Archive for the ‘Aufgelesen’ Category

Meine Leidenschaft – Schuhe, ja Schuhe für Männer

28. April 2016

Ich machte den Anfang und ich mache das Ende – gemeint ist die Blogparade der Münchner IronBlogger zum großartigen Thema Leidenschaft. Ich startete mit meiner Leidenschaft zum Thema 8-Bit-Videospiele und möchte mit meiner Leidenschaft Schuhe enden. Ja richtig, Schuhe. Ich liebe Schuhe und in jeder Stadt gehe ich meiner Leidenschaft nach. Übrigens, ich bin ein Mann.

Krasse Kombi, ich weiß.

Krasse Kombi, ich weiß.

Wir Männer haben nicht viel um aufzufallen, um modisch Eindruck zu schinden. Ich trage keine Ohrringe, Ketten und anderen Schmuck. An den Finger trage ich einen Ring, manches Mal sind es zwei oder drei – je nach Anlass. Die Zeiten der protzigen Uhren sind in Zeiten der AppleWatch auch vorbei. Meine Klamotte ist weißes Hemd, Fliege, schwarze Hose, Jacke – auch nicht gerade der modische Brüller.
Was bleibt sind Hüte und Schuhe. Beides erwerbe ich mit großer Leidenschaft. Klassische US-Kappen sind nicht mein Ding, also weiche ich auf Mützen oder klassische Hüte aus. Der Hutkönig in Regensburg gegenüber vom Dom ist mein Paradies an Hüten – oder der Breiter in München.
Bei den Schuhen wird es schon schwieriger. Der klassische Schuhladen hat für uns Männer schwarze und braune Schuhe. Die müssen sein, sind aber manches Mal zu langweilig. Ich hatte mal einen Chef, der mich bei einer Abendveranstaltung nach 18 Uhr nach Hause schicken wollte. „No brown after six“ – hieß seine Devise. Gut, dass ich noch schwarze Schuhe im Büro hatte.


Aber die Schuhmode für Männer ist in der Regel öde, stink langweilig. Also müssen ausgefallene Schuhe her. In diesem Blog habe ich immer wieder über Schuhe gebloggt. Meine männlichen Follower reagieren etwas verblüfft bei den Postings (das ist gelinge gesagt)- die Damenwelt findet es in der Regel okay.
Meiner Frau macht meine Schuh-Leidenschaft nichts aus. Klar, Frauen lieben Schuhe und damit liebt meine Frau auch den Einkauf in Schuhgeschäften, in die ich sie gerne begleite. Normalerweise sterben Männer an Langeweile, wenn sie ihre Frauen beim Schuhkauf begleiten müssen. Al Bundy kommt mir immer in den Sinn. Mir machen diese Einkäufe Spaß, obwohl ich in der Regel nichts für mich finde.
Mal kaufe ich real im Laden ein, wie beispielsweise neulich bei Lloyd im Ingolstadt Village, oder ich shoppe online bei Mascolori in Amsterdam. Die Qualität muss stimmen und das Design. Neulich war ich in einem Schuhladen, dessen Betreiber Schuhe für Zauberer, Musiker und Künstler führten. Cool, das war meine Welt.

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Wir haben im Keller einen eigenen Schuhraum. Andere Leute haben einen begehbaren Kleiderschrank – das wäre toll, aber diesen Luxus leisten wir uns (noch) nicht. Wir haben einen Raum voller Schuhe. Und ich muss zugeben, so dann und wann habe ich ein Problem mit der Ordnung. Da die Schuhe alle in Kartons liegen, muss ich Ordnung halten. Und das ist ein Problem: Sommer- und Winterschuhe, dann Freizeit- und Halbschuhe, dann Stiefel, Boots und was es noch so gibt. Oftmals ist alles durcheinander. Ich weiß zwar, welche Schuhe ich habe, finde sie aber im ersten Anlauf nicht immer. Also kenn ich meine Aufgabe: Ordnung schaffen in der Schuhflut. Darauf habe ich trotz Leidenschaft für Schuhe nur bedingt Lust.

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Im Moment bin ich zudem auf den Socken-Trip. Meine Frau hat mir zu Weihnachten die Farbexplosion von Jungfeld geschenkt. Bunte Socken in guter Qualität. Ich habe mir gleich noch ein paar Packen bunte Socken gekauft. Die Kombination bunte Socke und buntes Schuhwerk geht in der Regel schief, macht aber Lust aufs Experimentieren. Da kommen dann doch wieder schwarze Socken zum Einsatz.


Gestern war Maria Probst in der Parade dabei mit ihrem Blog immerferien Und morgen ist Bettina mit ihrem Blog Mami & Gör an der Reihe in unserer Leidenschaft-Blogparade.

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Was machen Spitzbogenfenster einer Kapelle im Hotel Prinz Luitpold Bad?

24. April 2016

Ich liebe es als Social Media-Berater und Journalist Geschichten zu erzählen. Und ich liebe es genauso, wenn ich Geschichten erzählt bekomme. Und mein Allgäuer Lieblingshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang erzählt viele Geschichten. Anders als die sterilen Business-Hotels hat dieses Hotel einen wunderbaren Charme. Einige Geschichten habe ich in diesem Blog schon wiedergegeben, hier wieder eine neue aus dem 152 Jahre alten Gebäude.

Der Weg zu den Gästezimmern.

Der Weg zu den Gästezimmern.

Wenn der Gast sich zu den Zimmer begibt, dann wandelt er auf einen Teppich mit der Aufschrift „Zu den Gemächern der 1. Etage“. Der Teppich ist blau und trägt das goldene Logo des Hotels Prinz Luitpold Bad mit einem großem L, das von zwei Löwen getragen wird. Ein Pfeil weist die Richtung. Und dieser Pfeil lenkt den Blick des Gastes auch auf ein historisches Spitzbogenfenster.

Spitzbogenfenster im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang im Allgäu.

Spitzbogenfenster im Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang im Allgäu.

Diese Spitzbogenfenster im Parterre und erstem Stock stammen von der Kapelle in Birgsau. Birgsau gehört zur Allgäuer Gemeinde Oberstdorf und umfasst zehn Häuser und eine Kapelle. Birgsau gilt als dunkelster Ort Deutschlands, also meteorologisch gemeint. In der Kapelle wird der Heilige Wendelinus verehrt. Was machen jetzt die Spitzbogenfenster der Kapelle im Hotel Prinz Luitpold Bad?
Die Kapelle in Birgsau wurde zwischen 1846 und 1848 erbaut und 1890 renoviert. Hierzu hatte der Prinzregent Luitpold einen Beitrag zur Renovierung der Kapelle geleistet. Bei einer neuerlichen Renovierung der Kapelle spendeten die Hoteliers des Hotels Prinz Luitpold Bad eine Summe an die Kirche und erhielten von Kirchenbetreuer Max Thaumiller dieser Fenster im Jahr 2010. Die Auflage war, dass die Spitzbogenfenster wieder in einem Gebäude verbaut werden müssen. Dieser Auflage kamen die Hoteliers Armin und Sabine Gross im Jahre 2015 gerne nach. Seitdem hängen diese Kostbarkeiten im Hotel Prinz Luitpold Bad und unterstützen optisch den Weg zu den Gästezimmern.

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Queen Elisabeth II. wird 90. Jahre alt

21. April 2016
Die Dame auf den Geldscheinen wird heute 90. Jahre alt.

Die Dame auf den Geldscheinen wird heute 90. Jahre alt.

Die Queen wird 90. Jahre alt und ich will ganz artig gratulieren. Ich habe neulich meine britischen Pfund in einen Reisegeldbeutel verstaut und mir das Konterfei von Queen Elisabeth II. auf den Geldnoten angeschaut. Obwohl ich kein Brite bin und weder dem Commonwealth noch der anglikanischen Church of England angehöre, mag ich die alte Dame (und vor allem auch Prinz Philip).
Ich hatte mal eine Freundin, die mir damals als Helmut Kohl Bundeskanzler war, einmal überraschend sagte: Ich kenne keinen anderen Kanzler als Kohl. Nun, das ist bei mir nicht der Fall, aber ich kenne keine andere Königin als Queen Elisabeth II. Seitdem ich lebe, übt Elizabeth Alexandra Mary als Queen Elisabeth II. ihr Amt aus. Sie war immer da, lange vor meiner Geburt. Und ich finde, sie macht es ausgezeichnet. Von ihr kann man viel, sehr viel lernen.
Als am 2. Juni 1953 ihre Krönung in der Westminster Abbey stattfand, kam es einer TV-Live-Übertragung der BBC. Die Zahl der Geräte in Großbritannien sprang von wenigen Hunderttausend auf vier Millionen in die Höhe, insgesamt verfolgten etwa 300 Millionen Zuschauer die Zeremonie – so sagt es Wikipedia. Unter diesen TV-Zuschauern war auch meine Großmutter dabei, die mir zu ihren Lebzeiten davon berichtete. Sie erinnerte sich, dass sie vor der Krönung zum Friseur ging, denn mit zerzaustem Haar wollte meine Oma der neuen Queen vor dem Fernseher nicht unter die Augen treten. Naja, die Zeiten ändern sich. Ich habe mir die Feierlichkeiten zum Thronjubiläum in der Jogginghose und T-Shirt angeschaut.

Queen Elisabeth II. bewahrt Haltung
Queen Elisabeth II. hat vor allem Haltung bewiesen, Stärke über all die Jahre – und das finde ich bewundernswert. Sicher, die alte Dame hat einen sturren Kopf, aber sie macht ihre Sache ausgezeichnet. Sie hat so viel erlebt und schwere Zeiten hinter sich gebracht. Sie hat ihre eigenen Bedürfnisse zurückgestellt und für die Monarchie und die Pflichterfüllung gelebt. Ich hätte das nie gekonnt. Respekt. Aber beim Geburtstag will ich nicht auf die schlimmen Zeiten zurückblicken, sondern erinnere mich lieber daran, dass sie zu den Olympischen Spielen 2012 das „unvergesslichstes Bond-Girl aller Zeiten“ war und im Kurzfilm Happy and Glorious eine humorvolle Leistung abgab. So was gefällt mir.

Mein Lieblings-Queen Moderator Rolf Seelmann-Eggebert
Es laufen so viele Dokumentationen über die Queen und natürlich ist mein Lieblingskorrespondent Rolf Seelmann-Eggebert auch von der Partie. Wenn es um den Adel geht, dann ist Rolf Seelmann-Eggebert mein Favorit. Er war Chefkorrespondent des Norddeutschen Rundfunks (NDR/ARD) und hat dort eine lange Karriere als Reporter, Auslandskorrespondent und Programmdirektor Fernsehen hinter sich. Für mich ist er der Kenner, wenn es um das Thema Queen geht. Gerne würde ich mal ein Interview mit ihm über die Produktionsweise seiner zahlreiche Filme machen. Vielleicht klappt es einmal.


Wie kann ich der Queen zum Geburtstag gratulieren? Vielleicht so: Ich schaue mir wieder das Buch Her Majesty an, das im Taschen Verlag erschienen ist. Ich habe ausführlich darüber gebloggt. Und zum 90. Geburtstag der Queen werde ich es mir wieder ansehen. Und ich höre mir den Soundtrack zum Film The Queen an. Alexandre Desplat hat die Musik komponiert und ich entdeckte Alexandre Desplat immer mehr für mich. Er ist über die Jahre sehr gereift. Der Soundtrack ist ein harmonischer Score und ich werde ihn zum Geburtstag der Queen abspielen. Und ich höre mir den wunderbaren The King’s Speech von ihm an, der thematisch ja auch zur Queen passt.

Raumfahrtgeschichte – nicht mehr – nicht weniger

9. April 2016
Die Rakete landet wieder. SpaceX ist ein Erfolg.

Die Rakete landet wieder. SpaceX ist ein Erfolg.

Ich bin froh, dass ich aufgeblieben bin und mir gestern die Ereignisse um SpaceX angeschaut habe. Eigentlich wollte ich nach einem Arbeitstag ins Bett gehen, entschloss mich aber doch die Raumfahrtaktion von Musk anzusehen. Und was ich dort sah, zog mich sofort in seinen Bann.
Die Rakete Falcon9 startete, brachte einen Raumfrachter auf seine Fahrt ins All Richtung ISS und dann landete die Rakete auf einer schwimmenden Plattform. Richtig, die Rakete landete wieder – was ist das für ein Wahnsinn? Das Team von SpaceX hat es geschafft. Das ist für mich nicht mehr als eine Revolution. Die Aktion läutet für mich ein neues Kapitel in der Raumfahrt ein. Und ich glaube, dass wir dem Ziel, einem Flug zum Mars, wieder ein gutes Stück näher gekommen sind. Wir werden es alle noch erleben.


Ich lese gerade die deutsche Biografie von Elon Musk. Der Kerl fasziniert mich, der Kerl hat Visionen. Meinen Respekt hat er. Aufmerksam verfolge ich sein Schaffen: PayPal, Tesla, Batterien, SpaceX.
Als ich mir den Start der Rakete Falcon9 im Web ansah, dachte ich an die Zeit des Space Shuttles zurück. Damals wurde der Start im klassischen linearen Fernsehen übertragen. Raketenwissenschaftler erläuterten die Geschehnisse auf der Mattscheibe – und es war damals wirklich eine Mattscheibe.
Bei SpaceX lümmelte ich mich in meinem Hotelbett herum, schaute via iPad auf der Website den Stream an. So ähnlich habe ich mich beim letzten Start des Space Shuttles gefühlt und habe auch darüber gebloggt. Der Raumfahrtvirus hat mich durch SpaceX wieder erfasst.

Wo sind die grauen Männer, die mir früher Raumfahrt erklärt haben?

Wo sind die grauen Männer, die mir früher Raumfahrt erklärt haben?

Die blonde, attraktive Ingenieurin Kate Tice im T-Shirt erklärt mir das Vorgehen – wo sind die Typen mit den grauen Anzügen geblieben? Es wird hin und her geschaltet und ich bekomme Raumfahrtwissen vermittelt. Und ich bekomme Emotionen vermittelt. Der Funken ist auf mich übergesprungen. Als die Rakete auf der schwimmenden Plattform mit der Größe eines Fußballfeldes landete, sprang ich aus dem Bett und konnte es nicht fassen. Die Landeplattform heißt übrigens cool: „Of Course I Still Love You“. Der Elon Musk hat es also endlich geschafft. Via Twitter und Facebook sendete ich Grüße und ließ meine virtuellen Freunde an meiner Begeisterung teilhaben. Wow, was habe ich da gerade gesehen? Ich habe gerade Raumfahrtgeschichte gesehen.
Immer wieder schaute ich mir das Aufsetzen der landenden Rakete an. Die ganze Sache war unwirklich, denn Raketen haben wegzufliegen und nicht sicher zu landen. Ich glaube, vier Raketen sind in der Vergangenheit beim Landen zu Schrott gegangen, jetzt hat es SpaceX endlich geschafft. Ein großer Schritt für die Menschheit. Ich bin neugierig, wie Elon Musk unsere Welt weiter verändern wird.

Gedanken zum Zugunglück in Bad Aibling

29. März 2016
Auf der Zugstrecke Holzkirchen Rosenheim kam es zu dem schrecklichen Unglück am 8. Februar 2016.

Auf der Zugstrecke Holzkirchen Rosenheim kam es zu dem schrecklichen Unglück am 8. Februar 2016.

Als Zugfahrer hatte ich ein schlechtes Gefühl als ich die Zugstrecke Holzkirchen Rosenheim gefahren bin. Ich musste für zwei Seminare in die Gegend und nutzte wie meist die Bahn als Transportmittel. Ich bin ein überzeugter Bahnfahrer aus mehreren Gründen. Ich kam auch an der Stelle in Bad Aibling vorbei, an der am 9. Februar das schreckliche Zugunglück mit elf Toten und 85 Verletzten geschah.
Heute höre ich, dass nach Angaben der bayerischen Landesregierung das Unglück auf einen doppelten Irrtum des Fahrdienstleiters zurückzuführen sei. Sofort kamen mir meine Erinnerungen wieder in den Sinn.
Natürlich, ein Unglück kann jederzeit passieren. Ich machte mir auf meiner Bahnfahrt in Bad Aibling die Geschehnisse bewusst. In Rosenheim und in Bad Aibling sah ich die Kerzen, Kränze und Blumensträuße, die an das schreckliche Unglück erinnern. An einem Zeitungsstand und einer Gaststätte hatten beherzte Menschen diese Erinnerungen aufgestellt.

Erinnerungen in Rosenheim ...

Erinnerungen in Rosenheim …

... und in Bad Aibling.

… und in Bad Aibling.

Im Zug, einen Meridian, dachte ich über die Geschehnisse des 9. Februars nach. Als mein Zug die Unglücksstelle auf dem einspurigen Gleis passierte, wurde ich still, stellte die Musik ab und meine Gedanken kreisten um die Opfer und deren Familien. Im Zug war es auch still – ich weiß nicht, ob es wegen der Unglücksstelle war oder es andere Gründe hatte. Es war eine ruhige Atmosphäre im Zug. Zumeist waren Pendler im Meridian, die zur Arbeit oder zu Schulen fuhren. Die meisten schauten still auf, andere blieben versunken in ihr Smartphone, Buch oder Zeitung. Unsere Blicke kreuzten sich und wir wussten, was sich an diesem Ort ereignet hatte.

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Als ich wieder stabilen Handyempfang hatte, schaute ich mir in YouTube ein Video vom Unglück an. Ein Reisender im Zug hatte ein Handyvideo gleich nach dem Unglück gedreht und online gestellt. Verletzte, Blut, zerborstene Waggons, verbogene Standen, herausgerissene Sitze waren zu sehen, Schreie und Wimmern und Weinen zu hören – die Leute hatten Angst. Schreckliche Szenen. Ich schaute immer wieder auf und verglich das schreckliche Video mit meiner Situation im Zug.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Und ich dachte an die zahlreichen ehrenamtlichen Hefter, die an den Unglücksort geeilt sind, um zu helfen, zu retten und zu bergen. Danke an diese Menschen, die sich für andere einsetzen und sich bei den Rettungskräften engagieren. Ich habe einen Bekannten, der in Bad Aibling dabei war und tatkräftig half.
Es war eine nachdenkliche Stimmung. Wie ich höre, waren die Unglückszüge technisch völlig in Ordnung, inklusive der Bremsen. Alle technischen Defekte sind ausgeschlossen. Es war wohl menschliches Versagen.

Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg – P-Seminar aus Schrobenhausen

23. März 2016
Dieser Katalog erschien im Selbstverlag des Gymnasiums Schrobenhausen.

Dieser Katalog erschien im Selbstverlag des Gymnasiums Schrobenhausen.

Bei einem Vortrag am Gymnasium Schrobenhausen kam ich mit dem engagierten Direktor Edmund Speiseder ins Gespräch. Nachdem ich gerade ein P-Seminar zum Thema Journalismus vorbereite, zog er ein Ergebnis des P-Seminars Geschichte aus der Schublade. Unter dem Titel „Liebste Leni … Dein Konrad“ haben Schüler des Gymansiums Feldpostkarten eines bayerischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg gesammelt, analysiert und ein hervorragendes Ergebnis in Form eines Kataloges abgeliefert. Wirklich stark, was an unseren Schulen geleistet wird.
Während vier langer Kriegsjahre schickten sich der Ingolstädter Solat Konrad Kreitmeier und seine Frau Leni mehr als 80 Feldpostkarten. Nachdem Telegrafie zu teuer und das Telefon noch nicht verbreitet war, setzte man als Kommunikationsmittel auf die Post. Die Versorgung mit Informationen innerhalb des Militärs und mit den Lieben zu Hause nannte sich Feldpost. Diese Postkarten bedeuteten nicht nur ein Lebenszeichen, sondern sagen auch viel über die Psychologie der Truppe an der Front und der Familie an der Heimatfront aus. Die Schüler des P-Seminars analysierten die Texte des Ehepaares und zeigten die abartigen Schrecken des Ersten Weltkrieges mit seinen menschenverachtenden Materialschlachten – und sie zeigen eindringlich die Sorgen der Daheimgebliebenen. Sehr gut gelang es dem P-Seminar ein breites und vielschichtiges Informations- und Deutungsspektrum darzulegen. Konrad und Leni Kreitmeier überlebten beide den Ersten Weltkrieg und so zeigt sich an dem Postverkehr eindrucksvoll die Psyche, die sich während der Kriegsjahre veränderte. Vom Hurra-Patriotismus bis zur großen Sorge ist alles in den Feldpostkarten zu sehen.


Auch die Motivauswahl spielt beim Rückschluss auf die Psyche eine große Rolle. Neben den üblichen Weihnachts- und Grußkartenmotiven, gibt es Sehenswürdigkeiten und zerstörten Städte, abgeschossene feindliche Flieger, militärische Stellungen oder Soldaten. Der Übergang von Grüßen hin zur einer propagandistische Bildpostkarte ist fließend.
In seinem Vorwort schreibt Direktor Edmund Speiseder auch: „Es freut mich, dass das P-Seminar Geschichte unseres Gymnasiums unter Leitung von Richard Eckstein der Ereignisse, die vor 100 Jahren ihren Lauf nahmen, angenommen hat und dadurch ein Gedenken pflegt, das in den Kernbereich des menschlichen Lebens führt, in dem auch Leid und Not unserer Vorfahren eine Stimme bekommen. … Gerade deshalb sollte uns die Ächtung des Krieges und der militärischen Konfliktlösung jeglicher Art das oberste Gebot unseres Erziehungsauftrages sein – heute und auch in der Zukunft.“


Der zuständige Lehrer des P-Seminars Richard Eckstein berichtete über das Vorgehen. Im Sekretariat gab im Herbst 2012 ein Unbekannter eine Tüte mit rund Hundert historischen Postkarten ab. Der Fachbetreuer Geschichte des Gymnasiums schaute sich die Karten an und erkannte den historischen Schatz. Es handelte sich um die Feldpostkarten des Soldaten Konrad Kreitmeier aus Oberbrunnnenreuth bei Zuchering und seiner Frau Leni. Die Idee für ein P-Seminar war geboren.
Nachdem das Material getrocket, vom Schimmel befreit, gesichtet und gescannt war, begann die Analyse. Erste Schwierigkeit war es, die altdeutsche Schrift zu lesen. Hier mussten die Schüler lernen, die zum Teil verblichene Handschrift zu lesen und sich so in die Psyche der Eheleute hineinzudenken. In verschiedenen Referaten wurde das Material aufbereitet und durch ergänzende geschichtliche Informationen von den Schülern ergänzt. Lokalhistoriker wie Bernhard Rödig und Anna Probst unterstützten die Schüler. Es fanden sich Sponsoren, die den Druck des umfangreichen Katalogs unterstützten.
An zwei Abenden habe ich mir diesen Katalog angesehen und bin begeistert. Meine Schulzeit liegt lange, lange zurück und gerne hätte ich auch an so einem P-Seminar mitgearbeitet. Also Gratulation für so eine hervorragende Arbeit und ich mach mich mal auf die Suche nach anderen interessanten P-Seminaren. Es gibt sicher viel zu entdecken.

Chalet am Kiental im Herrsching

17. März 2016

Der Blick in die Speisekarte brachte mich zum Schmunzeln. Nein, nicht aufgrund der Speisen, sondern aufgrund eines klaren Statements des Küchenchefs Fabian Höckenreiner. Die Küche des Chalet am Kiental in Herrsching am Ammersee bezieht klar Stellung gegen den Regelungswahn der EU. Seit Dezember 2013 gilt die vorläufige Lebensmittelinformationsergänzungsverordnung (geiles Wort). Und das Statement des Hauses: „Wir sind nicht geneigt, das schöne Restaurant und unsere Speisekarte mit einer verwirrenden Anzahl von Kennzeichnungen, Schildchen und Aushängen zu verschandeln.“
Zu den kennzeichnungspflichtigen Allergenen gehören laut EU-Verordnung: Eier, Erdnüsse, Fisch, glutenhatiges Getreide, Krebstiere, Lupine, Milch, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen, Sojabohnen, Schwefeloxid und Sulphite sowie Weichtiere.
Die Küche stellt klar: „Alle Gerichte können Spuren von allen Zusatzstoffen und Allergenen davon enthalten oder ganz daraus bestehen.“ Genug gelacht, kommen wir zum Essen.
Das Restaurantbetreiber haben die Bescheidenheit nicht für sich gepachtet. Sie zählen ihr Restaurant zu bemerkenswertesten Adressen dder Haute Cuisine im Fünf-Seen-Land. Hossa – klare Aussage, die ich überprüfen wollte. Ich wählte das komplette Menü.

Es begann mit einem freundlichen Gruß aus der Küche.

Gruß aus der Küche

Gruß aus der Küche

Anschließend gab es Kalb mit Blumenkohl, Radieschen und Rucola.

Kalb mit Blumenkohl, Radieschen und Rucola

Kalb mit Blumenkohl, Radieschen und Rucola

Sehr, sehr schmackhaft war die Jakobsmuschel mit Okraschoten, Süßkartoffel und Curry.

Jakobsmuschel mit Okraschoten, Süßkartoffel und Curry

Jakobsmuschel mit Okraschoten, Süßkartoffel und Curry

Es ging weiter mit einer Karotten-Ingwersuppe samt Wildwassergarnele.

Karotten-Ingwersuppe samt Wildwassergarnele

Karotten-Ingwersuppe samt Wildwassergarnele

Skrei war zwar angekündigt in der Speisekarte. Aus dem hervorragenden Fisch wurde dann eine Goldmakrele – allerdings zum Preis von einem Skrei. Wirklich hervorragend und für mich der Gewinn des Abends war Dashi, Paprika und Rettich.

Goldmakrele mit Dashi, Paprika und Rettich.

Goldmakrele mit Dashi, Paprika und Rettich.

Aufgrund der kalten Temperaturen gab es eine frostige Überraschung.

Frostige Überraschung.

Frostige Überraschung.

Sehr schwer empfand ich US Beef, Mais, Bohnen und Chili.

US Beef, Mais, Bohnen und Chili.

US Beef, Mais, Bohnen und Chili.

Die Milchschnitte erinnerte mich an meine Jugend.

Milchschnitte

Milchschnitte

Den Abschluss machte eine Crema Catalana mit Mango, Nougat und Kokos.

Crema Catalana mit Mango, Nougar und Kokos.

Crema Catalana mit Mango, Nougat und Kokos.

Der Käsewagen kam aus Erlangen vom Käsespezialist Maitre Affineur Waltmann, ein wahrer Traum.


Mein Fazit – ein Besuch im Chalet am Kiental lohnt sich durchaus.

Japanisch Essen im Benkay, Düsseldorf

13. März 2016
Das Hotelrestaurant Benkay im Nikki-Hotel Düsseldorf.

Das Hotelrestaurant Benkay im Nikki-Hotel Düsseldorf.

Düsseldorf hat die größte japanische Community in Deutschland. Als ich auf einer Messe in der Landeshauptstadt weilte, übernachtete ich im Zentrum dieses Epizentrums – im Nikko-Hotel in der Immermanstraße, gleich neben der deutsch-japanischen Gesellschaft. Das Zimmer war fein, seht hier:

Weil es an dem Tag junge Hunde regnete, probierte ich das Hotelrestaurant Benkay aus. Ich wollte einfach nicht vor die Türe gehen. Im Benkay gibt es Teppanyaki Grill, Kaiseki Cuisne und eine traditionelle Sushi Bar. Ich war verwundert, dass die Bedienung Japanisch und Englisch mit uns in Düsseldorf sprach. Da Japanisch nicht so meine Stärke ist, setzte ich auf Englisch. Allerdings probierte ich auch die iPhone App iTranslate Voice auf und versuchte mich in Konversation.
Das Team des Benkay hat sein Handwerk in Japan erlernt: Der Gast kann theoretisch wählen, ob er im klassischen Restaurantbereich (Fish Corner und Sushi Bar) Platz nehmen oder sich auf traditionellen Reisstrohmatten in den Tatami-Räumen niederlassen und so in privater Atmosphäre speisen will. Aber nur theoretisch – leider war das Restaurant bei meinem Besuch komplett ausgebucht, so dass ich diese Wahl nicht hatte und froh war, überhaupt einen Platz zu bekommen. Beim nächsten Mal also vorher einen Platz reservieren.


Das Benkay verfügt ferner über einen separaten Bereich, in dem die einzigen Teppanyaki-Grills Düsseldorfs stehen. Hier werden alle Speisen direkt vor den Augen des Gastes zubereitet. Chefkoch Masashi Nonaka versteht sein Handwerk.

Kirin-Bier als Getränk.

Kirin-Bier als Getränk.

Wir wählten ein edles Kaiseki-Menü. Als Getränk genoss ich das japanische Kirin-Bier. Kaiseki ist ein leichtes Mahl, das zur japanischen Teezeremonie serviert wird. Im Nikko-Hotel ist Kaiseki ein leichtes Menüs.
Es begann mit einem Gruß aus der Küche Amuse Bouche mit Sesam Tofu.

Amuse Bouche mit Sesam Tofu

Amuse Bouche mit Sesam Tofu

Die kleine Vorspeise bestand aus Millefeuille mit Aal und Tofu. Zudem gab es Eigelb mit Miso und gewürzte Saubohnen.

Millefeuille mit Aal und Tofu,  Eigelb mit Miso und gewürzte Saubohnen.

Millefeuille mit Aal und Tofu, Eigelb mit Miso und gewürzte Saubohnen.

Weiter ging mit drei Sorten Sashimi, absolut frisch und wahnsinnig lecker.

Drei Sorten Sashimi

Drei Sorten Sashimi

Anschließend ging mit einer klaren Suppe mit Dorade und Rettich weiter.

Klare Suppe mit Dorade und Rettich.

Klare Suppe mit Dorade und Rettich.

Sehr geschmackvoll war Tempura von Garnelen, Tintenfisch, Weißfisch, Bambussprossen, Süßkartoffel, Aubergine, Austern-Pilz, junger Mais und Lotuswurzel.

Tempura von Garnelen, Tintenfisch, Weißfisch, Bambussprossen, Süßkartoffel, Aubergine, Austern-Pilz, junger Mais und Lotuswurzel.

Tempura von Garnelen, Tintenfisch, Weißfisch, Bambussprossen, Süßkartoffel, Aubergine, Austern-Pilz, junger Mais und Lotuswurzel.

Anschließend gab es eine Sushi Platte mit vier Sushi und Misosuppe.

Sushi Platte mit vier Sushi und Misosuppe.

Sushi Platte mit vier Sushi und Misosuppe.

Als Dessert servierte der Küchenchef mit Reiskuchen mit roten Bohnen und Erdbeeren.

Reiskuchen mit roten Bohnen und Erdbeeren.

Reiskuchen mit roten Bohnen und Erdbeeren.

Fazit: Unbedingt ausprobieren, etwas Zeit und Geld mitbringen und den Abend genießen.

Steaks im Landgasthof Stöckacher Mühle

11. März 2016

Der Wilde Westen in Franken im Landgasthof Stöckacher Mühle.

Der Wilde Westen in Franken im Landgasthof Stöckacher Mühle.

Wer nach Neustadt an der Aisch reist, der kommt wegen des Karpfens. Die Gegend westlich von Nürnberg ist das Zentrum des Karpfens. Fisch frisch auf den Tisch. Ich kam nach Neustadt an der Aisch aber wegen der Steaks.
Freunde empfahlen mir den Besuch des Landgasthofs Stöckacher Mühle. Zwar gibt es dort auch Karpfen, aber es gibt dort vor allem Steaks. Also für eine Nacht in dem Gasthof eingemietet und gleich ein neu errichtetes Hotelzimmer bekommen. Der Landgasthofs liegt etwas abseits, vom Bahnhof Neustadt ist es ein strammer Fußmarsch von 3 Kilometer. Vor allem bei wärmeren Temperaturen sollte man der Lokalität einen Besuch abstatten, denn dann hat der wunderbare Biergarten auch geöffnet.


Mein erster Eindruck war: Ich bin im Wilden Westen. Als ich auf den Gasthof zugehe, höre ich Countrymusik. Und ich höre Kommandos? Der Hotelbetreiber hat eine Vorliebe für Countrymusik und Linedance. Und nicht nur er. Der gesamte Parkplatz ist voller Autos. Und der Saloon, wie der große Stadel der ehemaligen Mühle heißt, ist voller Linedancer. So etwas kenne ich von den USA, aber im tiefsten Franken? Der countrybegeisterte Franke, sonst eher von zurückhaltender Natur, geht beim Linedancing voll aus sich heraus. Aber ich wahr nicht wegen des Linedancings gekommen, sondern wegen der Steaks.


Also betrete ich den Landgasthof, der von Küchenchef Jürgen Kresser seit nunmehr zehn Jahren geführt wird. Auch hier empfängt mich Country-Atmosphäre. Zunächst will ich unter einen skelettierten Stierschädel Platz nehmen, aber der Kopf irritiert mich beim Essen. Ich weiche in die Mitte des Gastraumes aus, um die Atmosphäre genießen zu können. Banjo an der einen Wand, Westernbilder an der anderen, Boots, Stetsons, Felle, Reitutensilien, Trompete – so stelle ich mir einen Country-Treff vor. Mir gegenüber sitzt auch ein Fan der Musik, dem wohl das Linedancing hungrig gemacht hat. Mit großen Stetsons auf dem Kopf (der fränkische Cowboy lässt den Hut beim Essen auf) beugt er sich über sein Steak. Dazu gibt es fränkisches Bier von der Brauerei Hofmann – sieht beides lecker aus. Am Nebentisch planen Jungmanager eine Festivität, denn man kann die Stöckacker Mühle auch für Events mieten. Die Herrschaften mit weißen Hemden, Businessanzügen und iPad sprechen gerade generalstabsmäßig eine Hochzeit durch – warum haben die eigentlich kein Cowboy-Outfit an? Ich komme zumindest im englischen Landhausstil daher – aber egal.


Der Pächter und Küchenchef Jürgen Kresser hat die Sache voll im Griff. Er arbeitete lange Zeit in Erlangen als Küchenchef und ergriff die Chance der Selbstständigkeit in der Stöckacher Mühle. Sein Konzept der regionalen Küche überzeugt mich – und nicht nur mich. Die Stöckacher Mühle ist gut besucht, vor allem wenn es wieder wärmer wird und der Biergarten geöffnet wird. Die Speisekarte hat freilich fränkische Spezialitäten und auch die Stöckacher Mühle besitzt einen Karpfenteich. Das Fleisch kommt aus der Gegend, Jürgen Kresser kennt seine Lieferanten und vertraut ihnen.

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Das schmeckt man. Das Fleisch ist wunderbar – hier kocht der Chef aus Leidenschaft. In den nächsten Wochen wird Jürgen Kresser noch Unterstützung durch eine Köchin bekommen, die er vor Jahren in Erlangen kennengelernt hat. Sie wollte unbedingt mit Kresser zusammenarbeiten – nun bekommt sie die Chance.

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Also, wer in der Gegend ist, sollte ruhig mal vorbeischauen und ein Steak essen – oder einen Karpfen, wenn es denn sein muss.

Internationaler Flair mit regionalen Gerichten: Liebesbier in Bayreuth

8. März 2016
Liebesbier heißt die neue Event-Gastronomie in Bayreuth.

Liebesbier heißt die neue Event-Gastronomie in Bayreuth.

Denk ich an die fränkische Küche, dann denke ich erst einmal an Kloß mit Soß. Das ist zwar fein, Schäuffele und Karpfen mag ich auch, aber ich will auch eine Abwechslung auf dem Teller. Eine besondere kulinarische Abwechslung habe ich vor kurzem in Bayreuth erlebt. Dort gibt es auf dem Gelände der Brauerei Maisel die neue Eventgastronimie Liebesbier.
Als Münchner wartete ich vor dem Liebesbier auf Einlass. Um 17 Uhr öffnet das Restaurant und vergibt die freien Plätze. Eine Reservierung für später am Abend ist dringend erforderlich. Also stand ich vor dem Liebesbier und dachte mir: Die Säule mit Schale am Eingang kenn ich doch. Und richtig. Die Säule stand jahrelang vor der Münchner Nobel-Location P1. Jetzt steht das Teil in Bayreuth. Münchner Style in der Richard Wagner-Stadt Bayreuth.

Das P1 aus München grüßt.

Das P1 aus München grüßt.

Liebesbier bedeutet Erlebnisgastronomie pur und es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Brauer Jeff Maisel und den Gastronomen Thomas Wenk, Ute Wenk und Andrea Bauernfeind. Als ich zum Testessen kam, saß ich mit einer Gastronomie-Familie aus Bamberg am Tisch, die das Restaurant genau unter die Lupe nahmen und sich anerkennend äußerten. Die Gastronomiefläche vom Liebesbier hat knapp 280 Innenplätze und bei warmen Temperaturen kommen 300 Außenplätze hinzu. Der Biergarten wird gerade angelegt. Im Mittelpunkt des gastronomischen Konzepts stehen Bier und Handwerk. Der Ort ist historisch: In der alten Brauerei Maisel von 1887 gibt es neben einem Museum auch eine Showbrauerei. Es handelt sich um die funktionsfähige Brauerei ‚Maisel & Friends Brauwerkstatt‘ mit einem 25 hl Sudwerk.


Ich hab mich sofort wohlgefühlt im Liebesbier. Als ich auf mein Essen gewartet habe, probierte ich Waren der eigenen Bäckerei; Brot und Treberkekse. Die Getränkekarte fasziniert und überfordert zugleich. Schließlich steht das Thema Bier im Vordergrund. Neben 21 Bierhähnen gibt es bis 80 Flaschenbiere: Typisch fränkische, klassisch bayerische und moderne Edel- und Craftbiere aus der ganzen Welt. Als Wasser wird Brauwasser aus dem Fichtelgebirge verwendet. Das Konzept Craftbeer ist voll im Kommen und jetzt auch in Bierland Oberfranken angekommen. Craftbeer ist im Grunde nichts anderes als handwerklich gebrautes Bier – und es wird mit den Zutaten experimentiert. Mehr und mehr Privatleute fangen an, Bier zu brauen. Der Trend schwappte von den USA zu uns herüber. Eigentlich peinlich, dass wir selbst als Braunation nicht auf die Marketingidee kamen, aber die Brauerei im Liebesbier haben im Jahr des Reinheitsgebot die Idee des Craftbeers perfekt aufgenommen und verfeinert. Aber Bier alleine kann es nicht sein. Feines Essen gehört zu gutem Bier dazu. Und hier kommt Küchenchef Michael Waigel in Spiel.


Sein Credo ist Regionalität und damit fährt er sehr gut. Es gibt hauptsächlich saisonale Produkte. Trotz Oberfranken gibt es keinen Kloß mit Soß. Die Küche ist fein, aber bodenständig. Ich startete mit einem Beef Tatar, handgeschnittenes Roastbeef auf handgerösteten Liebesbier-Brot und Charlotten und marinierte Gurken. Sehr feiner Geschmack.

Beef Tatar, handgeschnittenes Roastbeef auf handgerösteten Liebesbier-Brot und Charlotten und marinierte Gurken

Beef Tatar, handgeschnittenes Roastbeef auf handgerösteten Liebesbier-Brot und Charlotten und marinierte Gurken

Als Hauptgang wählte ich Grillinger Deluxe. Dahinter verbergen sich hausgemachte Trebern-Bier-Bratwürste und karamellisiertes Kohlgemüse und Brot. Lecker kann ich nur sagen.

Grillinger Deluxe

Grillinger Deluxe

Zudem gab es Kung Fu Zander, ein gebratenes Zanderfilet mit Kartoffelrösi und marinierten Babyblatt Spinat.

Kung Fu Zander, ein gebratenes Zanderfilet mit Kartoffelrösi und marinierten Babyblatt Spinat.

Kung Fu Zander, ein gebratenes Zanderfilet mit Kartoffelrösi und marinierten Babyblatt Spinat.

„Aus unserer Lieblings-Küche kommen nur regionale Produkte. Wie bei unseren Bieren verlassen wir uns auch bei den Zutaten auf Lieferanten, die wir persönlich kennen, denen wir vertrauen und deren Produkte wir selbst probiert haben. Einige Leckereien stellen wir selbst her: Das Brot kommt frisch aus unserer Backstube, unser Brauwasser wird aus unserem Brunnen geschöpft und Fisch in unserem Ofen geräuchert“, so Küchenchef Michael Waigel.


Chefkoch Michael Waigel ist seit 2004 in der Bayreuther Schlossgaststätte Eremitage Küchenchef und Geschäftspartner. Hier kocht er fränkisch unter Verwendung bester und frischester Produkten aus der Region, auf Vorbestellung auch exquisite Menüs. Er ist aktiv bei der Gourmet-Veranstaltung „Gala der Köche“ in Bayreuth. Er war u.a. Küchenchef bei Steigenberger, auch im Festspielhaus; Küchendirektor in mehreren Maritim Hotels (5 Sterne Hotels), Küchenchef Europäischer Hof Baden Baden (5 Sterne). Zudem hat er in Michelin Sterne Restaurants gearbeitet: Quellenhof Aachen, Rosa Tschudi „Schweiz“, Marc Haeberlin Auberge de I’ll in Frankreich, in Belgien, Holland, Hamburg und in Düsseldorf. Im Liebesbier will Waigel ganz neue Wege gehen. Internationaler Flair mit regionalen Gerichten. Für mich eine klare Empfehlung und wer Gast in Bayreuth ist, unbedingt reinschauen und probieren.