Die Rettung für das Heimstudio: Sonnet Echo 5 Thunderbolt 4 Hub

23. Dezember 2021

Meine Suche nach einem Thunderbolt-Hub für mein MacBook Pro M1 und iPad Pro hat endlich ein Ende. Ich muss mehr Geräte über USB-C in meinem Heimstudio vernetzen und war auf der Suche nach einem entsprechenden Hub. USB-Hubs gibt es zur Genüge, aber bei USB-C und Thunderbolt wird die Luft schon dünner.

Seit Jahren bietet der Peripherie-Hersteller Sonnet mir für meine Wünsche über kurz oder lang die richtige Lösung. Bei verschiedenen Messen wie der IBC oder NAB hab ich mich dafür an den Ständen von Sonnet dafür bedankt.

Auch dieses Mal ist Sonnet meine Rettung für ein Firstworld-Problem: Sonnet stellt für 270 Euro neuen Echo 5 Thunderbolt 4 Hub vor. Der kompakte Hub verfügt über vier Thunderbolt 4 Ports, unterstützt 85 Watt Ladestrom und 8K-Monitore. Das kleine Kästchen wird in mein Heimstudio einziehen – und weil es so schön kompakt ist, geht es mit dem iPad Pro auf Reisen.
Der Echo 5 Hub bietet vier Thunderbolt 4 Ports sowie einen USB 3.2 Gen 2 (10Gbps) Typ A Ladeanschluss mit bis zu 85 Watt Ladeleistung. Der handliche Allrounder eignet sich für Computer mit Thunderbolt 3 oder 4, M1 Max, M1 Pro und M1 Macs sowie für Modelle des iPad Pro mit Thunderbolt-Anschluss.
Die neuen mobilen Macs verfügen nur noch über wenige Peripherieanschlüsse, was die Anzahl der direkt angeschlossenen Geräte limitiert. Häufig wird zudem ein Port zum Aufladen benötigt. Der Echo 5 Thunderbolt 4 Hub von Sonnet ermöglicht es, bis zu neun Geräte einschließlich zwei Monitore gleichzeitig zu verwenden und zugleich den Computer mit Strom zu versorgen – alles über ein einziges Kabel. Mit drei Thunderbolt 4 (USB-C) Peripherieanschlüssen mit 40 Gbit/s und einem USB-Typ A-Ladeanschluss mit 10 Gbit/s unterstützt der Hub Hochleistungsperipheriegeräte. Auch können nicht nur neue und ältere Geräte angeschlossen werden, Echo 5 ist bereits für künftige Entwicklungen konzipiert.

Was den Echo 5 Thunderbolt 4 Hub von anderen Geräten unterscheidet
Der Echo 5 Thunderbolt 4 Hub ermöglicht den Anschluss von drei busbetriebenen Thunderbolt-Endgeräten anstatt einer Anbindung von mehreren separat betriebenen Geräten in einer Daisy Chain. Insgesamt unterstützen die Thunderbolt-Anschlüsse des Hubs bis zu fünf Thunderbolt-Peripheriegeräte. Benutzer, die mehr USB- als Thunderbolt-Peripheriegeräte haben, profitieren von der Doppelfunktion der Thunderbolt 4-Ports: Diese unterstützen USB4- und USB 3-Geräte (einschließlich Bildschirme) auch am Ende einer Thunderbolt-Gerätekette. Voraussetzung ist der Anschluss mit einem geeigneten Kabel oder Adapter. Ein weiterer Vorteil der Sonnet-Lösung ist die Stromversorgung: Häufig bieten Hubs nur 60 Watt Ladeleistung. Mit 85 Watt kann der Echo 5 Thunderbolt 4 Hub eine deutlich größere Anzahl von Computern nahe der vollen Leistung laden und mit Strom versorgen.
Der 10Gbps USB Typ A Ladeanschluss des Echo Hubs unterstützt die meisten USB-Peripheriegeräte mit voller Geschwindigkeit – auch superschnelle USB NVMe SSDs. Im Gegensatz zu Hubs von anderen Anbietern liefert der USB-Typ-A-Anschluss des Echo 5 eine Leistung von bis zu 7,5 Watt. So wird sichergestellt, dass busgespeiste Geräte störungsfrei funktionieren und Smartphones oder Tablets geladen werden können.
Auch am iPad Pro mit Thunderbolt-Anschluss können dank des Hubs ebenfalls mehrere Geräte gleichzeitig angeschlossen werden und es kann parallel mit voller Leistung geladen werden. Anwender können auch ein einzelnes, bis zu 6K großes Display anschließen, um die Inhalte auf dem integrierten Display des iPad zu spiegeln.

Modifizierte Bavaria – gottähnliche Statue wird berührbar

22. Dezember 2021

Bei einem Spaziergang durch meine Geburtstag traf ich auf die Bavaria. Nein, nicht die große Bavaria an der Theresienwiese, sondern die kleine Schwester gegenüber dem Deutschen Museum an der Isar. Die Bavaria stammt von Alicja Kwade. Die 1979 geborene Polin Alicja Kwade lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Bavaria ist ein schönes Beispiel für Kunst im öffentlichen Raum.

Kwades Bavaria ist keine exakte Kopie der monumentalen Bronzestatue Ludwig Schwanthalers auf der Theresienwiese. Sie erscheint an der Isar in einer leicht modifizierten und humanisierten, menschlichem Maß entsprechenden Version. Aller Symbole des Sieges und der Macht, wie Löwe, Eichenkranz und Schwert beraubt, strahlen ihre Körpersprache und Größe nicht mehr dieselbe heroische Haltung aus.

Die Bavaria und das Konzept interessiert mich. Wahrscheinlich liegt der Grund darin, dass es ein Werk von Ferdinand von Miller aus Fürstenfeldbruck ist, der Stadt in der ich aufgewachsen bin. Dort steht der Daumen der Bavaria und vor dem Stadtmuseum eine Kopie des Kopfes. Ferdinand von Miller, dem Sohn eines Brucker Uhrmachers Joseph Anton Miller gelang in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Sensation. In der Werkstatt des Erzgießers Ferdinand von Miller entstand die über 87 Tonnen schwere Bavaria, die seit 1850 über der Theresienwiese thront.

Aber zurück zur Bavaria von Alicja Kwade. Auf der beschreibenden Tafel steht zu lesen: „Ihre Gesten wurden gezielt verändert und damit ändert sich auch ihre symbolische Bedeutung. Die ursprüngliche übermenschliche Größe, die den Betrachter durch die Symbolisierung von Überlegenheit einschüchtern sollte, wurde ihr ebenfalls genommen: auf menschliche Größe (exakt die Größe der Künstlerin Alicja Kwade) herunterskaliert, ist die Bavaria, ohne Sockel, entmystifiziert und erscheint nunmehr gleichberechtigt zu den Betrachter. Sie interagieren auf Augenhöhe. So ruft die Plastik Interaktionen mit den Passanten hervor und führt ein neues „Leben“ und „Dasein“. Die vormals unerreichbare gottähnliche Statue wird berührbar.
Die Verbindung zwischen dem Original und seinem humanisierten Äquivalent zeigt zwei verschiedene Seinsmöglichkeiten auf, in ihrer Bedeutung gegensätzlich, aber doch zueinander gehörend und aufeinander bezogen. In ihrer Koexistenz verdeutlichen sie gleichsam die Idee von Paralleluniversen.“

Mein Weihnachtsgeschenk: Corgi 261 Aston Martin DB5 von 1965

16. Dezember 2021

Der Aston Martin DB5 ist und bleibt mein Traumauto. Als James Bond-Fan verehre ich dieses Automobil und ich hatte über das Spielzeugauto meiner Kindheit von 1978 schon mal ein Video gedreht. Jetzt habe ich mir ein persönliches Weihnachtsgeschenk gemacht. Ich entdeckte in dem Münchner Spielzeugantiquitätenladen SpielART in der Müllerstraße das britische Originalspielzeug aus dem Jahre 1965.

Das Corgi-Auto mit der Nummer 261 ist fast perfekt erhalten und voll funktionstüchtig. Das bedeutet, die kugelsichere Heckscheibe fährt auf Knopfdruck ebenso heraus wie die Maschinengewehre und Rammböcke an der Fahrzeugvorderseite. Zudem funktioniert der Schleudersitz tadellos, der den Originalbeifahrer aus dem Aston Martin katapultiert.

Gut erhalten ist auch der Verpackungskarton von Corgi aus dem Jahr 1965. Aufmacher ist der Aston Martin mit dem Schriftzug „Special Agent 007 James Bond‘s Aston Martin D.B.5“. Über dem Auto in Action steht zu lesen: „From the James Bond Film Goldfinger“.

„Made in Great Britain“ steht groß auf der Schachtel. Dazu der Corgi-Hund als Logo von Corgi Toys.
Also für mich war heute schon Weihnachten. Als Sammler und Filmfreund habe ich mich reich beschenkt und es war nicht das letzte Mal, dass ich bei SpielART in München vorbei geschaut habe. Ich hatte als Kind auch mal den Corgi-Lotus von Spion der mich liebte. Hier nochmal das Video von meinem Aston Martin aus dem Jahre 1978.

Das Grab von Carl Spitzweg auf dem Alten Südlichen Friedhof, München

15. Dezember 2021

Friedhöfe sind schon interessante Orte. Auf Schritt und Tritt begegnet einem die Vergänglichkeit. Friedhöfe sind ein Ort der Ruhe, ein Ort des Nachdenkens, ein Ort der Erinnerung und für manche auch ein Ort des Sportes, wenn ein Jogger samt AirPods an einem vorbei läuft.

Als ich den Alten Südlichen Friedhof in München betrat, staunte ich nicht schlecht über die gewaltigen Grabmäler der Vergangenheit. Eindrucksvolle Statuten der Erinnerung, Büsten der Verstorbenen, Engel und Sarkophage – und oft ein Hauch der Vergänglichkeit. Manche der Gräber werden offentsichtlich nicht mehr gepflegt, vielleicht weil die Nachkommen auch schon nicht mehr leben. Heute wird auf dem Südfriedhof niemand mehr begraben.

Ich betrat den denkmalgeschützten Alten Südfriedhof bei Tauwetter. Der Schnee der vergangenen Tage schmolz und schuf eine interessante Atmosphäre auf dem ältesten Zentralfriedhof in München. Wenn es nicht so kalt ist, dann komme ich wieder um einen Überblick über Personen aus der Münchner Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts zu erhalten. Zwischen 1788 und 1886 war er die einzige Begräbnisstätte Münchens. Das knapp 7 Hektar große Gelände beherbergt 18000 Gräber. Hier sind viele berühmte Münchner begraben. Im Frühjahr werde ich mich auf eine Fotosafari machen und Gräber fotografieren, wenn das Grün erwacht.

Das Grab von Carl Spitzweg nahm ich näher in Augenschein. Das Grab des Malers Carl Spitzweg ist in München im Südfriedhof zu finden. Franz Carl Spitzweg (veraltet auch: Karl Spitzweg; * 5. Februar 1808 in München; † 23. September 1885 ebenda) war ein deutscher Maler und Zeichner der Spätromantik und des Biedermeiers. Kurz nach dem Tod seines jüngeren Bruders starb Carl Spitzweg am 23. September 1885 im Alter von 77 Jahren an einem Schlaganfall, man fand ihn zurückgelehnt in seinem Stuhl in seiner Münchner Wohnung. In München wurde er auch begraben. Die Grabstätte von Spitzweg befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 5 – Reihe 17 – Platz 10/11). Der Grabstein symbolisiert eine Apothekerflasche. Es ist ein Ersatz für den nicht mehr vorhandenen Originalgrabstein. Die GPS-Koordinaten sind 48.129361°, 11.566056°

Enyas May It Be als Picture Disk auf Vinyl

14. Dezember 2021

Mein Gott, ist das schon 20 Jahre her seitdem Herr der Ringe über die Leinwand flimmerte. Als Tolkien-Fan fieberte ich der Peter Jackson-Verfilmung entgegen und war hoch zufrieden. Und ich mochte als Wagner-Fan den Soundtrack von Cronenberg-Komponist Howard Shore, den ich seinen unterschiedlichen Formen rauf und runter hörte.

Zur kommerziellen Vermarktung der Scores gehörten bei den drei Veröffentlichungen von Shore auch immer Filmsongs, die von den Solistinnen Enya, Emiliana Torrini und Annie Lennox interpretiert wurden.
Zum 20. Geburtstag von Die Gefährten wurde jetzt der Enya-Song May It Be neu als Picture Disk auf Vinyl neu veröffentlicht.

Die irische Musikerin Enya ist ja eher im New Age-Bereich zu Hause und ihr Only Time nistete sich als Soundtrack zum 11. September in jedes Ohr ein. Ein Blogger verwendete damals den Song als Untermalung für die zusammenbrechenden Wolkenkratzer. CNN sah den Zusammenschnitt mit Musik in YouTube und sendete ihn. So wurde Only Time zur traurigen Musik der Terroranschläge.
Im Januar 2002 veröffentlichte sie May It Be, das Titellied des ersten Teils der Filmreihe Der Herr der Ringe. Während die Single in Großbritannien knapp die Top 50 erreichte, setzte sich ihre neue Popularität in Deutschland fort: May It Be stieg auf Platz 1 der deutschen Singlecharts ein. Das Stück wurde auch für einen Oscar nominiert.

Auf der B-Seite der Vinyl-EP May It Be sind die beiden Stücke Iosbella und The First of Autumn zu finden. Ich werde mir die EP May It Be einmal anhören und dann wie alle Picture Disk-Soundtracks in den Ikea-Rahmen packen und irgendwo aufhängen.

Digitalisierung im Einzelhandel: REWE Scan & Go in der Praxis

13. Dezember 2021

Digitalisierung im Einzelhandel muss nicht automatisch ein Online-Shop sein, es geht auch anders. Bei einem komplett umgebauten REWE-Markt in Geiselbullach im Landkreis Fürstenfeldbruck hatte ich erstmals die Gelegenheit das System REWE Scan & Go auszuprobieren. Das System beschleunigt den Wochenendeinkauf radikal, aber nicht ohne Folgen.

Am Eingangsbereich des REWE-Marktes ist ein Regal mit Scannern. Sie sehen ein wenig aus wie die Phaser aus Raumschiff Enterprise, dienen aber weniger dem Paralysieren von Aliens als vielmehr den Erfassen von Strichcodes auf den Waren des Supermarktes. Es wird zunächst die Payback-Karte des Kunden gescannt. Das Ganze ist ein exklusives Angebot für Kunden dieser Kundenkarte.

Es ist auch möglich sein eigenes Smartphone als Scanner zu verwenden, dazu muss aber die REWE Scan & Go-App installiert sein. Auf jeden Fall steht fest: Der Betreiber verfügt über das komplette Einkaufsverhalten des Kunden. Da das System mit der eineindeutigen Karte des Kunden gekoppelt ist, wandern die Daten automatisch in die Big Data-Analyse: Welcher Kunde leistet sich welche Waren zu welcher Zeit zu welchem Preis – ein wahrer Schatz für Datenfreaks und Unternehmen, die genau wissen wollen, wie ihre Kunden ticken.

Der Scanner wird am Einkaufswagen eingesteckt, damit der Kunde die Hand frei hat. Hat er sich für ein Produkt entschieden, dann scannt der den Strichcode und der interne Rechner zählt die Preise zusammen, so dass der Kunde immer weiß, wie teuer sein Einkauf gerade ist. Natürlich kann man ein Produkt auch zurücklegen und den Einkauf löschen bzw die Mengenanzahl erhöhen oder reduzieren. Das ist sehr bequem und als Kunde habe ich jederzeit den Überblick.

An der Kasse muss ich meine Waren nicht wieder aufs Kassenband legen, sondern checke bei der Expresskasse aus. Das spart enorm Zeit und dauert nur ein paar Sekunden. Das lästige „Storno an Kasse 3“ entfällt. Bezahlt wird mit Electronic Cash, also Plastikkarte oder mobiles Zahlen mit beispielsweise der AppleWatch. Die Waren bleiben im Einkaufswagen und müssen nicht wieder vom Wagen aufs Band und dann wieder in den Wagen gelegt werden.

Für den Supermarkt bedeutet es ein gewisses Risiko. Sind alle Kunden ehrlich? Haben alle die Produkte wirklich gescannt? Bei unserem Einkauf gab es Stichproben durch eine Aufsichtsperson. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist ab und zu besser. Der Betreiber erhält anhand seines Warenwirtschaftssystems die wirklichen Zahlen von Umsatz und Bestand.
Auch klar ist, dass durch so ein System weniger Kassenkräfte benötigt werden. Es bedeutet eine deutliche Reduzierung der Kosten, wenn weniger Personal benötigt wird. Im Gespräch mit einer Verkäuferin wurde gesagt, dass noch genügend zu tun sei. Zudem sei es immer schwieriger geneigtes Personal zu finden.

Ich finde es eine spannende Entwicklung. Amazon hat es mir seinen Stores und einem eigenen System vorgemacht. REWE und Payback ziehen hier nach. Ich bin gespannt, welche Ideen die anderen Supermarktketten in diesem Land haben. Ich stelle fest: Die Digitalisierung schreitet voran.

100. Geburtstag von Georg Stefan Troller

10. Dezember 2021

Es gibt Menschen, die bewundere ich wegen ihrer Haltung. Es gibt Menschen, die bewundere ich wegen ihrer Erfahrung. Und es gibt Menschen, die bewundere ich wegen ihres Könnens. Georg Stefan Troller ist so ein Mensch, den ich wegen all diesen Eigenschaften und noch mehr bewundere. Heute am 10. Dezember 2021 wird der große Geschichtenerzähler und Grandsenior des deutschen Nachkriegsjorunalismus 100. Jahre alt. Ich gratuliere von ganzem Herzen.

Der am 10. Dezember 1921 geborene Troller kam als junger GI zu Radio München, dem Vorläufer des Bayerischen Rundfunks, und begann hier seine Karriere als Reporter. In diesem kleinen Video erzählt er seine Geschichte: Es laufen den ganzen Tag Ehrungen und alte Reportagen von im Fernsehen.

Ich durfte Troller einmal treffen und diese Zusammenkunft hat mich menschlich (und auch fachlich) tief berührt. Es war im November 2019 als Georg Stefan Troller in München sein Buch 97 Begegnungen meines Lebens vorstellte. Ich habe über den Abend gebloggt. Ich konnte im Vorfeld mit ihm ein wenig plaudern und er signierte anschließend meine mitgebrachten Bücher Paris geheim und das legendäre Pariser Journal, ein Buch, das ich immer bewundert habe. Dieses Buch basiert auf einer Filmreihe, die Troller fürs Fernsehen drehte.

Wenn es mir vergönnt ist, Georg Stefan Troller noch einmal zu treffen, würde ich gerne mit ihm über einen Film sprechen, den ich neulich wieder entdeckt habe. Es ist die Dokumentation Deutschland, die er im Auftrag der Lufthansa gedreht hat. Es sind die 70er pur. Farben, Leben, Freude und ganz viel Charme sind zu sehen.


Ich habe noch eine Super 8-Kopie dieser aufwendigen Dokumentation, die vor allem Spaß und Lebensfreude ins Ausland vermittelte. Die Deutschen sind gar nicht so öde und streng, wie es immer gesagt wird. Die flotte Musik schuf übrigens Klaus Doldnger. Der Film wurde auf dem 14. Internationalen Film- und TV-Festival in New York mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Ich glaube nicht, dass es das Festival noch gibt, aber Preise klingen immer gut.


Der Film zeigt an verschiedenen Personen aus Ländern wie USA, Brasilien, Frankreich oder Japan wie sie Deutschland empfinden. Aus dem Off kommentiert Troller die handelnden Personen mit einem sehr schönen Humor in seiner einzigartigen Stimme. Genau diesen Humor habe ich kennenlernen dürfen bei der Veranstaltung in München.
Also nochmal: Alles, alles Gute zum 100. Geburtstag lieber Georg Stefan Troller.

Dracula im Film (19): Junges Blut für Dracula

8. Dezember 2021

Bevor Hammer mit seinem Dracula jagt Mini-Mädchen den Grafen in die Gegenwart katapultierte, gab es schon zuvor einen erfolgreichen Versuch mit dem Vampir in der Neuzeit mit dem Film Junges Blut für Dracula. Der Streifen Junges Blut für Dracula aus dem Jahre 1970 kam unlängst ungekürzt auf Bluray heraus. Der Film war weder auf VHS noch auf DVD zu haben.

Nachdem es zwischen Hammer und den US-Vertrieb immer mehr kriselte, spielte American International Picture seine eigene Dracula-Karte in Form des Grafen Yorga. Das einst junge Hammer-Studio war im viktorianischen Zeitalter verhaftet. Was in den sechziger Jahren funktioniert, klappte am Ende des Jahrzehnts nicht mehr. Dracula war ein alter Hut. Also musste ein Ausflug in die Gegenwart her, um die Jugend wieder in die Kinos zu holen.

Eigentlich als Softporno geplant, wurde der Film Junges Blut für Dracula von Bob Kelljan zum erfolgreichen Vampirfilm mit ziemlich blutigen Einlagen. Dem Filmfan bleibt das zerrissene Kätzchen in Erinnerung. Der Vampir Yorga aus Bulgarien beißt sich durch Los Angeles der Hippie-Ära samt VW Bulli und bekam vom deutschen Verleih gleich mal den Namen Dracula verpasst. „Count Yorga, Vampire“ hieß der Film noch im Original und daraus wurde gleich mal „Junges Blut für Dracula“.

Es ist dem Hauptdarsteller Robert Quarry als Grafen gedankt, dass er keinen Softporno, sondern einen Horrorfilm drehen wollte. Dass haben vielleicht einige Hauptdarstellerinnen nicht ganz so mitbekommen, denn ihre Qualifikationen liegen nicht auf unbedingt auf der Schauspielerei. Robert Quarry, der einst mit Vincent Price vor der Kamera stand, sollte von API zum neuen Horrorstar und Nachfolger von Price aufgebaut werden – was letztlich misslang, obwohl Quarry seine Rolle gut machte. Er durfte noch 1971 den Yorga-Nachfolger Die 7 Pranken des Satans („The Return of Count Yorga“) drehen, den ich noch als Kurzfassung auf Super 8 habe. Er ist inzwischen auch bei Wicked-Vision Media auf Bluray erschienen, die Scheibe muss ich aber noch erwerben. Es war sogar ein dritter Teil geplant, der in der Kanalisation von LA spielen sollte, aber dazu kam es aufgrund des wirtschaftlichen Kollapses von AIP dann nicht mehr.

Um was geht es in Junges Blut für Dracula? Die junge Donna versucht mittels einer spiritistischen Sitzung, die ein mysteriöser Mann namens Graf Yorga leitet, Kontakt zu ihrer verstorbenen Mutter aufzunehmen. Dies geht reichlich schief, denn erstens ist Yorga kein Medium, sondern ein blutgierger Vampir, und zweitens ist Donnas Mutter ebenfalls eine lustige Untote. Donna fällt auf besagter Seance in einen Schockzustand und wird von Yorga hypnotisiert, anschließend scheint alles wieder normal zu sein und dann geht die blutige Beißerei weiter. Also schöner Dracula für Zwischendurch ist Junges Blut für Dracula

Musiktipp: Winnetou und Old Firehand von Peter Thomas

7. Dezember 2021

Als Kind schaute ich mir die deutschen Karl May-Verfilmungen um Winnetou gerne im heimischen Grundig Fernseher an. Mir hat es gefallen, wenn Lex Barker und Pierre Brice zur Musik von Martin Böttcher die Bösen in ihre Schranken gewiesen haben.


Ich muss so zehn oder zwölf Jahre alt gewesen sein, als mir diese Art von Western gefallen haben. Und ich musste Mitte 50 werden, dass ich den letzten Film der damaligen Reihe Winnetou und Old Firehand aus dem Jahre 1966 mir angeschaut habe. Es war der Übergang vom harmlosen deutschen Western in den härteren Italo-Western, weiterhin gedreht im ehemaligen Jugoslawien.

Die Geschichte basierte nur noch auf der Idee von Karl May, hatte aber keinerlei literarische Grundlage mehr als Vorlage. Und auch die Musik war anders: Statt Martin Böttcher und seine Streicher kam nun Peter Thomas und seine Bläser. So richtig überzeugt hat mich der Film nicht, aber dagegen um so mehr seine Musik. Es ist der einzige Soundtrack, den Peter Thomas für die Rialto-Winnetou-Reihe geschrieben hat. Er war geschäftlich eingespannt in die Vertonung von Jerry Cotton und Edgar Wallace.

Wer diesen Blog kennt, der weiß, dass ich eine Schwäche für den deutschen Komponisten Peter Thomas habe. Jetzt kam zum ersten Mal der Soundtrack von Winnetou und sein Freund Old Firehand (aka: Thunder at the Border, Winnetou and Old Firehand) auf Vinyl in zwei Versionen auf den Markt. Einmal im klassischen schwarzen Vinyl von Winnetou und Sein Freund Old Firehand, einmal in 500 Auflage im türkisen Vinyl. Ihr könnt euch denken, welche Version ich gewählt habe.


Die ebenso erschienene CD umfasst zwar mehr Stücke von Peter Thomas und vielleicht werde ich sie mir irgendwann einmal zusätzlich zulegen. Aber als Freund des wieder entdeckten Vinyls sollte es die türkise Ausgabe sein. 42 Titel gibt es im typischen Peter Thomas-Sound zu hören, darunter freilich auch sehr kurze Stücke. Ein Sound, der mir einfach Spaß macht, während ich das LP-Cover mit dem Artdesign von Adrian Keindorf in den Händen halte. Es ist Unterhaltung pur und nimmt mich mit auf eine Zeitreise in die deutsche Film- und Musikgeschichte. Hörenswert und der Sammler braucht natürlich die limitierte LP. Danke an All Score Media für einen solchen Schatz.

„Für Matthias“ – ein Autogramm von Bundeskanzlerin Angela Merkel

6. Dezember 2021

Meine Kinder kannten nie eine andere Bundeskanzlerin als Angela Merkel. Die Kindergeneration davor nie einen anderen als Helmut Kohl bis Basta-Schröder kam. Nun, ich bin schon älter, dass ich mich noch an andere Bundeskanzler erinnern kann. Nun ist es klar: Nach roten Rosen und vergessenen Farbfilm nimmt die Geschichte ihren Lauf. Der Abschnitt Angela Merkel geht jetzt zu Ende.

In meinem Blog äußere ich mich kaum zu den Themen Religion und Politik (bis auf Netzpolitik), obwohl ich zu beiden eine klare Meinung habe. Rückblickend bin ich dankbar, dass wir eine Naturwissenschaftlerin als Bundeskanzlerin hatten. Jemand, der Fakten einschätzen und bewerten kann – und seine politischen Schlüsse daraus gezogen hat. Klar, es lässt sich Angela Merkel viel vorwerfen, aber für mich noch klarer: Wir haben dieser Frau viel zu verdanken.

Für mich ist die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel ein guter Mensch. Das ist eigentlich das höchste Lob, was ich über jemanden sagen kann. Und ich will nicht die politischen Leistungen aufzählen, derer es sicher genug gibt. Ich kenne Merkel nicht privat, ich kenne sie nur aus den Medien. Ich habe sie bei Besuchen im Bundestag von der Besuchertribüne live gesehen – näher kam ich ihr nicht. Ihren Podcast habe ich gehört, auch Steffen Seibert, dem scheidenden hoch professionellen Regierungssprecher, habe ich in Twitter gelauscht, was er über seine Chefin zu berichten weiß. Ich denke, sie ist als Mensch in Ordnung, aber ich weiß es nicht. Als Politikerin sind wir gut mit ihr gefahren.

Ich habe daher eine Politikerin, die ich privat und beruflich etwas besser kenne, gebeten, mir ein Autogramm von Merkel zu besorgen. Ich sprach die Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Bundeskanzleramt Doro Bär von der CSU an. Sie koordinierte mit ganz kleinem Team in der Regierung Merkel die Digitalpolitik, mein Steckenpferd. Ich bat Doro Bär um ein Autogramm mit Widmung von der Kanzlerin. Doro Bär sagte zu und sie hat Wort gehalten.

Die (Noch)-Kanzlerin hat mir ein Autogramm gegeneben – vielen Dank.

Heute kam mit der Post eine signierte Autogrammkarte der noch Bundeskanzlerin Angela Merkel – eine der letzten, die sie wohl als Kanzlerin unterschrieben hat. „Für Matthias“ steht darauf zu lesen. Nun, Frau Merkel kennt mich nicht (glaube ich zumindest) und ich weiß nicht, wie eine solche Autogrammvergabe erfolgt. Ich stell es mir romantisch vor, dass Doro Bär einfach mal zu ihrer Chefin hingegangen ist und gesagt hat „ich kenne da so einen Typen, der hätte gerne ein Autogramm“ und die Kanzlerin hat den Kugelschreiber genommen und unterschrieben. Aber vielleicht lief es auch ganz bürokratisch als Verwaltungsakt ab, wenn Merkel in den Pausen die Autogrammwünsche abarbeitet und die Karten in ministeriale Umlaufmappen packt.

Wenn ich die Gelegenheit habe, dann werde ich Doro Bär einfach fragen. Mal hören, welche Geschichte sie mir zu MEINEM Autogramm erzählen kann.
Ich danke Doro Bär: Du hast versprochen, du hast geliefert – dafür ganz herzlichen Dank und ganz herzlichen Dank an Angela Merkel für das Autogramm und vor allem für 16 Jahre Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.