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Warum rennt meine Umgebung im Bademantel herum? #bademantelchallenge

15. September 2023

Wenn ich meine Sozialen Netzwerke öffne, dann sehe ich immer mehr Freunde und auch Prominente im Bademantel. Hab ich nach der Jogginghose wieder einen neuen Modetrend verpasst? Was ist passiert? Die Erklärung des Phänomens ist einfach: Am 21. September 2023 ist Welt-Alzheimertag.

Deswegen ruft die Deutsche Demenzhilfe im Monat September zur #bademantelchallenge auf, um sich mit Betroffenen und Angehörigen der unheilbaren Alzheimer-Krankheit solidarisch zu zeigen und darüber hinaus die Alzheimer- und Demenzforschung in Deutschland zu unterstützen. Respekt. Ich bin dabei und möchte mein Umfeld ausdrücklich auffordern, diese Aktion zu unterstützen. Wie schon damals bei bei der ALS Ice Bucket Challenge ist es wichtig, dass so eine Aktion von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird und durch Social Media kann jeder einen Beitrag dazu leisten. Jeder ist ein Sender und das Smartphone ist das Werkzeug. Mit der #bademantelchallenge erreichen wir gemeinsam Aufmerksamkeit, Enttabuisierung und auch im besten Fall einen Fortschritt in der Alzheimer- und Demenzforschung.

Natürlich werden wieder Oberschlauberger sagen, sie wüssten schon alles, sie würden spenden und nicht groß darüber reden. Zudem würde man sich ja der Lächerlichkeit Preis geben, wenn man sich im Bademantel zeigt. Mag alles sein, aber dennoch unterstütze ich die Aktion. Ich hatte nur die Herausforderung, welchen meiner vielen Bademäntel ich anziehen soll. In die engere Wahl fielen ein Kimono und ein Star Wars Mantel (der dunklen Seite der Macht). Ich entschied mich für Star Wars, das bringt vielleicht mehr Reichweite.

Mit einem Bademantel in der Öffentlichkeit fällt man schließlich auf. Und darum geht es uns: Aufmerksamkeit erzeugen, sich öffentlich solidarisieren, Menschen mit Demenz nicht alleine lassen. Die Betroffenen und deren Angehörigen benötigen kein Mitleid, sondern die Gewissheit, dass Politik und Gesellschaft sich einsetzen. Was ich ganz toll finde, auch ein Kunde von mir macht bei der Aktion mit. Die Bäckerei Konditorei Martin Reicherzer in Fürstenfeldbruck und Aubing macht mit.

Der Bademantel dient als sichtbares Zeichen der Solidarität. Er verleitet Betrachtende zwangsläufig dazu, sich mit der Thematik auseinander und im besten Fall für die Forschung einzusetzen. Einen Bademantel besitzt fast jeder und mitmachen ist denkbar einfach, da jeder und jede den Ort, an dem er oder sie sich mit einem Bademantel fotografieren lässt, selber aussucht. Also dann posten in den gängigen Netzwerken unter den Hastags #bademantelchallenge #alzheimer. Zudem sollen wir damals bei der ALS Ice Bucket Challenge drei Freunde zur Challenge nominiert werden. Zudem @bademantelchallenge als Co-Autor verlinken. So erscheint dein Bild/ Video auch dort und erhöht die Sichtbarkeit der Aktion. Und natürlich geht auch eine Spende an die Deutsche Demenzhilfe.

Für mich ein Star unter den Münchner Straßenmusikern: Ralph Kiefer

12. September 2023

Die Musik mit der stärksten unmittelbaren Resonanz ist Straßenmusik. Als Passant geht man von Musiker vorbei und innerhalb von Sekundenbruchteilen erfasst man Klang und Performance und entscheidet sich stehenzubleiben oder weiterzugehen. Straßenmusik ist ein hartes Business, aber ein zutiefst ehrliches Business – das Feedback ist unmittelbar.

In Einkaufspassagen oder U-Bahnhöfen bringen die Künstler ihre Kunst für ein paar Cents dar. Ich habe schon tolle Musiker entdeckt bei der Stadtoase in München im Rahmen der IAA habe ich endlich auch mal Ralph Kiefer gehört. Immer wieder habe ich von ihm gelesen und nun bin ich durch Zufall an ihn geraten. Seine Klaviermusik hat mich sofort in Beschlag genommen.

Ich ließ mich nieder, erwarb seine CD Winter Album, ließ es mir signieren und genoss sein fast meditatives Klavierspiel. In München ist Ralph Kiefer ein Geheimtipp und gleichzeitig eine Berühmtheit. Er löste sich von der klassischen Musikindustrie und zieht sein Ding durch, scheinbar mit Erfolg. Zumindest soweit, dass er von seiner Kunst leben kann. Dabei macht es ihm die Technik einfacher als früher. Er braucht kein klassisches Aufnahmestudio, sondern Mac, Mikro und Software reichen, um die Musik zu speichern, auf CD zu pressen oder auf Streaming-Diensten anzubieten. Und Ralph Kiefer setzt auf Social Media und das mit großem Erfolg. Auf er Bühne und Klavier sind die Hinweise zu seinen Social Media-Account nicht zu übersehen – ja, so wird heute Marketing in eigener Sache gemacht. Damit gelingt ihm eine nationale und internationale Reichweite und ein Dialog mit seinen Fans. Das kostet natürlich Zeit, aber es lohnt sich scheinbar, denn damit erhält die Musik eine interessante Reichweite, wenn die Kommunikation mit den Fans stimmt.

Seinem Klavier hat Straßenmusiker Ralph Kiefer ein Fußpedal hinzugefügt, wie für eine Basstrommel, das Klavier ist der Resonanzboden. Dazu gibt es noch ein Becken, was er dann und wann anschlägt – eine Ein-Mann-Band.

Musikalisch ist es eine Mischung aus Klassik mit New Age, aber es klingt auf jeden Fall nach viel Improvisation. Ralf Kiefer kommt vom Jazz, studierte beim Russen Leonid Chizhik. Ab 1992 war Chizhik als Dozent am Richard-Strauss-Konservatorium München tätig, ab 1994 als Professor an der Musikhochschule Weimar und seit 2004 zugleich an der Musikhochschule München.
München, so habe ich es gehört, sei ein schweres Pflaster für Straßenmusiker. Es muss täglich eine Lizenz im Rathaus beantragt werden. Sind die Lizenzen des Tages vergeben, dann war es das. So entsteht unter den Musikern, Künstler und Schaustellern ein massiver Konkurrenzkampf. Da hatte es Ralph Kiefer bei der Stadtoase im Rahmen der IAA besser – hier kamen die Organisatoren auf ihn zu.

Bedeutung sozialer Netzwerke als Informationsquelle steigt weiter

7. Februar 2023

Vor Corona war ich drei Tage die Woche an deutschen Schulen und habe Vorträge über Medienkompetenz gehalten. Das ist im Moment nur noch sporadisch, weil sich die Schulen im Moment mehr mit Lehrermangel und Stundenausfällen herumschlagen. Dennoch möchte ich das Thema Medienkompetenz am heutigen Safer Internet Day wieder in Erinnerung rufen.

Im Moment kann ich kaum von Erfahrungen vor Ort zurückgreifen, weil ich schlichtweg zu wenig an Schulen bin. Daher ziehe ich Studien heran, denen ich vertraue. Hier eine aus Österreich. Ich bin der Meinung, dass sich österreichische und bayerische Schülerinnen und Schüler nicht so stark unterscheiden.

Es gibt die neue Veröffentlichung: „Jugendliche und Falschinformationen im Internet“. Die Studienergebnisse zeigen auf, dass Österreichs Jugendliche beim Umgang mit Informationen im Internet in einem Dilemma stecken: Die Jugendlichen informieren sich zu Alltagsthemen vor allem über soziale Medien, vertrauen den dort bezogenen Informationen jedoch kaum. Es gibt große Wissenslücken und Probleme bei der Bewertung von Informationsquellen. Gleichzeitig sinkt der Konsum von klassischen Medien unter Jugendlichen stetig.
Eindeutig steht im Mittelpunkt die Aussage: Die Bedeutung sozialer Netzwerke als Informationsquelle steigt weiter an.
Es gilt der alte Spruch: Wenn die Nachricht wichtig für mich ist, wird sie den Weg zu mir finden. Gleichzeitig geht auch den Konsum von klassischen Papierzeitungen zurück.

Die sozialen Netzwerke stehen an erster Stelle und werden von 80 Prozent der befragten Jugendlichen mindestens wöchentlich genutzt (2017: 59 %). YouTube wird, mit einem besonders deutlichen Zuwachs von 75 Prozent der Jugendlichen, zumindest wöchentlich zur Information über tagesaktuelle Themen verwendet (2017: 27 %). Danach folgen Streaming-Plattformen mit 59 Prozent, dann Fernsehen (2023: 54 %, 2017: 59 %) sowie Blogs und allgemeine Webseiten (2023: 48 %). Rund vier von zehn Jugendlichen nutzen Webseiten klassischer Medien (2023: 39 %, 2017: 20 %), Wikipedia (2023: 39 %, 2017: 9 %), sowie Radio (2023: 37 %, 2017: 33 %). Podcast werden noch von 24 Prozent der Jugendlichen genutzt. Gedruckte Tageszeitungen und Magazine spielen nur noch bei 17 Prozent der Jugendlichen eine relevante Rolle.

Interessant finde ich den Anstieg von Influencern. Ich habe mehrere Online-Seminare zu diesem Themenkomplex gehalten und die Reaktion war interessant: Ältere Zuschauer schütteln den Kopf, jüngere nicken dagegen. Die Macht von politischen Influencern wie Reichelt oder Tichy darf nicht unterschätzt werden.

Für mich steht fest: Ich mache weiter in Sachen Medienkompetenz und biete für unterschiedliche Zielgruppen entsprechende Vorträge und Seminare an. Wer was braucht, bitte melden.

Verhaltenskodex für Influencer – made in France

10. Januar 2023

Die Franzosen diskutieren derzeit einen Verhaltenskodex für Influencer. Bis Ende Januar sind sie aufgerufen, über Verhaltensregeln und Verbraucherschutz zu diskutieren. Die Ideen und Vorschläge werden über eine zentrale Website gesammelt, ausgewertet und dann in eine Gesetzgebung einfließen. Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hat dazu via Twitter aufgerufen.

Finde ich eine prima Idee. Schon vor Jahren hatte ich in München den Bloggerclub mitgegründet und dort hatten wir unter Federführung meines geschätzten Kollegen Franz Neumeier einen Verhaltenskodex für Blogger, den so genannten Bloggerkodex entwickelt. Jedes Mitglied des Bloggerclubs stimmt ausdrücklich den Regeln dieses Bloggerkodexes zu und darf das Logo auf seinem Blog tragen (schaut bei mir mal auf die Startseite). Leider löst sich der Bloggerclub zur Jahresmitte wieder auf, weil wie bei vielen Vereinen keiner sich engagieren will.

Ich kann dem französischen Minister nur zustimmen, wenn er über die Influencer schreibt: „Sie spielen also eine Rolle in unserem täglichen Leben. Das gibt ihnen eine besondere Verantwortung.“ In meinem Influencer Seminaren stelle ich die Macht von großen und kleinen (nano) Influencer vor und viele Teilnehmer sind sich dieser enormen Macht in den jeweiligen Nischen gar nicht bewusst. Klassisches Marketing verliert auf breiter Front und Influencer-Marketing gewinnt an Boden. Auch ich bin ein kleiner Nano-Influencer in meinem Umfeld und trage hier eine Verantwortung, was ich wie blogge.

Gerne bringe ich mich in Deutschland über die gesellschaftliche Diskussion über Influencer ein. Wir waren damals als Bloggerclub sogar ins Bundeskanzleramt eingeladen und haben mit der damaligen Digitalministerin Dorothee Bär diskutiert. Heute nach der Wahl liegt das Digitalressort bei der FDP und mal sehen, wann hier ein neuer Anlauf getätigt wird. Zeit wird es.

Social Media-Voraussagen von Pivo auf dem Prüfstand

5. Januar 2023

Jedes Jahr zu Jahresbeginn überschlagen sich die Voraussagen, wie sich die Social-Media-Landschaft verändert. Es ist en wenig wie der Blick in die Glaskugel. Ich habe mal die Ideen von Pivo übersetzt und mit meinen Erfahrungen bereichert, ob ich zustimmen kann oder nicht. Pivo ist für mich der virtuelle Kameramann, den ich nutze, wenn ich keinen realen Kameramann für meine Video zur Hand habe.

Pivo-These 1. Nano-Influencer werden ihren großen Auftritt haben
Da große Kreativbudgets der Vergangenheit angehören, berichten kleine und mittelgroße Content-Ersteller von sinkenden Sponsoring-Angeboten. Stattdessen konzentrieren sich Marken auf leichter zugängliche Influencer mit weniger Followern (sogenannte Nano-Influencer). Sie sind nicht nur billiger, sondern erreichen auch ein größeres Publikum. Das liegt an ihrer wahrgenommenen Glaubwürdigkeit: Weniger Follower bedeuten mehr Interaktion und Persönlichkeit.
Meine Meinung: Ich bin selbst ein Nano-Influencer und kann im Moment von keiner veränderten Anfrage durch Agenturen berichten. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich (noch) weigere für das chinesisches Datenfressernetzwerk TikTok zu produzieren, wohin die Jugend abwandert. Vielleicht sind meine Themen aber auch uninteressant für Markenartikler. Allerdings: In meinem Umfeld stelle ich eine verstärkte Werbetätigkeit bei Nano-Influencer fest.
Mein Fazit: Kann sein, kann aber ach nicht sein.

Pivo-These 2. Social Audio wird weiter wachsen
Nach dem Erfolg von Plattformen wie Twitters Spaces und Clubhouse werden die sozialen Netzwerke auch in Zukunft die Möglichkeiten von Social Audio ausschöpfen. Dieser Trend zu audiobasierten Inhalten wird voraussichtlich weiter zunehmen, da die Nutzer nach immersiveren und interaktiven Online-Erlebnissen suchen. Social Audio ist auch nach der Pandemie weiterhin beliebt, da die Nutzer nach intimeren digitalen Verbindungen suchen und das Metaverse weiter wächst.
Meine Meinung: Ein klares NEIN, Social Audio wird eine Nische bleiben, außer Corona oder eine andere Seuche bricht aus und wir haben wieder einen Lockdown. Ich stelle in meinen Seminaren immer wieder Social Audio vor, aber die Teilnehmer interessieren sich nicht dafür und nehmen erst recht nicht daran teil.
Mein Fazit: Social Audio wird nicht wachsen, sondern weiter zurückgehen. Ich halte die These von Pivo für falsch.

Pivo-These 3. Authentizität wird herrschen
Plattformen wie BeReal und Herausforderungen wie Instagram Candid ermutigen die Nutzer, authentischere Inhalte zu teilen. Infolgedessen bevorzugen die Verbraucher jetzt reale Erfahrungen gegenüber auffälligen Promi-Kampagnen. All dies wird wahrscheinlich zu einer verstärkten Nutzung von nutzergenerierten Inhalten (UGC) durch Vermarkter führen. Sie werden nicht mehr von steifen #sponsoredposts begeistert sein, sondern organische Kundenrezensionen und Erfahrungsberichte werden zu den wichtigsten Faktoren für den Markenerfolg.
Meine Meinung: Hier stimme ich zu, denn Authentizität war, ist und wird immer Content-King sein. Natürlich wird Hochglanz seinen Platz in Instagram behalten, aber Menschen wollen Menschen folgen und sich mit ihnen austauschen. Lackaffen oder Möchtegern-Promis werden verlieren, weil sie einfach falsch sind.
Mein Fazit: Authentizität ist kein neuer Trend, sondern wesentlicher Bestandteil für Kommunikation. Daher würde es mich freuen, wenn Pivo richtig liegt. Wahrheit kommt immer an.

Pivo-These 4. KI wird ein größerer Teil des täglichen Lebens werden
Es wird erwartet, dass KI im Jahr 2023 noch mehr zum Mainstream wird, insbesondere in Bereichen wie der Texterstellung, wo eine Software wie ChatGPT bereits ihre (leicht nervtötenden) Fähigkeiten unter Beweis gestellt hat. Dieser Trend zur Automatisierung wird sich wahrscheinlich fortsetzen, da Unternehmen versuchen, ihre Prozesse zu rationalisieren und die Effizienz zu verbessern.
Meine Meinung: Vollkommen richtig und viele Leute wissen noch immer nicht, wie weit KI schon in ihrem Leben vorhanden ist. In Seminaren höre ich immer: Wie kann man an diesem Trend nicht mitmachen? Meine Antwort: Der Zug ist längst abgefahren, Sie haben nur die Möglichkeit zu regulieren.
Mein Fazit: KI bricht über uns herein und ich gibt noch keine Regulierung. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Und ich bin mit meinen Medienkompetenz-Vorträgen gefordert, Wissen unters Volk zu bringen.

Pivo-These 5. Videoinhalte werden weiterhin dominieren
Es wird erwartet, dass kurze Videoinhalte im Jahr 2023 die Vorherrschaft in den sozialen Medien übernehmen werden, wobei Plattformen wie TikTok die Führung übernehmen. Laut Data.AI verbringen die Nutzer von TikTok durchschnittlich 23,6 Stunden pro Monat mit der App und sind damit klarer Spitzenreiter, was die verbrachte Zeit angeht. Daher müssen Unternehmen und Kreative ihre Strategien anpassen, um mehr Videoinhalte einzubinden, damit sie relevant bleiben und ihr Publikum ansprechen.
Meine Meinung: Vollkommen richtig. Nachdem Videotelefonate zugenommen haben, wird auch der Konsum von mobilen Videos weiter zunehmen. Instagram ist schon lange keine Fotoplattform mehr, YouTube führte Shorts ein und auch ich habe den Trend aufgenommen und in neue Ausrüstung investiert.
Mein Fazit: Bewegtbild wird weiter zunehmen und ich möchte auch 2023 einen neuen Videopodcast an den Start bringen. Und weil die Voraussagen von Pivo stammten, benutze ich auch weiterhin den Pivo Kameramann, versprochen.

Und jetzt bin ich interessiert, was Sie über die Trends 2023 denken?

Buchtipp: Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen

20. April 2022

Grundsätzlich bin ich ja in Sachen Medienkompetenz an deutschen Schulen unterwegs, aber ich denke, die Vorträge werden aufgrund von Corona erst zum Schuljahresende und hoffentlich zum neuen Schuljahr wieder beginnen. Daher nutze ich die Zeit, um mich ein wenig auf den Literaturmarkt umzusehen und bin aufgrund eines Tipps des Twitterkollegen Astrozwerge auf das lesenswerte Buch Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen gestoßen.

Zunächst dachte ich, dass es sich wieder um so ein hyperpädagogisches Werk mit mahnenden Zeigefinger handelt, wie es von vielen analogen Vertretern herausgegeben wird, um die Angst bei analogen Eltern zu schüren. Ich habe mich geirrt.
Das Buch ist wirklich gut. Es ist für Kinder ab zehn Jahre geschrieben und zwar gut geschrieben. Natürlich ist die Sprache einfach, aber der Inhalt ist technisch richtig und sehr gut aufbereitet. Das wichtige Thema Daten im Netz wird gut erklärt. Der gewaltige Bogen reicht von der Nachrichtenpyramide und Nachrichtenschwelle über die richtige Suche mit Suchmaschinen und Verschwörungsmythen bis hin zu verschiedenen sozialen Netzwerken und Messengern. Die Themen Geldverdienen und Influencer sowie Persönlichkeitsrechte kommen ebenso vor wie Cybermobbing und Online Games.

Und vielleicht ist der enorme Spagat das einzige Problem des Buches. Der inhaltliche Umfang ist sehr groß und würde bei meinen Vorträgen ein gesamtes Wochenseminar ausmachen. Manfred Theisen erklärt jeden Themenkomplex, reißt ihn an und kann natürlich nicht in die Tiefe der Materie eintauchen, obwohl er mit jeder gedruckten Zeile genau weiß, was er da veröffentlicht. Vielleicht kann der Bindlacher Verlag Loewe sich einen Ruck geben und diese Medienkompetenz-Reihe erweitern bzw. aufbauen und vertiefen. Sehr gut sind auch die Illustrationen von Ole Häntzschel, der eigentlich ein Spezialist für Infografiken ist und daher die richtige Wahl für die unterhaltsame und faktenvermittelnde Illustration ist.
Ich empfehle das Buch Familien zu Hause und der Schulfamilie, die sich einen schnellen Überblick verschaffen wollen. Mit rund 13 Euro ist das Buch Einfach erklärt – Social Media – Cybermobbing – Deine Daten im Web von Manfred Theisen auf jeden Fall einen Blick wert und wenn ich meine Vorträge an Grundschulen wieder halte, dann weise ich auf jeden Fall auf diesen Buch hin.

Der Feind ist nicht das russische Volk

28. März 2022

Als ich einen Post der bayerischen Landtagsabgeordneten Barbara Becker vom 10. März in Instagram sah, gab ich ihr sofort recht. Der Ukraine-Krieg tobt, Putin überfällt völkerrechtlich seinen Nachbarn und die Welt setzt Sanktionen in Kraft und liefert Waffen. Und dennoch: Die Abgeordnete schrieb den richtigen Satz: „Unser Feind ist nicht das russische Volk!“

Dieser Instagram-Beitrag trifft meine Stimmung sehr gut.

Und als sich US-Präsident Joe Biden in Warschau am Wochenende an die Menschen in Russland wandte und erklärte, sie seien nicht der Feind. Präsident Putin habe sein Volk vom Rest der Welt abgeschnitten. Da gab ich Biden recht.

Wir müssen aufpassen, dass wir der Desinformation und hybriden Kriegsführung des Kreml nicht auf den Leim gehen. Für mich steht fest: Es ist richtig, sich gegen den Kriegstreiber Putin zu Wehr zu setzen. Aber ich sehe auch eine Angst unter den russischsprechenden Deutschen, die mit Putin in einen Topf geworfen werden.

Beispiele gibt es viele: Ein Fall von falsch verstandener Solidarität mit der Ukraine schlug hohe Wellen in München. Eine Klinik am Stiglmaierplatz hat mitgeteilt, keine Russen mehr behandeln zu wollen. In dem Schreiben der Privatklinik heißt es: „Die Invasion der russischen Armee mithilfe der weißrussischen Regierung wird von uns aufs Schärfste verurteilt.“ Daraus zieht die Praxis Konsequenzen: „Daher werden wir ab sofort und bis auf Weiteres keine russischen und weißrussischen Staatsbürger mehr bei uns behandeln.“
Als der Protest Wellen schlug, ruderte die Klink zurück.: Unser Schreiben vom 04.03. entstand aus der Indignation über die Vorgänge in der Ukraine und war als Zeichen der Solidarität gedacht. Uns erschien die Vorstellung an russischen „Oligarchen“ Geld zu verdienen, während in der Ukraine Zivilisten getötet werden falsch. Diese Botschaft wollten wir transportieren. Rückblickend erkennen wir, dass die Formulierung mehr als unglücklich war, zu Recht scharf kritisiert wurde und vollkommen von dem weggeführt hat, was wir eigentlich sagen wollten. Das bedauern wir zutiefst.“

Aber natürlich hatten russische vom Kreml gesteuerte Staatsmedien diese und andere Fälle aufgenommen und in unterschiedliche Kanäle transportiert. In mehreren Seminaren habe ich erfahren, dass die Community verunsichert ist. Putin gelingt es, einen Keil in die bundesdeutsche Gesellschaft zu treiben. Menschen aus Russland oder mit russischen Wurzeln sehen sich in Deutschland seit dem Angriff auf die Ukraine Anfeindungen ausgesetzt. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamts berichtet, wurden bis Mitte März 318 strafrechtlich relevante Ereignisse registriert. Es handle sich um Sachbeschädigungen, Beleidigungen sowie Bedrohungen im Internet und auf der Straße.

Meine Kollegin die Wirtschaftspsychologin Maria Filina und ich greifen diese und andere Themen aus dem Umfeld der russischsprachigen Deutschen auf und starten eine regelmäßige Streaming-Reihe in YouTube mit dem Titel „Wie ist das Leben?“. „Wie ist das Leben?“ ist ein Ausspruch mit dem der deutsche Russland-Journalist Gerd Ruge das Eis in der russischen Bevölkerung gebrochen hat. Die erste Folge ging online.

In Russland wurden sie einst als Faschisten bezeichnet, weil sie Deutsch sprachen. In Deutschland werden sie heute als Faschisten bezeichnet, weil sie mit dem Kriegstreiber Putin gleichgesetzt werden. Viele Deutsche aus Russland, aber auch andere russischsprachige Eingewanderte aus der ehemaligen Sowjetunion fühlen sich verunsichert und diskriminiert und ziehen sich zurück. Hier müssen wir aufpassen.

Hybride Kriegsführung
Verschleierung auf mehreren Ebenen ist ein typisches Merkmal dieser hybriden Kriegsführung, bei der klassische und verdeckte Militäreinsätze, politischer sowie wirtschaftlicher Druck, Cyberangriffe und Propaganda sowie Desinformation kombiniert werden. Das kann der ehemalige KGB-Agent Putin sehr gut. Ich berichte in meinem wöchentlichen Newsletter über diesen Cyberwar. Ihren Ursprung hat die russische Desinformation in der ehemaligen Sowjetunion unter Leonid Iljitsch Breschnew. Falschinformationen über politische Gegner wurden schon damals bewusst vom KGB platziert.

Die sozialen Medien sind heute zum Konfliktfeld geworden. Falschinformationen aus Russland verteilen sich über die Welt. Putin führt den „ersten Weltinformationskrieg­­“, schreibt meine Kollegin Miriam Meckel im Handelsblatt.
Das liegt auch daran, dass Russland seine Taktiken weiterentwickelt hat. Der wichtigste Faktor im russischen Social Media-Konflikt sind nun offizielle Accounts von Kreml-gesteuerten Medienunternehmen, russischen Regierungsbehörden oder Regierungsbeamten. Diese verbreiten auf Social Media falsche oder irreführende Informationen und werden von privaten Accounts weiterverbreitet. Bei Accounts von Privatpersonen greifen Twitter und Facebook schneller durch, sie löschen Beiträge oder sperren gleich ganze Profile. Doch Accounts, die zu einer Regierung oder einem großen Medienunternehmen gehören, wird sehr viel mehr Freiheit gewährt.

Folgenreiche Social-Media-Posts

13. Januar 2022

Ein Problem in sozialer Kommunikation über das Netz sind die daraus entstehenden möglichen Missverständnisse. Schon oft ist es mir selbst passiert, dass ich auf meinen privaten Accounts die eine oder andere Bemerkung losgelassen habe und damit dem Empfänger auf die Füße getreten bin.

Eine falsche Bemerkung in sozialen Netzwerken und der wilde Affe kommt hervor.

Jüngstes Beispiel: In einer Facebook-Gruppe schrieb jemand zum traurigen Tode des großartiges Schauspielers Sidney Poitier. „Das Jahr fängt aber gut an.“ Es war ein ironisch gemeinter Post, doch bei mir kam diese Ironie nicht gut an und ich polterte zurück, dass man so einen Post auch falsch verstehe könne im Hinblick auf Rassismus. Und schon kamen die Hater aus dem Busch und die Post ging ab.

Bei beruflichen Accounts bin ich vorsichtiger. Aber das sind nicht alle. Allzu flotte und flapsige Bemerkungen in Sozialen Medien können gravierende Folgen haben – auch in der Arbeitswelt. So das Ergebnis einer weltweiten Kaspersky-Studie, die es hier zum kostenlosen Download gibt. Demnach hatten bereits vier Prozent der in Deutschland befragten Nutzer erhebliche Probleme am Arbeitsplatz in Folge eines Posts – bis hin zum Verlust der Stelle. Zehn Prozent haben sich zudem deswegen mit einer nahestehenden Person zerstritten, 14 Prozent ihre emotionalen Statements später bereut; bei den 18- bis 34-Jährigen sind es sogar 21 Prozent. Acht Prozent hätten die Wortwahl ihrer Posts im Nachhinein geändert. Zudem sagen 11 Prozent, sie hätten lieber auf den Rückgang des eigenen Alkoholpegels warten sollen. Damit Soziale Medien nicht zur sozialen Falle werden, hat Kaspersky in einem #ShareAware Hub praktische Tipps und Hinweise für die Social-Media-Community zusammengestellt.

81 Prozent der in der Bundesrepublik Befragten nutzen aktuell Soziale Medien, 40 Prozent seit mindestens zehn Jahren. Trotz dieser Erfahrung passiert es vielen, dass so manches Foto oder Statement unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht – manchmal erst Jahre später. Vorsicht und Überlegung sind also angebracht, bevor eigene Posts in den Sozialen Medien unwiderruflich für Aufsehen sorgen, zu viele persönliche Daten offenbaren oder die eigene Sicherheit gefährden, bis hin zum Identitätsdiebstahl.

Folgen beim Posten: Verbraucher verkennen Auswirkungen auf ihr berufliches Umfeld
Offenbar sind sich die in Deutschland befragten Umfrageteilnehmer der Folgen ihrer Hinterlassenschaften in Sozialen Medien besonders dann bewusst, wenn es um Freunde (48 Prozent) beziehungsweise Familie (44 Prozent) geht. Weniger im Fokus stehen aktuelle, beziehungsweise zukünftige Arbeitgeber. An sie wird bei Posts stets oder regelmäßig nur von 31 Prozent beziehungsweise 28 Prozent gedacht. Demzufolge hatten bereits vier Prozent der Befragten genau dementsprechende Probleme.

Kompromittierung persönlicher Daten bei jedem Dritten
Fast jeder Dritte (30 Prozent) der Befragten in Deutschland (49 Prozent bei den 18-bis 34-Jährigen) gab innerhalb der Kaspersky-Studie an, dass seine persönlichen Daten in den Sozialen Medien bereits kompromittiert wurden. Weitere 36 Prozent (61 Prozent bei den 18-bis 34-Jährigen) kennen jemanden in ihrem Umfeld, der oder die über Social-Media aufgrund von Datenmissbrauch bloßgestellt wurde.

Buchkritik: Erfolgreich Influencer werden von Niklas Hartmann

20. November 2021

Ach so geht das! Ich muss nur das Buch Erfolgreich Influencer werden werden aufmerksam lesen und die Ratschläge von Niklas Hartmann befolgen, schon werde ich in diesem Neuland berühmt. Ein wenig YouTube hier, ein wenig Insta da – und Facebook für die Älteren nicht vergessen. Ja, ja, wenn es so einfach wäre.

Aber ich mag nicht spotten. Ich habe das Buch aufmerksam gelesen und zahlreiche Tipps und Tricks bekommen, um in den sozialen Medien mehr Follower, mehr Reichweite und vielleicht auch ein höheres Einkommen zu erzielen. So ganz hat es bei mir nicht funktioniert, also muss ich wohl den Fehler bei mir suchen, denn Autor Niklas Hartmann hat es nach eigenen Aussagen ja geschafft. Sein Linkedin-Profil hat aber keine große Reichweite, aber es zählt ja nicht die Masse, sondern die Qualität (so sagt man).

Aber ich mag ja nicht spotten, wie ich schon geschrieben habe. Das Buch, das mir freundlicherweise vom mitp-Verlag zur Verfügung gestellt wurde, sehe ich vielmehr als Inspirationsquelle und nicht als Schritt für Schritt Anleitung im Stile So werde ich erfolgreich.

Autor Niklas Hartmann bringt gute Ratschläge ins Spiel, wie ich mein digitales Auftreten optimieren kann, je nach Zielsetzung. Ach ja Ziele: Vielen angehenden Influencern ist ihre Zielgruppe und Zieldefinition nicht klar. Weiß ich erst einmal was ich will und für wen ich meinen Aufritt mache, dann ist vieles leichter. Und ich muss natürlich realistisch sein: Ich in meinem Alter werde wohl nie der flotte Influencer für den 16jährigen Konsumenten werden, das kann ich mir abschminken (und will es auch gar nicht). Interessant ist, dass bei meinen Besuchen an Schulen der Berufswunsch Influencer immer wieder geäußert wird. Entsprechende Werbung bei Playmobil befeuern diesen Berufswunsch.

Dann erfolgt natürlich die Wahl der Social Media-Kanäle. Jede Plattform hat ihre eigenen Gesetze und Formate. Einen Content für alle Plattformen ist natürlich Blödsinn – das bestätigt Niklas Hartmann mir auch. Die Tipps, die in diesem Buch gegebenen werden, sind nicht neu, aber sie sind gut zusammengefasst und geben einen Überblick. Natürlich geht dabei die Tiefe flöten, aber das will das Buch auch gar nicht. Wer sich für Soical Media Marketing oder SEO interessiert, der greift zur entsprechenden (digitalen) Fachliteratur. Ich habe das Buch erfolgreich Influncer werden als dankbare Anregung zur Reflexion der eigenen Strategie und des eigenen digitalen Auftretens wahrgenommen. Für ein wirkliches Lehrbuch ist Erfolgreich Influencer werden eher nicht geeignet.

Der Brand von Notre Dame in sozialen Netzwerken

16. April 2019

Es waren schreckliche Bilder, die wir gestern sehen mussten. Notre Dame in Flammen. Der Dachstuhl der französischen Kathedrale brannte. Ich habe das Unglück live in den sozialen Netzwerken verfolgt und mir immer wieder gedacht, in welcher Welt wir leben.

Die erste Anlaufmeldung kam bei mir aufs Smartphone über die App des Bayerischen Rundfunks. Feuer in Notre Dame. Ich erinnerte mich als ich das erste Mal Notre Dame besucht hatte. Es war auf der Klassenfahrt vor dem Abitur Ende der Achtziger Jahre des vergangen Jahrhunderts. Damals stand viel Kultur auf dem Programm. Ich besuchte unter anderem den Louvre, das Grab von Jim Morrison und Victor Hugo (Der Glöckner von Notre Dame) und natürlich auch Notre Dame selbst. Das Bauwerk machte auf mich einen imposanten Eindruck. 

Dieser Erinnerung an die Schulzeit kam wieder hoch als ich die Flammen aus Notre Dame in den sozialen Medien sah. Zunächst verfolgte ich die Entwicklung des Brandes in Twitter. Dort kamen immer neue Bilder und kurze Clips aus Paris. Verschiedene Hashtags waren im Umlauf. Während Twitter die News brachte, kamen in Facebook die ersten Erinnerungen von Menschen an den Bau. Hier zeigte sich die unterschiedliche Wirkung und Einsatzmöglichkeiten von Social Media. K2 berichtete, dass eine Schulfreundin drei Stunden vor dem Ausbruch des Feuers die Kirche sogar besichtigt hatte. Sie stand mit der Freundin via Messenger in Kontakt. 

Um das Unglück live mitzubekommen, schalte ich auf Periscope um. Der Twitter-Dienst zeigte Live-Videomaterial aus Paris. Viele Menschen richteten ihre Smartphone auf Notre Dame aus und gingen live auf Sendung. Der Übertragungswagen in der Hosentasche ist live dabei. Ich sah wie ein Spitzturm von Notre Dame zusammenbrach und erinnerte mich schlagartig an den 11. September. Damals sah ich den Zusammenbruch der Zwillingstürme live im Fernsehen, heute sehe ich den Brand live im Internet – welche Welt haben wir? 

Die Kommentare in Periscope drehten sich vor allem um Bestürzung und viele drückten ihr Mitgefühl aus. Immer wieder meldeten sich Hater und Trolle in die Timeline, die von einem Attentat schrieben. Ein paar von ihnen habe ich bei Periscope gemeldet, ob es etwas genützt hat, weiß ich nicht. Mir wurden diese Spinner und Verschwörungstheoretiker zumindest ausgeblendet. Zweitweise liefen bei uns mehrere Periscope-Streams nebeneinander. iPhone, iPad und MacBook Pro lieferten den Brand aus unterschiedlichen Bildperspektivem, Mein Schulfranzösisch reichte im Großen und Ganzen aus, um den Fortgang der Löscharbeiten zu verstehen. Menschen schienen nicht durch den Brand zu Schaden gekommen sein. Etwas unverständlich war für mich der Vorschlag von US-Präsident Trump, doch Löschflugzeuge einzusetzen. Die Wucht des abgeworfenen Wassers hätte das historische Gebäude aber zerstört. Da waren die Beileidsbekundigungen unserer deutschen Politiker dann doch angebrachter.  

Am frühen heutigen Morgen dann die Meldung, dass das Gebäude zu retten sei. Einige Kunstwerke konnten auch aus Notre Dame transportiert werden, aber der Dachstuhl sei abgebrannt. Gleich nach dem Aufwachen im Bett schaute ich via Periscope wie der Stand der Dinge war. Der Brand war wohl gelöscht, die Feuerwehr hatte einen hervorragenden Job gemacht. Der Dachstuhl fehlte. In Facebook und Twitter posteten viele Freunde Bilder von ihren Erinnerungen an Notre Dame. Ich muss die alten Fotoalben noch raussuchen. Mein erster Griff in den Buchschrank gehörte einem Bildband von Serge Ramelli, der HDR-Aufnahmen von Paris in Schwarz Weiß gemacht hatte und in seinem wunderbaren Buch Paris veröffentlichte. Darunter auch einige Bilder von Notre Dame. Ein Bild gefällt mir dabei besonders gut. Über eine Doppelseite ein wolkenverhangener Himmel über Notre Dame und Paris. So behalte ich Notre Dame in Erinnerung.