Pink Floyd sind wieder da und singen für die Ukraine

8. April 2022

Seit 0 Uhr ist sie veröffentlicht – die neue Single von Pink Floyd. Eigentlich war das Kapitel Pink Floyd seit 28 Jahren beendet, aber der Ukraine-Krieg hat die beiden Restmitglieder David Gilmour und Nick Mason ohne Rogar Waters zu der Single Hey Hey Rise Up bewegt. Mit dabei auch die langjährigen Bassisten Guy Pratt und Keyboarder Nitin Sawhney.

Das Besondere: Pink Floyd nahmen zusammen mit dem ukrainischen Musiker Andriy Khlyvnyuk den Song auf, der ein Mitglied der Band Boombox ist. Khlyvnyuk, der sich der ukrainischen Armee anschloss und aufgrund eines Mörsersplitters im Krankenhaus liegt, steuerte den Gesang eines ukrainischen Freiheitsliedes aus dem Ersten Weltkrieg bei. Die Erlöse aus dem Streaming- und Verkaufseinnahmen gehen an einen ukrainischen Hilfssfonds.

Gilmour sah ein Insta-Video von Khlyvnyuk in Militärkleidung als er vor der St. Sofia-Kirche in Kiews das Freiheitslied sang. Daraus produzierten Pink Floyd am 31. März mit dem Segen des ukrainischen Musikers den Song Hey Hey Rise Up. Der britische Guardian zeigt ein Foto der Floyd-Besetzung mit einer ukrainischen Fahne. Die Cover der Aufnahme zeigt als Motiv eine Sonnenblume in den ukrainischen Farben.
Das Thema des russischen Überfalls auf die Ukraine beschäftigt die Familie Gilmour auch privat. Seine Schwiegertochter Janina ist Ukrainerin und holte vor drei Wochen ihre Großmutter samt Rollstuhl aus der Ukraine und brachte sie ins sichere Ausland.

Wer das Video genau ansieht, kann im Hintergrund Kunstwerke der ukrainischen Malerin Maria Primachenko entdecken. Bisher ist das Lied in den üblichen Streamingplattformen erhältlich. Ob eine CD- oder Vinyl-Version herauskommt, ist ungewiss. Und auch über die Reaktion des streitbaren Ex-Floyd-Manns Roger Waters noch nichts bekannt. Waters lehnt Putin und den Überfall auf die Ukraine scharf ab.

Kickstarter: 3D-Drucker M5 3D Printer von AnkerMake

7. April 2022

Vor Jahren war 3D Druck ein Hype-Thema, das es sogar bis in die Pubklikumszeitschriften schaffte. Dann war die Luft raus und zurück blieb eine bastelfreudige, starke Maker-Community. Jetzt hat das Thema wieder frischen Aufwind bekommen, nachdem der chinesische Hersteller Anker das Thema für sich entdeckte und eine Kickstarter-Kampagne startete, um den Markt für den neuen 3D-Drucker M5 3D Printer auszutesten.

Ich hatte in der Vergangenheit mehrere Versionen des MakerBots genutzt, war fasziniert, doch noch zu kompliziert und teuer. Der neue 3D-Drucker M5 3D Printer von AnkerMake ist sicherlich nicht so highendig, aber für meine Ansprüche wird er reichen. Wenn die Kickstarter-Kampagne einschlägt, wovon ich ausgehe, soll der neue Drucker in der zweiten Jahreshälfte 2022 ausgeliefert werden.

Der Druck soll nach Herstellerangaben deutlich schneller ablaufen als bei Konkurrenzprodukten. In einem „Effizienz“-Modus sogar bis zu 70 Prozent schneller, allerdings in einer verringerten Auflösung. Standardmäßig druckt der Filamentdrucker M5 3D Printer Geschwindigkeiten von bis zu 250 Millimetern pro Sekunde – bei vollem Detailgrad auf einer Druckfläche von 235 x 235 x 250 Millimeter.

Mich erinnert der neue Drucker an den Referenzdrucker Prusa i3, der aber preislich deutlich höher liegt. In der Early Bird Phase kostet der Drucker wohl 450 Euro und wird dann teuerer. Eine integrierte HD-Kamera ermögliche Zeitrafferaufnahmen und prüfe außerdem laut dem Hersteller jeden laufenden Druck auf Unregelmäßigkeiten, um bei Fehlern direkt einzugreifen und Kosten zu sparen. Es gibt ein Touch-Bedienfeld und ich kann das Teil per Amazon Echo steuern, was ich wohl aber nicht brauchen werde (erstmal).
Ich denke, der Drucker ist ideal für meine Bedürfnisse. Das Aluminium-Gehäuse wird 502 x 438 x 470 mm messen bei einem Gewicht 12,4 kg. Damit steht das Teil beim Druck stabil. Ich stelle mir vor, dass ich kleine Plastikteile produzieren möchte. Und das Gerät soll Einsteigerfreundlich sein mit 7×7-Auto-Leveling und einer Pausenfunktion. Es gibt auch eine RGB-Statusanzeige und Benachrichtigungen via App.
Ich habe in der Vergangenheit einige Produkte von Anker und Tochterfirmen erworben. AnkerMake ist nach Anker, Eufy, Nebula und Soundcore die fünfte Marke des Unternehmens.

Bereits im Februar 2022 machte ich mir in meinen Video Gedanken dazu.

Unterhaltungsprogramm während des Fluges

6. April 2022

Wie wichtig ist mir an Bord eine Flugzeugs das Unterhaltungsprogramm? Diese Frage habe ich mir gestellt, als mir die Pressemitteilung von Emirates Airline ins Mailpostfach flatterte. Die Airline feiert 30 Jahre Inflight Entertainment. Es war die erste Fluggesellschaft weltweit mit individuellen Bildschirmen in allen Klassen flottenweit: Vor 30 Jahren, im Jahre 1992, traf Emirates die Entscheidung, auf seiner kompletten Flugzeugflotte alle Sitze in allen Beförderungsklassen mit individuellen TV-Bildschirmen auszustatten. Damit setzte Emirates als Vorreiter für die kommenden Jahrzehnte neue Maßstäbe im Bereich Inflight Entertainment (IFE) und hat seitdem die Erwartungshaltung von Flugreisenden an die Bordunterhaltung geprägt.

Ich bin mit Emirates noch nie geflogen, kann also das Programm und den Service nicht beurteilen. Als junger Erwachsener flog ich zum ersten Mal in die USA und schaute mir erst an einer kleinen Leinwand, später dann an Monitoren Filme an und es gefiel mir. Einmal ärgerte ich mich maßlos, weil der Flug kürzer war als der Film, den ich schauen wollte. Ich hab das Ende nicht mitbekommen, was natürlich mein Fehler war, denn ich hatte mich verrechnet, dass der Film ja nicht mit der Landung endet – und vorspulen war ja auch nicht möglich. Also schaute ich meist nur noch auf den Status eingeblendet, wo sich das Flugzeug gerade befand, wie schnell es fliegt, welche Zeit am Zielort ist und wie lange man denn noch in dem Flieger sitzen musste.

In späteren Jahren interessierte mich das Bordprogramm nicht mehr. Ich hatte hörte Hörspiele oder Musik, erst am iPod, dann am iPhone – und dann und wann schaute ich mir einen Film am iPad an, den ich mir vorher aufs Gerät geladen hatte. Das Bordprogramm der Airline war mir in der Regel egal.

Aber scheinbar hat sich der Luxus an Bord verändert. Wie Emirates mitteilt, habe man in den vergangenen drei Jahrzehnten kontinuierlich Innovationen eingeführt, welche die Bordunterhaltung und die Konnektivität auf über 10.000 Metern Flughöhe qualitativ immer weiter verstärkt haben. Große, hochauflösende 4K-Monitore gehören zusammen mit einem schnelleren und verbesserten WLAN zu den Entwicklungen der nächsten Generation von IFE-System an Bord der zukünftigen Emirates-Flotte.

Zwei Jahre Corona haben mich reisemüde gemacht. Meine letzte lange Flugreise war kurz vor der Amtsübernahme von Donald Trump Silvester nach New York. Dort hatte ich den entsprechenden Kopfhöreranschluss gar nicht dabei.

Mit seinem Unterhaltungsprogramm ice (Information, Communication und Entertainment) bietet Emirates heute jedem Fluggast über 5.000 On-Demand-Kanäle in mehr als 40 Sprachen mit einer großen Auswahl an Filmen, Musik, TV-Shows, Serien und Dokumentationen. Monatlich werden über 100 Filme und 200 TV-Episoden hinzugefügt. Das akkumulierte Unterhaltungsprogramm umfasst über 3.900 Stunden Filme und TV-Sendungen sowie mehr als 3.300 Stunden Musik und Podcasts. Ein Passagier müsste für die Nutzung des kompletten aktuellen Programms über 500-mal von Dubai nach Sydney fliegen – ich weiß wirklich nicht, ob ich das will, aber zumindest habe ich die Möglichkeit. Durch Corona bin ich ja das Binge-Watching von Amazon Prime, Netflix und Apple TV# gewöhnt. Vielleicht sollte ich die Herausforderung Emirates einfach mal annehmen und mein Office in den Flieger verlegen.

Dracula im Film (23): Draculas Tochter

5. April 2022

Lange habe ich auf diesen Film in HD gewartet und war dann doch enttäuscht, als ich mir wieder Draculas Tochter ansah. In die Fortsetzung von Tod Brownings Klassiker Dracula von 1931 hatte ich große Erwartungen, obwohl ich den Film eigentlich auf DVD kannte.

Ich wollte eine ähnliche Atmosphäre wie bei Bela Lugosi, aber das Schauererlebnis stellte sich nicht bei mir ein. Zwar ist das Spiel von Gloria Holden als die Tochter des Grafen sehr schön anzusehen, aber die Regie von Lambert Hillyer ist eher gemäßigt. Hillyer ist kein Browning, der als Stummfilmregisseur die Theatralik in den Tonfilm rette. Kameramann George Robinson ist kein Karl Freund, der bei Lang Metropolis drehte. Dabei hätte George Robinson den Film retten können, war er doch der Kameramann von 1931, der die hervorragende spanische Version von Dracula auf Zelluloid bannte. Rund herum ist Draculas Tochter eher blutarm, trotz so mancher gelungener Szene.

Der Universal-Film von 1936 begann mit gotischer Atmosphäre. Leider zerstörten ein paar humorvolle Elemente den Film als man den Sarg des toten Draculas zeigte in dem (leider) nicht Lugosi liegt. Die Tochter des Grafen hat den seltsamen Namen Marya Zaleska, der jetzt nicht gerade was mit Dracula zu tun hat. Und war Dracula nicht ein rumänischer Fürst, während die Tochter aus Ungarn stammt – irgendwie verstehe ich die Familienverhältnisse der Vampire nicht. Vielleicht liegt es daran, dass Lugosi 1931 mit einem wunderbaren ungarischen Dialekt sprach, der der britischen Gloria Holden völlig abgeht.

Ich mag die mysteriös-exotische Art und Weise, wie die Holden die Tochter spielt. Sie ist wirklich kalt und böse – ein tolles Schauspiel. Während des Films blinzelt sie übrigens nur einmal – ich bin gespannt, wer den Fehler entdeckt. Sie ist wirklich der absolute Höhepunkt des Films – und trotz des strengen Hayes-Kondex in dieser Phase Hollywoods schaffte Holden Andeutungen eines lesbischen Vampirs auf der Leinwand darzustellen. Das ist wirklich bemerkenswert und macht den Film daher filmhistorische sehr interessant. Ihr Ende kommt überraschend, nicht Van Helsing erlöst die Vampirin, sondern – nein, ich möchte nicht spoilern.

Aus Van Helsing wurde im Film Von Helsing, aber auf dem Cover der Bluray steht weiterhin Van Helsing, der von Edward Van Sloan gespielt wird, also was jetzt Von oder Van. Edward Van Sloan spielte den Professor schon 1931 und zuvor am Broadway in Dracula und kam von seiner Wissenschaftsrolle nicht so schnell los, so dass er in Frankenstein und Mumie wieder auf die Rolle des Wissenschaftlers festgelegt war.

Die anderen Darsteller verfangen sich im Drehbuch. Ich will keine Screwball-Komödie sehen, ich will Horror, zumindest Schauer. Das Set-Design passt nicht und es wird zuviel unnötiges Zeug gequatscht, was nicht in eine Dracula-Produktion passt.

Draculas Tochter war Universals letzte Produktion unter der Leitung des legendären Carl Laemmle. Kurz nach Ende der Produktion wurde er aus seinem eigenen Studio geworfen. Ich hatte den Film schon als DVD in der „The Monster Legacy DVD Collection“, jetzt kam er als HD auf Bluray heraus, wobei das Bild bei einem Film von 1936 nur geringfügig besser, aber dafür teuerer geworden ist. Als Zusatz gibt es das Hörbuch Morella, das Hörspiel Draculas Rückkehr und ein 16seitiges Booklet, das einige schöne Filmplakate und einen informativen Hintergrundtext hat.

Georg Ringsgwandl – live auf dem Heiligen Berg

4. April 2022

Für mich war es das erste Konzert seit über zwei Jahren: Georg Ringsgwandl in Andechs auf dem Heiligen Berg. Es war ein angenehmer Auftakt für mein Konzertjahr 2022 und eine schöne Erinnerung an meine Jugendjahre. Vielen Dank Georg Ringsgwandl.

Ringsgwandel und ich sowie sein Publikum sind älter geworden. Er ist 73 Jahre, ich bin zwanzig Jahre jünger, wir feiern fast am gleichen Tag Geburtstag. Ich erlebte ihn in meiner Jugend als schriller Trulla-Trulla-Clown, der als Derwisch über die Münchner Bühnen umhersprang. Davon ist heute nicht mehr viel geblieben, außer sein wunderbarer Wortwitz, sein wunderbares Zitherspiel und seine wunderbare Stimme.

Der überdrehte Clown auf der Bühne blitzte nur dann und wann noch auf. Ringswandl ist ruhiger geworden, deutlich gereifter. Er hat sein Publikum gefunden, das mit ihn älter geworden ist und ihn in Andechs feierte.

Wenn er heute von seiner Ehe erzählt, nickt es in den Zuschauerreihen. Im Alter teilt man so manche kollektive Erfahrung und vielleicht auch ein bisschen Melancholie. Vor allem die stillen musikalischen Ausflüge trafen bei mir voll ins Schwarze und den Nerv. Zwischendurch bricht der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Kabarettist durch in ernsten und heiteren Erzählungen. Er kokettierte mit seinem Zitherspiel mit dem er die Energiewende schafft, während die lauten Musikrocker auf der Strecke bleiben. Rock am Ring im Zeiten der Energiewende und nur das Zitherspiel von Ringsgwandl erklingt – nette Vorstellung. Und danke, dass du den alten Dylan-Klassiker in deiner Version Nix mitnehma von Trulla Trulla gespielt hast.

Und ein Dankeschön an die freundliche Damen von der Konzertagentur BusinessEvents&Entertainment, die mir die Autogramme von Georg Ringsgwandl unkompliziert besorgt hat.

10.000 weitere Bäume für Togo

3. April 2022

Es freut mich, wenn eine Aktion, die ich begleiten durfte zu einem vollen Erfolg geworden ist. Ich meine meine ehrenamtliche Tätigkeit bei Verein Aktion PIT Togohilfe. Im vergangenen Jahr warb ich dafür, dass in Togo bis zum 31. April 2021 ingesamt 30.000 Bäume gepflanzt werden konnten. Und jetzt soll es weitergehen. Wir wollen nochmal 10.000 Bäume pflanzen und brauchen Unterstützung.

28.000 Bäume haben überlebt, 2.000 Bäume hat der togoischer Partnerverein Aimes-Afrique in Eigeninitiative selbst nachgepflanzt. Der Bestand der 30.000 Bäume ist also gesichert. Zur großen Freude zählt der symbolische 30.000ste Baum, den die Vereinsvorsitzende Margret Kopp gemeinsam mit Dr.Kodom gepflanzt hatte, zu den Bäumen, die die erste Trockenzeit gut überstanden haben. Wir haben damals sogar ein Live-Streaming nach Togo gemacht.

Die Jugendgruppenleiter in Togo, die sog. Ado-Manager, kümmern sich liebevoll um die Anpflanzungen. In der Trockenzeit gehen sie dreimal wöchentlich mit Schulklassen zu den Pflanzgebieten um die noch jungen Pflanzen zu gießen. Bald kommt die nächste Regenzeit, die für einen weiteren Wachstumsschub bei den jungen Bäumen sorgen wird.

Unser neues Vorhaben: Baumpatenschaften für 3 Euro
Und jetzt kommt unser neues Vorhaben: Wir wollen diese Regenzeit außerdem nutzen, um weitere 10.000 Bäume noch zusätzlich zu pflanzen. Diesmal sollen es Obstbäume wie Mangos, Avocados, Orangen, Zitronen, Bananen usw. sein, damit díe Menschen schon bald einen Nutzen von ihnen haben, ohne sie fällen zu müssen.
Wieder bitten wir als Verein Aktion PIT Togohilfe um Baumpatenschaften à 3,- Euro, damit wir die neue Challenge von 10.000 Bäumen wieder schaffen können. Selbstverständlich erhält auch diesmal wieder jeder Baumpate ein Baumzertifikat.

Angesichts der weltpolitisch brisanten Lage erscheint es umso wichtiger, uns auch um unseren Nachbarn Afrika zu kümmern. Wenn wir noch Partner und Freunde für unsere Werte und unser politisches System der Demokratie gewinnen wollen, so liegt Afrika vor unserer Haustür und wird mehr und mehr zu einem politischen Player auf dieser Welt. Es liegt an uns und unserem Engagement, unserer Zusammenarbeit mit den Ländern in Afrika, ob sie sich uns zuwenden oder lieber beispielsweise den Chinesen.

Wann hast du ein Backup gemacht?

31. März 2022

Na, wann hast du dein letztes Backup gezogen? Heute ist der internationale World Backup-Day, was es nicht alles gibt. Braucht es so eine Erinnerung an Backups? Sollten Backups nicht selbstverständlich sein? Ja, sollten sie, sind es aber in der Realität nicht.

Immer wieder lese ich in sozialen Netzwerken, dass ein Smartphone verloren ging und damit alle persönlichen Fotos. Backup Fehlanzeige und die Verzweiflung ist groß. In meinen Seminaren schauen so manche Teilnehmer beschämt zu Boden, wenn ich nach der privaten Backupstrategie frage. Backup Fehlanzeige und das schlechte Gewissen ist groß. Wie hältst du es mit dem Backup?

Ob die Katze wirklich beim Backup helfen kann, sei mal dahingestellt.

Die persönlichen Datenmengen wachsen Woche für Woche: PDFs, Fotos, Videos, Musik, eBooks – alles wird mehr. Festplatten, Raid, Cloudserver – vieles steht zur Verfügung und muss eigentlich nur genutzt werden. Und ich rede hier nur von den privaten Dateisammlungen von Rechner, Smartphone, Tablets.

Ich erinnere mich an persönliches frühes Silikon-Zeitalter. Es war die Zeit des Apple Macintosh LC II mit 40 MByte Festplatte. Ich kaufe mir damals für Unsummen eine 1 GByte Festplatte, ein ziemlich schwerer großer Metallkasten. Und ich war überzeugt, dass ich mich nie wieder in meinen Leben um Backup-Speicher kümmern müsste. Ja, ich habe mir geirrt. Die Festplatte war dann doch irgendwann zu klein.

Aber vor allem in Zeiten des Ukraine-Kriegs ist der Welt-Backup-Tag ist eine gute Gelegenheit für Privatleute und Unternehmen, ihre Pläne für die Geschäftskontinuität und die Wiederherstellung im Katastrophenfall (Business Continuity and Disaster Recovery, BCDR) mal genauer unter die Lupe zu nehmen – angefangen bei den verwendeten Lösungen bis hin zum Disaster Recovery Run Book, so warnt auch Kaseya in einer Mitteilung. Kaseya ist einer der großen Dienstleister für mittelständische Unternehmen. Der Laden ist natürlich nichts für Privatanwender, doch die Gedanken zum Welt-Back-Day sind gut und können im Einzelfall übertragen werden.

Die Verlagerung zur Remote-Arbeit hat die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Daten schützen und speichern, völlig verändert. Heute liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz von Daten, unabhängig davon, wo sie sich befinden – vor Ort, auf den Laptops von Mitarbeitern an entfernten Standorten, in Clouds und in SaaS-Anwendungen. Die Wiederherstellungszeiten (Recovery Time Objectives, RTOs) werden in der heutigen „Always-on“-Welt immer kürzer, und die Ziele werden in Stunden, wenn nicht gar Minuten, festgelegt. Cyberkriminelle haben sich die Vorteile von Remote- und Hybrid-Arbeitsumgebungen zunutze gemacht, um immer raffiniertere Cyberangriffe durchzuführen. Zudem wurde der Datenwiederherstellungsprozess nach einem Vorfall aufgrund der neuen Cyber-Insurance-Anforderungen komplexer. Diese neuen Vorschriften beinhalten wichtige Audits und Tests, was den Wiederherstellungsprozess verlangsamen kann.
Da der Datenschutz immer komplexer wird, wenden sich immer mehr Unternehmen an Anbieter, die Unified BCDR anbieten, das Backup und Disaster Recovery, KI-basierte Automatisierung und Ransomware-Schutz sowie Disaster Recovery as a Service (DRaaS) umfasst. Was es alles so gibt! Unified BCDR ist aufgrund der wachsenden zu schützenden Datenmengen und der zunehmenden Zahl von Cyberangriffen auf Unternehmen jeder Größe nötiger denn je.

Jeder, der am Welt-Backup-Tag einen genaueren Blick auf seine BCDR-Strategien wirft, sollte sich nach Meinung von Kaseya folgende Fragen stellen:
Welche Daten und Anwendungen sind entscheidend dafür, die Geschäftsproduktivität sicher zu stellen?
Wie viele Ausfallzeiten und Datenverluste können verkraftet werden?
Wie können sie testen, dass ihre Lösung umfassend ist und die nötige Performance liefert?
Welche Sicherheitsvorkehrungen gibt es, um Risiken durch Ransomware auszuschließen?
Wie sieht das Vorgehen für das Failback zur Produktionsumgebung aus, sobald die Katastrophe abgewendet ist?

Und nun meine Eingangsfrage: Wann hast du dein letztes Backup gezogen?

RØDE VideoMic GO II – Mikro für unterwegs

30. März 2022

Wenn ich unterwegs Videos drehe oder Podcasts aufnehme, dann habe ich keine Lust, das schwere XLR-Mikro und das Audiointerface mitschleppen. Statt dessen nutze ich unter anderem das RØDE VideoMic GO II.

Es stellt gegenüber meinen Fujifilm ST-1 eine deutliche Verbesserung auf meiner Sony ZV-1 Kamera da und kann über entsprechende Kabel auch an das iPhone oder iPad angeschlossen werden. Ich hatte den Vorgänger, das RØDE VideoMic GO früher ausprobiert und war nicht so richtig überzeugt. Die Version GO II dagegen erfüllt meine Wünsche – nur die Rode-App muss noch deutlich besser werden. Hier ein Tonvergleich zwischen den Mikrofonen von Fujifilm und Rode:

Fein ist, dass das kompakte und leichte VideoMic GO II nun über 3,5 mm TRS-Klinke und über USB-C angeschlossen werden kann. Wobei ich zugeben muss, dass die Erfahrungen am iPad Pro 12 Zoll mit USB S unterschiedlich ausfallen, die Klinke an der ZV1 ist perfekt. Das Mikro wird mit einem hochwertigen Windschutz und einer Dämpfung geliefert, wobei die Dämpfung schon wieder Platz in der Tasche einnimmt.

Todestag von Carl Orff – wie ich zum Komponisten fand

29. März 2022

Als Kulturbanause kam ich zu Carl Orff über die Filmmusik von Jerry Goldsmith. Der Komponist hat den Score zu einem der wichtigen Horrorfilme der Siebziger geschrieben: Das Omen. Die Wirkung des Films beruht zu großen Teilen auf den Soundtrack, der das teuflische Treiben auf der Leinwand genial intensiviert – Ave Satani. Und als ich mich mit dieser Musik als Jugendlicher näher beschäftigte, stieß ich auf Carl Orff und seine Carmina Burana, weil die Musik für mich als Jugendlicher ähnlich klang.

Das Grab von Carl Orff in Andechs.

Am 29. März jährt sich der 40. Todestag des großen bayerischen Komponisten, der in Kloster Andechs seine letzte Ruhe gefunden hat. Ich habe hier das Grab als VR 360 Grad Aufnahme.

Immer wieder besuche ich als Wallfahrer den Heiligen Berg und auch sein Grab in der Klosterkirche und denke an die intensive Musik. Einmal habe ich via Kopfhörer an der Grabstelle Auszüge aus der Carmina Burana angehört. Und ich habe in Andechs auch mal eine Aufführung der Carmina Burana besucht und genossen (und in dem Holzstadl geschwitzt).

Die Carmina Burana (lateinisch für Beurer Lieder oder Lieder aus Benediktbeuern) ist der Name einer Anthologie von 254 mittellateinischen, seltener mittelhochdeutschen, altfranzösischen oder provenzalischen Lied- und Dramentexten, die 1803 in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuern gefunden wurde. Orff hat sie 1935 vertont und sie wurden sofort zu einem Klassiker. Nach der Komposition von Catulli Carmina und Trionfo di Afrodite fasste Carl Orff die Carmina Burana mit diesen unter dem Titel Trionfi zusammen. Aufführungen des gesamten Triptychons sind aber die Ausnahme geblieben.

Auf CD hab ich mir über die Jahre ein paar Aufnahmen gekauft. Persönlich finde ich die Christian Thielemanns Aufnahme von Carl Orff am besten, als Thielemann Generaldirektor der Deutschen Oper Berlin war. Ich hab die CD und die LP-Version und kann sie euch ans Herz legen.

Im Gespräch mit meiner Frau kam dann noch eine Erinnerung aus unserer Schulzeit hoch. Wir beide mussten im Musikunterricht mit Orff-Instrumenten hantieren. Es gab viele Schlagespiele, aber wir beide durften nie Xylophone oder Glockenspiele ausprobieren, sondern immer nur irgendwelche Holzkästchen, die als Resonanzkörper dienten. Es war komplett unbefriedigend – und wahrscheinlich habe ich daher den Namen Orff als Kind verdrängt. Meine Kinder haben Orff-Instrumenten als musikalische Früherziehung nie geniessen dürfen, sondern sind gleich mit Klavier, E-Gitarre und Schlagzeug eingestiegen.

Der Feind ist nicht das russische Volk

28. März 2022

Als ich einen Post der bayerischen Landtagsabgeordneten Barbara Becker vom 10. März in Instagram sah, gab ich ihr sofort recht. Der Ukraine-Krieg tobt, Putin überfällt völkerrechtlich seinen Nachbarn und die Welt setzt Sanktionen in Kraft und liefert Waffen. Und dennoch: Die Abgeordnete schrieb den richtigen Satz: „Unser Feind ist nicht das russische Volk!“

Dieser Instagram-Beitrag trifft meine Stimmung sehr gut.

Und als sich US-Präsident Joe Biden in Warschau am Wochenende an die Menschen in Russland wandte und erklärte, sie seien nicht der Feind. Präsident Putin habe sein Volk vom Rest der Welt abgeschnitten. Da gab ich Biden recht.

Wir müssen aufpassen, dass wir der Desinformation und hybriden Kriegsführung des Kreml nicht auf den Leim gehen. Für mich steht fest: Es ist richtig, sich gegen den Kriegstreiber Putin zu Wehr zu setzen. Aber ich sehe auch eine Angst unter den russischsprechenden Deutschen, die mit Putin in einen Topf geworfen werden.

Beispiele gibt es viele: Ein Fall von falsch verstandener Solidarität mit der Ukraine schlug hohe Wellen in München. Eine Klinik am Stiglmaierplatz hat mitgeteilt, keine Russen mehr behandeln zu wollen. In dem Schreiben der Privatklinik heißt es: „Die Invasion der russischen Armee mithilfe der weißrussischen Regierung wird von uns aufs Schärfste verurteilt.“ Daraus zieht die Praxis Konsequenzen: „Daher werden wir ab sofort und bis auf Weiteres keine russischen und weißrussischen Staatsbürger mehr bei uns behandeln.“
Als der Protest Wellen schlug, ruderte die Klink zurück.: Unser Schreiben vom 04.03. entstand aus der Indignation über die Vorgänge in der Ukraine und war als Zeichen der Solidarität gedacht. Uns erschien die Vorstellung an russischen „Oligarchen“ Geld zu verdienen, während in der Ukraine Zivilisten getötet werden falsch. Diese Botschaft wollten wir transportieren. Rückblickend erkennen wir, dass die Formulierung mehr als unglücklich war, zu Recht scharf kritisiert wurde und vollkommen von dem weggeführt hat, was wir eigentlich sagen wollten. Das bedauern wir zutiefst.“

Aber natürlich hatten russische vom Kreml gesteuerte Staatsmedien diese und andere Fälle aufgenommen und in unterschiedliche Kanäle transportiert. In mehreren Seminaren habe ich erfahren, dass die Community verunsichert ist. Putin gelingt es, einen Keil in die bundesdeutsche Gesellschaft zu treiben. Menschen aus Russland oder mit russischen Wurzeln sehen sich in Deutschland seit dem Angriff auf die Ukraine Anfeindungen ausgesetzt. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamts berichtet, wurden bis Mitte März 318 strafrechtlich relevante Ereignisse registriert. Es handle sich um Sachbeschädigungen, Beleidigungen sowie Bedrohungen im Internet und auf der Straße.

Meine Kollegin die Wirtschaftspsychologin Maria Filina und ich greifen diese und andere Themen aus dem Umfeld der russischsprachigen Deutschen auf und starten eine regelmäßige Streaming-Reihe in YouTube mit dem Titel „Wie ist das Leben?“. „Wie ist das Leben?“ ist ein Ausspruch mit dem der deutsche Russland-Journalist Gerd Ruge das Eis in der russischen Bevölkerung gebrochen hat. Die erste Folge ging online.

In Russland wurden sie einst als Faschisten bezeichnet, weil sie Deutsch sprachen. In Deutschland werden sie heute als Faschisten bezeichnet, weil sie mit dem Kriegstreiber Putin gleichgesetzt werden. Viele Deutsche aus Russland, aber auch andere russischsprachige Eingewanderte aus der ehemaligen Sowjetunion fühlen sich verunsichert und diskriminiert und ziehen sich zurück. Hier müssen wir aufpassen.

Hybride Kriegsführung
Verschleierung auf mehreren Ebenen ist ein typisches Merkmal dieser hybriden Kriegsführung, bei der klassische und verdeckte Militäreinsätze, politischer sowie wirtschaftlicher Druck, Cyberangriffe und Propaganda sowie Desinformation kombiniert werden. Das kann der ehemalige KGB-Agent Putin sehr gut. Ich berichte in meinem wöchentlichen Newsletter über diesen Cyberwar. Ihren Ursprung hat die russische Desinformation in der ehemaligen Sowjetunion unter Leonid Iljitsch Breschnew. Falschinformationen über politische Gegner wurden schon damals bewusst vom KGB platziert.

Die sozialen Medien sind heute zum Konfliktfeld geworden. Falschinformationen aus Russland verteilen sich über die Welt. Putin führt den „ersten Weltinformationskrieg­­“, schreibt meine Kollegin Miriam Meckel im Handelsblatt.
Das liegt auch daran, dass Russland seine Taktiken weiterentwickelt hat. Der wichtigste Faktor im russischen Social Media-Konflikt sind nun offizielle Accounts von Kreml-gesteuerten Medienunternehmen, russischen Regierungsbehörden oder Regierungsbeamten. Diese verbreiten auf Social Media falsche oder irreführende Informationen und werden von privaten Accounts weiterverbreitet. Bei Accounts von Privatpersonen greifen Twitter und Facebook schneller durch, sie löschen Beiträge oder sperren gleich ganze Profile. Doch Accounts, die zu einer Regierung oder einem großen Medienunternehmen gehören, wird sehr viel mehr Freiheit gewährt.