Ich bin ein-, zweimal pro Woche an bayerischen Schulen aller Schularten unterwegs und darf Vorträge zum Thema Medienkompetenz vor Schülern, Lehrern und Eltern halten. Zu Beginn frage ich in der Regel nach der Verbreitung von Handys und Smartphones sowie dem Nutzungsverhalten. Und siehe da, Smartphones sind bei der Schülergruppe absolut führend. Es gibt kaum noch klassische Mobiltelefone und kaum ein Schüler ab der fünften Klasse besitzt kein Mobiltelefon.
Und ich komme auch auf die Nutzung von Musik zu sprechen. Es freut mich, dass es bei den Schülern noch ein paar Verfechter des klassischen Vinyls gibt. Zumeist sind dies Schüler, die entweder die Schallplattensammlung von den Eltern samt Schallplattenspieler geerbt haben, oder die jungen Menschen sind finanziell potent, um sich dieses Hobby leisten zu können.
In der Regel wird Musik heute aber digital konsumiert. Und dabei fällt mir bei meinen Vorträgen weiter auf, dass die CDs auf absteigendem Ast sind. Downloadportale wie Amazon und iTunes sind führend, wenn Musik legal gekauft wird. Und es kommen mehr und mehr Streaming-Dienste bei den Jugendlichen an. Sie treffen ihren Geschmack. Der Typus Jäger und Sammler (wie ich ganz klar einer bin), wird weniger. Ich will Musik besitzen, doch damit gehöre ich zu einem Auslaufmodell in der Medienwelt.
Musik wird nicht mehr besessen, sondern gemietet. Und dieses Mieten von Inhalten lässt sich überall feststellen. Es beginnt bei Cloud-Software (Software as a Service SaaS) wie Adobe oder Microsoft. Die Online-Videotheken mit ihren Streaming-Angeboten sind an der Tagesordnung: Die Mediatheken der TV-Sender, Amazon Instant Video, iTunes, Watchever und ab Herbst Netfix verdrängen klassische Datenträger. Amazon setzt in den USA zudem auf eine Bücherflatrate.
Und bei uns in Deutschland sind inzwischen die Musikflatrates voll angekommen und gewinnen Marktanteil um Marktanteil. Bei den Schülern oft nicht mehr via Rechner, sondern via Smartphone. Seit rund zwei Jahren bietet die Deutsche Telekom als einziger Mobilfunk-Provider in Deutschland eine Kooperation mit dem Musikstreamingdienst Spotify an. Was die Jugendlichen besonders freuen wird, wenn sie den Dienst mit ihrem Smartphone nutzen: Die Telekom will künftig das gesamte durch Spotify anfallende Datenvolumen auf null setzen. Das bedeutet, die Datennutzung durch Spotify wird nicht auf das Datenvolumen des Smartphone-Nutzers angerechnet.
Jimmy Iovine (l), Tim Cook (m) und Andre Romelle Young, auch bekannt als Dr. Dre (r). Foto: Apple
Wie wichtig diese Dienste sind, zeigt ein 3-Milliarden-US-Dollar-Kauf von Apple. Cupertino reagierte auf den Trend und kaufte mit Beat nicht nur einen Kopfhörerhersteller, sondern auch ein Streaming-Portal für Musik. Streaming ist im Moment die Zukunft. Einen idealen Überblick über die verschiedenen Anbieter wie Spotify und Co gibt diese Webseite.
Streaming ist natürlich abhängig von der Gegend, in der man wohnt. Im ländlichen Raum ohne schnelles oder ausreichendes Internet ist die Streaming-Nutzung nur theoretisch möglich. Es macht ohne vernünftige Anbindung einfach keinen Spaß. Aber sobald ausreichende Bandbreite verfügbar ist, fahren die Jugendlichen voll auf die Streamingdienste ab. Die Dienste setzen derzeit noch auf Masse, dann und wann fehlt die musikalische Qualität. Und auch an der audiophilen Qualität lässt sich noch einiges verbessern. Hier wird sicher der Pono-Player von Neil Young und seine Musikplattform Pono Music Ende des Jahres noch mehr Druck ausüben. Aber wir stehen vor interessanten Zeiten.
Ich nutze das iPad mini als Arbeitswerkzeug zum Präsentieren meiner Keynote-Vorträge. Das Gerät ist nicht nur Spielerei, sondern effektives Arbeitsmittel. Bisher war es geschützt durch ein rotes SmartCase von Apple. Im Laufe der Zeit hat dieses Cover gelitten und ich war auch nicht mit allen Eigenschaften zufrieden. Deshalb interessierte es mich sehr, als der Taschenhersteller Booq ein Folio ankündigte. Ich vertraue seit Jahren auf Booq.
Nach einwöchigem Praxistest kann ich feststellen: Das Folio ist besser als mein bisheriges SmartCase von Apple. Die neue iPad-Hülle von booq setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem robusten, aber leichten Cover für das iPad und einem Folio mit geschickt angebrachten Magneten.
Magnetisch wird die Extra-Schutzhülle fürs iPad am Folio befestigt – sie lässt sich mit einem Handgriff anbringen und abnehmen. Das ist vor allem beim Filmen und Fotografieren mit dem iPad mini wichtig. Das bisherige SmartCase hing bisher aufgeklappt unmotiviert herunter. Gut, jetzt habe ich zwei Teile und muss das lose Folioteil beim Filmen und Fotografieren irgendwo verstauen.
Die Funktionen bei Folio von Booq und SmartCase von Apple sind gleich: Sleep-Wake-Funktion klappt prima und auch das Aufstellen des iPads in verschiedenen Winkel ist in Ordnung, um mein iPad in die jeweils komfortabelste Position bringen.Das Folio ist freilich etwas schwerer als das SmartCase. Das booq Folio for iPad Air wiegt 252 Gramm, das Folio for iPad mini wiegt 152 Gramm.
Aber der Unterschied, der bei mir den Ausschlag für das Folio for iPad mini gab, waren die Anschlüsse. Das Apple-SmartCase schützt zwar die Lautstärkeregler, den Einschaltknopf und die Lautsprecher, aber es war im Einsatz bei Vorträgen immer eine Fummelei, die Knöpfe zu bedienen. Zudem verdeckte das SmartCase die Lautsprecher und dämpfte den Klang. Und das Wichtigste: Der Kopfhöreranschluss, bei dem der Audioklinkenstecker hineinkommt, war beim SmartCase zu klein ausgeschnitten. Für normale Kopfhörer passt es, aber wenn ich auf dickere Audiostecker bei meinen Kunden (und das sind in der Regel breitere Pro-Stecker) stieß, musste ich das iPad immer aus dem SmartCase nehmen und der Schutz war dahin. Ich hätte zwar das SmartCase selbst ausschneiden können, aber das sehe ich bei dem Preis von Apple nicht ein, dass ich hier selbst basteln muss. Hier hat Folio von Booq ganz klar die Nase vorne. Die Fummelei ist bei den freiliegenden Anschlüssen des Folio nicht der Fall. Und das für mich klar der Praxisvorteil.
Aber ich habe auch etwas zu meckern. Ich habe mir bewusst ein rotes SmartCase gekauft, weil ich mehr Farbe in mein kreatives Leben bringen wollte. Und was Folio ist langweilig. Mausgrau, aschgrau, feldgrau, steingrau – öde, öde, öde. Die Farbe macht absolut keinen Spaß. Die Farbe ist neutrales Dunkelgrau, bäh.
Über das Design von Apple sind zahlreiche Bücher veröffentlicht worden, aber eines der besten ist meines Erachtens die Designbibel von Paul Kunkel mit den Fotos von Rick English. Das Buch heißt schlicht Apple Design und die edle Titelseite ist weiß mit einem kleinen Regenbogenapfel.
Der erste Teil erzählt die Geschichte des Apple Designs und der Apple Industrial Design Group. Hier gibt es harte Fakten um coole Produkte und Strategien. Paul Kunkel berichtet, wer an welcher Produktentscheidung beteiligt war und warum ein Produkt nicht verwirklicht wurde. Super interessant zu lesen und darüber zu philosophieren.
Der zweite Teil zeigt das besprochene Design in zahlreichen, erstklassigen Fotos. Wer durchblättert, der begibt sich auf eine faszinierende Entdeckungsreise durch faszinierende Produkte. Mir bliebt die Spucke weg, welche abgebildete geheimen Prototypen es gab, die nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben. Das Buch erschien 1997 und gilt unter Apple-Sammlern als wahre Schatztruhe.
Es macht unglaublichen Spaß in der Design-Vergangenheit von Apple zu stöbern und seinen Gedanken nachzuhängen, was wäre passiert, wenn das Produkt wirklich gebaut wäre. Es beginnt mit den ersten Macs und reicht bis zum legendären Twentieth Anniversary Macintosh, der als Sondermodell zum 20. Firmenjubiläum von Apple im Jahre 1997 erschien.
Ich habe mal ein paar visionäre Produkte herausgesucht, die bis heute reichen. So beispielsweise das TimeBand. Es ist im Grunde die Ur-iWatch – wenn sie denn jemals kommt. Das TimeBand stammt aus dem Jahre 1991 und ist ein Newton am Handgelenk. Natürlich wirkt das Teil aus heutiger Sicht unbeholfen und klobig, aber dennoch welche Innovation steckt in so einem Produkt? Heute reden wir über wearable computer, Apple hat sie 1991 bereits im Kopf bzw am Arm gehabt.
Apples Figaro-Tablet, freilich noch mit Stift von 1989
Oder das Figaro-Tablet, freilich noch mit Stift von 1989. Es ist ein entfernter Design-Vorläufer des iPads, basierend wiederum auf der Newton Idee. Es zeigt sich, dass der Newton von John Scully gar nicht so schlecht war, auch wenn er von Steve Jobs verteufelt wurde. Es war wohl eher dem Reality Distortion Field zuzurechnen. Aber das Teil war wohl seiner Zeit weit voraus.
Die Brain Box (1989) oder Portable Computer (1989).
Das Buch Apple Design birgt zahlreiche Schätze von mobilen Mac, die Brain Box (1989) oder Portable Computer (1989).
So stellte sich Apple ein Navi vor.
Wir finden dort Vorläufer von Navigationsgeräten wie AppleSeeds von 1990 mit touristischen Informationen sowie die nette Idee eines Geldwechslers Exchanger von 1990.
Tragbares CD-Laufwerk Popeye.
Interessant fand ich auch die Kombi Anrufbeantworter und Fax und ein tragbaren CD-Player mit dem netten Namen Popeye von 1992.
Ich drehe meine Interviews die meiste Zeit mit dem iPhone 5s. In Zeiten der mobilen Pressearbeit habe ich einfach keine Lust mehr, großes Videogerät mitzuschleppen, wenn es nur um gleiche Slots wie Interviews oder Kurzbeiträge geht. Die Qualität des iPhones ist hervorragend. Im Moment bereite ich gerade ein Seminar mobile Pressearbeit vor. Wer Interesse hat, bitte Kontaktaufnahme.
Allerdings ist der Schnitt am iPhone so eine Sache. Als Schnittsoftware nutze ich iMovie und FiLMiC. Allerdings sind meine Augen so schlecht, dass ich ein größeres Display als das iPhone-Display bevorzuge. Also schneide ich die Filme am iPad, das ich auch immer dabei habe. Doch wie kommen die Filme vom iPhone aufs iPad?
Es gibt dafür drei Lösungen:
Die umständlichste Variante ist per Mail. Ich schicke jeden einzelnen Clip per Mail aufs andere Gerät. Das ist Käse. Es ist Zeit- und Ressourcenfressend und natürlich ein völliger Quatsch. HD-Filme per Mail versenden ist Blödsinn.
Die zweite Variante ist Austausch via AirpDrop.Der Austausch via Bluetooth ist ok, doch klappt er mir bei nicht immer (warum weiß ich nicht) und zudem frisst der Blauzahn Strom und saugt bei solchen Aktionen meinen Akku leer.
Ich habe mich für eine kabelgebunde Lösung entschieden. Diese Lösung ist das Lightning-USB-Kabel von Apple für schlappe 30 Euro. Ich schließe mein normales Lightning ans iPhone, das Lightning-USB-Kabel ans iPad und verbinde beide Kabel über USB. Sofort öffnet sich am iPad meine Camera Roll, also mein Film- und Videoarchiv. Es kommt noch die Vertrauensfrage und dann lässt sich über Importieren das Archiv des iPhones am iPad ansehen und die entsprechenden Filme auswählen. Dann importieren und entscheiden, ob die Filme am iPhone erhalten bleiben sollen. Fertig ist das Überspielen aufs iPad und los geht es mit dem Schneiden.
Wir stehen vor der WWDC und meine Spannung steigt. Um mich abzulenken, habe ich mir die die DVD-Veröffentlichung des jüngsten Steve Jobs Films jOBS – Die Erfolgsstory von Steve Jobsbesorgt und angeschaut. Als Mac-Jünger der frühen Stunde könnte ich jetzt stundenlang über die großen und kleinen Fehler des Film XXX herziehen, aber ich werde es aber nicht machen. Es ist ein Film, keine Dokumentation. Es ist einfache Unterhaltung, nicht ein Gottesdienst oder eine Bühnenweihespiel.
Das Problem des Apple-Fan Boy wie ich einer bin, ist, dass wir alles kritisieren müssen, was dem Heiligtum Apple widerspricht. Ich meine nicht die Bubis, die mir von ihrem ersten iMac erzählen, sondern die Hardcore-Fanatiker. Es ist zu erwarten, wir besserwisserisch den Zeigefinger erheben und auf die Schwachstellen hier, hier und hier hinweisen müssen nach dem Motto “Herr Lehrer, ich weiß was!” So erging es mir natürlich auch, als ich mir den Film um ersten Mal ansah: Wo ist Pixar? Warum nur kurz Next? Warum, warum, warum ist die Banane krumm?
Beim zweiten Ansehen fand ich den Film aber gar nicht so schlecht. Es will unterhalten und das tut er zweifellos – bei all seinen Fehlern für uns Apple Jünger. Ashton Kutcher als Steve ist nett anzusehen und obwohl mir der Gang zu übertrieben erschien, liefert er eine reife Leistung. Dermot Mulroney spielt Mike Markkula sehr gut und besonders hat mir Josh Gad als Steve Woz Wozniak gefallen. Dennoch floppte der Film in den US-Kinos und kam bei uns in synchronisierte Fassung am 27. März 2014 auf DVD/Blu ray heraus.
Steve und Steve
Der Film handelt von Steve Jobs bei seinen Anfängen bei Apple in der Garage seiner Adoptivelterm, seinem Rauswurf bei Apple und seine Wiederkehr. Ein wenig schnell geschnitten für meinen Geschmack, aber das ist wohl dem Zeitgeschmack geschuldet. Wer es langsamer mag, kann ja die Verfilmung Die Silicon Valley Story aus den neunziger Jahren ansehen, Streit gibt es gerade um die Neuverfilmung durch Sony. David Fincher, der schon Zuckerberg wunderbar auf die große Leinwand gebracht hat, bekam sich wegen der Bezahlung mit Sony in die Haare und hat erst einmal hingeworfen.Gerne hätte ich erlebt, was David Fincher aus dem Sony-Stoff gemacht hätte, aber das werden wir wohl nie sehen.
Im Moment heißt es warten. Vielleicht schau ich mir jOBS – Die Erfolgsstory von Steve Jobs noch ein drittes Mal an, um die Wartezeit zur WWDC zu verkürzen.
Der Sportgigant Nike kneift. Wie es aussieht, bereitet sich Nike auf Apples Eintritt in den aufkommenden Markt von wearable Computer vor und lässt sein Fuelband auslaufen. Damit wird klar: die Apple iWatch steht uns bevor und Nike scheut die direkte Auseinandersetzung. Dabei ist der Wearable-Markt höchst interessant und wird härter, sobald Google und Apple mit entsprechender Power auf den Markt kommen.
Ich muss mich heute noch ein wenig bewegen – so mein Nike Fuelband.
Wie zu hören ist, hat Nike Teile des Hardware-Entwicklerteams auf Eis gelegt Neue Produkte gibt es nicht. Es heißt aus US-Kreisen, dass 55 von 70 Entwickler von der Maßnahme betroffen sind. Ob sie das Unternehmen verlassen oder intern umgeschichtet werden, ist noch unklar. Klar ist aber: Das Kapitel Fuelband ist damit zu Ende. Zurück bleiben die App-Entwickler und die Pflege der Nike+-Community.
Ich persönlich finde es sehr schade. Seit über einem Jahr nutze ich das Fuelband und habe nur positive Erfahrungen gemacht. Auch mein Freundeskreis und meine Frau nutzen das Band fleißig. Das Band war sehr leicht, schlicht und behinderte mich in meinem Alltag nicht. Ich habe bereits darüber gebloggt.
Für mich deutet alles darauf hin, dass der Markteintritt von Apple kurz bevorsteht. Apple-CEO Tim Cook trägt selbst ein Fuelband, ist ein Fan des Produktes und was noch viel interessanter ist, er sitzt im Board von Nike. Wahrscheinlich haben Nike und Apple ein gemeinsames Produkt am Start. Erinnert sei nur an die Kooperation von Nike+ und iPod. Ich hatte damals sogar mit einem Kollegen ein Buch darüber verfasst. Restbestände gibt es übrigens bei mir.
Fest steht auch: Zahlreiche Fuelband-Entwickler sind inzwischen bei Apple unter Vertrag. Wie es heißt, soll das neue iOS-Betriebssytem iOS 8 die Apple App Healthbook als zentrale App für Fitness-Applikationen fungieren. Die App sammelt wohl alle Fitness- und Gesundheitsdaten und wird natürlich auf die Apple Hardware optimiert sein. Die Sache ist vor allem interessant, dass es einem Sportriesen wie Nike nicht gelingt, Apple und Google hier Paroli zu leisten. Statt Konfrontation kommt wohl Kooperation und das Fuelband bleibt auf der Strecke. Nike wird wohl weiter am Markt unterwegs sein. Jetzt heißt es Warten auf die WWDC.
Da ich viele Vorträge halte und nicht gerne meine Ausrüstung durch die Gegend tragen will, nehme ich zum Präsentieren mein iPad mini. Meine Präsentationssoftware ist Apple Keynote, da ich sie für sehr intuitiv halte. Ein Buch zum Erlernen der Software braucht es nicht. Am 7. April bekam Keynote wieder ein Software-Update auf 6.2 und auch die iOS-Version wurde auf 2.2 aktualisiert. Die Aktualisierungen sind sehr sinnvoll und mein Workflow hat sich weiter optimiert. Danke Apple.
Bei einer Präsentation probierte ich am iPad mini die neuen Features aus. Viele Neuerungen liegen unter der Motorhaube wie Dateiexport oder Fehlermeldungen, aber die verbesserte Benutzeroberfläche finde ich sinnvoll und sie kam auch bei meinen Kunden in der Live-Präsentation sehr gut an. So kann ich während der Präsentation jetzt sieben farbige Stifte aufrufen und in meine Präsentation live hineinmalen. Einfach während der Präsentation am angeschlossenen Beamer rechts oben im Eck das Icon drücken und die Stifte erscheinen am iPad. Die Stiftfarben sind rot, gelb, blau, grün, violett, grau und schwarz. Gerne hätte ich noch einen weißen Stift gehabt, da viele meiner Folien einen schwarzen Hintergrund haben. Hier sollte Apple nachbessern und ein Update nachschieben.
Jetzt gibt es farbige Stifte und einen Laserpointer in Keynote.
Wie setze ich die Stifte in der Praxis ein? Bisher brauchte ich für meine Präsentationen noch eine separate Flipchart, die in der Regel vom Kunden gestellt wird. Das war teuer, denn viele Hotels verlangen dafür gewaltige Gebühren und berechnen das Papier extra. Die Flipchart können wir uns jetzt sparen, denn ich plane mein meinen Vorträgen jetzt das Entwickeln von Zeichnungen per Keynote-Folie ein. Wichtig ist mir Interaktivität mit den Zuhörer. Meinen Präsentationen sind visuelle Präsentationen nach dem Prinzip von Garr Reynolds, über den ich bereits hier und hier geschrieben habe. Wichtig ist mir ein Gespräch mit dem Zuhörer und die neuen Keynote-Features bringen diese Interaktivität auf ein neues Level.
Bei meinem Vorträgen kommt jetzt eine weiße, leere Folie zum Einsatz. In der Vergangenheit bin ich an die Flipchart getreten und habe eine Grafik, Diagramm usw live per Stift und Papier entwickelt. Jetzt entwickle ich diese Grafik, Diagramm live am iPad mit den Keynote-Stiften. Dazu verwende ich in der Regel den Finger, aber für feinere Zeichnungen nehme ich einen Touchpen.
Eine weiteres nettes Feature ist nun der eingebaute Laserpointer. Ich mag eigentlich keine Laserpointer und habe in der Regel einen ausziehbaren Zeigestab im Einsatz. Da bin ich einfach oldschool, denn ich sehe den Zeigestab einfach besser als einen roten Punkt, der hektisch über die Folie wandert. Aber ich habe den eingebauten Laserpointer ausprobiert und er kommt gut an, weil eben dieses hektische Gewackel fehlt. Dennoch werde ich bei meinen ausziehbaren Zeigestab wohl bleiben. Lieber Evolution statt Revolution – dies gilt auch beim Präsentieren.
Ich erinnere mich noch, wie ich als Kind vom Universalübersetzer bei Raumschiff Enterprise begeistert war. Captain Kirk konnte mit den Romulanern sprechen und obwohl sie unterschiedliche Sprachen hatten, verstanden sie sich. Sie konnten sich dank des Universalübersetzer verständigen.
Daran hatte ich mich neulich erinnert, als ich bei einem Lehrerseminar mehrere Lehrkräfte von Förder- und Mittelschulen unterrichtete. Die Lehrer hatten das Problem, dass sie Schüler aus so manchem ausländischem Land einfach nicht verstanden. Sie behalfen sich mit Bilderbüchern, um eine grundlegende Kommunikation mit den Schülern aufrecht zu erhalten. Viele der Kinder kamen aus dem arabischen Raum. Sie waren zumeist Flüchtlinge und sprachen kein Deutsch. Aber ihre Eltern waren so stolz, dass in Deutschland Bildung bekommen.
Hier fiel mir die Idee von Raumschiff Enterprise und dem Universalübersetzer ein. Mein persönlicher Universalübersetzer ist das iPad und Übersetzungssoftware iTranslate Voice. Ich zeigte den Lehrern die Software.Hier kann ich einfache Sätze in Deutsch (oder einer anderen Sprache) hinein sprechen und via Internet werden diese Sätze in eine vorher eingestellte Sprache umgewandelt. Natürlich lassen sich hier keine tiefgehenden Gespräche führen. Aber für die klassische Alltagskommunikation ist es prima. Die Lehrer probierten es aus. Sie sprachen in Deutsch in mein iPad hinein und siehe da, der Text kam auf Arabisch heraus. Wir probierten es, indem wir Deutsch Englisch, Deutsch Italienisch und Deutsch Französisch ausprobierten. Es klappte tadellos. Die Lehrer waren begeistert.
Eine Woche später bekam ich ein hervorragendes Feedback per Telefon. Es klappte auch an der Schule. Die Flüchtlingskinder waren begeistert. Sie konnten den Lehrern antworten. Lehrer und Schüler konnten in ihrer Sprache kommunizieren. Natürlich ersetzt diese Software keinen ausgebildeten Dolmetscher. Aber sie hilft im Alltag und sie hat den Alltag in den Klassenzimmern der Förder- und Mittelschulen erleichtert. Wahrscheinlich sind wir gar nicht mehr weit entfernt, bis der Universalübersetzer von Raumschiff Enterprise im Alltag Wirklichkeit geworden ist.
Die Welten wachsen weiter zusammen. Nach der Veröffentlichung von CarPlay durch Apple kommt das iPhone stärker ins Auto. Auf dem Internationalen Automobil-Salon Genf gab Apple bekannt, dass Automobilhersteller CarPlay einführen werden. Es startete mit Ferrari, Mercedes-Benz und Volvo. Andere werden laut Apple folgen, darunter BMW Group, Ford, General Motors, Honda, Hyundai Motor Company, Jaguar Land Rover, Kia Motors, Mitsubishi Motors, Nissan Motor Company, PSA Peugeot Citroen, Subaru, Suzuki und Toyota Motor. Nachdem Google unter anderem mit Audi eine Kooperation eingegangen ist, zieht jetzt Apple nach. Inzwischen kam für iOS das Update für CarPlay.
CarPlay bietet iPhone-Anwendern einen intuitiven Weg mit nur einem Wort oder einer Berührung Telefonanrufe zu tätigen, Karten zu nutzen, Musik zu hören und auf Nachrichten zuzugreifen. Anwender können CarPlay über die ursprüngliche Benutzeroberfläche des Autos steuern oder einfach den Sprachsteuerungsknopf des Lenkrads gedrückt halten, um Siri ohne jegliche Ablenkung zu aktivieren. CarPlay kombiniert Auto und iPhone auf eine durchdachte Art und Weise, die dem Fahrer volle Konzentration auf das Fahren ermöglicht, während er sich alles vom iPhone holen kann, was er möchte. Thomas Gerlach und ich haben uns über das Zusammenwachsen der Welten unterhalten.
Wie soll CarPlay funktionieren? Sobald iPhone über die CarPlay-Integration mit dem Fahrzeug verbunden ist, unterstützt Siri beim Zugriff auf Kontakte, bei Telefonanrufen, beim Rückruf von verpassten Anrufen oder dem Abhören von Sprachnachrichten. Wenn eingehende Nachrichten ankommen, bietet Siri die Möglichkeit die Anfragen über Sprachbefehle zu beantworten, in dem es die Nachrichten dem Fahrer vorliest, sich die Antworten diktieren lässt oder einen einfachen Rückruf ermöglicht – und das alles, ohne dass der Fahrer den Blick auf die Straße verliert.
CarPlay macht die Planung von Routen intuitiver, indem es – durch die Verzahnung mit Karten – Ziele auf Basis kürzlich vorgenommener Fahrten über Kontakte, E-Mail und Nachrichten voraussagt und Streckenführung, Verkehrsinformationen und die voraussichtliche Ankunftszeit zur Verfügung stellt. Man kann auch einfach Siri fragen und gesprochene Turn-by-Turn-Anweisungen erhalten, die mit den Karteninformationen korrespondieren, die auf dem im Auto eingebauten Display angezeigt werden. Als Kartendienst wird der Appleeigene Dienst genommen. Der hatte in der Vergangenheit noch massive Lücken, wurde aber inzwischen deutlich verbessert. Mir persönlich fehlen aber noch Informationen über den ÖPNV.
Ach ja und natürlich gibt CarPlay mir Zugriff auf all seine Musik, Podcasts und Hörbücher durch simples Navigieren durch die Hörauswahl über die im Auto eingebauten Steuerungsmöglichkeiten oder durch das einfache Fragen von Siri, das abzuspielen, was man hören möchte. CarPlay unterstützt auch Musik-Apps von Drittherstellern inklusive Spotify und iHeartRadio, so dass man während der Fahrt meine Lieblingsradiodienst- oder Sportübertragungs-Apps hören kann.
Ich habe einen Lexus Hybrid als Firmenwagen und werde mal sehen, ob CarPlay bei mir funktionieren wird. Bisher klappt die Zusammenarbeit iPhone und Lexus ganz gut. Es kann aber noch verbessert werden.
Irgendwie ist der Wurm im Apfel. Da macht Apple Gewinne wie irre und dennoch fällt der Aktienkurs nach Veröffentlichung der neuesten Zahlen. Gier ist der Antrieb der Broker – nichts gelernt aus der Vergangenheit.
iPhone 5c Werbung im Münchner Hauptbahnhof.
Egal, interessanter ist aber, wie sich der Markt der Smartphones entwickelt. Erstmals wurden die eine Milliarde Marke-Grenze durchbrochen. Der Handymarkt ist ganz eindeutig der Smartphone-Markt. 38 Prozent ist diese Geräteklasse im Vergleich zu 2012 gestiegen. Allerdings wächst der Billigmarkt, also Smartphones unter 150 Euro. Hier gibt es den üblichen Preiskampf und das Hauen und Stechen hat wohl erst begonnen. In diesem Marktsegment spielt Apple keine Rolle. Apple hat sich im Highend-Markt etabliert. Das iPhone 5s ist Verkaufsschlager bei Apple. Weiterhin führt Samsung mit 313,9 Millionen verkauften Geräten den Markt an. Das ist ein Marktanteil von 31,3 Prozent, gefolgt von Apple mit 153 Millionen Smartphones und 15,3 Prozent Marktanteil.
Als ich neulich mit einem Kollegen im Münchner Hauptbahnhof war, sahen wir die aktuellen iPhone 5c-Plakate, die den Hauptbahnhof zieren. Und schon wieder begann das Geblubbere des Kollegen. Apples Strategie mit einem Billig-iPhone sei gescheitert. Blabla Blub Blub. Freunde, um es nochmals klar zu sagen: Das iPhone 5c war niemals als Billigphone gedacht. Auch wenn es Journalistenkollegen noch so gerne herbeischreiben. Nein, das iPhone 5c mit seinen frischen Farben ist nicht billig, sondern für den Konsumenten gedacht, der nicht Profi ist und vor allem kein Billigheimer oder Schnäppchenjäger. Wer das behauptet, der hat Apple nicht verstanden.
Klar ist aber auch, dass sich das iPhone 5c nicht so verkauft, wie Apple es geplant hat. Die Produktion wurde wohl angepasst und die Werbung erhöht, um den Verkauf zu steigern. Das sieht man ausgezeichnet mit der Werbeaktion im Hauptbahnhof München. Nicht kleckern, sondern klotzen.
Apple beherrscht mit seiner Werbung den Münchner Hauptbahnhof.