Langsam kommt das Star Wars-Fieber und ich habe mir in den Schulferien mit meinen Kindern die Original Trilogie Krieg der Sterne, Das Imperium schlägt zurück und die Rückkehr der Jedi-Ritter wieder angesehen. Weil meine Kinder vieles visuell verarbeiten, zeichneten sie nach den Filmen ihre Eindrücke auf. Sie malten Bilder von Luke, Vader, R2D2 und dem Todesstern. Gut kam auch die ATAT und die Tie-Fighter an.
Ich ergriff die Chance und zeigte meinen Kindern, wie so ein Film überhaupt gemacht wurde. Da kam mir das Buch die Star Wars Storyboard von J. W. Rinzler gerade recht. Noch mit frischer Erinnerung an die Filme schauten wir die Storyboards der klassischen Trilogie durch. Es war schön zu sehen, was sich die Artists ausgedacht hatten und wie es die Regisseure George Lucas, Irvin Kershner und Richard Marquand dann in Szene gesetzt hatten. Für uns war das Durchblättern des Bilderbuches eine visuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Star Wars, eine Art Comicbook ohne Sprechblasen.
Storyboards sind Teil der Preproduction, also der Vorproduktion eines Films. Die Zeichnungen sollen auf Basis des Drehbuchs die Szenen erklären, den Bildaufbau festlegen und anhand der Zeichnungen stellt sich heraus, ob ein Film funktionieren wird. Ich habe mal gehört, die ersten Storyboards wurden bei Walt Disney eingeführt.
Das Besondere an dem Buch waren die nicht erzählten Geschichten. In den Storyboards gibt es Handlungsstränge, die in den späteren Filmen nicht mehr vorkommen. So hätte die Star Wars Trilogie auch aussehen können. Diese möglichen Wendungen in der Geschichte zu entdecken und darüber fachsimpeln, das macht doch den Fanboy aus. Also ist dieses Buch nicht nur Literatur für Filminteressierte, sondern es ist eine visuelle Bibel für Star Wars Fanboys.
Am Bahnhof in Passau kommen die Flüchtlinge an – Tag für Tag.
Wir erleben gerade eine Zeitenwende, eine moderne Völkerwanderung. Dabei sind wir an dem Flüchtlingsstrom, der Europa erreicht nicht unschuldig. Jetzt gilt es mit kühlem Kopf die Herausforderung anzunehmen. Ich bin mir sicher, die Welt ändert sich und wir müssen sie aktiv gestalten. Voller Respekt schaue ich zu den vielen freiwilligen Helfern auf, die sich um die Flüchtlinge kümmern. Und ich ziehe meinen Hut vor der Leistung der Bundespolizei und den staatlichen Kräften. Selten habe ich so viele ehrenamtliche und hauptamtliche Helfer gesehen, die Hand in Hand greifen. Das gibt mir Hoffnung für das Gute im Menschen.
Bundespolizei und Helfer nehmen die Flüchtlinge in Empfang.
In einem Seminar verschlug es mich in die Dreiflüssestadt Passau. Ich leitete dort ein Schülerzeitungsseminar für die Redaktion sechzehn12, der Zeitung des Leopoldinum-Gymnasiums. sechzehn12 weil die Schule 1612 gegründet wurde. Am Bahnhof Passau kamen und kommen täglich Flüchtlinge an und werden von Bundespolizei und ehrenamtlichen Helfern in Empfang genommen. Zusammen mit ein einigen Schülerzeitungsredakteuren machte ich daher eine Recherchenexkursion zum Bahnhof. Die Schüler sollten das journalistisch höchst spannende Thema aufgreifen – und zugleich auch etwas fürs Leben lernen. Am Bahnhof fällt als erstes ein großes gelbes Plakat von anmesty international auf. Dort ist zu lesen: „Jeder Mensch hat das Recht in anderen Ländern vor Verfolung Asyl zu suchen und zu erhalten.“
Klare Worte von ai.
Charlotte, die Chefredakteurin der Schülerzeitung sechzehn12, engagiert sich dabei stark in der Flüchtlingshilfe. Provokant fragt sie: „Was wirst du tun?“ Die engagierte 19jährige will helfen und tut es. „Alles geht viel zu schleppend und vieles läuft gründlich verkehrt. Doch Flüchtende warten nicht. Sie haben einiges durchgemacht, da sind ein paar Hindernisse mehr oder weniger auf ihrer Route lästig, beängstigend, aber nicht abschreckend.“ Sie zeigt sich als junger Mensch enttäuscht von der mangelnden Solidarität in Europa. Und auch ich stimme zu: Das ist nicht das Europa, das ich mir vorgestellt habe.
Mit meinen Schülerzeitungsredakteuren mache ich eine Exkursion zum Bahnhof Passau. In der Mitte die Chefredakteurin Charlotte.
Charlotte berichtet von ihren Erfahrungen am Passauer Bahnhof. In ihrem ersten Entwurf ihres Artikels für die Schülerzeitung schreibt sie: „Daraufhin geselle ich mich zu den freiwilligen Helfern, unter denen sich Vertreter aller Altersgruppen finden. Ich zähle insgesamt 15 Anwesende, darunter drei Dolmetscher. Eine von ihnen erzählt mir, dass es sehr schwer einzuschätzen ist, wann, wie viele mit einem Zug ankommen, da selbst die Polizei meistens erst 10 Minuten vor Ankunft Bescheid bekommt. Doch sind sie erst einmal da, werden sie mit allen Kräften versorgt und dann von den Polizisten zur Erstaufnahmestelle gefahren. Dabei geben anscheinend immer mehr an, überhaupt nicht in Deutschland bleiben zu wollen – zu viel Angst vor den Rechtsextremen, sagen sie.
Der nächste Zug wird um 15.23 Uhr erwartet, doch dann kommt die Meldung: die Reisenden werden nicht aussteigen, der Zug fährt gleich weiter. Also wird wieder gewartet, neue Plakate mit „Willkommen“ auf arabisch, englisch und deutsch aufgehangen, das Lager sortiert. Während wir nichts weiter zu tun haben, spreche ich mit Marco, der in meinem Alter zu sein scheint und eineinhalb Stunden entfernt an der Grenze zu Österreich lebt. Er erzählt mir, dass in seinem Dorf oft Flüchtlingsgruppen durchgehen und sich zwar einerseits schnell kleine Hilfstruppen bilden, andererseits aber auch viel negativ über diese Entwicklung geredet wird, vor allem in den Wirtshäusern. Da merkt man richtig, wie sich die Leute gegenseitig aufschaukeln und sich großes Unbehagen verbreitet. Allerdings sagt er auch, dass ihm schon oft aufgefallen sei, dass genau diese Leute, viel weniger extrem sind, wenn sie alleine darüber sprechen. Um 17.20 Uhr kommt dann der nächste Zug an und um die 15 Flüchtende steigen aus – eine syrische Familie mit zwei kleinen Töchtern, der Rest männliche Jugendliche aus Syrien und Afghanistan. Sofort bieten wir ihnen Wasser und Tee an, die Dolmetscher beantworten Fragen und machen anscheinend Späße, denn man hört ab und zu Lachen. Dann wird warme Kleidung verteilt und die Kinder bekommen Süßes. Bei manchen sind es bereits eingespielte Handgriffe und die, die neu dazu gekommen sind, so wie ich, schauen zu und machen nach.“
Die Organisation am Bahnhof in Passau ist eingespielt. Die Flüchtlinge werden registriert und versorgt. Dolmetscher helfen die Sprachbarriere zu überwinden. Interessant ist auch, dass vermeintliche Asylbewerber, die vorgeben aus Syrien zu kommen, aber es gar nicht sind, durch einfache Ansprache auf Arabisch erkannt werden. Die Temperaturen werden niedriger, so wird mehr warme Kleidung benötigt. Etwas gibt etwas zu essen und warme Getränke. Es gibt für die Kinder Spielzeug. Wie die Versorgung im Winter aussehen wird, weiß noch niemand.
Als Schülerin hat Charlotte eine Möglichkeit gefunden, aktiv zu helfen. Sie macht etwas, was ein Schüler machen kann. Sie gibt Nachhilfe. Viele von den Flüchtlingskindern gehen auf die Nikola-Mittelschule und kommen dann anschließend ein- bis zweimal pro Woche in die Bibliothek des Leopoldinums, um dort ihr Deutsch durch einfache Gespräche, Grammatikaufgaben oder Spiele zu verbessern. Eine der Nachhilfelehrer ist Charlotte und ihr Schüler ist der 16jährige Hafiz (Name geändert). Sie erzählt ihm viel von unserer Kultur und unseren Werten. Und sie hat sich auch seine Geschichte angehört und darüber geschrieben. Ihren Artikel gebe ich auszugsweise wieder: „Wir setzten uns etwas abseits in eine Ecke, ich zücke Block und Stift und er fragt mich, wo er anfangen soll. Unsicher, wieweit Hafiz bereit ist, sich mir zu öffnen, sage ich „am Anfang“ und er fängt an. Geboren wurde er in Afghanistan. Mit leuchteten Augen erzählt er mir wie lebendig dort das Leben ist, dass sich alle Kinder auf den Straßen treffen, miteinander spielen und die Älteren von ihnen fast die Erziehungsaufgaben der Eltern übernehmen. „Die Kinder auf den Straßen kennen keine Regeln“, sagt er, „Dass es welche gibt, habe ich auch erst gelernt, als ich älter wurde.“ Doch seine Kindheit war eine glückliche Zeit, am besten würde das ein Sprichwort aus seiner Heimat ausdrücken: „Wenn du 20 Jahre alt bist, hast du 60 Jahre gelebt.“
Seine Mutter ist Lehrerin und brachte ihm Zuhause unter anderem auch Englisch bei. Viel mehr aber war sie wohl seine Beschützerin, denn sein Vater war drogenabhängig, verdiente sich mit Wetten etwas dazu und war Zuhause oft wütend. Eines Tages kam es dann dazu, dass er nichts mehr zu verwetten hatte und so setzte er auf Hafiz, seinen damals 13-jährigen Sohn. Seine Mutter bekam zum Glück früh genug davon Wind, sagte ihm, er solle seine Sachen packen und versteckte ihn für ein paar Tage bei einem Nachbarn. Dieser gab ihnen Geld und den Kontakt zu einer Schleuserorganisation. Somit war Hafizs Reise nach Deutschland beschlossen. Zunächst stand ein neun Stunden langer Fußmarsch in den Iran an. Dort wurde er für zwei Jahre von seiner Tante aufgenommen und fing an, sich mit Nähen Geld zu verdienen, das er seiner Tante gab. Irgendwann sagte sie ihm, ihre Familie könne ihn nicht mehr mit ernähren und er wurde weiter geschickt. Die zweite Etappe bis in die Türkei konnte er in einem Transporter überwinden. Nach zwei Wochen des Wartens brachte man ihn schließlich auf ein drei Meter langes und zwei Meter breites Boot, welches ihn nach Griechenland bringen würde. 51 Menschen quetschten sich neun Stunden auf engsten Raum zusammen, es gab keine Verpflegung, nur eine Schwimmweste für jeden. Kurz vor der griechischen Küste zerschellte dann ihr Boot an einem Felsen. Doch trotz großer Erschöpfung, schafften es zum Glück alle an Land zu schwimmen und Erleichterung machte sich breit. Nach erneuten zwei Wochen Aufenthalt nahm Hafiz dann – bevor Ungarn seine Grenze dicht gemacht hat – die meist gewählte Route: Albanien, Serbien, Ungarn, Österreich und dann, endlich, Deutschland. Insgesamt hat ihn das drei Monate und 4000 Euro gekostet. Nun lebt er schon fast ein Jahr in Passau, spricht gutes Deutsch und hat neue Freunde gefunden, bis jetzt hauptsächlich andere Ausländer. Ich möchte von ihm wissen, was er in Zukunft vorhat. „Arbeiten“, antwortet er sofort, „Schulabschluss machen und mir dann ein neues Leben aufbauen.“
„Und hast du was von deiner Familie gehört?“, frage ich und er schüttelt zunächst nur den Kopf. „Irgendwann habe ich dann meine Tante angerufen. Die hat mir gesagt, dass sie weggezogen wären, aber keine Adresse hinterlassen haben. Ich weiß nicht, wo meine Familie ist. Ich werde sie wahrscheinlich nie wieder sehen.“ Hafizs Stimme ist klar und ruhig, dann sieht er mich direkt an und sein Blick lässt fast keine Trauer zu. „Am Anfang, habe ich oft geweint, doch irgendwann habe ich kapiert, dass ich damit abschließen muss. Ich schaue nach vorne, denn hier ist jetzt mein Leben.“
Steve Jobs Todestag jährt sich heute zum 4. Mal. Foto: Lange
Heute jährt sich der Todestag von Steve Jobs zum 4. Mal. Jahr für Jahr begehe ich diesen Tag mit Trauer und mit der Erinnerung an einen großen Visionär. Viele Geschichten hab ich über ihn geschrieben, doch heute will ich mal über Apple Kleidung schreiben. Nun, die Standardbekleidung des späten Steve Jobs hat Geschichte gemacht: Rollkragenpulli, Jeans, Seakers.
Nun, das Outfit von Steve gibt es nachzulesen: T-Shirt ist ein schwarzer Traveler Cashmere Turtleneck Sweater, Jeans sind Lewis 501 in Blau und die Schuhe sind wohl New Balance Men’s MR993 Running Shoe in Grau. Das Brillenmodell kommt übrigens aus dem Schwarzwald und ist eine Lunor Classics round PP.
2008 bei der Präsentation des MacBook Air. Foto: Lange
Ich habe mal im Keller geschaut, welche Apple-T-Shirts ich noch habe. Es gab eine Reihe von Merchandise-Produkten. Ich fand noch eine Uhr, Feuerzeuge, Stifte, Kofferanhänger, Krawattennadel, Manschettenknöpfe, zahlreiche Laptoptaschen und ich habe einige T-Shirts. Heute will ich zum 4. Todestag von Steve Jobs mal einige dieser T-Shirts vorstellen. Hier eine Auswahl – mehr gibt es im Video zu sehen.
Als Textchef und dann als Chefredakteur unter anderem der MACup hatte ich die Chance, Apple-Veranstaltungen öfters zu besuchen. Damals kamen vor allem IT-Journalisten zu den Treffen, Messen und Seminaren. Das ist heute anders. Aus Apple Computer Inc wurde ja Apple Inc und aus dem Computerhersteller wurde eine Consumer Company. Heute kommen mehr und mehr Lifestyle-Berichterstatter zu Veranstaltungen. Vorbei sind wohl die Zeiten als wir uns über XServe und Co unterhalten haben. Damals gab es immer wieder T-Shirts von der Company aus Cupertino. Und Apple Insider wissen ja, welche Macht ein T-Shirt haben kann im Kampf des Mac gegen Lisa.
Die Standardbekleidung der damaligen IT-Journalisten waren T-Shirts. Da wirkte ich meist wie ein Fremdkörper mit meinem Jackets. Aber dennoch freute ich mich über die T-Shirts. Ein paar gab es umsonst, ein paar kaufte ich mir. Welche Apple-Bekleidung habt ihr? Tragt ihr sie noch? Ich habe zum 4. Todestag von Steve Jobs heute mal das Hemd mit Fliege abgelegt und gehe im T-Shirt (ja ich bin wahrlich ein Revolutionär).
Mit dem ersten Schuss der Armbrust traf ich voll ins Schwarze.
Der erste Schuss ging voll ins Schwarze – ich war schon ein wenig baff, als ich das Schild mit dem Vogelmotiv in den Händen hielt. Treffer! Mein erstes Mal Armbrustschießen und dann genau ins Zentrum getroffen. Konnte es einen besseren Auftakt zum traditionellen Zunftschießen im Armbrustschützenzelt auf dem Oktoberfest geben?
Aber das war es dann auch mit meinem Schützenglück. Die restlichen vier Pfeile verfehlten das Ziel gewaltig. Aber Spaß hat es dennoch gemacht. Einmal im Jahr veranstaltet die Armbrust-Schützengilde Winzerer Fähndl auf dem Oktoberfest ihr Zunftsschießen. Alle Münchner Innungen – oder einstmals Zünfte – waren eingeladen und das Zelt war voll. 30 Mannschaften mit je drei Schützen waren mit dabei. Zusätzlich traten 10 Einzelschützen an. Ich schoss für die Münchner Friseurinnung. Zwar arbeite ich als Pressefuzzi im Grunde für den Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks, aber dessen Chef Christian Kaiser ist auch Obermeister der Münchner Friseurinnung. Also Glück gehabt. Und natürlich weise ich gerne auf die Blogparade zur Wiesn hin.
Anmeldung zum Zunftschießen.
Nach Bezahlen der entsprechenden Startgebühr von 140 Euro inklusive zwei Maß Bier und einem Hendl musste jeder noch eine kostenlose Versicherung abschließen – sicher ist sicher. Dann schnell einen Platz gesucht und das Treiben im Armbrustschützenzelt beobachten. Wir saßen am Tisch des Münchener Vereins, der auch Sponsor der ganzen Veranstaltung war. Die Gespräche waren gut, das Bier auch.
Die Schießanlage im Armbrustschützenzelt auf der Wiesn.
Viele alte Bekannte traf ich, Kollegen mit denen ich einst als Pressereferent der Handwerkskammer zusammengearbeitet habe. Ein freundliches Wort hier, ein Prost dort – die Stimmung war super. Die Organisation durch die Vertreter vom Winzerer Fähndl, der 1887 in München gegründet wurde, war vorbildlich.
Perfekte Einweisung in das Sportgerät.
Die Vereinigung ging aus den Münchner Stachelschützen aus dem Jahre 1406 hervor. Stachelschützen ist ein interessanter Name für Armbrustschützen. Der Umgang mit der Armbrust durch die Vereinsmitglieder war umsichtig. Es wurde viel erklärt und eingewiesen. Die Armbrust war eine gefürchtete Kriegswaffe im Mittelalter. Heute ist sie Sportgerät, aber dennoch ist die Wucht des Pfeileinschlags nicht zu unterschätzen. In Lochhausen hat der Verein heute seinen Sitz und ich durfte mir zur Jahrtausendwende das Gelände einen Tag unter der Führung von Dieter „Didi“ Vierlbeck ansehen. Vierleck ist heute bei der Handwerkskammer die Treppe hoch gefallen und dort in der Geschäftsführung tätig. Sein Engagement für seinen Verein Winzerer Fähndl hat dadurch keinen Abbruch genommen. Der Höhepunkt des Schießjahres sind das Königsschießen, die Deutschen Meisterschaften und das Oktoberfestschießen. Die Gilde beteiligt sich seit 1895 regelmäßig am Oktoberfest-Trachten- und Schützenzug im Landsknechtgwand.
Eine Plakette gab es für die Teilnahme auch.
Die Mitglieder des Vereins betreuen im Armbrustschützenzelt den Schießstand. Geduldig erklären sie den ausländischen Touristen und Greenhorns wie mir das Verfahren. Viele sind fasziniert von der Tradition der Armbrustschützen. Das Ganze wird durch den Mittelalter- und Fantasyhype weiter befeuert. Mir hat es gefallen und für meinen Schuss ins Schwarze musste ich zusätzlich 5 Euro für die Jugendförderung des Vereins zahlen. Bei der Siegerehrung kamen die Friseure nicht vor. Platz 1 ging an die Metallinnung Oberland mit 100 Ringe, Platz 2 an die Malerinnung Oberland mit 99 Ringe und der dritte Platz ging an die Rollladenbauer mit 97 Ringe. Da waren wir weit, weit entfernt.
So gut war ich am Ende des Zunftschießens dann auch nicht.
Die ganze Veranstaltung endete übrigens mit einem dreimaligen Ausrufen von „Gut Bolz“ und dann widmete ich mich meinen Bier- und Hendlmarken.
25 Jahre lag diese Kiste mit DDR-Konsumwaren in meiner Garage. Jetzt öffne ich sie.
Große und kleine Reden gibt es zum heutigen 3. Oktober 2015 – dem 25. Jahrestag der Deutschen Einheit. Ich will den Jahrestag mit einer persönlichen Geschichte würzen und öffne einen Karton, den ich im April 1990 mit Waren aus der damaligen DDR befüllt habe. Warum ich den Karton überhaupt gepackt habe, weiß ich nicht mehr. Vielleicht war es eine persönliche Geste mit der DDR abzuschließen, vielleicht waren es persönliche Erinnerungen. Wenn es eine große Geschichte dahinter gegeben hat, dann hab ich sie vergessen. So groß kann die Geschichte dann doch nicht gewesen sein.
Also mache ich ein klassisches Unboxing zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit. 25 Jahre stand die Kiste dort, den Inhalt hatte ich vergessen. Der Karton war in der Garage auf einem Regal untergebracht. Er ist ziemlich verstaubt und auch schon eingedrückt. Ein Teil der alten Küche hat auf dem Karton gelegen. Die sozialistischen Waren haben die Beeinträchtigung allerdings recht gut überstanden. Die DDR ist zäh.
Cola Flaschen verpackt finden sich in der Kiste.
Ich ging ans Auspacken. Zunächst kamen zwei historische Coca Cola Flaschen aus Ungarn zu Tage. Die Form der Flaschen mag ich noch heute. Eingewickelt waren die Flaschen in Zeitungspapier. Auf einen befanden sich Ratschläge für den Kraftfahrer in der DDR – irgendwie skuril. Die dritte Flasche war dann eine Ost-Cola. Cola Hit (0,65 Mark) nannte sie sich und war mit Coke oder Pepsi nicht zu vergleichen.
Cola hit – war die DDR-Variante von Coca Cola.
Auch kam das Scheuermittel ATA (0,13 Mark) und das Waschmittel Spee (2 Mark) hervor. Schön die Verpackungen der VEB-Kombinate. In der Kiste waren noch zahlreiche Orwo-Filme, das war ein Schwarzweiß-Negativfilm aus der DDR. Den setzte ich für meine journalistische Arbeit ein und der Film war robust und ließ sich gut im Heimlabor handhaben. Es gab noch zahlreiche Verpackungen, ein DDR-Autoaufkleber, ein Schallplattenreinigungstuch (1,80 Mark) sowie Mauerreste, denn ich war ja auch mal als Mauerspecht tätig. Toll ein Beleg der Staatsbank der DDR. Ich tausche 150 DM in 450 Ostmark zum Kurs 1:3.
DDR-Autoaufkleber waren auch dabei.
Sehr interessant war ein Tischkalender von 1989. Schon damals notierte ich mir akribisch meine Termine, um nicht den Überblick zu verlieren. Am 9. November 1989 besuchhte ich übrigens ein Supercharge Konzert und der Rest ist Geschichte.
Viel Spaß mit dem Video, es ist eine Reise in meine Vergangenheit und ja, ich bin froh um die Deutsche Einheit.
Da sage noch einer, die Kirche geht nicht mit der Zeit. Bei einem Besuch der Frauenkirche in Nürnberg fand ich einen sinnvollen Einsatz von QR-Codes. Die Kirche am Hauptmarkt in Nürnberg wird von vielen Touristen aus aller Herren Länder besucht und die katholische Kirche im protestantischen Franken direkt am Hauptmarkt ist wirklich einen Besuch wert. Interessiert schauen sich die Touristen das gotische Gotteshaus an. Es gibt viel zu entdecken. Einen Kirchenführer hat natürlich kaum keiner dabei.
Hier hat die Kirchenverwaltung aber hervorragend vorgesorgt. An Eingang der Kirche gibt es zahlreiche Informationen über die Frauenkirche in verschiedenen Sprachen. Die Kirchenbesucher können sich ein Informationsblatt in ihrer Sprache ausleihen und auf Tour gehen. Nach ihrer Besichtigung sollten sie das Blatt wieder abgeben.
Kirchenführer zum Ausleihen.
Aber die Kirchenverwaltung geht noch einen Schritt weiter. Die Infos gibt es auch im Netzt und können via QR Code geladen werden. Ein Hinweisschild besagt, dass es die Informationen in Deutsch, Englisch und Französisch gibt.
Das Schild ist falsch. Es gibt noch viel mehr Sprachen.
Hab ich gleich gemacht und andere Touristen taten es mir gleich. QR-Code-Reader aktiviert und so kam ich auf die Website der Frauenkirche zu den PDFs. Zu meiner Überraschung gab es die Kirchenführer nicht nur in den drei Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch, sondern in insgesamt elf Sprachen. Super Service, aber wenn davon keiner etwas mitbekommt, dann besteht hier noch Verbesserungsbedarf. Unbedingt sollte das Hinweisschild um auf die ingesamt elf Sprachen ergänzt werden, sonst geht die ganze PR-Wirkung komplett verloren. Gut gemeint, aber leider in der Umsetzung verhungert.
In elf Sprachen wird der Kirchenführer als PDF angeboten.
Einen Witz am Rande gibt es natürlich auch. Die Kirchenverwaltung hat den Kirchenführer, der in der Kirche ausliegt, einfach 1:1 ins Netz gestellt. So habe ich jetzt auf meinem geladenen PDF am Smartphone folgenden Satz: „Um Sie auf ihrem Weg durch diese Kirche zu begleiten, haben wir dieses Blatt entworfen. Damit auch die nachfolgenden Gäste eine Hilfe haben, bitten wir Sie herzlich, dieses Blatt am Ende Ihres Besuchs wieder zurückzulegen!“ Vielleicht sollte ich es einmal probieren.
360 Grad Aufnahme der Frauenkirche Nürnberg. Wer es in 360 Grad sehen will, bitte den nachfolgenden Link klicken.
Josef Wieser und sein Team stylen die Spielerfrauen vom TSV 1860 München.
Ein Fußballtermin, ohne dass ich ein Wort über Fußball verliere, geht das überhaupt? Bei mir ist das kein Problem. Fußball interessiert mich nicht und dennoch hatte ich die Ehre, die Spielerfrauen des Traditionsvereins TSV 1860 München beim Styling ihrer Wiesnfrisuren zu fotografieren und zu filmen. Mal sehen, ob mich der Blog der Landeshauptstadt aufnimmt.
Das war eine Auftragsarbeit für Friseurmeister Josef Wieser. Wieser betreibt erfolgreich mehrere Friseursalons im Landkreis Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech – und noch wichtiger in diesem Fall: Josef Wieser ist überzeugter Löwenfan. Er hat mit seinem Verein einen Deal abgeschlossen: Das Wieser-Team darf die Spielerfrauen vor ihrem Besuch auf dem Oktoberfest stylen. Dazu gehören natürlich Flechtfrisuren und das komplette Make up.
Zunächst waren die jungen Damen noch sehr zurückhaltend. Dies lag weniger an meinen Kameras als vielmehr an der ehrgeizigen Reporterin einer Boulevardzeitung mit vier Buchstaben. Kooperativ war die Kollegin nicht besonders, dafür aber besonders gschaftig (umtriebig). Egal, die besten Geschichten über die Spieler der Löwen kamen sowieso erst, als sie den Raum im ersten Stock der Löwen-Zentrale an der Grünwalder Straße verlassen hatte. Ich durfte das Styling schon im vergangenen Jahr fotografieren und gebloggt habe. Daher erkannten mich einige Damen wieder. Da die Spielerfrauen sich privat unterhielten, werde ich aber auch nichts hier von den Internas wiedergeben. Und vor allem: Eigentlich interssiert es mich gar nicht.
Toll zu sehen war es, wie sich die Spielerfrauen unterschiedlicher Nationen wunderbar verstanden. Die Kommunikation lief auf Bayerisch, Deutsch, Spanisch und auf Englisch ab. Kein Zickenkrieg, sondern Austausch von Freundlichkeiten und gegenseitige Hilfe beim Binden der Dirndl-Schleife. Staunen gab es bei den nichtbayerischen Damen über die Bedeutung der Schleife beim Dirndl. Insider wissen: Eine Dirndl-Schleife verrät den Beziehungsstatus der Trägerin. Vorderseite rechts: in festen Händen, Vorderseite links: noch zu haben, Rückseite, Mitte: Witwe, Vorderseite, Mitte: Jungfrau. Wie soll jemand aus dem Ausland (Preußen) das auch wissen?
Das Team von Josef Wieser arbeitete schnell und konzentriert. Mit seiner Marke Bavarian Beauty kam er bei den Spielerfrauen des TSV 1860 München gut an. Hier das Styling von vier Spielerfrauen – wer weiß, wer zu wem gehört?
Als dann noch der Trainer der Sechziger Torsten Fröhling samt Gattin Ewa zur Stylingtruppe stieß, wurde es Zeit für den Aufbruch. Torsten Fröhling macht einen freundlichen Eindruck und wollte mir etwas über den Spielleistung seiner Mannschaft erzählen. Als ich als Fußballdepp abwinkte, war er verwundert und irgendwie auch erleichtert. Oktoberfest ist ein Jobtermin und er kam dafür extra aus dem Norden heruntergeflogen. Auch die Gattin Ewa wurde vom Wieser-Team gestylt.
Friseurmeister Josef Wieser und Löwen-Trainer Torsten Fröhling.
Gefallen hat ihn wohl das Lob von Friseurmeister Josef Wieser über die Lederhosen. Torsten Fröhling aus Bützow trug Lederhosen mit dem Löwenlogo. „Alle meine Jungs tragen so eine Hose“, erklärte er stolz. Gut, dass er nicht Buben gesagt hat. Und richtig: Als die Spieler der ersten Mannschaft ihre Damen in Empfang nahmen und die Frisuren des Wieser-Teams bewunderten, hatte jeder sein Wiesn-Outfit an. Mit dem Sponsorenbus ging es dann zum Oktoberfest. Josef Wieser ist mitgefahren, ich bin lieber draußen geblieben, sonst müsste ich mich noch über Fußball unterhalten.