In die Kategorie “Sachen, die keiner braucht, aber der Fan haben muss”, fällt das Salz- und Pfefferstreuer-Set aus dem Star Wars-Universium. Dieses offizielle Lizenzprodukt von Lucas Film macht genau das, was es machen soll: Es ist ein Streuer für Gewürze – nicht mehr, nicht weniger. Sie haben die Größe von 9 x 6 x 7.5 cm und sind aus Keramik.
Dabei ist es eindeutig, wohin die Salzkristalle und die Pfefferkörner gehören, denn Darth Vader und die Sturmtruppe sind farblich recht deutlich zu unterscheiden. Für Puristen: Die Sturmtruppe hat drei Löcher, Vader dagegen nur zwei. Am Boden der Streuer ist ein Loch zum Nachfüllen. Freilich werden die Gewürze nicht mitgeliefert. Das wäre dann doch noch eine Geschäftsidee für Lucas Film, wen sie Gewürze aus dem Star Wars-Universum anbieten würden. Das käme den allgemeinen Kochtrend entgegen und die Schuhbecks dieser Welt bekämen Konkurrenz von der Mos Eisley-Kanitne.
Obwohl Salz und Pfeffer klar getrennt ist, werden wir interfamiliär die Gewürzordnung umstellen. In den schwarzen Vader kommt das weiße Salz und in die weiße Sturmtruppe der schwarze Pfeffer. Der Grund ist ein einfacher: Vader ist in der Familie beliebter und wir wollen ihn mehr anfassen. Und Salz wird hier mehr benötigt als Pfeffer. Ja, ich weiß: Das sind Probleme mit dem Salz- und Pfefferstreuer.
Nachdem der Erlanger Comic Salon wieder vor der Tür steht, ist es an der Zeit sich wieder mit Comics zu befassen. Ich nehme dieses Mal Tolkien zur Hand. Der Hobbit als Grafic Novel? Muss das sein? – Ja es muss und vor allem die Idee ein Kinderbuch als Comic umzusetzen ist hervorragend.
Das literarische Werk von J.R.R. Tolkien ist wegweisend und da ist es natürlich klar, dass hier viele von dem Erfolg etwas abhaben wollen. Bestes Beispiel ist Peter Jackson mit seinen Hobbit-Verfilmungen. Dieses Jahr droht uns ja Teil 3.
Aber zurück zum Comic. 2008 kam Der Hobbit als Comic auf den Markt und erschien vor einiger Zeit wieder – in überarbeiteter Version. Rund 30 Seiten wurden neu gescannt und farblich überarbeitet, so dass die Farben nicht mehr so blass daherkommen. Auch das Cover des Buches wurde gewechselt.
Autor Charles Dixon ist eigentlich Kinderbuchautor und arbeitete für Disney. Hier lässt sich Schlimmes befürchten, wenn sich ein Disney-Mann um Tolkien kümmert. Aber Charles Dixon ist die ganze Sache mit viel Gefühl und Gespür angegangen und hat das Kinderbuch von Tolkien in die Welt der Grafic Novels transferiert, ohne dass das Original Schaden nimmt. Einige Texte wurden modernisiert, denn die Sprache Tolkiens von 1937 entspricht nicht mehr den Lesegewohnheiten der jungen Comic-Leser. Was in der klassischen Übersetzungsliteratur ein Frevel wäre, ist hier eine konsequente Weiterentwicklung, die vor allem eines macht: Spaß.
Illustriert wurde das Buch von David Wenzel, der Tolkien-Fans kein Unbekannter ist. Er lieferte Zeichnungen zu Lin Carters Middle Earth, The World of Tolkien Illustrated. Seine Zeichnungen schaffen für mich eine Figurenwelt, wie sie sich Tolkien in großen Teilen wohl vorgestellt hätte. Ich bin zwar nicht mit allem einverstanden, wie beispielsweise die Figur des Gollums, aber das ist wohl Ansichtssache. Die Illustrationen im Der Hobbit sind detailreich mit der Aquarelltechnik gestaltet, frisch gescannt und die Farben kommen jetzt im Druck vom Carlsen Comics prächtig daher.
„Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist das Mondgesicht!“ – So lautete ein Reim aus meiner Kindheit und meine Kindheit verbinde ich immer mit Playmobil-Figuren. Auch die hatten und haben so nette Gesichter. Einfach zwei Punkt für die Augen und eine geschwungene Linie für den Mund – fertig. Sie zauberten immer ein Lächeln in mein Gesicht.
Das ist heute nicht anders. Playmobil-Figuren werden in den Medien gerne genommen, um Berufe oder Stimmungen zu erzeugen. Ich selbst nehme für meine Berichterstattung über den Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks auch gerne den Playmobil Friseursalon her. Oftmals passt des dem fränkischen Unternehmen nicht, wenn das die Medien machen. Aber Werbung ist eben Werbung.
Ich bin als Fotojournalist immer auf der Suche nach Gesichtern. Bei meinem jüngsten Besuch im Playmobil Fun Park in Zirndorf lichtete ich die überlebensgroßen Playmobilfiguren ab. Im Grunde lichtete ich nur die Gesichter ab, denn sie machen mir auch heute als Erwachsener noch Spaß. Und vielleicht brauche ich die Fotos einmal für eine klassische Illustration – klar die Piraten eignen sich ideal für eine gewisse Partei, die Ritter mit dem Stahlhelm passen für Hardliner einer anderen Partei, Fußballer zur anstehenden WM und die Berufsvertreter wie Postler, Bauarbeiter. Forscher eben zu den Berufen. Familien passen immer und sind auch schön anzusehen. Tiere gab es in Zirndorf auch – Cat Contet ist ideal für Facebook und die Dinos sind wunderbar geeignet als Sinnbild für klassische Massenmedien. Also für jeden ist etwas dabei und das Beste war: Bei jedem Foto blickte ich in ein freundliche Gesicht von Figuren meiner Jugend. Dafür allein hat sich die Reise nach Franken zu Playmobil schon gelohnt.
Playmobil gehört wie Lego zu den Spielsachen meiner Jugend. Noch heute hängt viel Herz an den bunten Plastikgegenständen und ich habe die meine Playmos und Legos von früher noch heute im Einsatz bei meinen Kindern.
Vor kurzem entdeckte ich eine sehr nette Sammleredition bei Playmobil. Diese gibt es schon länger, aber ich muss zugeben, mein Fokus hat sich in den vergangenen Jahren mehr auf Lego verschoben, so dass ich die Entwicklungen im Playmobil-Lager nur am Rande zur Kenntnis nahm. Das könnte sich jetzt wieder ändern. Bei einem Besuch im Playmobil Funpark in Zirndorf entdeckte ich an der Kasse verschiedene Sammlerfiguren in einer Vitrine.
Es gab dort Ritter, Indianer, Robin Hood, Bauarbeiter und auch einen Hofnarr. Letzterer hat es mir gleich angetan und ich musste zuschlagen. Vielleicht identifiziere ich mich einfach mit einem Hofnarr – sicher aus beruflichen Gründen.
Der Hofnarr ist eine 18 Zentimeter große Kunstharzfigur. Sie stammt von der französischen Designfirma Leblon-Delienne, die in Lizenz von Playmobil die Figuren fertigt und handbemalt. Mein Hofnarr ist auf 1500 Exemplare begrenzt und ich habe die Nummer 487. Der Hofnarr kostet rund 130 Euro in Zirndorf. Bei verschiedenen Händler schlägt die Figur bereits mit 150 Euro zu Buche. Das Design stammt aus dem Jahre 1979 und wurde im Zuge der Retro-Welle aufgelegt. Mir selbst gefallen ja die alten Figuren besser, wohl weil ich mit ihnen aufgewachsen sind.
Immer noch werde ich belächelt, wenn ich in meinem Seminaren erkläre, dass die Videospielindustrie eine der treibenden Kräfte im Bereich IT ist. Viele Leute sind auf den Pac Man-Stand stehen geblieben und erkennen nicht, welche Revolution von der Spieleindustrie ausgeht. Für sie steht fest: Videospiele sind Spielkram und in Deutschland spielt man nicht, man arbeitet. Daher freue ich mich sehr, dass der Mediencampus Bayern im Rahmen seiner Ringvorlesung sich auch dem Thema Games angenommen hat.
Nachdem ich einstmals an der Hochschule für Fernsehen und Film in München mehrmals eine Gastvorlesung zum Thema Geschichte der Videospiele mit dem Titel “Vom Film zum Spiel – vom Spiel zum Film” halten durfte, interessieren mich die Inhalte der Ringvorlesung brennend. Leider konnte ich an den verschiedenen Abendterminen im Werk1 München nicht teilnehmen, aber nachdem jetzt ein Buch zur Ringvorlesung erschienen ist, kann ich die Sache in Ruhe nachlesen. Das Buch gibt es für 9 Euro als gedrucktes Buch oder kostenlos zum Download.
Einige der Beiträge haben mich fasziniert. Die Sache über Retro-Gaming musste ich natürlich als erstes lesen. Autor Jochen Koubek nennt sieben Gründe, sich mit alten Spielen zu beschäftigen. Ich wüsste 100, nein eher 200 Gründe. Ich liebe Retro-Games und stehe jedes Mal vor der Entscheidung, eine weitere alte Konsole zu kaufen. Aber nach dem Kauf einer Arcade-Maschine von Lucasarts ist zu Hause kein Verständnis für mein Hobby zu bemerken. Daher lese ich gerne über Retro-Games und ich gebe Jochen Koubek mit seinen Ausführungen recht. 8 Bit rules und heute mehr denn je.
Zu Augmented Realtiy und Gamification hab ich schon verschiedene Podiumsdiskussionen geleitet, unter anderem auf den Medientagen München. Da war ich gespannt, was die Autoren da schreiben. Prof. Gudrun Klinker ist ja die Powerfrau, wenn es um AR geht. Ich höre ihre wissenschaftlichen Ausführungen gerne und jetzt kann ich ihre Wissenschaftersprache Absatz für Absatz nachlesen. Mit Recht schreibt sie: “Allerdings ist AR keine trocken Technologie mit Sonderstellung. Vielmehr muss sie sich, um erfolgreich zu sein, in den dem immer größer werdenden Reigen neuartiger, mobiler, ubiquitärer und multi-modularer klarer Mensch-Computer-Interaktionskonzepte nahtlos einzureihen” Mit der Google Glass und weiteren Brillen sowie neuen Apps wird die AR-Sache sicherlich erfolgreich sein. Davon bin ich überzeugt und die Zukunft wird nicht nur Gamer von AR begeistern.
Wenn Elemente von Videospielen in andere Bereiche wie Marketing übertragen werden, dann spricht man von Gamification. In Konferenzen wende ich diese Technik mehr und mehr an und der Erfolg ist gewaltig.
Also ich empfehle diese Ringvorlesung Games damit allen, die sich über neue Konzepte interessieren und über ihren Tellerrand hinauschauen wollen. Für die Durchführung dieser Ringvorlesung bin ich Markus Kaiser vom Mediencampus sehr dankbar.
Bei einem Verbraucherschutzseminar über Einkaufen im Netz konnte ich meine Teilnehmer mit den neuesten Zahlen konfrontieren. Es ist klar: Online-Shopping bricht immer neue Rekorde, aber Online-Shopping bedeutet nicht nur Einkaufen bei Amazon. Und ich stellte vier Entwicklungen des Online-Handels vor, die auf einer Studie der Post beruhen.
I like – Einkaufen im Netz.
94 Prozent der Internetnutzer über 14 Jahre kaufen inzwischen auch im Web ein. Dies entspricht 51 Millionen Bundesbürgern, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM zeigt. Klarer Trend: Online Shopping mit dem Smartphone.
Mit Smartphones und Tablet Computern wird mittlerweile ortsunabhängig im Web eingekauft. Die wachsende Verfügbarkeit von schnellem Internet beschleunigt diesen Trend. Besonders der Anteil älterer Online-Shopper ist gestiegen. 88 Prozent der Internetnutzer ab 65 Jahren kaufen mittlerweile online ein, vor zwei Jahren waren es noch 79 Prozent.
Interneteinkäufe ersetzen für viele Verbraucher zunehmend das Shoppen im Geschäft. Zwei Drittel der Online-Shopper (66 Prozent) bestellen mindestens mehrmals im Monat Waren über das Internet, 8 Prozent sogar mehrmals pro Woche. Dabei kommen mobile Endgeräte vermehrt zum Einsatz. Gut jeder vierte Online-Shopper (27 Prozent) nutzt dafür ein Smartphone oder einen Tablet-Computer, ein Plus zwei Prozentpunkten gegenüber 2012. Fast die Hälfte der mobilen Online-Shopper (47 Prozent) kauft am Arbeitsplatz mit Smartphone oder Tablet Computer ein. Das sind mehr als sechs Millionen Bundesbürger. Gut ein Viertel der mobilen Online-Shopper (26 Prozent) nutzt das mobile Gerät sogar, um vor Ort im Geschäft eine Online-Bestellung aufzugeben.
Ein wichtiger Faktor für Online-Händler sind Warenrücksendungen. Die BITKOM sagt: „Drei von vier Online-Shoppern (74 Prozent) haben schon einmal bestellte Waren zurückgeschickt. Viele von ihnen haben sich daran gewöhnt, nicht für den Rückversand zu bezahlen. In der Umfrage gab gut jeder dritte Online-Shopper (36 Prozent) gibt an, zumindest ab und an ohne Kaufabsicht im Internet zu bestellen. Vor allem Verbraucher zwischen 30 und 49 Jahren tun dies. Viele Nutzer sehen es als legitim an, auch ohne Kaufabsicht Waren zu bestellen. Online-Händler können anschließend Probleme haben, die Retouren zum Originalpreis zu verkaufen.“ Bei der Kaufabwicklung im Internet zahlen Online-Shopper in Deutschland am liebsten per Rechnung (63 Prozent). Ähnlich etabliert sind Online-Bezahldienstleister, 56 Prozent der Online-Shopper bezahlen darüber ihre Waren. Immer weniger Menschen treten beim Internetkauf in Vorleistung. Zahlten im Jahr 2012 noch 38 Prozent per Vorkasse, so macht dies jetzt nur noch rund ein Viertel (24 Prozent).
Zudem konnte ich vier Thesen der Deutschen Post vorstellen, wie sich der Handel im Netz verändern wird. Die Post hat die Ergebnisse der Studie ins Netz gestellt, die ich jedem Einzelhändler dringend ans Herz lege, Einkaufen im Netz gehört heute einfach dazu.
Die Thesen sind:
Der Online-Handel und der stationäre Handel verschmelzen. So kann sich der Kunde den Weg ins Geschäft sparen.
Der Kunde erhält die Ware noch am selben Tag – auch bei Internet-Bestellungen.
Händler sehen das Kaufverhalten der Konsumenten vorher – mithilfe künstlicher Intelligenz.
Persönliches Eigentum verliert an Bedeutung. Leasing- und Sharingmodelle sind der neue Trend.
Der Mensch ist ein visuelles Wesen. Das leuchtet jedem ein. Doch warum machen wir uns dann Aufzeichnungen von Vorträgen, Meeting oder Konferenzen als reinen Text? Wenn ich meine Kinder ansehe, dann haben sie Eindrücke in Zeichnungen verarbeitet. Sie können genau sagen, was sie gefühlt und gedacht haben, wenn wir uns diese Zeichnungen nach einiger Zeit wieder ansehen. Diese Fähigkeit ist uns wohl als Erwachsener verloren gegangen. Das möchte ich ändern.
Geniales Buch zu Sketchnote
Als Referent für visuelle Kommunikation arbeite ich mich derzeit in Sketchnote ein. Das ist eine Kombination von Zeichnungen und wenig Text. Ich bin dazu zwei Wege gegangen. Zum einen habe ich mir das wirklich hervorragende Buch Das Sketchnote Handbuch Das Sketchnote Handbuch: Der illustrierte Leitfaden zum Erstellen visueller Notizen der Sketchnote-Legende Mike Rohde besorgt und durchgearbeitet. Zum anderen habe ich auf der re:publica 2014 in Berlin einen Sketchnote-Workshop belegt. Beides hat sich voll gelohnt und ich werde auf meinen Seminaren zur visuellen Präsentation einen zweistündigen Vortrag mit Übung für meine Seminarteilnehmer einbauen.
Und als digitaler Mensch habe ich zudem das Problem gehabt, dass ich keine Lust hatte, mein Moleskine Notizbuch durch die Gegend zu schleppen. Obwohl Moleskine bei vielen Kreativen in ist, mag ich es nicht. Die Bücher liegen bei mir nur herum. Ich will ein digitales Tool und bei nach langem Ausprobieren auf die App GoodNotes 4 für das iPad gekommen. Sie macht genau das, was sie machen soll.
Dieses Trio leitete den Sketchnote-Workshop auf der #rp14
Der schwierigste Schritt bei Sketchnote beginnt im Kopf. Ich kann doch nicht gut genug zeichnen – diese und andere Gedanken kamen immer wieder. Das ist Blödsinn und ich musste mich von diesen Gedanken frei machen. Jeder kann zeichnen. Und wir reden bitte schön nicht von Kunst oder technischen, maßstabsgenauen Zeichnungen, sondern wir reden von Skizzen – eben von Sketches versehen mit Worten. Die zweite Schwierigkeit war, endlich den Schweinehund zu überwinden und es endlich zu tun. Das Buch von Mike Rohde gibt viele Anregungen und viel Inspiration, doch ich selbst muss den Stift in die Hand nehmen und endlich etwas zu Papier bringen.
Nach einigen Übungen von Körpern, Gesichtern und Figuren sowie Stimmungen fertigte ich als erste Übung einen Lebenslauf von mir an. Ich kenne mich selbst am besten und ich brachte mich selbst zu Papier. Und: Es hat Spaß gemacht. Ich erkannte mein Leben, meine privaten und beruflichen Stationen wieder. Als nächstes begann ich, Vorträge auf Konferenzen zu visualisieren. Dabei musste ich aufpassen, nicht in den alten Trott des Mitschreibens zu verfallen. Das Fokussieren auf die Kernaussage ist das Wichtigste und auf einmal stelle ich fest, wie schlecht viele Vorträge sind.
Das Buch Das Sketchnote Handbuch: Der illustrierte Leitfaden zum Erstellen visueller Notizen von Mike Rohde liegt als Quelle der Inspiration immer in der Nähe vom Bett und ich blättere es immer wieder gerne durch. Kollegen haben mich auf das Buch Visuelle Meetings: Meetings und Teamarbeit durch Zeichnungen, Collagen und Ideen-Mapping produktiver gestalten aufmerksam gemacht. Das werde ich mir wohl als nächstes anschaffen.
Dann besuchte auf der re:publica 2014 in Berlin einen Sketchnote-Workshop. Ein paar sympathische Leute von #vizthink haben einen lockeren Vortrag gehalten und die Teilnehmer zum Zeichnen animiert. Es hat Spaß gemacht und die Angst genommen. Vielleicht sammle ich ein paar Gleichgesinnte und versuche eine bayerische vizthink-Gruppe ins Leben zu rufen. Wer Lust dazu hat, einfach mit mir in Kontakt treten.
Über das Design von Apple sind zahlreiche Bücher veröffentlicht worden, aber eines der besten ist meines Erachtens die Designbibel von Paul Kunkel mit den Fotos von Rick English. Das Buch heißt schlicht Apple Design und die edle Titelseite ist weiß mit einem kleinen Regenbogenapfel.
Der erste Teil erzählt die Geschichte des Apple Designs und der Apple Industrial Design Group. Hier gibt es harte Fakten um coole Produkte und Strategien. Paul Kunkel berichtet, wer an welcher Produktentscheidung beteiligt war und warum ein Produkt nicht verwirklicht wurde. Super interessant zu lesen und darüber zu philosophieren.
Der zweite Teil zeigt das besprochene Design in zahlreichen, erstklassigen Fotos. Wer durchblättert, der begibt sich auf eine faszinierende Entdeckungsreise durch faszinierende Produkte. Mir bliebt die Spucke weg, welche abgebildete geheimen Prototypen es gab, die nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben. Das Buch erschien 1997 und gilt unter Apple-Sammlern als wahre Schatztruhe.
Es macht unglaublichen Spaß in der Design-Vergangenheit von Apple zu stöbern und seinen Gedanken nachzuhängen, was wäre passiert, wenn das Produkt wirklich gebaut wäre. Es beginnt mit den ersten Macs und reicht bis zum legendären Twentieth Anniversary Macintosh, der als Sondermodell zum 20. Firmenjubiläum von Apple im Jahre 1997 erschien.
Ich habe mal ein paar visionäre Produkte herausgesucht, die bis heute reichen. So beispielsweise das TimeBand. Es ist im Grunde die Ur-iWatch – wenn sie denn jemals kommt. Das TimeBand stammt aus dem Jahre 1991 und ist ein Newton am Handgelenk. Natürlich wirkt das Teil aus heutiger Sicht unbeholfen und klobig, aber dennoch welche Innovation steckt in so einem Produkt? Heute reden wir über wearable computer, Apple hat sie 1991 bereits im Kopf bzw am Arm gehabt.
Apples Figaro-Tablet, freilich noch mit Stift von 1989
Oder das Figaro-Tablet, freilich noch mit Stift von 1989. Es ist ein entfernter Design-Vorläufer des iPads, basierend wiederum auf der Newton Idee. Es zeigt sich, dass der Newton von John Scully gar nicht so schlecht war, auch wenn er von Steve Jobs verteufelt wurde. Es war wohl eher dem Reality Distortion Field zuzurechnen. Aber das Teil war wohl seiner Zeit weit voraus.
Die Brain Box (1989) oder Portable Computer (1989).
Das Buch Apple Design birgt zahlreiche Schätze von mobilen Mac, die Brain Box (1989) oder Portable Computer (1989).
So stellte sich Apple ein Navi vor.
Wir finden dort Vorläufer von Navigationsgeräten wie AppleSeeds von 1990 mit touristischen Informationen sowie die nette Idee eines Geldwechslers Exchanger von 1990.
Tragbares CD-Laufwerk Popeye.
Interessant fand ich auch die Kombi Anrufbeantworter und Fax und ein tragbaren CD-Player mit dem netten Namen Popeye von 1992.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Filmfanatiker bin. Mein Regie-Gott heißt Stanley Kubrick. Kubrick ist leider bereits verstorben, doch diesen Donnerstag wird ein Traum von mir wahr: Ich treffe seine Witwe Christiane Kubrick und ihren Bruder Jan Harlan. Etwas aufgeregt bin ich schon.
Auf Vermittlung des Taschen Verlages fliege ich auf eigene Kosten nach London und lausche auf dem Landsitz der Kubricks der Präsentation eines neuen Buches: „The Making of Stanley Kubrick’s 2oo1: A Space Odyssey’“. Da gibt es auch ein Interview mit den Erben. Und ich kann sicher dem legendären Verleger Benedict Taschen die Hand drücken.
Und jetzt ist die Reihe an euch: Habt ihr Fragen, die ich in eurem Namen stellen soll? Was wollt ihr über Kubrick und 2001 wissen? Was liegt euch auf der Seele? Bitte nur Fragen stellen, die die Erben auch beantworten können. Ich sammle eure Fragen und ergänze sie um meine neugierigen Fragen. Anschließend werde ich freilich über das Ereignis mehrere Blogbeiträge verfassen.
Ein neues 2001-Buch von Taschen und ich darf mit Kubricks Erben sprechen. Foto: Taschen
Das Buch „The Making of Stanley Kubrick’s 2oo1: A Space Odyssey’“ kommt im Juni auf den Markt und ist auf 1500 Exemplare limitiert. Kostenpunkt 500 Euro, aber es gibt auch zwei Spezialeditionen in 250ger Auflage für jeweils 1000 Euro. Ich werde das Buch noch ausführlicher besprechen. Aber soviel steht fest: Das bisher veröffentlichte Bildmaterial ist der Hammer. Es sind wirklich neue Fotos hinter den Kulissen, Zeichnungen und Skizzen. Für jeden Science Ficition-Fan wird es der richtige Kauf sein. Über die Qualität dieses filmischen Meisterwerkes muss ich wirklich kein Wort mehr verlieren.
Dreharbeiten zu 2001 mit Regie-Gott Kubrick. Foto: Taschen
Das Making-of-Buch besteht aus vier Bände in einer Metallbox, die freilich an den berühmten Monolithen erinnert. Die Designer, die bereits das berühmte Napoelon-Buch von Kubrick produziert haben, haben sich jetzt auch um 2001 verdient gemacht. Das Buchcover schuf Wayne Haag.
Die vier Bände umfassen:
Volume 1: Film stills
Volume 2: Behind the scenes (including new interviews with lead actors, senior production designers, and key special-effects experts)
Volume 3: Facsimile of original screenplay
Volume 4: Facsimile of original 1965 production notes
Und zudem gibt es noch den legendären 2001 Comic, den ich schon lange gesucht habe.
Faszinierendes Material zu 2001 in vier Bände. Foto: Taschen
Aber mehr, wenn ich das Buch in den Händen halte. Jetzt geht es erst einmal an Fragen sammeln für das Interview mit Christiane Kubrick und Jan Harlan. Ich freue mich wahnsinnig.
Neulich wurde ich gefragt: “Sind Sie eigentlich Youtuber?” Hm irgendwie schon. Also ich nutze Youtube nahezu täglich und stelle ein ein bis zwei selbstgedrehte Filme pro Woche online. Aber bin ich damit schon ein Youtuber? Ist das eine Berufsbezeichnung?
Die Macht der Google Tochter Youtube ist gewaltig, auch in unserer Familie. Wenn ich meine Kinder betrachte, dann nutzen sie Youtube nicht als klassisches Videoportal, sondern als Suchmaschine. Wenn sie etwas nicht verstehen, dann suchen sie bei Youtube nach einer Erklärung. Visuelle Vermittlung zieht anscheinend besser als Vermittlung über das geschriebene Wort. Und meine Kinder haben recht, Youtube ist ein großes Hilfeportal. Wenn ich eine Erklärung zu einem How to-Problem suche, dann liefert mir Youtube in der Regel eine Antwort. Damit ist Youtube für mich nicht nur eine platte Videoplattform, sondern ein Lerntool.
Und Material ist dort gewaltig zum Anschauen. Es würde rund 1200 Jahre dauern, um die Youtube-Filme eines Jahres anzuschauen – so viel Zeug ist dort gehostet. Im vergangenen Jahr wurden 100 Stunden Videomaterial pro Minute zu Youtube hochgeladen – vom verwackelten Müll bis hin zu großartigen Aufnahmen. Die Upload-Zahlen bei Youtube steigen von Jahr zu Jahr. Hier ein älterer Blogpost von mir mit Zahlen.
Und mit Youtube lässt sich via Google-Werbung Geld verdienen. Es sind nur Centbeträge zunächst, die sich aber rasch kumulieren, wenn das Video fett geklickt wird. Aber ich stelle fest: Meine Videos sind nicht dabei. Wer Zugriffe generiert, der bekommt Geld.
Und gleich wird wieder das Geschrei über Qualität einsetzen. Erinnert mich an die Diskussion um die Filmförderung. Intellektuell sind die Filme prima, nur das Publikum mag sie nicht und der Steuerzahler bezahlt für die Filmförderung. Wie wäre es, wenn ich Filmförderung für meine Youtube-Filme beantrage, denn die große Reichweite habe ich auch nicht – aber lassen wir das.
Auf der #rp14 habe ich in einem Panel erfolgreiche Youtuber kennengelernt, die mit der Plattform richtig Geld verdienen. Sie sind hervorragend vernetzt und ihre Fangemeinde warten regelrecht auf ein neues Video. Richtig gut laufen die so genannten Let’s play-Videos. Hier kommentieren ein bis zwei Spieler den Walktrough durch ein Spiel. Das Material wird auch in meiner Familie konsumiert und auch ich muss zugeben, dass ich mir dann und wann ein Let’s play ansehen und dann eine Kaufentscheidung für ein Spiel treffe.