Wer Lust auf einen gepflegten Schauerfilm hat, dem empfehle ich die digital überarbeitete Blu ray von Schloss des Schreckens. Der Film steht in der von mir verehrten Tradition der Spukhäuser und bietet 100 Minuten spannende Gruselunterhaltung. Der Film von Jack Clayton entstand 1961 und ist für mich einer der besten Filme der wandlungsfähigen Deborah Kerr. Die britische Schauspielerin spielt hier einfach wunderbar.
Wer Symbole liebt, der wird in diesem Film fündig. Eine Andeutung hier, ein Hinweis da. Das ist kein Wunder, denn kein geringerer als Truman Capote schrieb das Drehbuch. Er schrieb die Unsicherheit in den Film hinein, ob die Hauptdarstellerin nun besessen ist oder die zu beaufsichtigenden Zöglinge. Der Film bekam wegen seiner sexuellen Andeutungen seinerzeit ein strenges Jugendverbot.
Musik und Kostüme spielen in diesem Schwarzweißfilm tragende Rollen. Die Kostüme verändern sich, das Grauen kündigt sich mit der Melodie „“O Willow Waly“ von George Auric an. Das Szenenbild mit wehenden Vorhängen und flackernden Kerzen sind atmosphärisch dicht, vor allem in der technisch sehr aufwändig restaurierten Fassung. Hier kommt der subtile Horror glasklar zur Geltung. Das Märchenschloss wandet sich zum Spukhaus, die Psyche der Personen verändern sich. Wahnsinn greift um sich und es ist alles wunderbar inszeniert. Hier passt alles: Die Szene im Schilf, die geisterhaften Gestalten am Fenster, die aufgerissen Augen und dann das Finale umringt von Soldatenstatuen. Und hier bricht auch dann der ganze Horror herein. Der Kreis schließt sich: Die erste Einstellung des Films Schloss des Schreckens wird am Ende wieder aufgenommen und erklärt alles – und sie trifft bis ins Mark. Mich hat der Film nicht losgelassen.
Sehr nett ist die Zugabe des Hörspiels „die Unschuldsengel“ auf der Blu ray. Hier wäre mir zwar eine klassische CD lieber gewesen, scheiterte aber wohl aus Kostengründen, denn der Film Schloss des Schreckens wird nur Liebhaber erreichen. Da hilft es auch nichts, dem Cover einen modernen Anstrich zu geben. Gott sei Dank ist es ein Wendecover mit den historischen Coverentwürfen und ohne FSK-Button.
Die deutsche Titelübersetzung von „The Legend of Hell House“ ist grausam, absolut daneben, doch der Film aus dem Jahre 1973 lässt den Zuschauer auch heute noch einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Es ist ein wunderbarer Spukhausfilm, ein Genre im Horrorfilmbereich, das alle paar Jahre seine Höhepunkte feiert. Ich habe den Film „Tanz der Totenköpfe“ neulich auf Blu ray wieder für mich entdeckt und möchte ihn ausdrücklich den Freunden von Geisterhäusern empfehlen.
Natürlich stehen Klassiker wie „Bis das Blut gefriert“ ganz oben auf der Beliebtheitsskala, dennoch hat der Farbfilm eine schöne Atmosphäre. Quietschende Türen, wehende Vorhänge, lange Schatten – alles was wir Spukfreunde im Geisterhaus so wollen. Der Film von John Hough mit Pamela Franklin, Roddy McDowall, Clive Revill, Gayle Hunnicutt, Roland Culver und Peter Bowles ist ein Zwitter zwischen dem traditionellem Gothic Horror und den Anfängen des Terror Films. Vor allem die beiden Darsteller Pamela Franklin und Roddy McDowall tragen den Film, die anderen Herrschaften sind mir zu theatralisch und affektiert. Die leichten Gore-Effekte von Tom Howard und Roy Whybrow sind vorhanden, es fließt ein wenig Blut, aber deswegen schaut man sich Spukfilme nicht an. Die FSK liegt wohl wegen des Blutes bei 16 Jahren. Der eingeschlagene Kopf einer Katze wirkt schließlich auch heute noch, während der Angriff der Katze besser vergessen gehört. Alles was zählt, ist eine umheimliche Geschichte und die Atmosphäre eines wunderbaren Geisterhauses. Und hier kann der „Tanz der Totenköpfe“ absolut punkten. Die literarische Vorlage schrieb Altmeister Richard Matheson, der u.a. mit der „Unglaublichen Geschichte des Mister C“ oder „Ich bin Legende“ zu Ruhm kam. Er ist ein Experte in Sachen Übersinnlichem, obwohl die Geschichte gegen Ende etwas hanebüchen wird. Matheson hat auch gleich das Drehbuch verfasst und konnte seine Geschichte wunderbar umsetzen. Allerdings musste er die Extremszenen des Buches im Filmdrehbuch weglassen, schließlich war es dann doch erst das Jahr 1973. Gedreht wurde übrigens in Blenheim Palace (unbedingt mal hinfahren), Woodstock und Oxfordshire – alles in England.
Im Netz lese ich von zahlreichen enttäuschten Kritiken. Da haben wohl einige jüngere Filmfreunde „Tanz der Totenköpfe“ mit „Tanz der Teufel“ verwechselt, dessen Stärken eindeutig nicht im Gruselbereich liegen. Sie hätten die Chance, sich einen Spukhaus-Klassiker anzusehen, halten es aber wohl nicht durch. Die Fähigkeit, sich auf eine Geschichte einzulassen und die Gruselgeschichte sich entwickeln zu lassen, gehört wohl nicht unbedingt zu den Eigenschaften von modernen Filmzuschauern.
Für mich steht fest: Durch den Film zieht sich die wunderbare Kameraarbeit von Alan Hume. Nahaufnahmen mit Weitwinkel, verspielte Details und dann Gegenschnitt in Totalen sind wohl seine Spezialität und durch den Einsatz von Farbmaterial entsteht eines schönes Szenenbild – zeitweise erinnerte es mich sogar an „Wenn die Gondeln Trauer tragen“. Der Film „Tanz der Totenköpfe“ liegt jetzt in einer Remastered Version von Koch Media vor, die deutlich an Schärfe gegenüber meiner DVD aus dem Jahre 2002 gewinnt. Also ansehen und gruseln.
Als ich zwei Stunden Zeit hatte widmete ich mich meinen Hobby des Science Fiction-Films und zog mir das Prequel von „Das Ding aus einer anderen Welt“ (1982) rein. Und ich muss sagen, ich hatte mit The Thing zwei Stunden Unterhaltung aus dem ewigen Eis.
„Das Ding“ sind beides Klassiker des Science Fiction-Films. Die Verfilmung Das Ding aus einer anderen Welt aus der Produktion von Howard Hawks aus dem Jahre 1951 ist natürlich unschlagbar in seiner Aussage „Watch the Sky“, die Neuverfilmung von John Carpenter reflektierte zumindest noch den Kalten Krieg – wir schrieben schließlich das Jahr 1982. Und Carpenter zeigte, was modernes Film-Makeup leisten kann. Aber die Version von The Thing aus dem Jahre 2011 hat diese politischen Bezüge nicht mehr. Es gibt keinen Kommunismus mehr, vor dem die Filmemacher warnen mussten, keine Paranoia vor der Roten Gefahr. Das Prequel aus dem Jahre 2011 muss ohne diese politischen Hintergründe auskommen und hat dadurch enorme Schwächen. Wen können wir eigentlich noch vertrauen? Sitzt nicht ein Kommunist unter uns? Nur einmal blitze die Angst wieder aus, als in einer schönen Hommage gesagt wurde: Wir müssen vor den Amerikanern Angst haben. Der Film basiert auf der Geschichte „Who goes there?“ von John W. Campell, der die Angst vor dem Fremden zum Inhalt hat. Damit ist die Version von 2011 ebenso wie die Version von 1982 zunehmend werkgetreuer als der Film von 1951.
Aber im Grunde ist The Thing aus dem Jahre 2011 nichts weiter als ein spannend gemachter Thriller, der durch zahlreiche Schockelemente zu überraschen weiß. Wer den Klassiker von John Carpenter zu schätzen weiß, wird auch hier seine Freude haben. Der Film spielt zeitlich vor den Carpenter-Film und leitet am Ende in diesen über. Das macht Spaß, da kommt Freude bei dem Filmfreund auf. Endlich wissen wir, warum zwei Gesichter verschmolzen sind oder was es mit der roten Axt auf sich hat. Ich musste bei der typischen Carpenter-Musik bei der Überleitung herzhaft lachen. IIch weiß, der offizielle Komponist des Jahres 1982 war Ennio Morricone, aber ich höre Carpenter an allen Ecken und Enden durch. Schade, dass nur kurz auf die klassische Vorgängermusik in dem Prequel eingegangen wird. Aber ich bin sehr angetan. Ich habe so viele schlechte Neuverfilmungen gesehen, dass es eine Freude war, diesen Film zu sehen.
Allerdings waren die CGI-Effekte nicht immer erste Sahne. Da habe ich mich mehr von den Make up-Künsten von Rob Bottin des Jahres 1982 gegruselt, als bei den CGI-Effekten des Jahres 2011. Hier wäre mehr Etat sinnvoller gewesen, aber egal. Und auch die Logik ist nicht immer so eine Sache. Das böse Monster soll ein Hightech-Raumschiff fliegen – klaro doch.
Aber Regisseurneuling Matthijs van Heijningen schlägt sich wacker und liefert eine solide Leistung ab. 103 Minuten Unterhaltung für den modernen Filmfreund von heute. Wer allerdings Carpenters Film Das Ding aus einer anderen Welt nicht gesehen hat, braucht sich diesen Film nicht antun. Dazu ist die Story dann doch zu dünn. Leider reicht die Kameraarbeit nicht an die atmosphärisch dichte Komposition von Dean Cundey aus dem Jahre 1982 heran.
Ich habe gehört, dass die Verfilmungen von 1951 und 1982 von der Besatzung der Amundsen-Scott-Südpolstation traditionell nach Abflug des letzten Flugzeugs zu Beginn des Winters am Südpol gemeinschaftlich angesehen werden (müssen). Nun haben die Forscher mit The Thing aus dem Jahre 2011 einen dritten Film, den es sich zum Anschauen lohnt.
Eine wohltuende Überraschung ist dieses Bonbon, das wahren Vampirfreunden einfach Spaß machen muss. Der Film Shadow of the Vampire ist ein Genuss. Shadow of the Vampire zeigt in einer fiktiven Story, was wirklich hinter der besten Dracula-Verfilmung aller Zeiten stecken könnte. Was wäre, wenn Max Schreck in Murnaus Klassiker Nosferatu – eine Symphonie des Grauens in Wahrheit doch ein Vampir gewesen wäre?
Ein netter Gedanke und daraus entstand ein atmosphärisch dichter Film mit den beiden Hollywoodstars John Malkovich als Friedrich Wilhelm Murnau und Willem Dafoe als Vampir Max Schreck. Dafore wurde mit dem Oscar für seine eindrucksvolle Leistung und nochmal für die ausdrucksstarke Maske nominiert. Als Gage für sein realistisches Auftreten im Film bekommt der Vampir die Hauptdarstellerin versprochen – auch ein interessantes Geschäftsmodell, das Hollywood wieder einführen sollte.
Der Film ist voller Extreme: Murnau ist ein Besessener und Schreck ist es ebenso – aber eben jeder auf seine Weise. Aber anders als bei klassischen Dracula-Verfilmungen kommt dieses Mal keine Sympathie für den Vampir auf. Die gnadenlosen Helden des düsteren Filmes gehen buchstäblich über Leichen. Murnau opfert bedenkenlos seine Mitarbeiter für die Kunst, denn wir wissen ja, für die Kunst müssen Opfer gebracht werden. Der Vampir dagegen hat einfach nur Hunger, fett Kohldampf und spielt sich selbst als gieriger verbitterter Mann. Wer ist nun das größere Monster? Der Künstler oder der Vampir?
Und der Film von No-Name E. Elias Merhige ist eine wunderbare Hommage an den Meisterregisseur Plumpe, der sich als Künstler Murnau nannte. Der Film spielt wunderbar mit der Filmtechnik der damaligen Zeit – wir standen mitten im Expressionismus. Sehr schön ist ein Dialog von Murnau und Schreck vor einer gemalten Sonne in der Höhle des Vampir. Wir lernen viel über das Filmemachen im Stummfilmzeitalter, wenngleich das Genie des wahren Murnaus mit seiner neuartigen Montageart ein wenig auf der Strecke bleibt. Wenn ein Film wie „The Artist“ den Stummfilm im heutigen Kino wieder aufleben lässt, dann ist Shadow of the Vampire eine schöne Verbeugung an diese vergangene Zeit und ein blutiger Leckerbissen für Vampirfans.
Der Taschen-Verlag gefällt mir gut, weil er immer wieder Publikationen aus dem Filmbereich auf den Markt bringt, die meinen Geschmack treffen. So auch unlängst wieder, als ich das Buch Horror Cinema für eine längere Bahnfahrt erwarb.
Eigentlich erwartete ich wieder den üblichen Sammelband mit Horror-Filmchen aus all den Jahren, die unter einem Kapitel zusammengefasst werden. Und siehe da, ich sollte recht behalten: Aber nur auf den ersten Blick.
Es ist die klassische Sammlung von Filmen aus allen Zeiten, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Aber was ist das denn? Die Texte gehen dann doch tiefer. Die Autoren Jonathan Penner und Steven Jay Schneider verstehen ihr Handwerk und bringen einen neuen Blick auf das umstrittene Horror-Genre. Ihre neuen Gedanken sind wirklich gut und die Recherche des Buches lässt kaum Wünsche offen. Da hat Herausgeber Paul Duncan, der schon bei Taschen mehrere Filmbücher verlegte und interessante Werke über Hitchcock und Kubrick schrieb, einen guten Griff getan. Penner ist selbst Drehbuchautor und arbeitet in der Branche, während Schneider den wissenschaftlichen Background lieferte.
Das Buch ist sehr schön lektoriert und vor allem wunderbar illustriert. Es wurde nicht nur auf die bekannten Standfotos zurückgegriffen, sondern der Leser bekommt Schätze hinter den Kulissen sowie seltene Bilder von Filmchen zu sehen. Selbst ich als alter Horror-Fan hab noch schöne, blutige Sachen entdeckt. Ich würde gerne dem Archiv von David Del Valle einen Besuch abstatten und mich durch die raren Bilder blättern.
Natürlich stellt man schnell fest, welche Filme den Autoren ans Herz gewachsen sind (beispielsweise Wicker Man) und somit ist die Bildauswahl subjektiv. Natürlich ist es kein Wissenschaftswerk in Sachen Filmtheorie. Aber das ist egal, denn die Auswahl macht Spaß und die Bildunterschriften verraten den notwendigen Humor, den wir beim Horrorfilm brauchen.
Schön ist die Mischung zwischen klassischen und modernem Horrorfilm, von Gothic-Horror und Splatter, von Spuk und Grusel, von Terror und Gänsehaut. Also, Freunde der Nacht, die zehn Euro für Horror Cinema sind gut investiert.
Durch das Lesen einer BA-Arbeit einer Bekannten zum Thema Vampire entdeckte ich meine alte Liebe zu Dracula-Filmen wieder. Sicherlich habe ich mindestens 50 verschiedene Verfilmungen des Stoffes von Bram Stoker auf DVD oder Blu ray. Künftig will ich in diesem Blog Zug um Zug über meine Dracula-Filmsammlung berichten. Ich loser Reihenfolge schaue ich mir immer wieder die Verfilmungen an und blogge darüber. Den Beginn macht die Francis Ford Coppola-Verfilmung Bram Stoker’s Dracula aus dem Jahr 1992.
Aus heutiger Sicht mutet der Film wie ein großer Videoclip an, damals hatte er mir im Kino gefallen, weil er sich zum einen relativ eng an die Vorlage von Bram Stoker hielt, zum anderem bildgewaltig dargestellt wurde. Nach wiederholten Ansehen bleibt die Faszination für das Set. Wer Kostüme liebt, wird diesen Film lieben und sieht über die Schwächen einiger Darsteller hinweg. Vor allem die Kostüme der japanischen Designerin Eiko Ishioka hatten und haben es mir bis heute angetan. Durch Coppola bekam ich Zugang zu dieser Designerin und verehre ihre Arbeit bis heute.
Der Film lebt von den Kostümen, die auch mit dem Oscar ausgezeichnet wurden. Viele bleiben mir in Erinnerung: Die rote Rüstung von Dracula, die Insektenähnlichen Klauen von Renfield, das echsenhafte Hochzeitskleid von Lucy oder das hochgeschlossene gedämpfte Kleid von Mina als die das erste Mal ihren Prinzen trifft. Farben spielen in diesem Film einer große Rolle. Das dunkle Rot der Rüstung, das lüsterne Orange von Lucys Nachgewand oder ihr erotisches, eng anliegendes Schlangenkleid beim Abendempfang, Dieses Set schafft Atmosphäre und beherrscht den Film. Ein letzter optischer Höhepunkt des Films war das Ende des Grafen. Imposant war das Reisedress von Dracula am Ende des Films – als hätte Gustav Klimt die Darsteller eingekleidet. Jugendstil pur. Mit dem Filmset verbunden war auch eine extrem eindringliche Kameraarbeit von Michael Ballhaus, garniert mit visuellen Effekten aus dem Höhepunkt der MTV-Zeit. Der Film beginnt mit einem optischen Leckerbissen: Der Graf tritt gegen die Türken an und schlachtet seine Feinde ab. Fast erinnerten die Szenen an alte Scherenschnitten oder die Rotovisionstechnik von Ralph Bashki aus „Herr der Ringe“. Dracula pfählt seine Gegner grausam, bis dieser zu einer List greifen. Aus dem Verteidiger der Kirche, wird in einer dramatischen Sequenz ein Geschöpf der Nacht. Er schwört Gott ab und versinkt in Blut.
Coppola versteht es, einen eindringlichen Dracula als Oper für das Kinos zu inszenieren, griff aber leider bei manchen Darsteller voll daneben. Zunächst die guten Darsteller: Dazu gehört ganz klar mein Liebling Tom Waits als Irrer Renfield. Wunderbar, wie er den zerrissenen Insassen des Irrenhauses spielt, Spinnen und Würmer vertilgt und sich in der fabelhaften Gefängniskleidung von Eiko Ishioka mit überlangen Armen in die Schauspielgeschichte spielt. Großartig. Auch die Leistung von Gary Oldman als Dracula sucht seinesgleichen. Er gibt eine sehr emotionale Interpretation des Grafen, sehr eindringlich. Oldman zeigt die Zerrissenheit der Figur sehr glaubwürdig.
Ganz und gar nicht auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, aber nicht negativ spielt Anthony Hopkins den Retter Abraham van Helsing. Zwar gibt er dem Professor eine eigene Interpretation, aber den Holländer nehme ich ihm nicht immer ab. Aber zumindest kopiert Hopkings nicht die großen van Helsing-Vorbilder, sondern sucht seinen eigenen Weg, schießt aber über das Ziel hinaus. Herzhaft lachen musste ich über die Ankunft van Helsing bei Lucy. Die Szene ist ähnlich des Auftretens von Max von Sydow beim Exorzist 1973. Der Retter kommt als Schatten – schönes Filmzitat. Und damit komme ich zur den beiden absoluten Fehlbesetzungen des Films: Wionna Ryder als Mina und Keanu Reeves als Jonathan Harker. Beide waren zur Zeit des Films absolute Superstars, bringen aber in Bram Stoker´s Dracula kein besondere Leistung. Wahrscheinlich wurden sie aufgrund ihrer damaligen Popularität von Coppola gewählt. Heute zeigt sich, dass die Figuren blas sind und hölzern durch die Szenen agieren. Wie gut hätte Dracula werden können, wenn die beiden Hauptdarsteller besser besetzt wären. Zumindest Ryder versucht gegen Ende etwas von Schauspiel, während der junge Reeves, der seine Frau an den alten Vampir verlor, mehr Kampf, mehr Spannung hätte zeigen können. Dracula ist schließlich auch ein Liebesfilm. Hier bitte mehr Konflikte, mehr Tiefe der Darsteller und Emotionen, wenn sich Mina von ihrem Mann abwendet und sich dem alten Grafen hinwendet.
Natürlich ist der Film aufgrund seiner Geschichte hoch erotisch und zeigt für einen US-Film viel Haut und sogar Brüste. Wer bei den entsprechenden Szenen genau hinsieht, sieht eine schöne Monica Bellucci in ihrem ersten US-Film als eine von Draculas Bräuten, nackt, sehr erotisch und wunderschön.
Alles in allem ist Bram Stoker’s Dracula einer der besseren Dracula-Verfilmungen. Francis Ford Coppola zeigte wieder, dass der einst junge Wilde es immer noch drauf hat. Mir macht der Film nach fast 20 Jahren immer noch Spaß. Sicherlich liegt es daran, weil sich Coppola immer wieder an Murnau orientiert hat. Coppola bezeichnete Nosferatu als beste Dracula-Verfilmung aller Zeiten.
Das wandelnde Schloss - ein toller Film vom japanischen Walt Disney.
Im Moment schaue ich immer wieder die Filme von Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki an. Nach „Chihiros Reise ins Zauberland“ steht bei mir „Das wandelnde Schloss“ auf dem Programm. Ich habe ihm im September 2005 im Kino gesehen, mir später auf DVD gekauft und entdecke ihn jetzt wieder. Dieser magischer Film für die ganze Familie erzählt die Geschichte der Hutmacherin Sophie aus Kinderaugen. Nach Irrwegen und Verwandlungen findet Sophie sich in dem wandelnden Schloss wieder einem gigantischen mechanischen Ungetüm, das sich auf insektenähnlichen Beinen bewegt, aus allen Löchern pfeift und seine Türen in vier verschiedenen Welten und Zeiten öffnen kann. Aber im Mittelpunkt steht die wachsende Liebe des Mädchens zu einem Zauberer, die die Welt am Ende vor der Zerstörung bewahrt.
Also eher eine fantasievolle Geschichte, die mit genialen Einfällen gespickt ist. Daher war es für mich wichtig, auch hinter die Kulissen des Filmes zu schauen. Den Blick bekam ich beim Lesen der spannenden Lektüre „The Art of Howl’s Moving Castle“ Schließlich basiert der Film auf den Roman „Sophie im Schloss des Zauberers“ der britischen Schriftstellerin Diana Wynme.
Hayao Miyazaki genießt in seiner Heimat absoluten Kultstatus und ist dort eine Art japanischer Walt Disney. Er bekam im September bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk. Die märchenhafte, romantische, von atemberaubenden Fantasie-Kreaturen bevölkerte Welt des wandelnden Schlosses entstand in Miyazakis Ghibli-Studios. John Lasseter, Cheffe von Pixar, berichtete einmal, dass er die Struktur des Studio Ghibli als Modell für den Aufbau von Pixar übernommen hat. „Jetzt ist es ganz einfach, wenn sich en Problem mit einer Pixar-Produktion ergibt, schauen wir uns einfach einen Miyazaki-Film an. Und nach und nach finden wir dann darin die Lösung für unser Problem“, so Lasseter.
Blick in das schön gestaltete Buch.
Das Buch „The Art of Howl’s Moving Castle“ ist ein optischer Leckerbissen. Es enthält Skizzen, Storyboards und fertige Filmbilder. Die japanischen Anweisungen wurden – Gottlob – ins Englische übersetzt. Anders als klassische Art of-Bücher gibt es ausführliche Texte, wie die einzelnen Szenen produziert wurde. Die Künstler verraten, welche Techniken und warum sie eingesetzt wurden. Animation oder CG, welche Werkzeuge für die Hintergründe wurden geschaffen – das Buch verrät kleine und große Geheimnisse der Optisch Großartiges ist in dem Buch herausgekommen. Ein Bilderbuch für die Sinne. Und was mir besonders gefällt, die Welt der Geschichte wurde der Optik elsässischer Städte und Landschaften nachempfunden. Es ist der Hammer, wie Asiaten unsere Architektur und Kultur sehen. Hier bekommen wir von einem Japaner einen animierten Spiegel vorgehalten. Auch mal sehr heilsam.
„Redest du mit mir? Du laberst mich an? – Na, welcher Film ist das? „You talkin‘ to me?” Klar, es ist Martin Scorseses Meisterwerk Taxi Driver als dem Jahre 1976. Hier spielt ein genialer Robert de Niro einen kontaktarmen Taxifahrer, der sich in seine Psychosen hineinsteigert, bis er schließlich bewaffnet ausrastet. Hervorragend auch die Leistung der Neuentdeckung Jodie Foster, die damals erst 13 Jahr alt war und eine Nutte spielt.
Der Film ist weltberühmt und erhielt zahlreiche Preise. Ein Grund war die Kritik Scorseses an der amerikanischen Gesellschaft Mitte der siebziger Jahre. Es war nicht die Glitzerwelt von Abba, sondern die Verarbeitung ein trostloser Blick auf die US-Nation. Hier will ein verstörter Geist den Abschaum von der Straße waschen, wie es in Taxi Driver heißt. Der Vietnamkrieg war verloren und wurde zum Trauma, das Vertrauen in politische Institutionen war nach Watergate zerstört und die Wirtschaftskrise breitete sich aus. Entstanden ist ein gewalttätiger Film, der den Zuschauer verstört zurücklässt. Er zeigt eine verrückte, aus den Fugen geratene Welt: Der Killer wird am Ende als Held gefeiert, weil er die Nutte auf den Weg der Tugend zurückbringt.
Ich habe immer wieder die Bilder des Films in Erinnerung. Die Standfotos stammten von Steve Schapiro. Aber Schapiro hat noch viel viel bessere Bilder gemacht, als die paar Standfotos, die veröffentlicht wurden. Er hat am Set Hunderte von Bilder geschossen, vor und hinter den Kulissen. Zwei Bücher mit seinen Werken hat er bislang publiziert, „American Edge“ und „Schapiro’s Heroes“. In Hollywood hat er an mehr als 200 Filmen mitgearbeitet; zu seinen berühmtesten Filmplakaten zählen die zu Asphalt Cowboy, Taxi Driver, Eine Wahnsinnsfamilie und Der Pate III. Bei Taschen ist zu Taxi Driver vor längerem ein hervorragendes Buch mit den Bildern erschienen. Das Werk Taxi Driver ist auf 1000 Exemplare limitiert und wenn ich mir wieder etwas Besonderes gönne, dann ist es dieses Buch. Beim Durchblättern hat es die triste Stimmung des Filmes hervorragend eingefangen.
Limitiert auf 1000 Exemplare bei Taschen.
Immer wieder schaute ich mir den Film an. Hier passt einfach alles: Regie, Schauspieler, Set, Licht und die Musik – ja vor allem die Musik. Es war die unvergleichliche Musik von Bernard Herrmann, die zur Stimmung beiträgt. Und die Geschichte dahinter ist tragisch. Wenige Stunden nach dem Abschluss der Musikaufnahmen verstarb Herrmann am 24. Dezember 1975 im Schlaf. Taxi Driver bleibt sein letztes Meisterwerk, nachdem er viel Schrott für das Fernsehen aufnahm. Vor kurzem ist der Soundtrack in einer remasterten Neuauflage mit der Musik von Taxi Driver erschienen, die um vier Stücke länger ist als die 30 minütige alte Fassung. Und der Soundtrack war es, der den Film den letzten Schliff gab. Wir kennen alle das Werk von Herrmann in „Der Mann, der zuviel wusste“ oder natürlich „Psycho“ und anderen Hitchcock-Filmen. Der Duschmord in „Psycho“ wäre ohne die Suite von Herrmann längst nicht so durchschlagend gewesen. In Taxi Driver erinnert sich der Komponist an seine Leistungen von früher, spielte einen genialen Score ein und verstarb kurz nach der Aufnahme. Sicher wusste er, dass er etwas Großes geschaffen hatte und konnte so dieses Welt mit der Gewissheit verlassen, dass er es uns allen nocheinmal bewiesen hat. Es ist ein klassischer, dennoch verstörender Score mit Orchester, nicht so groß wie sonst, sondern eher bescheiden, gefühlvoller, jazziger. Herrmann bricht bei Taxi Driver mit seiner Tradition von opulenten Orchesterwerken und setzt auf Stimmung und Gefühl, unterbrochen von schrillen Klängen aus längst vergangenen Hitchcock-Zeiten. Saxophonist Tom Scotts wunderbar satte Interpretation des Titelthemas zeigt, zu welcher Leistung Herrmann noch am Ende imstande war. Der Film ist drückend, die Musik ist es noch viel mehr. Der Film wurde dem Andenken Bernard Herrmanns gewidmet. Mehr brauche ich eigentlich nicht zu sagen, außer: Genießt Taxi Driver.
Neu erschienen und überarbeitet: Der Soundtrack von Bernard Herrmann.
Es wird Ärger zu Hause geben, aber ich muss die neue Lego-Serie haben. Ja ich muss. Nach Lego Star Wars kommt ab Mitte des Jahres die Lego Version von Herr der Ringe. Und wie wird gleich in meinen Einkaufswagen wandern. Entsprechende Subdomains sind bei Logo reserviert und die ersten Verpackungen – ob Fake oder nicht . sind bereits aufgetaucht.
Natürlich ist dies kein Zufallen, denn der Herr der Ringe-Hype muss geschürt werden, schließlich kommt zu Weihnachten Peter Jacksons kleiner Hobbit in die Kinos. Und nachdem Herr der Ringe ein wunderbares Franchise ist, kommt jetzt Lego ins Spiel. Ich denke, die Figuren hätten Tolkien gefallen. Mir tun sie es auf jeden Fall. Ich muss natürlich gleich die Gefährten mit Gandalf dem Grauen erwerben und auch die bösen Buben. Besonders cool finde ich Gollum und die Ringgeister.
Die ersten Sets sind wohl
9469 Gandalf Arrives
9470 Shelob Attacks
9471 Uruk-hai Army
9472 Attack On Weathertop
9473 Mines Of Moria
9474 The Battle Of Helms Deep
Und es wird auch eine Video-Game-Versionen von Warner Bros. Interactive geben. Genaues zu erfahren war noch nichts, aber nach Lego Star Wars, Lego Harry Potter und Lego Fluch der Karibik kommt nun Lego Herr der Ringe. Klar, muss ich haben.
Nein, ich will es mir nicht antun. Nein, ich will diesen Film nicht sehen. Gemeint ist die Neuverfilmung der Enid Blyton-Bücher: Fünf Freunde. Wer den Blog kennt, weiß, dass ich ein Fan der Bücher und der alten englischen Fernsehserie um Julien, Dich, Anne, George und Timmy der Hund bin.
Was ich bisher von der Neuverfilmung gesehen habe, gefällt mir gar nicht. Es ist, verzeiht mir, eine typische deutsche Verfilmung à la Wilde Kerle. Wem die Wilden Kerle gefallen haben, der wird wohl auch mit den neuen Fünf Freunden glücklich werden. Ich werde es nicht. Der Film ist affektiert und hat keine Charme – basta. Produziert wurde Fünf Freunde von Andreas Ulmke-Smeaton und Ewa Karlström, die mit ihrer Produktionsfirma SamFilm bereits die erfolgreichste deutsche Kinderfilmreihe Die Wilden Kerle realisiert haben. Aha, daher weht der Wind. Regie führte übrigens Mike Marzuk (ROCK IT!, SOMMER).
Um was geht es denn dieses Mal? Im Grunde ist es das erste Fünf Freunde-Buch als Film, aber in die Neuzeit versetzt. Die Fünf Freunde George (Valeria Eisenbart), Julian (Quirin Oettl), Dick (Justus Schlingensiepen), Anne (Neele Marie Nickel) und Timmy, der Hund, verbringen zum ersten Mal ihre Ferien zusammen. Und schon schlittern sie in ein aufregendes Abenteuer. Bei einem Ausflug an den Strand machen sie in einer alten Schmugglerhöhle eine brisante Entdeckung und erkennen schnell: Georges Vater Quentin (Michael Fitz), ein berühmter Erfinder, ist in Gefahr! Der Professor hat sich auf einer Felseninsel ein Labor eingerichtet und forscht dort an einer neuartigen Energiegewinnungsmethode. Irgendjemand hat es offensichtlich auf seine wertvollen Forschungsergebnisse abgesehen. Doch weder die Polizisten Peters und Hansen noch Georges Mutter Fanny glauben den Kindern. Deshalb machen sich die Fünf Freunde selbst auf die gefährliche Jagd nach den Gangstern. Die Spuren führen sie zu zwei verdächtigen Tierfilmern und einem mysteriösen Mann, der sich als Agent ausgibt. Schließlich stoßen die Fünf Freunde auf einen Geheimgang, der unter dem Meer direkt bis zur Felseninsel verläuft, und decken eine Verschwörung auf … wobei Timmy der Hund alle menschlichen Darsteller an die Hand spielen wird.
Die Erwachsenen-Hauptrollen in Fünf Freunde spielen Armin Rohde, Anja Kling, Johann von Bülow, Michael Fitz, Anatole Taubman, Anna Böttcher, Elyas M’Barek, und Alwara Höfels.
Das Projekt wurde gefördert vom FilmFernsehFonds Bayern (FFF Bayern), der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH (FFHSH), der FFA Filmförderungsanstalt Berlin, dem Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI-MV) sowie dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF). Am 26. Januar kommt der Film in die Kinos und wird wohl ohne mich laufen.