In 360 Grad-Aufnahmen sehe ich das nächste heiße Ding. Und es kommt nicht erst, sondern es ist schon da. Wir brauchen jetzt die Geschichten für 360 Grad-Aufnahmen, sei es im Foto-, sei es im Video-Bereich.
Panorama-Aufnahmen gibt es schon lange, jetzt werden die Panoramen geschlossen und ein klassischer Ausdruck ist damit unmöglich. Wie will ich ein 360 Grad-Bild ausdrucken? Das Betrachten am Rechner, Tablet und vor allem am Smartphone wird wichtiger. Früher habe ich 360 Grad Bilder mit Bubbli-App aufgenommen. Das dauerte allerdings seine Zeit und Bewegung war nicht auf den Bildern nicht festzuhalten. Dann hatte Google auf seiner Konferenz im Frühsommer angekündigt, das Thema 360 Grad zu hypen. Wenn Google sich dem Markt annimmt, dann wird es interessant. Kameras auf GoPro-Basis wurden vorgestellt. Die entsprechenden Apps wurden aktualisiert und vereinfacht. Die Google Street-View App wurde kräftig aufgemotzt und beinhaltet nun 360 Grad-Aufnahmen. Ich habe bereits im Tourismus-Bereich ein wenig damit herumgespielt.
Ich habe mit der Google Street-View App herumgespielt. Unten der Salon des Hotel Prinz Luitpold Bades in Bad Hindelang.
Im Moment warte ich auf meine Panono-Kamera aus Berlin. Die sollte eigentlich 2014 ausgeliefert werden. Dann wurde sie verschoben und nun hieß es vor zwei Wochen, dass es zur Auslieferung kommt. Dann wieder nicht. Der Versand scheitert aber noch an einem lizenzrechtlichen Problem.
Als Übergang und Experimentiergerät habe ich mir von Ricoh die Ricoh Theta M15 gekauft. Es ist eine witzige Consumerkamera in bunten Farben, die sich über das iPhone steuern lässt. Die Auflösung ist noch nicht der Hammer, aber es ist ein Anfang. Wer etwas mehr Geld ausgeben möchte, der wählt die Theta S. Diese Kameras können auch kurze Videosequenzen in 360 Grad drehen und da wird die Sache wirklich interessant.
Ich spiele derzeit mit der theta360 herum.
Wir brauchen neue Geschichten für diese Kameras. Es reicht nicht mehr eine Geschichte linear zu erzählen, sondern der Zuschauer bestimmt, was er schaut. Das ist vollkommen neu und eine Herausforderung. Schaue ich bei einem Konzert die Band auf der Bühne oder die flotten Zuschauerinnen im Publikum an? Neue Geschichten braucht das Land! Die Ideen sind zahlreich, jetzt geht es an die Verwirklichung.
Hier die Schuldenspirale in der bayerischen Landesausstellung zu Napoleon in Bayern.
Und es geht in Deutschland die Rechte-Debatte wieder los. Mir ist es bei einem 360 Grad Foto passiert, dass Passanten gesagt haben, dass sie nicht aufs Foto möchten. Klar, es ist ihr gutes Recht. Und die Leute haben sich hinter mich gestellt. Bei einem 360 Grad Foto? Hallo? Gehts noch? Wir haben noch kein Gefühl für 360 Grad Bilder und ich bin gespannt, wann die ersten Klagen eingehen.
YouTube hat einen eigenen 360 Grad Videokanal gestartet, der bei mir als Mac-User derzeit unter Chrome läuft. Es ist total witzig und höchst spannend, was hier passiert. Meine Gattin hatte neulich eine Achterbahn-Fahrt mit der Theta m15 gedreht und es war für alle faszinierend, die rasante Fahrt zu verfolgen: Die Berg- und Talfahrt, die aufgerissenen Augen der Achterbahnfahrer, die schöne Gegend – viele Geschichten in einem Bild. Leider konnten wir aus den oben genannten Gründen der Persönlichkeitsrechte das Video nicht veröffentlichen. Ein Spaß war es allemal.
Und wenn wir die neuen Vorstellungen von VR-Brillen in die Überlegung miteinbringen, kommen wir zu einer völlig neuen User-Experience. Die Orculus Rift wird kommen, die Microsoft-Brille HoloLens kommt 2016 ganz gewiss und kleine Versionen von VR-Brillen sind bereits verfügbar. Sehr rührig ist Zeiss seiner VR-Brille VR One. In Kürze kommt es zu einer praktischen Anwendung auf einer Karrieremesse.
Die VR-Brille VR One von Zeiss.
Die Deutsche Bahn setzt beim Gewinnen von Fachkräften auf digitale Angebote: Auf dem Karrieretag in München stellte die DB erstmals einen 360-Grad-Film vor, bei dem der Betrachter mit der Virtual-Reality-Brille VR One des Optikspezialisten Zeiss in unterschiedliche Berufe bei der DB eintauchen kann – in der ICE-Instandhaltung, auf einem Stellwerk oder beim Gleisbau. Mit der Zeiss VR One-Brille konnte sich der Betrachter in der durch den 360-Grad-Blickwinkel erzeugten „Erlebniswelt ICE-Werk“ umsehen und die DB-Berufe hautnah erleben.
Blick auf das schöne Bad Hindelang von meinem Hotelzimmer aus.
In meinem Urlaubsort Bad Hindelang habe ich eine Entdeckung gemacht. Der Ort Bad Hindelang im Allgäu will Digitalisierung, Tourismus und Ökologie in Einklang bringen. Das Ganze ist ein Beitrag im Wettbewerb „Zukunftsstadt” im Wissenschaftsjahr 2015.
Einer der Partner vor Ort ist der Hotelier Armin Groß in dessen Hotel Prinz Luitpold Bad ich ein paar Tage Urlaub verbracht habe. „Für die Stadt der Zukunft gibt es viele Ideen, die das Leben in der Stadt verbessern. Diese mit den Bürgern zu diskutieren, gemeinsame Visionen für die Zukunft zu entwickeln und in ersten Städten zu erproben – darum geht es im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung“, erklärt mir Armin Groß. Bad Hindelang ist eine von 51 Städten in Deutschland, die ausgewählt wurden. Ziel ist es eine ganzheitliche und nachhaltige Vision 2030+ zu entwickeln. Klingt gut, jetzt schaun wir mal, was daraus wird. Bad Hindelang sei in der Startphase, so Armin Groß. Sein Hotel arbeitet hier mit dem Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier, dem Allgäuer Anzeigeblatt, dem Elektrizitätswerk Bad Hindelang eG, dem Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik, dem Tourismusbeirat Bad Hindelang und dem freien Journalisten Thomas Niehörster zusammen.
In Phase 1 des Wettbewerbs werden dafür gemeinsame Ziele und Synergien bereits angestoßener Digitalisierungs-Initiativen identifiziert. Präferenzen und Prioritäten werden diskutiert. Ideen gibt es scheinbar schon einige, jetzt müssen sie mit Leben erfüllt werden. Eine gemeinsame Vision über die digitale Tourismusgemeinde soll entstehen. Dem vielfach bereits in der Wirtschaft praktizierten „Open-Innovation-Ansatz“ zum Vorbild werden verschiedene Akteure am Prozess beteiligt. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Projekt entwickelt und ich werde es mir immer wieder ansehen.
Christian Erik Berkenkamp ist ein Geschichtenerzähler
Bamberg ist eine schöne Stadt. Ich war ein paar Mal im oberfränkischen Bamberg und habe ich zahlreiche Führungen durch die Stadt Bamberg mitgemacht. Hauptsächlich ging es um das Thema Bier in Bamberg. Es gibt im Bamberg eine spezielle Art von Rauchbier. Jetzt habe ich einen neuen Stadtführer entdeckt, mit dem ich gerne auf Touren gehen möchte. Er heißt Christian Erik Berkenkamp und firmiert unter den coolen Namen Bamberk.
In einem Interview habe ich das Nordlicht Berkenkamp kennengelernt und ich muss zugeben, seine Führungen durch Bamberg sind sehr, sehr persönlich. Im besten Marketingdeutsch würde man heute sagen, Berkenkamp ist Storyteller.
Ja, Christian Erik Berkenkamp ist ein
Geschichtenerzähler und das macht seine Führungen aus. Er selbst schreibt über sich: „Mein Ziel ist, Ihren Besuch mit einer ganz besonderen Führung zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen, indem ich Ihnen die Stadt auf eine einmalige Weise nahe bringe.“
Ich habe ihn zufällig bei einer anderen Führung durch Bamberg getroffen und wir sind ein wenig ins Gespräch gekommen. Mit seinem eindrucksvollen Hut macht der Stadtführer eine imposante Erscheinung. Berkenkamp verspricht seinen Kunden: „Die schönsten Bamberger Sagen und Legenden erwecke ich auf Rundgängen durch Bambergs enge Gassen, weite Plätze und schönen Straßen auf märchenhaft schöne Art zu neuem Leben. Meine Gäste lassen sich von den Worten der Erzählungen verzaubern, und vor ihrem inneren Auge erscheint das alte Bamberg mit seinen Heiligen, Sündern, Kaisern, Bürgern und Patriziern.“
Als ich dieses Bild vom Hotel GoldGemäuer in Facebook postete, war die Resonanz meiner Freunde eindeutig: Romantisches Edgar Wallace-Hotel.
Meine Facebook-Freunde erinnerte es an Edgar Wallace.
Und für mich waren die beiden Nächte im Ochsenfurter Hotel ein besonderes Erlebnis. Anders als die klassichen Business-Hotels, in denen ich sonst übernachte, hat das Hotel GoldGemäuer in Ochsenfurt einen eigenen Charme. Individualität wird hier großgeschrieben und diese Individualität drückt sich in zahlreichen Details aus. Die Chefin des Hauses, Sabine Gold ist auch immer auf der Suche nach historischen Schmakerl wie Vasen, Schlüssel, Schränkchen. Als ich mein Zimmer bezog, arbeitete sie gerade mit einer Mitarbeiterin an einer neuen, alten Vitrine. Das Hotel GoldGemäuer liegt in der verkehrsberuhigten Altstadt von Ochsenfurt direkt an der alten Ochsenfurter Stadtmauer.
Ich wohnte im Dachgeschoss des alten Gemäuers in dem Zimmer Dicker Turm. Der „Dicke Turm“ ist ein romantisches Zimmer mit 20 qm Grundfläche und einer verwunschenen Schlafecke – ich hab allerdings klassisch im Bett geschlafen.
Mein Zimmer: Dicker Turm
Es liegt gleich neben dem Gästezimmer „Nikolausturm“. Mein Zimmer ist ganz in Blautönen gehalten mit einem hellen Laminatboden und romantischem, cremefarbenen Doppelbett und Tagesbett. Das Badezimmer ist ausgestattet mit Dusche/WC, Haarfön, Kosmetikspiegel und Kneipp Wellnesskorb. Auch prima: Es gibt ein Teetablett mit Wasserkocher und verschiedenen Teesorten. Das Zimmer „Dicke Turm“ ist im dritten Stock des Vorderhauses aus dem 18ten Jahrhundert und hat Blick auf die historische Ochsenfurter Stadtbefestigung.
Ich kam mit dem Zug an, aber vor allem für Radfahrer ist das Hotel gut vorbereitet. Unterfranken hat in diesem Bereich ein hervorragend ausgebautes Radewegesystem. Radler können ihre Fahrräder sicher und geschützt in dem Innenhof des Hotels abstellen. Autofahrer müssen ein wenig laufen, denn es gibt keinen Hotelparkplatz oder Tiefgarage.
Empfehlenswert ist auch die kleine Bibliothek im Wintergarten. Gerade zum Entspannen kann der Gast hier bei einem Schoppen Wein runterkommen. Wer es lieber digital haben will, dem steht ein kostenloser WLAN-Anschluss im gesamten GoldGemäuer zur Verfügung.
Auch ein Top-Hotel muss sich immer wieder verbessern. Stillstand ist in der schnelllebigen Tourismus-Branche gleichbedeutend mit Rückschritt. Nur wer weiter optimiert, neue Idee umsetzt, der hat auch künftig eine Chance ein Publikumsmagnet zu sein. Dies bestätigte Klaus-Dieter Graf von Molke, unter anderem Eigentümer des Nobelhotels Egerner Höfe in Rottach-Egern am Tegernsee.
Klaus-Dieter Graf von Molke (Mitte) im Interview mit Thomas Gerlach und mir.
Zusammen mit meinem Kollegen Thomas Gerlach traf ich den charismatischen Grafen zum Interview. Ein Anziehungspunkt des Hauses ist natürlich die Sterneküche von Michael Fell. Hier kommen Veränderungen auf uns zu. Einige Male konnte ich in diesem Gourment-Tempel bereits speisen und wurde bisher noch nie enttäuscht. Die Dichterstub’n ist ein Hort der Gastlichkeit und der Haute Cuisine. Aber nun zieht die Dichterstub’n um. „Wir werden die Dichterstub’n in einem neuen Kleid präsentieren“, verrät Klaus-Dieter Graf von Molke. Die Dichterstub’n bleibt natürlich auf dem Gelände der Egerner Höfe, zieht nur in einen anderem Raum. Mit einem Kamin in der Mitte und fünf, sechs Tischen wird Sternekoch Michael Fell seine Küche in einer neuen Qualität zelebrieren. Der eingeführte Markenname Dichterstub’n bleibt auch künftig erhalten. Das bedeutet, die Bilder der Heimatdichter von der späten Münchner Schule aus der Sammlung von Professor Jost werden auch wieder aufgehängt, aber nicht alle. Es werden vier Bilder in dem neuen Ambiente des Gourmet-Restaurants zu sehen sein. Ich werde mir das neue Ambiente sicherlich in Kürze ansehen und darüber bloggen. Das neue Gourmet-Restaurant ist am 1. Mai 2015 geöffnet.
Über seinen langjährigen Freund und Sternekoch Michael Fell weiß der Graf nur Gutes zu berichten, was natürlich kein Wunder ist. „Michael Fell ist genau so ein Typ, wie ich ihn mag“, so Graf von Molke. „Er ist eckig, stur wie ein Panzer – ein richtiger Typ eben“, sagt er „und er spinnt – postiv“, schiebt er hinterher. „Das verbindet uns. Wir spinnen auf ganz hohem Niveau.“ Fell entwickle mit seiner Genialität immer wieder Kreationen, die zu einem kulinarischen Hochgenuss führen.
Graf Molke und Michael Fell verbindet der Begriff der Nachhaltigkeit. „Ich habe Michael Fell immer davor gewarnt vor Tester zu kochen. Für uns ist entscheidend, dass wir Menschen auf höchstem Niveau ein Geschmackserlebnis vermitteln.“ Die Gäste müssen sagen, es war ein großartiger Abend. „Und ich möchte, dass die Leute sich nicht nur an den schönen Bildern in der Dichterstub’n, an dem großartigen Service, sondern dass sie sich an den Geschmack erinnern.“ Dieser Erinnerung an den Geschmack der Speisen soll nicht nur eine neue Erfahrung sein, sondern vor allem auch vertraut. „Küche ist Heimat“, so Graf von Molke. Daher haben die Egerner Höfe auch ein wunderbares kleines Kochbuch mit dem Titel „So schmeck Heimat“ herausgebracht. „Wenn wir es schaffen, mit Geschmäckern, mit Ingredienzien, mit Materialien, die wir kennen, die heimisch sind, die uns vertraut sind, dieses alles in einer handwerklichen Maximalform zu gestalten – das ist für mich das Maximum des Handwerks und das ist für mich Haute Cuisine.“
„Die Kunst zu Leben ist die Kunst zu Genießen“, so die Widmung von Sternekoch Michael Fell.
Aber der Graf hat auch klare Vorstellungen über den Tourismus im Tegernseer Tal. „Wir müssen den Tourismus entwickeln.“ Dies sei schon ein großes Stück weit passiert. Das Durchschnittsalter der Gäste der Egerner Höfe habe sich gesenkt. „Wir haben uns einige Jahre verjüngt“. Das Tegernseer Tal habe durchaus das Potential für junge Familien. „Und wir haben eines der besten Preis-Leistungsverhältnisse, die man sich überhaupt vorstellen kann.“
Deutliche Worte hat Klaus-Dieter Graf von Molke auch zum Thema Web 2.0 und Kommunikation. „Es ist nicht nur für mich eine neue Art der Kommunikation, es ist schlicht und einfach ein Zeichen der Evolution der Kommunikation. Wir haben einen Mitarbeiter, der sich ausschließlich um Online-Medien kümmert. Es war eine ganz konkrete Entscheidung, so jemanden einzustellen.“ Klar ist für den Grafen: „Die Zukunft gehört den schnellen Medien.“ Da nütze es nichts herumzujammern. „Das ist die Zukunft.“
Das Kochbuch „So schmeckt Heimat“ ist bei den Egerner Höfen direkt zu beziehen.
Bei meinem Besuch der eindrucksvollen Wieskirche in der Nähe von Steingaden entdeckte K2 zahlreiche Löffel. K2 war fasziniert von den dargebotenen Löffeln in den Geschäften vor der Kirche. Einstmals gab es in diesen Läden für die Pilger ausschließlich Devotionalien wie Heiligen Bilder, Kreuze, Amulette oder sonstiger Heilsbringer. Unter anderem gab es auch Löffel. Heute sind diese Devotionalienhändler eher zu Kitsch- und Ramschläden verkommen. Neben Rosenkränzen gibt es Tischdecken, Ansichtskarten, lustig bedruckte T-Shirts und allerlei Nippes.
Bei mich faszinierten die Löffel. Also machte ich mich ein wenig auf die Suche nach der Geschichte von Löffeln. Der Löffel war für mich und meine Kinder das erste Ess-Instrument, noch vor Messer und Gabel. Obwohl meine K1/2 schon größer sind, darf ich ihre Babylöffel nicht wegschmeißen. Sie hängen sehr an ihren Löffeln. Und auch bei mir entdeckte ich Löffel im Keller, die mir zu meiner Taufe geschenkt wurden. Diese nennen sich Patenlöffel. Sie symbolisieren für mich, dass der Täufling immer genügend zu essen haben soll. Freunde von mir berichten, dass sie zu ihrer Hochzeit entsprechende Hochzeitslöffel geschenkt bekommen haben. Ich interpretiere die Schenkung so, dass das junge Ehepaar nie Hunger leiden soll.
Verwandte von mir sammelten Löffel mit Motiven von Städten darauf. Diese Städte hatten sie besucht und bei jedem Besuch kauften sie einen Löffel, einmal mit dem Wappen der Stadt, einmal mit dem Bild einer Sehenswürdigkeit. So kam bei einigen meiner Verwandten eine stattliche Sammlung zusammen. Ich selbst bekam von meiner Großmutter einstmals einen solchen Löffel geschenkt. Aber ich habe mich entschlossen, keine Sammlung an Löffeln zu beginnen. Löffel sind nicht so mein Ding.
Durch das Interesse von K2 an den Löffel mit Heiligenmotiven in der Wieskirche recherchierte ich ein wenig. Der Löffel gilt als ein Symbol der Macht. Ich habe gelesen, dass der Löffel an manchen Orten auch eine Art Rechtsstatus symbolisiert. Der Löffel demonstriert den Herrschaftsanspruch noch heute in einigen ländlichen Gegenden. Bauernfamilien vererben das Besteck des Bauern an seinen Nachfolger weiter – der Löffel des Hofes wird übergeben. Hier symbolisiert der Löffel eine Art Erblöffel.
Viele kennen noch den Spruch, er hat den Löffel abgegeben. Das bedeutet den Tod eines Menschen.
Wer im Hotel nächtigt, der kennt die kleinen Türanhänger aus etwas dickeren Papier. Diese Anhänger sind meist hinter der Zimmertür zu finden. Sie haben die Aufschrift auf der einen Seite „Bitte nicht stören“ und auf der anderen Seite steht „Bitte Zimmer aufräumen.“ Meist gibt es noch ein Farbleitsystem. Grün heißt „Reinkommen ist ok“, Rot heißt „Draußen bleiben“.
Diese Anhänger werden bei Bedarf einfach an die Türklinke des Hotelzimmers gehängt und das Reinigungspersonal weiß, was zu tun ist. So kann es nicht passieren, dass die Reinigungstruppe mit den Worten „Housekeeping“ die Zimmertür aufreißt, während man selbst noch beim Anziehen ist. So etwas soll es schon gegeben haben. Ich habe es mir daher zur Angewohnheit gemacht, beim Schlafengehen, dass „Bitte nicht stören“-Schild und meine Tür zu hängen und Ruhe vor Störungen zu haben.
Mein Bett aus dem 19. Jahrhundert im Hotel Prinz Luitpold Bad.
Bei meinem jüngsten Urlaub im Allgäu im wunderbaren Wellnesshotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang, entdeckte ich eine besondere Variante dieser Türanhänger. Dazu folgernder Hintergrund: Ich nächtigte in der so genannten Ludwig II.-Suite des Allgäuer Hotels. Im Zentrum meines Schlafzimmers stand ein antikes Bett mit feinen Holzarbeiten aus dem 19. Jahrhundert.
Schwäne am Bett – passt also zu Ludwig II.
Die wunderbaren Holzlegearbeiten zeigten Schwäne und auch am Kopf waren Holzschwäne angebracht. Das passt alles zu unserem König Ludwig II. Links und rechts vom Bett hängen zwei Bilder, eines von König Ludwig II. und eines von seinem Märchenschloss Neuschwanstein.
„Audienz wird gewährt!“ – Zimmer aufräumen.
Die Türschilder hatten die Aufschrift „Wichtige Regierungsgeschäfte – Störung unerwünscht“. Das Schild war in Rot. Und die Variante „Bitte Zimmer aufräumen“ lautete im Hotel Prinz Luitpold Bad „Audienz wird gewährt!“ Und das Schild war in einem freundlichem Grün. Zudem gab es auf beiden Seiten des Schildes das Logo des Hotels.
Hier hat das Hotel Prinz Luitpold Bad seine CI konsequent umgesetzt. Der Hotel-Claim ist „ein bisschen königlich“ und das passt auch bei den Türschilder. Wunderbar mitgedacht und Vorbild für andere Hotels.
Ein bisschen königlich – die CI der Türschilder passen zum Hotel in Bad Hindelang.
Wer Regen in Niederbayern besucht, stößt in der Innenstadt unwillkürlich auf den schönen Marienbrunnen. Auch wer nicht religös ist, sollte sich das Kunstwerk einmal ansehen. Eine goldene Marienstatue mit Jesuskind ziert den Brunnen. Um die Mutter Gottes ist ein goldener Kranz zu sehen. Das Jesuskind auf dem linken Arm trägt Reichsapfel mit Kreuz.
Am Stockel der Säule, auf dem die Marienfigur steht, ist auf zwei Tafeln in goldener Schrift zu lesen: „Der jungfräulichen Gottesmutter geweiht von den Frauen und Jungfrauen der Stadtpfarrei Regen 1872 errichtet, zum Brunnen umgestaltet 1948“. Auf der anderen Tafel ist zu lesen: „Maria versiegelter Brunnen lässt Strömen die Wasser der Gnade“.
Am 1. Mai 1873 wurde an dieser Stelle ursprünglich eine Mariensäule eingeweiht als Dank, dass Regen vom Krieg 1870/71 verschont wurde. Die Säule stand am Marktplatz an der Stelle des zerstörten Rathauses. Künstlerisches Vorbild war übrigens die Münchner Mariensäule vom Marienplatz.
Dann begann 1948 der Umzug als Regen den 500. Geburtstag seines Wappens feierte. Das Wappen von Regen ist eine weiße Lilie und darüber ein Regenbogen in einem blauen Feld in dem Schilde. Gleichzeitig wurde die Säule durch einen Marienbrunnen ersetzt. In den siebziger Jahren zog der Brunnen wieder an einen neuen Standort und im Rahmen der Generalsanierung im Jahre 2012 wurde der Brunnen an dem neuen Marktplatz der Stadt näher an die Ludwigsbrücke errichtet. Der Blick auf dem Brunnen und im Hintergrund die Stadtpfarrkirche St. Michael ist ein beliebtes Fotomotiv. Ich muss mal im Sommer nach Regen kommen, wenn der Marktplatz nicht so trostlos ist und auf der Freifläche um die Marienstatue Cafés geöffnet haben.
Bayern ist ein schönes Land – das ist keine Neuigkeit. Touristisch ist der Freistaat Bayern eindrucksvoll mit seinen verschiedenen Kulturen. Bei einem Seminar für die bayerische Staatskanzlei bekam ich ein besonderes Geschenk. Es erinnerte mich wieder einmal daran, wie schön meine Heimat ist.
Das Besondere dieses Kalenders ist: Die Mitarbeiter der Staatskanzlei haben an einem internen Wettbewerb teilgenommen und konnten Bilder aus den verschiedenen Bezirken einreichen. Und die Aufnahmen sind schön geworden, sehr schön. Zudem hat Ministerpräsident Horst Seehofer ein kleines Vorwort geschrieben, bzw. schreiben lassen. Mir gefällt der Kalender, der etwas besonderes ist – er ist auch besonders verpackt. In einem Video lasse ich euch an diesem Kalender teilhaben.
Produziert und gedruckt wurde der Kalender von der JVA Landsberg am Lech, eine weitere Konkurrenz zu den klassischen Druckereien, die derzeit den Bach heruntergehen.
Als Motive sind zu sehen: Zugspitze, Iffeldorf, Gabriele Münter-Haus (Murnau), Parktheater Göppingen, Waldsassen, Herzog Albrecht Brunnen aus Coburg, Zell am Main, Narrentreppe der Burg Trausnitz Landshut, Nürnberg, Tegernsee, Berchtesgaden (Watzmann), Kloster Andechs.
Der freundliche Eingang zum Hotel Prinz Luitpold Bad.
Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, aber dennoch ist es eine Ausnahme. Ich muss aufgrund meiner Dozententätigkeit viel in Hotels übernachten. Aber den Hotelservice vom Hotel Prinz Luitpold Bad in Bad Hindelang/Allgäu fand ich schon bemerkenswert. Ein paar Tage vor meiner Anreise zu meinem Urlaubshotel kam eine Mail, die mich freundlich an meinen Urlaubstermin erinnerte. Und das Hotelpersonal gab mir zudem noch Hinweise, wie ich am besten das Hotel erreichen kann: Per Auto, per Bahn und – was mir am besten gefiel – zu Fuß. Das stand: „Oder einfach zu Fuß auf dem Europäischen Fernwanderweg E4.“ – Das ist Humor, wie er mir gefällt.
Gold- und Silbertaler als Kundenbindungsprogramm
Da ich mit der ganzen Familie im Allgäu Urlaub machte, hieß das auch am Ende wieder Kofferpacken. Und natürlich passierte es bei der Abreise, dass wir in einem Zimmer ein Ladegerät für eine Kompaktkamera vergessen hatten – es aber gar nicht bemerkten. Bemerkt hatte es dagegen das freundliche Personal, das die Zimmer nach unserer Abreise für die nächsten Gäste des Hotels Prinz Luitpold Bad vorbetete. Die guten Geister des Hotels packten das Ladegerät zusammen und schickten es uns mit der Post hinterher. Das nenne ich Service – vielen Dank.
Und es gibt ein noch ein Kundenbindungsprogramm, das ich auch erwähnen möchte. Natürlich will das Hotel Prinz Luitpold Bad dass ich wiederkomme. Dazu gibt es einen kleinen Anreiz in Form von Münzen, den Luipold-Taler in Silber und Gold. Die Silberlinge kann ich weitergeben an Freunde und Bekannte. Bei Vorlage der Münzen mindern sich ihre Kosten im Hotel. Hab ich gleich gemacht und schicke meine Eltern ins Hotel zum Entspannen ins Allgäu. Die Goldmünzen darf ich für meinen nächsten Aufenthalt behalten. Denn eines steht fest: Meine Familie und ich kommen wieder, keine Frage.