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Wenn der Jahreswechsel zur Nacht der Angst wird – warum das Böllern endlich ein Ende haben muss

27. Dezember 2025

Wenn sich das Jahr seinem Ende zuneigt und der Kalender die letzten Stunden zählt, liegt über vielen Städten längst keine unbeschwerte Vorfreude mehr. Der Jahreswechsel, einst Sinnbild für Aufbruch und Hoffnung, ist für Kommunen, Einsatzkräfte und Tiere zu einem Moment der Anspannung geworden. Der grelle Lärm der Böller, das Zischen der Raketen und der beißende Rauch erzählen inzwischen eine andere Geschichte – eine von Überforderung, Angst und wachsendem Zweifel an einem Brauch, der nicht mehr in die Zeit zu passen scheint. Daher fordere ich endlich ein Böllerverbot. Die Politik eiert herum, man hat Angst vor dem Wähler.

Ich bin mir sicher, im Dorf bei uns wird wieder geballert. Allerdings: In Bayern wird diese Entwicklung immer deutlicher spürbar. München und Nürnberg gehören zu den Städten, die offen darüber sprechen, dass sie mehr Handlungsspielraum brauchen. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter fordert seit Jahren eine Änderung des Bundessprengstoffgesetzes. Sein Anliegen ist klar: Die Kommunen sollen selbst entscheiden dürfen, wo Feuerwerk erlaubt ist und wo nicht. Nicht aus Prinzip, sondern aus Verantwortung. In München steht etwa ein Böller- und Raketenverbot rund um den Tierpark Hellabrunn zur Diskussion – ein Ort, an dem Tiere in der Silvesternacht unter Stress, Panik und Orientierungslosigkeit leiden. Reiter betont dabei immer wieder, dass solche Entscheidungen nicht über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen werden sollten.

Auch Nürnberg signalisiert Zustimmung zu diesem Kurs. Die Stadt zeigt sich offen für eine Gesetzesänderung, die Kommunen mehr Mitsprache einräumt. Dahinter steht die Erkenntnis, dass jede Stadt ihre eigenen Herausforderungen kennt – enge Altstädte, sensible Wohngebiete, Krankenhäuser, Altenheime oder eben Orte, an denen Tiere besonderen Schutz brauchen. Ein starres Bundesrecht wird diesen Realitäten immer weniger gerecht.

Ich gehe einen Schritt weiter: Feuerwerker sind für mich Tierquäler. Hunde, Katzen, Vögel haben Todesangst.
Was in der Silvesternacht passiert: 5.000+ Vögel sterben durch Kollisionen (Gebäude/Autos), Winterschläfer wachen auf und erfrieren (Igel, Siebenschläfer), 70% aller Haustier-Vermisstenanzeigen kommen am 1. Januar.
Ein einziges Feuerwerk bedeutet sechs Stunden Todesangst für Wildtiere. Bei Hunden gibt es eine Umfrage der Hunde-Community-App Dogorama. „In unserer Community hören wir immer wieder, wie sehr die Tiere unter der Knallerei leiden. An den Tagen rund um Silvester können viele Hunde kaum noch das Haus verlassen. Für zahlreiche Halter bleibt nur ein regelrechter Spießrutenlauf, um den Hund kurz vor die Tür zu bringen und sofort wieder in die ’sichere‘ Wohnung zu flüchten. Die Böller sind eine enorme Belastung für Tiere, die die Geräusche nicht einordnen können und aufgrund dessen in Panik den Fluchtreflex aktivieren. Ein eingeschränktes oder stärker reguliertes Böllern würde vielen Hunden enorm helfen“ mahnt Jan Wittmann, Gründer und Geschäftsführer von Dogorama. Meine beiden Kater drehten in den vergangenen Jahren durch und die armen Tiere hatten Angst.
Das Leid der Tiere, für die die Detonationen nicht ein Spektakel, bedeutet Böllern blanke Angst. Panik, Fluchtreaktionen, teils tödliche Verletzungen – all das gehört für Haustiere wie für Wildtiere zur bitteren Realität der Silvesternacht.
Jedes Aufschrecken kann lebensbedrohlich sein, wenn sie in Städten über Straßen flüchten. Füchse, die nachts in Siedlungen auf der Suche nach Nahrung sind, kehren unter Umständen nicht in ihr gewohntes Versteck zurück, sondern suchen Zuflucht in Gärten und Garagen. Igel und Bilche wie die Haselmaus oder der Gartenschläfer liegen zwar im Winterschlaf, aber störanfällig sind sie trotzdem.

In Bremen berieten die Innenminister von Bund und Ländern über ein mögliches Böllerverbot an Silvester. Der Gastgeber, Bremens Innensenator Ulrich Mäurer, fand deutliche Worte. Für Polizei und Feuerwehr sei das private Feuerwerk ein Albtraum, sagt er. Eine Nacht voller Notrufe, Brände, Verletzungen – und immer häufiger auch Angriffe auf diejenigen, die helfen wollen. Was für manche wenige Minuten Spaß bedeutet, wird für Einsatzkräfte zu Stunden am Rand der Belastungsgrenze. Die Gewerkschaft der Polizei unterstützt ein Ende des privaten Feuerwerks ebenso wie zahlreiche Umweltverbände. Sie verweisen auf die massive Feinstaubbelastung, den Müll auf Straßen und Plätzen, die Verletzungen und Traumatisierungen – und auf eine Gesellschaft, die sich fragen muss, ob diese Form des Feierns noch zeitgemäß ist.

So verdichtet sich die Debatte zu einer grundsätzlichen Frage: Wie wollen wir das neue Jahr beginnen? Mit Lärm, Chaos und Angst – oder mit Rücksicht, Verantwortung und neuen Formen des gemeinsamen Feierns? Die Stimmen aus München, Nürnberg und Bremen zeigen, dass sich etwas bewegt. Dass Kommunen nicht länger nur zuschauen wollen, sondern Gestaltungsspielraum einfordern. Nicht um Traditionen zu verbieten, sondern um sie weiterzuentwickeln.

Allerdings: Die Forderung privates Silvesterfeuerwerk zu verbieten, um Ausschreitungen oder gar Anschläge auf Personen, Polizei und Sachgüter zu verhindern, wird von immerhin der Hälfte der Bevölkerung (50%) als unwirksam eingestuft. Diese sind der Auffassung, dazu wären andere Maßnahmen wie zum Beispiel mehr Polizeikontrollen nötig. Es soll dieses Jahr mehr Feuerwerk verkauft werden als die Jahre zuvor. Eine schlimme Entwicklung. Hier eine VR 360 Aufnahme bei uns im Dorf.

Die schweren und tödlichen Verletzungen der letzten Silvestersaison sind, wie in den Medien berichtet wurde, ausschließlich auf illegales Feuerwerk zurückzuführen. Daher muss vielmehr die Einfuhr von illegalem Feuerwerk aus dem Ausland stärker kontrolliert und verfolgt werden, argumentiert die Röder Feuerwerk Handelsgesellschaft mbH mit Sitz in Schlüsselfeld, einer von Deutschlands größten Online-Shops für Konsumentenfeuerwerk zu Silvester. Naja, die Verletzungen entstanden meiner Meinung nach durch Leichtsinn und unsachgemäße Handhabung. Feuerwerk in Kinderhände oder in die Hände von Besoffenen hat Folgen.

„Der Lärm von Böllern und Raketen ist zwar nur kurz, aber dennoch kann dieser sogenannte Impulslärm das Gehör nachhaltig schädigen. Schon ein einziger, nah am Ohr abgefeuerter oder explodierender Feuerwerkskörper kann zu viel sein. Das wird oft unterschätzt“, warnt Hörakustiker-Meister Eberhard Schmidt vom Hörakustiker-Verband. Jeder Mensch nimmt Lautstärke etwas unterschiedlich wahr. Was von einer Person als zu laut empfunden wird, ist für eine andere Person vollkommen in Ordnung. Aber ganz unabhängig von der eigenen Wahrnehmung gilt, dass das Gehör bei einer anhaltenden Lärmeinwirkung von 85 Dezibel Schaden nehmen kann.

Vom Feinstaub will ich gar nicht reden. Es gibt Menschen mit Lungenkrankheit. Für die wird der Feinstaub zur Tortur.

Vielleicht liegt die Zukunft des Jahreswechsels nicht mehr im lauten Knall, sondern in leuchtenden Ideen: organisierte Feuerwerke, Lichtinstallationen, gemeinschaftliche Rituale, die verbinden statt zu verletzen. Der Wunsch nach Veränderung ist da – leise vielleicht, aber beharrlich. Und genau darin liegt die Hoffnung auf einen Jahresanfang, der wirklich ein Neuanfang sein kann. Also verbietet endlich diese Drecks-Böller.

Wenn vier Hände Magie schaffen – ein Abend im Gasthof Heinzinger voller Genuss, Leidenschaft und Teamgeist

1. November 2025

Wenn Denis Kleinknecht vom Gasthof Heinzinger zum 4-Hands-Dinner bittet, sollte man das Angebot unbedingt annehmen. Der Gast bekommt fine Dining in Rottbach im Landkreis Fürstenfeldbruck nicht nur die exzellente Küche von Denis Kleinknecht zum Genießen, sondern auch die Küche des eingeladenen Koches, eben vier Hände in der Küche.

Dieses Mal kochte Denis Kleinknecht zusammen mit Jürgen Beyer. Jürgen Beyer ist ein erfahrener Kochmeister aus Nürnberg, der seit vielen Jahren in der Gastronomie, im Catering und in der Kochpädagogik tätig ist. Nach seiner Ausbildung – unter anderem an einer Hotelfachschule – erwarb er den Titel des Küchenmeisters sowie den staatlich geprüften Gastronom.

Mit seinem Unternehmen Mobiler-Koch.net betreibt Beyer eine moderne Kochschule in Nürnberg, bietet Private Cooking-Events, Caterings und Schulungen an. Sein Ansatz ist, Kochkunst zugänglich zu machen, persönliche Erlebnisse in der Küche zu schaffen und Menschen mit verschiedenen Hintergründen zum Kochen zu motivieren.


Ein bemerkenswerter Aspekt seines Engagements ist sein Einsatz für Inklusion. So unterstützte er ein Kochprojekt an der Dr. Bernhard Leniger Schule im Nürnberger Land, bei dem Schülerinnen und Schüler mit Behinderung unter seiner Anleitung ein Drei-Gänge-Menü für Gäste kochten. Dabei stand nicht nur die Technik im Vordergrund, sondern auch Respekt, Teamarbeit und Teilhabe.

Beyer sieht Kochen nicht nur als Handwerk, sondern als Erlebnis. Sein Motto würde ich überschreiben: „Genuss, Bildung und Gemeinschaft“. Er verbindet klassische Kochkunst mit modernen Konzepten – und legt Wert darauf, dass Kochen Spaß macht, neue Fähigkeiten vermittelt und Menschen zusammenbringt. Ob Hobbykoch oder angehender Gastronom – wer mit ihm arbeitet, bekommt nicht nur ein Menü serviert, sondern eine Erfahrung.

Und das war das Menü
Denis: Kohlrabi | Kohirabi | Kohirabi | Kohirabi | Kohlrabi

Jürgen: Petersilie hoch 2 | Rehkeule

Denis: Mokka-Maultasche | Kichererbse, Limette | Korianderöl

Jürgen: Saibling | Spinat | Holler-Beurre-Rouge

Denis: Challans-Ente | Blaukraut | Apfel, Blaukraut | Apfel | Blaukraut | Kartoffel

Die Challans-Ente gilt als eine der edelsten Geflügelarten Frankreichs – ein Produkt, das für höchste Qualität, feines Aroma und traditionelle Zuchtkunst steht. Ursprünglich aus der Region Vendée nahe der Stadt Challans stammend, wird sie dort seit dem 18. Jahrhundert auf kleinen Höfen gezüchtet, meist in Freilandhaltung. Die Nähe zur Atlantikküste und das milde Klima sorgen für ideale Bedingungen.

Besonders schätzt Denis Kleinknechht wird die Challans-Ente wegen ihres zarten, aromatischen Fleisches und der feinen Fettmarmorierung, die ihr beim Braten eine unvergleichlich knusprige Haut und zugleich saftiges Fleisch verleiht. Ihr Geschmack ist intensiver als der gewöhnlicher Mastenten, dabei aber stets elegant und ausgewogen – eine Eigenschaft, die sie zu einem Liebling der Spitzengastronomie gemacht hat.

Kleinknecht schätzt an ihr nicht nur die Qualität, sondern auch die handwerkliche Tradition, die hinter jeder Ente steht. Jede Zucht folgt strengen Regeln, die den Tieren ausreichend Bewegung, natürliche Fütterung und Zeit zur Reifung geben. Diese Kombination aus Sorgfalt, Geduld und Respekt vor dem Produkt macht die Challans-Ente zu einem Symbol französischer Kochkultur – ein Produkt, das zeigt, wie aus Bodenständigkeit und Handwerk kulinarische Exzellenz entsteht.

Jürgen: Schokolade | Whisky-Orangen weißes Kaffee-Eis

Als Weinbegleitung wählte ich 2020 Gelber Silvaner, Weingut Johann Arnold Ipfhofen, Franken

Das Küchenteam war zudem: Liudmyla Liapunova vom Gasthof Heinzinger, Manuela Sieg kochen-mit-passion.de aus Altenholz, Manuela & Tilo Hamann Restaurant Gaumenkitzel, Radebeuel, Tobias Freudenberg, freiberuflicher Koch aus Dresden

Ein Stück Italien mit Herz: Warum das La Palma in Fürth der beste Italiener Nürnbergs ist

7. Oktober 2025

Für mich ist der beste Italiener in Nürnberg in Fürth. Das La Palma von Gianni Minneci in Fürth ist ohne Zweifel eine der besten Adressen für gehobene italienische Küche in der Region. Schon beim Betreten spürt man die Mischung aus Eleganz und Bodenständigkeit: warmes Licht, edle Materialien und ein Ambiente, das Klasse ausstrahlt, ohne protzig zu wirken. Der Service ist aufmerksam, herzlich und zugleich souverän – man merkt, dass hier Profis am Werk sind, die ihre Gäste nicht nur bewirten, sondern umsorgen wollen.

Kulinarisch bietet Gianni Minneci genau das, was man von einem Spitzenitaliener erwartet: makellos zubereitete Pasta, saftig gegartes Fleisch, frische Meeresfrüchte und eine saisonal abgestimmte Karte, die Abwechslung garantiert. Besonders stark ist die Kombination aus hervorragenden Zutaten und einer feinen, unaufdringlichen Kreativität, die den Klassikern neues Leben einhaucht.

Auch die Weinauswahl überzeugt, weil sie die Gerichte perfekt ergänzt und keine beliebige Beigabe ist. Natürlich hat diese Qualität ihren Preis, doch wer hier einkehrt, bekommt dafür ein Erlebnis, das weit über das Alltägliche hinausgeht. La Palma ist ein Restaurant für Genießer, die Wert auf Stil, Authentizität und Leidenschaft legen – und es ist ein Ort, an den man gerne zurückkehrt.

Die Wartezeiten bei Bestellung sind meist angemessen, was gut zu einem Restaurant dieser Klasse passt. Da das Restaurant Bekanntheit besitzt, kann es nötig sein, früh zu reservieren, vor allem am Abend.

Konzertkritik: Bob Dylan in Nürnberg 2024

16. Oktober 2024

Ich habe ihn nochmals gesehen. Ich habe fast geweint. Ich bin glücklich. Es war irgendwie auch ein Abschiednehmen von einer langen Freundschaft. Ich habe den 83jährigen Bob Dylan jetzt nochmals in Nürnberg gesehen und ich glaube nicht, dass ich HisBobness nochmals auf einer Europatour erleben darf.

Zum zweiten Mal durfte ich ein Konzert seiner „Rough and Rowdy Ways Tour“ besuchen. Berlin hatte nicht geklappt, aber in Nürnberg war ich ziemlich weit vorne mit dabei. Zwei Stunden spielte er zusammen mit seiner bewährten Tourband sein Set. Wer Gassenhauer hören wollte, der ist bei Dylan an der falschen Adresse. Zwar spielte er ein paar Klassiker, doch musste man – wie gewohnt – ein geschultes Ohr haben, um die Interpretationen zu erkennen. Für mich die musikalischen Highlights waren When I Paint My Masterpiece und Watching the River.

Das Wegsperren der Smartphones ist beim Meister üblich und so konnte ich ein Konzert ganz ohne Displays genießen. Aufmerksam lauschten die meist älteren Fans und huldigten ihm nach jedem Song mit Applaus. Im Netz ist nur dieses Bild von einem Halodri aufgetaucht, der sich nicht an die Regel hielt.

Und dann geschah etwas, was doch schon etwas seltsam und ungewöhnlich ist. Der Meister bedankte sich. „Der Meister spricht zu uns!“ Kam mir in den Sinn und musste grinsen. Noch mehr freute es mich, dass der 83 ab und zu hinter seinem Klavier hervorkam und so etwas wie Tanzschritte machte, Ach Bob, es war einfach schön. Musikalisch auf hohem Niveau, unterhaltsam und redselig wie selten – der Abend in der Frankenhalle war für alle ein Gewinn.

Dann hieß es Abschied nehmen. Der Zug nach München wartete nicht und so war kein Fachsimpeln mit anderen Fans nicht möglich. So reiste ich mit einem Grinsen im Gesicht nach Hause und sag einfach danke Bob.

Illusionistische Unterhaltung: Siegfried und Joy in Nürnberg

3. März 2024

Die Welt der Magier, der Zauberer, der Illusionisten ist für mich eine besondere Welt. Eine Welt der Geheimnisse, der Tricks, der Illusionen. Natürlich hatte ich als Kind einen Zauberkasten, kam aber nie über ein paar leicht durchschaubare Taschenspielertricks hinaus. Mein Abrakadabra wurde wohl bereits in der Spätantike im Latein verwendet.

Die geschlossene Gesellschaft der Zauberer hatte schon immer etwas geheimnisvolles in der Populärkultur, sei es durch Gandalf und Sauron oder durch Clive Bakers Lord of Illusion. Nach dem großen Illusionisten Houdini wurde eine leistungsstarke 3D-Software von SideFX benannt, mit der der Artist wahre Zaubereien vollbringen kann, wenn er Houdini beherrscht. Im Grunde waren die Zauberer die Special Effects-Meister der Vergangenheit, lange bevor es Film überhaupt gab. Mit ihren Shows schufen sie Illusionen und versetzten als Hexenmeister ihr Publikum in Erstaunen und Sprachlosigkeit.

Ich kannte von aus meiner Jugend die Zaubershows von David Copperfield, hatte aber nie eine Show von ihm live gesehen. David Copperfield nutzte das Medium Fernsehen, das ihn berühmt machte. Natürlich tat auch eine Liebschaft mit Claudia Schiffer ihr übrigens. Immer wieder fallen auch Zauberer-Namen wie Criss Angel, David Goldrake oder Jan Rouven. Und dann waren da noch Siegfried und Roy samt weißen Tiger.

Und dann, und dann kommt meine Faszination für ein ähnlich klingendes Duo Siegfried und Joy (mit dm Tiger Pamela). Die beiden Berliner sind für mich eine neue, faszinierende Generation von Zauber. Sie nutzen das Medium Internet, um auf ihre Kunst aufmerksam zu machen. In den Clips zeigen sie durchschaubare, spaßige Tricks in ihren goldenen Anzügen mit Preisschild, die ihnen die Sympathie der Netzgemeinde einbringen. Ich wollte sie unbedingt mal live sehen, denn die Clips im Netz reichen natürlich für eine komplette Show nicht aus. Mir bot diese Chance. Ich sah mir ihre Show in Nürnberg in der Tafelhalle an und war schlichtweg begeistert – und das aus vielen Gründen.

Ihre eineinhalbstündige Show hat Power, sie hat Humor, sie hat Klamauk und Slapstick und sie hat unglaubliche magische Kunststücke. Die beiden sind als Künstler hervorragende Kommunikatoren, die keinerlei Scheu kennen, in der Fachsprache Rampensäue genannt Und sie sind ausgezeichnete Beobachter, wenn sie vor ihrer Show das Publikum im Foyer begrüßen und auf die Details bei ihren Gästen achten und diese darauf ansprechen. So fühlt man sich als zahlender Gast absolut gewertschätzt und wenn dann noch ein Selfie für den eigenen Social Media-Account herausspringt, wissen die beiden Magier um die magische Wirkung der sozialen Netzwerke. Sie sind absolute Profis und sie arbeiten hart für ihre Kunst.

Siegfried D’Amour stammt aus Berlin-Spandau und hat als Grundschüler mit dem Zaubern angefangen. 2011 wurde er Deutscher Jugendmeister. The Great Joy Leslie ist Sohn eines Pantomimen und in Westdeutschland aufgewachsen. Er kam mit Mitte 20 als Quereinsteiger zur Zauberei.

Wichtig bei der Zauberei ist die Einbeziehung des Publikums. Und auf dieser Klaviatur der Gefühle der zahlenden Gäste spielen Siegfried und Joy perfekt. Sie benennen einen Skeptiker, die holen Kinder auf die Bühne und auch ein gestandener Mann wird in den Kreise der Zauber aufgenommen und dient als Opfer und Zeuge zugleich, wenn die Brille des Mannes verschwindet und auftaucht. Über die Tricks will ich nicht viel verraten, aber sie sind wunderbar unterhaltend und verblüffend. Gerade wenn eine Lachsalve abgefeuert wurde, wird die perfekte Illusion hinterher geschoben. Genau diese Mischung macht es – die illusionistische Unterhaltung auf allerhöchsten Niveau. Wenn die Zauberer Siegfried und Joy auf einer Bühne in der Nähe sind, unbedingt ansehen.

Heute vor 45 Jahren Bob Dylan in Nürnberg auf dem Nazigelände

1. Juli 2023

Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein Bob Dylan-Fan bin. Ich habe alle regulären Alben und zig Bootlegs auf Vinyl, CD und als Datei. Und heute höre ich ein Konzert, rauf und runter, das sich heute zum 45. Mal jährt: Bob Dylan live in Deutschland an einem ganz besonderen Ort.

Am 1. Juli 1978 trat er zusammen mit seiner Band und Eric Clapton auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände vor 80.000 Fans auf. Gegenüber der Tribüne auf der Hitler seine Ansprachen gehalten hatte, spielte der Jude Bob Dylan seine 1978-Tour. Die Zuschauer auf dem Zeppelinfeld wandten Hitler symbolisch den Rücken zu und feiern Dylan, wie es Konzertimpressartio Fritz Rau in mehreren Interviews ausdrückte. Das muss für Dylan ein sehr starkes emotionales Ereignis gewesen sein und sofort dachte ich an seine Zeile „Don’t follow Leaders“.

Ich habe das Konzert auf mp3 und höre es mir immer wieder an. Gerne, sehr gerne hätte ich diesen denkwürdige Konzert als offizielle Bootleg Series, denn es sollte der Nachwelt zugänglich gemacht werden. „Ich weiß, wo und warum ich diesen Song heute spiele“, hatte Dylan seinen Song „Masters Of War“ kommentiert. Hier eine Aufnahme davon.

Angereist ist Dylan von Berlin nach Nürnberg per Zug mit der damaligen Bundesbahn. Und er hatte einen besonderen Wagon. Es war der Salonwagon von Reichsmarschall Hermann Göring samt Bett und Küche. Wie muss sich Dylan gefühlt haben, als er sich dieser Tatsache bewusste wurde. Er bereiste seine Europakonzerte mit dem Zug, denn er wollte etwas von der Landschaft sehen. Er war ja nur davor 1965 auf seiner Tour durch England in Europa. In Berlin wurde Dylan ausgepfiffen, weil er nicht den Protestler geben wollte. 1978 stand für ihn eher eine Las Vegas-Show mit Chor im Vordergrund. In Nürnberg aus Respekt vor dem Ort allerdings nicht in Show-Klamotten. Die Stimmung in Nürnberg war nicht so feindselig gegenüber Dylan.

Das Nürnberger Konzert war auch gefährdet. Die Wehrsportgruppe Hoffmann mit ihrem Anführen dem Nürnberger Grafiker Karl-Heinz Hoffmann, eine Gemeinschaft bundesdeutscher Rechtsterroristen, hatte angekündigt, das Konzert auf dem Reichsparteitagsgelände zu stören oder gar zu verhindern. Passiert ist offiziell nichts, Gott sei Dank. Ob etwas hinter den Kulissen abgelaufen ist, kann ich nicht beurteilen.

Die Band spielte 30 statt der gewohnten 28 Songs, so die Setlist.
She’s Love Crazy
Baby, Stop Crying
Mr. Tambourine Man
Shelter from the Storm
It’s All Over Now, Baby Blue
Tangled Up In Blue
Ballad of a Thin Man
Maggie’s Farm
I Don’t Believe You (She Acts Like We Never Have Met)
Like a Rolling Stone
I Shall Be Released
Going, Going, Gone
A Change Is Gonna Come
Love Minus Zero/No Limit
A Hard Rain’s A-Gonna Fall
One of Us Must Know (Sooner or Later)
You’re a Big Girl Now
One More Cup of Coffee (Valley Below)
Blowin’ in the Wind
I Want You
Señor (Tales of Yankee Power)
Masters of War
Just Like a Woman
Don’t Think Twice, It’s All Right
All Along the Watchtower
All I Really Want to Do
It’s Alright, Ma (I’m Only Bleeding)
Forever Young
I’ll Be Your Baby Tonight
The Times They Are A-Changin’

Erster Eindruck auf der HAARE 2018: Hairstyler Airwrap von Dyson

2. November 2018

Weihnachten kann kommen: Der Airwrap

Weihnachten kann kommen: Der Airwrap

Auf der HAARE 2018, der wichtigsten Friseurmesse im Süden Deutschlands, habe ich am Stand von Dyson eine interessante Innovation entdeckt. Dyson stellte das erste Mal in Nürnberg aus und brachte den Fön Super Sonic in einer Profilinie für die Friseurinnen und Friseure mit. Die Ausgabe des Supersonic für den Rest von uns die keine Friseure sind, habe ich seit einem Jahr zu Hause. Unser Haushalt ist schließlich voll mit Dyson-Produkte vor allem die Ventilatoren stehen verteilt im Haus herum. Und dann gab es für mich als klassischer Consumer auf der HAARE noch eine Innovation – den Airwrap.

Das Stand-Team von Dyson war so nett, für mich eine Demo mit dem neuen Hairstyler zu machen, der erst ein paar Tage auf dem Markt war. Danke an Christina Waldmann und Anouk Oswald sowie die Modelle, darunter Katharina Lages-Willner.

Ohne externe Hitze ist der Hairstyler für unterschiedliche Haartypen geeignet. Sofort kommen mir eine Geschenkidee zu Weihnachten in den Sinn, aber psst – nicht verraten.

Der Airwrap kommt mit verschiedenen Stylingaufsätzen daher. Mit dabei sind Lockenaufsätze von 30 und 40 mm, eine weiche und feste Smoothing-Bürste, eine runde Volumenbürste und ein Trocknungsaufsatz für Styling-Vorbereitung. Alles wird in einer eleganten Aufbewahrungsbox geliefert. Sieht schick aus und ist aufgeräumt.
Vor allem interessierte mich natürlich die Technik beim Dyson Airwrap, denn einen klassischen Lockenstab, der die Haare kaputt macht, bekomm ich billiger. Der Airwrap zieht die Haare an und umwickelt sie durch den Luftstrom um den Hairstyler. Durch den Coandă-Effekt wird das Haar zum Aufsatz gezogen und automatisch darum gewickelt. Ohne Haarklammern, Handschuhe oder aufwändige Wickeltechniken bekommen die Haare voluminöse Locken und Wellen. Für die Nichttechniker unter uns: Der Coandă-Effekt wird im Flugzeugbau zur Erhöhung des Auftriebes eingesetzt. Auch im Formel 1-Sport kommt der Effekt zum Einsatz. Es ist ein physikalisches Phänomen, das sich Dyson zu Nutze macht. Das Haar klebt quasi an einem Luftstrahl und wird in der Schwebe gehalten. Dadurch ist das Formen des Haares möglich. Ich war begeistert und habe auf der HAARE mit einigen Friseurinnen und Friseuren gesprochen, die sich das 500 Euro teure Dyson-Produkt angesehen hatten. Sie zeigten sich als Profi sehr angetan. Natürlich sei es ein Consumer-Produkt, aber damit genau das Richtige für mich zu Weihnachten für die weiblichen Mitglieder der Familie.

Kritik: Bob Dylan in der Frankenhalle Nürnberg 2018

23. April 2018

Ich weiß selbst nicht mehr, das wievielte Konzert von Bob Dylan ich nun gesehen habe. Es waren viele. Ich habe gute und schlechte gesehen, das Konzert in der Nürnberger Frankenhalle am 22. April 2018 war auf jeden Fall eines der guten, der sehr guten sogar. 

Der jährliche Bob Dylan  für mich - dieses Mal in der Nürnberger Frankenhalle.

Der jährliche Bob Dylan für mich – dieses Mal in der Nürnberger Frankenhalle.

Bob Dylan war befand sich mal wieder auf seiner Never Ending Tour, machte in Nürnberg Station und ich war mal wieder dabei. Gerade Nürnberg und zwei Tage nach dem Geburtstag von Hitler. Hatte ich erwartet, dass er Statements zu den Zuständen in Deutschland abgibt? Natürlich nicht, Dylan sagte wie immer kein Word. 1978 wurde ihm auf der Bühne auf dem Zeppelinfeld bewusst, an welchem historischem Platz er sich befand. Ich sah ihn 1987 schlecht gelaunt mit Tom Petty und Kollegen in der Frankenhalle und nun wieder in der Frankenhalle. Und es war ein wundervoller Abend mit dem Song and Danceman. 

Tolle Bühne, tolle Atmosphäre und Bob Dylan in weißen Cowboystiefeln.

Tolle Bühne, tolle Atmosphäre und Bob Dylan in weißen Cowboystiefeln.

Und ich traf sie wieder die Dylanologen, die jede Interpretation von His Bobness kritisch würdigen. Und ja, ich bin auch so einer – und ich bin genervt von dem fränkischen Ehepaar neben mir, die eine Best of-Show hören wollten und ein typisches Dylan-Konzert bekam. Sie verstanden die Welt nicht mehr, obwohl sich die Übelkrähe Dylan alle Mühe gab. Er sang sich in unsere Herzen. 

Fans auf dem Weg zur Frankenhalle, in der Bob Dylan gastiert.

Fans auf dem Weg zur Frankenhalle, in der Bob Dylan gastiert.

Bob Dylan öffnete sein American Songbook, wobei er unendliche viele Songs in dieses Songbook eingetragen hatte. Dylan spielte einige seiner Klassiker, aber grundsätzlich in einer neuen Interpretation. Ich genoss die großen Meilensteine, die von seiner exzellenten Band interpretiert wurden. Oh Mann, war diese Begleitmannschaft gut. Jeder hatte seinen Platz und achtete auf die Weisungen des Meisters. Und wehe wenn sie losgelassen wird – dann rockt die biedere Frankenhalle. Kommandos an die Band kamen über kurze Handzeichen, oftmals reichte ein Blick, ein Nicken aus und die Band wusste, was der Meister will. Dylan selbst war in Bewegung. Der fast 77järhige wechselte zwischen Klavier und Standmikrophon hin und her. Keine Gitarre, kein Gepruste mit der Mundharmonika. Und er sah so cool aus, wenn er das Mikrophon in seinen Arm wiegte, fast zärtlich und den anderen Arm in die Hüfte gestemmt. Bob Dylan, du bist einfach eine coole Sau und wenn du die Songs aus dem American Songbook anstimmst, dann liegt dir das Publikum in der Frankenhalle zu Füßen. Hier wird vom Dylan-Publikum nicht mitgesungen wie bei den Klassikern, sondern hier wird ehrfürchtig gelauscht. Nobody sings Dylan like Dylan hieß es früher einmal. Jetzt muss es heißen: Nobody sings Sinatra like Dylan. 

Die Bühne selbst war spartanisch. Vorhang und Schweinwerfer, die mal reduziert, mal aufgeblendet für gute Atmosphäre sorgen. Keine Lightshow, kein Columbia Recording Artists – nein Bob Dylan legt auf Reduktion Wert. Die Show wird immer minimaler. Die Musiker sind in schwarze Anzüge gekleidet, nur Dylan setzt einen seltsamen Farbtupfer mit seinen weißen (!) Cowboystiefeln. Aber alles war in sich rund, in sich perfekt – und so wurde aus dem Abend Bob Dylan and his Band in der Frankenhalle Nürnberg ein perfekter Abend. Bis zum nächsten Mal Mr. Dylan.

Videos von Zimmerchecks in Hotels – Teil 11

5. September 2017

Meine Arbeit macht es notwenig, dass ich auf Reisen gehe. Da ich manches Mal über Nacht bleibe, bette ich mein müdes Haupt in dem einen oder anderen Hotel zur Ruhe. Bevor es aber ans Auspacken geht, drehe ich ab und zu mal ein Video von meinem Zimmer. Es ist eine Art spontaner Hotel- und Zimmercheck, der nicht den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Es sind nur spontane Eindrücke, die ich sammle. Ab und zu werde ich in meinem Blog einige dieser Hotel- und Zimmerchecks vorstellen – viel Spaß.

 

Hotel- und Zimmercheck Hotel am Bergl, Schweinfurt

Hotel- und Zimmercheck Art & Business Hotel, Nürnberg

Hotel- und Zimmercheck Jugendherberge Bad Tölz

Hotel- und Zimmercheck Park Hotel Traunstein

Hotel- und Zimmercheck Haus Sudetenland, Waldkraiburg

Zutritt zur DB Lounge nur nach Nutzung des elektronischen Lesegeräts

1. August 2017

Nürnberg waren die erste DB-Lounge, dann folgten alle anderen. Seit kurzem muss der Bahnkunde seine BahnCard zücken und durch ein neues elektronische Lesegerät ziehen, um den heiligen Ort der DB Lounge zu betreten. Bisher reichte es aus, dem freundlichen DB-Mitarbeiter die Karte zu zeigen, jetzt muss es elektronisch erfolgen.

So sieht das neue Lesegerät in der DB Lounge aus.

So sieht das neue Lesegerät in der DB Lounge aus.

Als Verbraucherschützer klingeln bei mir die Alarmsirenen. Was macht die Bahn jetzt mit meinen Daten? In Gesprächen mit mir stellen die Mitarbeiter der Deutschen Bahn klar: „Wir speichern keine personenbezogenen oder personenbeziehbaren Daten.“ Gerade das letztere wäre im Hinblick auf Big Data interessant, aber die Bahn hat sich die Sache scheinbar gut überlegt. Es werden ausschließlich folgende Daten erfasst: Zutrittsdatum, Legitimationsberechtigung (BahnCard oder Ticket) und Klasse. Bei den Tickets werden zusätzlich erfasst, um welchen Tarif es sich handelt (Flexpreis, Sparpreis) und Start- sowie Zielbahnhof. Also dann doch wieder Big Data, oder was? Bei den BahnCards werden BahnCard Typ und Comfort-Status erfasst.

Und so funktioniert das neue Lesegerät.

Und so funktioniert das neue Lesegerät.

Die Bahn stellt klar: „Es erfolgt keine Weiterleitung der Daten, die Daten verbleiben bei der verantwortlichen Stelle der DB Fernverkehr AG!“ Sollte mich das jetzt beruhigen? Ich muss sagen, dass alte System, gefiel mir besser. Ich zeigte meine Karte dem freundlichen Bahnmitarbeiter, führte ein Schwätzchen und gut war es. Warum müssen die Daten jetzt elektronisch erfasst werden. Will die Bahn ihre Mitarbeiter einsparen? „Die Legitimationsprüfung erfolgt mittels des elektronischen Lesegeräts anstelle der bisherigen Sichtkontrolle durch unsere Mitarbeiter“, heißt es bei der Bahn. In den DB Lounges, die bereits mit einem elektronischen Lesegerät ausgestattet sind, also alle, sei ein Zutritt ohne Prüfung der Zugangsberechtigung per Scanner nicht mehr möglich. Hossa, das finde ich ganz schön heftig.
Die Bahn sagt: „Die automatische Datenerfassung dient allein der Prüfung der Zugangsberechtigung und der statistischen Auswertung der Besucherzahlen und Kundengruppen.“ Bislang wurden diese Informationen manuell erhoben, der Einsatz des Scanners gewährleiste eine zuverlässigere Erfassung. Jetzt muss der Scanner nur noch richtig funktionieren. Ich bin gespannt, wie sich das System in der Praxis bewährt und was die Bahn mit ihren Mitarbeitern in der DB Lounge vorhat.

Info-Flyer für die Kunden.

Info-Flyer für die Kunden.