Sind Sie eigentlich Youtuber?

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Neulich wurde ich gefragt: “Sind Sie eigentlich Youtuber?” Hm irgendwie schon. Also ich nutze Youtube nahezu täglich und stelle ein ein bis zwei selbstgedrehte Filme pro Woche online. Aber bin ich damit schon ein Youtuber? Ist das eine Berufsbezeichnung?

Die Macht der Google Tochter Youtube ist gewaltig, auch in unserer Familie. Wenn ich meine Kinder betrachte, dann nutzen sie Youtube nicht als klassisches Videoportal, sondern als Suchmaschine. Wenn sie etwas nicht verstehen, dann suchen sie bei Youtube nach einer Erklärung. Visuelle Vermittlung zieht anscheinend besser als Vermittlung über das geschriebene Wort. Und meine Kinder haben recht, Youtube ist ein großes Hilfeportal. Wenn ich eine Erklärung zu einem How to-Problem suche, dann liefert mir Youtube in der Regel eine Antwort. Damit ist Youtube für mich nicht nur eine platte Videoplattform, sondern ein Lerntool.

Und Material ist dort gewaltig zum Anschauen. Es würde rund 1200 Jahre dauern, um die Youtube-Filme eines Jahres anzuschauen – so viel Zeug ist dort gehostet. Im vergangenen Jahr wurden 100 Stunden Videomaterial pro Minute zu Youtube hochgeladen – vom verwackelten Müll bis hin zu großartigen Aufnahmen. Die Upload-Zahlen bei Youtube steigen von Jahr zu Jahr. Hier ein älterer Blogpost von mir mit Zahlen.

Und mit Youtube lässt sich via Google-Werbung Geld verdienen. Es sind nur Centbeträge zunächst, die sich aber rasch kumulieren, wenn das Video fett geklickt wird. Aber ich stelle fest: Meine Videos sind nicht dabei. Wer Zugriffe generiert, der bekommt Geld.

Und gleich wird wieder das Geschrei über Qualität einsetzen. Erinnert mich an die Diskussion um die Filmförderung. Intellektuell sind die Filme prima, nur das Publikum mag sie nicht und der Steuerzahler bezahlt für die Filmförderung. Wie wäre es, wenn ich Filmförderung für meine Youtube-Filme beantrage, denn die große Reichweite habe ich auch nicht – aber lassen wir das.

Auf der #rp14 habe ich in einem Panel erfolgreiche Youtuber kennengelernt, die mit der Plattform richtig Geld verdienen. Sie sind hervorragend vernetzt und ihre Fangemeinde warten regelrecht auf ein neues Video. Richtig gut laufen die so genannten Let’s play-Videos. Hier kommentieren ein bis zwei Spieler den Walktrough durch ein Spiel. Das Material wird auch in meiner Familie konsumiert und auch ich muss zugeben, dass ich mir dann und wann ein Let’s play ansehen und dann eine Kaufentscheidung für ein Spiel treffe.

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