Gedanken zum Zugunglück in Bad Aibling

Auf der Zugstrecke Holzkirchen Rosenheim kam es zu dem schrecklichen Unglück am 8. Februar 2016.

Auf der Zugstrecke Holzkirchen Rosenheim kam es zu dem schrecklichen Unglück am 8. Februar 2016.

Als Zugfahrer hatte ich ein schlechtes Gefühl als ich die Zugstrecke Holzkirchen Rosenheim gefahren bin. Ich musste für zwei Seminare in die Gegend und nutzte wie meist die Bahn als Transportmittel. Ich bin ein überzeugter Bahnfahrer aus mehreren Gründen. Ich kam auch an der Stelle in Bad Aibling vorbei, an der am 9. Februar das schreckliche Zugunglück mit elf Toten und 85 Verletzten geschah.
Heute höre ich, dass nach Angaben der bayerischen Landesregierung das Unglück auf einen doppelten Irrtum des Fahrdienstleiters zurückzuführen sei. Sofort kamen mir meine Erinnerungen wieder in den Sinn.
Natürlich, ein Unglück kann jederzeit passieren. Ich machte mir auf meiner Bahnfahrt in Bad Aibling die Geschehnisse bewusst. In Rosenheim und in Bad Aibling sah ich die Kerzen, Kränze und Blumensträuße, die an das schreckliche Unglück erinnern. An einem Zeitungsstand und einer Gaststätte hatten beherzte Menschen diese Erinnerungen aufgestellt.

Erinnerungen in Rosenheim ...

Erinnerungen in Rosenheim …

... und in Bad Aibling.

… und in Bad Aibling.

Im Zug, einen Meridian, dachte ich über die Geschehnisse des 9. Februars nach. Als mein Zug die Unglücksstelle auf dem einspurigen Gleis passierte, wurde ich still, stellte die Musik ab und meine Gedanken kreisten um die Opfer und deren Familien. Im Zug war es auch still – ich weiß nicht, ob es wegen der Unglücksstelle war oder es andere Gründe hatte. Es war eine ruhige Atmosphäre im Zug. Zumeist waren Pendler im Meridian, die zur Arbeit oder zu Schulen fuhren. Die meisten schauten still auf, andere blieben versunken in ihr Smartphone, Buch oder Zeitung. Unsere Blicke kreuzten sich und wir wussten, was sich an diesem Ort ereignet hatte.

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Als ich wieder stabilen Handyempfang hatte, schaute ich mir in YouTube ein Video vom Unglück an. Ein Reisender im Zug hatte ein Handyvideo gleich nach dem Unglück gedreht und online gestellt. Verletzte, Blut, zerborstene Waggons, verbogene Standen, herausgerissene Sitze waren zu sehen, Schreie und Wimmern und Weinen zu hören – die Leute hatten Angst. Schreckliche Szenen. Ich schaute immer wieder auf und verglich das schreckliche Video mit meiner Situation im Zug.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

Und ich dachte an die zahlreichen ehrenamtlichen Hefter, die an den Unglücksort geeilt sind, um zu helfen, zu retten und zu bergen. Danke an diese Menschen, die sich für andere einsetzen und sich bei den Rettungskräften engagieren. Ich habe einen Bekannten, der in Bad Aibling dabei war und tatkräftig half.
Es war eine nachdenkliche Stimmung. Wie ich höre, waren die Unglückszüge technisch völlig in Ordnung, inklusive der Bremsen. Alle technischen Defekte sind ausgeschlossen. Es war wohl menschliches Versagen.

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