Archive for the ‘Medien’ Category

Buchtipp: Die Stille in mir von Thomas Schmelzer

23. Juni 2016
Die Stille in mir - geschrieben von meinem Kumpel Thomas Schmelzer.

Die Stille in mir – geschrieben von meinem Kumpel Thomas Schmelzer.

Bei dieser Buchkritik bin ich eindeutig befangen. Der Autor des Buches Die Stille in mir heißt Thomas Schmelzer. Und ich kenne Thomas Schmelzer nahezu mein Leben lang. Wir haben im Sandkasten zusammen gespielt, wuchsen als Teenager und Jugendliche zusammen auf und waren eng befreundet. Thomas war, neben ein paar anderen Freunden aus meiner Jugend, eine wirkliche Inspiration für mich. Wir liebten Musik, Fotografie und wir liebten Film und drehten einiges zusammen. Dann, Anfang 20 wurde Thomas krank. Nicht Schnupfen oder Grippe, sondern ernsthaft krank. Bei ihm wurde Krebs entdeckt.
Für ihn, für seine Familie und natürlich für uns seine Freunde ein Schock. Als Jugendliche wussten wir nicht damit umzugehen. Krebs war für uns nicht vorstellbar, nicht greifbar. Als Jugendliche fragten wir immer wieder bei seinen Eltern nach, wie es Thomas geht. Aber die Eltern waren vor Schmerz wie erstarrt. Die Antworten waren ausweichend, was uns noch mehr verstörte.
Dann die Nachricht: Thomas hat den Krebs überwunden. Er hat gekämpft und dieses Arschloch Krebs besiegt. Er hat ihn aber nicht mit der klassischen Schulmedizin wie Chemotherapie besiegt, sondern wandte alternative Heilmethoden an.
Für Thomas war dies ein Schlüsselerlebnis und er änderte mittelfristig sein Leben. Ich riet ihm, seine Erlebnisse im Krankenhaus aufzuschreiben, was er schon vor meinem Rat gemacht hat. Wir tickten eben gleich. Unsere Freundschaft blieb bestehen und wir lebten weiter. Im Laufe der Zeit wurde die Freundschaft schwächer, weil jeder seines Weges ging. Aber der Kontakt blieb über die Jahre erhalten. Ich wurde Journalist, er arbeitete als Schauspieler. Immer wieder kreuzten sich unsere Wege. Er drehte einen sehr interessanten Film in Japan und ich besprach ihn. Er hatte mehrere TV-Rollen und ich schrieb darüber.
Dann ging er neue spirituelle Wege, die ich nicht mitging. Das war nicht meine Welt. Dennoch standen wir uns mit Rat und Tat zur Seite. Viel beschäftigte er sich mit Meditation und spirituellen Dingen, er probierte vieles aus. Das ist mir persönlich zu viel, zu abgedreht und es ist nicht meine Sichtweise, aber Thomas ging es gut dabei. Als er Mystica TV mitgründete und Mitarbeiter einer Esoterik-Zeitschrift wurde, beriet ich ihn mit meinem Verlags- und Medien
-Know-how. Und das Wissen schien nicht schlecht zu sein, denn Thomas machte seinen Weg, vielleicht auch ein bisschen durch meine Unterstützung.


Ich meldete mich für seinen Newsletter an, folgte ihn aus alter Freundschaft bei Facebook und dann und wann schaute ich mir seine Sendungen bei Mystica TV an. Er hat interessante Gesprächspartner, die alle nicht aus meiner Welt stammen. Aber Thomas hat sein Publikum, seine Fans und ich finde, es macht seine Sache hervorragend. Als Interviewpartner ist er mehr als nur Stichwortgeber, sondern er kann über die Themen diskutieren, weil er sich damit auskennt. Der macht guten Journalismus, denn er hat vorher recherchiert. Die Themen sind nicht meine Themen, aber das Handwerk ist klassischer Journalismus. Er ist gut gebuchter Sprecher, spricht auf Kongresse und Festivals und hat seinen Weg gemacht. Und so kam jetzt auch sein erstes Buch samt Hörbuch auf den Markt.
Thomas fragte ich, ob ich das Buch in meinem Blog besprechen wollte. Er weiß, dass ich mit der Thematik nicht vertraut bin und eher skeptisch reagiere. Ich sagte zu, habe das Buch gelesen und muss dankbar zugeben, dass sich Thomas nicht auf einer Mission befindet. Er dokumentiert, interpretiert und diskutiert verschiedene Thesen. Er berichtet viel aus seinem Leben und bei so manchen (auch ernsten) Kapitel musste ich grinsen, denn ich habe die eine und andere Sache auch erlebt und wir hatten damals darüber gesprochen. Vielleicht habe ich heute eine verklärte Sichtweise auf das eine oder andere Thema.
Das Buch Die Stille in mir ist im Grunde einfach aufgebaut. Thomas erzählt aus seinem Leben, reflektiert die Erlebnisse und stellt dann dem Leser Aufgaben. Er nahm mich als Leser mit zu unbekannten Welten und konfrontierte mich mit Ideen. Auch wenn ich aus meiner Sicht so dann und wann den Kopf schüttele, gestehe ich zu: Dieses Buch ist professionell geschrieben, zeitweise mit viel Herzblut. Ich bin dankbar, dass ich auf so manche intellektuelle und spirituelle Reise mitgenommen wurde, aber ich bin auch dankbar, dass ich wieder zu Hause bin. Seine Welt ist nicht die meinige, aber ich habe großen Respekt vor seiner Leistung und seinem Engagement.
Mir gehen die ganzen Esoteriker, Wendezeitjünger, Engelssuchenden, Ganzheitgewandelten, Druiden, Schamanen, Kräuterhexen, Erleuchtete und Seelenwandler gehörig auf den Geist. Immer wieder versuchen mich solch Beseelte im RL und via sozialen Netzwerke zu bekehren. Lasst das bitte – ich mag es nicht. Ich halte es wie der Alte Fritz: „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ – aber mir nicht auf den Geist gehen.
Thomas Schmelzer macht diesen Fehler nicht. Er beschreibt sich und seinen Lebensweg, seine Erfahrungen und seine Ideen und er bittet uns nachzudenken. Als Leser habe ich die Wahl ihm zu folgen und mich darauf einzulassen. Thomas ist kein Mensch von starren Dogmen und das ist gut so. Jeder Mensch ist anders und Thomas ist in dieser Hinsicht komplett anders als ich. Und dennoch ist Thomas Schmelzer mein Freund und darauf bin ich stolz.
Also klare Leseempfehlung, wenn ihr euch für die Thematik interessiert.

 

The Power of Jetzt – Twitter hat Periscope unter einer GUI

17. Juni 2016

Ich bin ein überzeugter Twitterer und trotz all den Abgesang auf diese Social Media-Plattform halte ich daran fest. Ihr findet mich unter @redaktion42. Snapchat hat Twitter in Deutschland überholt. Und dennoch gibt es für mich kein besseres Tool für Aktualität und Interaktion als Twitter. Daher war es für mich eine Freude den Vortrag „The Power of Jetzt – wie der Moment für Marken bedeutender wird“ von Head of Brand Sascha Welters von Twitter Deutschland zu lauschen. Was Sascha Welters damals im Januar 2016 erzählt hat, ist nun eingetreten. Seit gestern habe ich auf meiner Twitter GUI nicht nur die Möglichkeit Texte, Umfragen und Fotos zu posten, ich habe auch die Möglichkeit ein Periscope-Video live zu senden. Twitter ist nun auch im Streaming angekommen und das ist gut so. Vielleicht gibt es die Möglichkeit schon länger, ich habe es eben erst bemerkt.

Periskope ist jetzt in der Twitter GUI - hurra

Periskope ist jetzt in der Twitter GUI – hurra

Leider trifft dies zusammen mit schlimmen Ereignissen. Der Polizistenmörder von Paris filmte sich live am Tatort und streamte über Facebook Live. Inzwischen hat Facebook das Video und den Account des Terroristen stillgelegt, aber die Diskussion um Live-Videos ist voll entbrannt. Die Plattformen Facebook, Twitter und Google entziehen sich ihrer Verantwortung.
„Die Welt verändert sich“, so startete Sascha Welters. Die digitale Transformation läuft. Als Beispiel nannte er den Verfall des linearen Fernsehens. „Das Fernsehen war eine Informationsquelle, um mit ihren Stars in Verbindung zu treten.“ Die Familie heute sitzt kaum noch gemeinsam vor dem Fernseher. Wenn doch, hat jeder seinen eigenen Screen. Ich bekomme Inhalte von meinen Stars in Massen.


Das Bild in öffentlichen Verkehrsmitteln hat sich verändert. Das Smartphone ist allgegenwärtig. Die Mediennutzung hat sich komplett geändert. „Mobile now – the new first screen“ schrieb Business Insider. 20 Prozent der Deutschen sind 2011 mit mobilen Geräten ins Internet gegangen. 2015 waren es 60 Prozent. Sascha Welters zitierte eine Studie, nachdem 20 Prozent von US-Amerikaner lieber eine Woche barfus gehen würden als auf ihr Mobiltelefon verzichten würden. Das Smartphone ist heute ein privates Gerät geworden. Im Schnitt schauen die Menschen 150 Mal pro Tag auf ihr Smartphone.
Sascha Welters, Head of Brand Strategy, Twitter Deutschland, sprach auf dem Trend Day Corporate Video 2016 im Januar 2016 in der Münchner HFF zu den neuen Entwicklungen bei Twitter, Periscope und Bewegbild. The Power of Jetzt – das #jetzt wird durch Periscope verstärkt. Twitter sei laut Welters die einzige Plattform, die keinen Algorithmus verwendet. „Alle kulturellen Events passieren live auf Twitter.“
Klar ist auch: Bewegbild innerhalb des Storytellings schlägt alles. Das hat Sascha Welters vollkommen recht. Ich richte meine Kunden auch gerade auf Bewegbild in sozialen Netzwerken aus. „370 Jahre Videocontent werden jeden Tag auf Twitter konsumiert.“ Dann werd ich mal ein neues Periscope-Video starten.

Hirsch Poldi als Ingress-Portal vorm Hotel Prinz Luitpold Bad

13. Juni 2016

Im Tourismus wird mit allerlei Attraktionen gearbeitet, um auf seinen USP aufmerksam zu machen. Manches Mal bekommt ein Hotel auch Werbung ohne dafür etwas getan zu haben. Wie hier: Eine recht ungewöhnliche Konfrontation führte ich mit einem mir Unbekannten vor meinen Lieblingshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang. Vor dem 152 Jahre alten Hotel steht ein Bronze Hirsch, den die Eltern von heutigen Hotelier Armin Gross aufgestellt haben.

Um Poldi vor dem Hotel Prinz Luitpold Bad entbrannte ein heftiger Streit.

Um Poldi vor dem Hotel Prinz Luitpold Bad entbrannte ein heftiger Streit.

Genau um diesen Hirschen, Poldi genannt, entbrannte ein heftiger Kampf. Aber der Kampf wurde ausschließlich virtuell ausgetragen.
Während meine Frau das Auto vom Hotelparkplatz holte, stand ich mit meinem Smartphone vor dem Hirschen und zuckte auf einmal. Ich hatte in Ingress den Hirschen gerade erobert. Ingress ist ein moderne Form von Geochaching von Google. Die gute und die böse Welt treten um die Weltherrschaft gegeneinander an. Ich bin grün und gehöre damit zur guten Fraktion. Inzwischen bin ich als redaktion42 auf Level 5. Für Google hat es den Vorteil, dass der Datensammler genau kontrollieren kann, wo ich mich gerade befinde. Sei es drum.

Angriff auf den Hirschen in Ingress.

Angriff auf den Hirschen in Ingress.

Auf jeden Fall hatte ich das Portal den Hirschen erobert und war gerade dabei das Vieh zu sichern, einen Schutzschild zu errichten. Dazu baut man als Spieler so genannte Resonatoren auf und errichtet ein wehrhaftes Schutzschild und versucht sich mit anderen Portalen zu verlinken. Klingt kompliziert, ist es aber nicht, sobald man sich ein wenig damit beschäftigt. Und bitte fragt mich nicht nach dem Sinn.
Auf jeden Fall ist der Hirsch ein gutes, grünes Portal und als ich gerade gehen wollte, wurde mein frisch errichtetes Portal von der blauen Fraktion angegriffen. Einige Meter von mir entfernt stand ein unbekannter Mann mit seinem Smartphone und griff wohl mein Portal an. Das sind echte Probleme in der virtuellen Welt. Er feuerte ein paar Salven von einer virtuellen Waffe ab, aber meine Verteidigung hielt stand. Dann zog der Typ ab. Ich warf ihn einen bösen Blick hinterher, war aber stolz, dass ich gesiegt hatte. Poldi gehört für einige Zeit mir.
Ein Albay hat das Hirschportal angelegt. Wer das ist, wusste Armin Gross nicht. Er selbst ist kein Ingress-Spieler, freut sich aber dass der Poldi seiner Eltern in die virtuelle Welt Einzug gehalten hat. Tja, auch das ist Tourismus und hier wird mit harten Bandagen gekämpft.

Coworking Space Rayaworx in Santanyí auf Mallorca

3. Juni 2016

Als digitaler Nomade arbeite ich viel unterwegs, sei es im Zug, im Hotel oder im Café. In meinem Urlaub auf Mallorca konnte ich eine für mich neue Möglichkeit ausprobieren. Arbeiten in einem Coworking Space und ich bin restlos begeistert. Und noch besser: Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen.

Die Außenseite von Rayaworx.

Die Außenseite von Rayaworx.

Wie kam es dazu? Meine IronBlogger-Kollegin Doris Schuppe eröffnete mit ihrem Mann Rainer vor einem Jahr den Coworking Space Rayaworx in Santanyí im Südosten von Mallorca. Als ich mit meiner Familie eine Woche Urlaub auf der Insel machte, feierte Familie Schuppe mit ihrem Team den ersten Geburtstag von Rayaworx. Grund genug für uns einmal in Santanyí vorbeizuschauen und die Sache mit dem Coworking einmal auszuprobieren.

Liebenswerter Empfang.

Liebenswerter Empfang.

Die Idee, an schönen Orten zu arbeiten, fasziniert mich. Kreative, Selbstständige, Autoren, Freelancer, Software-Professionals, Wissensarbeiter, Residents & Expats finden ihren produktiven Platz an den Schreibtischen im Coworking Space inklusive fachliches Networking bei Bedarf – das ist doch einmal eine Ansage.

Handtuch über den Stuhl mit Namen - so muss es sein.

Handtuch über den Stuhl mit Namen – so muss es sein.

Als ich mich per Mail angemeldet hatte, stand ein Schreibtisch samt bequemen Stuhl für mich bereit. Über den Stuhl war ein Handtuch in den Farben von Rayaworx gelegt und eine Wäscheklammer mit Stern und meinem Namen. Cool, genau wie am Pool in meinem Ferienhotel. Einen Rechner brauchte ich zum Arbeiten nicht, ich hatte das iPad Pro samt Tastatur dabei. Die MacBooks blieben in Deutschland, das leichte mobile Device reicht. Also ins hauseigene WLAN eingeklinkt und los ging’s. Von der Geschwindigkeit des Netzes war ich absolut begeistert. In meinem Hotelappartement gab es zwar WLAN, aber im Grunde konnte ich die Bits und Bytes dort einzeln begrüßen. Ich habe mir dafür extra einen mobilen WLAN-Router gekauft, um arbeiten zu können. Der Blogpost über den Router findet ihr hier.


Rayaworx hat verschiedene Internetanbindungen – Funk und eine leistungsstarke Glasfaserleitung – wunderbar. Und die Räume sind klimatisiert, was bei der Hitze in Mallorca nicht zu unterschätzen ist. Doris Schuppe machte eine Ausführung mit mir:


Verschiedene Räumlichkeiten stehen in Rayaworx zur Verfügung. Ein Arbeitsbereich, einen Chill-Bereich, ein Podcaststudio für Video- und Audio-Podcasts und zwei Meetingräume mit entsprechender Technik. Das Podcaststudio im ersten Stock ist gedämmt und verfügt über Blue- und Greenscreen. Verschiedene Mikrofone können ausgeliehen werden, darunter auch ein Neumann-Klassiker. Hier ein 360 Grad Video:

Hier die Fakten von Rayaworx:

  • Coworking Area mit 13 Plätzen (u.a. Standing Desks)
  • Glasfaser-Internet-Anbindung (WiFi)
  • 2 berufserfahrene und in Santanyí lebende Gastgeber (Social Media Dozentin Doris sowie Software-Trainer Rainer)
  • Lounge-Area mit kleiner Fachbibliothek zum Arbeiten, Entspannen oder Networken
  • Meetingraum für Besprechungen, Vorträge, Workshops und Seminare mit Beamer, Whiteboard, Flipchart und Moderationskoffer
  • Podcast-Raum sowie optionale Ausstattung
  • Regelmässige Networking Events, Meetups, CoworkingMondays
  • Büromaterial, Scanner, Drucker
  • Vernetzung mit lokalen Dienstleistern und Services

In der Tagesmiete, die sich etwa um 30 bis 40 Euro bewegt, ist auch Kaffee inklusive. Darauf möchte ich besonders hinweisen, denn wir sprechen hier nicht von einer Kaffee-Plörre. Hier gibt es wunderbaren Kaffee von einer Siebträgermaschine. Ich habe mich wohl mit Rainer Schuppe mehr über Kaffeezubereitung mit seiner Rocket unterhalten als über Netzwerkanbindung. Danke übrigens für die Infos und danke für den Kaffee. Ich steige jetzt in die Verhandlungen mit meiner Frau ein – ich will eine Siebträgermaschine.


Nicht unterschätzen darf man die Möglichkeiten des Netzwerkens in so einem Coworking Space. In meinen Pausen kam ich ins Gespräch mit anderen Besuchern. Da war beispielsweise eine Niederländerin aus München, die sich jetzt auf Mallorca niederlassen wird. Sie ist Grafikdesignerin und nachdem ich ja mit VNU und Reed Business Information in verschiedenen Unternehmen mit niederländischer Beteiligung gearbeitet habe, konnten wir uns nett austauschen. Ich weiß jetzt, dass der Königinnentag wirklich wichtig ist. Dann tauchte ein Immobilienmakler auf, mit dem ich mich über die Immobilienpreise auf der Insel unterhalten habe. 1,5 Mio Euro für eine Finka – dafür muss eine alte Frau lange stricken. Ich hab leider vergessen, ein Videointerviews mit ihm zu machen. Es schneite eine Fotografin herein und wir kamen ins Gespräch. Dieser Austausch in Rayaworx hat mich sehr inspiriert und motiviert. In der Regel arbeite ich als digitaler Nomade alleine, aber dennoch ist der Austausch enorm wichtig. Bei Rayaworx kam dieser ungezwungene Austausch wie von selbst zustande.
Da es sich um eine Geburtstagsfeier handelte, kamen zudem viele Leute zum Gratulieren vorbei. Ein Küchenbüffet gab es auch zu verspeisen.

Kleiner Vortrag zu Gin zum ersten Geburtstag von GinEva.

Kleiner Vortrag zu Gin zum ersten Geburtstag von GinEva.

Doris und Rainer Schuppe luden abends als Event zu einer Gin-Verkostung ein. Es gab den hervorragenden GinEva von Mallorca. Der Gin ist hochwertig und wird auf der Insel von einem Deutschen und seiner Frau Eva produziert und auch nach Deutschland exportiert. Und so lernte ich am Abend als passionierter Whisky-Trinker auch Gin näher kennen, kaufte eine Flasche GinEva und werde ihn künftig als meine Hausmarke führen. Als digitaler Nomade nutzte ich das WLAN und übertrug die kurze Rede von Doris Schuppe live via Periscope und hatte ein paar Zuschauer der IronBlogger, bei den Doris Schuppe Mitglied ist. Dies war die Periscope-Übertragung:

 


Rundum bin ich fasziniert von solchen Möglichkeiten wie Coworking Space wie Rayaworx. Ich werde prüfen, in wie weit ich diese Möglichkeit des Arbeitens in meinen Arbeitsablauf integrieren kann. Gefallen hat es mir auf jeden Fall.

Mobiler WLAN-Router sorgt für Internet im Mallorca-Urlaub

2. Juni 2016
Auch im Urlaub kann ich auf das WALN nicht verzichten.

Auch im Urlaub kann ich auf das WALN nicht verzichten.

Eine Woche Urlaub in Spanien, besser gesagt auf Mallorca. Die Familie beschloss Weihnachten 2015 den Familienurlaub und buchte die Reise auf die Insel. Alle Familienmitglieder freuten sich, wurden aber unruhiger als der Termin näher rückte. K1 sprach es dann aus: „Papa, wie ist es da mit dem Internet?“
Und das ist genau ein wunder Punkt. Die Appartementanlage in der wir untergekommen sind, hat zwar WLAN, aber das Netz brach in der Vergangenheit immer wieder zusammen. Zudem brachte das WLAN nicht die erwünschte Leistung und kostete gutes Geld für eine instabile Leitung. Meiner Meinung nach geht heute einfach nicht mehr, einen Tourismusort ohne leistungsstarkes WLAN zu betreiben.
Nachdem K1/2 auch im Urlaub auf YouTube und Co nicht verzichten wollen und auch wir als Eltern (und speziell ich als digitaler Nomade) per Mail erreichbar sein wollten, stand der Kauf eines mobilen Routers an. Das neu beschlossenen Telefon-Roaming-Abkommen innerhalb der EU bringt mir absolut nichts – wer telefoniert denn heute noch? Also stand fest: Router und Datenflat müssen her.
Beim Router fiel meine Wahl auf den TP-Link M5250 mobiler WLAN-Router. Das kleine Teil passt elegant in die Hosentasche und wird über USB geladen. Die technischen Daten sind:

  • Integriertes 3G-Modem für eine 3G-Breitbandverbindung ohne externes Modem
  • Unterstützt HSPA+ mit bis zu 21,6 Mbps (Megabits pro Sekunde) im Download und 5,76 Mbps im Upload
  • Der wiederaufladbare 2000 mAh-Akku liefert laut Hersteller Energie für 6-7 Stunden netzunabhängigen Betrieb
  • Zeitgleiches Surfen für bis zu 10 Nutzer – bei uns waren es problemlos fünf Geräte, die gleichzeitig online waren.


Wenn das Teil läuft, dann brachte es uns das Internet zuverlässig auf die Insel. Bis es allerdings lief, war es ein Gemurkse. Die SIM-Karte war schnell eingelegt und dann ging es ans Konfigurieren. Via Browser wird auf das Gerät zugegriffen und eingerichtet. Das ist eine Fummelei, denn obwohl ich ein iPhone 6plus habe, war die Oberfläche zu klein. Die Installation sollte besser über ein iPad erfolgen, damit man wirklich mal was sieht.


Bei mir dauerte es rund 15 Minuten bis ich mich durch die Menüs geklickt hatte, um den TP-Link M5250 mobiler WLAN-Router zum Laufen zu bringen. PIN-Code eintippen und Verbindung herstellen. Hier könnte der Service verbessert werden. Wenn das Teil aber läuft, dann läuft es problemlos.
Im Dauerbetrieb, wenn unsere vierköpfige Familie mit ihren mobilen Devices im WLAN hängen, dann wird das Teil ein wenig heiß und auch die Batterie hält dann keine versprochenen sieben Stunden durch. Wir hingen den kleinen Kameraden während des Intensivsurfens an die Steckdose und der Käse war gegessen.


Problematisch halte ich die schwarze Plastikverkleidung des Routers. Das Schwarz sieht zwar schick aus, aber in sonnenverwöhnten Gegenden wie Mallorca ist schwarz vielleicht nicht die optimale Farbe. Die Sonne heizt den schwarzen Router auf, also ab in den Schatten mit dem Teil. Vielleicht gibt es den Router auch in weiß, gesehen habe ich ihn aber nicht.
Kleine Kritik auch an der Bereitschaftsanzeige des Routers. Es gibt drei Leuchtdioden in grün, welche die Bereitschaft, WLAN und Verbunden signalisieren. Leider leuchten diese Dioden sehr schwach und man muss als User genau hinschauen oder den Router ins Dunkle legen (ich habe die Hand darüber gehalten). Vor allem, wenn man die Verbindung gekappt hat, ist man sich nicht sicher, ob das Teil mit dem Internet noch verbunden ist. Also kurz die Batterie raus und fertig.
Für uns war der TP-Link M5250 mobiler WLAN-Router der perfekte Reisebegleiter im Urlaub. Wir haben ihn im Hotel, im Auto, am Flughafen und im Restaurant genutzt und nie ein Problem gehabt. Daher klare Empfehlung für unterwegs und mir rund 45 Euro ist das Teil auch relativ preiswert.
Dann stellte sich noch die Frage, woher bekommen wir die SIM-Karte für Spanien. Klar, ich hätte mir so eine Datenflatkarte in Spanien am Kiosk oder am Flughafen kaufen können. Aber mein Spanisch oder besser Katalanisch ist so gut wie nicht vorhanden. Zudem brauche ich eine Rechnung für das deutsche Finanzamt, schließlich musste ich auch im Urlaub einige Sachen wegarbeiten. Es galten Kunden weiter betreut zu werden. Damit war klar, ich brauche die spanische Datenflatkarte mit einer deutschen Rechnung.
Als ich mich umhörte, nannten mir einige Bekannte die Website Prepaid Global. Das Unternehmen sitzt bei mir um die Ecke in Augsburg und verspricht „die perfekte Lösung für Reisende im Ausland, die mobil online sein möchten ohne teure Roamingkosten. Wir bieten Ihnen die jeweils beste und günstigste Lösung aus über 25 Ländern ohne Bindung, ohne Grundgebühr – Prepaid ohne Vertrag und ohne weitere Kosten.“ Darauf habe ich vertraut und bin nicht enttäuscht worden. Ich kann dieses Unternehmen absolut empfehlen. Die bestellte Datenflatkarte von Orange kam innerhalb von zwei Tagen mit der Post samt Anleitung.
Also, der nächste Auslandsurlaub kann kommen. Technisch bin ich auf jeden Fall dafür gerüstet.

Meine blutige Nacht mit Doom

15. Mai 2016
Eigentlich wollte ich mir Doom nicht kaufen, eigentlich ...

Eigentlich wollte ich mir Doom nicht kaufen, eigentlich …

Wie hat es mein Twitter Kollege Dr. Satan so schön ausgedrückt: Doom ist schnell, grob und brutal – und genau das trifft den Nerv des Spiels. Eigentlich wollte ich mir Doom für die PS4 nicht kaufen, ja eigentlich. Ich will doch eine anspruchsvolle Story, einen ausgewogenen Soundtrack, gut gezeichnete Charaktere und so was. Doom ist genau das Gegenteil: Geballer, Geballer und nochmals Geballer.
Ich habe das Spiel also am Erscheinungstag gekauft und den Intellekt ganz schnell auf die Seite geschoben. Hier ist nicht Taktik gefragt, sondern ran an den Feind, in unserem Fall die bösen Dämonen aus der Unterwelt. Doom bringt genau das, was es machen soll: Gemetzel in Vollendung.
Als ich ein Kind war, spielte ich bei einem Nachbarsjungen Doom auf dem PC. Ich hatte einen Mac und kam erst viel später zu meiner Kopie, die ich mir in den USA besorgte. Es war Doom 3. John Ramone war der Schöpfer des Spiels und die Bundesprüfstelle für jungendgefährende Schriften (so hieß das Teil damals) fiel tot um, als die Jugendschützer das Spiel zocken. Doom kam 1994 auf den Index und wir spielten es dennoch in Turnhallen auf LAN-Partys weiter. Bei Doom kamen mir zum ersten Mal die Zweifel, ob ich vielleicht doch einen Windows-PC kaufen sollte, statt einem Mac. Aber ich könnte ja zum Nachbarn gehen und die Monster blutig zur Strecke bringen. Mir gefiel das Leveldesign und die Action. Gegen die KI zu spielen war nett, aber richtig Spaß machte der Multiplayer-Modus in den späteren Ausgaben.

Müde, aber glücklich beim Doom-Spielen.

Müde, aber glücklich beim Doom-Spielen.

Als ich meine erste Doom-Kopie für den Mac hatte, überkam mich ein mulmiges Gefühl. Doom war nicht nur ein Ego-Shooter, sondern war ein Survial-Horror-Game. Die Atmosphäre war gruselig. Enge Räume, dunkle Szenen, schmatzende Monster, die blitzschnell angreifen. Als ich es zum ersten Mal über Kopfhörer spiele, wusste ich, was eine starke Atmo ist.
So um 2011 wurde Doom wieder vom Index gestrichen, aber zu dieser Zeit interessierte mich das Spiel nicht mehr. Ich nahm wahr, dass es jetzt eine Art Kulturgut ist. Schon 2007 wurde es als eines der zehn einflussreichsten Spiele in die US-Nationalbibliothek aufgenommen, während es bei uns noch auf dem Index stand. Ich hatte Doom verdrängt, nicht mehr gespielt. Bei uns in Deutschland begann die Diskussion um Killerspiele. Die damalige Politiker hatten nie gespielt, waren aber sofort bereit die Gamer in die Ecke der Massenmörder zu packen. Das nervte mich. Ja es gibt Idioten. Wenn Doom oder anderes bei Amokläufern gefunden wurde, dann war klar: Die Spiele waren schuld. Egal, die Diskussion ist vorbei.


Und dann sah ich auf YouTube den Trailer zu Doom 2016. Die Farben waren greller, bunter, intensiver und das Gameplay war heftig. Ich dachte, ich stehe darüber. Aber nein, als ich in Twitter die ersten Spielerlebnisse las, brach das Doom-Fieber in mir aus. Das Feuer war wieder da. Gut, dass K1 Schuhe kaufen musste und so schaute ich in den lokalen Elektromark vorbei und nahm mir meine Doom-Kopie mit. Das Spiel ist ab 18. Jahren und das ist auch richtig so. Es ist einfach nur brutal und gehört keinesfalls in Kinderhände. Die Gamer, die ich kenne, sind hier verantwortungsvoll, die Branche ist erwachsenen geworden. Als die Familie im Bett war, wurde Doom installiert. Kopfhörer auf und los ging das actionreichen Blutbad. Story? Naja hat sich nicht geändert. Mars, Monster und Materialschlacht. Bum, Bum, Bum.

Erstes persönliches Fazit zur #rpTEN

5. Mai 2016
Volle Vorträge und keine Sitzplätze mehr - hier bei #Schichtwechsel von Microsoft.

Volle Vorträge und keine Sitzplätze mehr – hier bei #Schichtwechsel von Microsoft.

Ich will ganz ehrlich sein: Eigentlich bin ich von der diesjährigen re:publica #rpTEN enttäuscht. Aber der Grund liegt ganz auf meiner Seite. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich Vorträge anhören oder netzwerken wollte. Beides zusammen ging nur begingt und das ärgert mich.
Meine Kritik an der #rpTEN ist der Erfolg der Veranstaltung. Laut Veranstalter haben rund 8000 Interessierte die Eintrittskarten gekauft. Aber die Location hat keine 8000 Besucher vertragen. Die meisten interessanten Vorträge war voll, übervoll. Wenn man in die Vortragsräume kam, konnte man auf dem Boden sitzen. Meist würde ich aber an der Tür wegen Überfüllung abgewiesen. Das ärgert mich. Also änderte ich meine Taktik. Ich besuchte die Session vor meiner eigentlichen Session, damit ich beim Referentenwechsel noch einen Platz bekomme. Aber das ist Zeit- und Ressourcenverschwendung, denn das Netzwerken bleibt so auf der Strecke. Das will ich nicht, denn gerade das Netzwerken macht diese Veranstaltung aus. Selten habe ich so viele Kollegen auf einen Haufen zusammen und sehe sie nicht nur virtuell.


Also werde ich für die #rp17 mein Vorgehen ändern. Ich suche mit zwei, drei Vorträge am Tag heraus, schaue mir den Rest auf Videoplattformen an oder höre die Audiomitschnitte ab. Und der der Zeit nutze ich für das gesellige Beisammensein, was nicht nur Spaß bedeutet. Ich habe dann mehr Zeit für die Ausstellungen und die Stände.
Interessant war das erweiterte Konzept der #rpTEN. Es gab mehr Erholungsflächen – er:LAX. Im hinteren Bereich gab es eine Chill-Fläche mit Liegen und Matratzen. Das bedeutete, dass der Affenhügel im vorderen Bereich der Messe verkleinert wurde. Es gab also keinen zentralen Ort zum Treffen, was der ganzen Sache nicht gut tat. Wen treffe ich wo? Es kam zu größerer Grüppchenbildung und Aufspaltung.


Auch ein Kritikpunkt: Ich habe gefühlsmäßig die Jugend vermisst. Im vergangenen Jahr als LeFloid und andere YouTube-Stars Vorträge hielten, kam ein jüngeres Publikum auf die re:publica. Diese jungen Menschen haben gefehlt. Das Publikum wurde älter, vielleicht professioneller, aber der wilde Charme geht verloren. Es reicht nicht nur Chucks und T-Shirt anzuhaben, um sich jugendlich zu fühlen. Aber diese jungen Gedanken haben die re:publica in der Vergangenheit ausgemacht. Es ist alles professioneller geworden. Ich mochte die Into The Wild Atmo der Vergangenheit mit hängenden Bannern, die einen Wald simulieren sollten. Dieses Jahr war die CI der Veranstaltung durchgängig. Es gab Spiegel TEN – NET, die überall hingen und aufgestellt waren. Sogar die Badges waren verspiegelt. Das wirkte professioneller, aber auch steriler.


Ob ich zu einer #rp17 fahre? Ja, ganz bestimmt, aber ich werde meine Einstellung ändern und mich anders auf die Veranstaltung vorbereiten. Wenn das alles bisher zu negativ war, dem möchte ich dennoch sagen: Die re:publica ist zehn Jahre alt geworden und immer noch das Zentrum der Community. Auf die nächsten zehn Jahre.

Whisky, Nebel, VR und 3D-Druck – Innovationen auf der #rpTEN und ein #Schichtwechsel für mich

4. Mai 2016
Die IronBlogger trafen sich in Berlin.

Die IronBlogger trafen sich in Berlin.

Neben ein paar sehr wichtigen und lehrreichen Sessions auf der re:publica TEN #rpTEN stand das Netzwerken bei mir auf dem Programm. Ich habe wieder viele nette Kolleginnen und Kollegen aus der Branche getroffen. Als Beispiel will ich nur meine IronBlogger nennen. Das ist eine bundesweite Bloggervereinigung. Ich bin in der Münchner Sektion der wilden Truppe Mitglied. In Berlin haben sich die Bayern eingefunden und das jährliche Gruppenbild und Schuhfoto gemacht. Ja, wir haben einen Schlag.

Whisky-Geniesser treffen sich
Als Whisky-Freund ist es mir eine Ehre bei den Guerilla Tastings dabei zu sein. Die Jungs von tasteup organisierten mit Unterstützung von Moët Hennessy Zusammenkünfte auf der #rpTEN. Dabei wird kostbarer Whisky verkostet. Voraussetzung ist es, einen entsprechenden Tweet abzusetzen und ein Tastingglas dabei zu haben. Ich war dieses Jahr vorbereitet und habe zwei Mini-Ardbeg Gläser für Thomas Gerlach und mich eingepackt. Zur Premiere gab es meinen Standard-Whisky, den zehnjährigen Ardbeg, also wunderbares Heimspiel für mich. Aber es gab für mich noch mehr zu entdecken.


Christian Kaufmann präsentierte mir den Ardbeg Ceo. Hier wird das kostbare Getränk vernebelt, der Alkohol verdampft und die Aromen bleiben im Nebel. Dieser wird dann mit einer Art Glashalm eingezogen. Einfach wunderbar, welcher Geschmack sich hier entfaltet. Ich bin restlos von dem Gerät begeistert, das im Original Ardbeg HAAR heißt. Nachdem HAAR in Deutschland kein guter Marketingname ist, bringt es Ardbeg hier unter Ceo an den Genießer. Ceo heißt im übrigen im Gällischen Nebel. So passt die Sache auch für den deutschen Markt.
Die Reaktion der Whisky-Interessierten war in Berlin immer gleich. Zunächst die Nachfrage, was die Nebelmaschine soll, dann zögerliches Probieren und Einatmen des Nebels durch das Glasröhrchen und dann die Offenbarung. Die Pupillen weiten sich und die Reaktion ist: Wahnsinn, was für ein Geschmack.
Am nächsten Tasting verkostete ich im Glas einen Glenmorangie Nectar Dor. Den kannte ich nicht und werde mir aufgrund des Tastings ein paar Flaschen besorgen. Er schmeckt deutlich frischer als der schwere Ardbeg, den ich sonst immer genieße.

Immerhin eine kleine 3D-Druck-Szene
Die Maker-Szene in Deutschland ist noch übersichtlich, entwickelt sich aber stetig. Nach dem Medienhype von 3D-Druck haben sich Interessierte zusammengefunden und arbeiten an ihrer Vision. Ein Massenphänomen ist 3D-Druck noch nicht geworden, aber es hat seinen Markt. Auf der rpTEN war ein großer Stand unter der Regie von Autodesk aufgebaut. Autodesk ist der Software-Riese, wenn es um Visualisierung und 3D geht.

Ich habe früher sehr intensiv mit Autodesk zusammengearbeitet als ich noch Chefredakteur der wichtigsten deutschen 3D-Zeitschriften war. Auf der rpTEN zeigte man ein Kleid aus dem 3D-Drucker. Ich finde es faszinierend, was sich alles machen lässt. Den 3D-Drucker Maker Bot 2 hatte ich auch eine zeitlang zuhause und bin von der Technik fasziniert.

360 Grad und VR gehört die Zukunft
Während die 3D-Szene noch klein ist, explodiert der VR-Markt regelrecht. Das ist in Berlin voll zu spüren. Viele Anbieter experimentieren dabei herum, einige Sessions laufen zum Thema virtual Reailty, oftmals vermischt mit dem Thema Augmented Reality AR. Google war da, einige Hersteller zeigten die Orculus Rift und andere Anwendungen. Leider konnte Microsoft noch keine Hololens zeigen. Schade. Am Stand vom ZDF wurden in Tierköpfen VR-Filme gezeigt. Ich wähle den Hahnkopf und schaute mir lateinamerikanische Tänze an. ARTE zeigte in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut in einer Kugel sehr, sehr eindrucksvolle 360 Grad Videos.

Und auch die Organisatoren der rpTEN erreichteten den rp Dome in dem ein Animationsfilm in 360 Grad gezeigt wurde. Um den Film richtig genießen zu können, musste ich mich mit dem Rücken auf Matten am Boden legen und nach oben blicken. Eindrucksvoll muss ich sagen und ich bin ein Fan von 360 Grad Videos. Ich denke, 360 Grad Videos gehört die Zukunft, anders als der vor Jahren propagierte Trend der Stereoskopie. Ich habe selbst zwei Kameras im Einsatz und experimentiere herum.

 

Gute Idee #Schichtwechsel bei Microsoft und mir
Auf ein waghalsiges Experiment ließ ich mich am Stand von Microsoft ein. Der Software-Riese aus Redmond trat dieses Jahr unter dem Hashtag Schichtwechsel auf. Damit setzt Microsoft nach #OutofOffice den Trend von veränderten Arbeitswelten fort. Das Buch OutofOffice hat mir gut gefallen und gab viele Denkanstöße. #Schichtwechsel geht noch weiter und bringt wieder neue Ideen. Am Stand von MS durfte ich ein Videointerviews abgeben und meine Meinung zu Industrie 4.0 und Roboter von mir geben. Ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt.

Bei MS war ich Interviewpartner.

Bei MS war ich Interviewpartner.

In den Sessions zeigt Microsoft, die auch neben IBM, Daimler und dem Steuerzahler in Form der media convetion Berlin Hauptsponsor der #rpTEN sind, verschiedene neue Formen des Arbeitens. Also packte ich mir ein Herz und probierte einen halben Tag ein Surface aus. Für mich als eingefleischter Mac-User, langjähriger Chefredakteur der MACup und Apple Fanboy ist das wirklich ein großer Schritt. Aber ich habe mich im Sinne von #Schichtwechsel überwunden und wurde auch wunderbar von Microsoft betreut. Das neue Surface ist mit Windows 10 ausgestattet und liegt gut in der Hand. Das Design ist formschön und die Variationen sind der jeweiligen Einsatzart angepasst. Endlich ist Microsoft den richtigen Schritt gegangen und baut nach Mäusen, Tastaturen und XBox eigene Hardware. Im Surface-Bereich setzt man nicht auf die Designverfehlungen von Dell, HP oder Lenovo, sondern hat ein sehr interessantes Produkt auf den Markt gemacht. Die Spracherkennung ist fein, der Stift reagiert hervorragend und das TouchDisplay erkennt Anweisungen ohne Verzögerung.


Nach einem halben Tag testen und herumspielen kann ich sagen: Ein eindrucksvolles Gerät und wenn es Apple nicht geben würde, dann würde ich mir ein Surface zulegen. Übrigens, ich diktiere diesen Text auf einem iPad Pro 12 Zoll.

#rpTEN: Meine Eindrücke von Snowden, TTIP-Leaks und Lobo

3. Mai 2016
Held oder Verbrecher? Eduard Snowden live in Berlin.

Held oder Verbrecher? Eduard Snowden live in Berlin.

Für mich stand der erste Tag der zehnten re:publica #rpTEN im Zeichen der Extreme. Er stand zwischen kompletten Quatsch und hochbrisanter Politik. Ich beginne mal mit dem Quatsch.
Die Bloggerkonferenz ist voller geworden, 8000 Leute haben sich angemeldet. Warum wollen eigentlich alle Leute in die Sessions, in die ich auch hinein will. Die Konsequenz war, entweder am Boden sitzen oder vor der Tür bleiben. Die Räume sind eindeutig zu klein, die Menge zu groß. Vielleicht lasse ich aus diesen Gründen die nächste re:publica 2017 aus. Das Ding ist extrem erfolgreich, wächst und wächst und wird sogar am 20. Oktober 2016 noch eine Konferenz in Dublin durchführen. Aber ich wollte ja etwas humorvolles berichten.

Geburtstagsständchen für #rpTEN
Als mein Kollege Thomas Gerlach und ich mal wieder nicht in einen Vortrag wegen Überfüllung kamen, würden wir von jungen Leuten angesprochen, die ein Geburtstagsvideo zur #rpTEN drehen wollten. Klar machen wir da mit. Die jungen Kolleginnen und Kollegen hatten eine 360 Grad-Konstruktion von GoPro-Kameras, Funkmikros, Luftschlangen, Partyhüte und aufblasbarerer Torte dabei. Also bauten wir uns auf, wurden verkabelt und ausstaffiert und machten zwei Durchgänge mit Happy Birthday. Ich waren uns richtig zum Affen gemacht und schaurig gesungen. Die Sache war im Kasten, wir verließen die Szene und für das Filmteam begann der Ärger. Ein Techniker der rpTEN stürmte auf die Kameracrew zu und stauchte sie zusammen. Die jungen Menschen hatten sich nicht an die Frequenz der Funkmikros gehalten und fröhlich Frequenzen eingestellt. Blöderweise war das auch die Frequenz der Mikros bei den offiziellen Sessions. Unser schauriger Gesang wurde also zweimal in die volle Veranstaltung übertragen, in die wir wegen Überfüllung abgewiesen wurden. Rache ist eben Blutwurst.

TTIP-Leaks: Greenpeace veröffentlicht Dokumente
Ganz ohne Humor und ernsthaft lief die Veröffentlichung der TTIP-Leaks durch Greenpeace ab. Der Zulauf der klassischen Massenmedien war enorm, dazu noch eine Konferenz voller hervorragend vernetzter Blogger und Social Media-Fuzzis – da war Reichweite garantiert. Greenpeace Niederlande hat 13 Kapitel der Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU veröffentlicht. Die Dokumente haben einen Umfang von 250 Seiten sowie Anhänge. Ein Verbund von Greenpeace, NDR, WDR und SZ haben die Dokumente analysiert. Die Texte zeigen, mit welchem Druck die USA ihre Interesse nachhaltig vertreten. Obwohl die Veröffentlichung illegal ist, erklärt Greenpeace: „Vielmehr geht es um die grundlegenden Fragen etwa des Umwelt- und Verbraucherschutzes, der Produktsicherheit und der Arbeitnehmerrechte. Die Antworten auf diese Fragen werden das Leben von einer halben Milliarde Europäer verändern. Deshalb sind wir der Auffassung, dass derart weitreichende Entscheidungen in transparenter Form und nach breiter gesellschaftlicher Debatte getroffen werden müssen.“

Snowden ist genervt
Für mich war sicherlich die Live-Schaltung zu Eduard Snowden nach Moskau ein HighlIght. Der Whistleblower wurde von den 800 Besuchern im Raum der #rpTEN gefeiert, beklatscht, bejubelt. Die Frage, die ich via Twitter und Facebook stellte, ob er ein Held oder ein Verbrecher sei, wurde in Berlin eindeutig mit Held beantwortet. Mein Eindruck war, dass Snowden trotz seines Heldenstatus von der Bundesregierung genervt ist. Sie haben ihn noch immer nicht ins Land gelassen. Wörtlich sagte er: „Wir haben jetzt 2016 und niemand ist wegen meiner Enthüllungen gestorben. Aber die deutsche Regierung lässt mich nicht einreisen.“ Snowden habe in 21 Ländern Asyl beantragt, aber noch nichts gehört. Das zerrt an den Nerven. Neue Aussagen kamen von ihm nicht: Er erinnerte an Datenschutz, wies auf die Gefährlichkeit von Metadaten hin, sah die Privatsphäre weiterhin gefährdet. Wenn ich in meine Seminarpraxis schaue, dann merke ich, wie wenig Snowden erreicht hat. Sätze wie „Ich hab doch nichts zu verbergen“, zeigen die Hilflosigkeit der Bürger und das fehlende Wissen um Big Data-Zusammenhänge.

Und trotzdem Sascha Lobo
Abends kam dann noch Sascha Lobo auf die Bühne und ließ sich feiern. Nachdem er 2015 nicht auf der re:publica dabei war, hielt er zu #rpTEN wieder eine launige Rede. So wie die Spiegel, die überall auf dem Gelände hängen und aus der TEN ein NET machen, so hielt er den Besuchern der Bloggerkonferenz den Spiegel vor. Und die Besucher seien in die Jahre gekommen, verstünden wie er auch Snapchat nicht. Dabei geht es nicht mehr um Tools, sondern um Konzepte und Einstellungen. Ach ja, Deutschland liegt beim Ausbau von Glasfaserkabeln auf dem drittletzten Platz, kurz vor Jordanien.
Lobo glaubt nicht mehr daran, dass die Verantwortlichen der NSA-Affäre bestraft würden. Schließlich sei die Gesamtzahl der entlassenen Mitarbeiter nach den Snowden-Enthüllungen in der vergangenen Woche auf zwei gestiegen: Gerhard Schindler, der bisherige Chef des Bundesnachrichtendienstes, und Edward Snowden selbst. Lobo machte den Zuhörern weiter Mut: „Trotzdem möchte ich versuchen, optimistisch zu bleiben.“ Trotzdem war das Wort des Abends, trotzdem werde man weiter kämpfen, trotzdem werde man sich nicht unterkriegen lassen. Er zeichnete ein düsteres Bild, die politische Rechte haben soziale Netzwerke für sich entdeckt und nutzen Facebook und Co. Mit 237000 Fans auf der AfD Facebook-Seite gebe es mehr Fans als bei SPD, CDU und FDP zusammen. Und trotzdem müsse es weitergeh, so Sascha Lobo in seinem Vortrag „The Age of Trotzdem.“

Willkommen zur re:publica #rpTEN – es war nicht leicht zu erscheinen

2. Mai 2016

Das erste Eintreffen auf der #rpTEN in Berlin.

Das erste Eintreffen auf der #rpTEN in Berlin.

Stillstand bedeutet Rückschritt – diese Weisheit gilt natürlich auch bei mir und deshalb bilde ich mich fort. Dazu gehört einmal im Jahr auch der Besuch der re:publica – der wichtigsten Social Media-Veranstaltung Europa. Die #rpTEN findet zum zehnten Mal in Berlin statt und es erwarten mich Hunderte von interessanten Vorträgen, Workshops, Sessions und viel Netzwerken, viele bekannte Gesichter. Es ist im Grunde wie ein Familientreffen – aus allen Teilen Deutschlands sind die Sozial Media-Fuzzis angereist. Ich wählte als Transportmittel die Deutsche Bahn, was sich zu einem Abenteuer entwickelte.
Als Landei musste ich vom Dorf die S-Bahn zum Hauptbahnhof München nehmen, klappte auch und dann klappte erst mal nichts mehr. Mein ICE 1208 hatte 40 Minuten Verspätung. Grund waren Personen im Gleis zwischen Rosenheim und München Ost. Nach zwei Kaffee nahm ich meinen reservierten Platz in der ersten Klasse ein. Denn habe ich mir gegönnt, weil sieben Stunden Zugfahrt vor mir lagen. Es sollten mehr werden. Mit erheblicher Verspätung ging es los und wir kamen bis Langenzenn in Franken.

Was mache ich in Franken? Ich will nach Berlin.

Was mache ich in Franken? Ich will nach Berlin.

Es wurde auf freier Strecke gebremst und da stand unser ICE 1208 nun herum. Der Zugbegleiter sprach von technischen Defekt, der untersucht werden müsse. Sehr kryptisch waren Aussagen wie „Wir warten auf zwei Gegenzüge, um die andere Seite des Drehgestells begutachten zu können.“ Ich hab den Sinn nicht verstanden und andere wohl auch nicht. Meine Timeline in Twitter diskutierte untereinander und mit dem Twitter-Team der Deutschen Bahn. Im Zug waren wohl einige Besucher der #rpTEN.

Fahrgastrechte wurden verteilt.

Fahrgastrechte wurden verteilt.

Nach einiger Zeit ging es weiter, 80 Minuten Verspätung. Die Bahn verteilte die Fahrgastrechte, nachdem ein Reisender Anspruch auf finanzielle Entschädigung hat, wenn der Zug mindestens 60 Minuten hinter seinem Fahrplan hinterherhinkt. Derweil war auch das Bordbistro leergetrunken, weil ganze Schülerhorden die Getränkeausgabestelle belagerten. Eine Bedienung in der Ersten Klasse, wie sonst üblich, gab es aus PersonalKnappheit bei der Bahn nicht.
In Leipzig wurde der erste Teil des Zuges aus technischen Gründen stillgelegt. Bei dem Drehgestell oder so war doch wohl ein größerer Fehler. Sicherheit geht vor, aber ein voller aus zwei Teilen bestehender ICE muss jetzt in einen Zugteil umziehen. Gott sei Dank dürfte ich sitzenbleiben, aber die Aktion Heringsdose von Leipzig nach Berlin Südkreuz begann. Um 16:30 Uhr traf ich in Berlin ein – 15:26 Uhr sollte es ursprünglich sein. Ne knappe Stunde Verspätung – der Lokführer hat gut aufgeholt.

16:30 Uhr und ich bin in Berlin.

16:30 Uhr und ich bin in Berlin.

Nach Einchecken im Hotel, schnelle Dusche und Zimmervideo vom Hotelzimmer ging es zur Poststation.

Hier findet die #rpTEN statt. Auf den Gelände hieß es Händeschütteln, Umarmen und erste Selfies. Die ersten Wetten wurden angenommen, wie lange das WLAN auf dem Gelände hält. Und es gab die erste Curry-Wurst auf dem Gelände. Der Stand war neu, die Bedienung noch nicht eingespielt – es brauchte seine Zeit. Willkommen in Berlin. Dann hieß es Namensschild und Konferenztasche zu holen.


Alles war prima vorbereitet, das erste Bier floss. Ich machte ein Unboxing der Konferenztasche. Schließlich wollen die Zuhausegebliebenen wissen: Was befindet sich im Bag? Nur Papier, ein Bleistift, ein Kinderbüchlein und ein Aufkleber. Also nichts Weltbewegendes.

#Schichtwechsel bei Microsoft

#Schichtwechsel bei Microsoft

Erster Termin für mich war ein Besuch bei Microsoft. In ihrer eigenen Kneipe, die digital Eatery direkt Unter den Linden gab es bei Bier und Häppchen die ersten Gespräche. Microsoft stellt seine Veranstaltungen unter dem Motto #Schichtwechsel und es sind einige interessante Vorträge geplant. Ich werde ein paar davon besuchen.

Thomas Gerlach und ich bei der Arbeit. Foto: MS

Thomas Gerlach und ich bei der Arbeit. Foto: MS

Nette Gespräche mit der Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg, dem Isarmatrosen Tobias Schwarz, der Profilagentin Kixka aus Hamburg und dem MS-Team gab es auch. Nach einigen Bier durfte ich mit meinem Kollegen Thomas Gerlach noch ein Interview für den Deutschlandfunk geben. Ich bin gespannt auf die Ausstrahlung.
Also ich bin bereit für die #rpTEN. Heute beginnt das Klassentreffen der Netzgemeinde.