Record Store Day und ich kann mich nicht aufraffen

13. April 2019

Heute ist also der Record Store Day. An diesem Tag sollen wir alle in die kaum vorhandenen Schallplattenläden laufen und sie durch einen Kauf einer oder mehrerer Vinyl-Scheiben unterstützen. Eine schöne Idee, um den Handel zu fördern. 

Ich selbst überlege mir, eine besondere Dylan-Scheibe zu erwerben. Blood On The Tracks – Original New York Test Pressing. Mal sehen, ob ich mich aufraffen kann. Und dann gibt es noch die Doppel-LP „Made In Germany – Private Recordings“ mit seltenen Aufnahmen von Elvis Presley. 

Der erste Record Store Day fand am 19. April 2008 in den USA statt. Metallica fand sich im Plattenladen „Rasputin Music“ in San Francisco ein und quatschte mit den Fans. Die Idee, einen Tag für den Schallplattenladen durchzuführen, kam bei den Leuten ganz gut an und heute sind es weltweit 3000 Stores, die an diesem besonderen Tag ihre schwarzen Scheiben anbieten. 

In Berlin gekauft: Eine Schallplatte des deutschen Filmkomponisten Rolf Wilhelm.

Vinyl nimmt bei mir zu Hause nur eine Randerscheinung ein. Ich habe meinen alten Schallplattenspieler wieder aufgebaut und ab und zu höre ich noch Vinyl. Der Kauf von Vinyl ist bei mir fast eingeschlafen. Ich kaufe nur noch Picture Disc von bestimmten Soundtracks, ich ich aber nicht anhöre, sondern ins Archiv stelle – fragt besser nicht warum. Dann habe ich eine Rock o La in der Küche stehen, die allerdings im Moment einen Defekt hat. Hier mag ich es, Singles meiner Jugend zu hören. Ab und zu kaufe ich mir noch Singles. 

In Berlin habe ich mich hier nett unterhalten.

Den Hype um Vinyl kann ich nicht nachvollziehen. Ich bleibe erst mal bei der CD, nutze Apple Music. Aber neulich in Berlin habe ich wieder einen Schallplattenladen besucht und mir einen Score von Rolf Wilhelm gekauft. Ich habe zwei, drei Stunden in den Laden City Music im Untergeschoss des Europa-Centers verbracht und ein wenig mit dem Mitarbeiter gequatscht. Das erinnerte mich an meine Jugend beim Sound in FürstenfeldbruckSound in Fürstenfeldbruck, das schon lange geschlossen hat. 

Für meine Rock o La kauf ich noch Singles.

Für meine Rock o La kauf ich noch Singles.

Die erste Vinyl-Schallplatte im 12″-Format wurde übrigens 1931 veröffentlicht. Es handelte sich um Beethovens Fünfte in der Version des Sinfonie-Orchesters Philadelphia, unter der Regie von Leopold Stokowski, die zuständige Plattenfirma war RCA Victor. 1948 veröffentlichte Columbia Records die erste Platte mit 33 1/3 Umdrehungen, es war Mendelssohn.

Angespielt: DiRT Rally 2.0

12. April 2019

Im Moment fresse ich Staub. Nicht wirklich, sondern nur virtuell. Meine Kinder und ich liefern uns heiße Rennen mit DiRT Rally 2.0. Das neue Spiel von Codemasters setzt das Rennspiel aus dem Jahre 2015 fort, das wir auch gerne gespielt haben.
Realismus steht bei DiRT Rally 2.0 im Vordergrund, aber nicht übertriebener Realismus. Das Spiel wurde mir von der Agentur zur Verfügung gestellt. Vorbemerkung: Ich habe keine Lust groß andbücher über Steuerungen und etliche Menüs über Ausstattungsvarianten durchzuklicken, ich will einfach nur starten und Spaß haben ohne, dass ein Rallye-Spiel zu einer Wissenschaft verkommt. Natürlich kann ich spezielle Reifen für spezielle Untergründe verwenden, aber das Spaßerlebnis ist bei all dem Realismus nicht auf der Strecke geblieben. Das war uns wichtig. Bei den Schlaglöchern auf der Strecke sollte ich es mir als Fahrer überlegen, ob ich wirklich mit meiner Karre da durchbrettern muss oder ob ich maschinenschonend das Loch in der Straße umfahre.
Ich kann aus über 50 Original-Fahrzeugen aus unterschiedlichen Fahrzeugklassen wählen und sechs verschiedene Strecken in Neuseeland, Argentinien, Spanien, Polen, Australien und USA fahren. Fahrzeuge sind beispielsweise Subaru Impreza 1995, VW Polo GTI R5, Nissan Datsun 240z, Audi Quattro S1 E2 und AudiS1 EKS RX quattro. Ich muss gestehen, ich fahre im Moment mit dem Gamepad auf der PS4. Ein Lenkrad wäre für so ein Spiel eine lohnenswerte Anschaffung.

Gerne hätte ich das Spiel als VR-Version. Gerade Rennspiele machen hier eine gute Figur. Vielleicht legt Codemasters noch eine VR-Variante mit einem Update drauf. Die Grafik könnte ein wenig besser sein, da wird die PS4 nicht ausgereizt. Zudem hatte ich das Gefühl, dass es bei Codemasters gerne regnet. Das liegt vielleicht daran, dass der Hersteller seinen Sitz auf der britischen Insel hat. Ab und zu wären hellere Momente auch im Rallye-Bereich wünschenswert.
Also mein Fazit: Ich bin rundum zufrieden und werde DiRT Rally 2.0 noch einige Zeit mit der Familie fahren. Dann sollte ich aber im Juni auf das F1 2019 umsteigen, worauf sich unsere rennbegeisterte Familie jetzt schon freut.

Blogger sorgen für mehr Medienkompetenz

11. April 2019

Blogs sind längst Teil der Massenkommunikation geworden. Waren früher Massenmedien klassische Sender-Empfänger-Modelle, bei denen journalistisch gestaltete Produkte an Leser, Hörer und Seher übermittelt wurden, so hat sich dies durch das Web 2.0 stark geändert. Heute hat jeder mit seinem Smartphone ein Massenmedium in der Hosentasche und kann nach Belieben senden und empfangen. Ein gut vernetzter Blogger kommt an die Reichweite eines klassischen Massenmediums heran, seine Veröffentlichungen haben Wirkung. Und damit übernimmt der Blogger aber auch Verantwortung. Ich habe für den Bloggerclub diesen Beitrags für das Magazin des PresseClubs München geschrieben.

Franz Neumeier (r.) und ich vom Bloggerclub im Gespräch mit dem PresseClub-Vorsitzender Peter Schmalz.

Eine Verantwortung, die von jedem Blogger Medienkompetenz verlangt. Das mag auf den ersten Blick erstaunen, denn bislang definierten wir Medienkompetenz eher vom Nutzer her und fordern daher von den Schulen, diese Kindern schon möglichst früh zu vermitteln. Bei den Produzenten klassischer Medien, den Journalisten, wurde die Kompetenz, mit Medien verantwortungsvoll umzugehen, ohnehin vorausgesetzt. Dies zu lernen, ist Teil ihrer Ausbildung als Volontär oder Absolvent einer Journalistenschule. Auch wenn spektakuläres Fehlverhalten Einzelner gelegentlich Zweifel wecken.

Wie eng verzahnt beide Seiten der Medienkompetenz sein können, zeigen Studien, wonach viele Jugendliche den Unterschied zwischen Werbung und redaktionellen Beiträge nicht kennen. Für sie ist jede Veröffentlichung das Gleiche. Das aber bedeutet einerseits, den jungen Menschen Mechanismen und Artenvielfalt der medialen Welt erläutern und ihnen die Fähigkeit zum Unterschieden beizubringen. Andererseits ist der Blogger verpflichtet, Werbung und Sponsoring zu kennzeichnen und damit seine Leser darüber zu informieren, wenn er einen gesponserten Beitrag sendet, für den er Geld oder Gegenleistung erhalten hat. Er muss sich also diese Kompetenz erwerben in seinem Medium.

Blogger werden ins Kanzleramt eingeladen.

Der Münchner Bloggerclub hat hier mit seinem strengen Bloggerkodex, auf den sich alle Mitglieder verpflichten, Maßstäbe gesetzt, die weit über Bayern hinaus als vorbildlich gelten. „Wir kennzeichnen Werbung transparent und deutlich“, heißt es darin. Ebenfalls als Werbung gelte jeder Beitrag, „für den wir bezahlt werden oder eine geldwerte Leistung erhalten, die nicht dem Ziel der Berichterstattung dient“. Darüber hinaus definiert der Bloggerkodex die notwendigen Regelungen für Kooperationen mit Unternehmen. All dies dient einer transparenten Kommunikation gegenüber den Besuchern eines Blogs und findet auch bundesweite Anerkennung: Als Vertreter der Bloggerinnen und Blogger wurde der Münchner Bloggerclub im vergangenen Jahr zum Runden Tisch „Influencer Marketing“ ins Bundeskanzleramt eingeladen.

Mehr noch als traditioneller Journalismus ist Bloggen eine bunte Spielwiese der Kreativität, gepaart mit den drei T: Text, Technik und Team. Und doch verzahnen sich beide Medienwelten immer wieder. Das beginnt schon bei den Texten, wo für beiden als Basis aller Arbeit gilt: Komplizierte Sachverhalte so aufbereiten, dass der Leser sie versteht. Nicht missionieren ist angesagt, sondern vermitteln – und das möglichst unterhaltend. Dabei steht nicht die Selbstverwirklichung im Vordergrund, sondern der Dienst am Leser. Allerdings trägt der Blogger eine besondere Verantwortung: Die alleinige. Er produziert und sendet, in der Regel prüft kein anderer den Text auf Fehler. Schreibfehler sind ärgerlich, aber lässlich. Juristische Fehler dagegen können bedrohlich werden. Hier gehört zur Medienkompetenz des Blogger, Persönlichkeits- und Urheberrechte zu kennen, das Impressum nicht als vermeintliche Nebensache zu vernachlässigen und den klassischen Satz zu beachten: „Audiatur et altera pars“, also korrekt zu recherchieren und „auch die andere Seite hören“.

Wer bloggt, wird sich automatisch mit Texten beschäftigen, auch wenn er nur einen Foto- oder Videoblog betreibt. Und je mehr ein Blogger textet, desto mehr stößt er auf die journalistischen Darstellungsformen. Schreiben wie einem der Schnabel gewachsen ist, hat nur einen gewissen Erfolg in begrenzten Fankreisen. Wer erfolgreich in der Blogosphäre sein will, der kommt um die Grundlagen des journalistischen Handwerkszeugs nicht herum. Der Blogger muss Stellung beziehen, ob er einen Nachrichtenblog oder einen Meinungsblog betreiben will. Und er muss sich mit dem Aufbau seiner Texte beschäftigen. Dabei stößt er zwangsläufig auf die Nachrichtenpyramide oder die Ordnung durch Absätze, die nach inhaltlichen und weniger nach optischen Gesichtspunkten gesetzte werden. Sich mit Aufbau und Struktur der Texte zu beschäftigen, schärft die Medienkompetenz.

Und wie der Journalist muss auch der seriöse Blogger sorgsam umgehen mit seinen Quellen. Nachdem Blogger zunehmend zu Pressekonferenzen und auch zu vertraulichen Hintergrundgesprächen eingeladen werden, müssen Blogger die Regeln kennen und beachten, die in dieser Kollegen-Gemeinschaft gelten. Eine simple, aber wichtige besteht aus den drei Ziffern 1, 2 und 3. Läuft ein Gespräch „unter 1“, dürfen alle Information mit dem Namen des Gesprächspartners zitiert werden („Bundeskanzlerin Merkel sagte: ‚Angesichts der aktuellen Finanzkrise hat die Bundesregierung …“) , „unter 2“ dürfen Information und das Umfeld der Quelle zwar wiedergegeben, aber nicht direkt zitiert werden ( „Wie aus Kreisen der CDU zu erfahren war…“), „unter 3“ aber dürfen die Informationen nicht öffentlich verwertet werden. Journalist wie Blogger haben sie ausschließlich als Hintergrund erhalten, der Anlass für weitere Recherchen geben oder in Artikel und Kommentare indirekt einfließen könnte. Das Problem: Es ist eine ungeschriebene Regel, die rechtlich nicht bindend ist. Doch wer dagegen verstößt, riskiert beim nächsten Mal vor der Tür zu stehen.

Das zweite T gehört der Technik. Wer bloggt, verfasst nicht nur Texte, er schießt auch Fotos, dreht Videos oder produziert Audiopodcasts. Im besten Falle schafft er daraus einen multimedialen Blog. Das verlangt aber auch technisches Know-how im Umgang mit Hard- und Software. Zwar wird die Technik immer intuitiver, aber dennoch muss die Funktionsweise erst einmal verstanden werden. Obwohl der Umgang mit der IT, das Einhalten eines Workflows und das Datei-Ablagesystem auf dem Server oder in der Cloud heute zu den Grundkenntnisse gehören sollten, ist es bemerkenswert, dass die nachwachsende digitale Gesellschaft sich beim Umgang mit dem Rechner schwer tut. Ihr fällt es leicht, mit dem Smartphone oder dem Tablet umzugehen, sie versteht dagegen immer weniger von Dateistrukturen auf herkömmlichen Systemen. Hier ist die technische Medienkompetenz unbedingt zu stärken.

Das gilt auch für den Umgang mit Suchmaschinen. Wer bloggt, der will gefunden werden. Das Angebot im Netz ist riesig, und der einzelne Blogpost wird nur gefunden, wenn ihn eine Suchmaschine indiziert und in die Datenbank aufnimmt. Das bedeutet, der Blogger muss sich mit Suchmaschinen auskennen und deren Funktionsweise verstehen. Er muss seine Texte im besten Falle für die Suchmaschine optimieren. Diese Suchmaschinenoptimierung oder Search Engine Optimization (SEO) verändert natürlich die Texte. Der Blogger muss sich fragen: Schreibe ich Texte für den Menschen oder schreibe ich auffindbare Texte für Google und Co. Eine Gretchenfrage, die den Blogger beschäftigen muss und die zugleich täglich seine Medienkompetenz aufs Neue schult.

Das dritte T gehört dem Team. Blogger sind Teamplayer. Ein Blog ist klassisches Projektmanagement und wenn der Blog größer wird, wird automatisch das Team größer. Das Zusammenspiel als Team macht dann diesen Erfolg aus. In der Regel sind Blogger Einzelkämpfer, arbeiten aber auch in Netzwerken zusammen. Spezielle Kollaborationswerkzeuge haben sich bewährt: das Mini-Projektmanagement-Werkzeug Trello, das Terminfindungstool Doodle oder einfach die Zusammenarbeit über die Cloud wie Google Doc, Office 365 oder iCloud. Vor allem Corporate Blogger müssen absolut teamfähig sein. Sie schreiben ja nicht ihr persönliches Blog, sondern an einem Unternehmensblog. Corporate Blogs treten in unterschiedlichen Formen auf und können unterschiedliche Funktion haben. Charakteristisch für Corporate Blogs ist, dass sie dazu dienen, Kommunikations- oder Marketingziele des Unternehmens zu verfolgen. Sie werden in der Regel von Mitarbeitern eines Unternehmens oft in Verbindung mit externen Bloggern geführt. Corporate Blogs können sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation eingesetzt werden. Hier gibt es keinen Platz für Egos sondern Teamfähigkeit steht im Vordergrund.

Schließlich eine rasant wachsende Herausforderung, die Blogger und Journalisten gleichermaßen bewältigen müssen: Die Fake News. Vor wenigen Jahrzehnten war die Informationsbeschaffung ein echtes Problem. Aufwendig musste in Archiven und Bibliotheken recherchiert werden. Manche Journalisten wurden nur aufgrund ihres persönlichen Archivs von Verlagen angestellt, ihr Informationsschatz war ihr höchstes Gut.
Heute können Infos aller Art mühelos im Netz abgerufen werden. Nicht mehr die Information beschaffen, sondern sie zu bewerten ist die neue Herausforderung: Wahr oder falsch, Tatsache oder Fake? Wie Journalisten müssen auch Blogger lernen, den Wahrheitsgehalt einer Nachricht zu bewerten. Ließ früher das schlampige Aussehen einer Website zu Vorsicht mahnen, verhelfen heute Content Managementsystemen (CMS) fast jeder Website
zum seriösen Outfit. Kommt die Meldung gar noch im Layout eines sozialen Netzwerkes wie Facebook daher, dann funktioniert das alte Bewertungssystem des Aussehens nicht mehr.
Der Blogger von heute braucht also Medienkompetenz, um Fake News zu identifizieren. Auch dazu gibt es eine Reihe von Werkzeugen: Was ist die Originalquellen? Haben andere die Information auch zitiert? Videos lassen sich beispielsweise mit dem kostenlosen Datafinder von Amnesty International zurückverfolgen. Ein gesundes Misstrauen ist bei der Informationsrecherche im Netz angesagt. So mancher ist auf gefälschte oder gar frei erfundene Politikerzitate hereingefallen.

Bloggen und Journalismus verschmelzen mehr und mehr. Selbst Edelfedern der Printbranche haben sich mittlerweile Blogs zugelegt, so mancher Blogger wurde Redaktionsmitglied bei Verlagen oder Radio- und TV-Sendern. Wie die Arbeit verzahnt, so gleichen sich auch die Anforderungen an. Wie zum Beispiel die der Medienkompetenz.

Buchtipp: Furcht von Bob Woodward

10. April 2019
Ich empfehle die Lektüre von Furcht.

Ich empfehle die Lektüre von Furcht.

Nach der Lektüre dieses Buches habe ich Angst bekommen. Furcht, ja ich habe Furcht gelesen und Furcht bekommen. Für mich ist das Buch von Bob Woodward DAS politische Buch des Jahres 2018. Es zeigt eindrucksvoll, welch labile Persönlichkeit der US-Präsident Donald Trump ist.
Das gefällt mir nicht, aber ich muss mich damit abfinden, dass die Weltmacht USA von einem labilen, rachsüchtigen Egomanen geführt wird. Mit Abscheu müsste ich mich eigentlich von so einem Menschen abwenden, aber das Buch Furcht: Trump im Weißen Haus hat mich in seinen Bann gezogen und ich konnte es nicht aus der Hand nehmen. Immer wieder setzte ich beim Lesen ab und dachte mir: „Das kann doch nicht sein. So schlimm kann doch ein Mann nicht sein, der das mächtigste Amt der Erde inne hat.“ Doch leider ist es wohl so. Ich habe Vertrauen zu Bob Woodward, dass die recherchierten Hintergründe sich so zu getragen haben, wie im Buch beschrieben. Das Buch wurde mir vom Verlag kostenlos zur Rezension zur Verfügung gestellt.
Das Duo Bob Woodward und Carl Bernstein war der Grund, warum ich den Beruf des Journalisten ergriffen habe. Die beiden Watergate-Aufdecker faszinierten mich, inspirierten mich, motivierten mich. Ihr Buch All the President’s Men ist ein Klassiker des investigativen Journalismus. Ich halte meine Ausgabe in Ehren. Sobald einer der beiden Autoren ein Buch veröffentlichen, hatte ich es mir gekauft und verschlungen. Bob Woodward ist dabei der intensivere Schreiber.
Mit Furcht hat er seine Eindrücke über Donald Trump veröffentlicht und mit dem USA-Experten Dr. Josef Braml habe ich immer wieder über diese neue Art von Politik gesprochen. Es ist eine Politik der Stärke. Die alten Bündnisse wie Handelsabkommen oder NATO werden sich unter diesem neuen US-Präsidenten verändern und wir müssen sie als Europäer gemeinsam mitgestalten oder wir werden vor vollendeten Tatsachen gestellt. Die Welt ändert sich.
Diese Transformation hat Bob Woodward in seinem Buch hervorragend dargestellt. Es zeigt, wie Trump sein Personal auswählt. Viele der im Buch beschriebenen Persönlichkeiten gibt es schon lange nicht mehr in ihrer Funktion. Das Personalkarussell unter Trump dreht sich schnell, sehr schnell. Während ich diese Zeilen tippe, trat gerade die Heimatschutzministerin der USA, Kirstjen Nielsen, zurück. Präsident Trump gab dies auf Twitter bekannt. Die Ministerin spielte in der umstrittenen Einwanderungspolitik des Präsidenten eine zentrale Rolle. Medienberichten zufolge äußerte sich Trump aber wiederholt unzufrieden über sie und warf ihr fehlende Härte vor. Sie hatte das Heimatschutzministerium eineinhalb Jahre lang geführt. Tags darauf musste der Chef des Secret Service gehen.
Da ist es wieder, dieses Twitter. Trump hat verstanden, wie soziale Netzwerke funktionieren. Für ihn sind viele klassische Massenmedien wie CNN, New York Times oder Washington Post einfach nur FakeNews. Er überspringt die Medien und wendet sich via Twitter direkt an seine Gefolgschaft. Auch ich folge Donald Trump auf Twitter, um zu wissen, was der Herr im Weißen Haus so alles macht. Ob mir die Art der Kommunikation gefällt? Eher nicht, aber ich muss mich wohl mit dem neuen Stil abfinden.
Und diesen Stil beschreibt Bob Woodward sehr gut in seinem Buch. Trump will nicht zuhören, er will schnelle Entscheidungen und keine oberlehrerhaften Belehrungen. Er will Deals machen, Verwaltung soll wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden. Widerspruch oder eine andere Meinung ist wohl nicht angebracht. Der Vorteil ist aber auch, dass Trump in seiner Art schnell Entscheidungen vergisst. Und auch das ist dramatisch. Der Umgangston innerhalb der Regierung ist unterirdisch. Streit, Beschimpfungen, Beleidigungen sind an der Tagesordnung. Der ehemalige Stabschef John Kelly nennt seinen Chef einen „Idioten“. James Mattis, der ehemalige Verteidigungsminister meint, dass Trumpf eine „Aufnahmefähigkeit und das Verhalten eines Fünft- oder Sechstklässlers“ habe. Das sind schon heftige Aussagen über den mächtigsten Mann der Welt. Aber auch der teilt aus: Der ehemalige Justizminister Jeff Sessions wurde von Trump als „geistig zurückgeblieben“ bezeichnet. Das ist kein gutes Bild über eine handlungsfähige Regierung.
Der rechtsaußen Stratege Steve Bannon ist immer für einen handfesten Streit gut. Er forderte andere auf, einen Faustkampf auszutragen. Fremdschämen war bei mir angesagt, als sich Steve Bannon mit Ivanka Trump fetzte und sie dann schrie: „Ich bin nicht irgendeine Mitarbeiterin. Ich werde es auch niemals sein. Ich bin die First Daughter.“ Köstlich, aber dramatisch.
Bei einer Passage musste ich schlucken. Es geht um die umstrittene Aufkündigung des Handelsabkommens mit Südkorea. Ein Stabsmitarbeiter klaute diesen Brief vom Schreibtisch des Präsidenten, damit das Handelsabkommen nicht gekündigt wird. Dass Woodward dieses Vorgehen beschreibt ist journalistisch ein Hammer, verhindert aber künftig Aktionen zum Schutz von US-amerikanischen Interessen.
Schade, dass es Woodward nicht gelang, mit Trump direkt zu sprechen, obwohl er sich bemüht hatte. Erst in der Drucklegung gelang ihm ein Telefonat mit dem US-Präsidenten, der zunächst offen war, dann aber auf seine These zu FakeNews beharrte.

Für mich ist Furcht: Trump im Weißen Haus ein hervorragendes Buch, das mich massiv aufgeregt hat. Und trotz der Veröffentlichung durch die Reporterlegende Bob Woodward bin ich pessimistisch, dass sich der Regierungsstil von Trump ändert.

Als die Bayern Revoluzzer wurden – journalistisches Storytelling

1. April 2019

Vor kurzem hatte der Freistaat Bayern seinen 100. Geburtstag und ich habe dieses wichtige Ereignis mit einem Blogbeitrag gewürdigt. Jetzt ist mir bei einem Besuch des Münchner Merkurs ein Magazin zum Thema in die Hände gefallen, dass ich gerne gelesen habe.

Als die Bayern Revoluzzer wurden - schönes Magazin vom Münchner Merkur.

Als die Bayern Revoluzzer wurden – schönes Magazin vom Münchner Merkur.

Ein alter Kollege von mir, Dr. Dirk Walter, der mit mir beim Merkur vor Jahren begonnen hatte, schrieb die viele Beiträge in diesem Magazin. Dr. Walter, oder Dirk für mich, ist studierter Historiker und arbeitet die deutsche Geschichte vorbildlich in seinen Veröffentlichungen auf. Und zum 100. Geburtstag veröffentlichte der Merkur das Magazin „Als die Bayern Revoluzzer wurden“ Bei einem Besuch des altehrwürdigen Zeitungshauses in München drückte Dirk mir das Magazin in die Hand und bei der Heimfahrt begann ich es gleich zu lesen. Zu Hause habe ich es sofort auf der Terrasse mit einem Kaffee in der Hand fertiggelesen. 

Besuch bei meinem alten Arbeitgeber.

Besuch bei meinem alten Arbeitgeber.

Die Gründung des Freistaats, die deutsche Revolution – all das kann ich bei Wikipedia und Co nachlesen. Dieses Magazin bringt selbstverständlich auch die Fakten, bereitet sie aber journalistisch auf – und das gefällt mir. Nicht Zahlen und nackte Infos, sondern Storytelling in seiner besten Form. Es kommen Menschen mit ihren Meinungen und Einschätzungen zu Wort. Das Thema wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und unterhaltsam mir als Leser näher gebracht. So muss Journalismus heute sein. 

Ist das die richtige Würdigung für Kurt Eisner als Ministerpräsident?

Ist das die richtige Würdigung für Kurt Eisner als Ministerpräsident?

Als ich dann abends ins Kino ging hatte ich einen Beitrag von Hans Well im Kopf. Der ehemalige Chef der Biermösl Blosn schrieb in dem Merkur-Magazin einen Betrag über Kurt Eisner, dem ersten Ministerpräsidenten des Freistaats Bayern. Er beklagte, dass Eisner bis heute kein Denkmal im Bayerischen Landtag bekommen hat. Im Kino Mathäser schaute ich mir einen Film an und entdeckte beim Herausgehen eine Stehle mit der Erinnerung an Eisner inmitten des Kinobetriebs. Ist das die richtige Würdigung an den ersten Ministerpräsidenten? 

Das Magazin gibt es in den  Merkur-Geschäftsstellen sowie für uns Onliner hierhier

Filmtipp Gorky Park

30. März 2019

Gorky Park war anders als die meisten Thriller, die ich bis dahin im Kino gesehen hatte. Damals im Jahre 1983 spielten meine Krimis in New York oder Chicago, die deutschen Tatorts im Pott oder Derrick ermittelte in Grünwald. Der US-Film Gorky Park spielte in Moskau und zeigte Mordermittlungen aus der Sicht der sowjetischen Polizei. Im Kino hatte mir der Film gefallen und jetzt schickte mir die Agentur die DVD zur Rezension, nachdem der Streifen Gorky Park für DVD und Bluray aufgelegt wurde.

Nachdem ich in Erinnerungen hatte, dass Gorky Park mir damals gefallen hatte, zelebrierte ich den Filmabend. Ich legte russisches Knabberzeugs bereit, schenkte mir ein Glas russischen Wodka ein und los ging’s.

Um was gehts? Im Moskauer Gorky Park werden drei bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leichen gefunden. Inspektor Arkady Renko übernimmt die Ermittlungen. Er ist fest entschlossen, die Toten zu identifizieren und den Mörder zu finden. Doch von verschiedenen Seiten wird er vor allzu intensiven Nachforschungen gewarnt. Trotzdem lässt er nicht locker und erhält zudem Hilfe von FBI-Agent William Kirwill. Prompt kommen die beiden einer brisanten Staatsaffäre auf die Spur. 

Es war eine spannende Inszenierung von Michael Apted mit William Hurt und Lee Marvin in den Hauptrollen. Und während des Films wurde mir bewusst, dass die Geschichte heute nicht mehr so erzählt werden könnte. Inzwischen wäre durch DNA-Analyse die Geschichte in Sekunden geklärt und auch das Thema Zobel als Wirtschaftsgut der UdSSR hat sich erledigt. Der Roman Gorki Park (mit i statt y) von Martin Cruz Smith läuft heute ins Leere.

Aber vielleicht macht gerade das den Reiz des Films aus. Es ist eine Zeitreise in den Kalten Krieg. Die Sowjetunion bestand 1983 noch. Und natürlich konnten die Amerikaner nicht in Moskau drehen – das war erst 1988 bei Walter Hills Red Heat der Fall. So wurde im Winter im schottischen Glasgow und Helsinki in Finnland gedreht. Die Details sind sehr genau und machen Spaß. Der Film vermittelt eine kalte Thriller-Atmosphäre und hat eine Erzählweise der Filme der Endsiebziger und Anfang Achtziger. Immer wieder kam bei mir durch Kamerastil und Plot die Atmosphäre eines Dirty Harry auf. Also für mich ist Gorky Park eine Filmempfehlung für einen unterhaltsamen Abend für eine erwachsene Welt. Jugendliche werden sich bei Gorky Park einfach nur langweilen. 

William Hurt spielt hervorragend, Lee Marvin ist mir persönlich zu übertrieben als geldgieriger böser Kapitalist. Die Musik von James Horner ist prima, reicht nicht an seine späteren Meisterwerke wie Brainstorm, Star Trek III, Aliens oder Titanic heran. 

Ich erinnerte mich noch im Kino damals 1983 an den Schluss des Films. Der Held geht zurück nach Moskau, die Heldin wählt die Freiheit in den USA. „Irgendwann sehen wir uns wieder, irgendwann.“ Im Kino dachte ich mir damals 1983 „träumt weiter“. Dann nur 6 Jahre später kam der Zerfall des Ostblocks, die Auflösung der Sowjetunion und die Deutsche Vereinigung. Wie sich die Zeiten ändern … 

Vegetarische Kochkurse in Franken – geht das überhaupt?

26. März 2019

Kochkurse habe ich schon viele besucht, aber der Kochkurs von Marika Bange klingt schon sehr verlockend und hat mich neugierig gemacht. In ihrer Kochschule Sana e SalvaKochschule Sana e Salva kurz vor Bayreuth bietet sie vegetarische Kochkurse an. Ich hab mir die Sache einmal angeschaut, als ich ein Seminar in der Nähe geben durfte.

Marika Bange vor den vegetarischen Lebensmitteln in ihrer Kochschule.

Marika Bange vor den vegetarischen Lebensmitteln in ihrer Kochschule.

Vegetarische Küche inmitten des Lands von Schäufele und Kloß mit Soß? Geht das in Franken überhaupt? Und wie es geht. Das beweist Marika Bange mit ihrer Kochschule in Eckersdorf im Ortsteil Oberwaiz, rund zehn Minuten von Bayreuth entfernt. Marika Bange vermietet Ferienwohnungen, ich habe in der Wohnung Sophienberg genächtigt, und betreibt ihre Kochschule. Alles unter der Marke Sana e Salva.

 

Im Nebengebäude hat sich ihre Kochschule untergebracht. Durchschnittlich zwölf Leute können hier den bewussten Umgang mit vegetarischen Speisen erlernen. Aber Marika Bange geht auch zu Kunden heraus und macht ihre Kochevents vor Ort. Zielgruppe hier sind Firmen, die eine andere Art von Firmenevent haben wollen.

In der Kochschule schauen viele Vereine und Organisationen vorbei, die etwas neues kennenlernen wollen. Die Zutaten sind streng biologisch, das Mehl für das selbstgebackenes Brot stammt aus der Region. „Wir legen nicht nur Wert auf qualitativ hochwertige Biolebensmittel, sondern wir achten auch auf Regionales und Saisonales. Uns ist wichtig, wo unsere Lebensmittel herkommen, welche Inhaltsstoffe sie bieten, d. h. wir verwenden möglichst naturbelassene Lebensmittel – und dies schmeckt man. Außerdem gehen wir achtsam mit unseren Lebensmitteln um und haben Freude am Kochen – auch dies schmeckt man“, sagt Marika Bange. Die Themen werden individuell zusammengestellt. Es gibt auch einen kleinen schön gemachten Flyer mit verschiedenen Angeboten an Kochkurse. 

Ich halte diese Idee für sinnvoll. Hier lernt der Besucher einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln und zudem macht das Kochen wirklich Spaß. Wer in der Gegend ist, sollte es unbedingt mal ausprobieren. 

 

Unheimliche Begegnung der dritten Art – immer noch ein Meisterwerk von Steven Spielberg

20. März 2019
Für mich immer noch ein Klassiker: Unheimliche Begegnung der dritten Art.

Für mich immer noch ein Klassiker: Unheimliche Begegnung der dritten Art.

Als Jugendlicher war ich angetan von kämpferischen Science-Fiction Filmen. Streifen wie Star Wars, Buck Rogers oder Kampfstern Galactica standen bei mir hoch im Kurs. Und dann sah ich im Jahre 1977 mit meinem Kumpel Thomas Schmelzer einen Film, der unsere Einstellung zum Science-Fiction Film veränderte: Unheimliche Begegnung der dritten Art.
Dieser Klassiker, von dem damals sehr jungen Steven Spielberg gedreht, vermittelt ein positives Bild von Außerirdischen. Keine waffenstarrenden Monster aus dem All, sondern der Vorläufer von ET und der Erkenntnis, dass es besser ist, miteinander zu reden als aufeinander zu schießen. Meine Gruppe von Freunden waren komplett begeistert, von der Handlung, von den Tricks, von den Schauspielern und von der Musik von John Williams. Später kam der Film noch mal in einer überarbeiteten Version in die Kinos und zeigte ein bisschen mehr von den Besuchern aus den Tiefen des Weltraums. Und die dritte überarbeitete Version merzte die Fehler der zweiten Fassung aus.
Auf einer Filmsammlerbörse erstand ich für viel Taschengeld einen Satz an Aushangfotos und hatte auch ein paar in meinem Kinderzimmer aufgehängt. Später besorgte ich mir den Soundtrack auf Vinyl, später auf CD und vor wenigen Wochen bekam ich die seltene Doppel-CD mit dem kompletten Score in die Hände. Was John Williams da abgeliefert hat, war wirklich eindrucksvoll. Das musikalische Leitmotiv kommt immer wieder in anderen Filmen vor.
Auch die Bluray Unheimliche Begegnung der Dritten Art mit den drei verschiedenen Filmversionen ist immer noch sehenswert. Interessant ist, wie Spielberg mit uns als Zuschauer spielt, wie er die Spannung aufbaut und über lange Zeit hält. Interessant ist aber auch, dass der Film einen Erzählrhythmus hat, der meinen Kindern zu langsam ist. Zum 40-jährigen Jubiläum des Films kam 2017 ein Making of-Buch heraus, das ich mir jetzt anschaffte, um in den alten Science Fiction-Zeiten zu schwelgen. Es waren die Zeiten als Special Effects noch handgemacht waren. Keine CGI-Bilder aus dem Computer, sondern Modellbau, Beleuchtung, Mattezeichnungen. Vielleicht waren die Tricks nicht so perfekt wie in heutigen Filmen, aber die perfekte Illusion entstand im Kopf. Spielberg verstand es auf der Klaviatur meiner Gefühle zu spielen.

Und diese Gefühle von Spannung, Forschergeist, Faszination kamen wieder hoch, als ich das Making-Of-Buch Close Encounters of the Third Kind: The Ultimate Visual Historydurchblätterte. Es ist eine Art Scrapbook, das heißt, es sind Notizen, Briefe, Skribbles nicht nur abgebildet, sondern eingeheftet. So bekomme ich als Leser ein noch besseres Gefühl für den Entstehungsprozess des Films. Und es ist ein Wiedersehen mit dem wunderbaren Francois Truffaut. Die französische Regielegende der Novelle Vogue spielt unter einem jungen Regisseur des neuen Hollywoods.


Auch sehr schön: Das Buch von Michael Klastorin beginnt mit einem Rückblick in die Jugendzeit von Spielberg. Es zeigt nicht Fotos aus dem Elternhaus, sondern es zeigt den begeisterten Filmenthuiasten Steven Spielberg beim Dreh. Seltene Schwarzweißaufnahmen von den Dreharbeiten von Spielbergs ersten Filmversuchen. Auf den Bildern ist ein stolzer Nachwuchsfilmemacher zu sehen, der seinen Weg als erfolgreichster Regisseur des neuen Hollywood gehen sollte. 500 US-Dollar kostete sein Super 8-Film Firelight, der das Geld wieder einspielte und Spielberg Mut machte, seinen Weg zu gehen.
Die erste Zeichnung zu Unheimliche Begegnung entstand in der Schnittphase des weißen Hais. Es zeigt den späteren Roy und Jillian, wie sie den UFO-Landesplatz entdecken und hinter ihnen UFOs am Himmel. Ich erinnere mich an die Zeit nur noch schemenhaft, aber ich weiß, dass die Massenmedien von UFO-Sichtungen begeistert waren. Der Spinner Erich von Däniken wurde mit Erinnerungen an die Zukunft zum Bestseller-Autor und der Quatsch seiner Ideen, einer frühe Form der Verschwörungstheorien, verbreitete sich. Ich habe das Buch in der Bücherei meiner Heimatstadt ausgeliehen und gelesen – vertane Zeit.

Mobiles Fotostudio für Hahnsammlung

19. März 2019
Es galt die Hahn-Sammlung der Gattin zu fotografieren.

Es galt die Hahn-Sammlung der Gattin zu fotografieren.

Meine Frau hat ein seltsames Hobby. Sie sammelt Hähne. Nicht Gockel aus Fleisch und Blut, sondern Hähne als Kunst. Hähne aus Porzellan, Bronze, Metall, Glas, Bronze, Holz, Keramik, Bilder, Kacheln, Teller und Plastiken von Hähnen und vieles mehr – aber kein Kitsch oder Nippes. Und sie plant ihre Website zu aktualisieren mit Fotos ihrer Hahn-Sammlung. Und da komme ich ins Spiel. 

Ich durfte/sollte/musste einige Hähne fotografieren – hab ich gerne gemacht. Bisher breitete ich ein einfaches Tuch aus, stellte die Hähne darauf und lichtete die gefiederten Kammeraden ab. Die Ergebnisse haben mich nicht so richtig überzeugt. Ich wollte eine preisgünstige Fotobox für besseres Licht und Hintergründe. 

Ich wählte AmazonBasics Mobiles Fotostudio. Bisher war ich von den Produkten der AmazonBasics-Reihe bisher angetan und griff wieder zu. Ich kann diese Fotobox für Fotoamateure absolut empfehlen. 

Mir war es wichtig, keine große Montage beim Aufstellen und keine große Fummelei. Das ganze System ist klappbar, besteht aus einem Teil und ist zusammengefaltet eine in schmale, robuste Tragemappe, die ich bei Bedarf auch schnell ins Auto werfen kann, um mobil zu sein. Die Maße 63,5 x 76,2 x 63,5 cm reichen aus für meine Hähne. Das eingebaute Licht von 5600 K kommt von oben. Das ganze System bringt 7,9 Kilogramm auf die Waage.

Nachdem die Hähne durchfotografiert sind, was kommt jetzt an die Reihe? 

Das Fotostudio ist schnell aufgebaut.

Das Fotostudio ist schnell aufgebaut.

Kunst oder Schmiererei am Bahnhof Neufahrn?

18. März 2019

Als das Zuggleis in Neufahrn m oberbayerischen Landkreis Freising bei München aufgrund eines Unfalls mit Personenschäden gesperrt war, stieg ich aus und ließ mich von der besten Ehefrau mit dem Auto abholen. Um die Wartezeit zu überbrücken, erkundigte ich die Gegend um den Bahnhof und entdeckte bei den Behindertenaufgängen und Fahrradständern zahlreiche Graffiti an den Wänden.

Ich weiß nicht, ob mir diese Streetart im öffentlichen Raum zusagt, aber interessant fand ich die Motive schon. Also fotografierte ich ein paar von ihnen.
Die Wände am Neufahrner Bahnhof schienen schon oft geweißelt zu sein, aber immer wieder werden neue Motive und Tags angebracht. Ob das jetzt Sachbeschädigung ist, Schmierereien oder gar ein Kunstprojekt der Bahn ist, weiß ich nicht, aber ich finde diese Art der Kunst zumindest interessant. Leider kenne ich mich in der Szene zu wenig aus, um die Qualität der Motive wirklich würdigen zu können.

Die Rechtslage bei Graffiti ist eindeutig: Es ist grundsätzlich verboten, Häuser, öffentliche Einrichtungen, Infrastrukturbauten oder S-Bahnen zu besprühen. Wer erwischt wird, muss für den Schaden aufkommen und dazu noch eine Strafe berappen. In schweren Fällen drohen bis zu zwei Jahre Haft. Die rechtliche Grundlage steht in §303 Abs. 2 StGB: „Verändern des Erscheinungsbildes einer Sache.“
Ist das jetzt Kunst oder Schmiererei? Was meint ihr?