Als Sammler von Corgi-Bond-Modellen musste ich natürlich den Lotus haben.Der Corgi CC04701 ist eine detailreiche Modellnachbildung des legendären Lotus Esprit Turbo aus dem Bond-Film For Your Eyes Only. Im Maßstab 1:36 gefertigt, bildet dieses Die-Cast-Modell das charakteristische Design des Originals getreu ab — von der sportlich-schlanken Karosserie über die Felgen bis hin zu Außenspiegeln und Innenraumdetails.
Das Modell wirkt besonders hochwertig: Für Sammler gedacht, überzeugt es durch gute Proportionen und eine saubere Lackierung, die den ikonischen Look aus dem Film einfängt. Manche Varianten kommen mit Zubehör wie Dachskiern — eine Referenz an Bonds Einsatz in verschneiten Gebirgen — was den Wiedererkennungswert noch steigert.
Ein weiteres Merkmal: Der Corgi-Hersteller, bekannt für seine Film- und Serien-Modellautos, fertigt dieses Modell in der Tradition klassischer Die-Cast-Fahrzeuge. Für Fans der 007-Reihe und Modellauto-Sammler ist dieses Exemplar ein schönes Stück Filmgeschichte — ideal zum Ausstellen, für Sammler-Vitrinen oder als Geschenk für Liebhaber von Bond-Cars.
Der Modellwagen Corgi CC04701 Lotus Esprit Turbo aus dem James-Bond-Film For Your Eyes Only besitzt ein solides Sammler- und Wertsteigerungspotential, da er nicht mehr regulär produziert wird und somit nur noch auf dem Zweitmarkt erhältlich ist.
Exemplare in gutem Zustand werden derzeit meist im Bereich von etwa 50 bis 55 Euro gehandelt, während Modelle im neuwertigen Originalzustand inklusive Verpackung häufig zwischen 20 und 30 Euro liegen. Sein Reiz ergibt sich vor allem aus der Verbindung zur ikonischen James-Bond-Reihe, die in der Sammlerszene seit Jahrzehnten eine konstante Nachfrage erzeugt. Der Wiedererkennungswert des Lotus Esprit Turbo, kombiniert mit der Tatsache, dass Filmfahrzeuge traditionell zu den begehrtesten Die-Cast-Modellen gehören, unterstützt diese Nachfrage zusätzlich. Wie bei den meisten Sammlerstücken spielt der Zustand eine zentrale Rolle:
Originalverpackung, unbeschädigte Lackierung und vollständige Details können den Preis deutlich erhöhen, während Gebrauchsspuren den Wert beeinflussen. Insgesamt lässt sich festhalten, dass dieses Corgi-Modell ein attraktives Objekt für Bond-Fans sowie Modellautosammler ist und aufgrund seiner begrenzten Verfügbarkeit langfristig ein interessantes Wertsteigerungspotenzial besitzt.
Einer meiner filmischen Helden wird heute 90. Jahre alt und ich gratuliere tief bewegt zum Geburtstag: Hans-Jürgen Syberberg. Bis auf ein kurzes Hallo habe ich Hans-Jürgen Syberberg nie persönlich kennengelernt. Ich war einmal bei der Tochter mit Freunden zu Gast als der Meister hereinschaute und ich zu doof war, ihn zu erkennen. Jahre später besorgte mir ein Kumpel über seine Tochter ein Autogramm, was in meinem Arbeitszimmer hängt. Für mich ist Hans-Jürgen Syberberg ein wirklicher Held des Kinos. Er hat viele Filme gedreht. Persönlich sind für mich Parsifal und Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfriedd seine Meisterwerke.
Parsifal Hans-Jürgen Syberbergs Parsifal ist ein filmisches Monument, ein Werk, das sich jeder einfachen Einordnung entzieht und gerade deswegen so überwältigend wirkt. In diesem Film bündelt Syberberg all das, was sein Schaffen seit den 1970er-Jahren geprägt hat: den Mut zur ästhetischen Radikalität, die kompromisslose Auseinandersetzung mit deutscher Kultur und Geschichte, und den Glauben daran, dass Film mehr sein kann als Illusion – nämlich ein metaphysischer Raum, ein innerer Kontinent. Leider ist der Film nur auf DVD erschienen. Ich habe noch die signierte Langspielplatte und das Filmbuch.
Sein Parsifal aus dem Jahr 1982 ist keine Verfilmung der Oper Richard Wagners im klassischen Sinne. Es ist vielmehr eine Beschwörung, ein rituelles Sich-Hineinbewegen in den Kern des Mythos. Syberberg hebt die Oper nicht nur ins Filmische, er seziert und überhöht sie zugleich. Bühnenbilder werden zu Symbolwelten, Requisiten zu Metaphern, und die Kamera wird zum schweifenden Blick eines Wanderers, der durch eine Traumlandschaft aus deutscher Kulturgeschichte streift. Figuren sind weniger Charaktere als Archetypen, und mittendrin entfaltet sich Parsifals Reise – eine Seelenwanderung, die sich vor den Augen des Publikums fast wie ein Gebet entwickelt.
Syberberg schafft Bilder, die nicht nur gesehen, sondern empfunden werden wollen: das Dunkel, aus dem plötzlich Lichtkegel schneiden; die ikonischen, manchmal verstörenden Arrangements; die stille Größe der Tableaux, die lange im Gedächtnis nachhallen. In einer Zeit, in der sich der Film mehr und mehr von großen symbolischen Erzählungen entfernte, wagte Syberberg das Gegenteil: Rückkehr zum Mythos, zur großen Form, zur metaphysischen Frage nach Schuld, Erlösung, Identität. Parsifal wird dadurch zu einem Film über Deutschland – und über den Menschen überhaupt.
Doch Syberbergs Leistung erschöpft sich nicht in diesem Werk. Sein Gesamtœuvre erzählt von einer beharrlichen Suche nach dem Umgang mit Geschichte und Erinnerung. Bereits Ludwig – Requiem für einen jungfräulichen König (1972) war ein filmischer Traum, ein elegisches, fast schwebendes Porträt des Märchenkönigs, das historisches Material und poetische Vision miteinander verbindet. Mit Hitler – Ein Film aus Deutschland (1977) schuf er ein gigantisches, siebenstündiges opus magnum, das als eines der mutigsten, kontroversesten und zugleich bedeutendsten filmischen Projekte der Nachkriegszeit gilt. Hier verschränkt er Theater, Puppenspiel, Archivmaterial, Bühnenmagie und symbolische Überfrachtung zu einer radikal subjektiven Begegnung mit dem deutschen Trauma. Kein Regisseur zuvor oder danach hat es gewagt, Hitler so zu „inszenieren“ – nicht als Person, sondern als kulturellen Schatten, der das kollektive Gedächtnis durchdringt.
Sein Werk folgt dabei nie den Regeln des Mainstream-Kinos. Syberberg ist ein Solitär – ein Künstler, der unbeirrt seinen eigenen Weg verfolgt, auch wenn dieser steinig ist. Seine Filme sind Kunstinstallationen, Gedankenräume, ästhetische Expeditionen. Sie fordern Geduld, Aufmerksamkeit, Hingabe. Und sie belohnen mit Momenten von atemberaubender Schönheit und geistiger Tiefe.
Wenn man Syberbergs Leistung würdigt, würdigt man nicht nur einen Regisseur, sondern einen Visionär. Einen Künstler, der sich weigert, einfache Antworten zu geben. Der den Mut hat, das Dunkle zu zeigen, um das Helle überhaupt sichtbar zu machen. Der glaubt, dass Film heilen kann – nicht durch Vergessen, sondern durch Anschauen, durch Bewusstwerden, durch das schmerzhafte, aber notwendige Hinsehen.
Parsifal ist in diesem Sinne vielleicht sein reinster, poetischster Film. Ein Werk, das tröstet und gleichzeitig verstört. Ein Film, der von der Sehnsucht nach Erlösung erzählt – und von der unerschütterlichen Hoffnung, dass Kunst ein Weg dorthin sein kann.
Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfried Hans-Jürgen Syberbergs Dokumentarfilm „Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfried“ ist eines der eindringlichsten, mutigsten und zugleich intimsten filmischen Zeitzeugnisse des 20. Jahrhunderts. Mit derselben schonungslosen Offenheit, derselben poetischen Wucht und demselben melancholischen Blick auf die deutsche Kulturgeschichte, die sein Gesamtwerk durchzieht, wagt Syberberg sich hier an eine Person, deren Name wie kaum ein anderer im Spannungsfeld zwischen Genieverehrung, politischer Blindheit und moralischem Abgrund steht.
Winifred Wagner, Schwiegertochter des Komponisten Richard Wagner und Hüterin des Hauses Wahnfried, öffnet Syberberg im Film eine Tür, die man kaum für möglich hält. Über Stunden hinweg spricht sie – frei, ungeschützt, ohne das Bedürfnis nach Rechtfertigung. Und Syberberg hört zu. Er bedrängt nicht, er verurteilt nicht; er lässt einen Raum entstehen, in dem Winifreds Erinnerungen, Verdrängungen, Treuebekundungen und unerschütterliche Überzeugungen sichtbar werden. Ihr ungebrochener Glaube an Adolf Hitler, ihre Verklärung einer Zeit, die millionenfaches Leid brachte – all das legt sich offen vor die Kamera. Es ist kein Porträt der Anklage, sondern eines der entwaffnenden Selbstdarstellung.
Syberbergs Leistung besteht in dieser besonderen Art des Zuhörens. Er erlaubt der Protagonistin, sich selbst zu zeigen – und darin zeigt sich alles. Der Film wird so zu einem moralischen Brennspiegel, der nicht durch Agitation, sondern durch das gesprochene Wort erschüttert. Da sitzt eine Frau, die sich ihr Leben lang als Hüterin eines künstlerischen Erbes verstand, als Vermittlerin zwischen Vergangenheit und Zukunft, und die gleichzeitig einem politischen Wahn verfallen war, dessen Tragweite sie nie begriff. Syberberg macht diese Ambivalenz nicht erklärbar – er macht sie erfahrbar.
In den langen Einstellungen, in der ruhigen Kamera, in der ungefilterten Präsenz Winifreds entsteht ein Gefühl, das selten im Dokumentarfilm gelingt: Man betritt eine Atmosphäre. Das Haus Wahnfried wird darin zum Symbol – ein Ort, an dem Kunst, Ideologie, Sehnsucht und Irrtum untrennbar miteinander verwoben sind. Syberberg verknüpft die Geschichte des Hauses mit der Stimme Winifreds, mit den Schatten der Vergangenheit, die über Bayreuth liegen, und mit den Fragen, die auch sein übriges Werk durchziehen: Was macht der Mythos aus dem Menschen? Und was macht der Mensch aus dem Mythos?
Wie schon in Hitler – Ein Film aus Deutschland oder seinem Parsifal arbeitet Syberberg nicht mit klassischen dokumentarischen Methoden. Er will nicht erklären – er will offenlegen. Er nimmt das Publikum mit hinein in die innere Welt seiner Figuren und in die symbolische Landschaft, die sie umgibt. Winifred Wagner wird dadurch nicht entschuldigt, aber verständlich gemacht: als Teil eines historischen Gefüges, als Trägerin eines Erbes, als Mensch in einer Mischung aus Stolz, Verblendung und ungebrochener Verehrung.
Die Dokumentation ist dadurch ein erschütterndes, gleichzeitig faszinierendes Werk. Sie trägt jene emotionale Intensität, die Syberbergs Filmkunst auszeichnet: ein langsames, aber gnadenlos ehrliches Sezieren der Vergangenheit. Und sie ist ein wichtiger Baustein in seinem Gesamtwerk, das immer wieder darum kreist, wie Deutschland mit seinen Mythen, seinen Künstlern, seinen Ideologien und seinen eigenen Schatten umgeht.
Syberbergs Film über Winifred Wagner ist ein Dokument der Wahrheit – nicht im journalistischen, sondern im tief existenziellen Sinne. Ein Werk, das zeigt, dass Erinnerung kein einfaches Terrain ist. Und dass der Mut, jemanden wirklich aussprechen zu lassen, manchmal die brutalste Form der Aufklärung sein kann.
Hans-Jürgen Syberberg bleibt für mich eine der großen, unbeugsamen Stimmen des deutschen und europäischen Kinos. Eine Stimme, die man nicht überhören kann – und nicht überhören sollte.
Nach der Umbaupause wurde das Conti feierlich wiedereröffnet. Mitten in München — in der Max-Joseph-Straße 5, im Gebäude der Haus der Bayerischen Wirtschaft — liegt das Conti Restaurant, ein Ort, der auf charmante Weise viel mehr verbindet als bloß gutes Essen: Gastronomie, Geselligkeit und urbanen Stil – und ein Ort für den wirtschaftlichen Austausch.
Zahlreiche Wirtschaftsvertreter der vbw sowie Lieferanten wurden eingeladen. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, und Jürgen Weingarten, Maitre bei Conti Gastronomie, begrüßten.
Schon beim Betreten merkt man: Conti ist flexibel — tagsüber Bistro und Lunch-Spot, abends ein elegantes Restaurant mit Bistro- und Lounge-Atmosphäre. Die Küche unter Leitung von Jürgen Weingarten reicht von klassisch-mediterranen bis hin zu modernen europäischen Gerichten und überzeugt durch frische, saisonale Zutaten — oft mit kreativem Touch, der selbst gehobene Ansprüche erfüllt. Das neugestaltete Conti Restaurant bietet Platz für bis zu 80 Gäste und lädt zu entspannten Stunden in stilvollem Ambiente ein. Durch regelmäßig wechselnde Gerichte bietet es ein stets frisches und abwechslungsreiches Angebot. Wie gewohnt können die Gäste zwischen Menü oder á-la-carte wählen.
Wer das Conti besucht, kann zwischen verschiedenen Stimmungen wählen: Die lichtdurchflutete Innengastronomie lädt zum entspannten Dinner ein, und im Keller wartet eine rustikale, heimelige Tiroler Stube — ein „Geheimtipp“ für alle, die Atmosphäre mit Alpen-Charme schätzen.
Nicht zu unterschätzen: Mit diesem Angebot ergänzt das Conti ideal die Veranstaltungen, die im Haus der Bayerischen Wirtschaft stattfinden. Die Gäste profitierten von kurzen Wegen, abgestimmten Abläufen und einer zuverlässigen gastronomischen Betreuung – sei es im Rahmen einer Konferenz, eines Workshops, einer Pressekonferenz oder einer Hauptversammlung.
Besonders beliebt sind die wechselnden Mittagsmenüs, die sich ideal für einen schnellen, aber qualitativ hochwertigen Business-Lunch eignen. Am Abend bieten ausgewählte Menüs, manchmal begleitet von Live-Musik, den perfekten Rahmen für gemütliche Abende mit Freunden, Familien oder Dinner zu zweit.
Trotz der zentralen Lage und der urbane Dynamik bleibt das Conti preislich vergleichsweise fair — ein Aspekt, der es auch für Besucher interessant macht, die gute Küche zu annehmbaren Preisen suchen.
In seiner Gesamtheit ist das Conti Restaurant ein Ort des guten Geschmacks und der Vielfalt: Ob lunch in Eile, entspanntes Dinner oder geselliges Get-together — wer in München ein Stück kulinarisches Wohlfühlambiente sucht, findet hier eine Adresse, die Qualität, Vielseitigkeit und Herzlichkeit verbindet.
Das Menü zur Wiedereröffnung: Vorspeisen:
Schinken von Rind, Wild, Ente, Schwein
Sushi von der Meisterin Nga: Avocado, Saibling, Garnele, Thunfisch, Melone
Ceviche vom Gemüse im Weck-Glas
Mini-Brezn, Obatzda vom Blauschimmelkäse
Hauptgerichte: Heimischer Hirschrücken mit Wacholderschrot
Spanferkelrücken mit Weißwurstbrät im Hendl gebraten
Bayerische Seeforelle mit Kartoffelschuppen
Feine Pasta mit schwarzem Wintertrüffel und Parmesan Blaukrautrisotto „Ripasso“ Gemüsebunt
Ich war bei einem Vortrag in München und stieß auf Kunst von Folke Köbberling im öffentlichen Raum. Erst schüttelte ich den Kopf, dann begann das Nachdenken, denn ich war vom Autoverkehr in München genervt.
Die Künstlerin Folke Köbberling hatte im September 2024 drei SUVs aus organischen Materialien im Münchner Stadtraum platziert, die sich über einen Zeitraum von einem Jahr zersetzten. Als kritischer Kommentar zur Dominanz des Automobils und der Flächenversiegelung der Stadt fungierten die Skulpturen als Gradmesser für die Nutzung des öffentlichen Raums in München. An den drei Standorten – Europaplatz, Herzog-Wilhelm-Straße / Kreuzstraße und Schleißheimerstraße / Dach-auer Straße – wurden sie unterschiedlich genutzt: Sie dienten als Behausung, erlebten Vandalismus oder wurden von Nachbarn gepflegt und bewahrt.
Noch vor der IAA Mobility 2025 – und der Enthüllung des neuesten BMW-SUV – endete das Kunstprojekt mit einem besonderen Schlusspunkt: Zwei der Fahrzeug-Imitate wurden in einer Prozession durch München getragen und dort mit dem dritten Automobil an der Schleißheimer Straße zusammengeführt – einem symbolischen Begräbnis gleich. Dort wird nun die letzte SUV-Skulptur über zwei weitere Jahre kompostieren und sich schließlich in eine grüne Skulptur verwandeln.
Ich sehe darin ein Statement zu Mobilität, Urbanismus und Nachhaltigkeit in der Stadt München. „Mash & Heal“ nimmt das allgegenwärtige Symbol des SUVs — ein Auto als Zeichen von Mobilität, Status und individueller Freiheit — und transformiert es in etwas Vergängliches, Organisches: Drei Großskulpturen in Originalgröße, gefertigt aus kompostierbaren Materialien wie Lehm, Holz, Wolle, Erde und Samen.
Indem Folke Köbberling die Skulpturen an prominenten und stark frequentierten innerstädtischen Orten wie dem Europaplatz, der Ecke Herzog‑Wilhelm‑Straße / Kreuzstraße und der Ecke Schleißheimerstraße / Dachauer Straße platziert wurden, brachten sie den Konflikt um Raum – wer darf ihn nutzen, wer beansprucht ihn – buchstäblich ins Gesicht der Stadt.
Die Stadt wird dabei als materielles und soziales Geflecht verstanden: Nicht nur als Verkehrsraum, sondern als Ort des Lebens, der Öffentlichkeit, der Gemeinschaft — und nicht als Parkplatz oder Asphaltwüste. Köbberling stellt die richtigen Fragen: Wem gehört der städtische Raum? Wem gehört die Stadt?
München gilt als eine der am stärksten versiegelten Städte Deutschlands — viel Fläche ist durch Straßen, Parkplätze und Bebauung überdeckt. Mit „Mash & Heal“ lenkt Köbberling den Blick auf die Folgen dieser Versiegelung: weniger unbehandelter Boden, weniger Raum für Pflanzen, weniger Raum für andere Formen des Lebens.
Die SUVs aus natürlichen Materialien sind ein Kommentar auf das wachsende Phänomen der SUV-Flut in Städten: große, häufig überdimensionierte Fahrzeuge, die viel Raum beanspruchen – nicht zuletzt Parkraum, Straßen und städtischen Platz. Durch die Verwandlung dieser SUV-Nachbildungen in Erde wird diese ressourcenintensive Spitze des Individualverkehrs symbolisch „zur Erde zurückgeführt“.
Der Begriff „automobiles Wettrüsten“ taucht explizit in der öffentlichen Wahrnehmung dieses Projekts auf: Die Kunstwerke entlarven die SUV als Statussymbol und zeigen auf, dass hinter der glatten Karosse etwas Rohes, Vergängliches und Ressourcenverbrauchendes steckt — eine Einladung zur Reflexion über Konsum, Umwelt und Stadtentwicklung.
Die Materialien der Skulpturen sind biologisch und kompostierbar. Über rund zwölf Monate sollen sie verrotten, ihre Struktur aufgeben und sich in Erde zurückverwandeln — idealerweise mit Pflanzenbewuchs. Damit schlägt Köbberling einen Bogen von Konsum und Überdimensionierung hin zu Kreislauf, Natur und Regeneration.
Die Vergänglichkeit wird bewusst inszeniert — als künstlerisches Mittel, das Zeit, Wandel und Entsiegelung spürbar macht. Die SUV bleiben nicht starr, sondern unterliegen einem Prozess: Aus Symbolen des Luxus werden Reste des Ursprungs — Erde. Das wirkt wie ein Ritual der Rückkehr: eine Umkehr von Wegwerfmentalität und Betonierung hin zu Natürlichkeit und Verwurzelung.
Das Projekt fordert die Betrachter der Stadt dazu auf, ihr Verhältnis zu Mobilität, Besitz und öffentlichem Raum zu überdenken: Was bedeutet es, wenn Autos zu dominierenden Objekten im Stadtbild werden? Wen verdrängen sie? Wer hat Zugang zu städtischem Raum — und wer nicht? Diese Fragen werden nicht theoretisch gestellt, sondern visuell und räumlich erlebbar gemacht.
Ästhetisch provoziert „Mash & Heal“ mit der unheimlichen Mischung aus vertrauter Form (SUV) und ungewohnter Materialität (Erde, Lehm, Wolle). Die Fahrzeuge wirken echt — erst bei genauerem Hinsehen erkennt man ihre Fragilität. Dieser Kontrast öffnet einen Raum für Reflexion: Schönheit vs. Zerbrechlichkeit; Luxus vs. Vergänglichkeit. Gleichzeitig verbindet die Arbeit künstlerisches Gestalten mit sozialer und ökologischer Verantwortung: Kunst als Intervention, nicht als (nur) ästhetische Ergänzung des öffentlichen Raums, sondern als aktiver Beitrag zu Debatten über Stadt, Umwelt und Zukunft.
Manchmal sind es die unscheinbaren Ideen, die uns mitten im Alltag ein kleines Funkeln schenken – so wie die neueste Aktion unserer Gemeindebücherei Maisach: Blind Date mit einem Buch. Schon der Name lässt die Fantasie Purzelbäume schlagen. Was könnte sich wohl dahinter verbergen? Eine Romanze, ein Abenteuer, ein Krimi, ein fremder Kontinent – oder vielleicht sogar ein Geheimnis, das erst beim Lesen seine ganze Wirkung entfaltet?
Wer in diesen Tagen die Bücherei betritt, stößt am Ausgabecounter auf ein Regal, das wie ein besonderer Schatz wirkt. Dort stehen Bücher, liebevoll und festlich in weihnachtliches Geschenkpapier gehüllt. Keine Titel, keine Autoren, keine Hinweise auf das Genre – nur geheimnisvolle Sprüche, sorgfältig handgeschrieben von Büchereileiterin Beate Seyschab und ihrem engagierten Team. Dreißig Bücher für Erwachsene, zwanzig für Kinder – alle bereit, eine Geschichte zu erzählen, ohne sich vorher zu erkennen zu geben.
Diese Sprüche sind wie geflüsterte Einladungen: mal humorvoll, mal kryptisch, mal poetisch. Sie kitzeln die Neugier, regen die Fantasie an und lassen das Herz ein klein wenig schneller schlagen. Man steht davor, streicht über das Papier, liest die Worte – und plötzlich ist man mittendrin in einem stillen Moment der Entscheidung. Es fühlt sich an wie ein Sprung ins Ungewisse, ein kleines Wagnis, das jedoch keine Verlierer kennt. Denn egal, welches Buch man erwischt: Es hält eine Welt bereit, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden.
Wer sich traut, wird reich belohnt. Das Buch wandert nach Hause, noch anonym, noch geheimnisvoll – und erst beim Auspacken enthüllt es sein wahres Gesicht. Dieser Augenblick, in dem das Geschenkpapier raschelt und man schließlich den Titel entdeckt, hat etwas Magisches. Vielleicht hält man einen Roman in den Händen, den man sich niemals selbst ausgesucht hätte. Vielleicht eine Geschichte, die Türen öffnet und Gedanken anstößt. Vielleicht ein neues Lieblingsbuch.
Mit dieser Aktion gelingt es der Gemeindebücherei Maisach, etwas Seltenes zu schaffen: Sie verwandelt die Begegnung mit einem Buch in ein Erlebnis voller Spannung, Vorfreude und Emotion. Der besondere Überraschungseffekt, die Mischung aus Geheimnis und Leseglück, macht den “Blind Date”-Bücherschrank zu einem regelrechten Magneten. Kinder wie Erwachsene verweilen davor, lächeln, überlegen – und lassen sich schließlich verführen.
So wird aus einem simplen Stapel Bücher eine Einladung zu Fantasie, Mut und Neuentdeckung. Und vielleicht wird genau dieses Blind Date zu jener Begegnung, die man nicht mehr vergisst – mit einer Geschichte, die man nie gesucht, aber genau im richtigen Moment gefunden hat.
Im Rahmen der zweiten Podcast-Folge „Dombo bewegt“ sprach ich mit Norman Dombo, dem Leiter des Zentrums für Gesundheit Dombo in Maisach. Das Gespräch fand im Büro des Leiters statt, das den organisatorischen Mittelpunkt des Unternehmens bildet. Dombo erläutert darin die Struktur der Öffnungszeiten und Buchungsmöglichkeiten der verschiedenen Bereiche des Zentrums.
Die Physiotherapie verfügt über eigene Behandlungszeiten, die in der Regel um 8 Uhr beginnen. Am Freitag endet der Betrieb bereits um 14 Uhr. Eine Erweiterung der Zeiten ist abhängig von der jeweils verfügbaren Personaldecke. Ergänzend weist Dombo darauf hin, dass alle Öffnungszeiten auch in der hauseigenen App zu finden sind. Der Trainingsbereich wiederum hat gesonderte Öffnungszeiten, die üblicherweise von 8 bis 20 Uhr reichen. Ausnahmen bilden Mittwoch und Freitag, an denen der Trainingsbetrieb bereits um 18:40 Uhr endet. Zusätzlich ist das Training am Samstag von 10 bis 13:30 Uhr möglich. Stoßzeiten lassen sich laut Dombo kaum mehr vorhersagen, da das Besuchsverhalten stark variiert und nicht einmal vom Wetter zuverlässig beeinflusst wird. Einzig eine feste Trainingsgruppe am Montagmorgen kommt regelmäßig und planbar. Hier der Videopodcast:
Bezüglich der Nutzung erklärt Dombo, dass Mitglieder mit Vertrag den Trainingsbereich ohne Terminvereinbarung nutzen können. Personen mit medizinischer Indikation benötigen hingegen feste Termine und werden individuell betreut. Interessierte können ein 14-tägiges Probetraining absolvieren, das ebenfalls terminlich begleitet wird, um Fragen zu klären und die Geräte gründlich zu erklären.
Beim Thema Terminvergabe betont Dombo, dass alle Anrufe erfasst werden und Rückrufe erfolgen können. Aufgrund des laufenden Betriebs sei es jedoch nicht immer möglich, sofort ans Telefon zu gehen. Als Alternative steht ein Online-Terminreservierungssystem (OTR) zur Verfügung, über das Termine angefragt werden können. Diese Anfragen gelten zunächst als Reservierungen und müssen vom Team bestätigt werden, um sicherzustellen, dass die Behandlung mit der Qualifikation des jeweiligen Therapeuten übereinstimmt.
Dombo geht zudem auf das Problem der sogenannten No-Shows ein. Werden Termine nicht rechtzeitig abgesagt, entstehen Leerlaufzeiten, die wirtschaftliche Folgen haben. Bei Absagen weniger als 24 Stunden vor dem Termin können Ausfallgebühren erhoben werden, sofern der Termin nicht kurzfristig an andere wartende Patienten vermittelt werden kann.
Online gebuchte Termine werden per E-Mail bestätigt, da die benötigten Basisdaten bereits bei der Online-Buchung eingegeben werden. Das neue Skill-Code-System, ein technologisch fortschrittlicher Bestandteil des Zentrums, befindet sich derzeit noch in der organisatorischen Integration. Die Buchungslogik hierfür werde in Zukunft überarbeitet und erweitert.
Trotz vieler digitaler Prozesse betont Dombo, dass im Zentrum der Arbeit stets der Mensch stehe. Ganzheitliche Betreuung sei ein Anspruch, der jedoch realistisch eingegrenzt werden müsse. Das Zentrum fokussiere sich auf Orthopädie, das muskuloskelettale System und ergänzende Themen. Wichtig sei vor allem Kontinuität: Patienten sollen möglichst durchgehend vom gleichen Therapeuten betreut werden, um Vertrauen und effiziente Behandlung zu gewährleisten. Ausnahmen ergeben sich lediglich durch Schichtdienst, Urlaub oder Krankheitsausfälle.
Am Ende des Gesprächs verweise ich auf die regelmäßige Erscheinungsweise des Podcasts. Hörerinnen und Hörer werden dazu aufgefordert, den Kanal zu abonnieren, um keine Folge von „Dombo Bewegt“ zu verpassen.
Im Moment arbeite ich viel mit dem SmallRig iPhone 17 Pro Max Dual Handheld Kit für meine Videoaufnahmen mit dem Smartphone. Ich habe noch ein größeres Case von SmallRig, aber das ist für den täglichen Gebrauch zu groß und passt nicht in meine Arbeitstasche.
Das SmallRig iPhone 17 Pro Max Dual Handheld Kit ist eine hochwertige, professionelle Rig-Lösung für alle, die mit dem iPhone 17 Pro Max filmen, streamen oder Videos produzieren möchten. Es setzt auf Stabilität und Flexibilität — das Kit umfasst einen robusten Metall-Cage, eine passgenaue Hülle, einen TPU-Softbumper sowie zwei drehbare Griffe (einen davon mit kabelloser Funksteuerung). Das Anbringen der Griffe hat sich gegenüber früheren Ausgaben deutlich verbessert.
Durch das integrierte Schnellverschluss-System (HawkLock H11) lassen sich die Griffe innerhalb von Sekunden sicher befestigen oder abnehmen — praktisch, wenn man schnell zwischen normalem Smartphone-Betrieb und Videonutzung wechseln möchte. Die Griffe sind stufenlos drehbar, und der seitliche Griff kann bei Bedarf auch als Top-Handle fürs Filmen aus niedriger Perspektive verwendet werden.
Der Cage bietet mehrere 1/4”-20-Gewindebohrungen und Cold-Shoe-Mounts für Zubehör wie Mikrofon, Licht oder Stativ — ideal, wenn man das iPhone wie eine kleine Kino-Kamera einsetzen will. Außerdem ermöglicht die mitgelieferte 17 mm-Objektivrückplatte (bzw. optional eine T-Mount Rückplatte) die Montage externer Objektive und Filter — was kreativen Spielraum bei Filmlook und Bildwirkung eröffnet.
Ein cleverer Zusatz: Die Fernbedienung im seitlichen Griff erlaubt das Auslösen von Fotos oder Videos aus bis zu circa 10 Metern Entfernung — praktisch für Selfshots, Interviews oder Aufnahmen aus der Distanz ohne Verwacklungen.
Dank des offenen Designs bleiben alle iPhone-Funktionen zugänglich — Tasten, Anschlüsse, Radar-Sensor, Ultraweitwinkelkamera und sogar Wireless Charging funktionieren weiter — selbst im Rig. Insgesamt verwandelt dieses Kit mein iPhone 17 Pro Max in ein flexibles, mobiles Filmstudio: Es vereint Schutz, Ergonomie und Erweiterungsmöglichkeiten — ideal für Vlogs, Kurzfilme, Livestreams oder kreative Videoprojekte.
Ich freue mich auf mein anstehenden Vortrag im Rahmen der Maisacher Gespräche zur Popkultur (MGP) in der Gemeindebücherei Maisach. Am Mittwoch, 3. Dezember spreche ich um 18 Uhr zum Thema Ein Leben für den Nervenkitzel – Alfred Hitchcock und die Macht der Emotionen. Der Eintritt ist frei. im ganzen Gemeindegebiet wurde plakatiert.
Es gibt Filme, die man betrachtet – und es gibt Filme, die einen betrachten. Das Werk Alfred Hitchcocks gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Wer seine Filme sieht, wird nicht nur Zeuge einer Geschichte, sondern gerät unweigerlich in einen Sog, in eine psychologische Spirale, die sich unbemerkt um das eigene Bewusstsein legt. Hitchcock verstand das Kino nicht als Abfolge bewegter Bilder, sondern als gigantisches Nervensystem, das die Zuschauer direkt an ihre Gefühle anschloss. Er war Regisseur, Architekt und Psychologe zugleich, ein Meister, der nicht nur Geschichten erzählte, sondern die Seele seiner Betrachter sezierte. Seine Filme wirken wie Spiegel – sie zeigen uns weniger die Figuren auf der Leinwand als unsere eigenen Ängste, Begierden und Abgründe.
Hitchcock wusste, dass Angst nicht dort entsteht, wo das Monströse sichtbar wird, sondern dort, wo es sich im Schatten versteckt – im Erwarteten, im Unausgesprochenen, in der Stille vor dem Schrei. Die Spannung, die man heute „Hitchcock’s suspense“ nennt, ist kein technischer Trick, sondern eine existenzielle Erfahrung. Wenn in Psycho die Duschszene beginnt, wenn die Geige sticht wie ein Messer, dann lauscht der eigene Herzschlag plötzlich lauter als die Musik. Die Szene erschreckt uns nicht, weil sie brutal ist, sondern weil sie uralte Gefühle weckt: Verletzlichkeit, Einsamkeit, das Unbekannte, das uns in einem Moment der Intimität überfällt. Hitchcock zeigte, dass Horror nicht im Monster liegt, sondern in uns selbst. Der wahre Schock ist, dass wir uns in jedem Opfer, in jedem Täter wiedererkennen könnten.
In Vertigo führte er die Sehnsucht, die Obsession und das Scheitern an der eigenen Fantasie in neue Tiefen. Diese Liebesgeschichte, die sich als Alptraum tarnt, entfaltet eine beklemmende Wirkung: Man spürt die Verlorenheit des Protagonisten nicht intellektuell, sondern körperlich. Das Spiel mit Realität und Illusion, mit der Frage, wie weit wir für unsere Sehnsüchte gehen, trifft mitten ins Herz. Hitchcocks Filme sind nie nur Handlung – sie sind emotionale Zustände. Sie lassen uns taumeln, sie ziehen uns hinein in Räume, in denen logische Erklärungen verblassen. Kino, so scheint Hitchcock zu sagen, ist kein Fenster zur Welt. Es ist ein Fenster zu uns selbst.
Sein Einfluss geht weit über Genres und Jahrzehnte hinaus. Jeder Thriller, der mit dem Ungewissen spielt, jeder Film, der den Atem anhält, jeder Moment, in dem man im Kinosessel vergisst, wer man neben sich hat oder wie spät es ist – all das trägt Spuren von Hitchcock. Die Vögel, dieses verstörende Lehrstück über das Einbrechen des Unbegreiflichen in den Alltag, ist exemplarisch dafür: Die Angst entsteht nicht durch das Federn und Flattern, sondern durch das Ausbleiben einer Antwort. Warum greifen die Vögel an? Hitchcock verweigert die Erklärung. Er entreißt uns die schützende Ordnung und zwingt uns, mit unserer eigenen Hilflosigkeit zu leben. So entsteht ein Gefühl, das uns lange nach dem Film verfolgt – etwas, das man nicht abschütteln kann, weil es aus dem Inneren kommt.
Hitchcock gelang das Unglaubliche: Er machte aus Kino eine emotionale Versuchsanordnung. Er vertraute nicht auf spektakuläre Effekte, sondern auf die Macht des Blicks, die Spannung zwischen Wissen und Nichtwissen, den Puls des Zuschauers. Seine Kamera ist kein neutraler Beobachter, sondern ein neugieriges Wesen, das uns dorthin führt, wo wir eigentlich nicht hinsehen wollen. Manchmal zeigt sie zu viel, manchmal zu wenig – immer aber zwingt sie uns, die Geschichte aktiv mitzuerleben. Darin liegt Hitchcocks Zauber: Seine Filme passieren nicht vor uns, sondern mit uns.
Noch heute, Jahrzehnte nach seinem Tod, haben Hitchcocks Werke nichts von ihrer Kraft eingebüßt. Sie lassen uns erschauern, staunen, schwitzen. Sie machen uns zu Komplizen, zu Zeugen, zu Opfern unserer eigenen Ängste. Hitchcock hat das Kino nicht nur geprägt – er hat ihm eine neue Sprache gegeben: die Sprache der Ungewissheit, der Obsession, des psychologischen Vibrierns, das uns Grenzen vergessen lässt. Seine Filme wirken nach, wie ein Traum, dessen Bedeutung wir ahnen, aber nie ganz verstehen. Und vielleicht ist genau das die größte Wirkung Alfred Hitchcocks: Er hat uns gelehrt, dass das wahre Grauen, die wahre Faszination und die wahre Spannung nicht im Außen liegen, sondern in jenem tiefen, geheimen Raum, den wir Seele nennen.
Alfred Hitchcock fasziniert uns bis heute, weil er wie kein anderer Regisseur die Tiefen unserer Seele kannte – unsere Ängste, unsere Sehnsüchte, unsere Schuldgefühle. Seine Filme sind mehr als bloße Spannung: Sie sind ein Spiegel unserer inneren Abgründe. Hitchcock verstand es meisterhaft, das Alltägliche in Bedrohung zu verwandeln – ein harmloser Zug, ein Motel am Straßenrand, ein Vogelschwarm am Himmel. In seiner Welt lauert das Unheimliche immer dort, wo wir uns sicher wähnen.
Doch was uns wirklich gefangen nimmt, ist die psychologische Präzision, mit der Hitchcock seine Figuren – und damit uns – seziert. Er zwang uns, hinzusehen, auch wenn wir uns abwenden wollten. Er ließ uns mitschuldig werden, ließ uns zittern, hoffen, atmen und zweifeln. Seine Filme sind Lektionen in Emotion, Spannung und Moral – und zugleich zeitlose Studien über das Menschsein selbst.
Dass wir uns seiner Faszination nicht entziehen können, liegt vielleicht daran, dass Hitchcock nie einfach Angst zeigen wollte. Er wollte sie fühlbar machen. Und das gelingt ihm bis heute – jedes Mal, wenn sich der Vorhang hebt und wir uns unweigerlich fragen: Was, wenn das Böse längst in uns wohnt?
Am 1. Dezember 2025 wäre Peter Thomas 100 Jahre alt geworden – ein Komponist, der wie kaum ein anderer die Klangwelt des deutschen Films und Fernsehens geprägt hat. „Peter Thomas war einer der größten Komponisten populärer Musik, die wir hatten – das Beispiel einer durchgehend unpeinlichen deutschen Künstlerexistenz“, würdigte ihn einst die Süddeutsche Zeitung.
Tatsächlich hat Thomas im Laufe seines über 50 Jahre währenden Schaffens die Musik zu rund 80 Spielfilmen und über 600 Fernsehproduktionen geschrieben. Seine Melodien entfalteten ihre Wirkung über Jahrzehnte hinweg und verbanden Generationen: Viele dieser Themes und Soundtracks sind bis heute Kult. Von den schaurig-spannenden Edgar-Wallace-Krimis bis zur actiongeladenen Agentenfilmreihe Jerry Cotton, von Straßenfeger-Serien wie Der Kommissar bis zu exotischen Abenteuern – stets verlieh Peter Thomas den Bildern mit seinen Einfällen eine unvergessliche musikalische Stimme.
Kein Wunder, dass man in ihm einen Soundtüftler sah, Deutschlands einfallsreichsten Filmkomponisten der 1960er und 1970er Jahre. Mit Innovationskraft, Herz und einem Augenzwinkern schuf er einen neuen Klangkosmos für die Nachkriegszeit. Ich durfte zusammen mit Markus Elfert vom Filmreport ein interessantes Interview mit seinem Sohn Philip führen dürfen.
Besonders leuchtend strahlt bis heute seine Komposition für die Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ (1966). Diese Musik war in ihrer Art einzigartig und bahnbrechend. Thomas mischte hier Stile, die zuvor kaum zusammen gedacht wurden: treibende Beat-Rhythmen und Jazz-Grooves trafen auf Anklänge an klassische Musik und sogar Zwölfton-Klänge . Mit Mut zur Avantgarde integrierte er elektronische Effekte in den Orchesterklang – ein Novum im deutschen Fernsehen jener Zeit. Gleich zu Beginn der Titelmelodie ertönt ein Countdown, gezählt von Thomas’ eigener Stimme durch einen verzerrenden Vocoder – dies war eine der frühesten Anwendungen eines Vocoders in der Populärmusik überhaupt. Zusammen mit dem Tontechniker Hansjörg Wicha hatte Thomas sogar ein eigenes elektronisches Instrument entwickelt, das „ThoWiephon“, dessen spacige Klänge er hier einsetzte. Statt auf ein großes Symphonieorchester setzte er – auch aus Budgetgründen – auf eine kleine Bandbesetzung und machte „aus der Not eine Tugend“: Im Zentrum seines Orion-Sounds steht eine Hammond-Orgel, damals für viele Ohren ein ungewohnter Klang.
Mit ihrem schwebenden, vibrierenden Sound untermalte sie perfekt die unheimlichen und futuristischen Szenen. Diese ungewöhnliche Mischung verlieh Raumpatrouille Orion einen Soundtrack, der so futuristisch wie verspielt war – Musik „vom Mond“, wie Thomas es nannte, die das Publikum gleichermaßen in Staunen und in gute Laune versetzte. Unvergessen sind die bizarren Tanzszenen der Serie, zu denen Thomas eigens den Modetanz „Galyxo“ erfand – ein hüpfender Weltraum-Twist, der die Zuschauer schmunzeln ließ. Thomas’ Orion-Musik wirkte wie ein eigenes Besatzungsmitglied der Orion: Sie trug die Abenteuer am Rande der Unendlichkeit mit, gab ihnen Herzschlag und Humor und machte die Serie zu einer Legende der TV-Geschichte.
Doch Peter Thomas’ Schaffen beschränkte sich keineswegs nur auf ferne Galaxien – er war ebenso der Meister der Großstadtlichter, des kriminalistischen Nervenkitzels und sogar der heiteren Momente. Seine Soundtracks für die Edgar-Wallace-Filme der 1960er Jahre (beginnend mit Die seltsame Gräfin, 1961) begründeten seinen Ruf; mit swingenden Big-Band-Klängen, unheimlichen Orgelakkorden und ungewöhnlichen Geräuscheffekten schuf er in diesen Krimis eine unverwechselbare Atmosphäre. Insgesamt 18 Filme der Edgar-Wallace-Reihe vertonte er und wurde so zum Stammkomponisten dieser populären Gruselserie. Ich liebe den Soundtrack zum Heuler Die Schlangengrube und das Pendel.
Ebenso prägte er den Sound der acht Jerry-Cotton-Agentenfilme (1965–69) mit rasanten, jazzigen Rhythmen und spannungsgeladenen Themen – Musik, die den Puls der Zuschauer beschleunigte und den rauchigen Glamour des New Yorker Gangstermilieus ins heimische Kino holte. Mit diesen Werken avancierte Thomas zu Deutschlands führendem Komponisten für Kriminal- und Actionfilme jener Ära. Seine Kreativität kannte dabei keine Scheu vor kuriosen Einfällen: In einem Wallace-Titelsong wie “Der Hexer“ verarbeitete er schon mal das Jaulen von Hunden, gellende Schreie und Pistolenschüsse als Teil der Musik – Momente subtilen Humors und selbstironischer Augenzwinkerei, die den Hörer überraschten und doch bestens ins Klangbild passten. Diese spielerische Experimentierlust verlieh Thomas’ Krimi-Scores eine besondere Würze.
Auch im Fernsehen hinterließ Peter Thomas unauslöschliche Spuren. Für Serienklassiker wie „Der Kommissar“ (ab 1969), „Derrick“ (ab 1974) oder „Der Alte“ (ab 1977) steuerte er regelmäßig die Episodenmusik bei. Stets traf er den richtigen Ton für die Stimmung – mal melancholisch-nachdenklich, mal gespannt-düster, mal beschwingt. Seine Musik aus Der Kommissar fand sogar den Weg in die Hitparaden: Das Lied „Du lebst in deiner Welt“, gesungen von Daisy Door in einer Folge 1971, entwickelte sich zum Chart-Erfolg und verkaufte sich über 500.000 Mal. Es war ungewöhnlich, dass ein Stück Filmmusik als Single derartig einschlug – ein weiteres Zeugnis dafür, wie Thomas mit seinen Melodien direkt die Herzen des Publikums erreichte. Selbst in Genres wie Western, Komödie oder Dokumentation fühlte er sich zuhause – ob schmissige Marschmusik für abenteuerliche Cowboy-Geschichten oder experimentelle Klänge für Horror- und Sci-Fi-Stoffe, immer bewies er seine enorme stilistische Bandbreite. Dabei blieb Thomas’ Handschrift stets erkennbar: ein Gespür für eingängige Themen, eine Vorliebe für jazzige Harmonien und ein augenzwinkernder Esprit, der in vielen seiner Stücke mitschwingt.
Heute, ein Jahrhundert nach seiner Geburt, wird Peter Thomas als Legende gefeiert. Sein Einfluss auf das Genre des Soundtracks im deutschsprachigen Raum ist kaum zu überschätzen – er hat gezeigt, dass Filmmusik mutig neue Wege gehen kann, ohne ihre Emotionalität zu verlieren. Viele jüngere Komponisten und Bands haben sein Werk als Inspiration entdeckt; so sampelte etwa die britische Band Pulp einen seiner Orion-Titel (“Bolero on the Moon Rocks“) in einem Popsong, und Hollywood-Regisseur George Clooney verwendete Thomas-Kompositionen aus den 60er Jahren in Confessions of a Dangerous Mind (2002) . Wie ein Nachruf treffend bemerkte, lieferte Peter Thomas gewissermaßen „den Soundtrack der westdeutschen Nachkriegszeit“ – kaum ein bekanntes Kinoabenteuer oder eine TV-Serie der 60er und 70er, die nicht von seinen Klängen mitgetragen wurde. Seine Musik hat das Publikum durch ferne Welten geführt, es zum Lachen und Staunen gebracht und ganze Generationen begleitet. Voll Wärme, Witz und Wagemut erschuf Peter Thomas einen Klangkosmos, der bis heute nachhallt.
Besonders betonen möchte ich die Leistung des Stuttgarter Labels Allscore. Das Label beschäftigt sich mit Filmmusik und veröffentlicht unter anderem Werke des Komponisten Peter Thomas. Allscore veröffentlicht Soundtracks, insbesondere aus den 1960er und 1970er Jahren, sowie Musik aus Genres wie Cinematic Music, Beat, Surf und Lounge. Sobald hier eine neue Schallplatte erscheint, wird bestellt. Bitte mehr.
In diesem musisch-poetischen Sinne verneigen wir uns vor einem großen Maestro. Seine innovativen Klangexperimente, sein musikalischer Humor und seine unerschöpfliche Kreativität haben die deutschsprachige Filmmusik für immer bereichert. Auch wenn Peter Thomas selbst nicht mehr unter uns weilt – seine Melodien leben weiter: als Soundtrack unserer Erinnerungen, als Ohrwürmer und Gänsehaut-Themen, die uns immer wieder daran erinnern, was für ein Abenteuer gute Musik sein kann. Danke, Peter Thomas, für diese fantastischen Klangabenteuer. Und danke an Philip Thomas, das er das Erbe des Vaters weiter hochhält.