Blogparade: Bucket List – meine persönliche Reiseliste

13. Februar 2018

Durch den Reise- und Fotoblog Phototravellers wurde ich animiert an seiner Blogparade teilzunehmen: Bucket List, wohin würde ich gerne mal reisen. Zur Bucket List hat man früher Wunschliste gesagt und ich bin mal in mich gegangen, wohin ich gerne mal durchstarten will. Hier sind meine Reisewünsche – einige realistisch, einige unrealistisch – zumindest im Moment.

Reiseziel: Nahziel – das Allgäu
Für mich ist das Allgäu ein Ort zum Auftanken. Wer den Blog kennt, der kennt auch mein Lieblingshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang. Hierhin zieht es mich immer wieder zurück. Und da es auf meiner Bucket List steht, will ich dieses Wunschziel in Kürze wieder ansteuern, um aufzutanken und zu genießen. Es ist nur rund 2 Stunden von meinem Wohnort entfernt und ich brauche immer wieder einen Abstecher dorthin zum Wandern, zum Sanieren, zum Genießen. Nach dem Motto: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt.

Reiseziel: Von wegen sparsam: Schottland
Als ich die Fotos der Familie meines ehemaligen Chefs Jochen Jauch von deren Schottlandreise gesehen habe, kam der Wunsch wieder auf, dieses eindrucksvolle Land wieder zu sehen. Meine Frau und ich hatten unsere Hochzeitsreise nach Schottland gemacht und es wird einfach Zeit, dass wir Land und Leute wieder treffen. Schottland setze ich mich Ruhe gleich. Ich habe ein Bedürfnis nach Ruhe in meinem hektischen Leben. Und wenn ich dabei ein Glas Ardbeg in den Händen halte und alle vier Jahreszeiten in einer Stunde genießen kann, dann geht es mir gut. Und ich brauche unbedingt endlich ein Inverness-Cape, da ist Schottland das Land dafür. Harris-Tweed wird natürlich auf der Reise getragen, was sonst?

Reiseziel: Made in Japan
Ich war noch nie in Japan und gerne würde ich mal dieses Land kennenlernen. Ich bin gespannt auf die Gegensätze: es gibt soviel, das mich dort interessiert: Die Menschen, die Kultur, das Essen, der Overkill an Gadgets und die Impulse, die von diesem Land ausgehen. Ich liebe die Verrücktheit der Japaner – meine Kinder und ich lieben Nintendo und Sony, wir lieben die Ghibli-Studios und lesen Mangas und schauen Anime. Allerdings sind es meiner Frau zu viel Leute auf zu wenig Platz und zeigt erst einmal die rote Karte. Japan wird ein Traum bleiben – vorerst.

Reiseziel: Im Westen des schwarzen Kontinents – Togo
Vor rund 20 Jahren war ich zum ersten Mal im westafrikanischen Land Togo als Journalist. Ich begleitete einen Hilfstransport der Aktion PiT Togohilfe Maisach. Heute bin ich aktives Mitglied dieser Hilfsorganisation und setze mich für dieses Land ein. Togo war einstmals deutsche Kolonie und ich begab mich auf den Spuren der Kolonialzeit. Auf den Deutschen folgten die Franzosen und dann die Unabhängigkeit. Als ich das faszinierende Land besuchte, war es eine Militärdiktatur unter Gnassingbé Eyadéma, der 1984 den Bayerischen Verdienstorden (!) bekam. Heute ist sein Sohn Faure Gnassingbé Präsident des Landes. Ich möchte mich auf einer Reise überzeugen, wie sich das Land entwickelt hat. Durch Aktion PiT Togohilfe Maisach und anderen Hilfsorganisationen hat sich das Land verändert und davon möchte ich mich überzeugen. Vielleicht klappt es 2019, das ich meiner Frau den schwarzen Kontinent zeige, denn Afrika ist anders, ganz anders.

Reiseziel: K-Pop live hören in Südkorea
Wer bei uns das Haus betritt, der wird von (lauten) K-Pop-Klängen empfangen. K2 ist K-Pop-Fan und das bekommt jeder mit (oder man ist taub). K-Pop ist koreanische Popmusik. Natürlich südkoreanische Pop-Musik ist gemeint. Bands wie BTS, G Dragon, GOT 7, exo und viele mehr sind bei uns von Interesse. Und K2 interessiert sich über die Musik hinaus für die koreanische Kultur, lernt ein wenig die Sprache, versucht sich an der Küche. Und da ist es natürlich kein Wunder, dass der Wunsch besteht, einmal nach Südkorea zu reisen und das Land zu erleben. Durch die aktuelle Olympiade taucht das asiatische Land in unseren Medien auf und ich sammle schon ein paar Reisetipps für spätere Zeiten. Sicher ist auf jeden Fall, dass wir im Moment nicht nach Südkorea reisen werden – vor allem nicht, wenn sich die politische Situation mit dem Irren aus Nordkorea nicht entspannt. Aber natürlich muss K2 irgendwann nach Korea und als stolzer Papa bin ich natürlich mit an der Seite und wir werden dann ein K-Pop-Konzert besuchen.

Reiseziel: Fühle das Feuer in New Orleans
Vor Jahren besuchte ich die Siggraph-Messe in New Orleans im Süden der USA. Und ich verliebte mich schlagartig in die kreolische Küche. Als mein Vorstandskollege im Bloggerclub und langjähriger Kreuzfahrtblogger Franz Neumeier neulich Jambalaya kochte, erinnerte ich mich an die schöne Zeit in New Orleans. Damals durchstreifte ich das French Quarter, der älteste Stadtteil von New Orleans. Dort pulsiert das Leben. Hier lässt sich amerikanische Geschichte spüren. Ich hatte damals das Robbie Robertson Album Storyville über meinen iPod gehört, das New Orleans zum Inhalt hatte. Aber auch New Orleans muss warten. Ich warte bis der Donald sein Präsidentenamt abgibt und dann reise ich wieder in die USA.

Und dann wären noch …
Paris und London – Rom und Florenz – Stockholm und Luxembourg – und mein Kollege Franz Neumeier empfiehlt mir Kreuzfahrten – oh Mann, es gibt so viele Orte, wo ich mal wieder hin will oder neu entdecken will. Also vielen Dank für die Erinnerung an die Wunschliste. Und natürlich kann jeder an der Blogparade teilnehmen.

Trauer um Johann Johannsson

11. Februar 2018

Wenn meine Umgebung an isländische Musik denkt, kommt ihnen als erstes Björk in den Sinn. Mir kommt Johann Johannsson in den Kopf. Der Musiker ist gestern im Alter von 48 Jahren in Berlin verstorben. Die Todesursache ist unbekannt.
Das erste Mal hörte ich Johann Johannsson als den Film Science-Fiction-Film Arrival schaute. Der Soundtrack von Arrival war außergewöhnlich, wirklich ungewöhnlich. Es war ein Klanggebilde, wie ich es lange nicht mehr gehört habe. Sphärisch, eindringlich und absolut passend zu einem fantastischen Film mit der Bewegung mit Außerirdischen. Regie führte Denis Villeneuve, der später den großartigen Blade Runner 2049 schuf. Ich schaute Arrival und verliebte mich in die Musik. Ich musste den Soundtrack haben und stieß auf den mir unbekannten Johann Johannsson.


Als nächstes kaufte ich mir das klassisches Album Orphee. Die Musik ist etwas für lange Winterspaziergänge. Experimentelle Musik, ähnlich wie sein Album IBM 1401, A User’s Manual, aber ohne Elektronik. Orphée ist Musik der Stille, es ist eine Musik zum Abschiednehmen und von Vergänglichkeit. Dieses Album im Frühling oder Sommer zu hören, geht schlichtweg nicht. Mir hat diese schwermütige Musik gefallen, die Johann Johannsson hier geschaffen hat. Perfekter Minimalismus, ähnlich wie Max Richter.
Leider hab ich es bisher nicht geschafft, den Soundtrack The Theory of Everything von ihm zu kaufen. Er ist mir im Moment schlichtweg zu teuer, also kenne ich nur den Stream. Für diese Musik hat Johann Johannsson einen Golden Globe gewonnen, zu recht wie ich finde. Sie erinnert mich an die Musik des großen Michael Nyman und sein Draughtsman’S Contract.
Leider ist Johann Johannsson nun verstorben. Ich werde mir Zug um Zug sein musikalisches Werk kaufen und in Ehren halten. Schade, dass so ein Musiker nicht mehr auf Erden weilt.

Gamification in der Schule

10. Februar 2018

Bei einem Gespräch mit einem Lehrer habe ich einen interessanten Fall von Gamification in der Schule mitbekommen. Gamification bedeutet den Einsatz spieltypischer Elemente in einem spielfremden Kontext, in unserem Fall der Physikunterricht.

Zu Beginn der Physikstunde steht das Ausfragen des Stoffs der vergangenen Unterrichtsstunde. Zu meiner Schulzeit hieß das: Raus an die Tafel vor die Klasse und sich Abfragen lassen – meine Leistungen waren eher bescheiden, denn ich war einfach sehr nervös vor der Klasse zu stehen. Der besagte Physiklehrer machte es anders und setzte spielerische Mittel ein. Er rief zwei Schüler auf und ließ sie gegeneinander antreten. Dazu gab es je einen Buzzer für jeden Schüler. Weiß einer der beiden Schüler die richtige Antwort, drückt er den Buzzer. Am Ende wird zusammengezählt und der bessere Schüler bekommt die Ausfragenote. Die schlechtere Note des anderen Schülers wird nicht gezählt. Zudem gibt es einen Joker.
Ich war von der Innovationskraft des Lehrers begeistert und als ich die Schüler unabhängig vom Lehrer befragte, bekam ich ausschließlich positives Feedback. „So machen Noten Spaß“, hieß es von einer Schülerin. „Dem Ausfragen wird der Druck genommen und wir konzentrieren uns auf das Spiel und der vermittelte Stoff kommt unkompliziert daher“, so ein anderer.
Bitte mehr von solchen Lehrern, bitte mehr von solchen Innovationen und bitte mehr von Gamification in der Schule. Auch das sehe ich als Teil einer Digitalisierungsstrategie der Gesellschaft an.

Videos von Zimmerchecks in Hotels – Teil 13

6. Februar 2018

Meine Arbeit macht es notwenig, dass ich auf Reisen gehe. Da ich manches Mal über Nacht bleibe, bette ich mein müdes Haupt in dem einen oder anderen Hotel zur Ruhe. Bevor es aber ans Auspacken geht, drehe ich ab und zu mal ein Video von meinem Zimmer. Es ist eine Art spontaner Hotel- und Zimmercheck, der nicht den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind nur spontane Eindrücke, die ich sammle. Ab und zu werde ich in meinem Blog einige dieser Hotel- und Zimmerchecks vorstellen – viel Spaß.

Hotel- und Zimmercheck Hotel: Wyndham Garden, Bad Kissingen

Hotel- und Zimmercheck Hotel am Bergl, Schweinfurt

Hotel- und Zimmercheck Goldenes Schiff, Passau

Hotel- und Zimmecheck, Hotel Kaiser Hammelburg

Hotel- und Zimmercheck Star Inn Hotel Regensburg

Die Revolution schreitet voran – vor 550 Jahren starb Gutenberg

3. Februar 2018
Diese Setzmaschine steht im Eingang des Nürnberger Zeitungsverlages.

Diese Setzmaschine steht im Eingang des Nürnberger Zeitungsverlages.

Heute vor 550 Jahren soll wohl Johannes Gutenberg verstorben sein. All zuviel weiß ich nicht über den Menschen, wohl aber, welche Revolution seine Erfindung des Buchdrucks ausgelöst hat. Der Buchdruck hat die damalige Welt auf dem Kopf gestellt. Die Wissenschaft, die Wirtschaft, die Wahrnehmung haben sich verändert. All das wissen wir heute. Und nun? Das Internet ist ebenso eine Revolution und verändert die Welt des 21. Jahrhunderts. Ich fordere für Sir Tim Berners-Lee ebenso eine Statue wie für den Revolutionär Johannes Gutenberg,


Und wie sind wir auf den gesellschaftlichen Wandel vorbereitet? Unsere Gesellschaft lebt weiter nach dem Motto: Das wird wohl nicht so schlimm sein. Doch, Freunde: Das Internet sorgt dafür, dass kein Stein mehr auf dem anderen bleiben wird. Die Revolution schreitet voran. Alles, aber auch wirklich alles wird sich verändern. Wer das nicht akzeptieren will (oder kann), für den habe ich die Bitte: Macht einfach den Weg frei, macht Platz für Veränderung.

Den Alten sage ich (und ich sage das als alter Mann mit fast 50 Jahren): Ihr habt eine Verantwortung für die Jüngeren, also bereitet sie mit eurem Wissen und eurer Erfahrung darauf vor und versucht nicht nur, alte Zöpfe weiter zu flechten.

Der Cube mit dem WWW. Foto: Coolcaesar at en.wikipedia

Der Cube mit dem WWW. Foto: Coolcaesar at en.wikipedia

Als ich mit dem ganzen Zeitungsjob begann, da war die Erfindung von Johannes Gutenberg noch allgegenwärtig. In den Druckereien sah ich noch klassische Setzmaschinen. Bei einem Besuch des Nürnberger Zeitungshauses traf ich auf eine alte Linotype im Foyer. Der Verleger Bruno Schnell, der gestern im Alter von 88 Jahren verstorben ist, hatte sie wohl aufstellen lassen. Vielleicht als Erinnerung, vielleicht als Mahnung, ich weiß es nicht. Für mich war diese Setzmaschine eine Reise in die Vergangenheit und ich machte ein paar Fotos. Dieses Gerät war Teil einer Revolution, die von Johannes Gutenberg ausgelöst wurde. Vielleicht stellen nachfolgende Generationen von Verlegern im Foyer einen Next Cube auf, auf dem Tim Berners-Lee das WWW erfunden hat. Ich würde auf jeden Fall auch Fotos von dem Cube machen, denn er bedeutet die Zukunft.

Begeisterung beim Laufen auf dem Laufband

2. Februar 2018

Ich habe meinen inneren Schweinehund überwunden und habe etwas neues ausprobiert. Ich bin gelaufen. Nun, vielleicht genauer: Ich bin auf einem Laufband gelaufen und es hat mir Spaß gemacht.


Für viele ist das eine Selbstverständlichkeit, für mich war es etwas neues. Andere gehen in Fitness-Studios oder joggen am Morgen. Ich habe dagegen noch nie so ein Laufband ausprobiert. Bis jetzt. Das Jahr 2018 birgt eben so seine Überraschungen. Bei einem Seminar wollten meine Seminarteilnehmer kegeln und das ist nicht gerade meine Art von Unterhaltung. Neben der Kegelbahn war in unserem Bildungszentrum ein Fitnessraum mit Stepper, Folterbank und Laufband. Neugierig betrat ich das Laufband, hab es angeschaltet und ein wenig ausprobiert. Natürlich kamen mir sofort die Fail-Videos mit Laufbändern aus YouTube in den Sinn und musste lächeln. So doof wollte ich mich nicht anstellen.
Vorsichtig ist die Mutter der Porzellankiste und daher mit einer geringen Geschwindigkeit beginnen, so mein Gedanke. Das Band setzt sich in Bewegung, meine Beine auch. Schritt für Schritt setze ich. Erstmal freilich im Oma-Tempo – langsam und übersichtlich. Die ganzen Features auf dem Laufband wie Bergsteigung oder den Knopf für Luftstrom habe ich ausgeschaltet. Nur die Grundfunktionen sind aktiviert, ich will ein wenig laufen und keine technische Featureschlacht.

Als ich ein wenig sicherer bin, schraube ich das Tempo hoch, Stück für Stück. Das Band läuft schneller, der Rhythmus meines Laufens erhöht sich. Der erste Schweiß läuft auch und ich muss mich konzentrieren. Anders als beim Laufen in der Natur kann ich nicht einfach langsamer werden oder meinen Laufrhythmus ändern. Wenn das passiert, dann fliege ich vom Band. Und schon bin ich wieder bei den netten YouTube-Videos vom Beginn.
Ich merke, ich bin nicht fit. Ich komme außer Puste, aber der Ehrgeiz ist da. Aufgeben ist keine Option. Ich mache also im lockeren Lauftempo weiter. 20 Minuten und dann ist gut.
Ich habe Blut geleckt. Ich muss zugeben, die Sache macht mir Spaß und es strengt mich an. Kondition ist bei mir Fehlanzeige und ich denke an meinen Kollegen Ludwig Reicherstorfer, der ein begnadeter Marathonläufer ist und mich in seiner freundlichen Art ziemlich inspiriert.

Zwischenstand - für mich gar nicht schlecht.

Zwischenstand – für mich gar nicht schlecht.

Am nächsten Tag in der Mittagspause packt mich der Ehrgeiz nochmal. Ich habe Zeit und will es wissen. Dieses Mal habe ich Musik im Ohr. Ich wähle meine Klassiker von Kraftwerk. Die haben gerade einen Grammy bekommen und ich habe sie im Ohr: Autobahn, Tour de France, Musik Non-Stop. Mit Musik geht alles besser und ich betrete wieder das Laufband. Der Oma-Rhythmus wird übersprungen, ich fühle mich sicherer und starte gleich auf einem höheren Level. Der Schweiß rinnt, die Beine bewegen sich, ich habe mein Tempo erst einmal gefunden. Virtuelle Runde um Runde laufe ich und dann passiert etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich spüre das Ausschütten der Endorphine. Ich erlebe ein Glücksgefühl beim Laufen und bin überwältigt. Davon habe ich nur gelesen und es jetzt gespürt. Ich war so überrascht, dass es mich fast aus dem Rhythmus gebracht hat. Ob es das berühmte Runner’s High ist, weiß ich nicht, aber es fühlt sich gut an. So gut, dass ich gleich noch eine virtuelle Runde auf dem Laufband drehe. Dann setzt der Verstand ein und ich reduziere das Tempo. Genug ist genug, ich will es nicht übertreiben und meinen unsportlichen Körper überfordern. Zudem bin ich komplett nassgeschwitzt und sehne mich nach einer erfrischenden Dusche und ein wenig Ruhe.

Ausstellung: Janosch – Vom Ammersee bis nach Panama

29. Januar 2018
Wunderbare Janosch-Ausstellung im Jexhof im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Wunderbare Janosch-Ausstellung im Jexhof im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Noch bis zum 11. Februar gibt es am Jexhof im Landkreis Fürstenfeldbruck die absolut sehenswerte Ausstellung Janosch – Vom Ammersee bis nach Panama zu sehen. Aufgrund eines Tipps eines befreundeten Ehepaares habe ich die Ausstellung besucht und mich regelrecht in die Bilder verliebt.

Was macht Janosch und seine Tigerenten jetzt in einem Ausstellungsraum des Bauernhofmuseums Jexhof? Das ist eine durchaus berechtigte Frage. Die einfache Antwort: Der Künstler zog 1960 an den Ammersee und startete dort seine erfolgreiche Karriere als Janosch. Hier würdigt den Landkreis Fürstenfeldbruck, der Jexhof und der Förderverein diesen berühmten Künstler mit einer Sonderausstellung.

Ich muss zugeben, ich hatte diese Fülle an Bildern, Zeichnungen, Radierungen und Fotografieren in einem Bauernhofmuseum nicht erwartet und ich muss mich entschuldigen. Die Ausstellung ist großartig geworden und bietet einen tiefen und berührenden Einblick in das Leben des Künstlers. Janosch heißt mit bürgerlichen Namen Horst Eckert und wurde 1931 in Oberschlesien geboren. Die Ausstellung zeigt den Werdegang Eckert, den Wegzug aus Polen nach dem Zweiten Weltkrieg und das Fußfassen in Nordrhein-Westfalen. Dort begann er eine Ausbildung als Textilzeichner, die Grundlage für seine spätere Tätigkeit. 1953 zieht er schließlich nach München und versucht, an der Akademie der Bildenden Künste aufgenommen zu werden.

In München versucht er sich als Autor und Journalist und nennt sich selbst „Aufschreiber“. In der Ausstellung am Jexhof sind Bücher und Artikel von Eckert zu sehen, darunter auch ein Zweispalter aus der Zeit. Eckert stößt auf den Münchner Verleger Georg Lentz, der den Namen Janosch erfindet und 1960 das erste illustrierte Kinderbuch über Valek, das Pferd, verlegt. Das ist die Grundlage für den Erfolg von Janosch, der damals am Ammersee wohnt. Hier entsteht auch sein erster Erwachsenen-Roman „Cholonek oder Der liebe Gott aus Lehm: Roman“, in dem er sich schonungslos mit seiner Kindheit auseinander setzt. In seinen Texten, Zeichnungen, Aquarellen, Ölbildern und Radierungen thematisiert er die Krisen zwischen Mann und Frau, die Suche nach Glück und Wahrheit. Seine Sprache ist charmant-listig, respektlos, melancholisch, häufig fantastisch, so die Mitteilung des Landratsamtes Fürstenfeldbruck.
Seine Figuren, vor allem die Tigerente, schlagen ein und finden ein breites Publikum. Es ist interessant zu sehen, wie sich der Stil von Janosch verändert. Leider hat das auch Konsequenzen für den Künstler. Er ist angeschlagen und kehrte 1980 den Ammersee den Rücken und zog nach Teneriffa. Und die Ausstellung zeigt auch, wie wichtig es ist, sich seine Marke und Markenrechte schützen zu lassen. Viele verdienen an der Kunst von Janosch mit, er selbst hat oftmals das Nachsehen.

Die Ausstellung beschäftigt sich vor allem mit Janoschs Leben und Werk bis zum Jahr 1980. Original-Zeichnungen und Bücher, sowie wichtige biographische Zeugnisse demonstrieren diese Zeit im Leben des weltweit bekannten, deutsch-polnischen Künstlers.
Wer etwas Kleingeld mitbringt, kann auch in der Ausstellung ein paar Kunstwerke erwerben. Ich konnte mich nicht zurückhalten. Also klarer Fall: Wer sich für Kunst und Janosch interessiert, der muss bis zum 11. Februar 2018 zum Bauernhofmuseum Jexhof hinter Schöngeising im Landkreis Fürstenfeldbruck, der Weg lohnt sich. Leider ist zur Ausstellung kein Katalog erschienen.

32 Jahre Challenger-Katastrophe und was Jean-Michel Jarre damit zu tun hatte

28. Januar 2018
Die Explosion der Challenger vor 25 Jahren schockierte mich.

Die Explosion der Challenger vor 25 Jahren schockierte mich.

Als jugendlicher Raumfahrtfan traf es mich damals wie ein Schock. Heute vor 32 Jahren zerbrach das Space Shuttle Challenger beim Start. Alle sieben Astronauten starben. Daher höre ich den ganzen Tag in Gedenken an dieses Unglück die Jean-Michel Jarre Aufnahme Rendez-vous und es hat einen besonderen Grund.
Die Flüge ins Weltall mit dem Space Shuttle waren zur Routine geworden. Wir hatten uns daran gewöhnt. Ich saß am 28. Januar 1986 bei meinem Kumpel Thomas Schmelzer und wir diskutierten wohl über Film, vielleicht sogar über Moonraker. Da kam plötzlich sein Vaters ins Wohnzimmer und berichtete uns, dass die Challenger beim Start explodiert sei. Thomas und ich waren beide Raumfahrt-Enthusiasten und von der Nachricht geschockt. CNN oder Breaking News im Fernsehen gab es für uns damals 1986 noch nicht, geschweige denn das Internet, daher warteten wir auf eine Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen. Es zeigte die schrecklichen Bilder. 73 Sekunden nach dem Start explodierte das Shuttle und damit auch unser Traum von Flügen ins All.

Das Medieninteresse galt den Absturzursachen und den Astronauten, besonders der Lehrerin Christa McAuliffe. Sie war an Bord der Raumfähre und sollte zwei Unterrichtsstunden aus dem Weltall für US-Schüler halten. Es hätte eine ungeheure PR-Wirkung gehabt. Daher wurde der Start der Raumfähre in vielen US-Schulen gezeigt und auch der überraschende Tod, der live übertragen wurde.
Mein Kumpel Thomas und ich sprachen dagegen über den Tod des Astronauten Ronald McNair. Der Astronaut spielte Saxophon und er sollte aus dem All bei einem Konzert des französischen Musikers Jean-Michel Jarre musizieren. Jarre ist einer der großen Elektronikpioniere in der Musikszene. Seine Alben faszinierten mich als Jugendlicher und sie tun es noch heute.
Mit dem Tod von Ronald McNair zerplatze auch die Idee eines Stücks aus dem All. Jarre wollte das geplante Konzert zum 150jährigen Jubiläums der Stadt Houston und des 25jährigen Jubiläums des Lyndon B. Johnson Space Centers der NASA absagen, wurde aber von den Astronauten der NASA überzeugt.
Zudem wurde von Jean-Michel Jarre das Album Rendez-Vous veröffentlicht. Die Musik stammt aus unterschiedlichen Phasen von Jarre und zählt eigentlich eher zu seinen schwächeren Alben. Wäre da nicht das letzte Stück Ron‘s Peace. Das ist das Stück, das Ronald McNair aus dem Weltraum spielten sollte. Heute höre ich das über sechsminütige Stück wieder und immer wieder. Ich denke dabei an die Challenger-Katastrophe vor 25 Jahren, die jahrelang die Raumfahrt lähmte.
Erst Chris Hatfield mit Major Tom löste bei mir den Knoten und weckte mein Interesse für Raumfahrt wieder. Und es passiert ja wirklich viel durch SpaceX und Co.

Das Album Rendez-vous von Jean-Michel Jarre hat eine große Bedeutung für mich.

Das Album Rendez-vous von Jean-Michel Jarre hat eine große Bedeutung für mich.

Ist „Fack Ju Göhte“ vulgär?

25. Januar 2018
Was meint ihr? Ist der Film vulgär?

Was meint ihr? Ist der Film vulgär?

„Fack Ju Göhte“ ist keine Marke, sondern der Titel ist vulgär und verstößt gegen die guten Sitten. So ein Urteil des Gericht der Europäischen Union (EuG). Hier das Aktenzeichen: T-69/17. Die Bildungsbürger unter den Juristen stellen dies klar. Wissen wir das nun auch.

Nix ist es mit der Merch-Kohle durch Fack Ju Göhte
Constantin Film wollte aus der erfolgreichen Kinoserie Fack Ju Göhte fette Kohle machen. Bettdecke, Kaffeetasse, Klamotten und mehr so Merchandising-Kram als Lizenzprodukte. George Lucas hat es mit Star Wars vorgemacht und bei ihm rollt der Rubel, aber „Star Wars“ ist nicht eben vulgär. Jetzt will ich nicht Fack Ju Göhte mit Star Wars vergleichen, aber das Prinzip dahinter ist gleich. Es lässt sich aus der Marke Geld machen. In Deutschland liefen beispielsweise die Wilde Kerle gut im Kino und auch die Merch-Produkte haben gut Kasse bei Kindern gemacht. Viele Kinder waren von den Wilden Kerlen begeistert und kaufen begeistert Schulranzen, Federmäppchen, T-Shirts und mehr. Tja Constantin Film, Pech gehabt.
Jetzt urteilte das EU-Gericht, dass Fack Ju Göhte vulgär sei. Verfall der guten Sitten. Hey, Goethe fick dich. Ich würde mich freuen, wenn die Zielgruppe den Herrn Goethe überhaupt kennen würde. Auf der anderen Seite merke ich mehr und mehr eine Verrohung der Sprache. Öffne ich Facebook oder die Kommentare in YouTube sehe ich den Untergang des Bildungsbürgertums.

Begründung des Gerichts zu Fack Ju Göhte
Ich finde die Begründung des Gerichts interessant. „Außerdem richteten sich die in Rede stehenden Waren und Dienstleistungen zwar an den Allgemeinverbraucher, manche aber richteten sich an Kinder und Jugendliche. Die maßgeblichen Verkehrskreise nähmen die Aussprache des Wortbestandteils „Fack Ju“ so wahr, als sei er identisch mit dem englischen Ausdruck „fuck you“, so dass er dieselbe Bedeutung habe.“
Noch besser wird es: Weiter stellte die Beschwerdekammer fest, dass der Ausdruck „fuck you“, selbst wenn die maßgeblichen Verkehrskreise ihm keine sexuelle Bedeutung beimäßen, nicht nur eine geschmacklose, sondern auch eine anstößige und vulgäre Beleidigung darstelle. Der ergänzende Bestandteil „Göhte“, mit dem ein hochangesehener Schriftsteller wie Johann Wolfgang von Goethe posthum in herabwürdigender und vulgärer Weise verunglimpft werde, noch dazu in fehlerhafter Rechtschreibung, könne vom verletzenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Charakter der Beschimpfung „Fack Ju/fuck you“ keinesfalls ablenken. Zudem eröffne die Bezugnahme auf Johann Wolfgang von Goethe möglicherweise sogar eine weitere Ebene des Sittenverstoßes.

Werbeeffekt für Fack Ju Göhte
Nun Constantin Film hat zumindest durch das Urteil einen gewissen Werbeeffekt. Der Film ist sicherlich kein großes Kunstwerk, kam aber bei der Zielgruppe gut an. Ich hatte sogar ein Schülerzeitungsseminar mit den Schülern der Schule gemacht, an deren Teil 1 und 2 von Fack Ju Göhte gedreht wurde. Es war das Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching als Drehort für die Goethe-Gesamtschule. Und jetzt die Frage: Wenn ein Gymnasium seine Schule als Drehort zur Verfügung stellt, hat das Direktorat und Lehrer wohl kein Problem mit Fack Ju Göhte. Und ich finde das ausdrücklich gut, dass sich die Schule zu diesem Schritt entschlossen hat. Das Gymnasium diente auch schon für Marco Petris Komödie „Schule”, Gregor Schnitzlers Drama „Die Wolke” und die ZDF-Fernsehserie „Klimawechsel” als Filmkulisse.
An der Schule gibt es verantwortungsvolle Pädagogen, die den Humor des Films verstanden haben. Goethe dreht sich nicht im Grabe um. Aber die europäischen Juristen fühlen sich auf den Schlips getreten. Constantin kann jetzt innerhalb von zwei Monaten vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) ziehen.

 

Brauche ich den Apple HomePod, wenn ich Amazon Echo nutze?

24. Januar 2018
Der Apple HomePod erscheint und ich frage mich, brauche ich den Lautsprecher wirklich?

Der Apple HomePod erscheint und ich frage mich, brauche ich den Lautsprecher wirklich?

Am 9. Februar erscheint in den USA, Großbritannien und Australien der Apple HomePod. Noch im Frühjahr soll der neuartige Lautsprecher von Apple in Deutschland erscheinen. Ich stell mir die Frage: Kommt Apple zu spät? Brauche ich den HomePod überhaupt?
Stolze 350 US-Dollar soll der HomePod in den USA kosten. Meine Euphorie hält sich als Apple Fan-Boy in Grenzen, denn ich frage mich, wozu ich den HomePod überhaupt brauche. Die Lautsprecher sollen innovativ sein. Nun das erwarte ich eigentlich von Apple. Zu Hause habe ich noch die Apple BoomBox und sie versorgt mich am Schreibtisch mit Musik. Inzwischen ist im ganzen Haus bei uns Amazon Echo mit seinen Ablegern Show und Dot eingezogen. Der Sprachassistent Alexa funktioniert gut – zum Teil besser als Apple Siri. Apple muss für mich bei der Spracherkennung nachlegen und die Funktionen erweitern. Ich weiß, dass Apple nicht immer das erste Unternehmen in einem neuen Markt war und doch hat die Marktmacht von Apple aber gezeigt, dass sich das System aus Cupertino durchsetzte. Der iPod war beispielsweise nicht der erste mp3-Player, aber er war der beste. Ich bin gespannt, wie es sich mit dem HomePod entwickelt.
Zu Hause hat nur K2 Apple Music abonniert und hört hier Musik. Der HomePod versteht sich auf Apple Music. Ich selbst bin noch ein Jäger und Sammler. Ich kaufe noch Vinyl und CDs – in der Regel bei Amazon und kann damit auf Amazon Music zugreifen – über den Amazon Echo. Nun, unsere gekaufte und gerippte Musik liegt auf unseren Heimserver, der auf iTunes läuft. Mal sehen, wie der HomePod mit dem heimischen iTunes-Server zusammenarbeitet.

Amazon Show und seine Kollegen Echo und Dot leisten zu Hause einen guten DIenst.

Amazon Show und seine Kollegen Echo und Dot leisten zu Hause einen guten DIenst.

HomePod und SmartHome
Im Moment bin ich neugierig, aber nicht gierig auf den HomePod. Ich möchte mir das Teil in Ruhe im Apple Store ansehen und testen.
Zudem soll der HomePod die Heimautomatisierung auf iHome-Basis übernehmen. Mit Siri kann der HomePod Nachrichten senden, Timer setzen, Podcasts abspielen, Updates zu Nachrichten, Sport, Verkehr und Wetter abrufen und eine große Auswahl an HomeKit fähigem Smarthome-Zubehör steuern. Nun, das klingt schön, wenn das Ganze nicht bereits durch Amazon Echo bei uns erledigt wird. Brauche ich wirklich zwei Systeme zu Hause? Gibt es neben Alexa noch einen Platz für Siri – und wie reagiert meine Frau bei diesen ganzen Frauennamen?
Ich will den HomePod nicht ablehnen und ich lese jetzt schon die ganzen Meldungen mit dem Tenor: Apple kommt zu spät. Ich will nicht als Apple Fan-Boy in dieses Horn blasen, aber Apple muss mich schon gehörig überzeugen, wenn der 350 US-Dollar teure Lautsprecher bei uns einziehen soll. Der Amazon Echo ist bereits mit den vorhandenen Bluetooth-Boxen zu Hause verbunden. Brauche ich da wirklich noch ein weiteres Lautsprechersystem, sei es noch so innovativ.
Nun, ich merke, ich bin unsicher und suche noch die Positionierung. Und ich meine Bitte an Apple: Bitte Tim Cook und Kollegen, überzeugt mich!

HomePod: Technische Daten
Mit einer Höhe von knapp unter 18 Zentimetern repräsentiert HomePod Jahre der Hardware- und Softwareinnovation, so Apple in einer Pressemitteilung.
Dort heißt es weiter: „Vollgepackt mit von Apple entwickelter Audiotechnologie, nutzt HomePod fortschrittliche Software zur Akustikmodellierung in Echtzeit, zur präzisen Richtungssteuerung der Musik, zur Echokompensation und vielem mehr. Die innovativen Softwarefunktionen profitieren von der Leistungsfähigkeit des Apple A8-Chips und sorgen für einen breiten, weiträumigen Klangraum. Mit Hilfe der Raumerkennung erfasst HomePod seine Position im Raum, passt automatisch jeden Ton an und erzeugt einen großartigen Klang, unabhängig davon, wo er sich befindet.“ Na da bin ich mal sehr gespannt und würde es gerne zu Hause ausprobieren.

Apple Spartacus hatte zu seiner Zeit einen fetten Sound durch Bose-Boxen vorgelegt.

Apple Spartacus hatte zu seiner Zeit einen fetten Sound durch Bose-Boxen vorgelegt.

Ich habe noch den Spartacus von Apple zu Hause, der Mac, der zum 20. Geburtstag des Unternehmens auf den Markt gebracht wurde. Das Soundsystem damals war sehr innovativ. Mal sehen, was der HomePod bringt. HomePod verfügt über einen großen, von Apple entwickelten Tieftöner für satte, saubere Bässe, eine eigens entwickelte Anordnung von sieben Hochtönern nach Richtstrahlverfahren, die reine Hochfrequenz-Akustik mit präziser Richtungskontrolle bieten und leistungsstarke Technologien, um Detailreichtum und Intention der Originalaufnahmen zu erhalten. Durch die Anordnung von sechs Mikrofonen kann HomePod „Hey Siri“ von jeder Position im Zimmer hören, selbst während laute Musik abgespielt wird. IM Grunde kennen wir das System bereits von Amazon Echo mit dem Ruf Alexa. Der Klang vom Echo ist nicht der Hammer, dafür hängt das System an den vorhandenen Boxen.
Die Einrichtung ist ebenso unkompliziert und intuitiv wie die Inbetriebnahme von AirPods — einfach ein iPhone neben HomePod halten und schon kann die Musikwiedergabe in Sekundenschnelle beginnen, erklärt Apple. „Um anzuzeigen wann Siri eingesetzt wird, erscheint die Siri-Wellenform auf der Oberseite. Integrierte Touch-Bedienelemente ermöglichen eine einfache Navigation.“
Kurzum, ich bin gespannt, was das Ding leisten kann und wiederhole mich: Apple, überzeugt mich.