzger Böbel habe ich schon öfters gebloggt und auch schon auf eine Veranstaltung eingeladen. Nachdem einer meiner Jahresvorsätze auch unter dem Schlagwort Digitalisierung steht, befragte ich Claus Böbel zu den Entwicklungen im Handwerk. Und Claus Böbel hat etwas Großes vor.
Seine Antworten mögen den etablierten Handwerkern nicht gefallen und dennoch sind sie überlegenswert. Viele Handwerker befinden sich auf dem Rückzug. Durch das Internet könnten sie sich einen Namen machen und ihre Marke stärken. Böbel setzt nach eigenen Angaben rund 50 Prozent seiner Waren im Internet zum. „Mit Digitalisierung lässt sich etwas bewegen“, so Böbel. „Im Moment bin ich digital gut aufgestellt, weil ich eine eigene Nische besetze.“ Als Metzger könne es aber kein Weg sein, Schnitzel oder Schinken über das Netz zu verkaufen, sondern man müsse sich seine Nische suchen. Bei Böbel sind es regionale Spezialitäten aus Franken, Innereien und Schlachtnebenprodukte.
Die Vision von Claus Böbel
„Wir müssen weg vom reinen Waren verkaufen, hin zum Ware erleben,“ so Böbel. Seine Vision ist ein „Flagshipstore für die fränkische Bratwurst in Rittersbach.“ Er träumt von einer „fränkischen Bratwurstwelt als touristisches Ziel.“ Aber Böbel träumt nicht nur, er geht ganz konkrete Schritte. Das Haus weiter baut er um zum Hotelrestaurant mit Themenwelt Bratwurst. „Schlafen unter dem Bratwursthimmel mit einem Restaurant, in dem es Bratwürste in allen Variationen gibt.“ Einen ersten Infoabend gab es bereits. Bei Böbel heißt es in Zukunft: „Ware erleben statt nur verkaufen.“ Seine Bratwurstseminare beispielsweise sind der Renner. Ich selbst habe ein solches exklusives Seminar besucht und bin begeistert.
Er glaubt, dass sich solche Erlebniswelten auch in einer digitalisierten Welt auf andere Gewerke übertragen. Es werde ein wenig Hirnschmalz benötigt – Wissenstransfer inklusive. „Die Möglichkeiten Mauern zu bauen und mein Wissen zu schützen habe ich durch das Internet nicht mehr.“
Hier das ganze Interview als Video in der Küche von Claus Böbel:
Jimi Hendrix – ein neues Buch über ihn und eine alte Platte von ihm.
Mein Gott, Jimi Hendrix wäre vor kurzem 75 Jahre alt geworden und anlässlich seines Geburtstages höre ich verstärkt wieder Songs dieses Ausnahmegitarristen und lese eine neue Biografie von Hannes Fricke.
Es gibt viele großartige Gitarristen, aber es gibt nur einen Jimi Hendrix, der viel zu früh verstorben ist. Ich verehre Clapton, Vaughan, Blackmore, Page und viele mehr, aber ich liebe Jimi Hendrix. Er hat gezeigt, was möglich ist. Schade, dass er dem Club 27 angehört, sonst wäre noch so viel interessantes auf uns zugekommen.
Meine erste Begegnung mit Jimi Hendrix war eine Picture Disc, die ich in einem Einkaufszentrum in Fürstenfeldbruck erstand. Dort gab es eine Wühlkiste mit Vinylplatten und ich hatte mir bereits eine Elvis-Scheibe auf Seite gelegt. Ich mochte den King und blätterte weiter die bedruckten Vinylscheiben durch. Dann sah ich das Album Second Time Around mit einem wilden Hendrix-Bild auf die Platte gepresst. Ich kannte von der Plattensammlung meiner Eltern die Hendrix-Aufnahme Hey Joe und dachte, diese Musik sei ähnlich. Zu Hause angekommen, war ich zunächst enttäuscht. Es war einer von vielen vielen Hendrix-Bootlegs mit fünf Songs und stammt aus der Zeit mit Curtis Knight. Die Aufnahmequalität war eher bescheiden. Sie blieb erst einmal im Plattenschrank als Fehlkauf. Erst später hörte ich sie, nahm sie auf eine Audio-Cassette C60 für den Walkman auf (um das Bild zu schonen). Die Platte war genau 29:26 Minuten lang und passte wunderbar auf eine Cassettenseite. Jahre später überspielte sie mir mein Kumpel Franz Neumeier auf CD, der konnte so etwas damals.
Inzwischen war ich zu einem Hendrix-Fan geworden. Zahlreiche Aufnahmen besaß ich, doch was war mir die liebste? Ich habe drei Alben, die ich sehr gerne höre: Der Klassiker: Are you experienced? Und die beiden Live-Alben Monterey und Band of Gypsys (in allen Ausgaben). Electric Ladyland faszinierte mich aufgrund des Covers als Teenager, Insider wissen, was Sache ist. Und die besten Lieder? Nun, der erste Hendrix-Song für meine Ohren war Hey Joe, er gefällt mir bis heute. Und natürlich das absolute Überding: All along the Watchtower. Das Original stammt von Bob Dylan, doch die Version von Hendrix hatte alles auf den Kopf gestellt und keinen Stein mehr auf den anderen gelassen.
Und hier kommt die neue Biografie Jimi Hendrix von Hannes Fricke genau richtig. Das Buch ist zum 75. Geburtstag von Jimi Hendrix bei Reclam erschienen und der Verlag stellte mir ein Exemplar dankenswerterweise zur Verfügung. Es ist eine weitere Biografie mit Zahlen, Daten und Fakten, die ich im Grunde schon alle kenne. Für mich liegt der absolute Mehrwert des 100seitigen Buches auf den Ausführungen zu meinem Lieblingssong All along the Watchtower. Hannes Fricke analysiert Stück für Stück das Lied und weißt ausführlich auf die Komplexität und die Detailverliebtheit von Hendrix hin. Da ich selbst kein Musiker bin, wird mir der Aufbau des Songs und die Spielweise von Hendrix genau erklärt. Als Dylan- und Hendrix-Fan habe ich es verschlungen und empfehle daher dieses Buch.
Und als ELP-Fan habe ich das Buch mit neuen Infos erwartet. Leider war nichts neues zu lesen. Ich würde so gerne mehr wissen über eine die mögliche Supergroup HELP – Hendrix, Emerson, Lake und Palmer. Ich werde wohl ewig darauf warten müssen. Aber jetzt den Kopfhörer auf und volle Pulle All along the Watchtower hören.
Danke an Manuela Merl für das nette Paket mit Lachsack und Buch „Lebkuchen ans Hirn“.
Es freut mich sehr, wenn Kolleginnen und Kollegen ihr Ding durchziehen. So erging es mir bei meiner Münchner Facebook-Bekanntschaft Manuela Merl, die vor kurzem ihr Buch Lebkuchen ans Hirn veröffentlicht hat.
Lebkuchen ans Hirn ist eine Sammlung von 21 Kurzgeschichten, die sie über die Jahre geschrieben hat. Nun packte sie sich ein Herz und verarbeitete diese Geschichten zu einem Buch, das sie mir freundlicherweise kostenlos zur Verfügung stellte. Ich habe dieses Buch nicht am Stück gelesen, sondern mal hier eine Geschichte, mal dort eine Geschichte. Bewundernswert wie sehr Manuela Merl die Marketingtrommel für ihr selbstverlegtes Buch rührt. Sie ist so erfolgreich, dass sie die zweite Auflage des Buches nachdrucken ließ, denn das Buch Lebkuchen ans Hirn fand einen rasenden Absatz. Sie nutzte dabei die zahlreichen Möglichkeiten der sozialen Netzwerke und sie war live auf einer Lesung in Pasing ihres Buches anzutreffen. Ich finde es super, wie sehr sich Manuela Merl für ihr Buch Lebkuchen ans Hirn einsetzt. Dieses Engagement motiviert und motiviert auch mich, mal wieder etwas zu veröffentlichten. Mal sehen, über die Weihnachtszeit finde ich eine ruhige Minute zum Konzeptionieren.
Meine noch größere Hochachtung hat die Autorin, denn Manuela Merl ist Legasthenikerin. Und trotz dieser Schreibschwäche hat sie ein Buch mit ihren Geschichten herausgebracht. Sie greift auf ein gutes Lektorat zurück, die ihre Fehler ausbügeln, damit Manuela Merl ihre Sache durchziehen kann. Das finde ich bemerkenswert und großartig.
Die 21 Geschichten des Buches sind kleine Alltagsgeschichten, die Manuela Merl in Erinnerung geblieben sind und diese aufgeschrieben hat. Es sind, wie sie auf ihrer Website schreibt „humoristischen Geschichten aus dem Alltag ohne erhobenen Zeigefinger“. Das ist für mich der richtige Weg des Geschichtenerzählens. Sie hat zur Werbung ihres Buch eines Trailer produziert, der einen guten Überblick über den Inhalt ihres Buches gibt.
Zudem gibt es ein Video über ihre Erstlesung des Buches in Pasing. Ich finde dieses Engagement wirklich bemerkenswert.
Heute feierte ein großer Visionär seinen 100. Geburtstag. Gemeint ist der legendäre Science Fiction-Autor Arthur C. Clarke. Der Brite brachte mir das Genre der SF-Literatur. Auf seinem Buch basierte einer meiner Lieblingsfilme „2001 Odyssee im Weltraum.“
2001 basiert auf Clarkes Kurzgeschichte The Sentinel von 1948. Und Clarke arbeitete mit meinem Lieblingsregisseur Stanley Kubrick zusammen. 2001 ist in die Filmgeschichte eingegangen. Nachdem ich den Film gesehen hatte, wollte ich mehr von Clarke lesen und als später die drei Fortsetzungsromane zu 2001 auf den Markt kamen, hab ich sie verschlungen. Sein Roman Fahrstuhl zu den Sternen von 1979 ist heute immer noch große Science Fiction.
Die großen Autoren der SF-Literatur waren Clarke, Lem, Herbert, Dick und natürlich Isaac Asimov. In jedem Science Fiction-Seminar nimmt man die Robotergesetze von Asimov und die Clarkesche Gesetze von 1962 durch. Ich finde sie noch immer großartig:
„Wenn ein angesehener, aber älterer Wissenschaftler behauptet, dass etwas möglich ist, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass etwas unmöglich ist, hat er höchstwahrscheinlich unrecht.“
„Der einzige Weg, die Grenzen des Möglichen zu finden, ist, ein klein wenig über diese hinaus in das Unmögliche vorzustoßen.“
„Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“
Als ich die Verfilmung von Steve Job-Leben in dem Film Jobs sah, begegnete ich Arthur C. Clarke wieder. Im Vorspann zu dem Film über den charismatischen Apple Gründer kam Arthur C. Clarke mit seiner Vision von 1974 zu Wort. Er sprach über vernetzte Computer in einer vernetzten Welt. Hier der Ausschnitt. Schaut ihn euch an und kniet nieder. Welche Visionen hatte dieser Mann und was ist heute eingetreten?
Wir brauchen wieder mehr Mut, wieder mehr Visionäre wie Arthur C. Clarke. Alles Gute zum Geburtstag.
Ich kaufe meine Weihnachtsgeschenke oft im Internet.
Es kommt mir vor, dass die Diskussion um die Ladenöffnungszeiten am Heiligen Abend ein Sturm im Wasserglas ist. Meine Meinung: Am Heiligen Abend sollen die Menschen im Einzelhandel bei ihren Familien sein. Also lasst die Läden zu.
Die wirkliche Herausforderung ist nicht, ob der Laden offen oder geschlossen hat. Die wirkliche Herausforderung ist doch, gibt es den Laden künftig überhaupt noch. Der Einkauf über das Internet schreitet mit großen Schritten voran: Die Schlacht Amazon gegen Rewe wird gerade ausgefochten.
Die aktuellen Zahlen zu Weihnachten sprechen eine deutliche Sprache: Deutsche Konsumenten investieren 2017 durchschnittlich 565 Euro in Weihnachtsgeschenke – dies sind rund 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr (2016: 471 Euro). Im direkten Ländervergleich liegen die Deutschen damit weit hinter Großbritannien (1.963 britische Pfund, umgerechnet nach aktuellem Wechselkurs: 2.214 Euro), aber erstmals vor Europas Xmas-Sparfüchsen aus Frankreich (498 Euro). Dies ist das Ergebnis der aktuellen „Adobe Digital Insights (ADI) Holiday Retail Survey 2017”, für die weltweit mehr als 5.000 Konsumenten befragt wurden (davon über 1.000 in Deutschland).
Mehr als jeder Zweite kauft seine Weihnachtsgeschenke im Internet
Internet-Handel boomt weiterhin und steigt. Bereits bis Ende November wollte demnach jeder fünfte Deutsche (18 Prozent) alle Weihnachtsgeschenke beisammenhaben. Ich gehöre nicht dazu. Meine Deadline ist eine Woche vor Weihnachten. Die große Mehrheit (30 Prozent) startete in der zweiten November-Hälfte mit der Geschenkejagd. Nur 15 Prozent zählen sich zu den Last Minute-Shoppern, die ihren Weihnachtseinkauf auf den letzten Drücker erledigen (Frankreich und Großbritannien: 21 Prozent). Geshoppt wird dabei bevorzugt online: Mehr als jeder zweite Deutsche (51 Prozent) nimmt sich in diesem Jahr vor, sämtliche Weihnachtsgeschenke im Internet einzukaufen (F: 46 Prozent, GB: 53 Prozent). Knapp drei Viertel (74 Prozent) nutzen beim Weihnachtsshopping ihr Smartphone (F: 70 Prozent, GB: 71 Prozent). 42 Prozent verfügen bereits über entsprechende Apps ihrer Lieblingshändler (F: 41 Prozent, GB: 53 Prozent). Ich habe vier Fünftel meiner Weihnachtsgeschenke online eingekauft. Grund: Ich hasse den Stress in den Läden und es reicht mir, wenn ich Lebensmittel für die Feiertage im klassischen Einzelhandel einkaufe.
„Das deutsche E-Weihnachtsgeschäft 2017 bricht erneut alle bisherigen Umsatz-Rekorde! Insbesondere Online-Händler, die ihren Kunden begeisternde Shopping-Erlebnisse bieten, werden überproportional daran partizipieren. Denn die Qualität der gebotenen Customer Experience macht im Xmas-Shopping einmal mehr den Unterschied“, so Axel Schäfer, Senior Manager, Product & Industry Marketing EMEA bei Adobe. „Die Einzelhändler benötigen jetzt die passenden Strategien und Technologien, um ihren Kunden im Weihnachtsgeschäft relevante mobile Erlebnisse zu bieten. Profitieren werden davon am Ende beide Seiten. Und das nicht nur zu Weihnachten: Ihre erfolgreiche Ausrichtung aufs Experience Business sollten Unternehmen auch danach noch als Best Practice und wichtigen Erfolgstreiber fürs komplette Jahresgeschäft nutzen!“
Weihnachtsausgaben 2017. Foto: Adobe
Social Media und Chatbots spielen bei der Geschenkesuche keine Rolle
Ein guter Preis ist für 61 Prozent der Deutschen die Hauptmotivation, Präsente online zu bestellen. Aber auch die große Produktvielfalt der Online-Anbieter (60 Prozent) sowie der stressfreie Einkauf ohne Gedrängel und überfüllte Straßen (55 Prozent) überzeugen. Ein wenig überraschend: Nur jeder fünfte deutsche Shopper (19 Prozent) nutzt soziale Medien wie Facebook, Twitter & Co., um sich beim Geschenkekauf inspirieren zu lassen (61 Prozent), die Produktbewertungen anderer Nutzer zu checken (43 Prozent) oder auch, um in den Profilen ihrer Freunde und Familienmitglieder nach möglichen Weihnachtswünschen zu recherchieren (39 Prozent). Ich habe allerdings zwei Geschenkideen durch gesponserte Anzeigen bei Facebook entdeckt. Die Filterblase wirkt bei mir. Neue Technologien wie Chatbots werden bei der Geschenkesuche ebenfalls von nur acht Prozent der Deutschen als nützlich angesehen. Ich glaube allerdings, dass die meisten Deutschen Chatbots überhaupt nicht erkennen.
Praktische Geschenke stehen auf der Geschenkeliste ganz weit oben
Rund die Hälfte aller Deutschen (45 Prozent) hat zwar schon eine vage Idee, welche Geschenke die richtigen sein könnten. Wirklich festgelegt haben sie sich aber noch nicht. Auf dem Weg zur perfekten Weihnachtsüberraschung setzt jeder Vierte (24 Prozent) auf eine konkrete Geschenkeliste und Termine, bis wann die Einkäufe erledigt sein sollten. Knapp ein Drittel (31 Prozent) verfügt über keine Shopping-Strategie und kauft Geschenke ganz spontan, wenn sie etwas Passendes sehen. Insgesamt wollen die Deutschen am ehesten Geschenke kaufen, die einen praktischen Nutzen versprechen (72 Prozent). Aber auch Bücher, Musik oder Filme (20 Prozent) sowie Produkte für die Gesundheit und Körperpflege (9 Prozent) liegen bei der diesjährigen Bescherung hoch im Kurs. Deutsche Männer würden sich 2017 am meisten über Computer und Elektronikartikel (29 Prozent, Frauen: 10 Prozent) freuen. Die deutschen Frauen wünschen sich hingegen Kleidung und modische Accessoires (27 Prozent, Männer: 16 Prozent). Ich verrate nicht, was ich zu Weihnachten schenke, weil meine Frau und der Rest der Familie diesen Blog verfolgen.
Bei Amazon einkaufen und einer Hilfsorganisation wie der Togihilfe etwas Gutes tun.
Togohilfe unterstützen über Amazon Smile
Natürlich bestelle ich meine Geschenke bei Amazon. Wenn nicht Amazon Logistics die letzte Meile beliefert, ist mein Einkaufserlebnis in der Regel prima. Und wenn ich über Amazon einkaufe, dann gehe ich über die Plattform Amazon Smile. Amazon Smile ist eine einfache Möglichkeit, soziale Organisation meiner Wahl bei jedem Einkauf zu unterstützen, ohne dass dafür Kosten anfallen. Als Kunde erfahre ich auf der Website das identische Shopping-Erlebnis, das ich von http://www.amazon.de kenne. Die Adresse lautet http://www.smile.amazon.de Der Charme bei diesem Shopping im Internet: Amazon 0,5% gibt der Einkaufssumme an eine vom Kunden gewählte soziale Organisation weiter. Als Kunde kann ich unter Tausenden von Organisationen wählen. Wer meinen Blog kennt, der weiß, dass ich die Aktion PiT Togohilfe unterstütze. Auch diese Togohilfe ist bei Amazon Smile registriert und ich bitte meine Leser bei der eine Bestellung über Amazon Smile die Aktion PiT Togohilfe auszuwählen.
Kennen Sie Howard Hughes? Oder vielleicht Charles Colson oder die Herren Gordon Liddy und E. Howard Hunt? Oder wie wäre es mit John Dean, John N. Mitchell, Bob Haldeman und John Ehrlichman? Wahrscheinlich kennen die wenigsten Leser meines Blogs heute diese Namen. Wären wir in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, dann würden wir diesen Personen unsere volle Aufmerksamkeit widmen. Diese Personen gehören zum Watergate-Komplex. Der Skandal um US-Präsident Richard Nixon, der ihm das Amt kostete. Nixon wurde durch zwei Reporter der Washington Post (die heute zu Amazon gehört) publizistisch massiv angeschossen und dankte 1974 ab. Die Infos über Richard Nixon an die beiden jungen Reporter lieferte eine geheimnisvolle Quelle namens Deep Throat (ja, nach dem gleichnamigen Porno-Klassiker benannt). Und dahinter verbarg sich niemand anderes als der stellvertretende FBI-Direktor Mark Felt.
Und da wären wir endlich bei dem aktuellen Film „The Secret Man“. Ich habe diesen Film in einem extra für mich eingerichteten Pressescreening sehen können und bin schwer beeindruckt. Es ist ein lohenswerter Politthriller nach meinem Geschmack geworden. Das Thema Watergate fasziniert mich seit meinen frühen Tagen als Reporter. Heute würde man sagen, Mark Felt sei ein Whistleblower gewesen, andere würden ihn als Verräter bezeichnen, wiederum andere, wie seine Familie, als American Hero.
Der Film zeigt eindringlich die Zerrissenheit des stets loyalen und patriotischen Mark Felt. War es Rache, weil er nicht Nachfolger von FBI-Chef Edgar G. Hoover geworden ist, war er vom Politikstil Nixons schockiert? Immer wieder schwenkt das Pendel und der Zuschauer erlebt die Hexenjagd der Nixon-Ära mit. Nixon selbst taucht in dem Film nur in Original-TV-Aufnahmen auf und bleibt auf Distanz. Aber er ist ganz nah, seine Männer stellen die US-Verwaltung auf den Kopf, um die undichte Quelle, den Verräter, zu finden.
Starkes Set bei The Secret Man.
Das ist kein Film, in dem die Watergate-Reporter als Helden gezeigt werden. Ich muss aber zu geben, dass ich den Moment herbeigesehnt habe, als Mark Felt endlich den jungen Bob Woodward in der Tiefgarage trifft. Endlich sehen wir die andere Seite der Medaille und natürlich schießt mir sofort der Alan Pakula-Film „Die Unbestechlichen“ (All the Presidents Men) von 1978 in den Kopf. Diesen Film habe ich gefühlte 1000 Mal gesehen. „The Secret Man“ werde ich mir ebenso oft ansehen, wenn er auf Bluray nächstes Jahr veröffentlicht wird.
Medial läuft bei mir während der Betrachtung des spannenden Films viel im Kopf ab. Mir fallen die zahlreichen Bücher über Watergate ein, ich habe das Buch Der Informant: Deep Throat – Die geheime Quelle der Watergate-Enthüller aus dem Archiv geholt und wieder gelesen und vor allem „all the President’s men“, der Klassiker des modernen investigativen Journalismus. Mir fallen die wichtigen Filme zum Thema ein, wie eben Die Unbestechlichen oder den auch geniale Frost vs Nixon. Und in diese Reihe gesellt sich jetzt „The Secret Man“ dazu, um das Trio komplett zu machen. Vielleicht mache ich mal ein Filmseminar zu diesem Film-Trio, die Watergate aus ihrer eigenen Sichtweise zeigen: Reporter – Präsident – und nun der Whistleblower.
Aber wenn ich über „The Secret Man“ als spannenden Politthriller schreibe, dann meine ich keinen schnöden Actionstreifen, sondern einen sorgsam durchkomponierten Film nach wahren Begebenheiten. Es geht um nichts mehr als die Unabhängigkeit des FBI von der Regierung. Im Grunde ist dieser Film eine Allegorie auf moderne Zeiten von Donald Trump. Zumindest war Nixon nicht dumm, aber er war geprägt durch seine Zeit und seinen Machthunger. Oliver Stone hat es in seinem Nixon von 1995 sehr schön dargestellt. Und da taucht Mark Felt als Antiheld auf; Korrekt, loyal (nun nicht immer), ein Familienmensch auf der Suche nach seiner Tochter. Der Demokrat Felt ist anders als der Republikaner Nixon und anders als das Duo Woodward/Bernstein und genau das macht den Reiz dieses Films aus. Felt ist Teamplayer und berechnend.
Mark Felt wird genial dargestellt von Liam Neeson. Zunächst dachte ich in den ersten Minuten des Film, was für ein Technokrat, was für ein Langweiler. Findet man in das Tempo des Films, dann wird die Person immer faszinierender. Regisseur Peter Landesman kann inszenieren und er inszeniert Mark Felt wohl so, wie er wirklich war. Felt ist in kein Langweiler, er hat Macht – absolute Macht. Wenn er leise spricht, wird er gehört. Seine Reaktionen werden wahrgenommen und was er sagt, das gilt. Die Darstellung von Liam Neeson ist hervorragend.
Der entscheidende Anruf.
Vielleicht gelingt es Peter Landesman es so gut die Geschichte zu erzählen, weil Landsman nicht nur ein visueller sondern auch ein Geschichtenerzähler ist. Landsman arbeitet auch Journalist des New York Magazines und des Harper’s Magazines. Ich mag Landsman seit seinem Politikfilm Parkland von 2013. Der Film zeigt Geschichten um das Attentat auf John F. Kennedy.
Aber zurück zu „The Secret Man“. Der Soundtrack stammt von Daniel Pemberton. Ich stieß das erste Mal bewusst auf diesen Namen als Pemberton den Score für den The Awakening (2011) komponierte und dann wieder 2015 als er die Musik für den Film Steve Jobs schrieb. Bei The Secret Man hat Daniel Pemberton wiederum ganze Arbeit geleistet und sein Score trägt den ganzen Film. Leider hab ich den Soundtrack bisher noch nicht auf CD gefunden, sondern nur als Stream.
Eigentlich weiß ich, warum mir die Machart von The Secret Man so gefällt: Ja, es ist das Thema – ja, es sind die Darsteller und die Musik, aber eigentlich ist es der Produzent Ridley Scott. Er ist für mich der Altmeister und sein Werk steht außer Frage. Seit Jahren ist Scott auch als Produzent tätig und hier erfolgreich.
Also mein Fazit: Nimmt euch zwei Stunden Zeit und schaut euch The Secret Man in Ruhe an. Lasst euch nicht verwirren, auch wenn ihr die Namen Howard Hughes, Charles Colson, Gordon Liddy, E. Howard Hunt, John Dean, John N. Mitchell, Bob Haldeman und John Ehrlichman nicht kennt. Lasst euch darauf ein und zieht Parallelen zu heute. Mal sehen, wann der nächste Whistleblower von Format auftaucht.