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Videos per Stream schauen – Ende des linearen Fernsehens

4. September 2014

Netflix steht bei uns vor seiner Einführung und der Boden ist gut vorbereitet. Netflix wird auch hier mittelfristig ein Erfolg werden, obwohl das erste Angebot und die Preise noch nicht spektakulär sind. Netflix startet wohl ab 16. September bei uns. Amazon bringt endlich seine Setup Box Amazon Fire TV zu uns und wer Prime-Mitglied ist, der zahlt bei der Einführung nur die Hälfte für das neue Gerät. (Update: Nach 8 Stunden wurde dieses Angebot vom Netz genommen).  Und Apple versüßt seit Jahren bei uns mit Apple TV den Filmabend, wobei ich Apple TV mehr und mehr zu Keynote-Präsentationen nutze. Auch Google Chromecast ist ein hervorragender Streaming Media Player, der bei den Leuten gut ankommt

Amazon fireTV kommt jetzt auch zu uns.

Amazon fireTV kommt jetzt auch zu uns.

Es steht fest: Verbraucher schauen sich Videos im Internet überwiegend per Stream an. Drei von vier Internetnutzern (73 Prozent) ab 14 Jahren nutzen Video-Streams. Dies entspricht gut 40 Millionen Bundesbürgern. Dagegen speichert nur gut jeder vierte Internetnutzer (27 Prozent) Videos zunächst per Download, um sie anschließend anzuschauen.

Apple tv läuft bei mir seit Jahren

Apple tv läuft bei mir seit Jahren

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. „Streaming-Angebote verändern unsere Fernsehgewohnheiten dauerhaft“, sagt Dr. Christian P. Illek, Mitglied des BITKOM-Präsidiums. Und da gab ich Illek recht. Per Streaming bestimmen Verbraucher selbständig, wann und wo sie Filme, Serien oder Nachrichten sehen möchten. Ich kann aus meiner Familie berichten. Meine Kinder schauen nicht mehr Sendungen im Fernsehen, wenn der Programmplaner dies vorsieht, sondern sie schauen, wenn sie Lust dazu haben. Lineares Fernsehen gehört der Vergangenheit an. Streaming gehört die Zukunft. Streaming bedeutet eine gleichzeitige Übertragung und Wiedergabe von Inhalten. Dabei wird ein Video nicht dauerhaft auf dem Endgerät des Nutzers gespeichert.

Auch Google spielt mit.

Auch Google spielt mit.

Video-Streaming ist in fast allen Altersklassen weit verbreitet. 87 Prozent der 14- bis 29-jährigen Internetnutzer rufen Videos per Stream ab. Gut drei von vier der 30- bis 49-jährigen (78 Prozent) tun dies, bei den 50- bis 64-jährigen sind es zwei Drittel (65 Prozent). Sogar jeder Dritte ab 65 Jahren (34 Prozent) schaut Video-Streams im Netz. Bei Musik gibt es eine ähnliche Entwicklung und ich habe darüber geschrieben.
Vor allem Videoportale sind bei Internetnutzern beliebt. Gut jeder Zweite (53 Prozent) schaut Videos über Portale wie Youtube, Clipfish oder Vimeo. Fast die Hälfte der Nutzer (46 Prozent) ruft bereits gesendete Beiträge und Sendungen in Online-Mediatheken von Fernsehsendern ab. Gut jeder Dritte (37 Prozent) sieht zumindest hin und wieder das aktuelle Fernsehprogramm als Livestream über eine Internetverbindung. Jeder Fünfte (19 Prozent) nutzt On-Demand-Portale für Serien und Spielfilme wie Watchever, Maxdome oder Amazon Prime Instant Video.
Viele Streaming-Nutzer schauen regelmäßig Videos im Netz. Zwei von fünf (40 Prozent) machen dies mindestens mehrmals pro Woche, jeder Siebte (14 Prozent) sogar täglich. Dabei bevorzugen Streaming-Nutzer kostenlose Videodienste (78 Prozent). Dennoch zahlt bereits fast jeder Sechste (17 Prozent) für kostenpflichtige Angebote.

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Sind Sie eigentlich Youtuber?

31. Mai 2014

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Neulich wurde ich gefragt: “Sind Sie eigentlich Youtuber?” Hm irgendwie schon. Also ich nutze Youtube nahezu täglich und stelle ein ein bis zwei selbstgedrehte Filme pro Woche online. Aber bin ich damit schon ein Youtuber? Ist das eine Berufsbezeichnung?

Die Macht der Google Tochter Youtube ist gewaltig, auch in unserer Familie. Wenn ich meine Kinder betrachte, dann nutzen sie Youtube nicht als klassisches Videoportal, sondern als Suchmaschine. Wenn sie etwas nicht verstehen, dann suchen sie bei Youtube nach einer Erklärung. Visuelle Vermittlung zieht anscheinend besser als Vermittlung über das geschriebene Wort. Und meine Kinder haben recht, Youtube ist ein großes Hilfeportal. Wenn ich eine Erklärung zu einem How to-Problem suche, dann liefert mir Youtube in der Regel eine Antwort. Damit ist Youtube für mich nicht nur eine platte Videoplattform, sondern ein Lerntool.

Und Material ist dort gewaltig zum Anschauen. Es würde rund 1200 Jahre dauern, um die Youtube-Filme eines Jahres anzuschauen – so viel Zeug ist dort gehostet. Im vergangenen Jahr wurden 100 Stunden Videomaterial pro Minute zu Youtube hochgeladen – vom verwackelten Müll bis hin zu großartigen Aufnahmen. Die Upload-Zahlen bei Youtube steigen von Jahr zu Jahr. Hier ein älterer Blogpost von mir mit Zahlen.

Und mit Youtube lässt sich via Google-Werbung Geld verdienen. Es sind nur Centbeträge zunächst, die sich aber rasch kumulieren, wenn das Video fett geklickt wird. Aber ich stelle fest: Meine Videos sind nicht dabei. Wer Zugriffe generiert, der bekommt Geld.

Und gleich wird wieder das Geschrei über Qualität einsetzen. Erinnert mich an die Diskussion um die Filmförderung. Intellektuell sind die Filme prima, nur das Publikum mag sie nicht und der Steuerzahler bezahlt für die Filmförderung. Wie wäre es, wenn ich Filmförderung für meine Youtube-Filme beantrage, denn die große Reichweite habe ich auch nicht – aber lassen wir das.

Auf der #rp14 habe ich in einem Panel erfolgreiche Youtuber kennengelernt, die mit der Plattform richtig Geld verdienen. Sie sind hervorragend vernetzt und ihre Fangemeinde warten regelrecht auf ein neues Video. Richtig gut laufen die so genannten Let’s play-Videos. Hier kommentieren ein bis zwei Spieler den Walktrough durch ein Spiel. Das Material wird auch in meiner Familie konsumiert und auch ich muss zugeben, dass ich mir dann und wann ein Let’s play ansehen und dann eine Kaufentscheidung für ein Spiel treffe.

Die 10 Gebote für den erfolgreichen Einsatz von Content Marketing für SEO

26. Mai 2014

Immer wieder bekomme ich in meinen Kursen die Frage: Wie komme ich bei Google auf die erste Seite? Meine Antwort ist Standard: Wenn ich wüsste, wie Google genau funktioniert, würde ich keine Seminare geben. Dennoch gebe ich natürlich Tipps für SEO, die jeder umsetzen kann, ohne technisch zu tief einzusteigen.

Bei meinen Seminaren  gebe ich Tipps, wie ein einfaches SEO gelungen kann.

Bei meinen Seminaren gebe ich Tipps, wie ein einfaches SEO gelungen kann.

Hier kommt ein Beitrag der Löwenstark Online-Marketing GmbH genau richtig, Sie haben 10 Gebote für den erfolgreichen Einsatz von Content Marketing für SEO zusammengestellt, die ich gerne teile. Beim Content Marketing in der SEO geht es darum, durch hochwertige Inhalte Aufmerksamkeit und Links für die eigene Website zu generieren – sprich: nachhaltige Top-Platzierungen in den Suchergebnissen.

Nur auf die Suchmaschine ausgerichtete Start-, Kategorie- und Produkttexte genügen inzwischen nicht mehr, um eine Website im umkämpften Wettbewerbsumfeld an vorderste Positionen zu befördern. Sämtliche Inhalte von Texten über Bilder bis hin zu Videos müssen mehr denn je auf die Nutzer ausgerichtet sein und diesen einen Mehrwert bieten. Denn Content, der den User zum Verweilen einlädt, wird auch von der Suchmaschine honoriert.

 

Das erste Gebot: „Kenne deine Zielgruppe“

Erfolgreiche Content Marketing-Manager kennen ihre Zielgruppen und wissen, welche  Informationen für sie relevant sind. „Online-Händler sollten die Sprache ihrer Zielgruppe verwenden und über Themen schreiben, die ihre Kunden faszinieren“, erklärt Marian Wurm, von  Löwenstark Online-Marketing GmbH. Themen, die Kunden interessieren, lassen sich zum Beispiel in Kommentaren oder Kundenfragen finden.

Das zweite Gebot: „Erstelle originelle & redaktionell hochwertige Inhalte“

Guter Content regt zum Verweilen an und wird gern von den Lesern weiterempfohlen und geteilt. Guter Content ist exklusiv, redaktionell hochwertig und einzigartig – deutlich qualitativer als von SEO-Texten der letzten Jahre gewohnt. Keyword Stuffing sollten Autoren dabei unbedingt vermeiden – rein auf Keywords optimierte Texte bieten selten spannende und gut zu lesende Inhalte.

Das dritte Gebot: „Biete vielfältigen Content gratis an“

Ob Texte, Infografiken, Videos, Bilder, E-Books oder Streams – es gibt viele Wege, Inhalte passend und ansprechend aufzubereiten und zu präsentieren. „Unternehmen, die abwechslungsreichen Content kostenlos publizieren und verbreiten erhöhen so ihre Chance, von den Usern – und von den Suchmaschinen – wahrgenommen zu werden“, betont der Experte Wurm.

Das vierte Gebot: „Veröffentliche den Content verstärkt auf der eigenen Webseite“

Im modernen Content Marketing werden die Inhalte nicht mehr nur via Linkbuilding auf externen Seiten eingesetzt, sondern sind verstärkt auf den Websites der Händler selbst zu finden. Verbreitet werden sie über die Blogs und Themenseiten der Influenzer. Die Idee ist, dass die User durch das Teilen der Inhalte quasi zu Linkbuildern werden.

Das fünfte Gebot: „Verbreite die Inhalte gezielt über verschiedene Kanäle“

Es gibt im Internet zahlreiche Plattformen, auf denen Unternehmen ihren Content platzieren können – von der eigenen Firmenwebseite über ein Corporate Blog bis hin zu sozialen Netzwerken wie Google+, Facebook, Xing, YouTube oder Pinterest. „Verlieren Sie dabei aber nie ihre Zielgruppe aus den Augen“, warnt Wurm. „Wählen Sie durchdacht die richtigen Kanäle, um Ihren Content zu streuen. Setzen Sie auf Klasse und nicht auf Masse.“

Das sechste Gebot: „Sei Berater, kein Verkäufer“

Es ist wichtig, sich im Netz die Reputation als Experte und Meinungsführer aufzubauen. „Denken Sie beim Content nicht wie ein Verkäufer, sondern wie ein Berater“, rät Wurm. „Stellen Sie auf Ihre Unternehmenswebsite oder Ihr Social Media-Profil Ratgebertexte oder Anleitungs- und Erklärungsvideos, die den Besuchern Mehrwert bieten.“

Das siebte Gebot: „Erzähle wahre Geschichten, keine Märchen“

Wer über sein Unternehmen und seine Produkte faszinierend erzählen kann, hat verstanden, worum es beim Content Marketing geht. Originelle, interessante Inhalte bilden und unterhalten zugleich – zudem verankern sie sich besser in der Erinnerung der User. Wer dagegen flunkert, läuft Gefahr aufzufliegen und an Reputation zu verlieren.

Das achte Gebot: „Ermutige die User zur Interaktion”

Durch exklusive Inhalte, spannende Diskussionen oder Umfragen können Target Groups in die Markenkommunikation eingebunden und zusätzlich zur Interaktion mobilisiert werden. Die Kommentarfunktion und die Einbindung der Social Media-Plug-ins wie des „Like-Button” (Facebook) oder „+1-Button” (Google Plus) in die Unternehmenswebseite ermöglichen den Usern wertvollen Content im Web zu kommentieren, zu verbreiten und weiterzuempfehlen.

Das neunte Gebot: „Gewinne Internetnutzer als Autoren“

Jeder User hat etwas zu Produkten und Leistungen zu erzählen – Stichwort: User-generated Content. Durch Wettbewerbe oder Gewinnspiele können Nutzer als Autoren gewonnen werden, welche eigene Beiträge erstellen und diese über ihre privaten Social Media-Kanäle verbreiten. „Fragen, welche die User selbst aufwerfen und beantworten, liefern genau die Inhalte, nach denen andere Internetnutzer suchen“, pointiert Wurm. „Das wird auch von Google honoriert.“ Positiver Nebeneffekt: Userfragen generieren auch wertvolle Longtail-Keywords.

Das zehnte Gebot: „Schreibe unter deinem echten Namen und nutze den Google Authorship“

Viele Unternehmen posten Content unter dem Unternehmensnamen – das ist verschenktes Potenzial. Echte Autoren, die ihr Google+ Profil mittels des Google Authorship Markups mit Beiträgen auf Unternehmensseiten verknüpfen, erhöhen aus Google-Sicht die Glaubwürdigkeit der Inhalte. „Google Authorships, bei denen ein Foto des Autors neben der Artikelvorschau zu sehen ist, heben sich von anderen Ergebnissen ab, erregen mehr Aufmerksamkeit und erzielen eine höhere Click-Through-Rate“, erklärt Wurm.

 

Berliner Gast- und Lesestube: Joseph Roth Diele

22. Mai 2014
Schöne Atmo in der Joseph Roth Diele zu Berlin.

Schöne Atmo in der Joseph Roth Diele zu Berlin.

Obwohl ich ein digitaler Mensch bin, liebe ich die Klassiker des Journalismus – was ja kein Widerspruch sein muss. Man muss seine Wurzeln kennen, um die seine Zukunft zu gestalten. Ich lese gerne die Geschichten von großen Journalisten der Vergangenheit, von Heinrich Heine, dem rasenden Reporter Egon Erwin Kisch und Joseph Roth. Letzterer ist mir bei meinem jüngsten Besuch in Berlin wieder in den Sinn gekommen.

Schwäbisches Essen in Berlin.

Schwäbisches Essen in Berlin.

Zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach besuchte ich die Joseph Roth Diele an der Potsdamer Straße 75. Bei einem deftigen Abendessen mit schwäbischer Hausmannskost – ich hatte Schweinebraten mit Spätzle – diskutierten wir über den Journalismus.

Die Reporter der damaligen Zeit nutzten die neuen Techniken, die ihnen zur Verfügung standen. Wir waren uns einig: Heute werden es sicher Techniken wie Blogs, YouTube und soziale Netzwerke gewesen.

Dabei war der Ort der Diskussion historisch: Der Filmemacher Peter Funke und seine Frau Ulrike Schuster haben der Joseph Roth Diele neues Leben eingehaucht. Beide sind sehr katholisch und betreiben nebenan den einzigen Berliner Devotionalienhandel. Und, für mich viel wichtiger, sie betreiben die Joseph Roth Diele. Hier ist der Wiener seiner Zunft nachgegangen. Ich soll er hier seinen Roman Spinnennetz geschrieben haben. Das Ehepaar Funke/Schuster haben daraufhin eine Gast- und Lesestube wieder belebt. Das Lokal ist wunderbar und eine Augenweide. Lasst euch bei einem Glas Bier nieder und genießt das schwäbische Essen. Lasst eure Augen über die Hunderte von Fotografien wandern oder greift zu einem Buch von Joseph Roth. Im hektischen Berlin ist die Joseph Roth Diele eine wunderbare Oase der Inspiration. Ein Besuch der Gast- und Lesestube lohnt sich.

 

Filmtipp: King Kong – Produktionstagebücher

23. April 2014

Irgendwann habe ich in einer DVD-Ramschkiste die Doppel-DVD King Kong – Produktionstagebücher mitgenommen und jetzt wieder im Rahmen meines King Kong-Fiebers ausführlich angeschaut.

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Ich muss schon sagen: Peter Jackson hat es einfach begriffen. Er sammelte bei der Produktion mit Herr der Ringe wichtige Erfahrungen, wie ein Film schon während der Produktion zu vermarkten ist und legte eine Fanseite im Netz an. Bei King Kong ging er einen Schritt weiter und veröffentliche auf einer speziellen Website und in YouTube umfangreiche Making of-Berichte und ließ die Fans während der Produktion einen Blick hinter die Kulissen werfen. Trotz aller Geheimniskrämerei bei solchen Großproduktionen war das Webteam von Peter Jackson bei den Dreharbeiten und der Postproduktion mit dabei und dokumentierte das Geschehen. Das gesamte Material wurde als Produktionstagebücher im Web veröffentlicht und es gab es auch als Doppel-DVD.  Ingesamt gibt es  237 Minuten Humorvolles und Interessantes über die Produktion von King Kong zu erfahren.

Es ist im Grunde genial. Der Filmfan Peter Jackson veröffentlicht ein Making of mit den Mitteln des Films. So sollten im Grunde Making of-Inhalte von Filmen dargebracht werden. In der Regel werden Filmbücher veröffentlicht, die auch ihre Berechtigung haben. Aber Hintergrundmaterial in solcher Hülle live im Netz zu einem Blockbuster ist eher eine Seltenheit. Ich finde den Schritt sehr mutig und zeigt, welches Gespür hier Jackson hat.

In der Zeit von September 2004 bis April 2005 kann der Zuschauer zwischen den Drehtagen zu King Kong wählen, die entweder nach Datum oder Drehort sortiert anwählbar sind. Jackson oder Teile seiner Crew berichten, an was sie gerade arbeiten, wie die Umstände der Produktion ablaufen. So erfahren wir aus erster Hand die Infos über eine Großproduktion.

Interessant auch, wie die Darsteller reagieren, als sie die Kamera der Tagebücher-Crew das erste Mal sehen. Sofort kommen die Fragen wie “dürfen die das überhaupt?” Und auch Peter Jackson war im ersten Spot zunächst kurz angebunden und er kannte aber später das riesige Potential der Produktionstagebücher im Web.

Also King Kong-Fans: King Kong – Produktionstagebücher Ansehen und genießen. Und alle Filmverantwortlichen: King Kong – Produktionstagebücher Ansehen und vom Meister Jackson lernen.

 

Ludger Freese, der bloggende Metzger – Vorbild für Social Media im Handwerk

17. Januar 2014

Jetzt ist wieder die Zeit für die norddeutsche Spezialität Grünkohl und Pinkel. Und fällt mir natürlich mein Bloggerkollege Ludger Freese ein. Ludger, in Twitter @lusches genannt, ist Metzgermeister und hat heute unter anderem einen erfolgreichen Partyservice und Online-Shop, nachdem er im vergangenen Jahr seine Metzgerei schoss. In meinem Archiv habe ich einen Vortrag von ihm gefunden, den er beim Landesinnungsverband des bayerischen Bäckerhandwerks gehalten hat. Die Grundaussagen von damals gelten heute noch immmer.

Ludger Freese ist im Netz eine Berühmtheit. Ludger Freese ist der bloggende Fleischer und das Paradebeispiel eines Handwerkers, der mit Social Media-Werkzeugen hervorragend umgeht. Die Internet-Adresse ist http://www.fleischerei-freese.de

Begonnen hatte er im Jahr 2000, als seine erste Website online ging. Auf dieser Seite war ein kleines Forum eingebaut, in dem Kunden Fragen stellen konnten. “Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass das Forum überhaupt nicht lief und ganz schwach besucht war”, so Freese. Aber er hatte auf anderen Plattformen Erfolg. Er war Gastautor in verschiedenen Blogs, unter anderem auf dem Fleischerblog. Dort bekam er ein hervorragendes Feedback. Leute traten mit ihm in Kontakt. “Was liegt also näher, als einen eigenen Blog zu starten und die Themen der Leute aufzugreifen?” fragte er sich.

Grünkohl & Pinkle von @lusches - so wie das Foto auch.

Grünkohl & Pinkle von @lusches – so wie das Foto auch.

Zunächst hatte er aber Bedenken: “Wie ist das mit der Rechtschreibung?” “Schaffe ich es, regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen?” “Finde ich genügend Themen, über die es zu schreiben lohnt?” Aber Freunde und Bekannte haben Ludger Freese Mut gemacht und er startete seinen Blog “Essen kommen” auf WordPress-Basis, die Adresse ist http://blog.fleischerei-freese.de/. Die Community hat das Engagement gewürdigt und seinen Blog weiterempfohlen. “Ich konnte es nicht glauben, was da passiert ist. Die Zugriffszahlen meines Blogs stiegen in die Höhe und vervielfachten sich.” Jetzt müssen die User bei Laune gehalten und regelmäßig mit Themen versorgt werden. Das regelmäßige Schreiben fiel ihm leichter als gedacht. “Es muss nicht täglich sein, aber wichtig ist ein dauerhaftes Engagement. Das kann auch ein Blogbeitrag einmal die Woche sein. Öfters ist aber sicher besser.”

Gleichzeitig trat Freese in Kontakt mit anderen. “Ich kommentiere in anderen Blogs und mische mich in Diskussionen ein. Ich zeigte Präsenz im Netz und zog mich nicht nur auf meine Website zurück.” Gerade der Vernetzungsgedanke ist bei Ludger Freese zu spüren. Er fing an, verschiedene Plattformen auszuprobieren. Heute ist Freese unter anderem auf Facebook, Twitter, Xing, Foursquare und vielen anderen Plattformen zu finden.

“Es ist ein riesiges Fenster, was da durch soziale Netze aufgeht”, so Freese. Es sei eine enorme Macht, die in sozialen Netzen liege, und gerade das Handwerk sollte die Chance erkennen. “Dabei geht es nicht vordergründig darum mehr zu verkaufen und höhere Umsätze zu erzielen, sondern es geht um den Kontakt mit den Leuten.” Die höheren Umsätze folgen ganz von alleine. Freese integrierte in seine Website einen Online-Shop und verschickt seine Waren innerhalb Deutschlands. Und es wird bestellt, vor allem, wenn es regionale Saisonwaren wie Grünkohl gibt. Es gibt zahlreiche eigene Wurstkreationen, wie verschiedene Grillwürste oder die legendäre world wide wurst.

Klassische Massenmedien wie Zeitungen und Fernsehsender berichten regelmäßig über die Fleischerei in Visbek und ihren bloggenden Chef. Das schafft neue Aufmerksamkeit und neue Kontakte, aus denen Kunden werden.

Und Ludger Freese hat eine enorme Freude daran und ist sich nicht zu schade, einen Spaß mitzumachen. “Auch wenn es meine Kinder schon kritisch sehen, was der Papa da so macht. Aber stolz sind sie auf ihren alten Herrn auch.” Freese weiter:  “Man muss schon über sich lachen können, das verstehen einige Kollegen überhaupt nicht.” Er dreht Videos und beantwortet dabei schon mal die Frage, wie man eine Bierflasche ohne Öffner aufbekommt – mit Suppenkelle und Fleischermesser. Ein Renner unter den YouTube-Videos. Das schafft Reichweite und Kultstatus.

Wichtig ist für Freese seine Kunden in Geschäftsentscheidungen miteinzubeziehen. Es wird regelmäßig in Votings gefragt, welche Mittagsgerichte beispielsweise in dem angeschlossenen Restaurant serviert werden sollen. “So was bietet sich für das Friseurhandwerk doch auch genial an”, so Freese, der Innungsmeister und stellvertretender Kreishandwerksmeister in seiner Region ist. “Es geht nicht darum perfekt zu schreiben, sondern es geht darum authentisch zu sein.”

Natürlich reagieren seine Umgebung und manche seiner Kollegen skeptisch über so viel neue Kommunikation. “Das ist keine Spielerei, sondern Arbeit, die Spaß macht.” Freese ist auf zahlreichen Kongressen unterwegs und stellt seine Social Media-Aktivitäten vor, wie unlängst beim Kommunikationskongress in Berlin. Aber auch bei der Handwerkskammer in Oldenburg oder kleinen Guerilla-Seminaren seiner Kreishandwerkerschaft wird Ludger Freese nicht müde, sein Konzept zu erläutern. Ich hab ihn bereits mehrmals getroffen und erlebt. So such beispielsweise beim Landesinnungsverband des bayerischen Bäckerhandwerks. Dort habe ich seinen Vortrag für YouTube mitgeschnitten.

Wichtig sei es, natürlich zu bleiben und keine Werbung zu machen. Es gibt keinen Post nach dem Motto “100 Gramm Salami für 1,10 Euro”. Ehrlichkeit und Natürlichkeit – das zähle im Netz und schlage sich auch in den Zahlen nieder. Die Website habe durchschnittlich 3000 Besucher pro Tag. Seit März 2007 hat Freese 1300 Artikel in den Blog eingestellt und über 7000 Kommentare erhalten.

“Ich sehe in sozialen Netzwerken wie Blogs, Facebook und Twitter eine riesige Chance für das Handwerk, denn Kunden informieren sich heute im Netz. Also muss das Handwerk ins Netz. Es geht um Kunden und um den Dialog mit Kunden – so einfach ist das”, so Ludger Freese.

Dies ist ein Auszug aus meinem Buch Social Media für Friseure. Dort gibt es Ausführungen zu Social Media und einige Fallbeispiele. Ludger Fresse ist eines davon. Das Buch gibt es gerade reduziert beim Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks. Ich helfe viele Handwerker bei ihren Schritten in soziale Netzwerke.

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Social Media nimmt weiter zu – aktuelle Zahlen

12. Dezember 2013

Vier von fünf (78 Prozent) Internetnutzern in Deutschland sind in einem sozialen Netzwerk angemeldet und zwei Drittel (67 Prozent) nutzen diese auch aktiv. Das berichtet der Hightech-Verband Bitkom auf Grundlage einer aktuellen Studie zur Verbreitung sozialer Netzwerke. Dies hat mich doch schon sehr erstaunt, denn ich fand die Zahlen sehr hoch. Wer aber auf den zweiten Blick hinschaut, wird feststellen: die Bitkom hat Recht. Viele sehen in sozialen Netzwerken Plattformen wie Facebook und Twitter, aber wir dürfen die vielen mobilen Plattformen wie Instram, Vine, Shuttersong oder auch YouTube denken.

Ich bin viel ganzen Land zum Thema Social Media unterwegs. Ich führe dabei nicht strickt Buch, sondern es ist oftmals auch Bauchempfindung. Danach sind die Nutzerzahlen vor allem bei den Älteren stark gestiegen. Das sagt auch die Bitkom. 55 Prozent der Internetnutzer in der Generation 50-Plus sind derzeit in sozialen Netzwerken aktiv. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren waren es erst 46 Prozent.

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Interessant ist aber der Grund, warum die Generation Silbersurfer in sozialen Netzwerken aktiv ist. Meiner Erfahrung nach ist es nicht, die Möglichkeit Aussagen zu posten, zu kommentieren, Bilder einzustellen oder Videos zu teilen. Es ist oftmals so, wenn man Leute nach dem Grund fragt, kommt die Antwort: Früher hat mich der Sohn, der Neffe, der Enkel am Wochenende angerufen. Heute sagt er zu mir: Schau doch ins Facebook, dann siehst du was ich mache. Die Generation schaut und informiert sich. Sie postet weniger. So waren Frauen bei der Nutzung sozialer Netzwerke bislang deutlich überrepräsentiert, jetzt konnten die Männer annähernd gleichziehen: 68 Prozent der weiblichen Internetnutzer sind aktive Mitglieder in den Netzwerken, bei Männern sind es 67 Prozent. Vor zwei Jahren waren dagegen erst 61 Prozent der Männer in sozialen Netzwerken aktiv.

Laut Umfrage konnten sich in Deutschland neben dem mit Abstand beliebtesten Netzwerk Facebook andere Communitys mit Erfolg etablieren oder neu in den Markt einsteigen. 56 Prozent der Internetnutzer sind aktive Mitglieder bei Facebook. Es folgen die Netzwerke Stayfriends mit 9 Prozent, vor Werkenntwen mit 8 Prozent und Xing mit 7 Prozent. Jeweils 6 Prozent der Internetnutzer sind bei Twitter und Google+ aktiv.. Im Schnitt sind Internetnutzer in Deutschland in 2,5 sozialen Netzwerken angemeldet und in 1,4 aktiv.

Am stärksten werden soziale Netzwerke freilich von den Jüngeren genutzt: 87 Prozent der 14- bis 29-Jährigen Internetnutzer sind aktive Mitglieder. Mit einem Anteil von 83 Prozent haben fast alle in dieser Altersgruppe ein Profil bei Facebook. Jeweils 9 Prozent nutzen Twitter, Google+ oder das Foto-Netzwerk Instagram. Die Musik-Community Soundcloud nutzen unter den Jüngeren 4 Prozent und die auf Fotos, Grafiken und Animationen setzenden Communitys Tumblr und Pinterest jeweils 3 Prozent. Sieben von zehn aktiven Mitgliedern (69 Prozent) nutzen die Netzwerke täglich. Ein Drittel sind Intensivnutzer, die eine Stunde oder länger pro Tag aktiv sind. Unter den 14- bis 29-Jährigen sind es mit 52 Prozent sogar mehr als die Hälfte.

Die Netzwerke werden im Wesentlichen zu vier Zwecken genutzt: Kommunikation, Information, Organisation und Unterhaltung. Laut Bitkom-Umfrage wollen sich 73 Prozent der Nutzer mit Freunden austauschen und 47 Prozent den Kontakt mit ihrer Familie pflegen. 38 Prozent informieren sich über das Tagesgeschehen, 36 Prozent wollen neue Kontakte knüpfen und 35 Prozent organisieren ihre Freizeitaktivitäten mit Hilfe der Netzwerke.

Was nun Medienministerin Ilse Aigner?

13. Oktober 2013

In Bayern haben wir mit Ilse Aigner eine neue Medienministerin. Ursprünglich war die Medienpolitik in der Staatskanzlei angesiedelt, aber nach der Kabinettsumbildung durch den Ministerpräsidenten kümmert sich jetzt die Superministerin Aigner um die Medien.

Wir erinnern uns: Ilse Aigner hatte sich als Bundesverbraucherministerin mit Facebook angelegt und gilt ja als Verweigerung des wichtigsten sozialen Netzwerkes. Und mit dieser Einstellung soll Ilse Aigner sich um Medienpolitik und -entwicklung im Freistaat Bayern kümmern. Wir kennen ja die Sprüche Laptop und Lederhose.

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Ich bin da sehr, sehr gespannt, wie die Ministerin jetzt vorgeht. Vor allem weil sich Ministerien und Verwaltungen nicht mehr hinter der Datenschutzargument verstecken können. Der extrem Facebook-kritische Landesdatenschützer von Schleswig-Holstein Thilo Weichert hat vor dem Verwaltungsgericht Schleswig eine Schlappe erlitten. Behördenchef Thilo Weichert wollte Firmen untersagen lassen, die Dienste von Facebook zu nutzen. Jetzt ist klar: Firmen in Schleswig-Holstein dürfen auch künftig Fanseiten in dem sozialen Netzwerk betreiben. Sie dürfen nicht für das verantwortlich gemacht werden, was Facebook mit den Daten seiner Nutzer anstellt. Die Betreiber von Fanseiten haben keinen Einfluss auf die im Hintergrund stattfindende Datenverarbeitung, so das Gericht.

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Eine Schlappe für Weichert und Klarheit in Sachen Facebook. In Bayern nutzt die von der Staatskanzlei betriebene Seite Bayern.de unter anderem Facebook und YouTube. Bei der erstmaligen Nutzung der Webpage können die User die sozialen Netzwerke per Klick aktivieren. Ob es diese Regelung der Medienministerin Ilse Aigner gefällt? Und ich bin mal gespannt, ob sie ihre Haltung als Verbraucherschützerin auch als Superministerin ihren Kabinettskollegen mitteilt. Schließlich sind einige ihrer Ministerkolleginnen wie Hadertauer oder Merk in Facebook aktiv. Und auch ihr Chef Seehofer hält sich in Facebook auf. Und hatte Seehofer nicht eine große Facebook-Party in der Münchner Nobeldisco P1 organisieren lassen? Oder hält sich Aigner an Adenauer nach der Meinung, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Es wird spannend, wie die Medienpolitik in Bayern weitergeht und wie sich Ilse Aigner verhält.

 

Social Media: Musikerin Amanda Palmer entlarvt Daily Mail wegen Brüste

22. Juli 2013

Der Social Media-Klassiker United von Dave Carroll ist hinlänglich bekannt. Ein Musiker stellt eine Fluggesellschaft bloß und zeigt die Macht von sozialen Netzen. Die jüngsten Vorfälle um Amanda Palmer haben das Zeug zum neuen Klassiker. Es zeigt, wie sich eine Musikerin gegen ein britisches Massenmedium wehrt und enorme Aufmerksamkeit im Web bekommt. Das Massenmedium mit seiner Arroganz wird bloßgestellt und seine Voyeurismus entlarvt. In der alten Zeit der Massenmedien hätte sie verloren, dank Web 2.0 und Social Media kann sie sich erfolgreich wehren.

Quelle: Dailey Mail - im Original ohne Blau.

Quelle: Dailey Mail – im Original ohne Blau.

Was ist passiert? Beim Glastonbury Festival trat die US-amerikanische Sängerin Amanda Palmer auf und rockte die Hütte. Amanda Palmer ist bekannt für ihren extravaganten Kleidungsstil. Bei so viel musikalischen Engagement rutsche beim Singen ihre Brust aus dem BH und war kurzzeitig zu sehen. Das war ein gefundenes Fressen für die englische Boulevardzeitung Daily Mail. Das Massenmedium machte am nächsten Tag mit dem Nippelgate auf. Making a boob of herself!  Auf die Musik der Musikerin ging das Blatt übrigens keine Zeile ein. Das Online-Angebot der britischen Tageszeitung gilt mit 110 Mio Zugriffen pro Monat als erfolgreichste News-Seite der Welt. Die Mehrheit der Besucher kommt aus dem Ausland, vor allem den USA, der Heimat von Amanda Palmer.

In der alten Welt der Massenmedien hätte sich Amanda Palmer auf den Kopf stellen können. Sie wäre der Berichterstattung ausgeliefert gewesen. Doch nicht im Social Media-Zeitalter. Sie schlug bei einem der nächsten Konzerte im Londoner Roundhouse zurück. Sie spielte nur im Kimono bekleidet einen Andrew Lloyd Webber-Walzer aus Evita, aber mit neuem Text, speziell über die Daily Mail.

Sie sang:

dear daily mail,
it has come to my recent attention
that me recent appearance at glastonbury festivals kindly received a mention
i was doing a number of things on that stage up to and including singing songs (like you do…)
but you chose to ignore that and instead you published a feature review of my boob

dear daily mail,
there’s a thing called a search engine: use it!
if you’d googled my tits in advance you’d have found that your photos are hardly exclusive
in addition you state that my breast had escaped from my bra like a thief on the run
you do you know that it wasn’t attempting to just take in the RARE british sun?

dear daily mail,
it’s so sad what you tabloids are doing
your focus on debasing women’s appearances ruins our species of humans
but a rag is a rag and far be it from me to go censoring anyone OH NO
it appears that my entire body is currently trying to escape this kimono….

dear daily mail,
you misogynist pile of twats
i’m tired of these baby bumps, vadge flashes, muffintops
where are the newsworthy COCKS?
if iggy or jagger or bowie go topless the news barely causes a ripple
blah blah blah feminist blah blah blah gender shit blah blah blah
OH MY GOD NIPPLE

dear daily mail,
you will never write about this night
i know that because i’ve addressed you directly i’ve made myself no fun to fight
but thanks to the internet people all over the world can enjoy this discourse
and commune with a roomful of people in london who aren’t drinking kool-aid like yours

and though there be millions of people who’ll accept the cultural bar where you have it at
there are plenty of others who’re perfectly willing to see breasts in their natural habitat

i keenly anticipate your highly literate coverage of upcoming tours

Gesagt und getan. Amanda Palmer zog den Kimono aus und spielte nackt ihren Song weiter – nur die Handschuhe behielt sie an. Selbstverständlich wurde der Auftritt von mehreren Zuschauern mit dem Smartphone mitgefilmt und bei YouTube gepostet. Innerhalb kurzer Zeit verbreitete sich die Kunde im Netz. Mehre Videos wurden gepostet.

Die Daily Mail ging mit keinem Wort auf die Reaktion ein. Amanda Palmer hielt mit ihrer Aktionskunst der Boulevardpresse einen Spiegel vor und berichtete auch in ihrem Blog darüber.

Ich fand die Aktion großartig, weil sie zeigt, welche Macht ein Einzelner hat. Es zeigt sich, wie sich die Welt geändert hat. Die Videos haben inzwischen mehrere Tausend Klicks.

Blog-Geburtstag: 5 Jahre redaktion42.com

20. Juli 2013

Mein Blog redaktion42.com feiert heute seinen 5. Geburtstag. Es freut mich wirklich, wie sehr dieses Experiment gewachsen ist und welche Erfolge es zu verzeichnen hat. Ich habe sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen. Fünf Jahre harte Arbeit, die mir aber als Betreiber Spaß gemacht haben und es immer noch tut.

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Wie kam es zu diesem Blog? Ich gebe ja seit mehreren Jahren recht erfolgreich Seminare, unter anderem auch zum Thema Web 2.0. Dort zeige ich, wie sich die Welt verändert. Mit meinem Freund und Kollegen Thomas Gerlach saß ich vor fünf Jahren zusammen und wir kamen auch auf das Thema Blogosphäre zu sprechen. Uns war klar, dass wir nicht über Blogs referieren können, ohne wirklich dabei zu sein. Es gibt schon genügend Schwätzer, die über Sachen abstrakt philosophieren, ohne es zu praktizieren.

Also – gesagt, getan. Wir beide gingen ans Bloggen. Als Basis wählte wir die kostenlose Online-Version von WordPress. Doch was sollte der Inhalt sein? Wir beide verfolgten unterschiedliche Konzepte. Während der Kollege Gerlach zweimal die Woche zu speziellen Themen aus der Medien- und Internetbranche schreibt, versuche ich jeden Tag einen bunten Blogpost zu schreiben. Während seine Zielgruppe spitz und elitär ist, sollte mein Blog breit aufgestellt sein, er sollte vor allem Spaß machen. Daher wählte ich als Untertitel auch: Der Blog des digitalen Nomaden Matthias J. Lange. Wie ursprünglich Blog als grass-roots movement schreibe ich eine Art Tagebuch: Ich schreibe über die Dinge, die mich bewegen, die mir auffallen, die ich erfahre. Nach fünf Jahren können wir feststellen: Mein Blog ist der erfolgreichere, hat eine deutlich höhere Reichweite. Es stellt sich heraus, dass sich die User gerne mit den alltäglichen Dingen im Netz beschäftigen und da sind sie bei mir an der richtigen Adresse.

Als gelernter Tageszeitungsjournalist, späterer Pressesprecher und anschließend Textchef und Chefredakteur mehrerer IT-Zeitschriften habe ich vor dem Schreiben keine Angst. Schreiben ist Passion und manches Mal auch ein reinigender Prozess. Aber ich musste auch feststellen, das Schreiben für einen Blog etwas anderes ist, als Schreiben für Papier. Ich liebe es für meine Leser zu schreiben. Aber: Ich will nicht über SEO-Maßnahmen philosophieren, aber natürlich ist Google einer meiner Hauptleser. Kurz und gut: ich musste meine Scheibe ändern und zwar komplett.

Das beginnt ganz einfach mit den Überschriften. Ich beherzige hier einfach mal die Tarzan Regel der Mainpost. Die Regel besagt: wenn der Text über Tarzan geht, muss Tarzan in die Überschrift. Als Printjournalist war ich es gewohnt, blumige Überschriften zu schreiben, die den Leser neugierig machen. Als Onliner, der auch für Google schreibt, muss ich klar schreiben, um was es in dem Post geht. Jeden Tag muss ich also die Gretchenfrage stellen. Schreibe ich schöne Texte für Menschen oder schreibe ich schöne Texte, die von Google gefunden werden? Am Ende ist das Leben wie immer ein Kompromiss.

Dann musste ich lernen, verstärkt auf visuelle Elemente zu setzen: also Bilder und vor allem Videos. Ging früher im Blogpost ohne Bild online, so sollte heute mindestens ein Bild und ab und zu ein Video dabei sein. Visuelle Elemente erhöhen die Aufmerksamkeit beim User und dann wird der Text auch gelesen. Zudem wurde der Blog über Facebook, Twitter, Xing, Linkedin und YouTube sowie Pinterest beworben, um die Reichweite zu steigern.

Und was sie auch lernen musste ist die Personalisierung. Waren die Texte zunächst klassisch journalistisch geschrieben, wandelte sich die Sprache im Laufe der Zeit. Während es im klassischen Journalismus eine absolute Trennung der journalistischen Darstellungsformen gibt (zumindest in der Theorie), vermischt sich in meinem Blog die berichtende und kommentierende Form. Viele meiner Artikel enthalten heute eine klare Meinung von mir.

Diese Personalisierung spiegelt sich auch im Layout des Blogs wider. Hatte ich als Hauptbild früher ein nettes Foto von der GC aus Leipzig, wechselte ich es durch einen Porträtbild von mir aus. Und siehe da, die Zugriffszahlen und die Interaktion, sprich die Kommentare, stiegen. Wenn ich heute auf Veranstaltungen gehe, erkennen mich so manche Besucher. Das beste Beispiel war die re:publica dieses Jahr in Berlin. Als Journalist früher konnte ich unerkannt Veranstaltungen besuchen – das ist durch meinen Blog heute vorbei.

Viele Menschen wurden auf mich durch meinen Blog aufmerksam. Ich habe viele Kommentare, viel Feedback und viel Anregungen bekommen. Und ich habe auch so manche Freundschaft geschlossen, Dafür ganz, ganz herzlichen Dank. Aber ich habe auch richtig viel Ärger bekommen. So mancher Leser, so mancher Firma waren überhaupt nicht einverstanden mit meiner Meinung. Damit muss ich wohl auch leben.

Danke für die Treue und auf geht‘s zu den nächsten fünf Jahren. Die Welt ändert sich und ich will dabei sein.