Als ich noch bei Verlagen angestellt war, nutze ich in der Regel den IT-Park des Unternehmens. Größter Nachteil: Das Zeug war in der Regel veraltet und nicht flexibel. Für einen Chefredakteur und meinen Mitarbeitern von IT-Zeitschriften also ein Alptraum. Also nutzen wir Zug um Zug auch eigene IT-Infrastruktur, um unsere Arbeit richtig machen zu können. Das Schlimmste war für mich die Nutzung eines Uralt-Blackberry, der in der Schublade lag, während ich das erste iPhone benutzte. Wir wussten, was wir da tun.
Bei Wearables wird der Einsatz Privat und Beruflich noch schwieriger
Dass dies nicht überall zu so, zeigt eine Studie von Centrify, ein Anbieter von Lösungen für Identity & Access Management (IAM). Hier wurde die Compliance von Apple Geräten am Arbeitsplatz hinsichtlich bestimmter Sicherheitsrichtlinien untersucht. Die Studie bezieht sich zwar auf die USA, aber lässt sich teilweise auch auf Deutschland übertragen. Die in Zusammenarbeit mit Dimensional Research durchgeführte Studie zeigte, dass mittlerweile viele US-amerikanische Anwender Apple Geräte am Arbeitsplatz nutzen. Allerdings sind Unternehmen durch die mangelnde Sicherheit und die fehlende Verwaltung der Geräte hohen Risiken ausgesetzt.
Von insgesamt 2.249 befragten Arbeitnehmern gab knapp die Hälfte an, beruflich mindestens ein Apple Gerät zu benutzen. Darüber hinaus zeigte sich:
Die meisten dieser Apple Geräte (63%) sind kein Firmeneigentum, sondern in Privatbesitz und werden für die Arbeit mit Firmenmails, Dokumenten und Geschäftsapplikationen verwendet.
59% der Mac Computer greifen auf vertrauliche Unternehmensinformationen zu, bei sensiblen oder reglementierten Kundendaten sind es sogar 65%.
51% der iPhones und 58% der iPads werden am Arbeitsplatz genutzt, um auf Geschäftsapplikationen zuzugreifen.
Trotz der hohen Popularität von Apple Geräten am Arbeitsplatz investieren Unternehmen nicht genug in die Sicherheit und Verwaltung dieser Geräte.
Über die Hälfte (51%) aller Geräte ist lediglich von einem einfachen Passwort wie einem einzigen Wort oder einer Zahlenfolge gesichert.
Auf den meisten Geräten (58%) ist keine Software installiert, die komplexere Passwörter erzwingt.
Über die Hälfte der Anwender (56%) gibt an, ihre Passwörter anderen mitgeteilt zu haben.
Nur 17% der Apple Geräte verfügen über einen vom Unternehmen gestellten Passwort-Manager.
Unternehmenseigene Geräte-Management Lösungen sind nur auf 28% der Apple Geräte installiert.
Nur bei 35% der Geräte erzwingen Unternehmen eine Verschlüsselung der gespeicherten Daten.
Ebenfalls wurde festgestellt, dass es keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen der Komplexität des Passwortes und der Sensibilität der Daten gibt, die das Passwort schützt.
Ich will nicht den schwarzen Peter in die eine oder andere Richtung schieben. Aber für mich steht zweierlei fest: Unternehmen müssen attraktiver in ihrer IT-Infrastruktur werden und Mitarbeiter brauchen ein Bewusstsein für IT-Sicherheit.
Hier nutze ich mein privates iPhone für meine berufliche Arbeit.
„Die Apple Studie von Centrify verdeutlicht die großen Sicherheitslücken die entstehen, wenn Geräte nicht den Sicherheitsrichtlinien eines Unternehmens entsprechen”, sagt Bill Mann, Marketingchef bei Centrify. „Besonders Kundendaten stellen eine große Verantwortung für die Unternehmen dar. Wenn vertrauliche Informationen wie zum Beispiel Krankenakten bekannt werden, können Geldbußen und weitere rechtliche Schritte gegen das Unternehmen die Folge sein. Dabei gibt es bereits heute Lösungen, mit denen sich Apple Geräte sehr einfach sichern lassen, ohne die Produktivität der Nutzer einzuschränken. IT-Abteilungen sollten jetzt handeln.“ Freilich bietet Centrify die entsprechenden Lösungen, wie es in der Pressemitteilung des Unternehmens heißt.
Mir ist aber die Medienkompetenz innerhalb eines Unternehmens wichtig. Ich hatte für kurze Zeit Mitarbeiter, die immer nur von ihrem Arbeitgeber Leistungen eingefordert haben: Nach dem Motto „Ohne Schulung während der Arbeitszeit kann ich das nicht.“ Selbstinitiative war nicht vorhanden. Diese Mitarbeiter waren die längste Zeit meine Mitarbeiter. Sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter müssen ein Bewusstsein entwickeln oder schärfen. Medienkompetenz gehört da dazu.
In Bayern stehen die Sommerferien vor der Tür. Als Referent für Medienkompetenz durfte ich im Schuljahr 2014/15 viel mit Schülern in Bayern und in Deutschland unternehmen. Ich sprach viel zum Thema Umgang mit Medien und halte das Thema weiterhin für wichtig. Ich durfte viel mit Schülern auf Seminaren arbeiten, unter anderem auch mit zahlreichen hoch motivierten Schülerzeitungsredakteuren – trotz G8.
Bei meinen Schulungen stellte ich fest: Der Umgang mit dem Smartphone und Tablet ist bei den Schülern kein Problem. Beim Umgang mit klassischen Office-Anwendungen oder Cloud-Diensten klaffen aber manches Mal gewaltige Lücken. Diese subjektiven Erfahrung wurde mir jetzt von der Initiative D21 bestätigt.
MS Office ist schon über 25 Jahre alt und dennoch haben manche Schwierigkeiten.
Schüler gehören zu den Digital Natives und sind im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt damit offener gegenüber neuen Technologien und digitalen Innovationen. Sie verbringen rund vier Stunden täglich online. Zudem nutzen sie aktiv verschiedene mobile Endgeräte. 93 Prozent der Schüler ab 14 Jahren besitzen ein Smartphone, so die Initiative D21.
So selbstverständlich die tägliche Nutzung digitaler Endgeräte ist – Schüler in Deutschland liegen im Umgang mit Office-Programmen aber nur knapp über dem Bundesdurchschnitt. 82 Prozent geben an, Texte in einem Textprogramm schreiben zu können (vgl. Bevölkerung gesamt 80 Prozent). 59 Prozent geben an, Berechnungen in Tabellenprogrammen durchführen zu können (vgl. Bevölkerung gesamt 57 Prozent).
Diese Zahlen sind beunruhigend, denn Anwendungskenntnisse in Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen wie Word oder Excel sind für die meisten Berufe unerlässlich geworden. Dabei geht es mir persönlich nicht darum, ob jemand mit Microsoft Word oder Microsoft Excel umgehen kann oder vielleicht mit Apple Pages oder Apple Numbers oder Libre Office – es geht mir um den Umgang mit Office-Software allgemein. Diese Digitalkompetenzen sind nicht überall zu finden und auch das gehört zur Medienkompetenz.
Jetzt bin ich kein Referent für Excel, aber selbst bei Präsentationssoftware wie PowerPoint, Keynote oder Prezi bestehen große Lücken. Bei meinen Seminaren zur visueller Präsentation stellte sich heraus, dass die Teilnehmer sehr schnell kapierten, wie wichtig visuelles Präsentieren ist. Beispiele dafür gibt es viele – kein Tod durch PowerPoint. Beim Erstellen einer Masterfolie scheiterten allerdings einige – das darf nicht sein. Diese Digitalkompetenzen gehören zur Schule, Studium und Beruf einfach dazu. Also werde ich in meinem Schulungsschuljahr 2015/16 einen Schwerpunkt darauf legen.
Wer ihn kennt, hat ihn gehasst. Und dennoch gehörte Karl Klammer zum Office-Umgang.
Ich habe beruflich viel mit Schulen und damit mit Lehrern zu tun und habe so manche Eigenart kennengelernt. Es gibt solche und solche. Nun wieder eine neue Variante zum Thema Schule und dieses Mal betraf es ein Familienmitglied K2.
K2 nimmt gerade das Thema Märchen in der Unterstufe am Gymnasium durch und hatte als Hausaufgabe auf, ein Märchen selbst zu schreiben. Das kann K2 und erzählte über zwei handgeschriebene Seiten ein nettes Märchen, so richtig mit König und Königin und böser Hexe. Das Kind hat Talent, so der stolze Vater.
Dann kam die nächste Hausaufgabe der Deutschlehrerin. Die Kinder sollen ihr Märchen am Computer setzen und die Vorgaben lieferte die Lehrerin auch gleich mit: Als Schriftart gab die Deutschlehrerin Lucida Calligraphy in 11 Punkt vor. Die Überschrift war bold und unterstrichen in 12 Punkt und anschließend zwei Leerzeilen. Der Text sei linksbündig zu setzen und die Seitenränder sollen normal sein. Der erste Buchstabe des Fließtextes ist in Bold und 14 Punkt. Oh!
Die Vorgaben fein sauber von K2 erfasst.
Heraus kommt, gelinge gesagt, ein typografisches Schlachtfeld. Lucida Calligraphy als Fließschrift ist ein Verbrecher und ich bekomme Augenkrebs. Die Angaben wie „Seitenränder normal“ sind eine Katastrophe. „Papa, was sind denn normale Seitenränder?“ lautete richtig die Frage von K2. Aber der Abschuss war für mich die Schriftart Lucida Calligraphy. Diese Vorgabe sorgte für die Mitschüler von K2 für Unruhe. Und wir wissen ja, wie Kinder sind: Sie wollen es richtig machen und das Wort der Lehrerin in diesem Alter ist Gesetz.
Lucida Calligraphy ist wohl eine Systemschrift von Mircosoft. Wer MS Office benutzt, hat wohl diese Schrift installiert. Tja und wer beispielsweise ein Open Source-Textverarbeitungsprogramm wie Libre Office nutzt, der schaut blöd. Was bildet sich die Lehrerin ein? Nicht jeder hat MS Office im Einsatz und hat dazu seine Gründe. Aber das kann sich die Frau Lehrerin wohl nicht vorstellen. In ihrer typografischen Welt gibt es Windows und Office – und wahrscheinlich Comic Sans (aber ich will hier nicht böse werden). Über Comic Sans habe ich mich hier und hier schon ausgelassen.
Also hatte die Familie zwei Möglichkeiten in Bezug auf den Einsatz von Lucida Calligraphy, eigentlich waren es drei. Zum einen kann ich die Schriftart für 35 Euro kaufen. Nee, wirklich nicht. Nicht diese hässliche Schrift, die ich niemals wieder einsetzen werde.
35 Euro ist mir Lucida Calligraph nicht wert.
Dann könnte ich Lucida Calligraphy noch illegal aus dem Netz ziehen. Also richtig schön strafbar machen. Bei der BSA kommt Freude auf. Kommt also auch nicht in Frage.
Als dritte Möglichkeit war noch die Suche auf alten Rechnern im Keller, auf denen eine Mac-Version von Office installiert war. Dort war die Schrift dann zu finden.
Die Klassenkameraden diskutierten inzwischen am Nachmittag, welche Textverarbeitung sie verwenden können. Sie wussten nicht den Unterschied zwischen Textverarbeitung und Schrifteninstallation. Für sie hängt eine Schrift an der Software. Hier tut Medienkompetenz Not. Aber noch mehr sollte meiner Meinung nach die Deutschlehrerin Medienkompetenz verordnet bekommen.
Zwei Seiten Text wurden von K2 einfach via Siri erfasst und Zeit gespart.
Interessant war auch die Idee der Lehrerin einen handgeschriebenen Text von einem Unterstufler mit dem Rechner abschreiben zu lassen. Zwei Seiten Text können hier eine Ewigkeit bedeuten. K2 hat in den jungen Jahren noch kein Zehn-Finger-System gelernt, sondern arbeitet eher mit der Methode Adlerkreis-Suchsystem. Das kann also dauern. Aber K2 ist ein Kind des 21. Jahrhunderts. K2 diktierte den handgeschriebenen Text in Siri ins iPhone und Siri tippte den Text für K2. Das sparte uns Stunden und vor allem Nerven. Anschließend wurde der digitale Text mit der Cloud sychronisiert und in das Textverarbeitungsprogramm geladen und nach Wunsch der Pädagogin formatiert. K2 ist eben mein Kind.
Update: Einen Tage später kam es wohl zu einem massiven Protest der Kinder wegen der schrecklichen Lucida Calligraphy. Die Kinder hatten diese Schrift nicht auf den heimischen Rechnern ihrer Eltern gefunden. Neue Vorgaben der Lehrerin: Die Kinder könnten jetzt eine Schrift nehmen, die ihnen gefällt. Danke, dafür dass ich im Keller nach Lucida Calligraph eine gefühlte Ewigkeit suchen durfte.
Heute ist es also so weit: Facebook setzt seine neuen AGB in Kraft. Der Inhalt ist mittlerweile hinlänglich bekannt: Facebook trackt auch außerhalb von Facebook unser Nutzerverhalten im Web, um entsprechende Informationen und Profildaten zu sammeln, um uns mit Verbraucherinformationen zu versorgen.
Die Aufregung im Netz ist verständlich und gerechtfertigt. Verbraucherschützer laufen gegen diese Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen massiv Sturm. Wer den AGBs nicht zustimmen will, der solle einfach Facebook fernbleiben, so die Argumentation von Mark Zuckerberg & Co. Sie machen es sich schon sehr einfach, Herr Zuuckerberg!
Interessiert habe ich die Diskussion seitens der Politik verfolgt. Und auch mit manchem Kopfschütteln habe ich die Debatte angesehen. Immer wieder wird seitens der Politik behauptet: Das kann Facebook mit uns als Kunden nicht machen!
Doch hier irrt die Politik. Hier hat die Politik das Unternehmen Facebook komplett missverstanden. Es ist doch so:
Die User von Facebook sind nicht die Kunden, die User von Facebook sind das Produkt. Die Kunden von Facebook ist die Werbetreibende Wirtschaft. Und diese wird hervorragend, ja nahezu vorzüglich von Facebook behandelt.
So ist die Aufregung seitens der Politik ein Sturm im Wasserglas – Show oder Kalkül. Entweder sind sie dumm oder sie verkaufen uns als User für dumm. So mancher Politiker führt Scheingefechte, um potentielle Wähler zu beeindrucken.
Wahr ist doch: Die Änderung der AGBs von Facebook kommt den Kunden von Facebook komplett entgegen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Werbetreibende Wirtschaft die Änderung der Facebook AGBs sogar unterstützt. Endlich kann ich noch mehr Daten über die User sammeln, endlich kann ich noch genauer meine Werbung schalten und habe nicht die teuren Streuverluste, wie sie bei Tageszeitungen oder Fernsehen – also bei klassischen Massenmedien – üblich sind.
Die Gefahr, dass die User im großen Stil Facebook verlassen, sehe ich nicht. Ich bin dort, wo meine Freunde sind. Das gilt bei der Datenkrake WhatsApp genauso, wie für die große Mama Facebook. Der Mark Zuckerberg hat seinen Universum schon durchdacht aufgestellt.
Was sollten die User mit Medienkompetenz tun? Nun zum einen den Browser so einstellen, dass er alle Cookies nach einer Session löscht. Auch bevor man Facebook ansteuert, sollten die Cookies gelöscht werden. Auch das Surfen im privaten Modus ist ratsam. Browser-Plugins wie Ghostery sollten eigentlich auf jedem System installiert sein (gibt es für alle Standard-Browser am Rechner und Smartphone).
Wer wirklich sicher sein will, sollte Facebook auf dem Smartphone und dem Tablet herunterwerfen. Wer das nicht will, sollte zumindest den Lokalisierungsdienst ausschalten – also keine Statusmeldungen mehr mit Ortsbezug. Und unbedingt untersagen, dass Apps auf dem Smartphone deine Werbe-ID nutzen. Hier der Link zum Einstellen für iOS und Android.
Und wehe, es schickt noch einer das folgende Bild herum: Das ist kompletter Blödsinn und zeugt von überhaupt keiner Medienkompetenz:
Trotz massiver Datenschutzbedenken verwenden zahlreiche Lehrer immernoch Dropbox als Datenspeicher. Bei meinen Seminaren empfehle ich immer eine sichere, deutsche Alternative, die deutschen Datenschutz unterliegt: PowerFolder.
Und was mich besonders freut, ab sofort gibt es die Software PowerFolder kostenlos für alle Schüler der Sekundarstufen I und II.
Das Bildungsministerium möchte mehr Lehrer für neue Medien begeistern und die Schüler fördern. Deshalb gibt es die Lizenz für die Sync- und Share-Software PowerFolder ab sofort kostenlos.
Die Schulen profitieren gleich mehrfach. Mit PowerFolder können Lehrer beispielsweise die Hausaufgaben mit einem Klick direkt an die Schüler verteilen – auf die heimischen PC´s, auf Tablets oder andere mobile Endgeräte. Die Daten sind jederzeit abrufbar, auch unterwegs. Gleichzeitig arbeiten die Schüler mit modernster Software und werden so an neue Medien, die in der Arbeitswelt längst etabliert sind, herangeführt. PowerFolder wird wegen seiner Zuverlässigkeit und Flexibilität bereits seit vielen Jahren in Universitäten, in Behörden oder in mittelständischen Betrieben genutzt. Laut Aussagen von Powerfolder hat man alle notwendigen ISO-Zertifikate für Schulen. Ein Referenzkunde in Bayern ist beispielsweise das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, also eine Top-Adresse.
Die aktuelle Vergleichsstudie ICILS (International Computer- and Information Literacy Study) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Forscher warnen: „Etwa 40 Prozent der Lehrpersonen in Deutschland, die in der achten Jahrgangsstufe unterrichten, bewerten die vorhandene technische Ausstattung an ihren Schulen als veraltet.“ Zudem sei die „Häufigkeit der schulischen Computernutzung in Deutschland im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich.“
Deshalb müssten neue Technologien gezielt und regelmäßig im Unterricht genutzt werden, der Erwerb computer- und informationsbezogener Kompetenzen durch den Einsatz neuer Technologien gefördert und die IT-Ausstattung der Schulen verbessert werden – mit modernen Technologien die unterrichtsnah verfügbar sind. Ich mache in meinen Schulungen zur Medienkompetenz nichts anderes.
Wichtig ist Sicherheit: Mit dem Einsatz der Software PowerFolder halten sich die Schulen an geltendes Recht. Nach dem Telekommunikationsgesetz sind Institutionen und Unternehmen in Deutschland gesetzlich verpflichtet, den Datenschutz und das Fernmeldegeheimnis einzuhalten. Mit PowerFolder ist das garantiert. Denn anders als bei anderen Cloud-Diensten bleiben die Daten auf den Schul- oder Lehrerservern, sie werden nicht bei anderen Unternehmen gespeichert oder verlassen gar das Land.
Kommunikation ist heute mobil. Das ist keine Überraschung mehr – und dennoch wundern sich die Leute auf meinen Seminaren, weil ihnen diese Tatsache einfach nicht bewusst ist. Smartphones und Tablets sind allgegenwärtig und werden auch immer und zu jeder Zeit eingesetzt. Das hat Folgen für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft. An alle Verantwortlichen in Politik, Schulen, Verwaltung und Verbänden: Nehmt diese Tatsache endlich wahr. Mobiles Internet ist Realität, auch wenn ich in Seminaren immer wieder höre: Das sei doch nur etwas für die jungen Leute.
Im Jahr 2014 nutzen 54 Prozent der Deutschen das Internet von unterwegs auf mobilen Endgeräten. Ein Anstieg von 14 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie „Mobile Internetnutzung“, welche seit 2012 im Auftrag der Initiative D21 e.V. mit Unterstützung der Huawei Technologies Deutschland GmbH von TNS Infratest durchgeführt wird.
Wir sollten uns an dieses Bild gewöhnen, denn mobiles Internet ist Realität.
Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, sagt im Vorwort zur Studie: „Mobiles Internet und die immer stärkere Nutzung der mobilen Endgeräte stehen für die Omnipräsenz des Internets und seine Möglichkeiten. Smartphones und Tablets sind unsere ständigen digitalen Begleiter, Assistenten, Kommunikations- und Informationsmanager. Chancen und Risiken, Begeisterung und Skepsis angesichts des technologischen Fortschritts finden auch in der Studie ihren Niederschlag und liefern Material für Diskussionen, die wir politisch wie gesellschaftlich führen müssen.“ Liebe Dorothee Bär, ich freue mich, dass Sie die politische Diskussion führen wollen. Sie ist wichtig und dringend notwendig.
Mit der zunehmenden mobilen Datennutzung steigen die technologischen Anforderungen an die Netzinfrastruktur. So sind die Fortentwicklung und der Ausbau der Mobilfunktechnologien entscheidend. Zu nennen ist hier die LTE (Long Term Evolution) Technologie, dem Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G), der eine höhere Datenübertragungsrate ermöglicht. Nutzten 2013 lediglich sieben Prozent der Befragten LTE, sind es 2014 bereits 23 Prozent.
Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21 bekräftigt: „Die steigende Nutzung von mobilem Internet hat auch gesellschaftliche Auswirkungen. Immer und überall online gehen zu können, setzt Medienkompetenz voraus, um sich beruflich wie privat sicher in der digitalen Welt zu bewegen. Die Studie zeigt, dass Eltern sehr genau überlegen, wann sie ihren Kindern ein Smartphone kaufen und zwar ab dem Alter von 13 Jahren. Die Studie zeigt auch, dass die Angst vor dem Missbrauch persönlicher Daten und ebenso vor einer immer oberflächlicher werdenden zwischenmenschlichen Kommunikation, die Bevölkerung in 2014 beschäftigt.“
Etwa ein- bis zweimal pro Woche bin ich an Schulen mit meinem Tag der Medienkompetenz unterwegs und schaffe es mit Erfolg, das Thema digitaler Wandel in die Familien zu bringen. Aufhänger ist natürlich das Thema Soziale Netzwerke, also Facebook, Whats App und Co. Ich halte das Thema Medienkompetenz für enorm wichtig und sehe massiven Handlungsbedarf – vor allem bei Eltern.
Vortrag im Hort der Lehrerfortbildung Dillingen.
Neulich war ich im Hort der bayerischen Lehrerfortbildung zu Gast, in der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen, und habe Seminarlehrer zum Thema soziale Netzwerke fit gemacht. Es bewegt sich etwas bei dem Thema Medienkompetenz. Morgen bin ich in Berlin und spreche auf der Online Edca in der Hauptstadt und halte auf dem Schoolforum ein Implusreferat zu diesem Themenkomplex.
Da bekomme ich heute ein interessante Meldung von der D21 auf den Tisch. Inhalt: Lehrer haben ein Problem mit digitaler Medienkompetenz und brauchen Nachhilfe.
Medienkompetenz, also der souveräne Umgang mit Computern und dem Internet, gilt heute als Schlüsselqualifikation für einen chancenreichen Start ins Berufsleben. Digitale Bildung soll nach dem Willen der Bundesregierung deshalb in allen Schulstufen und Schulfächern Einzug halten. Die größte Herausforderung liegt bei den Lehrkräften: Über die Hälfte aller Lehrer in Deutschland ist 50 Jahre und älter. Mit fortschreitendem Alter nimmt digitale Souveränität im Bundesdurchschnitt rapide ab, das zeigt die Studie D21-Digital-Index 2014. Dem entsprechend beurteilen auch Lehrer über 50 ihre Computerkenntnisse als eher schlecht. Grundsätzlich gibt es nicht genügend ausreichend qualifizierte Lehrer, die Schülern den Umgang mit Medien, mit den eigenen Daten und mit Informationen im Netz vermitteln können, so sagt die Initiative D21. Die genaue Studie gibt es hier zum kostenlosen Download.
Ich stelle bei meinen Lehrerfortbildung fest, dass diese Äußerung mach Nachhilfe sehr pauschal ist. Es hängt von dem einzelnen Lehrer ab und Forderung „Lehrer müssen in die digitale Nachhilfe“ ist mir zu pauschal. Es gibt solche und solche Lehrer. Und weil jeder einen Lehrer in der Schule hatte, ist jeder bei dem Thema Experte. Dennoch: Nicht wegzudiskutieren ist aber die digitale Spaltung in den Lehrerzimmern. Freilich gehen Junglehrer und Referendare an das Thema anders heran, weil sie im Studium mit IT gearbeitet haben. Aber für mich ist es keine Sache zwischen jung und alt, sondern zwischen digital und analog. Und, es ist eine Sache, wie ernst ich meinen Beruf nehme. Es gibt Pädagogen, die nehmen ihren Beruf als Berufung und es gibt – sorry – einfach faule Menschen. Letztere haben mit ihrem Job geistig abgeschlossen und werden durch das Beamtenrecht geschützt. Es ist eine grundsätzliche Auffassung, wie ich meinen Beruf ansehe und darf nicht nur auf das Thema digitale Medien reduziert werden. Der Lehrerjob hat sich radikal verändert.
Ich stelle auch fest, dass der Verwaltungsaufwand in den Schulen enorm geworden ist. Das Rundschreiben des Kultusministerium ist eine Botschaft des Schreckens im besten Verwaltungsdeutsch. Andere Organisationsformen müssen sich an den Schulen etablieren und iPads und Co gehören endlich in den flächendeckenden Unterricht. Mensch, wir leben im 21. Jahrhundert.
Wenn Fred Feuerstein ein Smartphone gehabt hätte, wäre er dann auch so ungeschützt im Internet unterwegs, wie wir heute? Vermutlich. Denn die Verhaltensmuster aus der Frühzeit unseres Gehirns, vor etwa 1,8 Millionen Jahren geprägt, beeinflussen nachhaltig unser Verhalten gegenüber modernen Geräten wie Computer, Smartphones und Tablets. Scheinbar irrationales Verhalten erscheint jedoch im Licht der Evolution ganz folgerichtig. Cyberpsychologen erforschen aktuell neue Formen der „Media Equation“ und IT-Sicherheitsexperten unterstützen Anwender beim einfachen Schutz ihrer Techniklieblinge – beispielsweise vor den 315.000 neuen Schadprogrammen, die täglich von Kaspersky Lab entdeckt werden.
Vor allem zum jüngsten digitalen Produkt entwickeln Konsumenten eine sehr starke emotionale Bindung. Der beste Freund des Amerikaners ist das Smartphone, so postuliert dies eine Studie der IDC von 2013. Das Smartphone befand sich immer in Griffweite der 7.446 befragten US-Amerikaner, von morgens bis abends. Etwa 80 Prozent der Befragten prüften ihr Smartphone alle 15 Minuten auf Meldungen. Das geht soweit, dass Anwender denken, das Telefon hätte geklingelt – obwohl dies nicht der Fall war. Ich kann dies bestätigen. Wenn ich mein Samrtphone vergesse, dann fühle ich mich irgendwie nackt, mir fehlt mein täglicher Begleiter.
Das Institut Aris hat für den Branchenverband Bitkom den Effekt des Phantomklingelns festgestellt. Dazu wurden Anwender im Jahr 2011 und 2013 zum Phantomklingeln befragt. Innerhalb der zwei Jahre stieg der Anteil der Nutzer, die vermeintlich ihr Telefon klingeln hörten, von 25 auf 39 Prozent. Hinter allem steckt die Erkenntnis, dass das Smartphone den eigenen sozialen Raum erweitert, zu Freunden und Bekannten, die nicht physisch in der Nähe sind. Entsprechend nervös wurden die deutschen Anwender, wenn sie keine Signale vom Smartphone erhielten: 29 Prozent fanden es merkwürdig, wenn einmal einen Tag lang keine Anrufe oder SMS kamen. Ok, das passiert mir nicht. Ich bin froh, wenn das Ding ruhig ist und wenn ich arbeite, dann gibt es ja die Einstellung am iPhone, dass nur bestimmte Anrufe durchkommen. Auch so eine Einstellung gehört zur Medienkompetenz. Ich muss nicht immer für jeden erreichbar sein.
Der Mann, der seinen Laptop belog
Mit dem PC hat der Mensch bereits eine längere Affäre zwischen Liebe und Hass. Welcher Anwender hat nicht schon seinen Computer verflucht und womöglich die Tastatur mit Fäusten bearbeitet, als das Gerät die Mühen von stundenlanger Arbeit mit einem Absturz im digitalen Nirvana verschwinden ließ? Aber das ist nur eine Seite der Medaille. Viele Leute geben ihren Rechner Namen. Eine Zeitlang habe ich mein Netzwerk bei mir im Büro nach den Gefährten aus Herr der Ringe benannt. Wobei der Server seltsamerweise Mordor hieß. Dann hatten die Geräte Namen wie Pac Man. Die Time Machine heißt übrigens Gorleben, ich denke, der Name sagt viel aus.
„Wir Forscher nennen das Media Equation“, erklärt dazu Frank Schwab, Professor für Medienpsychologie an der Universität Würzburg. „Sobald etwas – wie ein Computer – mit einem Menschen scheinbar interagiert, laufen in unserem Hirn uralte Programme ab. Nahezu instinktiv behandeln wir das Gegenüber wie ein absichtlich handelndes Wesen, obwohl das – objektiv betrachtet – keinen Sinn macht. Diese Gleichsetzung zwischen einem medialen Objekt und dem wirklichen Leben nennen wir deshalb Media Equation“. Deshalb kann man Computer hassen, obwohl jeder sich ebenso darüber im Klaren ist, dass es sich nur um eine Maschine handelt. Naja, was passiert, wenn ich mit Siri spreche. Ich nenne meine Siri insgeheim HAL, damit sie es nicht mitbekommt, wenn ich von ihr spreche. Und nein, ich bin nicht verrückt.
„Das Gerät muss nicht einmal besonders cool sein, damit dieser Effekt eintritt. Erste Forschungen wurden mit PCs Anfang der Achtziger Jahre im vergangenen Jahrhundert durchgeführt“, führt Schwab weiter aus. „Interessant daran ist, dass wir den Effekt kaum kontrollieren können. Besonders Menschen, die im Umgang mit Computern sehr kompetent sind, neigen zu Media Equation.“
Wenn ein Computer uns für ein Testergebnis lobt, dann hebt das unser Selbstwertgefühl und unseren Leistungswillen. Überdies wollen wir mit diesem Computer gerne weiter arbeiten und denken, dass er besonders gut ist. Auch, wenn wir vom selben Computer nach seiner Leistung befragt werden, bewerten wir ihn positiver, als wenn wir die Beurteilung an einem anderen Gerät abgeben. Und natürlich nehmen wir den Computer als Mann oder als Frau wahr – besonders, wenn er oder sie mit der entsprechenden Stimme zu uns spricht.
Ich bin ein-, zweimal pro Woche an bayerischen Schulen aller Schularten unterwegs und darf Vorträge zum Thema Medienkompetenz vor Schülern, Lehrern und Eltern halten. Zu Beginn frage ich in der Regel nach der Verbreitung von Handys und Smartphones sowie dem Nutzungsverhalten. Und siehe da, Smartphones sind bei der Schülergruppe absolut führend. Es gibt kaum noch klassische Mobiltelefone und kaum ein Schüler ab der fünften Klasse besitzt kein Mobiltelefon.
Und ich komme auch auf die Nutzung von Musik zu sprechen. Es freut mich, dass es bei den Schülern noch ein paar Verfechter des klassischen Vinyls gibt. Zumeist sind dies Schüler, die entweder die Schallplattensammlung von den Eltern samt Schallplattenspieler geerbt haben, oder die jungen Menschen sind finanziell potent, um sich dieses Hobby leisten zu können.
In der Regel wird Musik heute aber digital konsumiert. Und dabei fällt mir bei meinen Vorträgen weiter auf, dass die CDs auf absteigendem Ast sind. Downloadportale wie Amazon und iTunes sind führend, wenn Musik legal gekauft wird. Und es kommen mehr und mehr Streaming-Dienste bei den Jugendlichen an. Sie treffen ihren Geschmack. Der Typus Jäger und Sammler (wie ich ganz klar einer bin), wird weniger. Ich will Musik besitzen, doch damit gehöre ich zu einem Auslaufmodell in der Medienwelt.
Musik wird nicht mehr besessen, sondern gemietet. Und dieses Mieten von Inhalten lässt sich überall feststellen. Es beginnt bei Cloud-Software (Software as a Service SaaS) wie Adobe oder Microsoft. Die Online-Videotheken mit ihren Streaming-Angeboten sind an der Tagesordnung: Die Mediatheken der TV-Sender, Amazon Instant Video, iTunes, Watchever und ab Herbst Netfix verdrängen klassische Datenträger. Amazon setzt in den USA zudem auf eine Bücherflatrate.
Und bei uns in Deutschland sind inzwischen die Musikflatrates voll angekommen und gewinnen Marktanteil um Marktanteil. Bei den Schülern oft nicht mehr via Rechner, sondern via Smartphone. Seit rund zwei Jahren bietet die Deutsche Telekom als einziger Mobilfunk-Provider in Deutschland eine Kooperation mit dem Musikstreamingdienst Spotify an. Was die Jugendlichen besonders freuen wird, wenn sie den Dienst mit ihrem Smartphone nutzen: Die Telekom will künftig das gesamte durch Spotify anfallende Datenvolumen auf null setzen. Das bedeutet, die Datennutzung durch Spotify wird nicht auf das Datenvolumen des Smartphone-Nutzers angerechnet.
Jimmy Iovine (l), Tim Cook (m) und Andre Romelle Young, auch bekannt als Dr. Dre (r). Foto: Apple
Wie wichtig diese Dienste sind, zeigt ein 3-Milliarden-US-Dollar-Kauf von Apple. Cupertino reagierte auf den Trend und kaufte mit Beat nicht nur einen Kopfhörerhersteller, sondern auch ein Streaming-Portal für Musik. Streaming ist im Moment die Zukunft. Einen idealen Überblick über die verschiedenen Anbieter wie Spotify und Co gibt diese Webseite.
Streaming ist natürlich abhängig von der Gegend, in der man wohnt. Im ländlichen Raum ohne schnelles oder ausreichendes Internet ist die Streaming-Nutzung nur theoretisch möglich. Es macht ohne vernünftige Anbindung einfach keinen Spaß. Aber sobald ausreichende Bandbreite verfügbar ist, fahren die Jugendlichen voll auf die Streamingdienste ab. Die Dienste setzen derzeit noch auf Masse, dann und wann fehlt die musikalische Qualität. Und auch an der audiophilen Qualität lässt sich noch einiges verbessern. Hier wird sicher der Pono-Player von Neil Young und seine Musikplattform Pono Music Ende des Jahres noch mehr Druck ausüben. Aber wir stehen vor interessanten Zeiten.
Woher rührt meine Technikbegeisterung? Es gibt sicherlich viele Einflüsse und ein Einfluss ist heute im Alter von 86 Jahren verstorben: James Garner.
Als Kind war er für mich Detektiv Rockford. Wenn meine Eltern die Serie sahen, durfte ich ab und zu mitschauen und mich interessierte vor allem der Serienvorspann. Da gab es einen Anrufbeantworter zu sehen. Für mich damals absolute Science Fiction. So etwas gab es in meiner Welt damals nicht. Damals war ich entweder zu Hause, wenn das Telefon klingelte oder eben nicht. Wenn der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung nicht da war, dann rief ich eben später wieder an. Oder die Information war nicht wichtig und ich rief gar nicht mehr an.
Ich bin noch in der Tradition aufgewachsen, die mir meine Eltern beigebracht haben: Bei Todesstrafe ruft man niemanden zu den heute Nachrichten, zur Tagesschau, zur Sportschau oder während eines Fußball-Länderspiels an. Ja, so wurde ich damals erzogen.
Und mit dem Vorspann von Detektiv Rockford war auf einmal alles vorbei. Der Anrufbeantworter wäre eine unglaubliche Bereicherung für mein Leben als Jugendlicher. Doch meine Eltern waren dagegen. Sie hatten ein grauen Wählscheibentelefon und später ein moosgrünes Tastentelefon, weil es dort eine Wahlwiederholtaste für Anrufe in die DDR gab. Einen Anrufbeantworter – so etwas brauchten wir nach Meinung meiner Eltern nicht und zudem kostet das Teil richtig viel Geld. Ob die Deutsche Bundespost überhaupt Anrufbeantworter vermietete, weiß ich gar nicht.
Ich musste jahrelang warten bis ich mir meinen eigenen Anrufbeantworter leisten konnte. Es war einer mit Fernabfrage. Man hielt ein batteriebetriebenes Kästchen an den Hörer, das Töne von sich gab und konnte so einen AB (so hie0 der Anrufbeantworter bei uns coolen Jungs) von unterwegs abfragen. Ob der Infowert der Nachricht hoch war, sei dahingestellt. Viele Leute trauten sich nicht aufs Band (so hieß es damals) zu sprechen. Und dann hasste ich die Leute, die Sprüche wie so etwas hinterließen: „Hallo hier ist Thomas, ruf doch zurück, es ist wichtig!“ Die habe ich garantiert nicht zurückgerufen, denn wenn es wichtig gewesen wäre, hätten sie es ja aufs Band sprechen können. Umgang mit dem AB war eine frühe Vermittlung von Medienkompetenz – das, was ich heute in meinen Vorträgen so mache.
Detektiv Rockford hatte nur einen coolen Spruch auf seine Ansage. Es gab aber Leute, die hatten so Promi- oder Spaßansagen. Auf die bin ich dann und wann auch reingefallen. Bis heute habe ich mich solchen Spaßansagen verweigert. Ich bleib lieber so nüchtern wie Detektiv Rockford alias James Garner. Danke lieber James Garner, dass du mir den AB ins Haus geholt hast.