Posts Tagged ‘Henry Ford’

Zukunft des Smartphones ist öde

2. Mai 2017
Ergebnisse der Lenovo-Studie.

Ergebnisse der Lenovo-Studie.

Ich weiß nicht, von wem ich die Geschichte gehört habe, aber sie ist gut. Wenn man Henry Ford zu seiner Zeit gefragt hätte, was die Menschen wollen, dann hätten sie gesagt: Wir wollen ein schnelleres Pferd! Kaum einer hätte sich ein Auto gewünscht. Und es war Steve Jobs von Apple, der sinngemäß gesagt hat: Wir erschaffen Produkte, von denen unsere Kunden noch nicht mal wissen, dass sie diese benötigen.
Über den Tellerrand hinausblicken, ist wichtig. Und dass wir Visionäre wie Henry Ford oder Steve Jobs brauchen, zeigt eine Studie von Lenovo. Welche neuartigen Funktionen und Eigenschaften wünschen sich die Deutschen für ihr Smartphone der Zukunft? Dieser Frage ging eine repräsentative Studie im Auftrag der Lenovo Deutschland GmbH (Mobile Business Group) nach. Für sie wurden mehr als 2.000 Personen im Alter von über 18 Jahren durch YouGov befragt. Die Antworten auf die Frage sind richtig, zeigen aber kaum in eine interessante Zukunft. Sie hängen zu sehr am Produkt. Wir brauchen mehr Visionen – auch bei den Kunden.
Die Kundenwünsche sind legitim und ich will sie gar nicht in Absprache stellen. Aber im Grunde sind sie nichts anderes als ein schnelleres Pferd. Aber schaut selbst: Ganz oben auf der Wunschliste für das Smartphone der Zukunft stehen bei den Deutschen insbesondere Verbesserungen im Bereich Akkulaufzeit und Display- bzw. Gehäusestabilität. Aber auch die Überwachung der Gesundheit, der Steuerung des Smart Home, die Navigation in Gebäuden sowie die Möglichkeit der Erweiterung oder Verbesserung der Funktionen des Smartphones über wechselbare Module hat viele Befürworter.
Gähn. Es ist eine evolutionäre Weiterentwicklung des Bestehenden. Disruptive Ideen sind gefragt. Ideen, die alles verändern und auf den Kopf stellen. Das Buch Innovators Dilemma beschreibt dies anschaulich und ich habe bereits darüber gebloggt. Das Smartphone ist für mich eine Übergangstechnologie und ich bin gespannt, was uns die Visionäre präsentieren werden. Der nächste Schritt wird ganz eindeutig in Richtung AR und bessere Sprachassistenten gehen. Und dann?

Die Top 3 Ausreden der Daten-Verweigerer

3. August 2015
Es gibt bei der Digitalisierung noch viel zu tun.

Es gibt bei der Digitalisierung noch viel zu tun.

Der Spruch vom alten Henry Ford ist ja bekannt. „Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfenes Geld. Ich weiß aber leider nicht, welche Hälfte das ist.“ Beim Marketing im Mittelstand kann man den Ford-Spruch genauso anwenden – und das mache ich gerne in meinem Seminaren. Und ich habe oftmals digitale Verweigerer vor mir sitzen, die es zu überzeugen gilt. Die Verweigerung reicht vom Zugang zum Internet, über Einstieg in soziale Netzwerke bis hin zur Analyse von digitalen Daten.
Die letzte Gruppe hatte gerade Adobe auf dem Schirm. Adobe hat hier drei Top Ausreden der Daten-Verweigerer gesammelt, die ich gerne weitergeben kann. Sie stimmen einfach. In der Praxis habe ich solche Aussprüche gehört – da sind wir noch weit entfernt von der Digitalisierung des Mittelstandes.
Knapp jeder zweite Marketingverantwortliche in Deutschland (42 Prozent) vertraut dem aktuellen „Adobe Digital Roadblock Report 2015“ zufolge noch immer allein auf sein Bauchgefühl, wenn wichtige Entscheidungen für die Marketing-Strategie anstehen. Nur etwas mehr als jeder Dritte (37 Prozent) setzt bereits auf die validen Erkenntnisse einer Daten-Analyse. Woran liegt´s?

Ausrede #1: „Niemand weiß, wie es geht“
Fehlende Analyse-Erfahrungen führen häufig dazu, dass sich in den Unternehmen erst gar nicht an die datenbasierte Kampagnenoptimierung herangetraut wird. Laut „Adobe Roadblock Report 2015“ fehlt es 21 Prozent der deutschen Marketingentscheider an entsprechenden Weiterbildungsangeboten in neuen Marketing-Skills. Tatsächlich aber brauchen sie die gar nicht, um mit der Optimierung durchzustarten: Moderne Analyse-Tools sind inzwischen extrem einfach zu bedienen und verlangen keinerlei Vorerfahrungen. Mit nur wenigen Klicks gewinnen damit selbst Analyse-Rookies sehr schnell wertvolle Erkenntnisse, wie sie den Erfolg ihrer Maßnahmen optimieren können.

Ausrede #2: „Unser Unternehmen ist dafür nicht richtig aufgestellt“
Als nicht minder große Hürde, die den Marketer in seinen Optimierungsbemühungen blockiert, werden dem „Adobe Roadblock Report 2015“ zufolge auch die unzureichenden Strukturen im eigenen Unternehmen (14 Prozent) angesehen. Und damit haben sie nicht ganz unrecht: Übergreifende Teamstrukturen und ganzheitliche Prozesse sind zweifelsohne wichtige Voraussetzungen, um die Potenziale der datenbasierten Kampagnenoptimierung bestmöglich auszuschöpfen. Doch davon muss so manch CEO erst noch überzeugt werden. Am besten mit konkreten Ergebnissen kleinerer Optimierungsmaßnahmen, die ohne strukturelle Veränderungen durchgeführt werden können. Statt zu resignieren, gilt es, aktiv zu werden und die Optimierung selbst in die Hand zu nehmen. Stimmen die Ergebnisse, wird über kurz oder lang auch die Unternehmensführung mitziehen!

Ausrede #3: „Mein Bauchgefühl hat mich noch nie getäuscht“
Zugegeben: Manchmal sind es auch das richtige Bauchgefühl und die langjährigen Erfahrungen eines Marketingverantwortlichen, die Kampagnen zum Erfolg führen. Über die volle Strecke einer Kampagne aber wäre es geradezu fahrlässig, sich allein auf sein Bauchgefühl zu verlassen. Dafür ist das Marketing zu schnell und heterogen geworden. Allein die Customer Journey hat dramatisch an Dynamik gewonnen, lineare Prozesse gehören der Vergangenheit an. Marketingverantwortliche stehen heute vor einer wahren Touchpoint-Odyssee der meist mobilen Kunden, die dringend eine ganzheitliche Betrachtung erfordert. Damit ist selbst der beste Bauch irgendwann überfordert!