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Feste Klassenzimmer für Lehrer oder für Schüler?

19. Juni 2015
Klassenzimmer in Erfurt bei meinem Besuch.

Klassenzimmer in Erfurt bei meinem Besuch.

In der jüngsten Zeit habe ich in meinen Schulungen wieder viel mit Lehrern und Schülern zu tun gehabt. Dabei war ich auch an unterschiedlichen Schulen unterwegs und dort sind mir grundsätzliche Unterschiede in den Klassenzimmern aufgefallen. Es gab Schulen, bei denen die Schüler feste Klassenzimmer haben und die Lehrer wechseln und es gab Schulen, bei denen die Lehrer feste Klassenzimmer haben und die Schüler wandern.
Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, da hatten wir einen festen Klassenraum. Der war mit Postern dekoriert und war am Ende des Schultages komplett vermüllt. Die Lehrer mussten zu uns in den Unterricht kommen. Ausnahmen waren Chemie, Physik, Bio, Kunst, Musik und freilich Sport. Da mussten wir unseren Astralkörper zu den Lehrern in die Fachräume bewegen.

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Dieses System wird von vielen Schulen weiterhin aufrechterhalten. Aber es gibt auch neue Ansätze, die mir sehr gut gefallen. Ein modernes Klassenzimmer enthält heute Beamer, Rechner, Internet und auch Smartboards. Und ich habe subjektiv festgestellt: Wenn es feste Klassenräume für Lehrer gibt, dann funktioniert diese Technik. Die Lehrer kümmern sich um ihre Ausrüstung und kennen sich damit aus. Es fehlt kein VGA- oder HDMI-Kabel und es geht keine Zeit verloren, bis der Unterricht beginnt. Die Lehrer haben ihre Unterrichtsmaterialien eingespielt und begrüßen die Schüler mit einer Präsentation oder einem lustigen YouTube-Video zum Einstieg. Es müssen nicht extra Bücher aus Bibliotheken besorgt werden. Da geht wieder wertvolle Unterrichtszeit verloren, sondern der Büchersatz steht im Klassenzimmer bereit und ist gepflegt. Die Verantwortung geht auf den Lehrer über und er hält seinen Laden/Klassenzimmer in Schuss.
Und ich habe festgestellt, dass die Klassenzimmer sauberer sind. Es liegt kein Müll herum, denn die Lehrer haben ein Auge auf ihren Raum, schließlich sind sie für diesen Raum alleine verantwortlich. Allerdings gibt es weniger Poster an der Wand, wie zu meiner Schulzeit. Und ich glaube, dieses System braucht mehr Räume.
All dies sind rein subjektive Eindrücke von mir. Mich würde mal eure Einschätzung interessieren. Habt ihr Erfahrungen oder Meinungen dazu?

Periscope: Mein Ü-Wagen aus der Hosentasche

1. Mai 2015

Mit Periscope hat Twitter meine journalistische Arbeitsweise revolutioniert. Ich setze das Tool für Live-Broadcasting immer mehr ein und experimentiere damit.


Was ist Periscope? Es ist eine App für iOS (im Moment noch), die einen Twitter-Account vorausetzt. Mit dieser App kann ich mit dem iPhone live auf Sendung gehen und eine Video-Übertragung starten. Periscope ist im Grunde eine Art Live-Übertragungswagen für die Hosentasche und das ist der Hammer.

Sinnvoll ist es, dass sich der Filmer im WLAN bewegt, denn Live-Videostreaming kostet richtig Daten. Das Video wird dann auf die Periscope-Plattform übertragen und Zuschauer können sich einklinken und die Liveübertragung eben live kommentieren. Dies erfolgt zum Beispiel durch Vergeben von Herzchen, zum anderen durch Kommentare. Eine direkte Zuschauerbeteiligung ist möglich. Also der Zuschauer kann live Kommentare abgeben und der Filmer kann auf diese Kommentare reagieren. Der fertige Film wird dann bei Periscope hochgeladen und steht 24 Stunden zur Verfügung. Außerdem wird der Film auf die Camera Roll des iPhones abgespeichert und der Filmer kann den Film bei Bedarf anschließend bei YouTube oder ähnliche Videoplattformen hochladen. Im Moment für mich ein Nachteil von Periscope ist, dass Filme nur im Hochformat aufgenommen werden können. Für mich wäre das Querformat am iPhone sinnvoller, denn wir kennen ja das Vertical Viceo Syndrome. Wie jetzt vom Team Periscope bekannt wurde, soll horiontales Filmen ebenso kommen wie eine App für Android.

Chris Hadfield ist bei Periscope.

Chris Hadfield ist bei Periscope.

Zahlreiche Leute nutzen dieses Tool bereits, darunter der Astronaut Chris Hadfield. Hadfield ist der Typ, der vom Weltraum aus gesungen und getwittert hat. Ich finde diesen Mann super und abends macht Chris Hadfield Musikübertragungen aus seinem Arbeitszimmer. Mir macht das höllisch Spaß.
Wie habe ich das Tool eingesetzt? Ich gebe es zu, ich habe erst einmal damit gespielt. In Ermangelung einer wichtigen Pressekonferenz habe ich die Zubereitung einer Dorade und eines Tintenfisch gefilmt und ins Netz übertragen. Da ich ja kein gelernter Fernsehmann bin, war es für mich ungewohnt, aber das System macht durchaus Spaß. Feedback gleich während der Übertragung. Interessant war auch das Filmen aus dem Fenster bei einer ICE-Fahrt (mit WLAN).

und


Nach einigen Experimenten habe ich das System bei einem Besuch des PresseClubs München gesetzt. Der renommierte PresseClub, bei dem ich einstmals Vorstandsmitglied war, führte eine Veranstaltung zum Thema „Lügenpresse – halt die Fresse“ durch.

Gruppenbild im PresseClub München.

Gruppenbild im PresseClub München.

Ich übertrug den ersten Teil der Veranstaltung mit Alt-OB Christian Ude, Dr. Ulrich Berls (Leiter ZDF-Landesstudio Bayern), Günther von Lojewski (ehemaliger Intendant SFB), Prof. Dr. Alexander Filipovic (Professor für Medienethik an der Hochschule für Philosophie München) und Prof.Dr. Armin Nassehi, (Soziologe an der LMU). Die Moderation hatte Wissenschaftsjournalistin und Presseclub-Mitglied Johanna Bayer. Ich glaube, es war die erste Live-Übertragung mit Periscope aus dem PresseClub München und es hat Spaß gemacht.

Bei einer Presseveranstaltung von Zuora übertrug ich die komplette Veranstaltung ins Netz und stellte zwei Teile der Veranstaltung bei YouTube ein. Zuora ist eine sehr interessante Plattform für Subscription Economy und ich denke, dass diese Plattform sehr vielversprechend ist. Interessant war, dass die deutschen Mitarbeiter von Zuora eher etwas zögerlich bei meinem Vorschlag der Liveübertragung waren, während der Chef des Unternehmens aus dem Silicon Valley Tien Tzuo das Tool kannte und die Übertragung absolut befürwortete.

Ohne Smartphone geht es nicht mehr – Mediennutzung der Jugend

26. März 2015
Wenn das Handy mal kaputt ist, dann ist Panik angesagt.

Wenn das Handy mal kaputt ist, dann ist Panik angesagt.

Was alle wissen, belegt jetzt die einstige Sprachohr der Jugend mit einer neuen Umfrage. Die BRAVO veröffentlichte gestern interessantes Zahlenmaterial, dass sich mit meinen Erfahrungen als Referent an Schulen deckt: YouTube, Apps und Social Media bestimmen immer stärker das Medienzeitbudget von Jugendlichen. Dies bestätigen die jüngsten Ergebnisse aus zwei Umfragen im Youth Insight Panel (YIP) von BRAVO.
So nutzen neun von zehn Jugendlichen (90 Prozent) YouTube mindestens einmal pro Woche, mehr als die Hälfte (60 Prozent) ist inzwischen täglich auf dem Videoportal unterwegs. In der Altersgruppe bis 14 Jahre liegt die tägliche Nutzungshäufigkeit sogar bei 64 Prozent. Zwei Drittel (69 Prozent) der Jugendlichen schaut sich die Clips mindestens 20 Minuten an, bei einem Drittel (36 Prozent) dauert eine Session sogar eineinhalb Stunden und länger. Klassisches Fernsehen hingegen wird nur noch von knapp der Hälfte (47 Prozent) der Befragten oft geschaut. 13 Prozent interessieren sich überhaupt nicht mehr für das frei empfangbare TV-Programm.
Weitere Umfrageergebnisse im Überblick:

  • Musik ist für drei von vier Teenagern (77 Prozent) das wichtigste YouTube-Thema, gefolgt von Comedy (55 Prozent).
  • 71 Prozent der Jugendlichen folgen ihren YouTube-Stars nicht nur auf YouTube, sondern auch auf weiteren Social Media-Plattformen. Hierbei liegt Instagram (50 Prozent) an erster Stelle vor Facebook (45 Prozent) und Twitter (31 Prozent).
  • Lediglich 20 Prozent der Befragten fühlt sich von Produktplatzierungen in YouTube-Clips – insbesondere bei YouTube-Stars – gestört.
  • ProSieben ist bei den Befragten, die oft oder manchmal klassisches Fernsehen schauen, der beliebteste TV-Sender (76 Prozent), gefolgt von RTL (57 Prozent) und Sat.1 (46 Prozent). ARD oder ZDF schaut hingegen nur jeder fünfte Jugendliche (21 Prozent) gerne.
  • Second Screen: Über zwei Drittel der Jugendlichen (71 Prozent) nutzt beim TV-Schauen parallel ein zweites, mobiles Endgerät.

Ohne Social Media Apps geht nichts!
Die Befragung im BRAVO Youth Insight Panel zur App-Nutzung zeigt, dass über drei Viertel der Jugendlichen (77 Prozent) mindestens zwei Social Media- oder Spiele-Apps auf ihren Smartphones installiert haben. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) nutzt unterwegs sogar mindestens vier Social Media Apps. Instagram (49 Prozent) hat dabei Facebook (41 Prozent) in der Gunst der Jugendlichen inzwischen deutlich abgehängt. Abgesehen von klassischen Social Media-Apps stehen Anwendungen für Musik und Games bei den Befragten besonders hoch im Kurs. Insgesamt haben 60 Prozent der Umfrageteilnehmer mehr als zehn selbst heruntergeladene Apps installiert, neun Prozent der Befragten geben an, 40 und mehr Apps auf dem eigenen Smartphone zu haben. Jeder fünfte Jugendliche (20 Prozent) gibt regelmäßig monatlich Geld für Apps aus.

Ich stand mit Joe Cocker am Buffet – ein Nachruf

23. Dezember 2014

Mit 70. Jahren ist Joe Cocker verstorben und die Gazetten sind voll mit Nachrufen über sein musikalisches Lebenswerk. Der Mann hat einiges aufgenommen und wenn ich ehrlich bin, dann gefällt mir so richtig nur Mad Dogs & Englishmen. Diese Aufnahmen haben mich wirklich gepackt. Und ich fand Up Where We Belong im Duett mit Jennifer Warnes wunderbar. Mit den anderen späteren Aufnahmen hat Cocker richtig Geld gemacht, aber ich mochte die Produkte nicht, die mit seinen Songs in Verbindung standen: Ich fand 9 1/2 Wochen einen schrecklichen Werbeclip-Film eines begabten Werbeclip-Regisseurs und wenn ich den Newman Song You Can Leave Your Hat On höre, muss ich an diesen Film denken. Noch schlimmer: Wenn ich Sail Away höre, weiß ich, welches Bier ich garantiert nicht trinken werde. Aber egal, Joe Cocker hat sein Publikum gefunden und nun ist er leider zu früh verstorben.
Eine persönliche Begegnung hatte ich mit ihm am 2. Juli 1989 im Augsburger Rosenaustadion. Er war dort Headlinier eines Open Airs zusammen mit der Kölner Kapelle BAP. Unter anderem trat noch Suzanne Vega auf, die mit ihren leisen Songs fast unterging. Ich war zum Fotografieren dort.

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Cocker lieferte eine gute Show ab und ich hab einige Songs aus dem Fotograben vor der Bühne mitbekommen. Damals war es üblich, dass man zehn Minuten oder die ersten drei Songs eines Künstlers vom Fotograben fotografieren durfte. Da sahen die Herrschaften noch gut aus und wirkten auf den Fotos noch sehenswert frisch. Leider kommen die meisten Künstler erst nach 10 Minuten in Fahrt und sind aufgewärmt und später im Konzert hat man die besseren Actionfotos. Nicht bei Joe Cocker. Er war ein Profi in dem Geschäft und wusste um seine Wirkung. Also positionierte er sich gleich für uns Fotografen richtig und gestikulierte in Cockerscher Manier herum und es gelangen schöne Aufnahmen.
Hinter der Bühne – im so genannten Backstage-Bereich – gab es während des Konzerts immer was zu Futtern und Künstler, Management, Veranstalter und auch wir von der Presse konnten uns an einem aufgebauten schwäbischen Buffet bedienen. Dabei galt es, den Künstlern immer den Vorrang zu lassen. Machen wir auch brav und als wir an der Reihe waren, stand Cocker schon wieder in der Schlange. Gut erzogen wie wir waren – und vor allem um nicht die wertvollen Backstage-Pässe zu verlieren – ließen wir den Sänger vor und so kam es, dass ich hinter Joe Cocker am Buffet stand. Ich weiß nicht mehr, was der Meister von Woodstock alles auf seinem Teller aufhäufte, aber er war ein guter Essen – und ich kann das wahrlich beurteilen. Ich danke ihm kurz für das optimale Posing auf der Bühne, er knurrte etwas und das war meine persönliche Begegnung mit Joe Cocker. Ich kann also sagen: Ich stand hinter Joe Cocker beim Buffet und er hat mich angeknurrt. Reicht nicht gerade für eine Geschichte im Rolling Stone, aber nett war es trotzdem.
Schade, dass Cocker mit 70. Jahren nun verstorben ist. Ich werde mir heute Mad Dogs & Englishmen anhören und bei Youtube den genialen Film mit einem hervorragenden Leon Russell anschauen. Danke für diesen Blues Mr. Cocker

App-Empfehlung: Hyperlapse

7. September 2014

Ich liebe ja Zeitraffer-Aufnahmen. Sie erinnern mich immer an frühe Stummfilme, wenn die Schauspieler sich aufgrund der unterschiedlichen Abspielgeschwindigkeit schnell bewegen. Immer wieder greife ich auf verschiedene Tools zurück und spiele mit ihnen herum. Im Moment experimentiere ich, wie viele andere auch, mit dem neuen Werkzeug von Instagram: Hyperlapse

Das Icon von Hyperlapse

Das Icon von Hyperlapse

Hyperlapse macht mir im Moment riesigen Spaß. Zusammen mit meinen Kindern haben wir am iPhone verschiedene Szenen ausprobiert. Wir haben das iPhone an die Windschutzscheibe ans Auto geklemmt und sind durch die Gegend zum Einkaufen gefahren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wir haben zwei Filme erstellt und sie mit dem Google YouTube Editor zusammengeschnitten und mit Stock-Musik von Youtube unterlegt. Alle die Tools sind kostenlos. Was ist das für eine Welt, in der wir leben? Noch vor ein paar Jahren hätten diese Werkzeuge richtig Geld gekostet.


Die Bedienung ist denkbar einfach, als ob Hyperlapse ein Apple Tool wäre. Es gibt nur einen Button. Dann startet die Aufnahme. Hyperlapse bietet uns zwei Möglichkeiten: entweder eine Zeitraffer-Aufnahme oder eine Art Steadycam-Aufnahme. Die Bildstabilisierungsfunktion ist leistungsfähig. Sehr gut ist auch, dass man das Video dann auf dem Smartphone abspeichern kann. Oder gleich in soziale Netzwerke hochladen. Wir erinnern uns: Instragram gehört zu Facebook.
Es stehen verschiedene Geschwindigkeiten zur Verfügung. Wer 1 einstellt, erhält eine Steadycam-Aufnahme, die kaum Wünsche offen lässt. Ich habe viele Steadycam-Stative ausprobiert und einige sogar gekauft. Die lass ich alle zu Hause. Die eingebaute Steadycam-Funktion ist der Hammer. Steadycam nutzt die gyroskopische Technik des iPhones. Trotz Wackelei kommt am Ende ein ruhiges Bild heraus. Weitere Geschwindigkeiten sind 2, 4, 6, 8, 10 und 12 und die höher die Zahl, desto mehr wird die Zeit gerafft.
Übrigens, Hyperlapse gibt es im Moment nur für iOS. Android soll irgendwann folgen. Und für Windows Phone? Ach, lassen wir das. Was ist das Windows Phone? Und wehe ich sehe einen, der sein iPhone falsch hält und damit dem VVS infiziert ist.

Videos per Stream schauen – Ende des linearen Fernsehens

4. September 2014

Netflix steht bei uns vor seiner Einführung und der Boden ist gut vorbereitet. Netflix wird auch hier mittelfristig ein Erfolg werden, obwohl das erste Angebot und die Preise noch nicht spektakulär sind. Netflix startet wohl ab 16. September bei uns. Amazon bringt endlich seine Setup Box Amazon Fire TV zu uns und wer Prime-Mitglied ist, der zahlt bei der Einführung nur die Hälfte für das neue Gerät. (Update: Nach 8 Stunden wurde dieses Angebot vom Netz genommen).  Und Apple versüßt seit Jahren bei uns mit Apple TV den Filmabend, wobei ich Apple TV mehr und mehr zu Keynote-Präsentationen nutze. Auch Google Chromecast ist ein hervorragender Streaming Media Player, der bei den Leuten gut ankommt

Amazon fireTV kommt jetzt auch zu uns.

Amazon fireTV kommt jetzt auch zu uns.

Es steht fest: Verbraucher schauen sich Videos im Internet überwiegend per Stream an. Drei von vier Internetnutzern (73 Prozent) ab 14 Jahren nutzen Video-Streams. Dies entspricht gut 40 Millionen Bundesbürgern. Dagegen speichert nur gut jeder vierte Internetnutzer (27 Prozent) Videos zunächst per Download, um sie anschließend anzuschauen.

Apple tv läuft bei mir seit Jahren

Apple tv läuft bei mir seit Jahren

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. „Streaming-Angebote verändern unsere Fernsehgewohnheiten dauerhaft“, sagt Dr. Christian P. Illek, Mitglied des BITKOM-Präsidiums. Und da gab ich Illek recht. Per Streaming bestimmen Verbraucher selbständig, wann und wo sie Filme, Serien oder Nachrichten sehen möchten. Ich kann aus meiner Familie berichten. Meine Kinder schauen nicht mehr Sendungen im Fernsehen, wenn der Programmplaner dies vorsieht, sondern sie schauen, wenn sie Lust dazu haben. Lineares Fernsehen gehört der Vergangenheit an. Streaming gehört die Zukunft. Streaming bedeutet eine gleichzeitige Übertragung und Wiedergabe von Inhalten. Dabei wird ein Video nicht dauerhaft auf dem Endgerät des Nutzers gespeichert.

Auch Google spielt mit.

Auch Google spielt mit.

Video-Streaming ist in fast allen Altersklassen weit verbreitet. 87 Prozent der 14- bis 29-jährigen Internetnutzer rufen Videos per Stream ab. Gut drei von vier der 30- bis 49-jährigen (78 Prozent) tun dies, bei den 50- bis 64-jährigen sind es zwei Drittel (65 Prozent). Sogar jeder Dritte ab 65 Jahren (34 Prozent) schaut Video-Streams im Netz. Bei Musik gibt es eine ähnliche Entwicklung und ich habe darüber geschrieben.
Vor allem Videoportale sind bei Internetnutzern beliebt. Gut jeder Zweite (53 Prozent) schaut Videos über Portale wie Youtube, Clipfish oder Vimeo. Fast die Hälfte der Nutzer (46 Prozent) ruft bereits gesendete Beiträge und Sendungen in Online-Mediatheken von Fernsehsendern ab. Gut jeder Dritte (37 Prozent) sieht zumindest hin und wieder das aktuelle Fernsehprogramm als Livestream über eine Internetverbindung. Jeder Fünfte (19 Prozent) nutzt On-Demand-Portale für Serien und Spielfilme wie Watchever, Maxdome oder Amazon Prime Instant Video.
Viele Streaming-Nutzer schauen regelmäßig Videos im Netz. Zwei von fünf (40 Prozent) machen dies mindestens mehrmals pro Woche, jeder Siebte (14 Prozent) sogar täglich. Dabei bevorzugen Streaming-Nutzer kostenlose Videodienste (78 Prozent). Dennoch zahlt bereits fast jeder Sechste (17 Prozent) für kostenpflichtige Angebote.

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Sind Sie eigentlich Youtuber?

31. Mai 2014

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Neulich wurde ich gefragt: “Sind Sie eigentlich Youtuber?” Hm irgendwie schon. Also ich nutze Youtube nahezu täglich und stelle ein ein bis zwei selbstgedrehte Filme pro Woche online. Aber bin ich damit schon ein Youtuber? Ist das eine Berufsbezeichnung?

Die Macht der Google Tochter Youtube ist gewaltig, auch in unserer Familie. Wenn ich meine Kinder betrachte, dann nutzen sie Youtube nicht als klassisches Videoportal, sondern als Suchmaschine. Wenn sie etwas nicht verstehen, dann suchen sie bei Youtube nach einer Erklärung. Visuelle Vermittlung zieht anscheinend besser als Vermittlung über das geschriebene Wort. Und meine Kinder haben recht, Youtube ist ein großes Hilfeportal. Wenn ich eine Erklärung zu einem How to-Problem suche, dann liefert mir Youtube in der Regel eine Antwort. Damit ist Youtube für mich nicht nur eine platte Videoplattform, sondern ein Lerntool.

Und Material ist dort gewaltig zum Anschauen. Es würde rund 1200 Jahre dauern, um die Youtube-Filme eines Jahres anzuschauen – so viel Zeug ist dort gehostet. Im vergangenen Jahr wurden 100 Stunden Videomaterial pro Minute zu Youtube hochgeladen – vom verwackelten Müll bis hin zu großartigen Aufnahmen. Die Upload-Zahlen bei Youtube steigen von Jahr zu Jahr. Hier ein älterer Blogpost von mir mit Zahlen.

Und mit Youtube lässt sich via Google-Werbung Geld verdienen. Es sind nur Centbeträge zunächst, die sich aber rasch kumulieren, wenn das Video fett geklickt wird. Aber ich stelle fest: Meine Videos sind nicht dabei. Wer Zugriffe generiert, der bekommt Geld.

Und gleich wird wieder das Geschrei über Qualität einsetzen. Erinnert mich an die Diskussion um die Filmförderung. Intellektuell sind die Filme prima, nur das Publikum mag sie nicht und der Steuerzahler bezahlt für die Filmförderung. Wie wäre es, wenn ich Filmförderung für meine Youtube-Filme beantrage, denn die große Reichweite habe ich auch nicht – aber lassen wir das.

Auf der #rp14 habe ich in einem Panel erfolgreiche Youtuber kennengelernt, die mit der Plattform richtig Geld verdienen. Sie sind hervorragend vernetzt und ihre Fangemeinde warten regelrecht auf ein neues Video. Richtig gut laufen die so genannten Let’s play-Videos. Hier kommentieren ein bis zwei Spieler den Walktrough durch ein Spiel. Das Material wird auch in meiner Familie konsumiert und auch ich muss zugeben, dass ich mir dann und wann ein Let’s play ansehen und dann eine Kaufentscheidung für ein Spiel treffe.

Die 10 Gebote für den erfolgreichen Einsatz von Content Marketing für SEO

26. Mai 2014

Immer wieder bekomme ich in meinen Kursen die Frage: Wie komme ich bei Google auf die erste Seite? Meine Antwort ist Standard: Wenn ich wüsste, wie Google genau funktioniert, würde ich keine Seminare geben. Dennoch gebe ich natürlich Tipps für SEO, die jeder umsetzen kann, ohne technisch zu tief einzusteigen.

Bei meinen Seminaren  gebe ich Tipps, wie ein einfaches SEO gelungen kann.

Bei meinen Seminaren gebe ich Tipps, wie ein einfaches SEO gelungen kann.

Hier kommt ein Beitrag der Löwenstark Online-Marketing GmbH genau richtig, Sie haben 10 Gebote für den erfolgreichen Einsatz von Content Marketing für SEO zusammengestellt, die ich gerne teile. Beim Content Marketing in der SEO geht es darum, durch hochwertige Inhalte Aufmerksamkeit und Links für die eigene Website zu generieren – sprich: nachhaltige Top-Platzierungen in den Suchergebnissen.

Nur auf die Suchmaschine ausgerichtete Start-, Kategorie- und Produkttexte genügen inzwischen nicht mehr, um eine Website im umkämpften Wettbewerbsumfeld an vorderste Positionen zu befördern. Sämtliche Inhalte von Texten über Bilder bis hin zu Videos müssen mehr denn je auf die Nutzer ausgerichtet sein und diesen einen Mehrwert bieten. Denn Content, der den User zum Verweilen einlädt, wird auch von der Suchmaschine honoriert.

 

Das erste Gebot: „Kenne deine Zielgruppe“

Erfolgreiche Content Marketing-Manager kennen ihre Zielgruppen und wissen, welche  Informationen für sie relevant sind. „Online-Händler sollten die Sprache ihrer Zielgruppe verwenden und über Themen schreiben, die ihre Kunden faszinieren“, erklärt Marian Wurm, von  Löwenstark Online-Marketing GmbH. Themen, die Kunden interessieren, lassen sich zum Beispiel in Kommentaren oder Kundenfragen finden.

Das zweite Gebot: „Erstelle originelle & redaktionell hochwertige Inhalte“

Guter Content regt zum Verweilen an und wird gern von den Lesern weiterempfohlen und geteilt. Guter Content ist exklusiv, redaktionell hochwertig und einzigartig – deutlich qualitativer als von SEO-Texten der letzten Jahre gewohnt. Keyword Stuffing sollten Autoren dabei unbedingt vermeiden – rein auf Keywords optimierte Texte bieten selten spannende und gut zu lesende Inhalte.

Das dritte Gebot: „Biete vielfältigen Content gratis an“

Ob Texte, Infografiken, Videos, Bilder, E-Books oder Streams – es gibt viele Wege, Inhalte passend und ansprechend aufzubereiten und zu präsentieren. „Unternehmen, die abwechslungsreichen Content kostenlos publizieren und verbreiten erhöhen so ihre Chance, von den Usern – und von den Suchmaschinen – wahrgenommen zu werden“, betont der Experte Wurm.

Das vierte Gebot: „Veröffentliche den Content verstärkt auf der eigenen Webseite“

Im modernen Content Marketing werden die Inhalte nicht mehr nur via Linkbuilding auf externen Seiten eingesetzt, sondern sind verstärkt auf den Websites der Händler selbst zu finden. Verbreitet werden sie über die Blogs und Themenseiten der Influenzer. Die Idee ist, dass die User durch das Teilen der Inhalte quasi zu Linkbuildern werden.

Das fünfte Gebot: „Verbreite die Inhalte gezielt über verschiedene Kanäle“

Es gibt im Internet zahlreiche Plattformen, auf denen Unternehmen ihren Content platzieren können – von der eigenen Firmenwebseite über ein Corporate Blog bis hin zu sozialen Netzwerken wie Google+, Facebook, Xing, YouTube oder Pinterest. „Verlieren Sie dabei aber nie ihre Zielgruppe aus den Augen“, warnt Wurm. „Wählen Sie durchdacht die richtigen Kanäle, um Ihren Content zu streuen. Setzen Sie auf Klasse und nicht auf Masse.“

Das sechste Gebot: „Sei Berater, kein Verkäufer“

Es ist wichtig, sich im Netz die Reputation als Experte und Meinungsführer aufzubauen. „Denken Sie beim Content nicht wie ein Verkäufer, sondern wie ein Berater“, rät Wurm. „Stellen Sie auf Ihre Unternehmenswebsite oder Ihr Social Media-Profil Ratgebertexte oder Anleitungs- und Erklärungsvideos, die den Besuchern Mehrwert bieten.“

Das siebte Gebot: „Erzähle wahre Geschichten, keine Märchen“

Wer über sein Unternehmen und seine Produkte faszinierend erzählen kann, hat verstanden, worum es beim Content Marketing geht. Originelle, interessante Inhalte bilden und unterhalten zugleich – zudem verankern sie sich besser in der Erinnerung der User. Wer dagegen flunkert, läuft Gefahr aufzufliegen und an Reputation zu verlieren.

Das achte Gebot: „Ermutige die User zur Interaktion”

Durch exklusive Inhalte, spannende Diskussionen oder Umfragen können Target Groups in die Markenkommunikation eingebunden und zusätzlich zur Interaktion mobilisiert werden. Die Kommentarfunktion und die Einbindung der Social Media-Plug-ins wie des „Like-Button” (Facebook) oder „+1-Button” (Google Plus) in die Unternehmenswebseite ermöglichen den Usern wertvollen Content im Web zu kommentieren, zu verbreiten und weiterzuempfehlen.

Das neunte Gebot: „Gewinne Internetnutzer als Autoren“

Jeder User hat etwas zu Produkten und Leistungen zu erzählen – Stichwort: User-generated Content. Durch Wettbewerbe oder Gewinnspiele können Nutzer als Autoren gewonnen werden, welche eigene Beiträge erstellen und diese über ihre privaten Social Media-Kanäle verbreiten. „Fragen, welche die User selbst aufwerfen und beantworten, liefern genau die Inhalte, nach denen andere Internetnutzer suchen“, pointiert Wurm. „Das wird auch von Google honoriert.“ Positiver Nebeneffekt: Userfragen generieren auch wertvolle Longtail-Keywords.

Das zehnte Gebot: „Schreibe unter deinem echten Namen und nutze den Google Authorship“

Viele Unternehmen posten Content unter dem Unternehmensnamen – das ist verschenktes Potenzial. Echte Autoren, die ihr Google+ Profil mittels des Google Authorship Markups mit Beiträgen auf Unternehmensseiten verknüpfen, erhöhen aus Google-Sicht die Glaubwürdigkeit der Inhalte. „Google Authorships, bei denen ein Foto des Autors neben der Artikelvorschau zu sehen ist, heben sich von anderen Ergebnissen ab, erregen mehr Aufmerksamkeit und erzielen eine höhere Click-Through-Rate“, erklärt Wurm.

 

Berliner Gast- und Lesestube: Joseph Roth Diele

22. Mai 2014
Schöne Atmo in der Joseph Roth Diele zu Berlin.

Schöne Atmo in der Joseph Roth Diele zu Berlin.

Obwohl ich ein digitaler Mensch bin, liebe ich die Klassiker des Journalismus – was ja kein Widerspruch sein muss. Man muss seine Wurzeln kennen, um die seine Zukunft zu gestalten. Ich lese gerne die Geschichten von großen Journalisten der Vergangenheit, von Heinrich Heine, dem rasenden Reporter Egon Erwin Kisch und Joseph Roth. Letzterer ist mir bei meinem jüngsten Besuch in Berlin wieder in den Sinn gekommen.

Schwäbisches Essen in Berlin.

Schwäbisches Essen in Berlin.

Zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach besuchte ich die Joseph Roth Diele an der Potsdamer Straße 75. Bei einem deftigen Abendessen mit schwäbischer Hausmannskost – ich hatte Schweinebraten mit Spätzle – diskutierten wir über den Journalismus.

Die Reporter der damaligen Zeit nutzten die neuen Techniken, die ihnen zur Verfügung standen. Wir waren uns einig: Heute werden es sicher Techniken wie Blogs, YouTube und soziale Netzwerke gewesen.

Dabei war der Ort der Diskussion historisch: Der Filmemacher Peter Funke und seine Frau Ulrike Schuster haben der Joseph Roth Diele neues Leben eingehaucht. Beide sind sehr katholisch und betreiben nebenan den einzigen Berliner Devotionalienhandel. Und, für mich viel wichtiger, sie betreiben die Joseph Roth Diele. Hier ist der Wiener seiner Zunft nachgegangen. Ich soll er hier seinen Roman Spinnennetz geschrieben haben. Das Ehepaar Funke/Schuster haben daraufhin eine Gast- und Lesestube wieder belebt. Das Lokal ist wunderbar und eine Augenweide. Lasst euch bei einem Glas Bier nieder und genießt das schwäbische Essen. Lasst eure Augen über die Hunderte von Fotografien wandern oder greift zu einem Buch von Joseph Roth. Im hektischen Berlin ist die Joseph Roth Diele eine wunderbare Oase der Inspiration. Ein Besuch der Gast- und Lesestube lohnt sich.

 

Filmtipp: King Kong – Produktionstagebücher

23. April 2014

Irgendwann habe ich in einer DVD-Ramschkiste die Doppel-DVD King Kong – Produktionstagebücher mitgenommen und jetzt wieder im Rahmen meines King Kong-Fiebers ausführlich angeschaut.

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Ich muss schon sagen: Peter Jackson hat es einfach begriffen. Er sammelte bei der Produktion mit Herr der Ringe wichtige Erfahrungen, wie ein Film schon während der Produktion zu vermarkten ist und legte eine Fanseite im Netz an. Bei King Kong ging er einen Schritt weiter und veröffentliche auf einer speziellen Website und in YouTube umfangreiche Making of-Berichte und ließ die Fans während der Produktion einen Blick hinter die Kulissen werfen. Trotz aller Geheimniskrämerei bei solchen Großproduktionen war das Webteam von Peter Jackson bei den Dreharbeiten und der Postproduktion mit dabei und dokumentierte das Geschehen. Das gesamte Material wurde als Produktionstagebücher im Web veröffentlicht und es gab es auch als Doppel-DVD.  Ingesamt gibt es  237 Minuten Humorvolles und Interessantes über die Produktion von King Kong zu erfahren.

Es ist im Grunde genial. Der Filmfan Peter Jackson veröffentlicht ein Making of mit den Mitteln des Films. So sollten im Grunde Making of-Inhalte von Filmen dargebracht werden. In der Regel werden Filmbücher veröffentlicht, die auch ihre Berechtigung haben. Aber Hintergrundmaterial in solcher Hülle live im Netz zu einem Blockbuster ist eher eine Seltenheit. Ich finde den Schritt sehr mutig und zeigt, welches Gespür hier Jackson hat.

In der Zeit von September 2004 bis April 2005 kann der Zuschauer zwischen den Drehtagen zu King Kong wählen, die entweder nach Datum oder Drehort sortiert anwählbar sind. Jackson oder Teile seiner Crew berichten, an was sie gerade arbeiten, wie die Umstände der Produktion ablaufen. So erfahren wir aus erster Hand die Infos über eine Großproduktion.

Interessant auch, wie die Darsteller reagieren, als sie die Kamera der Tagebücher-Crew das erste Mal sehen. Sofort kommen die Fragen wie “dürfen die das überhaupt?” Und auch Peter Jackson war im ersten Spot zunächst kurz angebunden und er kannte aber später das riesige Potential der Produktionstagebücher im Web.

Also King Kong-Fans: King Kong – Produktionstagebücher Ansehen und genießen. Und alle Filmverantwortlichen: King Kong – Produktionstagebücher Ansehen und vom Meister Jackson lernen.