Archive for the ‘Medien’ Category

insideAR: Wie meine Tochter mit augmented reality ihr Ikea-Zimmer einrichtet

1. November 2014
Entdecke die AR-Möglichkeiten am Ikea-Stand auf der insideAR

Entdecke die AR-Möglichkeiten am Ikea-Stand auf der insideAR

Als Fan von augmented reality (AR) kannte ich natürlich die Möglichkeiten durch den neuen Ikea-Katalog. Mit der Verbindung von Print und AR habe ich neue Möglichkeiten entdeckt.
Auf der insideAR Konferenz von metaio musste ich mir wieder einmal die Demo von Ikea ansehen, weil es einfach Spaß macht.
Im Katalog von Ikea verbergen sich hinter den Bilder verschiedene AR-Links. Wer diese mit der Ikea-App scannt, erweitert den Katalog durch das Smartphone oder Tablet um virtuelle Möglichkeiten. So lässt sich ein Stuhl, ein Sofa oder andere Möbelstücke virtuell im Raum platzieren und das in Originalgröße.

Mir hat die insideAR sehr gut gefallen.

Mir hat die insideAR sehr gut gefallen.

Eine wunderbare Anwendung, die ich auch gleich zu Hause nach der insideAR Konferenz mit meinen Kindern durchspielte. Meine Tochter schnappte sich das iPhone, holte sich die Ikea App und verschwand für zwei Stunden in ihrem Zimmer. Anschließend präsentierte sie mir die Einrichtung für ihr neues Zimmer mit dem Hinweis, dass es nicht mehr so lange bis Weihnachten hin sei. Der Wunschzettel war voller neuer Möbel. Ich freue mich, dass meine Kinder so technikbegeistert sind, aber muss es denn gleich solche Auswirkungen haben?

insideAR: Wie ein Optiker augmented reality einsetzen kann

31. Oktober 2014
Spielerei oder mehr? AR beim Brillenkauf.

Spielerei oder mehr? AR beim Brillenkauf.

Vielleicht ist es nur eine kleine Spielerei, die ich auf der insideAR-Konferenz von metaio gesehen habe, aber ich denke, es steckt mehr dahinter.
Im Ausstellungsbereich der wichtigsten AR-Konferenz waren zwei Asiaten, die eine interessante augmented reality-Lösung für Optiker gezeigt haben. Dabei ist die Technik auch für andere Berufe interessant, wie Friseur, Bekleidungsfachhandel oder auch Schmuckdesigner. Im Moment wirkt die Sache noch etwas angestrengt und fehlerhaft, aber wenn man über den Tellerrand blickt, wird man feststellen, welche Möglichkeiten es hier gibt.
Zunächst musste mein Kopf und Gesicht eingescannt werden. Durch leichte und langsame Kopfdrehung wurden meine Daten erfasst. Anschließend konnte ich eine virtuelle Brille aufziehen und mich bewundern, wie mir die Brille denn steht. Bei mir hat das Standpersonal etwas geschampt, aber bei einem anderen Besucher passte die Brille ideal. Aus dem Brillensortiment konnte man sich andere Gestelle aussuchen und damit herumspielen. Spielerei oder doch mehr?

 

insideAR: Wie Verlage von augmented reality profitieren können

30. Oktober 2014
Timon von Bargen von appear2media

Timon von Bargen von appear2media

Unter augmented reality (AR) wird die erweitere Realität verstanden, also zusätzliche Informationen, die im Netz hinterlegt sind. Das können Texte, Videos, Grafiken oder Animationen sein. Auf der insideAR, der wichtigsten Konferenz für AR von metaio, ergeben sich gerade für klassische Zeitungs- und Zeitschriftenverlage interessante Möglichkeiten. Einige Verlage experimentieren bereits mit der Technik, wie mir Timon von Bargen von appear2media erklärte. Die Agentur mit Sitz in Hamburg und Berlin unterstützt Verlage mit Schritt in die virtuelle Realität. Die Ergebnisse sind meines Erachtens faszinierend.


Dennoch vermute ich, dass AR in der Print-Verlagswelt auf massive Vorbehalte stößt. Viele meine Journalistenkollegen sehen sich als Inhalte-Produzent oder besser noch als klassische Redakteure. Da geht es in erster Linie um Texte. AR ist für viele bunte Bilder, eine Spielerei. Ich vermute, dass sich viele Journalisen in ihrem Selbstverständnis mit AR schwer tun und AR eher ablehnen werden. Zudem haben wir oft in Deutschland mittelständische Verleger, die es über Jahre gewohnt waren, richtig großes Geld zu verdienen. Sie sind jetzt beleidigt, dass sie in neue Formen der Kommunikation investieren sollen. Viele von den Damen und Herren Verleger wollen die Zeit zurückdrehen.
Und wir haben das Problem mit der Grafik. Grafik in Print bedeutet klassische DTP also beispielsweise InDesign, Qurak XPress und Photoshop. Zwar kann der neue Adobe Photoshop schon 3D, aber wird es von den klassischen Mediengestaltern eingesetzt? Und oftmals ist die Grafik nur noch externer Dienstleister in den Verlagshäusern. Material für AR aufzubereiten, kostet wiederum Geld für die Verlagshäuser, nachdem sie ja vorher Knebelverträge mit ihren Dienstleistern ausgehandelt haben.
Und ich glaube, dass viele Mediaberater immernoch gerne in Millimeter verkaufen. Sie taten sich mit Online-Kampagnen schon schwer und der TKP für online ist ein Witz. Viele Mediaberater machen sich nicht die Mühe, die digitalen Pennys zu verdienen, wenn sie immernoch auf den analogen Dollar hoffen. Wie soll man AR dem Kunden verkaufen, wenn man es selbst nicht daran glaubt.
Ich bin also pessimistisch und lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Das Team von Timon von Bargen von appear2media macht mir einen kompetenzen Eindruck und steht sicher mit Rat und Tat zur Seite. Jetzt gilt es durchzustarten und Marken in neuen Märkten zu festigen.

Shining-Horror in Ikea Werbespot zu Halloween

28. Oktober 2014

Ikea hat viel Kapital bei uns Bloggern verspielt durch den Abmahnzirkus in der Vergangenheit. Langsam gewinne ich wieder etwas Sympathie für das schwedische Möbelhaus, wenn ich mir den aktuellen Halloween-Spot von Ikea Singapore anschaue.

Danny bei Ikea.

Danny bei Ikea.

Danny bei Kubrick

Danny bei Kubrick

Der neue Spot kopiert Szenen aus den Horror-Filmklassiker The Shining von meinem Lieblingsregisseur Stanley Kubrick. Junge Menschen kennen diesen Shocker wohl nicht mehr und Ikea Singapore hat wohl eher mit dem Spot die ältere Zielgruppe wie mich im Auge. Viral verbreitet sich die Kampagne sehr gut im Netz.
Wir Filmfreunde erinnern uns: In Shining fährt der hellseherische Junge Danny mit dem Dreirad durch die Gänge des Overlook-Hotels. Die Kameraarbeit von John Alcott war damals 1980 wirklich fantastisch und wegweisend – Steadycam wurde zum ersten Mal auf der großen Kinoleinwand zelebriert. Danny stößt bei seiner hypnotischen Fahrt durch die Hotelgänge tief in die Seele des Spukhauses vor. Dabei begegnet er den ermordeten Zwillingen, die von ihrem wahnsinnigen Vater mit einer Axt erschlagen wurden. Alles basierte auf dem hervorragenden Buch von Stephen King, der den Film von Kubrick nicht gemocht hatte. Zwei Egos an einem Set funktionieren nie.


Und jetzt kommt eben Storytelling in der Werbung. Im Ikea Spot fährt Danny freilich durch ein Möbelhaus, die Lampen flackern, die Farben wechseln, Jazz-Musik ertönt, Skelette sitzen am Tisch. Aus dem amerikaischen Danny wird ein asiatischer Jungd und aus dem ermordete Zwillingspaar wird – ach sehen Sie selbst.


Ich bin mal gespannt, wie die Erben von Stanley Kubrick reagieren, die eigentlich keinen Spaß verstehen, wenn es um das Filmkunstwerk geht. Vielleicht lernt Ikea den Abmahnzirkus mal von einer anderen Seite kennen.

Hier das Abschlachten bei Kubrick - wie sieht es bei Ikea aus?

Hier das Abschlachten bei Kubrick – wie sieht es bei Ikea aus?

Amazon Fire TV im Betrieb

21. Oktober 2014
Amazon Fire TV installiert sich.

Amazon Fire TV installiert sich.

Nach YouTube und Apple TV ist bei uns zu Hause ein weiterer Streaming-Dienst eingezogen. Seit rund zwei Wochen läuft bei uns Amazon Fire TV und ich muss sagen: Ich bin begeistert. Als Prime-Mitglied hatte ich die Chance im September die Setup-Box von Amazon für 49 statt für 99 Euro zu bestellen. Gesagt getan, denn die Box war in kurzer Zeit ausverkauft. Ab 13. Dezember soll die nächste Lieferung von Amazon Fire TV bei Amazon eintreffen und verschickt werden. Und wer sich überlegt, ob er so eine Box braucht, dem kann ich sagen: Du brauchst sie.

Das kleine schwarze Kästchen unter den Controllern ist Amazon Fire TV.

Das kleine schwarze Kästchen unter den Controllern ist Amazon Fire TV.

Fürr mich ist sie als Ergänzung zu Apple TV ideal, denn sie bringt noch mehr Unterhaltung in mein Wohnzimmer.
Die Videos von Amazon Instant Videos habe ich bisher über die PS4 oder direkt am Mac geschaut. Das was in Ordnung. Mit Amazon Fire TV  ist der Komfort aber erhöht worden.
Ende September traf die Box bei mir ein und natürlich musste ich ein klassisches Unboxing-Video machen. Viel Spaß beim Zuschauen.


Nach dem Auspacken ging es ans Anschließen. Gleich vorweg: Es ist total simpel, wenn man sich an die Vorgehensweise hält. Also es lohnt sich einmal wirklich die Anleitung zu lesen. RTFM hat sich hier bewahrheitet. Mein vereehrter Kollege Thomas Gerlach hat dies nicht gemacht und schon ist die Erstinstallation seines Amazon Fire TV schief gegangen.
Die Reihenfolge zum Anschließen ist:

1) Das (nicht mitgelieferte) HDMI-Kabel wird an der Box und an dem TV-Gerät bzw Receiver angeschlossen.
2) Stromkabel in die Box und mit der Steckdose verbinden.
3) TV anschalten und auf ein Signal von der Box warten
4) Batterien (werden mitgliefert) kommen in die Fernbedienung (wird auch mitgeliefert)
5) Entweder mit WLAN oder LAN verbinden (Ethernet-Kabel wird nicht mitgeliefert).
6) und Software-Aktualisierung – das kann dauern (je nach Leitung).

Achtung, die Box ist auf den Prime-Besteller bereits vorkonfiguriert. Das bedeutet, ich musste mich nicht mehr bei Amazon Instant Video anmelden, Kreditkarte usw eingeben, sondern das System ist bereits auf den Käufer konfiguriert. Das fand ich wunderbar – und meine Familie auch, die zugleich Filme auf meine Kreditkarte herunterlud, weil ich die Kindersicherung nicht aktiviert hatte. Meine gesamte Watchlist wartete bereits auf mich.
Cool und wirklich hilfreich war ein kleiner Zeichentrickfilm zum Start von Amazon Fire TV. Er erklärt die Navigation und ich muss zugeben, es ist mal ein sinnvolles Tutorial und lehrreich.
Neben den Entertainment-Produkten hat mich vor allem die Sprachsteuerung von Amazon Fire TV interessiert. Spöttisch schreibt Amazon Richtung Siri: „Eine Sprachsuche, die tatsächlich funktioniert.“ Und ich muss zugeben, das System funktioniert. Die Mikrofontaste auf der Fernbedienung drücken und halten und den Filmtitel oder einen Schauspieler nennen und schon durchsucht das Sytem seine Datenbank.
In der schwarzen Box werkelt ein Quad-Core-Prozessor mit 2 GB Arbeitsspeicher und eigener GPU plus für HD-Videos in bis zu 1080p und Dolby Digital Plus Surround Sound. Manche Nerds monierten, dass man die Box nicht aufbohren kann und haben einen Workaround dafür ins Net gepostet – brauch ich allerdings nicht, denn die Musik kommt sowieso von iTunes. Ich habe gelesen, dass Amazon demnächst noch Amazon Music und Netflix integrieren will.
Sehr schön sind die Mediatheken von ARD und ZDF sowie BR und weitere, die auch auf dem Amazon Fire TV laufen. Das ist für ich eine Bereicherung – und die App der Berliner Philharmoniker, die mir Konzerte nach Hause bringen.
Noch nicht ausprobiert habe ich die Spielesammlung, die mir Amazon Fire TV anbietet. Dazu brauche ich zum richtigen Zocken einen eigenen Amazon Fire-Gamecontroller, aber wenn ich Spielen will, nehme ich eine meiner zahlreichen Konsolen.
Also mein Fazit: Die Anschaffung von Amazon Fire TV  hat sich für mich gelohnt. Das System macht Spaß, die Bedienung ist einfach und die Installation easy, wenn man sich an die vorgeschriebene Reihenfolge beim Geräteanschluss hält.

ok, die heimische Verkabelung ist schon heftig.

ok, die heimische Verkabelung ist schon heftig.

Gute Links, schlechte Links: Tipps beim Linkaufbau

20. Oktober 2014
Linkaufbau von mir über Facebook.

Linkaufbau von mir über Facebook.

Immer wieder werde ich von Unternehmen und Verbänden gebucht, um beim Linkaufbau zu helfen und um damit das Google Ranking zu verbessern. Denn nur wer bei Google weiter oben ist, der wird auch gefunden und geklickt. Es ist eine SEO ohne viel Technik-Blabla, aber ein wirksames. Ich habe gerade ein Wochenend-Seminar hinter mir, bei dem ich das Thema Linkaufbau erklärte.
Doch regelmäßige Suchalgorithmus-Änderungen durch Google erschweren diese Aufgabe erheblich. Ich bin der Löwenstark Online-Marketing GmbH aus Braunschweig dankbar, dass sie ihren Leitfaden über Linkaufbau aktualisiert haben. Der Linkaufbau gehört zu den wichtigsten Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Linkaufbau hat zum Ziel, die Anzahl und die Qualität der Backlinks – also externen Links, die auf die eigene Website verweisen – zu erhöhen. Denn eine Domain, die von anderen Webseiten empfohlen wird, signalisiert für Google Wichtigkeit und Relevanz. Das wirkt sich positiv auf das Suchmaschinenranking aus. Übertriebenes Linkbuilding kann dagegen zu Verlusten im Ranking oder sogar zum Ausschluss aus dem Google-Index führen. Also wie immer macht es die richtige Mischung.

Top 5 Dos im Linkbuilding
1. Natürlicher Linkaufbau durch guten Content
Es klingt so simpel, ist aber für viele unglaublich schwer. Auf guten, originellen Content wird gern verlinkt. Diese simple Wahrheit ist heute wichtiger denn je. Nur hochwertige Inhalte mit echtem Mehrwert überzeugen andere Internetnutzer, auf diese als Quelle zu verweisen. Als ausgebildeter Redakteur erkenne ich Geschichten und kann Geschichten erzählen. In Marketingdeutsch heißt dies heute Storytelling, ich nenne es einfach Geschichten schreiben, „Natürlicher Linkaufbau dauert zwar länger, ist dafür aber nachhaltiger und aus SEO-Sicht viel wertvoller“, erklärt Marian Wurm, Geschäftsführer und Mitgründer der Löwenstark Online-Marketing GmbH. Ich habe die Tipps von Marian Wurm am Wochenende meinen Seminarteilnehmern weitergegeben und diskutiert.

2. Auf Qualität der Links achten
Qualität ist das oberste Gebot: Ein einziger, aber qualitativ hochwertiger Link auf einer seriösen, gut gerankten Website bringt oft mehr als zehn Verlinkungen auf minderwertigen Domains, die Google schließlich als Spam herabstufen könnte. Daher macht es Sinn, sich potenzielle Link-Kandidaten im Vorfeld der Linkbuilding-Maßnahmen immer genauer anzuschauen: Wie ist das Gesamtbild der Website – wirkt sie seriös, ist sie inhaltlich ansprechend und benutzerfreundlich gestaltet?

3. Themenrelevanz beachten
Themenrelevante Links von dritten Webseiten haben ein hohes Gewicht für Google: Daher gilt es darauf zu achten, dass eine thematische Übereinstimmung oder eine Ähnlichkeit zwischen der verweisenden Seite und der Zielseite sowie den dort veröffentlichten Inhalten besteht. „Ein Beispiel: Ein Backlink auf eine Fashion-Website sollte also im Idealfall von Mode-Blogs und nicht von Automobil-Portalen kommen“, so Wurm. „Dennoch ist auch hier Vorsicht geboten, denn ausschließlich thematisch passende Links wirken unnatürlich. Ein ausgewogenes Linkprofil ist entscheidend.“

4. Backlinkprofil kontinuierlich prüfen
Im Rahmen eines fortlaufenden Link-Screenings werden eingehende Links von Webseiten auf die eigene Website und die der Mitbewerber analysiert. Hilfreich dabei sind solche Tools wie die SISTRIX Box oder die XOVI Suite. „Wir empfehlen, in regelmäßigen Abständen Links und die verlinkenden Domains manuell zu überprüfen, um Abstrafungen durch Google zu verhindern“, betont Wurm. Durch die Beobachtung der Mitbewerber-Links lassen sich zudem Potenziale für das organische Linkbuilding identifizieren.

5. Schlechte Links manuell abbauen
Schädlingsbekämpfung im Netz: Wenn schlechte Links aufgedeckt wurden, ist Handeln angesagt. Man kann sich bei dem Betreiber der jeweiligen Website melden und ihn darum bitten, den Link zu löschen. Wenn keine Link-Entfernungen mehr erwirkt werden können, bleibt nur noch eine Lösung: Über das Disavow Tool von Google kann man schädliche Links für ungültig erklären.

 

Top 5 Don’ts im Linkbuilding

1. Links kaufen

Stärker denn je gilt: Finger weg vom Linkkauf. Denn dieser verstößt gegen die Google-Richtlinien für Webmaster und kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Suchmaschinen wie Google sind in der Lage, bestimmte Muster bei gekauften Verlinkungen zu erkennen und dementsprechend zu reagieren. Im schlimmsten Fall droht eine Abstrafung. Sogar der Ausschluss der Website aus dem Suchmaschinen-Index kann die Folge sein.

2. Exzessiven Linktausch betreiben
Wer massenhaft Links tauscht, begibt sich auf dünnes Eis. „Durch die immer ausgefeilteren Google-Algorithmen ist anzunehmen, dass so etwas früher oder später von Google entdeckt und mit Rankingverlust sanktioniert wird“, so Wurm. Das Risiko ist besonders hoch, wenn der Linktausch größtenteils innerhalb von Websites erfolgt, die thematisch gar nicht zu der eigenen Domain passen.

3. Einseitiger Linkaufbau
Abwechslung ist das, was zählt: Google & Co. sehen und bewerten die Herkunft der Links. Daher wundert es nicht, dass eine Linkstruktur, die viele Backlinks aus immer der gleichen Domain oder dem gleichen IP-Netzwerk zusammensetzt, Misstrauen bei den Suchmaschinen erwecken kann. „Mein Rat an Webseitenbetreiber: Sorgen Sie für Linkvielfalt, sodass in Ihrem Linkprofil klassische Content-Links, aber auch Blog- oder Artikel-Links sowie Social-Signals aus möglichst unterschiedlichen Domains vorzufinden sind“, so Wurm.

4. Relevanz durch Ankertexte erreichen
Ein Ankertext soll so kurz wie möglich den Inhalt der angeklickten Website zusammenfassen. Richtig gewählt kann damit die Relevanz einer Website für einen bestimmten Suchbegriff erhöht werden. Wenn aber Ankertexte zu viele Keywords enthalten und wenn eine Website überproportional häufig mit keywordoptimierten Ankertexten von dritten Websites empfohlen wird, ist das für Google ein Warnsignal. „Menschen sind faul. Wenn zu viel taktische Überlegung in die Wahl der Ankertexte gesteckt wird, sieht das für Google nach Manipulation aus. Der optimale Ankertext soll intuitiv gewählt werden und natürlich wirken“, betont Wurm.

5. Linkaufbau über kostenfreie Verteiler und Portale betreiben
Im Internet gibt es Hunderte von Content-Plattformen, auf denen Unternehmens- oder Produktnews, Pressemitteilungen und Wissenswertes kostenlos verbreitet werden können. Wer solche Portale für die Streuung von Backlinks nutzt, kann sich schnell die Finger verbrennen. „Einmal abgesehen davon, dass es sich dabei um Duplicate Content handelt, sollten Links in solchen Meldungen nur sehr vorsichtig eingesetzt werden“, empfiehlt der Löwenstark-Experte. „Am natürlichsten wirken Links zur Startseite. Je spezieller der Link und die Zielseite sind, desto unseriöser wird es aus Sicht von Google.“

Sinnvoll: Kostenloser QuarkXPress Document Converter

19. Oktober 2014

Quark-Logo

Ich weiß nicht, wie groß die User-Group von XPress überhaupt noch ist, aber ich nutze Quark XPress immer noch. Freilich habe ich auch Adobe InDesign im Einsatz, aber ich bin mit XPress aufgewachsen und halte der DTP-Software immernoch die Treue.
Allerdings habe ich mich geärgert, dass alte XPress-Dokumente aus der Silikon-Frühphase (gegen Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts) mit den neuen XPress-Versionen nicht lesbar waren. Ich hatte noch viele Dokumente in Version 3 und 4. Das waren meist Flyer und Bücher. Die Konvertierung in die neue XPress-Version – aktuell 10 – waren ein Murks. Bis heute.
Quark Software brachte den QuarkXPress® Document Converter auf den Markt, ein kostenloses Tool, das es Anwendern von QuarkXPress ermöglicht, XPress-Dateien aus alten Versionen in QuarkXPress 10 zu öffnen. QuarkXPress 10 unterstützt Dokumente, die mit QuarkXPress 7-10 erstellt wurden, jedoch keine Dokumente aus den Versionen 3-6.
Endlich kann ich reibungslos meine alten Produktionen konfertieren und Content von früher wieder aufpeppen.
Durch die einfache Benutzeroberfläche des QuarkXPress Document Converter können Anwender von QuarkXPress 10 ein einzelnes QuarkXPress Dokument oder einen ganzen Ordner auswählen und die Dateien in ein mit QuarkXPress 10 kompatibles Format umwandeln. Bevor der  QuarkXPress Document Converter verfügbar war, mussten Anwender zusätzlich die Version QuarkXPress 9 benutzen, um auf alte Dokumente vor Version 7 zugreifen zu können. Der QuarkXPress Document Converter bietet auch den zusätzlichen Vorteil der Batch-Konvertierung, die von QuarkXPress 9 nicht unterstützt wird.
Um den kostenlosen QuarkXPress Document Converter herunterzuladen, besuchen Sie hier

Monstermäßiges Comic: Godzilla – das Erwachen

18. Oktober 2014

Godzilla

Als ich für eine Stunde auf meine Kinder warten musste, kaufte ich mir zum Überbrücken der Zeit einen Comic, der mir wirklich Spaß bereitet hat: Godzilla – Das Erwachen. Als Fan der japanischen Echse und auch als jemand, der den Film von 2014 gut fand, habe ich mir eigentlich nicht viel erwartet. Nach dem Motto “wieder ein Comic zum Film” begann ich mit wenig Lust zu lesen. Doch weit gefehlt. Es ist keine Comic-Adaption des Filmstoffes, sondern ein eigenes Werk. Und gut ist es obendrein.

Als Autoren fungierten Greg und Max Borenstein. Max Borenstein war übrigens der Drehbuch-Autor des Gareth Edwards Godzilla-Streifens von 2014. Sein Filmdrehbuch wies leider einige Ungereimtheiten auf. Max Borenstein ist ein amerikanischer Drehbuchautor und Regisseur. Während er noch an der Yale Universität studierte, schrieb und editierte er den Film Swordswallowers and Thin Men. Der Film gewann den „Best Feature“ und „Best Screenplay“ Award bei dem Independent Film Festival in New York und wurde von der Los Angeles Times als der „Best First Feature 2003“ bezeichnet. 2008 schrieb Borenstein das Drehbuch zu dem Film „ What is life worth?“, basierend auf den Memoarien von Kenneth Feinberg, sowie das Drehbuch zu „Jimi“, basierend auf dem Leben von Jimi Hendrix. Er schrieb auch für Legendary Pictures den Film Der siebte Sohn, der auf dem Fantasy Kinderbuchs Spook – Der Schüler des Geisterjägers von Joseph Delaney beruht. Für die den 2014 erscheinenden Gozilla Film schrieb er ebenfalls das Drehbuch so wie das bei Cross Cult erscheinende Comic Godzilla – Das Erwachen.

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Der zweite im Bunde ist eher der Techniker:  Greg Borenstein ist ein amerikanischer Künstler, Technologe und Lehrer. Greg studierte an der Tisch School of Arts und arbeitete bereits für Firmen wie, Makerbot und Berg London. Greg ist der Autor von Making Things See: 3D vision with Kinect, Processing, Arduino, and MakerBot von 2012. Er arbeitete zusammen mit Max Borenstein am Comic Godzilla – Das Erwachen.

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Die Story ist den beiden Autoren Greg und Max Borenstein dieses Mal besser gelungen als das Filmdrehbuch. Der Comic erzählt eine Geschichte, die Jahrzehnte vor dem Film spielt. In Godzilla – das Erwachen kämpft Godzilla gegen einen alten Feind, der wie dieser ebenfalls aus der Urzeit zurückgekehrt ist, während die Menschheit verzweifelt nach einer Möglichkeit sucht, die apokalyptische Bedrohung durch die fremdartigen Kreaturen aufzuhalten. Bei dem Versuch, das Ende der Zivilisation abzuwenden, schreckt das Militär vor keinen Mitteln zurück, und vergisst dabei, wichtige Fragen zu stellen: Was für Monster greifen die Menschheit da an? Wo kommen sie her? Und ist „Gojira“ Freund oder Feind … sofern es ihn gibt? Denn trotz seiner gigantischen Größe ist Godzilla nicht auffindbar. Und so begibt sich der japanische Wissenschaftler Serizawa, zunächst im Dienst seiner Heimat, dann im Auftrag einer Spezialeinheit der US-Streitkräfte, inmitten des Chaos auf die Suche nach dem „Monster“ und der Wahrheit.  Die Geschichte ist spannend erzählt, auch dank der zahlreichen Zeitsprünge. Action gibt es en masse, Erotik keine und auch die Rolle der Frauen sind komplett nebensächlich, was ich schade finde. Sehr cool ist das Auftauchen von General MacArthur mit Pfeife, wobei man nicht weiß, wer das größere Monster ist: MacArthur oder Godzilla.

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Das Buch enthält zudem eine Galerie mit ausgewählten Zeichnungen der beteiligten Comiczeichner. Und das waren bei dem Buch eine ganze Menge:  Yvel Guichet (Pacific Rim, Geschichten aus dem Jahr Null), Arthur Adams (Godzilla, Fantastic Four, Uncanny X-Men), Alan Quah (Rage, The Vampire Diaries), Lee Loughridge (Badman Adventures, Marvel Zombies Return)und Erc Battle (X-Men, Green Latern, Wonder Woman). Erice Battle ist ein amerikanischer Künstler der hauptsächlich amerikanische Comics illustriert, darunter die Comics von DC Comics und Marvel wie Spider-Man, Batman, The Flash, Green Arrow, Green Lantern und Wonder Woman. Seine Karriere begann bei Milestone Media mit der Serie Kobalt und führte damit die Arbeit von Arvell Jones weiter. Später begann er dann als Freiermitarbeiter bei DC Comics und Marvel zu arbeiten. Er arbeitete auch bei Die Plage von THE WALKING DEAD mit. Zu seinen weiteren Arbeiten zählt der Comic Godzilla – Das Erwachen. Das Cover wurde übrigens von Art Adams angefertigt.

 

eBooks: Neue Zahlen rund ums elektronische Buch

16. Oktober 2014

Die Frankfurter Buchmesse ist zu Ende und ich werde das Gefühl nicht los, dass die digitale Spaltung die Branche weiterhin durchzieht. Noch immer kenne ich Autoren, die Bücher veröffentlichen wollen, aber bitteschön nur auf Papier. Denn für sie ist ein Buch nur ein Buch, wenn es auf Papier gedruckt ist. Die Herrschaften sollten sich mit den aktuellen Zahlen beschäftigen, bevor sie diese aussichtlslose Schwarz-Weiß-Malerei weiter praktizieren. Ich muss für mich zugeben, dass mich der Inhalt/Content des Buches interessiert, nicht das Trägermaterial.

Was passiert derzeit? Amazon startete seine Bücherflat, genannt Kindle Unlimited. Für zehn Euro im Monat kann der Kindle-Leser aus mehr als 650.000 Kindle-Bücher auswählen und lesen, lesen, lesen. Natürlich sind die Neuerscheinungen aus den Bücherbestenlisten nicht enthalten, aber für Leseratte eine sehr interessante Möglichkeit viel neues zu entdecken. Im Bestand sind sehr viele englische Bücher. Es können übrigens bis zu zehn Bücher gleichzeitig ausgeliehen werden. Gleichzeitig gibt es bei Amazon die nächste Generation von Lesegeräte Kindle Voyage.

kindle

Aber wie sehen die neuen Zahlen aus? Fast jeder vierte (24 Prozent) Bundesbürger liest elektronische Bücher. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM unter 2.300 Personen hervor. Im Vorjahr lag der Anteil der eBook-Leser noch bei 21 Prozent. Da nur drei Viertel aller Deutschen Bücher lesen, liegt der Anteil der E-Book-Nutzer an der Bücher lesenden Bevölkerung sogar bei 33 Prozent (Vorjahr: 29 Prozent). „E-Books haben sich als feste Größe im digitalen Medienmix etabliert“, sagte BITKOM-Präsidiumsmitglied Dr. Christian Illek. „Immer mehr Leser schätzen die Vorteile digitaler Literatur.“ Neben dem großen Angebot an verfügbaren Titeln zählen dazu die interaktiven Funktionen von eBooks. IE-Book-Leser haben jederzeit Zugriff auf zahllose Bücher, erhalten Zusatzinformationen zum Text und können ihre Leseerfahrungen im Internet mit anderen teilen. Die Studie zeige, dass immer mehr Nutzer ihre digitalen Bücher auf mehreren Geräten parallel lesen. Darüber hinaus etablierten sich alternative Nutzungsmodelle wie monatliche eBooks-Flatrates. Amazon Kindle Unlimited lässt grüßen.

Nach den Ergebnissen der Umfrage sind E-Books über die verschiedenen Altersgruppen hinweg gleichermaßen beliebt. 31 Prozent aller 14- bis 29-Jährigen und 30 Prozent der 30- bis 49-Jährigen lesen eBooks. Unter den 50- bis 64-Jährigen sind es 27 Prozent. Erst in der Altersgruppe ab 65 Jahren liegt die Nutzung mit 10 Prozent deutlich niedriger. Fast ein Drittel (32 Prozent) der Nicht-Nutzer von eBooks kann sich vorstellen, in Zukunft digitale Bücher zu lesen. „Das Marktpotenzial von eBooks ist gewaltig“, betonte Illek. Dazu trage auch die wachsende Gerätebasis bei. Nach BITKOM-Prognosen werden im laufenden Jahr 9,2 Millionen Tablet Computer (plus 15 Prozent) und 1,2 Millionen reine E-Reader (plus 12 Prozent) verkauft.

Allerdings sind die am weitesten verbreiteten Lesegeräte immer noch Laptops bzw. Netbooks, die 56 Prozent der eBooks-Nutzer verwenden. 44 Prozent lesen eBooks auf dem Smartphone und 32 Prozent auf einem stationären Computer. 30 Prozent der befragten eBooks-Nutzer lesen auf dem Tablet Computer und 27 Prozent mit dem E-Reader. „eBooks-Leser sind nicht auf ein Gerät festgelegt. Ein Fünftel liest parallel auf unterschiedlichen Geräten wie Tablet, Smartphone und eReader“, sagte Illek. Die Synchronisierung erfolgt durch die Speicherung der Bücher in der Cloud, die dann entweder direkt auf dem eReader oder über spezielle Apps auf Smartphones und Tablets abgerufen werden können. Damit haben Nutzer an jedem Ort mit Internetzugang Zugriff auf ihre Bücher.

Die beliebteste technische Funktion von eBooks ist das digitale Lesezeichen. Gut zwei Drittel (69 Prozent) der befragten E-Book-Leser nutzen sie. Gleichauf liegt mit 68 Prozent die Veränderung der Schrift: Größe, Zeilenabstand oder Schrifttyp können angepasst werden. Ein gutes Drittel (38 Prozent) verwendet die Stichwortsuche, ein Viertel (26 Prozent) macht sich Notizen und ein Fünftel markiert Textstellen. 17 Prozent nutzen die Übersetzungsfunktion. Illek: „eBooks bieten hier einen echten Mehrwert gegenüber gedruckten Büchern.“

Die wichtigsten Bezugsquellen für eBooks sind mit 63 Prozent Online-Buchshops wie Amazon, Buch.de, Ebook.de oder Thalia.de. Gut ein Viertel (27 Prozent) der Befragten kauft Bücher in den vorinstallierten Shops der Lesegeräte. Immerhin 14 Prozent kaufen direkt bei den Autoren und 9 Prozent auf den Webseiten der Buchverlage. Immer mehr Autoren und Verlage erkennen die Chancen des Internets für die Selbstvermarktung und den Direktverkauf. 15 Prozent der Befragten sagen, dass sie kein Geld für eBooks ausgeben.

Neben dem Erwerb einzelner eBooks etablieren sich alternative Formen der Nutzung. Insbesondere das Ausleihen digitaler Bücher entwickelt sich zu einem wichtigen Trend. Ein Viertel der Befragten leiht eBooks über öffentliche Bibliotheken aus. Im vergangenen Jahr waren es erst 17 Prozent. Das Ausleihen bei kommerziellen Anbietern wächst leicht auf 16 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent). Entsprechende Dienste bieten monatliche Pauschaltarife für die Nutzung einer bestimmten Anzahl von eBooks. 25 Prozent der eBook-Nutzer lesen frei verfügbare elektronische Bücher, zum Beispiel aus dem „Project Gutenberg“ – im Vorjahr waren es erst 15 Prozent. 6 Prozent zahlen pro Seite, was vor allem bei wissenschaftlichen Publikationen von Bedeutung ist. In der Summe nutzt gut die Hälfte (52 Prozent) der eBook-Leser Alternativen zum Kauf einzelner Dateien.

Ein Viertel (26 Prozent) der eBooks-Nutzer teilt Leseerfahrungen im Internet mit anderen. Mit Abstand am beliebtesten ist das Schreiben von Rezensionen in Online-Shops: 14 Prozent der Leser machen davon Gebrauch. Immerhin 8 Prozent nutzen Apps, mit denen man Textstellen markieren und diese mit anderen teilen kann. Weitere 3 Prozent machen das freihändig, in dem sie den Text kopieren und die Inhalte zum Beispiel in sozialen Netzwerken teilen.

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Avatare lassen für deutsche Gehörlose das Internet sprechen

14. Oktober 2014
Saarbrücker Informatiker entwickeln ein Verfahren, bei dem Avatare Inhalte in Gebärdensprache wiedergeben sollen. Die Forscher arbeiten dabei mit Peter Schaar (im Bild) zusammen. Der Gehörlose ist Dozent für Gebärdensprache. Foto: AG Heloir

Saarbrücker Informatiker entwickeln ein Verfahren, bei dem Avatare Inhalte in Gebärdensprache wiedergeben sollen. Die Forscher arbeiten dabei mit Peter Schaar (im Bild) zusammen. Der Gehörlose ist Dozent für Gebärdensprache. Foto: AG Heloir

Das Internet eröffnet neue Welten – für alle. Ich selbst habe ein Augenleiden und ich diktiere viele meiner Texte via Siri. Ich kenne Blinde, die das Netz nutzen und auch Rollstuhlfahrer haben durch das Netz neue Möglichkeiten. Ich gebe oft Seminare für Behindertenorganisationen, Elternorganisationen für Behinderte und in Bayern für Bezirke. Im Moment bin ich auf ein interessantes Projekt für Gehörlose gestoßen.
Ich glaube, dass es für Gehörlose schwer ist, eine Sprache zu erlernen, die auf Lauten beruht, die sie nicht hören können. Daher hat ein Großteil von ihnen wohl Schwierigkeiten mit der Schriftsprache und damit, Texte zu lesen und zu verstehen. So bleiben ihnen auch die Inhalte der meisten Webseiten verschlossen. Das wollen Saarbrücker Informatiker mit einem Verfahren ändern, bei dem künstliche Online-Charaktere Inhalte in Gebärdensprache wiedergeben. Langfristig sollen Gehörlose die aus handelsüblichen Geräten bestehende Technik selber nutzen, um sich per Online-Plattform mittels Gebärdensprache auszutauschen.
Gebärdensprache wurde erst sehr spät, in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als Sprache anerkannt. Wie die gesprochene Sprache auch hat sie sich aus unterschiedlichen Kulturen heraus entwickelt. So gibt es in jedem Land eine eigene Gebärdensprache mit vielen Dialekten, die auf anderen Regeln als die gesprochene Sprache basiert. In Deutschland lernen Gehörlose als Muttersprache die Deutsche Gebärdensprache. Für sie ist schwer, das gesprochene Deutsch als zweite Sprache zu lernen. Daher haben Gehörlose in Deutschland nach dem Schulabschluss Schwierigkeiten, Texte zu lesen und zu verstehen. Auch wenn auf einigen Webseiten Filme existieren, in denen Gebärdensprachdolmetscher Texte übersetzen, bleiben den Gehörlosen dennoch etliche Inhalte des Internets verschlossen. Um Gehörlose schnell an Orten zu informieren, an denen es keine Dolmetscher gibt, arbeiten Forscher an neuartigen Verfahren, Inhalte bereitzustellen. Ein Ansatz: Avatare. Die künstlichen Charaktere könnten etwa bei Ansagen am Bahnhof oder auf Webseiten zum Einsatz kommen.
„Wir haben bereits erste Erfahrungen mit Avataren gesammelt“, erklärt Alexis Heloir, der am Exzellenzcluster „Multimodal Computing and Interaction“ die Nachwuchsgruppe „Sign Language Synthesis and Interaction“ leitet und am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz forscht. „Wenn wir versuchen, sie wie Menschen zu animieren, haben Gehörlose Probleme sie zu verstehen.“ Der Forscher vermutet, dass es an der Vielfalt der emotionalen Ausdrucksformen liege, die bei Menschen doch größer sei als bei Avataren. Um dieses Problem zu umgehen, erschaffen die Saarbrücker Informatiker um Alexis Heloir und Fabrizio Nunnari Avatare, die in übertriebener Art artikulieren. Dabei arbeiten sie eng mit Peter Schaar zusammen. Der Gehörlose ist als Dozent für Deutsche Gebärdensprache am Sprachenzentrum der Saar-Uni und der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken tätig.
„Unsere Technik soll relativ preiswert und einfach zu bedienen sein, damit sie jeder Gehörlose nutzen kann“, sagt Fabrizio Nunnari. Um die Bewegungen des Gehörlosen zu erfassen, setzen die Wissenschaftler daher auf kostengünstige Kameras und Sensoren, mit denen Jugendliche bereits Videospiele steuern. Ein Rechenverfahren überträgt die Bewegungen des kompletten Körpers auf den Avatar. Langfristig möchten die Forscher mit diesem Verfahren auch eine Sammlung an kurzen Gebärdensprach-Sequenzen erstellen, mit denen Gehörlose auf einer Online-Plattform ihre eigenen animierten Charaktere erschaffen können, um sich im Netz auszutauschen.