Sehr gewöhnungsbedürftig: Das Aecht Schlenkerla Rauchbier

14. Oktober 2013

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Die einen mögen es, die anderen hassen es – dazwischen gibt es irgendwie nichts. Gemeint ist das Bamberger Rauchbier. Auf Einladung der Friseurinnung Bamberg nahm ich an einer Stadtführung zum Thema Bier durch Bamberg. Durchgeführt wurde diese Führung von Claudia Büttner und ihrer Agentur Abenteuer Bamberg.

Das Bamberger Rauchbier ist in der Tat gewöhnungsbedürftig. Mir persönlich schmeckt es nur, wenn es eiskalt ist. Daher machte ich auch beim Schlenkerla Station, um mich über die Tradition der Rauchbiere zu informieren. Das Schlenkerla ist eine der großen Traditionsgaststätten in der Bamberger Innenstadt. Sie wurde 1405 gegründet. Aecht Schlenkerla Rauchbier ist die Spezialität des Hauses. Das Aecht Schlenkerla Rauchbier ist ein sehr dunkles, untergäriges Märzenbier mit 13,5 % Stammwürze und einem Alkoholgehalt von etwa 5,1 %, so Claudia Büttner. Hier gibt es die Hardcore-Version des Biers.

Rauchbier ist dabei keine Bamberger Erfindung. Im Mittelalter hatten wohl alle Brauereien eine Art Rauchbier. Dabei wurde Malz dunkel über Feuer geröstet. Der Rauchgeschmack zieht in das Malz ein und so kam es zum Rauchbier. Die Idee dahinter ist, dass das Rauchbier länger haltbar ist. Was mit Wurst funktioniert, sollte auch mit Bier funktionieren, aber das war ein Irrtum.

Der Name Schlenkerla kommt vom Braumeister Andreas Graser. Er hatte ziemliche O-Beine und hat beim Laufen immer gewankt. Also war er gleich im Volksmund der Schlenkerla.

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Für eine Woche bin ich @frankenliebe

14. Oktober 2013

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Für eine Woche habe ich die besondere Ehre den Twitter-Account von @frankenliebe zu betreuen. Was verbirgt sich dahinter?

@Frankenliebe ist ein Twitter-Projekt der unterfränkischen CSU-Bundestagabgeordneten Dorothee Bär. Sie engagiert sich unter anderem sehr in der Netzpolitik und hat sich dort einen Namen gemacht. Zudem ist sie stellvertretende Generalsekretärin der CSU. Im Bundestagswahlkampf gab es Vorwürfe im Rahmen der Beschäftigungsaffäre, die sie aber meiner Meinung nach restlos aufklären konnte.

Aber keine Angst, es geht in diesem Projekt nicht um Politik, geschweige denn um Parteipolitik irgendeiner Partei. Jede Woche darf ein mehr oder weniger prominenter Twitterer den Account bespielen und seine Sicht über Franken darlegen. Der Account wird seit einiger Zeit mit wechselnder Besetzung geführt und nun bin ich eben an der Reihe. Also aus @redaktion42 wird für eine Woche  @frankenliebe.

Wie komme ich als Oberbayer denn an die Ehre einen fränkischen Twitter-Account zu betreuen? Die kritischen Franken müssen jetzt nicht nervös werden. Die Ehre Frankens wird nicht beschmutzt. Ich habe fränkische Wurzeln, arbeite viel mit Franken und bin sehr oft in diesem schönen Teil Bayerns. Meine Mutter kommt aus Coburg und nach neuerer Geschichtsschreibung ist das ein Teil Frankens. Mein bester Kumpel kommt aus Nürnberg und ist auch Patenonkel von K2.

Und was werde ich die ganze Woche twittern? Ich habe meinen Blog redaktion42.com nach fränkischen Geschichten durchstöbert. Und ich werde diese Woche noch einige Geschichten aus Franken produzieren, damit Frankenliebe auch optimal betreut wird. Ich freue mich auf die Kritik (und das Lob). Aber wie heißt es in Franken? Nicht gemault, ist schon genug gelobt.

Was nun Medienministerin Ilse Aigner?

13. Oktober 2013

In Bayern haben wir mit Ilse Aigner eine neue Medienministerin. Ursprünglich war die Medienpolitik in der Staatskanzlei angesiedelt, aber nach der Kabinettsumbildung durch den Ministerpräsidenten kümmert sich jetzt die Superministerin Aigner um die Medien.

Wir erinnern uns: Ilse Aigner hatte sich als Bundesverbraucherministerin mit Facebook angelegt und gilt ja als Verweigerung des wichtigsten sozialen Netzwerkes. Und mit dieser Einstellung soll Ilse Aigner sich um Medienpolitik und -entwicklung im Freistaat Bayern kümmern. Wir kennen ja die Sprüche Laptop und Lederhose.

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Ich bin da sehr, sehr gespannt, wie die Ministerin jetzt vorgeht. Vor allem weil sich Ministerien und Verwaltungen nicht mehr hinter der Datenschutzargument verstecken können. Der extrem Facebook-kritische Landesdatenschützer von Schleswig-Holstein Thilo Weichert hat vor dem Verwaltungsgericht Schleswig eine Schlappe erlitten. Behördenchef Thilo Weichert wollte Firmen untersagen lassen, die Dienste von Facebook zu nutzen. Jetzt ist klar: Firmen in Schleswig-Holstein dürfen auch künftig Fanseiten in dem sozialen Netzwerk betreiben. Sie dürfen nicht für das verantwortlich gemacht werden, was Facebook mit den Daten seiner Nutzer anstellt. Die Betreiber von Fanseiten haben keinen Einfluss auf die im Hintergrund stattfindende Datenverarbeitung, so das Gericht.

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Eine Schlappe für Weichert und Klarheit in Sachen Facebook. In Bayern nutzt die von der Staatskanzlei betriebene Seite Bayern.de unter anderem Facebook und YouTube. Bei der erstmaligen Nutzung der Webpage können die User die sozialen Netzwerke per Klick aktivieren. Ob es diese Regelung der Medienministerin Ilse Aigner gefällt? Und ich bin mal gespannt, ob sie ihre Haltung als Verbraucherschützerin auch als Superministerin ihren Kabinettskollegen mitteilt. Schließlich sind einige ihrer Ministerkolleginnen wie Hadertauer oder Merk in Facebook aktiv. Und auch ihr Chef Seehofer hält sich in Facebook auf. Und hatte Seehofer nicht eine große Facebook-Party in der Münchner Nobeldisco P1 organisieren lassen? Oder hält sich Aigner an Adenauer nach der Meinung, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Es wird spannend, wie die Medienpolitik in Bayern weitergeht und wie sich Ilse Aigner verhält.

 

ebooks: Der Damm ist gebrochen

12. Oktober 2013

Ich bereite gerade ein Seminar über digitale Bücher vor und setze mich mit dem Verkauf von eBooks auseinander. Nicht überrascht bin ich über den rasanten Erfolg von eBooks und ich bin erst recht nicht überrascht, dass sich die klassische Buchbranche ärgert. Die Branche feiert sich gerade auf der Buchmesse – aber ich bin mal gespannt, wie lange klassische Verlage noch feiern. Amazon ist dieses Jahr auf der Buchmesse und so mancher macht einen großen Bogen um das größte Internetkaufhaus der Welt. Ich stelle mir die Frage, warum brauche ich denn einen Verlag, um ein Buch zu veröffentlichen. Im Moment teste ich gerade die neue Veröffentlichungsplattform tablo aus Australien. Die Herrschaften downunder haben eine Plattform gebaut, mit der es recht einfach scheint, ein Buch samt ISBN-Nummer in den Online-Shops von Amazon und Apple zu veröffentlichen. Einfach per Knopfdruck. Damit wird das Gefummel über Software wie Calibre überflüssig.

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Ich bin mir sicher, dass viele Hobbyautoren, aber auch ernsthafte Fachbuchautoren diesen Weg des elektronischen Selbstverlages gehen. Die Chance auf Erfolg ist durchaus vorhanden. Denn die GfK stellt klar, dass Unterhaltungsangebote immer öfter aus dem Internet heruntergeladen werden. Demnach stieg der Umsatz, der mit dem Herunterladen von Musik, Spielen, Filmen und Büchern erzielt wurde, im ersten Halbjahr um 66 Millionen Euro im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum. Vor allem das Geschäft mit elektronischen Büchern wächst rasant. Hier erhöhte sich der Umsatz um knapp 70 Prozent. Das größte Segment bei den Downloads ist der Bereich Musik. Ich lese immer mehr von Einschlägen im Buchbereich. Der Branchendienst turi meldete über Schwierigkeiten bei Weltbild. Weltbild-Chef Carel Halff meinte, dass für Mitarbeiter das Geschäft durch den Wandel zum eBook härter werde.

Auch der Branchenverband Bitkom lieferte vor kurzem aktuelle Zahlen, die zeigen: ebooks sind ein klarer Verkaufserfolg. Ein Fünftel (21 Prozent) aller Bundesbürger liest elektronische Bücher So liegt der Anteil der eBook-Nutzer in der Bücher lesenden Bevölkerung sogar bei 29 Prozent. Nur drei Viertel aller Deutschen lesen Bücher. Es können sich laut Umfrage 27 Prozent der eBook-Skeptiker vorstellen, in Zukunft digitale Bücher zu lesen. Gleichzeitig wächst die Basis von Geräten, die sich sehr gut für das Lesen von eBooks eignen. Nach Bitkom-Prognosen werden im Jahr 2013 rund 8 Millionen Tablet Computer und 832.000 spezielle eBook-Reader in Deutschland verkauft. Amazon aktualisiert gerade seine Kindle-Reihe und die deutsche Allianz von Händler bringt einen neuen tolino.

Nach den Ergebnissen der Umfrage gibt es kaum Unterschiede bei der eBook-Nutzung zwischen Frauen (21 Prozent) und Männern (22 Prozent). Im Vergleich der Generationen sind die Unterschiede ebenfalls moderat. Im Alter von 14 bis 29 Jahren liegt der Anteil der eBook-Leser bei 25 Prozent, von 30 bis 49 Jahren bei 26 Prozent. Eine etwas geringere Nutzung gibt es in der Altersgruppe von 50 bis 64 Jahren mit 19 Prozent. In der Generation 65 Plus sind es nur noch 12 Prozent. Hauptgrund dafür ist die deutlich geringere Internetnutzung in dieser Altersklasse.

Mit einem Anteil von 62 Prozent kaufen die meisten E-Book-Nutzer digitale Bücher auf den Webseiten von Online-Buch-Shops wie Amazon, Thalia.de oder Ebook.de. Knapp ein Fünftel (18 Prozent) kauft eBooks in den vorinstallierten Shops ihrer Lesegeräte, zum Beispiel dem Kindle Store, den Shops von Hugendubel, Weltbild oder dem Bertelsmann Club auf dem Tolino oder dem iBook Store.

Das am häufigsten gebrauchte Lesegerät ist laut der Bitkom-Umfrage immer noch der Computer: 77 Prozent der befragten E-Book-Leser nutzen Desktop-PC, Notebook oder Netbook, um digitale Bücher zu lesen. So nutzen drei Viertel der „Computer-Leser“ ihre E-Books auf mindestens einem weiteren Gerät. Überraschend stark schneiden Smartphones ab: 58 Prozent lesen E-Books auf Smartphones. Erst danach folgen Tablet Computer mit 21 Prozent und spezielle eReader mit 18 Prozent.

Entscheidender Grund für die Nutzung von eBooks ist deren leichte Verfügbarkeit. 54 Prozent nutzen eBooks, weil sie immer abrufbereit sind, sei es auf dem Gerät oder in der Cloud. Fast genauso wichtig ist den Lesern, dass sie über das Internet sehr einfach und schnell neue Bücher kaufen oder leihen können (53 Prozent). Das geringe Gewicht nennen 42 Prozent und die besonderen Funktionen von eBooks 41 Prozent der Befragten. Die mit Abstand beliebteste Funktion ist das digitale Lesezeichen, das zwei Drittel aller eBook-Leser nutzen. Ein Drittel verwendet die Stichwortsuche, ein Viertel macht sich Notizen und jeweils ein Achtel markiert Textstellen oder nutzt die Übersetzungsfunktion.

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Neues Hobby Drachensteigen

11. Oktober 2013

Drachen hat nicht jeder … Vielleicht kennt jemand noch das Lied aus der Augsburger Puppenkiste? Bei wunderbarem Herbstwetter der vergangenen Tage ist die Familie dem Drachen-Fieber verfallen. Dabei meine ich nicht den Drachen aus Hobbit, der uns bald ins Haus steht, sondern klassische Flugdrachen.

Die ganze Familie verbrachte einen Nachmittag beim Drachensteigen. Ich hatte noch einen alten Delta-Drachen im Keller gefunden, aber die Gattin trumpfte auf. Sie zog aus ihrem Inventar einen professionellen Lenkdrachen hervor, den sie zudem noch hervorragend beherrschte. Ich stellte mich eher unprofessionell an, um es einmal diplomatisch auszudrücken.

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Drachen waren in meiner Jugend ein simples Holzkreuz und eine Plastikplane mit Aufdruck. In der Regel war es ein Adler oder ein Bussard. Meine Mama hatte mir als Kind so ein Teil gekauft, aber ich wollte unbedingt einen Wellensittich als Aufdruck – so was gab es damals nicht. Also bin ich mit einem Weißkopfadler zum Drachensteigen gegangen und bekam auch gleich Ärger. Wir wohnten damals in der Nähe eines Militärflugplatzes und da war nichts mit Drachensteigen. Der Russe hätte ja kommen können. Am Wochenende flog die deutsche Luftwaffe im Rahmen ihrer Landesverteidigung nicht und der Russe hatte wohl auch Wochenende und ich freie Bahn für meinen Drachen. Bei meinen Kumpels machte ich Eindruck mit einem Yps Rotor-Drachen, der sich immer um die eigene Achse drehen sollte. Das tat er zeitweise, bevor er ins Flughafengelände stürzte und einkassiert wurde.

Auf jeden Fall ist die Lust auf Drachen wieder erwacht. K2 suchte sich gleich einen Einleiner aus, den es nun zu bestellen gilt. Und ich muss wirklich sagen, ich hab vor meiner Frau noch mehr Respekt als sonst. Ihre Flugkünste mit dem Lenkdrachen sind einfach spitze, während bei mir eher Geier Sturzflug angesagt war. Ich hab dagegen eine Möglichkeit gesucht, die GoPro Hero am Drachen zu festigen. Da müssten doch interessante Aufnahmen möglich sein, oder?

Werbespot: Samsung kopiert Apple

10. Oktober 2013

Wie doof ist das denn? Wenn einem die Ideen ausgehen, dann muss eben kopiert werden. Dies dachte sich wohl Samsung mit seiner Smartwatch. Um das Teil in den Markt einzuführen, wird freilich ein Werbespot benötigt. Was ist das einfacher als einfach einen Werbespot von Apple zu kopieren? Gesagt, getan. Was bei Apple funktioniert, sollte auch bei Samsung funktionieren, oder?

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Im Jahre 2007 griff Apple den Telefonmarkt an und krempelte mit dem iPhone den Smartphone-Markt komplett um. Um auf den Geschmack zu kommen, produzierte den bekannten Hello-Werbespot. Aus zahlreichen Hollywoodstreifen durch die Geschichte wurde das Abheben des Telefonhörers gezeigt, eben die „Hello“-Szene. Insgesamt zahlte Apple für die 31 Szenen sicherlich eine nicht unbedeutende Summe an Hollywood. Ich fand die Idee hervorragend. Hier der Spot von Apple aus dem Jahr 2007.

Und nun konterte Samsung mit dem entsprechenden Spot der Smartwatch. Irgendwie kommt mir die Sache bekannt vor, oder? Captain Kirk und Fred Feuerstein werben nun für das Produkt aus Fernost zum Preis von 299 Euro. Ich bin mal gespannt, wann die iWatch von Apple kommt und der Werbespot dann aussieht.

 

Hier nochmals die Liste von Filmen, die im Apple Hello-Spot vorkam:

1. Lucille Ball – I Love Lucy Show 1956-64

2. Jackie Gleason – The Honeymooners 1955-56

3. Humphrey Bogart as Sam Spade in The Maltese Falcon

4. Marlon Brando

5. Jerry Lewis in The Bellboy 1960

6. Marilyn Monroe in Some Like It Hot 1959

7. Clark Gable in It Happened One Night 1934

8. Peter Sellers in The Pink Panther 1963

9. Steve McQueen in The Getaway, 1972

10. Richard Dreyfuss – American Grafitti 1973

11. Burt Reynolds in Boogie Nights 1997

12. Bea Benaderet as Betty Rubble in The Flintstones 1959-66

13. Robert Redford in Three Days of the Condor 1975

14. Michael J. Fox in Back To The Future 1985

15. Harrison Ford as Dr Richard Kimble in The Fugitive, 1993

16. John Cusack Rob Gordon in High Fidelity, 2000

17. Audrey Tautou as Amelie, 2001

18. Kevin Spacey – L.A. Confidential, 1997

19. William H. Macy in Fargo, 1996

20. Dustin Hoffman, Meet The Fockers, 2004

21. Will Ferrell in The Anchorman, 2004

22. Sarah Jessica Parker, Sex and the City

23. Jeff Bridges – The Big Lebowski, 1998

24. Billy Crystal, When Harry Met Sally, 1989

25. Cameron Diaz in Charlie’s Angels, 2000

26. Samuel L. Jackson in Shaft, 2000

27. John Travolta – Face Off, 1997

28. Robert De Niro, City By The Sea, 2002

29. Ben Stiller as Derek in Zoolander, 2001

30. Michael Douglas, The American President, 1995

31. Craig Nelson as Bob Parr, Mr Incredible in The Incredibles, 2004

Persönlicher Nachruf: Zum Tode von Iris Asche 3DPowerstore

9. Oktober 2013

Mit Entsetzen erfuhr ich vom Tod von Iris Asche. Am 4. September 2013 verstarb nach schwerer Krankheit die Chefin des 3DPowerstores aus Düsseldorf. Iris Asche war in der 3D-Branche jahrelang bekannt und in der Commuity sehr geschätzt. Die Branche hat eine engagierte Vertreterin verloren.

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Ich lernte Iris als Chefredakteur der Zeitschrift DIGITAL PRODUCTION kennen. Zusammen mit Ron Martin war sie meine Ansprechpartnerin für 3D-Produkte und die Szene darum. Immer wieder trafen wir uns auf Messen und Veranstaltungen, liefen uns auf der FMX, der IBC oder der Siggraph über den Weg, tranken den einen oder anderen Kaffee und ratschten wie alte Freunde. Iris war Teil der Branche und kannte sich aus. Als Kommunikationswirtin studierte sie von der Oktober 1984 bis April 1990 an der Hochschule der Künste Berlin. Ihre Diplomarbeit schrieb sie beim legendären Dr. Bernd Willim zumThema Computeranimation. Ihre kaufmännischen Erfahrungen sammelte sie im Einzelhandel/IKEA als leitende Angestellte im Bereich Local Marketing. Später war sie selbstständig im Bereich Innenarchitektur/Ladenbau. Dann kam der Schritt in die 3D-Branche, die ihr immer am Herzen lag. Sie gründete ihren 3DPowerstore. Dort war sie der gute Geist für alle organisatorischen Fragen rund um die Auftragsabwicklung, organisierte Schulungen und Workshops in Düsseldorf und hielt den Kontakt zu uns Medienmenschen.

Durch Facebook tauschten wir uns über gesunde Ernährung aus. Iris war eine Verfechterin von Rohkost und gab mir immer wieder Tipps für vegetarische Küche. Ihr letzter Post bei Facebook ging über die bevorstehende Briefwahl. Sie schrieb am 29. August: „Meine Kreuzchen sind gesetzt, Briefwahl erledigt.“ Über ihre Krankheit verlor sie in unseren Gesprächen kein Wort, aber in Bemerkungen spürte ich, dass etwas nicht stimmte. Am 4. September verstarb sie ohne Schmerzen in den Armen von Ron Martin. Iris, wir werden dich nicht vergessen.

Anbei ein kleines Video, dass ich über Iris auf der FMX 2011 gedreht habe.

 

Zur Buchmesse: Homer Simpson spricht jetzt Hessisch

8. Oktober 2013

Was in meiner Jugend wohl Asterix auf Latein war, ist heute Homer Simpson auf Hessisch. Mit diesem angehendenden Kultbuch erscheint bei Panini erstmals eine deutsche Mundart-Variante der Comics. Start ist auf der Frankfurter Buchmesse. So Mundart-Geschichten laufen immer hervorragend. Man denke im Fernsehen an die Hesselbachs auf Hessisch oder Familie Becker auf Saarländisch. Nun kommt Homer eben auf Hessisch.

Simpsons-Hessisch-Cover

Übersetzt wurde die US-Familiengeschichte von Bobby von Schwanheim. Der US-Comic erscheint zur seriösen Frankfurter Buchmesse und ich bin mir sicher, er wird für Gesprächsstoff sorgen. Zunächst hatte ich Bedenken, ob man amerikanisches Verhalten einfach aufs Deutsche übertragen kann, aber ich glaube: Hessisch passt zu Homer und seiner Familie. Die Simpsons auf Hessisch wartet im Album-Format (Hardcover mit 48 Seiten) mit zwei Abenteuern auf. Übersetzer Bobby von Schwanheim ist im Bundesland Hessen als Musikant der Gruppe reimtext bekannt und hat den Hessen frei nach Luther aufs Maul geschaut. Der Leadsänger und Gitarrist des Hessen-Trios reimtext komponiert seine hessischen Texte zur so genannten Hessebilly-Musik. Jetzt sorgt er für die Übersetzung der gelben Figuren.

Bitte klicken, um die Comics zu lesen:

Bei den Simpsons-Fans zwischen Kassel und Darmstadt dürfte der Comic auf jeden Fall ankommen. In der Geschichte „Die Schobbepetzer“ wird Homer seine eigene Kneipe eröffnen und dort statt Bier natürlich Ebbelwoi ausschenken und dazu freilich Handkös reichen. Da wird Krusty zum Lumbesäckl und Moe zur Babbnas, als er Homer wegen eines Konkurrenzprojektes die Freundschaft kündigt. Doch am Ende heißt es: „Ohne Homer isses eh fer die Fies de Lade uffzulasse. Moe’s ohne Homer is wie Rippsche mit kaam Kraut.“

Und wer das Urhessische wie ich alter Mann nur aus Heinz Schenks Blauem Bock kennt, kann mithilfe des Comics sein regionales Wissen ordentlich aufpolieren. Denn Ingeplackten (Zugezogenen) dient ein hessisches Glossar am Ende des Buches als Verständnishilfe.

Mit Hessisch fällt der Startschuss beim Panini-Verlag. Es wird wohl eine Reihe weiterer Regionalcomics geben. Wie heißt es doch bei Panini: „… die Reise der Gelben durch deutsche Lande hat gerade erst begonnen …“.

 

Einstieg in die visuelle Präsentation mit Kasperl

7. Oktober 2013

Vor kurzem hielt ich mit meinem Kollegen Thomas Gerlach ein Seminar zum Thema Visuelle Präsentation. Im Grunde ging es um die Präsentationstechniken von Garr Reynolds, einstmals beschäftigt bei Apple und heute Professor in Osaka. Um die Teilnehmer gleich zu Beginn mit einer etwas ungewöhnlichen Einführung zu konfrontieren, wagte ich ein Experiment.

Ich wollte einen Dialog mit einer Handpuppe, dem bekannten Kasper, führen und die Teilnehmer so auf das Seminar vorbereiten. Aber es sollte keine Bauchrednereinlage werden, sondern eine Form, die zu einem Seminar über visuelle Präsentation passte. Also musste der Kasper via Beamer/Monitor mit mir sprechen.

Dialog mit Kasperl als Einstimmung auf ein Seminar visuelle Präsentation.

Dialog mit Kasperl als Einstimmung auf ein Seminar visuelle Präsentation.

Dazu ging ich wie folgt vor: Am Tag vor dem Seminar übte ich mit meiner Frau einen Dialog ein. Ursprünglich wollte ich den Kasper selbst sprechen, aber dann hatte meine Frau die Idee, aus dem Kasper einen Kasperl zu machen, der auf Schwäbisch spricht. Als Kasperl nahmen wir die entsprechende Handpuppe aus dem Kasperltheater unserer Kinder.

Hinter einem Sofa wurde meine Frau postiert und sie sprach auf Schwäbisch die vorbereiteten Fragen. Mit dem iPhone filmte ich den Auftritt des Kasperls. Okay, die Lichtverhältnisse waren nicht ideal, aber es sollte ja schließlich nur ein kleines Experiment sein. Bei der Durchführung zeigte sich, dass es wichtig ist, dass der Kasperl nach seinem Monolog weiterhin im Bild bleibt und ganz wichtig – sich bewegt. Wir nahmen nach jedem Dialog etwa eine Minute Bewegung vom Kasperl auf.

Im Seminar kam dann in dieser Minute mein Part und ich gab die entsprechenden Antworten. Der Kasperl selbst bewegte sich bei meinen Antworten auch weiterhin, um ein wenig Leben in die Bude zu bekommen.

Zufriedene Gesichter bei meinem Seminar.

Zufriedene Gesichter bei meinem Seminar.

Nach jedem Frage-Antwort-Part kam ein Schnitt im Schnittprogramm und die einzelnen Videosequenzen wurden dann in Keynote als Präsentationsstool eingespielt. War mein Part zu Ende, dann drückte ich auf nächste Folie über die Fernbedienung und es kam der nächste Film mit dem nächsten Dialog mit dem Kasperl. Es lief nicht richtig rund, die Pausen waren etwas zu lang, aber die grundsätzliche Idee war hervorragend und kam bei den Zuschauern gut an. So war der Einstieg in ein Seminar über visuelle Präsentation geglückt. Der Kasperl wurde übrigens während des Seminars von den Teilnehmern immer wieder nachgefragt.

Und hier ist der Auftritt samt Kasperl:

Zweiter Todestag von Steve Jobs – meine Gedanken

5. Oktober 2013

Heute vor zwei Jahren verstarb Apple-Gründer Steve Jobs. Sein Unternehmen hat sich inzwischen verändert. Ich denke, es ist für Nachfolger Tim Cook nicht leicht, aus dem Schatten des großen Steve herauszutreten. Cook baut Apple um und für mich ist es nicht damit getan, bestehende Produktserien zu aktualisieren. Das “One more Thing” steht bisher noch aus, obwohl die wirtschaftlichen Daten von Apple überzeugen.

Ich suche den Spirit, die Begeisterung, die mich früher erfasst hat. Freilich habe ich das goldene iPhone 5s bestellt, freilich werde ich mir den neuen MacPro im neuen Design ansehen (und wohl auch kaufen). Aber wo bleibt das Killerprodukt?

Aber ich gehöre auch nicht zu denjenigen, die Apple jetzt niederschreiben. Diese Fanboys, die irgendwann auf dem Zug aufgesprungen sind und jetzt wieder abspringen und das Unternehmen für tot erklären. Wie doof waren die Medien, als sie sich ein Billig-iPhone herbeischrieben und dann das iPhone 5c kam. Von billig keine Spur und dann begann das Geschrei. Ich habe mir die 5c angeschaut und mir gefallen sie. Allerdings bin ich nicht die Zielgruppe und dennoch machen sie Spaß.

Ich kann diese Schwarzseher nicht mehr hören. Leute, die ich treffe, fragen mich, was ich jetzt von Apple halte. Was wollt ihr hören? Ich glaube an Apple, aber es ist nicht mehr Apple unter Steve Jobs. Ich war Apple-Jünger als das Unternehmen am Boden lag, als Michael Spindler und Gil Amelio in Cupertino regierten. Der Aktienkurs war am Boden. Nach Amelio kam Jobs wieder zurück und der Stern Apple ging erneut wieder auf.

In dieser Garage fing alles an.

In dieser Garage fing alles an.

Steve kommt nicht mehr, mein Nachruf vor zwei Jahren und meine Erinnerungen vor einem Jahr sind immer noch aktuell, und Cook macht seine Sache gut. Aber eben das “One more Thing” würde einen alten Mann wie mich glücklich machen. Also denke ich zurück, an die Garage in der die beiden Steves begannen. Ich hatte mal das Glück, zwei Stunden mit Steve Wozniak zu sprechen und er begeisterte. Keine Chance, dass der andere Steve den Laden übernimmt?

Der andere Steve und ich.

Der andere Steve und ich.

Ich denke an die Power zurück, die Apple damals und Jahre später noch für mich ausstrahlte. Den zweiten Todestag von Steve Jobs werde ich wie jeden Tag begehen: Mit den Produkten von Apple um mich herum. Aber mit einer Ausnahme: Ich werde meinen Macintosh von 1984 anwerfen, der neben meiner Lisa steht und denken: One more Thing