Folter in Bayreuth: Die Sache mit den Stühlen

9. August 2015
Einmal im Jahr: Bayreuther Festspiele

Einmal im Jahr: Bayreuther Festspiele

Einmal im Jahr pilgere ich nach Bayreuth, um Richard Wagner zu genießen. Dieses Mal bekam ich Karten für Siegfried. Die Inszenierung von Frank Castorf fand ich wie das Jahr zuvor die Götterdämmerung grausam, aber die Musik war wieder wunderbar.

Ein Konzertsaal aus Holz - und die Stühle freilich auch.

Ein Konzertsaal aus Holz – und die Stühle freilich auch.

Natürlich steht die Musik von Wagner im Mittelpunkt. Gesellschaftlich ging es dieses Jahr eher um Stühle. Bei der Premiere ging das Gerücht, Bundeskanzlerin Angela Merkel sei vom Stuhl gefallen. Später kam die Entwarnung, nicht die Kanzlerin sei eingebrochen, vielmehr der Stuhl, auf den sie Platz nehmen wollte. Irgendwie verständlich, wenn man die Restauration um das Festspielhaus anschaut. Es hat alles schon bessere Zeiten gesehen. Das Ambiente lebt vom Glanz vergangener Tage. Kein Wunder, dass der Stuhl von Angela Merkel zusammengebrochen ist. Von Horst Seehofer hörte man, dass er wegen eines Schwächeanfalls die Festspiele verlassen musste. Ich hoffe, es lag bei ihm nicht am Stuhl, an dem Markus Söder sägt.


Naja, die Stühle in Bayreuth sind schon so eine Sache. In einem Restaurant muss man den Stuhl samt Tisch vorbestellen, um etwas zu essen zu bekommen. Im anderen Restaurant drängt sich eine Mensa-Atmosphäre auf. Nicht gerade Orte, bei denen man ein Bühnenweihespiel genießen will.

IMG_3466Ich nahm ein wenig im Park unterhalb des Festspielhauses auf einer Bank Platz. Vor einem Denkmal von Franz Liszt ließ sich entspannen und über die Musik nachdenken. Wir Wagnerianer wissen ja, Wagner hatte 1865 etwas Liszts Tochter Cosima angefangen, wovon der Vater nicht begeistert war. Franz Liszt ist übrigens auch auf dem Bayreuther Stadtfriedhof begraben. Der Besuch des Grabes ist empfehlenswert.

IMG_3440
Dieses Jahr waren die Stühle im Festspielhaus für mich eine Qual. Bisher hatte ich es immer gut ausgehalten, aber dieses Mal tat mir einfach nur der Rücken weh. Ich bin zwar immer wieder fasziniert von dem 1974 Plätze fassenden Zuschauerraum. Er ist schlicht eingerichtet und besteht aus gleichmäßig ansteigenden Sitzreihen nach Vorbild antiker Amphitheater. Die Akustik in dem Konzertsaal aus Holz ist genial.


Die hartem Holzklappstühle wie in alten Kinos soll eine Idee von Wagner selbst gewesen sein. Kein Zuschauer sollte einschlafen, denn bequem sind die Holzteile wirklich nicht und die Reihen sind eng, also ist mit Beine ausstrecken auch nicht viel her. Siegfried dauerte von 16 bis 22 Uhr mit zwei Pausen, da kann das Sitzen zur Folter werden. Die Pausen sind dringend nötig, um sich zu strecken und spazieren zu gehen. Drei Plätze nehmen mir saß ein äußerst korpulenter Herr, der ist schlichtweg bei Siegfried gestorben.

Dieser arme Mann tat mir echt leid.

Dieser arme Mann tat mir echt leid.

Einige Besucher haben ein Sitzkissen dabei und auch eine Marktlücke für Kissen hat sich aufgetan, dass die findige Unternehmerin Stephanie von Keller die Festspieltasche erfand. Die Festspieltasche ist eine Tasche zum Sitzen und ein Kissen als Tasche. Ich habe darüber gebloggt.

Tristan und Isolde – Wagner im Kino Scala Fürstenfeldbruck

8. August 2015
Zusammen mit meiner Frau genoss ich Tristan und Isolde im Scala Fürstenfeldbruck.

Zusammen mit meiner Frau genoss ich Tristan und Isolde im Scala Fürstenfeldbruck.

Darf man Richard Wagner im Kino genießen? Ja, man darf, mann sollte sogar. Nachdem ich mir Siegfried live in Bayreuth angeschaut habe, genoss ich Tristan und Isolde im Scala Kino Fürstenfeldbruck. Es ist die düsterste Oper des großen Richard Wagner in der interessanten Inszenierung von Katharina Wagner und mit dem großartigen Christian Thielemann am Dirigentenpult.

Ich versuche immer beides zu machen: Wagner auf dem grünen Hügel und Wagner im Kino – und beides hat dieses Jahr auch wieder geklappt.
Zwar putze ich mich nicht so heraus, wie beim modischen Schaulaufen in Bayreuth, aber weißes Hemd und Fliege müssen auch im Kino bei dieser Art von Hochkultur sein. Die Reaktionen der anderen Kinobesucher, die sich einen Actionfilm in einem anderen Saal ansehen, war einfach göttlich. So bringt Kino die Menschen zusammen und wir haben alle was zu reden.


Während es im Festspielhaus in Bayreuth deutlich über 30 Grad Celsius hatte und der Fächer die warme Luft nur verteilte, herrschten im Scala Kino Fürstenfeldbruck angenehme Temperaturen. Die bequemen Kinositze waren kein Vergleich zu den engen und unbequemen Klappstühlen im Festspielhaus. Ich habe in Bayreuth dieses Jahr gelitten, aber dazu gibt es einen anderen Blogpost.


Darf man eigentlich Nachos, Popcorn und Cola bei Wagner genießen? Im Kino auf jeden Fall – was in Bayreuth eine Todsünde wäre, ist im Kino für mich kein Problem. Die Kino-Karte kostet auch nur 30 Euro, die Bayreuth-Karte 300 Euro – Unterschiede müssen sein. Schön ist, dass das Libretto im Kino eingeblendet wird. Das Verfolgen der Handlung ist also kein Problem, wobei Handlung des Tristans schnell erzählt ist.
Störend ist nur, dass der ein oder andere der 70 Kinozuschauer in Fürstenfeldbruck während der Vorstellung die Toilette besuchte oder Biernachschub holte. Tür auf, Licht rein – das stört. In Bayreuth gilt: Wer raus geht, der bleibt bis zum nächsten Aufzug draußen und das aus guten Grund. Ich will bei der göttlichen Musik nicht gestört werden und das meine ich ernst. Der Tristan-Akkord hat das Tür auf/Tür zu nicht verdient. Geht vorher pinkeln oder in der Pause, aber nicht während der Aufführung!
Die Kinoübertragung via Satellitenlink zeigte uns Kinozuschauer mehr Content. Es gab Blicke hinter die Kulissen, allerhand Interviews (sehr schön mit Christian Thielemann im obligatorischen quergestreiften Polo-Shirt und Goldkettchen), die Handlung und eine sogar Überraschung. 2016 wird der Parsifal neu inszeniert und diese Neuinszenierung wird gleich ins Kino übertragen. Parsifal ist persönlich meine Lieblingsoper von Wagner und ich hoffe, dass ich Karten für Bayreuth bekomme. Wenn nicht, dann geh ich wieder ins Kino.


Aber es war nicht alles toll bei der Kinoübertragung. Der Ton ist klar in Bayreuth mit Abstand besser. Zwar verfügt das Scala Kino in Fürstenfeldbruck über ein hervorragendes Soundsystem, aber die Akustik im Festspielhaus ist nochmals um Klassen besser. Der alte Richard Wagner wusste, was er da macht. Schlimmer waren die Bildstörungen in der Übertragung. Vor allem gegen Ende war es entsetzlich störrend. Bei „in des Welt-Atems wehendem All“ musste ich die Augen schließen, um Isoldes Verklärung genießen zu können. Freunde in Bayreuth, das war einfach schlecht.
Und richtig daneben waren erst die Werbeeinblendungen der Allianz Versicherung, die den Pausencontent finanzierten. Der Fächer mit dem Allianz-Logo ging ja noch, aber der Tomaten-Werbetrailer aus den 80ern von der Allianz vor dem zweiten Aufzug war schlichtweg eine Frechheit.

Zum Tode von Hajo Hoffmann

5. August 2015
Viel zu früh verstorben: Halo Hoffmann  Foto: Lange

Viel zu früh verstorben: Halo Hoffmann Foto: Lange

Via Facebook erfuhr ich vom Tod von Hajo Hoffmann. Er starb vor kurzem im Alter von 57. Jahren völlig überraschend. Hoffmann war mit Leib und Seele Musiker.

Räuberzivil live bei den Songs an einem Sommerabend. Foto: Lange

Räuberzivil live bei den Songs an einem Sommerabend. Foto: Lange

Bei den Songs an einem Sommerabend 2013 vor Kloster Banz durfte ich ihn fotografieren. Er war damals Mitglied von Räuberzivil, der Band um Heinz Rudolf Kunze. Kunze würdigte verstorbenen Halo Hoffmann mit den Worten: „Wir sind zutiefst schockiert, bestürzt und fassungslos! Vorgestern verließ viel zu zeitig ein Freund und grandioser Musiker die Bühnen dieser Welt! Wir trauern um Hajo Hoffmann – einen unserer Wegbegleiter und „alten“ Räuberzivil-Musiker! Mach es gut Hajo!“ Heinz-Rudolf Kunzes Facebook-Seite trägt Trauer – Trauer um Hajo Hoffmann im Zeitalter von Web 2.0.

Bildschirmfoto 2015-08-04 um 14.18.07
Während der Star Heinz Rudolf Kunze bei den Songs an einem Sommerabend in Sachen Fankontakt etwas zurückhaltender ist, scheint Hajo Hoffmann das Gegenteil zu sein. Er geht auf Menschen zu, unterhält sich, albert herum. So auch mit uns als Fotografen. Meine Frau und ich schossen eine ganze Fotoserie von seinem eindrucksvollen Auftritt. Er war ein Zauberer auf der Geige – eine Art Hendrix seines Instruments. Er spielte seine Geige in verschiedenen Positionen, sogar hinter dem Kopf und hatte sichtlich Spaß an der Sache. Er rockte die Bühne. Der Vollblut-Musiker war in seinem Element. Hier eine Bilderstrecke von mir, die seine Bühnenshow eindrucksvoll zeigt.


Hinter der Bühne saßen wir zusammen mit Wolfgang Stute und Hajo Hoffmann. Der Moderator der Songs Matthias Brodowy, selbst Musiker, kam dazu und die Musiker begannen zu fachsimpeln. Alle hatten schon zusammen gespielt und waren absolute Profis ohne Starallüren. Der Geiger Hoffmann wollte zudem die Ukulele als Instrument bekannter machen. Die Ukulele schien für ihn eine Herzenssache zu sein, der große Kerl hatte eine innige Beziehung zu dem kleinen Instrument. Hajo Hoffmann ist viel zu früh verstorben.

Der Geiger Hoffmann wollte zudem die Ukulele als Instrument bekannter machen. Foto: Lange

Der Geiger Hoffmann wollte zudem die Ukulele als Instrument bekannter machen. Foto: Lange

Schultaschen für Togo – Hilfe von Aktion PiT – Togohilfe e.V.

4. August 2015
Margret Kopp  von Aktion PiT - Togohilfe e.V.

Margret Kopp von Aktion PiT – Togohilfe e.V.

Gleich vorweg: Ich bin vorbelastet – ich habe zwei Patenkinder in Togo, die ich monatlich finanziell unterstütze, damit die jungen Menschen eine ordentliche Schul- und Hochschulausbildung bekommen. Und ich habe Togo einmal besucht, um mich davon zu überzeugen, dass unsere Spenden auch dort ankommen, wo sie benötigt werden. Daher unterstütze ich die Aktion PiT – Togohilfe e.V. Ich habe bereits darüber gebloggt.


Aktion PiT – Togohilfe e.V. ist ein ehrenamtlicher Verein in Maisach, Landkreis Fürstenfeldbruck, westlich von München, der sich seit über 30 Jahren für die Menschen der ehemalige deutsche Kolonie Togo einsetzt. Derzeit wird wieder ein Container auf die Reise in das afrikanische Land Togo geschickt. Zum Schuljahresende in Bayern sammelte Margret Kopp und ihr Team in den Schulen des Landkreises Schultaschen und Schulranzen. Über 200 Taschen sind zusammengekommen. Dazu kamen noch allerhand Schulmöbel, Stühle und Tische sowie noch Büromaterial, Hefte, Stifte, Scheren – alles, was Kinder für Schulausbildung benötigen. „Wir geben den bayerischen Schultaschen ein zweites Leben.“ Die Pakete werden von rund 20 ehrenamtlichen Helfern in einen Container verladen. Über Hamburg wird der Container mit den Spenden nach Lomé, der Hauptstadt von Togo verschifft und erst in den bewachten Lagerhallen von der Aktion PiT – Togohilfe e.V. und dem Zoll geöffnet. „Wir achten genau darauf, dass die Spenden ankommen“, so Margret Kopp. Ihr Team vor Ort koordiniert die Spenden dann vor Ort. Ende August soll dann schon der nächste Container auf die Reise gehen.


Ein Großprojekt startet die Aktion PiT – Togohilfe e.V. dann im November. Für einen Monat werden Mediziner aus Deutschland ehrenamtlich in den abgelegenen Buschkrankenhäuser und Buschstationen von Togo arbeiten und Patienten behandeln. Dazu türmen sich im Togohaus in Maisach Medikamente und medizinische Geräte. Es werden noch Betttücher für die Krankenstationen gesucht. „Wir wollen im November rund 10000 Patienten behandeln und gehen bewusst in die abgelegenen Regionen von Togo“, berichtet Margret Kopp. Sie rechnet mit rund 1000 Operationen. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Engagement. Im Moment überlege ich mir, 2016 Margret Kopp und die Aktion PiT – Togohilfe e.V. nach Afrika zu begleiten, um den Verein noch mehr Aufmerksamkeit zu bringen. Ich hatte dies bereits einmal im Auftrag einer Tageszeitung gemacht. Nun werde ich es wohl als Blogger auf eigene Faust tun.

Die Top 3 Ausreden der Daten-Verweigerer

3. August 2015
Es gibt bei der Digitalisierung noch viel zu tun.

Es gibt bei der Digitalisierung noch viel zu tun.

Der Spruch vom alten Henry Ford ist ja bekannt. „Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfenes Geld. Ich weiß aber leider nicht, welche Hälfte das ist.“ Beim Marketing im Mittelstand kann man den Ford-Spruch genauso anwenden – und das mache ich gerne in meinem Seminaren. Und ich habe oftmals digitale Verweigerer vor mir sitzen, die es zu überzeugen gilt. Die Verweigerung reicht vom Zugang zum Internet, über Einstieg in soziale Netzwerke bis hin zur Analyse von digitalen Daten.
Die letzte Gruppe hatte gerade Adobe auf dem Schirm. Adobe hat hier drei Top Ausreden der Daten-Verweigerer gesammelt, die ich gerne weitergeben kann. Sie stimmen einfach. In der Praxis habe ich solche Aussprüche gehört – da sind wir noch weit entfernt von der Digitalisierung des Mittelstandes.
Knapp jeder zweite Marketingverantwortliche in Deutschland (42 Prozent) vertraut dem aktuellen „Adobe Digital Roadblock Report 2015“ zufolge noch immer allein auf sein Bauchgefühl, wenn wichtige Entscheidungen für die Marketing-Strategie anstehen. Nur etwas mehr als jeder Dritte (37 Prozent) setzt bereits auf die validen Erkenntnisse einer Daten-Analyse. Woran liegt´s?

Ausrede #1: „Niemand weiß, wie es geht“
Fehlende Analyse-Erfahrungen führen häufig dazu, dass sich in den Unternehmen erst gar nicht an die datenbasierte Kampagnenoptimierung herangetraut wird. Laut „Adobe Roadblock Report 2015“ fehlt es 21 Prozent der deutschen Marketingentscheider an entsprechenden Weiterbildungsangeboten in neuen Marketing-Skills. Tatsächlich aber brauchen sie die gar nicht, um mit der Optimierung durchzustarten: Moderne Analyse-Tools sind inzwischen extrem einfach zu bedienen und verlangen keinerlei Vorerfahrungen. Mit nur wenigen Klicks gewinnen damit selbst Analyse-Rookies sehr schnell wertvolle Erkenntnisse, wie sie den Erfolg ihrer Maßnahmen optimieren können.

Ausrede #2: „Unser Unternehmen ist dafür nicht richtig aufgestellt“
Als nicht minder große Hürde, die den Marketer in seinen Optimierungsbemühungen blockiert, werden dem „Adobe Roadblock Report 2015“ zufolge auch die unzureichenden Strukturen im eigenen Unternehmen (14 Prozent) angesehen. Und damit haben sie nicht ganz unrecht: Übergreifende Teamstrukturen und ganzheitliche Prozesse sind zweifelsohne wichtige Voraussetzungen, um die Potenziale der datenbasierten Kampagnenoptimierung bestmöglich auszuschöpfen. Doch davon muss so manch CEO erst noch überzeugt werden. Am besten mit konkreten Ergebnissen kleinerer Optimierungsmaßnahmen, die ohne strukturelle Veränderungen durchgeführt werden können. Statt zu resignieren, gilt es, aktiv zu werden und die Optimierung selbst in die Hand zu nehmen. Stimmen die Ergebnisse, wird über kurz oder lang auch die Unternehmensführung mitziehen!

Ausrede #3: „Mein Bauchgefühl hat mich noch nie getäuscht“
Zugegeben: Manchmal sind es auch das richtige Bauchgefühl und die langjährigen Erfahrungen eines Marketingverantwortlichen, die Kampagnen zum Erfolg führen. Über die volle Strecke einer Kampagne aber wäre es geradezu fahrlässig, sich allein auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Dafür ist das Marketing zu schnell und heterogen geworden. Allein die Customer Journey hat dramatisch an Dynamik gewonnen, lineare Prozesse gehören der Vergangenheit an. Marketingverantwortliche stehen heute vor einer wahren Touchpoint-Odyssee der meist mobilen Kunden, die dringend eine ganzheitliche Betrachtung erfordert. Damit ist selbst der beste Bauch irgendwann überfordert!

Entwicklungen am eBook-Markt

31. Juli 2015

IMG_3004

Es tut sich viel in Sachen eBooks. Nachdem Weltbild seine Filialen jetzt endgültig schließt und damit die Vertriebsmöglichkeiten von Tolinos eingeschränkt ist, drängt Amazon in die Lücke. Mit einer massiven Werbeaktion an Bahnhöfen und in ICEs versucht der Online-Versender seinen Kindle zu pushen. Die Werbung ist im zurückhaltenden Schwarzweiß gehalten und zeigt Menschen beim Lesen, freilich mit Kindle. Dazu gibt es gute Sprüche wie „Wenn ein Buch ein guter Reisegefährte ist, dann begib dich auf die schönste Gruppenreise der Welt.“ Hier spricht Amazon übrigens das Social Reading ein, denn Kindle ist ja ein Online-Device. Social Reading bedeutet: Ich markiere eine Textstelle in einem Fachbuch und gebe diese Markierung für andere frei. Das macht die Crowd ebenso. So kann ich Fachbücher deutlich schneller lesen.


Ein anderer Spruch ist: „Les nach, wie andere die Welt sehen und dann sieh nach, ob sie recht haben.“ oder „Mit guten Büchern reist man niemals allein.“ Wie es der Zufall will, wurden neue, verbesserte Kindles von Amazon präsentiert und wer bis 2. August sein Device bestellt, der bekommt sein Gerät für rund 20 Euro billiger. Also zuschlagen, wer überlegt einen Kindle, Kindle Paperwhite oder den Highend Kindle Voyage für den Urlaub zu kaufen.


Wer seine Kindle-Bücher auf deinem Smartphone oder Tablet lesen will, für den hat Amazon seit dem jüngsten Softwareupdate mit Version 4.9 die Schrift geändert. Bei der neuen Version wurde die Textdarstellung optimiert. Gleichmäßigere Wortabstände und verbesserte Zeichensetzung helfen beim Lesen. Größte Neuerung: Mit „Bookerly“ führt Amazon eine exklusiv für den Kindle entwickelte Schrift ein. Ich hab es ausprobiert und die Schrift ist wirklich besser lesbar.

ePublishingmarkt in Deutschland, Grafik: Statista

ePublishingmarkt in Deutschland, Grafik: Statista

Nach Angaben von Statista wird die Zahl der deutschen eBook-Käufer in 2015 auf sieben Millionen steigen. Das Portal schätzt, dass es bis 2020 knapp über neun Millionen sein werden. Dafür will ich nicht die Hand ins Feuer legen. Insgesamt soll die digitale Leserschaft in den nächsten fünf Jahren auf 12,9 Millionen zahlende Kunden steigen. Davon entfällt das Gros auf eBooks. Digitale Ausgaben von Verbraucher- und Wirtschaftszeitschriften (eMagazin) sowie täglich und wöchentlich erscheinende Digitalausgaben von Zeitungen (ePaper) werden der Statista-Prognose zufolge auch 2020 noch ein Nischendasein fristen. Vor allem für die digitalen Tageszeitungen sehe ich schwarz. Wir hatten als Familie neulich die Digitalausgabe der örtlichen Tageszeitung probiert, die wir am iPad lesen wollten. Meine Kinder waren neugierig und legten dann enttäuscht das iPad zur Seite. „Da wird ja nichts aktualisiert, Papa. Das sind ja die Nachrichten von gestern und warum gibt es keine Filme wie bei Harry Potters Tagesprophet?“ (The Daily Prophet). Gute Frage.

Buchtipp: Push Start – The Art Of Video Games von Stephan Günzel

30. Juli 2015

art_of_Videogames

Können Pixel Kunst sein? Diese Frage bewegt mich nach der Lektüre des Buches Push Start – The Art Of Video Games. Über 600 Videospiele aus den vergangenen Jahren auf 380 Seiten sind hier großformatig abgebildet – von den Anfängen der Telespiele bis zu den Videogames der Gegenwart. Beim Durchblättern dieses Bilderbuches für Gamenerds kommen Erinnerungen an längst vergessene Freuden hoch. Die Faszination, der ich erlegen bin, wenn ich eine Spielecartridge damals in mein Atari 2600 geschoben habe. Es hat ein paar Sekunden gedauert und ich war von der Pixelwelt gefangen. Die gleiche Faszination stellte sich später bei mir beim Volkscomputer Commodore C64 ein als ich die Datasette fütterte. Ich beschwor meine Eltern mir den C64 zu kaufen, wegen der Schule und so. Nun ja, ich habe ein paar Mal Hausaufgaben gemacht, Basic programmiert, Assembler gelernt, aber die meiste Zeit habe ich gespielt, gezockt, geballert. In dem Buch Push Start – The Art Of Video Games entdeckte ich die Spiele meines Teenager-Zeitalters wieder. Minutenlang starrte ich Screenshots in diesem Prachtband an und versank in meiner digitalen Vergangenheit.


Viele der Pixel wurden zu Ikonen der Populärkultur: Pac Man, Mario, Zelda, Donkey Kong, Space Invaders – wie stark diese Marken sind, zeigt sich in dem Klamauk-Spielfilm Pixels, der dieser Tage im Kino läuft. Sind damit Videospiele automatisch Kunst, wie der Buchtitel suggeriert? Nein, nicht alle, aber viele. So wie nicht jeder Film ein Kunstwerk ist, so wie nicht jedes Gemälde ein Kunstwerk ist, so wie nicht jedes Musikstück ein Kunstwerk ist, so ist auch nicht jedes Videospiel ein Kunstwerk. Viele sind es aber dennoch geworden. Kunst im Videospielbereich kann der Entwickler nicht schaffen, sondern Kunst wird durch und mit den Gamer geschaffen. Durch die Identfikation mit dem Spiel werden die digitalen Pixels zum Kunstwerk. Die Spielidee schafft im Kopf eigene Welten. Und dabei meine ich nicht nur das Gamedesign. Es gibt, gerade im Bereich der Next Gen-Konsolen, viele Spiele, die fantastisch aussehen, aber noch lange keine Kunst sind. Diese Kunst muss sich durch Interaktion Game – Gamer entwicklen, sich langsam formen.


Das Buch gibt uns Fans und Kunstinteressierten einen emotionalen Streifzug in unsere eigene Vergangenheit und Gegenwart. Und dazu gibt es fetten Sound. Einige der Gametracks gibt es auf einer neongelben 10-inch Vinyl-Schallplatte sowie als MP3-Downloadcode – remixed by Big Twice. Die Musik ist so gut, sie läuft sogar bei uns im Auto.

IMG_3256
Der Autor dieses großzügigen Pixelstreifzuges ist Stephan Günzel. Er ist Professor für Medientheorie an der Berliner Technischen Kunsthochschule. Zuvor lehre er an der Humboldt-Universität Berlin sowie an den Universitäten Jena, Klagenfurt und Trier. Von 2008 bis 2010 war er Koordinator des Zentrums für Computerspielforschung (DIGAREC) und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam. Damit will ich sagen: dieser Mann befasst sich wissenschaftlich mit dem Thema Games und ist mit Sicherheit ein begeisterter Gamer. Dies sieht man diesem Buch an. Er selbst setzt sich mit der Frage nach dem Kunstbegriff in mehreren Aufsätzen in dem Buch Push Start – The Art Of Video Games auseinander – sowohl in Deutsch als auch in Englisch. Also für mich eine klar Kaufempfehlung dieses Coffee Table-Books.

Trotz Digitalisierung: Deutsche Schüler haben schwache PC-Kenntnisse

29. Juli 2015
Textverarbeitung in alten Zeiten.

Textverarbeitung in alten Zeiten.

In Bayern stehen die Sommerferien vor der Tür. Als Referent für Medienkompetenz durfte ich im Schuljahr 2014/15 viel mit Schülern in Bayern und in Deutschland unternehmen. Ich sprach viel zum Thema Umgang mit Medien und halte das Thema weiterhin für wichtig. Ich durfte viel mit Schülern auf Seminaren arbeiten, unter anderem auch mit zahlreichen hoch motivierten Schülerzeitungsredakteuren – trotz G8.
Bei meinen Schulungen stellte ich fest: Der Umgang mit dem Smartphone und Tablet ist bei den Schülern kein Problem. Beim Umgang mit klassischen Office-Anwendungen oder Cloud-Diensten klaffen aber manches Mal gewaltige Lücken. Diese subjektiven Erfahrung wurde mir jetzt von der Initiative D21 bestätigt.

MS Office ist schon über 25 Jahre alt und dennoch haben manche Schwierigkeiten.

MS Office ist schon über 25 Jahre alt und dennoch haben manche Schwierigkeiten.

Schüler gehören zu den Digital Natives und sind im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt damit offener gegenüber neuen Technologien und digitalen Innovationen. Sie verbringen rund vier Stunden täglich online. Zudem nutzen sie aktiv verschiedene mobile Endgeräte. 93 Prozent der Schüler ab 14 Jahren besitzen ein Smartphone, so die Initiative D21.
So selbstverständlich die tägliche Nutzung digitaler Endgeräte ist – Schüler in Deutschland liegen im Umgang mit Office-Programmen aber nur knapp über dem Bundesdurchschnitt. 82 Prozent geben an, Texte in einem Textprogramm schreiben zu können (vgl. Bevölkerung gesamt 80 Prozent). 59 Prozent geben an, Berechnungen in Tabellenprogrammen durchführen zu können (vgl. Bevölkerung gesamt 57 Prozent).
Diese Zahlen sind beunruhigend, denn Anwendungskenntnisse in Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen wie Word oder Excel sind für die meisten Berufe unerlässlich geworden. Dabei geht es mir persönlich nicht darum, ob jemand mit Microsoft Word oder Microsoft Excel umgehen kann oder vielleicht mit Apple Pages oder Apple Numbers oder Libre Office – es geht mir um den Umgang mit Office-Software allgemein. Diese Digitalkompetenzen sind nicht überall zu finden und auch das gehört zur Medienkompetenz.
Jetzt bin ich kein Referent für Excel, aber selbst bei Präsentationssoftware wie PowerPoint, Keynote oder Prezi bestehen große Lücken. Bei meinen Seminaren zur visueller Präsentation stellte sich heraus, dass die Teilnehmer sehr schnell kapierten, wie wichtig visuelles Präsentieren ist. Beispiele dafür gibt es viele – kein Tod durch PowerPoint. Beim Erstellen einer Masterfolie scheiterten allerdings einige – das darf nicht sein. Diese Digitalkompetenzen gehören zur Schule, Studium und Beruf einfach dazu. Also werde ich in meinem Schulungsschuljahr 2015/16 einen Schwerpunkt darauf legen.

Wer ihn kennt, hat ihn gehasst. Und dennoch gehörte Karl Klammer zum Office-Umgang.

Wer ihn kennt, hat ihn gehasst. Und dennoch gehörte Karl Klammer zum Office-Umgang.

Musiktipp: Jahreszeiten 1967-2013 von Reinhard Mey

28. Juli 2015

mey

Reinhard Mey ist sicherlich der wichtigste deutschsprachige Liedermacher unserer Zeit. Wobei ich das Wort Liedermacher schon wieder so typisch deutsch finde, nach dem Motto: Vorsicht, jetzt kommt ein Bildungsbürger. Vielleicht sollte ich besser so beginnen: Reinhard Mey ist sicherlich der wichtigste deutschsprachige Musikwortkünstler unserer Zeit. Ich habe ihn mehrmals live gesehen und seine Musik gibt mir etwas.


Daher habe ich mich entschlossen, doch endlich die fette Box Jahreszeiten 1967-2013 zu kaufen. Zwar hatte ich bereits das eine oder andere Mey-Album, jetzt habe auf jeden Fall alle deutschen Studioalben der Jahre 1967-2013. Und ich sage gleich: Es ist nicht der komplette Reinhard Mey – es fehlen die französischen Alben (die Edition Francaise), es fehlen die holländischen Ausgabe und die englische ONE VOTE FOR TOMORROW, und die Live-Alben (daher eine Studiobox).
Da werden die Sammler und Experten aufheulen und auf die Werkausgabe von Reinhard Mey hoffen. Es sind die kompletten deutschen Studioaufnahmen als Solo-Künstler, nicht mehr, nicht weniger. Ich wollte die Werkausgabe von Reinhard Mey nicht abwarten und investierte eine schöne Stange Geld, um die ein Exemplar der auf 4000 Stück limitierte Ausgabe Jahreszeiten 1967-2013 in der Hand zu halten. Die schöne Box umfasst 28 Datenträger, darunter 26 Studioalben, vier Bücher mit sämtlichen deutschen Liedertexten der Studioalben, eine für mich überflüssige CD mit Coverversionen anderer Liedermacher (hier hätte ich lieber rare Liveaufnahmen gehabt), eine DVD mit TV-Auftritten und TV-Portraits, ein 100-seitiges, gebundenes Buch mit zu groß gedruckten Texten (sollte wohl für die ältere Zuhörerschaft gemacht sein) sowie einen nummerierter Kunstdruck (gefällt mir nicht und wird im Archiv verschwinden). Lobenswert: Reinhard Mey spendet seinen Anteil am Verkauf dieser Edition den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.


Wer die CDs am Stück hört, kann die Entwicklungen und Strömungen des Künstlers schön erkennen. Schrecklich war für mich übrigens die Pop-Phase des Künstlers, der dann immer wieder zur Liedermacherszene zurückkehrte. Die Weiterentwicklung des Künstlers findet leider nur wenig statt, auch wenn mir der Pop-Ausflug nicht gefallen hat. Eigentlich reproduziert sich Mey immer wieder. Und da ist mein und sein Dilemma: Eigentlich mag ich den Liedermacher Reinhard Mey mit seinem Liedermacher-Repertoire. Die Songs sind eindringlich und sprechen mich emotional und intellektuell an – eine Weiterentwicklung will ich eigentlich nur bedingt. Musikalisch kann Reinhard Mey stehen bleiben und alle Jahre neue Alben in diesem Stil auf den Markt werfen (die ich brav auch kaufe). Seine Sicht und seine Kommentare auf die Welt und das Leben an sich sind mir wichtig. Aber ich denke, es langweilt einen als Künstler, der an neue Grenzen stoßen und diese überwinden will. Immer wieder versuchte Reinhard Mey auf seinen 26 Studioalben musikalische Zäune nieder zu reißen und diese Grenzen zu überwinden. Aber ist ihm das geglückt? Wohl eher nicht – und das ist ein Dilemma, das Dilemma des Reinhard Mey. Er gibt uns das, was wir hören wollen. Und wer Reinhard Mey mag, der kann mit dieser Box Jahreszeiten 1967-2013 absolut nichts falsch machen.

Buchtipp: Mad Men und die Mid-Century Ads von Jim Heimann, Steven Heller

26. Juli 2015

aufmacher

Die Serie Mad Men wurde mit zahlreichen Fernsehpreisen überhäuft. Obwohl ich nie Werber werden wollte, fasziniert mich die Atmosphäre dieser Serie und der dazugehörigen Branche. Ich habe die Serie um den fiktiven Werbetexter Don Draper genossen und bisher alle Teile auf DVD verschlungen. Mad Men bedeutet ja eigentlich Men of Madison Avenue, dem Zentrum der US-Werbeindustrie. Wie später die Meister des Universums an der Wallstreet waren hier Meister der Beeinflussung am Werk.
Die Serie war so detailreich und machte durch diese Details einfach Spaß. Wer sich die Zeit nimmt, wird feststellen, wie liebevoll an die ganze Sache herangegangen wurde. Es stimmt einfach alles: Musik, Tapeten, Autos, Einrichtung sogar die Frisuren und die Klamotten. Das Setdesign hat ganze Arbeit geleistet. In der Serie selbst geht es ums Geld verdienen, Frauen vernaschen, Fremdgehen, Alkohol trinken und Zigaretten rauchen. Die Serie zieht sich durch die spannende Zeit der sechziger Jahre und ist eine prima TV-Unterhaltung. Sie zeigt eine Zeitenwende – wie aus den konservativen 50ern die progressiven 60er wurden. Es ist schön, wie historische Momente mit der Fiction der Erzählstory verwoben werden, seien es die Mondlandung, die Ermordung von Dr. Martin Luther King, die Beatles oder die Beatniks in Greenich Village.


Beim Betrachten der Serie kam bei mir mehr und mehr das Interesse an der Werbung dieser Zeit auf. Schließlich nehmen Werbekampagnen und der Kampf um Werbeetats einen großen Raum in Mad Men ein und der Zuschauer wird an die Werbephilosophie der Zeit durch den Hauptprotagonisten Don Draper herangeführt. Wie tickt eigentlich so ein Werber? Und was macht eigentlich eine gute Werbung aus? Wie sah das Storytelling aus? Ich stellte mir immer die Frage: Wie war eigentlich die Werbung in dieser Zeit? Ich selbst bin durch die Werbung der siebziger und achtziger Jahre sozialisiert worden, durch Bärenmarke, Kinderschokolade, Klementine und Palomliv. Ich kenne Herrn Kaiser, den Käfer, vielleicht noch ein wenig das HB-Männchen und den Malboro-Mann. Gerade eben hat die Allianz die Werbespots meiner Jugend online gestellt – großartig. Doch wie funktionierte Werbung in den fünfziger und sechziger Jahren?


Von Kommunikationstheoretiker Marshall McLuhan stammt der Ausspruch „Werbung ist die Höhenmalerei des 20. Jahrhunderts.“ McLuhans Werk gilt als ein Grundstein der Medientheorie.
Ich entdeckte bei meiner Recherche den zweibändigen Bildband Mid-Century Ads von Jim Heimann und Steven Heller aus dem Taschen Verlag. Dieses zweibändige Werk versammelt Bestleistungen amerikanischer Printwerbung in der Epoche, als Markenfirmen und Agenturen bei ihren Kampagnen noch auf die eine „Big Idea“ setzten. In den goldenen Tagen der Konsumbegeisterung waren die Magazine voll mit cleveren Anzeigen, die von Hüfthaltern bis zu Waffen so ziemlich alles verkauften. Am meisten liebte ich die Autowerbung. Als Ausdruck von ungebremstem Optimismus zeichnen sie ein faszinierendes Bild jenes bunten Kapitalismus, der die Atmosphäre der 50er und 60er Jahre prägte, als die Beschäftigung mit dem Kalten Krieg durch die sorglose Mad Men-Ära mit ihrer Alkohol- und Zigarettenkultur abgelöst wurde. Das Buch enthält ein breites Spektrum der wichtigsten Werbekampagnen beider Dekaden, ausgewählt aus Tausenden von Bildern. Für diese Publikation Mid-Century Ads wurden die Motive digital überarbeitet, damit sie wieder so frisch und munter aussehen wie an dem Tag, als sie am Kiosk auslagen.