Posts Tagged ‘iPad’

Star Wars auf Blu ray – Marketingtrubel nimmt zu

8. August 2011

Der Trubel um die Veröffentlichung der Star Wars-Blu rays nimmt langsam an Lautstärke zu. Am 16. September ist es endlich soweit. Amazon und Co nehmen schon die Vorbestellungen für Star Wars: The Complete Saga I-VI entgegen. Auch ich bin dabei und habe dann nach Super 8, Video und DVD auch die Blu rays der wichtigen Sternensaga. Jetzt gilt für die wahren Fans die Zeit des lästigen Wartens zu überbrücken. Der Verleih versorgt uns mit ein wenig Futter, das wie gierig zu uns nehmen.

Da wären beispielsweise die Fan Reaktionen von der Comic Con 2011 Messe, auf der das Erscheinen von Star Wars auf Blu ray angekündigt wurde.

Zudem gibt es eine eigene deutsche Facebook-Fanseite und eine spezielle App für iPhone und iPad. Diese App mit dem schönen Namen „Star Wars Blu-ray – Exklusive Vorschau“ bietet einen umfangreichen Überblick über den Inhalt der Saga und gibt einen ersten Vorgeschmack auf die Blu-ray-Kollektion. Möge die Macht mit euch sein.

Die Star Wars App fürs iPad.

Die Star Wars App fürs iPad.

Mac OS Lion in der Praxis: AirDrop

5. August 2011

Eine Funktion, die mich wirklich vom Stuhl haut, ist AirDrop. Es ist ein Datenaustausch zwischen Lion-Macs, wie er einfacher nicht sein kann. Bisher musste ich Netzwerkverbindungen aufbauen, Dateirechte vergeben, usw. Das muss ich zwar weiterhin, wenn ich im klassischen Netzwerk arbeite. Auch die Bonjour-Technologie ist fein, aber AirDrop sorgt für richtig Spaß Bin ich aber unterwegs, dann gehört AirDrop zur ersten Wahl. Einfach beide User die Funktion AirDrop im Finder oder im Menü „gehe zu“ auswählen und ein stilisiertes Radargerät zeigt, ob der andere User erreichbar ist. Dann einfach nur via Drag & Drop eine Datei nehmen und auf den User ziehen. Darf ich? Ja du darfst und der Käse ist gegessen. Wird die Datei akzeptiert, wird die vollständig verschlüsselte Datei direkt in den Ordner „Downloads“ des anderen geladen. Und das alles ohne WLAN-Router – wenn das nicht der Hammer ist.

Laut einem Apple-Briefing in München ist die Reichweite von AirDrop auf rund 10 Meter begrenzt. Das passt. Ich schaffe es in einem Gebäude AirDrop zu nutzen und es klappt noch besser bei freier Sicht. Ob ein Abfangen einer Datei möglich ist, weiß ich nicht. Apple sagt, die Dateien seien zwischen den Rechnern verschlüsselt. Das mag ich mal glauben.

AirDrop bedeutet etwa Versorgung aus der Luft und meiner Meinung nach, deutet Apple hier einen Weg der Zukunft bei seinen iOS-System an. Es wäre genial, wenn ich das iPad und iPhone via AirDrop betanken kann und anders herum. AirPlay und AirPrint sind ja durchaus Dienste an die ich mich beim iOS gewöhnt habe. Dann hört auch das blöde Gemecker auf, das iPad habe keine Schnittstelle für USB-Sticks. Aber das ist natürlich reine Spekulation.

Ein kleines Manko hat allerdings auch AirDrop. Leider funktioniert das Features nicht auf allen meinen Macs im Hause, obwohl Lion geladen ist. Grund dafür ist, dass der im Mac verwendet WLAN-Chipsatz die AirDrop-Technik unterstützen muss. Einige meiner Rechner sind zu alt dafür. Apple hat ein Support-Dokument veröffentlicht, wo die Geräte beschrieben sind. Hier die Rechner im Einzelnen: MacBook Pro (Late 2008 or newer), MacBook Air (Late 2010 or newer), MacBook (Late 2008 or newer), iMac (Early 2009 or newer), Mac Mini (Mid 2010 or newer), Mac Pro (Early 2009 with AirPort Extreme card, or Mid 2010), MacBook Pro (17-Inch Late 2008) and the white MacBook (Late 2008) do not support AirDrop.

Universalübersetzer in der Cloud: App übersetzt live

30. Juli 2011

Als Star Trek-Fan liebe ich den Universalübersetzer. Treffen die Trekkies auf eine fremde Spezies kommt der Übersetzer zum Einsatz und alle verstehen sich. Das ist Science Fiction. Aber so weit ist die Zukunft nicht entfernt. In einem sehr lesenswerten Artikel von Sascha Lobo stieß ich auf eine geniale iPhone-/iPad-App mit Namen WordLens von Quest Visual. Die App könnte die Basis für einen Universalübersetzer sein. Derzeit funktioniert die App in zwei Richtungen: Englisch und Spanisch. Ich halte mein iPhone auf ein englisches Schild und das System übersetzt die Schrift automatisch ins Spanische. Es ist der Hammer. Und anders herum. Natürlich ist es noch nicht super ausgereift, aber die Idee ist genial. Es fehlen noch weitere Sprachen. Die ganze Übersetzerei findet natürlich in der Cloud statt – also eine weitere Nutzung von Cloud Computing.

Buchhändler weiter unter Druck

21. Juli 2011

Die Welt ändert sich. Nach unserer Quelle sterben auch klassische Kaufhäuser – und jetzt sind in den USA die Buchläden an der Reihe, die sich auf das Online-Zeitalter nicht eingestellt haben. Broders hatte bereits im Frühjahr Konkurs angemeldet und soll bis September aufgelöst sein. 11.000 Angestellte verlieren ihren Job, in den rund 400 Geschäften, weil das Management geschlafen und die Herausforderung online nicht erkannt hat. Die Kunden von Borders griffen auf elektronische Lesegeräte zurück oder kauften direkt bei Amazon das klassische Buch. Mal sehen, wie lange es die US-Buchhandelskette Barnes & Noble noch in dieser Form gibt.

Rocl´n Roll bei Barnes & Noble

Rocl´n Roll bei Barnes & Noble

Und Amazon greift weiter an. Ich bin zwar ein iPad-Fan, doch wird über kurz oder lang ein Kindle oder dessen Tablet-Nachfolger zusätzlich bei mir stehen. Jetzt eröffnet Amazon in den USA eine Ausleihmöglichkeit für elektronische Bücher. Zielgruppe sind Schüler und Studenten. Damit kann richtig Geld gespart werden. Ich zahle das Buch nur für die Zeit in der ich es wirklich brauche. Also in der Schule oder Studium für eine gewisse Zeit, wenn das Buch durchgenommen wird oder ich für eine Prüfung lerne. Wenn mir das Buch dann weiterhin gefällt, dann kann ich es ja kaufen.

Buchausleihe bei Amazon

Buchausleihe bei Amazon

Bei Seminaren stelle ich bei uns noch eine gewisse Reserviertheit gegenüber eBooks fest. Das liegt vor allem am Preis und die Buchpreisbindung. Aber auch die Weitergabe von Büchern ist noch ein Problem. Wenn ich ein geschütztes eBook gelesen habe, will ich es meiner Frau zum Lesen geben. Das ist im Moment nicht möglich. Ich hoffe zudem, dass das DRM für Bücher fällt, so wie es bei der Musik gefallen ist.

Adieu MACup

20. Mai 2011
Diskussion mit jungem Leser im Jahr 2006.

Diskussion mit jungem Leser im Jahr 2006.

Irgendwie habe ich es geahnt, aber jetzt ist es Wirklichkeit geworden. Die MACup wird eingestellt. Im Juni erscheint das letzte Heft des traditionsreichen Magazins, das über 30 Jahre die Mac-Szene begleitet hat. Die MACup war meine zweite Chefredaktion und die alte Tante MACup war eine gute Zeitschrift. Aber jetzt ist es vorbei. Die Neue Mediengesellschaft Ulm (NMG) hat das Aus verkündet, da es für ein Pro-Magazin im Apple-Umfeld keinen Platz mehr gebe. Egal, der Markt hat entschieden.

Ich erinnere mich gut, als wir uns redaktionsintern den neuen Anforderungen des Marktes gestellt haben und ich bin überzeugt, damals die richtigen Weichen gestellt zu haben. Jedes Jahr bin ich nach San Francisco gepilgert und habe mir Steve Jobs Keynote reingezogen. Und ich war jedes Mal begeistert. Nur einmal traf mich eine Ankündigung von Jobs ins Mark. Als er seine Firma Apple Computer Inc. in Apple Inc. umwandelte. Der Weg zu einer Consumer Eletronic-Company nach dem Vorbild von Sony war vorgezeichnet. Meine Bedenken wurden damals von der Geschäftsführung des Verlages nicht geteilt. Für mich war es aber konsequent, nach neuen Ufern Ausschau zu halten. Ich bin zwar ein Apple Fan, aber es ist für mich deutlich wichtiger über einen XServe zu schreiben als über einen iPod. Egal, der Markt hat entschieden.

Als Konsequenz dieser Entwicklung, mehr und mehr Consumergeräte von Apple in einer Pro-Zeitung zu veröffentlichen, schufen wir ein neues Ressort, quasi ein Heft im Heft: Die iMACup. Innerhalb der MACup sollte es ein cooles Magazin geben, dass sich um Consumerprodukte der Firma Apple kümmert. Dieser Teil sollte wachsen und wachsen und schließlich irgendwann als eigenständiges Magazin ausgegliedert werden. Ich beauftragte meinen Redakteurskollegen Michael Krimmer dafür, weil er sich in der Welt der iGeräte wohlfühlt. Das war die richtige Entscheidung, schließlich ist Michael Krimmer heute der erfolgreichste Autor von iPhone- und iPad-Büchern. Wir haben sogar mal zusammen ein Buch veröffentlicht zum Thema Nike+ iPod, von dem ich noch ein paar Exemplare im Keller hab. Das Konzept ging auf. Aus der iMACup wurden später die beiden Zeitschriften „iPhone & Co“ und „iPad & Co“, die beide von der NMG jetzt weitergeführt wurden. Egal, der Markt hat entschieden.

Zudem versuchte ich, der konservativen Leserschaft der MACup neuen Lesestoff anzubieten. Das traditionell im Print-Publishing beheimate Klientel wollte ich mit Bewegtbild und 3D vertraut machen. Aber es ist schwer, ein kreatives Papierpublikum für neue Medien zu begeistern. Ähnlich geht es Firmen wie Adobe, die eine Konvergenz der Produkte anstreben, aber die Kundschaft folgt nur störrisch den Weg. Ich erinnere mich gut an Gesprächen mit Lesern auf einer Convention: Sie waren sauer, dass in Photoshop es jetzt einfacher war, Sachen freizustellen und dies per Knopfdruck. Wie solle man den Kunden dann die hohen Stundensätze der Druckvorstufe erklären? Der Leser war stinkig, dass wir die neuen Features abdrucken. Egal, der Markt hat entschieden.

Der konsequente Aufbau und Ausbau von Online wurde nicht begangen. Man wollte lieber analoge Dollars statt digitalen Pennys, wie es so schön heißt. Die Mannschaft wollte damals Richtung online, um zu überleben. Egal, der Verlag hat entschieden.

Happy birthday Apple-Retail Stores

19. Mai 2011

Die Apple-Retail Stores werden zehn Jahre alt und wie es aussieht, liegen Neuerungen in der Luft, wenn man den einschlägigen Apple-Newsdiensten glauben will: Urlaubssperre, passwortgeschützte Trainings-PDF, Meetings für 7 Uhr usw. Vielleicht hat sich Steve Jobs was Neues für den 10. Geburtstag der Stores einfallen lassen.

Egal: Die Apple Retail Stores sind auf jeden Fall ein glänzendes Geschäftsmodell. Mein erster Besuch eines Stores war 2002 in Palo Alto. Ich besuchte auf Einladung von Apple die Keynote mit Lampen-iMac und wir schauten dann den Store an, der in einem für die USA historischem Gebäude untergebracht war. Das Konzept war und ist hervorragend: Große Präsentationstische mit coolen Geräten, bemühte mobile Verkäufer, eine Genius Bar für knifflige (Consumer-)Fragen, eine Kinderecke um auch Zwerge für den Mac zu gewinnen. Sehr schön finde ich persönlich den Schulungsbereich. Ich habe in den USA immer wieder Workshops von Industriegrößen besucht, wie mehr erzählten wie ich mein iLife bediene. Immer wieder wurde das Konzept des Stores ausgezeichnet, zuletzt im Dezember 2010 von der Industrial Designers Society of America (IDSA). Begründung: Das Konzept habe ein konsistentes Marken-, Produkt- und Service-Erlebnis geschaffen. Und ich sag danke für ein kostenloses schnelles WLAN. In den Stores konnte ich super meine Arbeit machen. Als kleines Geburtstagsgeschenk habe ich mal ein paar meiner Filme von Apple Retail Stores hier eingebaut. Und ich möchte an einen Begegnung mit den Verkäufern erinnern, die ich in Santa Monica hatte und auch darüber geschrieben habe.

So gut die Idee der Stores aber auch ist, sie waren der Todesstoß für die Macworld Expo. Jeden Januar pilgerte die Apple-Gemeinde nach San Francisco, um sich die Keynote von Steve und dann die Messe anzuschauen. Aufgrund der Retail Stores braucht Apple keine Messe mehr und hat sich von ihrer Messe, der Macworld zurückgezogen. Dann und wann schaut Apple noch auf Messen vorbei, wie der NAB oder jetzt der BookExpo America. Bei letzterer soll wahrscheinlich das iPad und der iBook-Store promotet werden.

Apple bekommt mehr Kunden (und Käufer) durch die Stores als durch eine lokale Messe. 2002 gab es pro Store im Schnitt noch 56.000 Besucher. 2010 lag die Zahl bei 553.310. Das ist der Todesstoß für eine Messe und damit das Aus für mich und den USA-Reisen.

Ich habe viele Retail Stores besucht: Eindrucksvoll waren natürlich der Store in San Francisco mit einer imposanten Glastreppe, der Flagship Store in London, die vielen kleinen Stores in US-Einkaufszentren wie LA, San Diego, Las Vegas. Ich war bei der Eröffnung des Münchner Stores im Dezember 2008 dabei (und bekam kein T-Shirt mehr ab). Jetzt steht bald der Besuch des eindrucksvollen New Yorker Stores auf dem Programm. Kaufen muss ich nichts, aber schauen. Den größten Eindruck hat auf mich der Pariser Apple Store gemacht. Er ist unter dem Louvre, direkt vor den Spitze der Stein- und Glaspyramide. Hier stimmt die Umgebung und auch sonst einfach alles.

Computerspiele und Medienkompetenz

18. Mai 2011

Vor kurzem war ich Teilnehmer einer Podiumsdiskussion bei der Hanns-Seidel-Stiftung zum Thema Computerspiele und Medienkompetenz. Dies ist der Seminarbericht des Moderators Karl Heinz Keil, der unlängst auf der HSS-Website veröffentlicht wurde. Ich habe von dem Event Videos gedreht und bei YouTube eingestellt, damit sich alle von der Qualität der Veranstaltung einen Eindruck machen können.

Sind Computerspiele ein neues Kulturgut, ein purer Spaßfaktor oder womöglich nur ein digitales Suchtmittel? Dieser Frage gingen Experten bei der Podiumsdiskussion „Computerspiele und Medienkompetenz“ am 5. Mai 2011 im Konferenzzentrum München nach. Am Rande der Veranstaltung bestand die Möglichkeit – an Konsole, Laptop oder iPad – Spiele auszuprobieren. Verschiedene Aussteller präsentierten im Foyer Computerspiele, darunter auch kleinere Unternehmen, die ihren Sitz in Bayern haben.

Ob mit Maus und Tastatur vor dem heimischen PC, per Spielekonsole oder auf dem Handy: Durch die Möglichkeiten der digitalen Technologien wird das Angebot immer vielfältiger. So vielfältig das Ange bot ist, so vielfältig sind die Meinungen. Oft stehen die nega tiven Wirkungen im Fokus der Öffentlichkeit. So sind die Auswirkungen von Gewalt in Computerspielen Gegenstand kontroverser Diskussionen. Manchmal werden Computer spiele auch als süchtig machendes elektronisches Spielzeug mit bloßem Unterhaltungswert ohne Inhaltsvermittlung betrachtet. Andere Studien verweisen auf positive Effekte. Demnach wirkte sich das Erlernen neuer Computerspiele positiv auf die Fähigkeiten von Schülern beim Lösen von Problemen sowie auf deren Fingerfertigkeit aus. Oder sind Computerspiele gar als neue Kunstform neben Film, Musik, bildender Kunst zu akzeptieren? Es gibt bereits Staaten wie Südkorea in denen sich eine bedeutende Kultur rund um Spiel und Spieler gebildet hat. Diese kontroversen gesellschaftlichen Beobachtungen waren Anlass zu einer Abendveranstaltung, die ein möglichst objektives Bild der Thematik „Computerspiele“ zeichnen wollte. Dazu war es hilfreich, dass auch vor und nach der Veranstaltung verschiedene Unternehmen ihre Produkte präsentierten und die Möglichkeit bestand einmal selbst zu spielen.

In seinem Eingangsstatement plädierte der ehemalige Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und jetzige medienpolitische Sprecher der CSU, Eberhard Sinner, für ein normales Verhältnis zum Thema Computerspiele. Sinner warb gleichzeitig dafür, nicht nach jedem Amoklauf sofort nach neuen Gesetzen zu rufen. Medienkompetenz sei gefragt! Ein Begriff, den alle Diskutanten immer wieder zitierten. Computerspiele seien inzwischen auch ein Kulturgut, so wie das Medium Film. Sinner verwies in diesem Zusammenhang auf den Deutschen Computerspielpreis, der am 30. März 2011 bereits zum dritten Mal von den Branchenverbänden BIU e.V. und G.A.M.E. e.V. gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, verliehen wurde.

Die mit diesem Preis verbundene wirtschaftliche Bedeutung und die umfangreichen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten – vom Programmierer bis zum Designer – verdeutlichte neben Sinner auch die Managerin des Clusters audiovisuelle Medien, Barbara Schardt, die mit vielen Aktivitäten in Bayern versucht, die Bedeutung der Branche in der Öffentlichkeit zu verankern.

Verena Weigand, Referentin für Jugendschutz und Medienpädagogik der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), bejahte zwar Problempotenziale von Computerspielen: Gewalt, auch politischer Extremismus und Pornographie seien in Ihrer täglichen Arbeit ein Thema. Bei strafrechtlich relevanten Kriterien, hänge es aber eher am Vollzug der Gesetze als an den Gesetzen selbst. Bei Jugendgefährdung gäbe es das Mittel der Indizierung mit Vertriebs- und Werbebeschränkungen. Bei vermuteten Entwicklungsbeeinträchtigungen, seien die Altersstufen ein probates Mittel. Aber auch Weigand plädierte für Augenmaß: „Ein unmittelbarer kausaler Zusammenhang von Spiel und Amoklauf“ sei aus ihrer Sicht nicht wissenschaftlich zu belegen. Sie spreche nur von Wirkungsrisiko und nie von Wirkungszusammenhang. So wird auch nicht im medizinischen Sinne von Sucht gesprochen, sondern von möglichem Abhängigkeitspotenzial.

Michael Krimmer, Betreiber des Blogs „Whats up@PS3“, und Matthias J. Lange, IT-Journalist und Social-Media-Experte, votierten beide für ein „gesundes Verhältnis“ zu Computerspielen. Schwarzweißmalerei, sei, so Lange, nicht der richtige Weg, das Thema medienkompetent anzugehen. Hier widersprach die Vorsitzende des Landeselternverbandes der Bayerischen Realschulen, Ingrid Ritt, nicht. Auch wenn Sie selbst Computerspielen reserviert gegenüber steht, kennt Sie den Alltag der Jugendlichen. Die Eltern sind gefordert: „Eltern müssen sich gründlich informieren, interessiert und wachsam sein!“ und ihrem Erziehungsauftrag nachkommen, so Ritt.

Es bestand Einigkeit, dass neben den Eltern auch die Schulen gefordert sind. Und so konnten mehr oder weniger alle Podiumsteilnehmer zustimmen: Computerspiele sind inzwischen ein Kulturgut, das Spaß machen kann, aber auch Abhängigkeitspotenzial hat, insbesondere wenn die Erziehung versagt. Das Fazit von Eberhard Sinner: „Wir müssen die Medien beherrschen und nicht die Medien uns!“

Buchkritik: Bücher gratis für iPhone, Kindle & Co

17. Mai 2011

Ich bin ausgestattet mit allen Arten von eBook-Reader und jetzt brauche ich nur noch Bücher. Zwar kann ich durch Netz surfen und hier und da PDF, oder ePubs einsammeln oder dank völlig überholter Buchpreisbindung den Verlagen Geld in den Rachen schmeißen. Aber so richtigen Spaß macht es nicht. Da kam mir ein Buch mit dem Titel Bücher gratis für iPhone, Kindle & Co.- So erhalten Sie kostenlos die interessantesten E-Bookss in die Hände. Autor ist ein gewisser Maximilian Buckstern, was auf ein Pseudonym hindeutet. Hinter ihm verbirgt sich ein Insider der Verlagsbranche, der sich wirklich auskennt. Nach Recherchearbeit hab ich den wahren Namen aufgedeckt, doch er bat mich, das Geheimnis nicht zu lüften. Den Gefallen kann ich der Person tun, denn auf den Inhalt kommt es an.

Und der Inhalt des Buches hält genau, was er verspricht. Ich finde Bücher, Unmengen an Büchern für mein digitales Lesegerät, sei es Sony Reader, iPad oder Kindle. Zunächst lichtet Autor das Gewirr der unterschiedlichen Formate und stellt die jeweiligen Vor- und Nachteile da. Zudem gibt es einen kurzen Überblick an Hardware mit allen relevanten Fakten. Das Beste sind aber die Downloadquellen für Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. Diese Quellen gibt es auch in einer alleinigen, preiswerten ePub-Ausgabe für die Sparfüchse unter uns. Ich bevorzuge aber die 2 Euro teure Ausgabe mit mehr Hintergrundinfos.

Das Buch ist zu recht erfolgreich. In der Amazon-Bestellerliste ist es ziemlich weit vorne. Als ich diese Kritik schreibe, liegt das Buch auf Platz 31 im Kindle-Shop. Da zeigt sich, dass sich guter Content durchsetzt und auch nicht teuer sein muss.

Was mich massiv interessiert hat, ist übrigens das Kapitel „eBooks ohne Verlag selbst veröffentlichen“. Ich werde das Projekt angehen und einen Selbstversuch starten. Warum soll sich denn jemand an meinen Content eine goldene Nase verdienen? Für diesen letzten Anstoß bin ich dem Autoren Maximilian Buckstern persönlich dankbar.

 

Update: Jetzt ist das Geheimnis offiziell gelüftet: Maximilian Buckstern ist Hans-Joachim Jauch: Er hat ein wunderbares Interview dem Buchreport gegeben.

eBooks online ausleihen und lesen

16. Mai 2011

Seit ich mein iPad 2 hab, lese ich verstärkt wieder Bücher in digitaler Form. Ich habe sie bereits am ersten iPad und am Sony Reader gelesen, doch das iPad 2 ist schön leicht und angenehmen. Zum Kauf eines Kindle hab ich mich noch nicht hinreißen können. Ich habe von einem Ausleihsystem von Bücher auf Kindle-Basis gelesen, aber das System gibt es meines Wissens nur in den USA. Aber gerade im Land der Dichter und Denker sollten wir öffentliche Stadtbibliotheken in eine digitale Zukunft herüberretten. Meine Kinder lieben die örtliche Bücherei, aber es wäre schön, wenn diese mit der Zeit geht, sonst geht sie mit der Zeit.

Da ist mir das System Onleihe positiv aufgefallen und ich hab mir es näher angeschaut. Die Onleihe ist ein Angebot verschiedener Stadtbibliotheken in Deutschland und darüber hinaus. Dieser Service ermöglicht es mir als Nutzer einer Stadtbibliothek, über die jeweilige Homepage digitale Medien mit meinem Bibliotheksausweis auszuleihen. Inzwischen haben sich über 200 Büchereien diesem System angeschlossen. Es ist noch nicht der Hammer, aber zumindest ein Anfang. Im Bestand sind eBooks, ePaper, eMagazine sowie Audio und Musik.

Ich kann mir die Bücher mit einem iPad, iPhone oder Mac holen und brauch nur die entsprechende App Onleihe aus dem iTunes-Store – und ich muss zumindest einmal in meiner Bibliothek vor Ort sein, um einen Ausweis zu bekommen. Die Bücher liegen im ePub-Format vor. Diese kann ich dann mit dem kostenlosen Bluefire Reader lesen, der das Adobe DRM unterstützt.

Was mich am meisten freut, ich muss die Bücher nicht mehr zurückgeben. Ist meine Ausleihdauer überschritten, wird das Buch automatisch zurückgegeben und ich kann es nicht mehr öffnen. Das DRM macht es möglich. Jetzt muss nur noch meine Dorfbücherei Mitglied werden.

Wired ist das neue Omni-Magazin

6. Mai 2011
Meine alten Omni-Ausgaben.

Meine alten Omni-Ausgaben.

Wired, die Prawda der Internetgemeinde, soll ins Deutsche übersetzt werden. Es würde mich sehr freuen und ich melde mich gleich als Abonnent (und Autor). Es heißt, der Condé Nast-Verlag will das wegweisende Magazin als einmalige Beilage des schrecklichen Männermagazins GQ auf den Markt bringen und dann regelmäßig als iPad App starten. Ich gebe Moritz von Laffert, der deutsche Cheffe von Condé Nast, recht, dass die Zeit reif sei, diese Marke nach Deutschland zu bringen.

Ich habe Wired bisher für ein Schweinegeld als Papierausgabe am Bahnhofskiosk gekauft. Als dann die iPad-Variante auf Englisch herauskam, kaufte ich mir das Magazin von Chris Anderson nur noch online. Besser aufbereitet, billiger und schneller – eben meine Prawda des 21. Jahrhunderts. Ich verstehe zwar Englisch, würde mich aber dennoch über eine deutsche Ausgabe freuen. Also Condé Nast gibt dir einen Ruck. Ich mochte Harper’s Bazaar, obwohl es am deutschen Markt nicht einschlug. Es war wohl die falsche Zeit und Papier ist nicht mehr meine Welt.

Als ich von der frohen Kunde hörte, holte ich die Prawda meiner Jugend hervor: Kennt noch jemand das Omni-Magazin? Die US-Ausgabe erschein von Oktober 1978 bis Herbst 1995. Es war ein Science Fiction-Magazin, das ich als Jugendlicher verschlang. Es gab zeitweise auch eine deutsche Ausgabe. Ich glaube, ich entdeckte Omni im Jahr 1984 als ich im Kino den Film „2010: Das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen“ im Kino sah. In der Fortsetzung des legendären Kubrick-Films 2001 saß Roy Scheider als Heywood Floyd am Strand und las das Omni-Magazin. Das war der Durchbruch bei mir. Es war meine Begegnung mit der Zukunft, wie der Claim des Magazins auch hieß. Meine Kollektion hüte ich sehr und blättere die alten Hefte immer wieder gerne durch. Der Zukunftsansatz hat sich erledigt. Was damals Science Fiction war, ist heute längt Realität – vor allem die Aussagen über IT und Computer waren damals nett. Quatsch ist weiterhin die Aussagen über Außerirdischen, aber es war meine Grundlage für Akte X und Co. Ich glaube, eine deutsche Ausgabe von Wired würde ich ebenso aufheben wie die Papiervariante von Omni, wenn denn das Speichermedium der Zukunft klar ist.