Telefonzellen gehören nunmehr der Vergangenheit an. Zunächst die gelben geschlossenen Häuschen, dann waren sie violett und dann waren es nur noch Ständer – aber nun ist es vorbei. Die letzten öffentlichen Fernsprecher werden nun von der Telekom abgeschaltet und gehen in die Geschichte ein. Kein Anschluss unter dieser Nummer.
Die 12.000 verbliebenen Telefonzellen in Deutschland schlucken kein Kleingeld mehr. Die Telekom deaktiviert die Münzzahlung an den Telefonsäulen und -häuschen, Ende Januar funktionieren dann auch keine Telefonkarten mehr. Damit endet nach 142 Jahren die Ära des öffentlichen Fernsprechers.
Im Zeitalter des Mobiltelefons sind Telefonzellen ein Anachronismus. Die letzten Telefonzellen, die ich gesehen habe, waren Kunstobjekte wie Death of a Phone Booth bei Banksy. Die Transformation der Telefonzelle zum WLAN-Hotspot sah ich zum ersten Mal in New York als die Zellen abgebaut und dafür an gleicher Stelle WLAN-Hotspots errichtet wurden.
Mit WLAN hat man es in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker nicht so. Statt Hotspots mögen wir lieber bedrucktes Papier. Ich habe öfters zu Bücherschränken umgewidmete Telefonzellen gesehen, auch eine gute Idee.
Das letzte Telefonat an einem öffentlichen Münzfernsprecher führte ich übrigens in New York. Ich war begeistert, dass man einen Fernsprecher anrufen an – so wie in den Ami-Filmen.
Ein Erlebnis mit einer Telefonzelle bleibt mir in Erinnerung. Es war die Zeit des Akustikkopplers. Man musste den Telefonhörer auf den Akustikkoppler fest auflegen und diesen mit dem Rechner verbinden. So konnte ich mich in Mailboxen einwählen und erste Schritte im Datennetz machen. Weil meine Eltern genervt waren, dass ich zu Hause die Leitung blockierte und zudem enorm Gebühren verursachten, suchte ich einen Ausweg. In meiner Heimatstadt Fürstenfeldbruck gab es das Kaufhaus X und davor eine gelbe Telefonzelle. Ich versorgte mich mit Unmengen von 10 und 50 Pfennig-Münzen, packte eine Kabeltrommel, mein Macintosh PowerBook und meinen Akustikkoppler ein und radelte zu dieser Telefonzelle. Da der Akku des PowerBooks nicht lange hielt, fragte ich im Laden, ob ich Strom bekommen könnte und schloss mein System in der Telefonzelle an. In den 1980er-Jahren war der Betrieb von selbst gebauten Akustikkopplern im Telefonnetz der Deutschen Bundespost illegal und mit hohen Geldstrafen belegt, aber ich wurde nie erwischt. Den illegalen Akustikkoppler besorgte mir ein Schulfreund, der in der IT-Szene deutlich tiefer verwurzelt war als ich. Der Akustikkoppler der Deutschen Bundespost kostete ein Vermögen, das ich aber bereits für Apple Hardware ausgegeben hatte.
So saß ich an manchen Wochenenden in dieser Telefonzelle. Andere Leute, die telefonieren wollten, hatten keine Chance. Sie mussten sich ein anderes Häuschen suchen. Ich sah auch irgendwie offiziell in meiner Telefonzelle aus mit den ganzen Kabel und der Kabeltrommel.
Ende Januar 2023 werden dann die Telefonkarten abgeschaltet. Ich hatte mir mal überlegt, ob ich Telefonkarten sammeln sollte. Dieser Kelch ist an mir vorüber gegangen. Ich habe Karten aufgehoben, aber nicht professionell gesammelt. Ob ich etwas von Wert habe, weiß ich nicht.
Soll die handwerkliche Breze künftig 1,50 Euro kosten? Das droht uns, wenn die Politik nicht endlich handelt und für Lebensmittelgewerke und den Friseure akzeptable Energiepreise durchsetzt. Ich hab es selbst miterlebt. Den bayerischen Bäckern steht das Wasser bis zum Hals und viele Handwerksbäcker haben schon ihren Betrieb eingestellt. Daher haben die bayerischen Lebensmittelhandwerker wie Bäcker, Metzger, Brauer, Konditoren und Müller eine Petition an den bayerischen Staatsminister Florian Herrmann überreicht, der die Forderungen der Handwerker unterstützt.
Eine Abordnung der Handwerker versammelte sich in Arbeitskleidung vor der Bayerischen Staatskanzlei unter der Motto „Alarmstufe B_Rot“ und wurde vom Minister der Staatskanzlei empfangen. Für den Termin blieben rund 15 Minuten, die es aber in sich hatten. In Berlin blitzten die Handwerker allerdings an den Türen der Politiker ab, was absolut kein gutes Zeichen ist.
Ich begleitete meinen Kunden, die Bäckerei Konditorei Martin Reicherzer aus Fürstenfeldbruck und Aubing, zu dem Termin in die Staatskanzlei. Ich schoss Fotos, drehte Videos und ich hörte vor allem aufmerksam zu was er und seine Kollegen zu sagen hatten. Was ist hörte, war pure Verzweiflung der Betriebe, die mit dem Rücken zur Wand stehen. Es gelang uns, noch ein Interview mit der BILD zu führen, die am nächsten Tag in Print und Online im Münchner Teil über die Aktion groß berichtete. So bekommt man Aufmerksamkeit auch gegenüber der Kunden und kann Druck auf die Politik ausüben.
In ihrer weißen Arbeitskleidung und mit Plakaten gaben die Demonstranten ein eindrucksvolles Bild im Kuppelsaal der Staatskanzlei ab und hatten auch gleich zwei Riesenbrezn als Fotomotiv mitgebracht. Das Wichtigste waren aber die Forderungen, die der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes der Bäcker Stephan Kopp überreichte: Die Strompreisbremse in Höhe von 13 ct/kWh muss für alle Abnahmestellen in Handwerksbetrieben und nicht nur für die Industrie gelten. Und auch wichtig: Der Preisdeckel wird über alle Strompreisvereinbarungen über den Terminmarkt und/oder Spotmarkt gelegt, in denen Preise für den Bezugszeitraum 1.1.2023 bis 31.3.2024 vereinbart wurden oder werden.
Gravierende Folgen für uns Kunden und Beschäftigte Wenn die Strompreisbremse nicht kommt, hat dies gravierende Auswirkungen auf uns Kunden. Die handwerklichen Produkte wie Brezn oder Semmeln müssen zwangsläufig deutlich teuerer werden, denn der Bauer gibt die höheren Getreidepreise an den Müller weiter, der höhere Energiekosten hat und der gibt sie an den Bäcker weiter, der sie auf den Kunden umlegen muss. Ich rede jetzt nicht von dem minderwertigen Industriefraß aus unpersönlichen Backshops, sondern ich spreche von qualitativ hochwertigen Handwerksgebäck. Wenn Bäcker und Metzger aufgrund der hohen Preise schließen und ihr Personal entlassen müssen, dann ist das Wehklagen bei Kunden und Politik groß nach dem Motto „früher war alles so schön“.
Eine Bäckerei in einer Stadt oder Gemeinde ist nicht nur ein unpersönlicher Dienstleistungsshop, sondern ein Ort der Begegnung. Gerade bei uns in Bayern gehört eine knusprige Brezn oder ein hochwertiges Brot zum Kulturgut und nicht so ein Gummiteil aus dem Aufbackofen eines Shops oder Supermarkts. Wollen wir Kunden so etwas wirklich?
Eine Bäckerei hat es sowieso schwer Arbeitskräfte zu finden und wie groß ist der Frust, wenn eine solche Arbeitsstelle verloren geht. Bäcker und Metzger bilden aus und damit stirbt das duale System weiter. Der Unternehmer kann eine gewisse Zeit überbrücken, aber er investiert sein Geld nicht zur Unterhaltung oder als Hobby, sondern muss von seinem Betrieb leben und seine Familie ernähren können. So funktioniert Wirtschaft. Wenn wir über kleinstrukturierte Erzeugung und lokalen Handel reden, dann müssen wir jetzt Taten sprechen lassen. Alles andere sind Lippenbekenntnisse und reine Verlogenheit. Die Probleme sind bekannt, also muss jetzt endlich gehandelt werden. Ich habe mit meinem Bäckermeister Martin Reicherzer anschließend einen Podcast aufgenommen. Als nächste Aktionen sind Gespräche mit Politikern geplant und auch die Kunden müssen über die Alarmstufe B_Rot informiert werden. Auch sie können Druck auf die Politik ausüben, damit das gesunde Handwerk vor Ort nicht stirbt.
Im Einzelnen sieht das Positionspapier klare Forderungen für das mittelständische Handwerk vor: Ich habe sie hier zur Vollständigkeit aufgeführt:
Keine Benachteiligung von handwerklichen Betrieben gegenüber der Industrie bei den Deckelungsbeträgen der Strompreisbremse Handwerksbetriebe mit kleinen Stromzählern (SLP-Zähler) dürfen gegenüber größeren Unternehmen mit sogenannten RLM-Zählern nicht benachteiligt werden. Die jetzigen, vorgeschlagene Regelung sieht eine Trennung anhand des Zählers, der sich an einem Verbrauch von rund 100.000 kWh p.a. bemisst vor. Handwerkliche Betriebe verkaufen ihre Produkte auf den gleichen Märkten, wie Betriebe der Ernährungsindustrie. Dies führt zu einer Benachteiligung kleiner, handwerklicher Betriebe. Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein gewerblicher SLP-Kunde beim Strom rund 10 Cent pro kWh mehr bezahlen soll als ein industrieller Betrieb mit einem RLM- Stromzähler. Ist eine Gleichsetzung beider Zählerarten nicht möglich, so sind die 40 Cent pro kWh für Unternehmen deutlich nach unten zu korrigieren, um den Gleichbehandlungsgrundsatz der Betriebe gerecht zu werden. Forderung: Gleichstellung von SLP- und RLM-Kunden bei der Preisdeckelung für Strom. Die Deckelung der Gaspreise für RLM- und SLP-Kunden ist aus unserer Sicht in Ordnung.
Wegfall der KMU-Definition als Differenzierungsmerkmal zwischen „kleinen Betrieben“ und „Industrie“. Als Abgrenzung lediglich RLM und SLP nutzen! Sollte eine Trennung zwischen „kleinen“ und industriellen Betrieben dennoch notwendig sein, so ist hier lediglich zwischen der Zählerart zu unterscheiden. Hier sollte das Kriterium – wie bis jetzt vorgesehen – lediglich „RLM und SLP“ bleiben. Der KMU-Begriff als Abgrenzungskriterium darf hierfür keinesfalls herangezogen werden. Dies wäre für den Stromversorger kaum umsetzbar und eine schnelle Einführung der Strompreisbremse zum 1.1.2023 wäre gefährdet. Zudem würde dies dazu führen, dass die größeren Handwerksbetriebe mit einem Stromverbrauch von mehr als 100.000 kWh (also RLM-Kunden) dennoch die, derzeit angestrebten 40 Cent pro kWh zahlen müssten. Forderung: „KMU“ darf nicht als Abgrenzungskriterium für die Preisdeckelung bei der Strompreisbremse herangezogen werden. Hier muss die Zählerart als Differenzierungsmerkmal ausreichen (SLP oder RLM). Für Betriebe mit mehr als 100.000 kWh Stromverbrauch (RLM-Kunden) müssen die 13 Cent Preisbremse gelten.
Geltung der Preisdeckelung auch für Altverträge sowie für Spotmarktverträge Wir gehen davon aus, dass die Preisdeckelungen bei Strom und Gas auch für Altverträge gelten, die bereits in 2022 abgeschlossen wurden. Dies ist jedoch vollkommen unklar und muss zwingend klargestellt werden. Eine Klarstellung, dass auch Verträge, die jetzt im November oder Dezember 2022 abgeschlossen werden, unter die Preisdeckelungen fallen, würde dazu führen, dass die Betriebe endlich Verträge für 2023 abschließen können. Weiterhin ist unklar, ob die Preisdeckelungen auch für Spotmarktverträge gelten. Hierfür muss gesorgt werden, weil viele Betriebe aufgrund der sehr hohen Terminmarktpreise erwägen, einen Spotmarktvertrag abzuschließen. Bedeutet, es ist dringend zu klären, ob die Deckelung des Strompreises z.B. auch für einen Betrieb gilt, der ab Januar 2023 am Spotmarkt Strom bezieht. Forderung: Die Preisbremsen bei Strom und Gas müssen auch für Altverträge, die bereits im Jahr 2022 (z.B. Oktober bis Dezember) zu massiv höheren Konditionen abgeschlossen wurden, gelten. Zusätzlich müssen die Preisdeckel auch für Spotmarktverträge gelten.
Lösung für andere Energieträger, z.B. Öl und Pellets Wir brauchen weiterhin Lösungen für andere Energieträger wie z.B. Öl, Pellets oder Flüssiggas. Auch hier sind Preisdeckelungen zwingend notwendig. Betriebe, die hier einen Fuel-Switch vorgenommen haben, dürfen hierfür nicht bestraft werden. Forderung: Preisbremsen werden auch für alternative Energieträger wie Öl, Pellets oder Flüssiggas benötigt.
Härtefallregelungen/ Unterstützungsprogramm für stark betroffene Betriebe Betriebe, bei denen bereits in diesem Jahr die Verträge für Strom und Gas ausgelaufen und die damit seit Monaten von den massiv gestiegenen Preisen für Strom und Gas betroffen sind, müssen rückwirkend entlastet werden. Die Zahlung eines Gasabschlags für Dezember, der sich auf die Septemberwerte 2022 bezieht, reicht hier nicht aus. Forderung: Für bereits in 2022 stark betroffene Betriebe braucht es eine rückwirkende, finanzielle Entlastung. Eine Übernahme der Abschlagszahlungen für Gas im Dezember reicht nicht aus.
Keine Frage, Videokonferenzen gehören zu meinem Alltag und ich möchte sie nicht missen. Von Meeting zu Meeting zu eilen, war schon in der realen Welt nicht sinnvoll – und ist es in der virtuellen Welt ebenso nicht. Das ist nicht wirklich überraschend, aber jetzt gibt es eine wissenschaftliche Studie dazu. Wissenschaftler der Uni Ulm haben sich mit dem Phänomen „Videokonferenz-Müdigkeit“ befasst.
Die Wissenschaftler gingen dabei der Frage nach, wie Videokonferenz-Müdigkeit – abhängig von den Persönlichkeitsmerkmalen – mit Symptomen von Burnout und Depression zusammenhängt. Die Erkenntnis: Vor allem bei Personen mit Tendenzen zu emotionaler Instabilität und negativen Emotionen könnte eine Vielzahl an Videokonferenzen das Risiko für Burnout- und Depressionssymptome erhöhen. Im Zuge der Corona-Pandemie, den damit einhergehenden „Lockdowns“ und dem Muss zur sozialen Distanz hat die elektronische Kommunikation via Bildschirm stark zugenommen. Videokonferenzen mit Programmen wie Zoom oder Microsoft Teams sind seitdem ein wichtiges und unverzichtbares Werkzeug, um Arbeits-Meetings durchzuführen und sich mit Kolleginnen und Kollegen zu besprechen. Doch das stundenlange Sitzen vor dem Bildschirm, technische Probleme oder die ständige Konfrontation mit dem eigenen Bild können die Teilnehmenden ermüden. Zudem fehlt vielen dabei echte soziale Interaktion. Betroffene berichteten vom Phänomen „Videokonferenz-Müdigkeit“.
„Die neuartige Erscheinung der Videokonferenz-Müdigkeit ist noch unzureichend charakterisiert. Sie kann sich in unterschiedlichen Ausprägungen äußern, die emotionale, soziale, motivationale und visuelle Aspekte haben können“, so Professor Christian Montag, Leiter der Abteilung Molekulare Psychologie an der Universität Ulm und Erstautor der Studie. Zusammen mit Professor Rene Riedl von der Fachhochschule Oberösterreich in Steyr und der Universität Linz haben Professor Montag und seine Kollegin Dr. Cornelia Sindermann Online-Fragebögen von über 300 Befragten ausgewertet. Speziell das Persönlichkeitsmerkmal „Neurotizismus“ wurde dabei als potenziell begünstigender Faktor für Videokonferenz-Müdigkeit berücksichtigt. „Weiterhin konnten wir Hinweise darauf finden, dass der Zusammenhang zwischen neurotischeren Personen und Burnout- als auch zu Depressions-Tendenzen zum Teil über die Videokonferenz-Müdigkeit erklärt werden könnte“, erläutert Psychologie-Professor Christian Montag.
In der Auswertung kommen die Psychologen zu dem Schluss, dass kürzere Videokonferenzen sowie längere Pausen dazwischen ein Schlüssel sein könnten, um das Phänomen einer Videokonferenz-Müdigkeit zu vermeiden. Dies ergaben statistische Analysen von Informationen über die persönlich erlebte Videokonferenz-Müdigkeit sowie zur Länge der Meetings und der Pausen. Ich persönlich mache in der Regel Spaziergänge von 15 Minuten. Die Forscher konnten außerdem zeigen, dass jüngere Menschen und Frauen eher durch Videokonferenzen ermüdet werden. Damit bestätigen die Ergebnisse frühere Arbeiten. In Zukunft sind jedoch weitere Studien erforderlich, um das Phänomen der Videokonferenz-Müdigkeit weiterzuerforschen.
Wer mehr über sein eigenes Verhalten und seine Tendenz zur Videokonferenz-Müdigkeit erfahren will, kann weiterhin auf einer Selbsttestplattform https://videokonferenz-muede.jimdosite.com/ anonym an der Studie der Abteilung Molekulare Psychologie der Uni Ulm teilnehmen. Die Angaben im Fragebogen unterstützen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ihrer Forschung.
Auf einer Messe habe ich an einem Stand eines Solaranlagenherstellers eine kleine Sonne geschenkt bekommen. Ich bin ziemlich begeistert von dieser Solarlampe, dass ich noch gleich ein paar mehr für meine Familie besorgt habe. Wir müssen alle Energiesparen und es sind auch die kleinen Taten, die zählen, denn sie verändern unser Bewusstsein und die Einstellung zu vielen Dingen. Und mi der Little Sun kann ich zudem noch Gutes tun.
Ich kenne von meinem Engagement für die Aktion PiT Togohilfe Solarlampen für die Dritte Welt. Jetzt betreibe ich mit der Little Sun eine eigene Solartaschenlampe. Tagsüber liegt die Lampe in der Sonne und lädt das kleine Solarpanel auf. Bei fünf Stunden Ladenzeit in der Sonne gibt die Lampe 50 Stunden Licht auf der niedrigsten und vier Stunden auf der hellsten Stufe, wobei ich zugeben muss, dass ich immer die hellste Stufe nutze. Die Lampe ist auch dimmbar. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig: Wandern, Zelten, Camping – alles Tätigkeiten, die ich nicht unbedingt ausführe. Ich habe die Lampe zum Lesen, beim abendlichen Grillen und der Suche nach Krimskrams im Keller. Die kraftvolle, solarbetriebene Taschenlampe mit stufenloser Dimm-Funktion und Trageband wurde designt vom Künstler Olafur Eliasson – und da wird die ganze Sache für mich noch interessanter.
Im Jahr 2019 habe ich von Eliasson in der Pinakothek der Moderne die hervorragende Ausstellung WASSERFarben von ihm gesehen. Ólafur Elíasson ist ein dänischer Künstler isländischer Herkunft. Er lebt in Berlin und Kopenhagen und beschäftigt sich vornehmlich mit physikalischen Phänomenen in der Natur. Schon im Jahr 2012 entstand die Little Sun, aber ich bin erst nach zehn Jahren darauf gestoßen.
Das auf Solarlicht basierende Projekt Little Sun von Olafur Eliasson ist ein Kunstwerk, das im Alltag verwendet werden kann. Mit Little Sun wird Licht zu einem Mittel, um den Alltag von Menschen auf der ganzen Welt zu verändern und ihnen eine Möglichkeit zu bieten, unabhängig vom Stromnetz zu leben. Das finde ich eine hervorragende Idee. Eliasson hat zusammen mit dem Ingenieur Frederik Ottesen die Little Sun LED-Solarlampe entwickelt, um den 1,2 Milliarden Menschen weltweit, die ohne Strom leben, sauberes, erschwingliches Licht zu verschaffen, das in netzunabhängigen Gebieten zur Verfügung steht.
Little Sun ist gleichzeitig ein globales Projekt, ein soziales Unternehmen und ein Weg, die Welt durch gemeinsames Licht zu verbinden und Solarenergie für alle zugänglich zu machen. In netzfernen Gebieten bieten die tragbaren Solarlampen eine saubere Alternative zu giftigen und unsicheren brennstoffbasierten Beleuchtungen wie Kerosinlaternen, deren Rauchemissionen den Nutzern erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen. Die Umstellung von Kerosin auf Little-Sun-Licht in der Nacht bedeutet, dass Kinder lernen können, Familien gemeinsam kochen können, Geschäfte geöffnet bleiben und Menschen sich treffen können. Der Zugang zu sauberem Licht fördert nicht nur die Gesundheit, sondern erhöht auch die Produktivität und die Lebensqualität, so die Idee des Künstlers. Little Sun wurde, so heißt es, in engem Dialog mit Nutzern in Äthiopien entwickelt und ist die erste Solarlampe, die ästhetisches und praktisches Feedback aus netzfernen afrikanischen Regionen berücksichtigt. Die äthiopische Meskel-Blume, ein nationales Symbol für Positivität und Schönheit, inspirierte das Design der Lampe.
Little Sun wird weltweit verkauft. Das Vertriebssystem stellt eine wichtige Verbindung zwischen unterschiedlichen Regionen her: In Ländern mit Elektrizität liefert jede verkaufte Little Sun eine Little Sun an eine netzferne afrikanische Gemeinde zu einem lokal erschwinglichen Preis. Da fühl ich mich doch gleich besser.
Vergangene Woche verstarb überraschend Alberto, der Besitzer unserer Eisdiele in Maisach im Landkreis Fürstenfeldbruck. Ich hatte einen persönlichen Nachruf zu Alberto verfasst, weil es mir wichtig war. Inzwischen hat mir Albertos Schwester ein Foto von seinem Grab geschickt.
Alberto war so enorm bedeutend für unsere Gemeinde, denn er betrieb seit 26 Jahren zusammen mit seiner Frau Romina und seinen Kindern eine Eisdiele als einen wichtigen Ort der Kommunikation und er engagierte sich für seine zweite bayerische Heimat. Die Kinder – und nicht nur sie – liebten sein handgemachtes Eis. Zwei, drei Generationen pilgerten zu ihm und bestellten sich ihre Lieblingssorte und jeder hat seine persönliche Geschichte von Alberto.
Wie groß der Verlust ist, zeigt sich an den zahlreichen Kerzen und Blumen, die vor der Eisdiele in den vergangenen Tagen aufgestellt wurden. Täglich werden es mehr. Es ist nicht der Buckingham Palast, sondern nur eine einfache italienische Eisdiele, vor der die Maisacher Blumen, Kerzen und Umschläge zum Gedenken an Alberto niederlegten. So sehen wir, wie sehr er uns fehlt.
Daher haben der Kirchenchor, meine Frau und ich uns gemeinsam zwei Aktionen ausgedacht und privat organisiert: Zum einen gibt es am Sonntag, 6. November um 10:30 Uhr in der Kirche St. Vitus vom Kirchenchor einen Gedenkgottesdienst für Alberto.
Zum anderen legen wir ein Kondolenzbuch um 10 Uhr in der evangelischen Kirche in Maisach, dann um 10:15 Uhr in der katholischen Kirche in Maisach und nach dem Gottesdienst im Café Dafner neben der Eisdiele aus. Es ist bei uns in Maisach Marktsonntag und das Café hat den ganzen Sonntag geöffnet, so dass sich Maisacher in dieses Kondolenzbuch eintragen können. Danke an Familie Dafner, die spontan zugesagt hat. Wir alle finden es eine schöne Geste und wir hoffen, es stößt auf große Resonanz und Unterstützung. Wir werden dieses Buch dann nach Italien zu Albertos Familie schicken.
Also zusammengefasst: Sonntag, 6. November 2022 10 Uhr Kondolenzbuch, evangelische Kirche Maisach 10:15 Uhr Kondolenzbuch, katholische Kirche St. Vitus Maisach 10:30 Uhr Gottesdienst für Alberto, katholische Kirche St, Vitus Maisach Ab 11:30 Uhr Kondolenzbuch im Café Dafner beim Marktsonntag
Ich hatte eigentlich meiner Frau versprochen, dieses Mal keine Bücher zu kaufen, aber ich habe mein Versprechen gebrochen als ich im Pfarrsaal von Bruder Konrad in Gernlinden im Landkreis Fürstenfeldbruck stand und die Schätze vor mir sah. Ein Paradies voller Bücher.
Einmal im Jahr findet der Bücherflohmarkt in Gernlinden statt, organisiert vom Ortskartell der Vereine. Das ist so eine Art Überverein bei dem alle Vereine des Maisacher Ortsteils Mitglied sind. Das ganze Jahr über werden Bücher gesammelt und dann an zwei Tages den Publikum zum Kauf angeboten. Die Preise sind niedrig, die Auswahl ist groß und der Erlös kommt einem guten Zweck zugute. Der große Spielplatz in Gernlinden profitiert von den Einnahmen.Was also will man mehr?
Der Herr der Bücher Christian Kemether
Der Herr der Bücher Christian Kemether, Gemeinderat und Mitglied des Ortskartells, und das Team machen hier eine vorbildliche Arbeit, die ich gerne unterstütze. Nächstes Jahr möchte ich an der Organisation gerne mitarbeiten, denn ich finde den sozialen Gedanken sehr gut.
Es gab allerhand Arten von Büchern, die grob vorsortiert waren. Das meisten Bücher waren natürlich Romane aller Art – darunter viele Thriller und klassische Unterhaltung. Ich hab auch die Biografie von Jan Fedder gesehen, die von Tim Pröse verfasst wurde. Der Spiegel Bestseller-Autor war vor kurzen zu einer genialen Lesung in unserer Gemeindebücherei. Es gab leider nur ein wenig SF und Fantasy, Horror habe ich keine gesehen – oder sie waren schon weg. Professionelle Buchhändler waren gleich zu Anfang da und haben die Schätze geplündert, aber wer sich die Zeit nahm die Hunderte, nein Tausende von Bücher in mehreren Räumen durchzuschauen, der wurde fündig.
Auch Tim Pröse gab es zu kaufen.
So wie ich, der zwei Taschen voller Bücher heranschleppte. Mich interessierte das politische Buch, ausgewählte Fotobücher, ein wenig Biografien und ich ließ mich treiben und inspirieren. Meine Ausbeute habe ich in einem Video zusammengefasst.
Nochmals Gratulation für ein solches Engagement in meiner Wohnortgemeinde und ihr habt viele Bücherfreunde glücklich gemacht mit dieser Aktion.
Es war mein erster Parteitag bei den bayerischen Sozialdemokraten, den ich für meinen Kunden den Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks besucht habe. Ziel war es wie auch beim Parteitag der Grünen vor ein paar Wochen mit den Politikern ins Gespräch zu kommen, was grundsätzlich auch gelang, wenn sie an unseren kleinen Messestand kamen.
Ich auf dem SPD-Landesparteitag.
Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. Denn zunächst sah es so aus, dass die SPD-Parteitagsplaner wohl ein Problem mit Vertretern der Wirtschaft hatten. Meine Friseure waren auf einem Gemeinschaftsstand der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft für viel Geld mit von der Partie. Allerdings war zunächst dieser Gemeinschaftsstand nach hinten in das Studio 2 der Münchner Eisbachstudios verlegt und zudem wurden vor den Wirtschaftsständen noch weitere Stände postiert, wie ein großzügiger Stand der Friedrich Ebert Stiftung, der bayerischen Apotheker oder eines Solarherstellers. Die Politiker hätten es schwer gehabt, zu uns zu gelangen.
Die vbw-Vertreterin protestierte auf das Schärfste und im Gespräch mit den anderen Ausstellern konnte die Ausstellung und Standplatzierung aufgelockert werden. Begeisterung beim Parteitagsstart sah auf Seiten der Wirtschaftsverbände anders aus.
Gleichzeitig war die Atmosphäre auf dem Parteitag aber auch sehr angespannt. Die Delegierten nominierten Florian von Brunn zum Spitzenkandidaten zur bayerischen Landtagswahl 2023. Und es hatte sich hoher Besuch in Person des Bundeskanzlers Olaf Scholz angekündigt. Entsprechend unentspannt war das Bundeskriminalamt und die Personenschützer.
Es war meine erste Begegnung mit dem Bundeskanzler. Er war kleiner als ich ihn vom Fernsehen wahrnahm, sah mit schwarzen Anzug, Hemd und Pulli sehr leger aus. Viel Zeit hat sich Scholz allerdings für uns Aussteller nicht genommen. Durch geschickte Platzierung und durch langjährige Erfahrung als Pressefotograf gelangen mir ein paar gute Fotos. Entspanntes Arbeiten sieht anders aus, aber am Ende hatte ich das Foto das ich brauchte – mein Kunde war zufrieden und so muss es sein.
Die Fotos am Stand waren in der Regel deutlich einfacher. „Im Zuge des anstehenden Landtagswahlkampfes war unser wichtigstes Anliegen mit den Politikern und Gästen ins Gespräch zu kommen und unsere Forderungen der mittelständischen Friseurunternehmen zu vermitteln“, so das Fazit von Doris Ortlieb, Geschäftsführerin der bayerischen Friseure – die auch meine Ehefrau ist. Jedem Gesprächspartner am LIV-Stand wurde das Papier „Wir müssen reden“ mit den Forderungen als Teil der politischen Interessenvertretung überreicht und erläutert. Hier eine Auswahl der illustren Gesprächspartner: Bundeskanzler Olaf Scholz, SPD-Spitzenkandidat Florian von Brunn, Parteivorsitzende Ronja Endres, Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, Generalsekretär Arif Tasdelen, MdL Harald Güller, Renate Schmidt und vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
Wenn am Stand nichts los war, sammelte ich Give-aways und schaute ich mir die Übertragungs- und Streamingtechnik der SPD an. Es ist interessant, welche Technik für eine einfache Mitgliederversammlung aufgefahren wird, denn mehr ist ein Parteitag nicht. Die rote Beleuchtung der Bühne fand ich zu krass, aber wirklich beeindruckt war ich von der Leistung einer Gebärdendolmetscherin. Sie stand auf einem ausgeleuchteten Podest vor Greenscreen, blickte aufs SPD-Podium, das dann via Greenscreen am Monitor eingespielt wurde. Technik, die begeistert. Als nächstes stehen für mich die Parteitage von CSU und FDP an.
Nachdem ich im Moment Pink Floyds geniales Album Animals höre, stattete ich den blauen Schafen vor dem Rathaus meines Wohnorts Maisach einen Besuch ab.
Die Kunstinstallation Blaue Schafe von Rainer Bonk stehen im Rathausgarten und sind sehr schön anzusehen. Diese Blauen Schafe möchten Denkanstöße geben, auf das Verbindende hinweisen und für ein friedliches Miteinander und Toleranz werben – auf der Basis von Wertschätzung des Anderen.
Und nein: Die Schafe sind kein Symbol für die Corona-Maßnahmen. Gegner und Schwurbler bezeichneten die Masse der Bevölkerung als Schafe, die endlich aufwachen müssten. Das ist nicht gemeint.
Als serielles Kunstwerk wurde das Blauschaf vom Aktionskünstler Rainer Bonk 2001 geschaffen. Im Rahmen einer europaweiten Ausstellungstour wirbt die „Blaue Herde“ für eine tolerante Geisteshaltung. Die Signalfarbe Blau steht für das Verbindende – es ist die Farbe der EU, der UNO sowie von UNESCO und Unicef.
Anfangs standen die Schafe als Kunstwerk im Rathausgarten. Mittlerweile sind sie mit einem kleinen, niedrigen Weidezaun eingezäunt. Wahrscheinlich damit sich kein Kind auf das Kunstwerk setzt.
Leipzig hat in Sachen Kirchen einiges zu bieten, aber bei einem Kurzbesuch hatte ich nur die Gelegenheit mich mit zwei Gotteshäuser näher zu beschäftigen: Die Thomaskirche und die Universitätskirche. Die Nikolaikirche ließ ich dieses Mal aus, auch weil sie dort seltsame Regeln fürs Fotografieren und Filmen hatten.
Thomaskirche Leipzig Unbedingt wollte ich den Ort sehen, an dem Johann Sebastian Bach gespielt, der Thomanerchore gesungen und Martin Luther gepredigt hatte. Also besuchte ich die Thomaskirche mit ihrem steilen Dach.
In der Thomaskirche befinden sich seit 1949 die mutmaßlichen Gebeine von Johann Sebastian Bach, die 1949 von der zerstörten Johanniskirche überführt wurden. Von einigen modernen Musikwissenschaftlern wird deren Identität in Zweifel gezogen und ein DNA-Vergleich mit den zweifelsfrei erhaltenen Knochen seines Sohns Carl Philipp Emanuel gefordert; ein solcher ist bislang nicht erfolgt. Ich kann es nicht beurteilen, aber die potentielle Grabstelle ist auf jeden Fall ein großer Publikumsmagnet. Die Kirche hat einen hervorragenden Klang und es gibt zahlreiche Konzertaufnahmen. Ich habe mich für für Lang Lang und den Goldberg Variationen entschieden. Lang Langs erstes Barock Album enthält gleich zwei Interpretationen der Goldberg-Variationen, die einander zwar ähneln, doch in ihrer Individualität unterschiedlicher kaum sein könnten: Eine Fassung entstand in mehreren Etappen und unter klanglich ausgeklügelten Voraussetzungen im Studio, die andere kurz zuvor in einem einzigen Take während eines Konzertes in der berühmten Leipziger Thomaskirche.
Aber auch bitte einmal einen Blick auf die Kirchenfenster der Südseite werfen. Wir sehen unter anderem Felix Mendelssohn Bartholdy, aber auch unseren Bach und natürlich Martin Luther. Und es gibt immer ein paar Deppen: In der Silvesternacht 2019/2020 warf ein – inzwischen gefasster – Täter mehrere Fenster der Kirche, darunter das Rosettenfenster über dem Westportal, sowie einige weitere wertvolle vom Ende des 19. Jahrhunderts, mit Pflastersteinen ein. Dafür hab ich absolut kein Verständnis für die Zerstörung von Kunst.
UniversitätskircheLeipzig Da wir gerade beim Zerstören von Kunstwerken sind, hat der DDR-Sozialismus auch seinen Anteil in Leipzig. Weil dem Spitzbart Ulbrich die Universitätskirche ein Dorn im Auge war, ließ er sie von seinen Spießgenossen abreißen.
Unter dem Protest zahlreicher Bürger wurde die Kirche am 30. Mai 1968 gesprengt, wenig später folgten die angrenzenden Gründerzeitbauten. In den Jahren 1968-73 errichtete ein Architektenkollektiv unter Leitung von Hermann Henselmann einen neuen Campus mit dem Hochhaus als Fortschrittschiffre. Am Ort der Kirche rief das 33 t schwere, bronzene „Marxrelief“ den gesellschaftlichen Aufbruch in den Sozialismus aus, innen sekundiert durch Werner Tübkes Wandbild Arbeiterklasse und Intelligenz.
Nach der politischen Wende 1989 wurde eine abermalige Umgestaltung des innerstädtischen Universitätscampus angestoßen, die in zwei Architekturwettbewerbe mündete. Eine öffentliche Diskussion um die Erinnerungshaltung gegenüber den Vorgängerbauten begleitete den Planungsprozess, ohne dass die Forderung nach der Rekonstruktion der Universitätskirche eine Mehrheit auf sich vereint hätte. Den zweiten Architekturwettbewerb der Jahre 2003/04 gewann der Rotterdamer Architekt Erick van Egeraat mit einer „modernen Paraphrase“ der Vorgängerbauten, realisiert 2007-2017. In den nachgebildeten spätgotischen Kirchenraum wurden die sorgsam restaurierten Kunstwerke, u.a. der Altar und ausgewählte Epitaphien, sowie zwei neue Orgeln eingebracht. Der Raum dient als Aula, Kirche und Konzertsaal.
Bei uns im Dorf gibt es einen Wochenmarkt und mehrere Selbstvermarkter. In der Corona-Phase habe ich mir die Zeit genommen und bewusst Bio-Produkte eingekauft. Dann waren wir Mitglied in einer Lebensmittelgenossenschaft (in der Familie Kolchose genannt), was allerdings eine ziemliche Fahrerei war, bis wir unsere Produkte ins Auto laden konnten. Durch die Hektik in Familie, Job, Ausbildung, Studium ist dieses Einkaufsverhalten wieder eingeschlafen. Wir hatten auch mal eine Bio-Kiste einmal pro Woche bestellt, waren aber von der Qualität der Waren nicht überzeugt.
Und nun: Als Familie versuchen wir das Auto so oft wie möglich in der Garage zu lassen. Eingekauft wird nur noch einmal pro Woche im örtlichen Inhabergeführten Edeka-Supermarkt. Ketten wie Aldi oder Rewe vermeiden wir, wenn möglich. Gespart wird bei uns in der Familie nicht bei Lebensmitteln, dafür bei Kleidung und Schuhe. Geheizt wird im Moment noch nicht, die Temperatur im Haus ist noch bei 19 Grad. Doch wie sieht es bei anderen Familien aus? Da gibt es interessante Zahlen von der Offerista Group, Europas größtes Netzwerk für digitales Handelsmarketing.
Stark gestiegene Lebensmittelpreise machen sich im Einkaufskorb bemerkbar. Und das betrifft vor allem Bioprodukte. 40 Prozent der von Offerista in Deutschland Befragten gaben an, dass sie wegen der explodierenden Preise ihren Konsum von Bioware eingeschränkt haben. Offerista hat daher gefragt, ob Bioprodukte für deutsche Verbraucher überhaupt noch interessant sind, und wenn ja, wo sie diese kaufen.
Nachdem sie auch Discounter mehr und mehr anbieten, ist in den vergangenen Jahren ein regelrechter Boom rund um Bioprodukte im Lebensmittelhandel ausgebrochen. Doch die jüngsten Preissteigerungen haben das Interesse an den nachhaltigen Frischewaren mitunter sehr gedämpft, so das Ergebnis einer Studie, für die Offerista in Deutschland im Zeitraum von 31. August bis 12. September 2022 insgesamt 882 volljährige Konsument online befragt hat. Dabei interessierte auch, wo die Menschen in Deutschland ihre Lebensmittel überwiegend kaufen, ob beim Discounter oder beim Super- beziehungsweise Biomarkt und wie beliebt Bio überhaupt ist.
Wo kaufen die Deutschen am liebsten Lebensmittel? Die Antwort ist so wie in Österreich, wo die Studie zeitgleich lief: Die Mehrheit kauft Lebensmittel beim Discounter! Mehr als die Hälfte (55 Prozent) gibt in der Befragung an, ihren Lebensmitteleinkauf in einem Discounter wie ALDI, Lidl oder Netto zu erledigen – also in Ketten, die nicht Inhabergeführt sind. Ähnlich beliebt ist der Kauf der alltäglichen Waren in einem Supermarkt. Hier kaufen 38 Prozent der Probanden ihre Lebensmittel ein. Einkaufsstätten wie der Wochenmarkt (4 Prozent) und Biomärkte (3 Prozent) sind in der Käufergunst weit abgeschlagen beim Lebensmitteleinkauf.
Vor allem ältere Leute im Alter von 65+ Jahren drängt es wegen der günstigeren Preise mit 57 Prozent eher zu den Discountern, während es bei der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen „nur“ 44 Prozent sind. Das ist ein deutliches Zeichen der Altersarmut in diesem Land.
Discounter oder Biomarkt? Wenn man vom Beliebtheitsgrad absieht, zieht es die Konsumenten noch mehr in die Geschäfte der Discounter. Denn mit 91 Prozent sind sie ganz klar vorn, was sich in Zeiten der Krise und galoppierenden Inflation noch verstärkt hat. Nur etwa 9 Prozent der von Offerista Befragten kaufen ihre Lebensmittel des Öfteren im Biomarkt, 51 Prozent gehen dagegen einmal pro Woche zum Discounter, 34 Prozent sogar zwei- oder mehrmals pro Woche, wobei hier zwischen Stadt- und Landbevölkerung zu unterscheiden ist. Letztere schafft es meistens nur einmal in der Woche zum Discounter. Biomärkte werden hingegen von dem Großteil der Verbraucher selten bis gar nicht angesteuert: 41 Prozent gehen gar nicht dort einkaufen, 33 Prozent, die zweitgrößte Gruppe der Befragten, „eher selten“.
Wie beliebt oder wichtig ist „Bio“ eigentlich? Ganz entgegen dem Ergebnis, dass Biomärkte sich über weit weniger Kundschaft freuen können als die Discounter und die großen Supermärkte, ist das Interesse an Bioprodukten nach wie vor groß. Viele Konsumenten halten es sogar für wichtig, Produkte mit dem Bio-Label zu kaufen und dies unabhängig davon, ob beim Discounter, Bio- oder Supermarkt. Interessant ist: Man würde ja Bio kaufen, tut es aber doch nicht, 34 Prozent der Befragten greifen nach eigenem Bekunden gelegentlich, 20 Prozent sogar oft zu Bioprodukten. Am meisten achten sie auf Biosiegel, wenn es sich um Obst und Gemüse handelt. Das ist mit 75 Prozent weit vorn, auf den zweiten und dritten Plätzen folgen Eier mit 67 Prozent und Fleisch mit 56 Prozent. Molkereiprodukte wie Milch, Butter, Käse und Joghurt sollten für 44 Prozent der Verbraucher ebenfalls den Biostandards genügen, wobei es hier sicherlich regionale Unterschiede gibt. Mich würde interessieren, ob man beim Urlaub auch so auf den Preis schaut – wir Deutschen sind ein irrationales Volk.
Viele der Befragten, nämlich 40 Prozent, haben allerdings geäußert, dass sie angesichts der stark steigenden Preise ihren Konsum an Bioware eingeschränkt haben. Von denjenigen, die ohnehin nie oder nur selten zu Bioprodukten greifen, sind sie 86 Prozent schlicht zu teuer. 18 Prozent von ihnen nannten als Argument dagegen, dass ihnen das Biosortiment nicht breit genug aufgestellt sei.
Warum dort kaufen und nicht woanders? Daran knüpfte sich auch die Frage, was für die Wahl des Einkaufsortes entscheidend ist. 61 Prozent der Befragten nannten als wichtigstes Kriterium den Preis, 60 Prozent ein breitaufgestelltes, gutes Angebot. Frische ist für 58 Prozent der Konsumenten in Deutschland ein wichtiges Kaufargument, die Regionalität der Produkte nur für 54 Prozent der Befragten
Hat die Preisexplosion zu einer Kundenwanderung geführt? Interessanterweise sind trotz der stark gestiegenen Preise 76 Prozent der Konsumenten ihrem angestammten Einkaufsort treu geblieben. 25 Prozent haben sich allerdings nach Alternativen umgesehen oder diese schon gefunden.
Mobilitätsfaktor Auto beim Einkaufen Viele Discounter, große Super- und Hypermärkte locken die Kundschaft immer mehr in die Peripherie oder in große Einkaufs-Ballungszentren, die oft besser oder nur mit dem Auto zu erreichen sind. Dieser Trend hat sich gerade in ländlichen Regionen und Kleinstädten verstärkt, ist aber auch in Metropolen erkennbar. Das ist auch bei uns im Dorf so, wo ein Aldi eröffnet hat. Daher ist auch nicht verwunderlich, dass 39 Prozent der Verbraucher in Deutschland zwischen 1 und 5 km mit dem Auto zum Geschäft ihrer Wahl fahren, obwohl 24 Prozent nur 100 bis 500 m benötigen würden, um ihre Lebensmitteleinkäufe zu erledigen. Ich steuere ein wenig dagegen und hab mir so ein Oma-Wägelchen gekauft und werde von der Dorfjugend doof angesehen, Dabei sind deutliche Unterschiede zwischen Land- und Stadtbevölkerung erkennbar: Erstere nimmt eher längere Fahrstrecken in Kauf, wobei das Auto für beide Gruppen trotz extrem gestiegener Spritkosten und trotz des vorübergehenden 9-Euro-Tickets immer noch die erste Wahl ist.
71 Prozent der Verbraucher in Deutschland fahren meist mit dem Auto zum Einkaufen, 26 Prozent erledigen ihre Einkäufe zu Fuß oder mit dem Rad. Auf dem Land überwiegt das Auto mit 84 Prozent als Einkaufsvehikel, aber auch in den Städten ist der Anteil mit 62 Prozent vergleichsweise hoch, während nur 25 Prozent zu Fuß oder Rad einkaufen gehen. Und wie ist es bei Ihnen?