Archive for the ‘Film’ Category

Persönlicher Nachruf auf George R. Romero

17. Juli 2017
George R. Romero ist tot und ich mache einen Nachruf.

George R. Romero ist tot und ich mache einen Nachruf.

Ein großartiger Filmemacher war George R. Romero für mich nicht gewesen, aber er war ein verdammt wichtiger Filmemacher. Er spielte nie in der Liga eines Kubrick, Spielberg oder Hitchcock. Und doch: Ohne ihn gäbe es keine filmische Aufarbeitung der US-amerikanischen Rassenfrage im Horrorfilm. Und wenn Romero nicht gewesen wäre, dann hätten wir keine Konsumkritik in den Siebzigern und Achtzigern führen können. Seine Filme waren einen Szenepublikum vorbehalten, das treu dem Meister zur Seite stand und immer wieder in seine Filme ging. Das breite Publikum erreichte er nicht.
George R. Romero sorgte dafür, dass der Horrorfilm blutig wurde. Was schreibe ich blutig? Er war der Wegweiser des Splatter- des Gore-Filmes. In seinen Filmen ging es richtig zur Sache: Da zerplatzen Köpfe, Gliedmaßen wurden abgetrennt, Augen quollen heraus – ach ja, ohne George R. Romero hätte es die Gewaltdebatte im Videofilm nicht gegeben und die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (wie die Behörde damals hieß) hätte weniger zu tun gehabt. Nach George R. Romero folgten die italienischen Vertreter des Genres, allen voran Lucio Fulci, die uns ihre preiswertere Version der Zombie-Saga erzählten wollten und Kasse machten.
Ohne George R. Romero hätte es fernsehtauglichen Zombie-Versionen nicht gegeben. Die Brutalität von Walking Dead ist um ein vielfaches höher als bei Dawn of the Dead und dennoch waren George R. Romeros Filme immer wieder ein Opfer der Zensur. Es wurde geschnitten und verstümmelt. Ich besorgte mir Schnittberichte und verglich Laufzeiten. Es war ein Aufwand, die Originalversionen zu erhalten. Es war immer schwer, an seine Filme in einer umgeschnittenen Version heranzukommen. Es gab und gibt gute Bezugsquellen in Österreich, die ich nutze. Mein erster Kontakt zu George R. Romero war eine Laserdisc von Dawn of the Dead von 1978, die ein Kumpel anschleppte. Im Kino hatte ich Dawn of the Dead nicht gesehen. Ich stand zwar vor dem Kinoplakat vor dem Capitol-Kino meiner Heimatstadt Fürstenfeldbruck mit der theatralischen Aufschrift „Wenn in der Hölle kein Platz mehr ist, dann kommen sie zurück auf die Erde.“ Das reizte mich schon. Aber ich war zu jung, die Kontrollen waren zu streng und das Internet gab es noch nicht. Der erste Romero-Film für mich war übrigens Crazies, den ich als 16 mm-Kopie in einem Filmclub sah. Noch ganz ohne Zombies, aber mit einem guten Thema der Umweltzerstörung und die Folgen auf eine Kleinstadt.
Im Laufe der Jahre schaute ich mir all seine Living-Dead-Filme an. 1985 „Zombie 2“ („Day of the Dead“); 2005 „Land of the Dead“; 2007 „Diary of the Dead“; und 2009 „Survival of the Dead“. Der Reiz an Gore-Effekten ließ nach und ich interessierte mich mehr für die Inhalte. Und da erkannte ich für mich, welch guter Film Die Nacht der lebenden Toten ist. Preiswert in schwarzweiß gedreht ging der Film dem Zuschauer an die Nerven und griff eine Diskussion über Rassismus auf. Kein Wunder, dass die Nacht der lebenden Toten heute als Kunst gilt und in das Museum of Modern Art wanderte.
George Romero starb im Alter von 77 Jahren an den Folgen einer kurzen, aber schweren Lungenkrebserkrankung.

Harry Potter wird 20 Jahre – und ich hab ihn bis dato nicht gelesen

26. Juni 2017

Heute vor 20 Jahren erschien in Großbritannien der erste Band von Harry Potter. 20 Jahre ist das nun her und Harry Potter löste eine Begeisterung fürs Lesen und Fantasy aus – und lässt mich auch nach 20 Jahren völlig kalt.

Mit Zauberstab und der Karte des Herumtreibers ausgestattet.

Mit Zauberstab und der Karte des Herumtreibers ausgestattet.

Ja, ich bin kein Fan von Harry Potter. Ich hab die Faszination um den Zauberlehrling einfach verpasst. Mich hat der Virus von Joanne K. Rowling nicht erfasst. Meine Familie ist dagegen voller Potter-Fans, ich bin irgendwie gegen diesen Zauber immun. Das soll nicht heißen, dass ich die Begeisterung um das Phänomen Harry Potter nicht teilen kann. Ich habe einfach nicht von der Droge Harry Potter gekostet, freue mich aber über den Erfolg der Figur. 500 Exemplare druckte der britischen Bloomsbury-Verlag vom Erstlingswerk Harry Potter und der Stein der Weisen. Und dann wirkt der Zauber. Harry Potter entwickelte sich zum Renner in den Buchläden und brachte Kinder (und Erwachsene) scharenweise zum Lesen. Es ist stark, dass so ein Buch so eine Faszination auslösen konnte.
Meine Frau und später meine Kinder waren, sind und bleiben Potter-Fans. Wir haben die Bücher, eBooks und ganz beliebt die animierten iBooks von Apple und Filme. Wir haben Umhänge, verschiedene Zauberstäbe, Bücher mit Zaubersprüchen, mehrere Quiz-Varianten und ich glaube sogar, dass meine Gattin einen Besen Feuerblitz Nimbus 2000 besitzt – zumindest blitzen ihre Augen, wenn sie einen bestimmten Besen aus der Garage in ihren Hand hält.
Wir besuchten Harry Potter-Lesepartys in Büchereien und Buchhandlungen. Ich genoss eine Ausstellung, ich fieberte mit der Familie der Auslieferung eines neuen Potter-Buches entgegen. Einmal organisierte Amazon eine Nachauslieferung und der Paketbote kam gegen 2 Uhr morgens und brachte das ersehnte Harry Potter-Buch. So etwas gefällt mir – fetter Hype und richtig Rock’n Roll. Die Ideen von Joanne K. Rowling sind wirklich wunderschön. Nachdem ich viele Verwaltungsschulungen durchführe mag ich natürlich das Zauberministerium, als Bahnfahrer liebe ich den Hogwarts-Express samt Gleis Neundreiviertel und als Journalist verehre ich den Tagespropheten als Vorbild für ePaper.
Ab und zu lese ich Sekundärliteratur über Harry Potter, um bei meinen Kindern zu punkten. Dabei ist es toll, wie die Autorin mit den verschiedenen literarischen Genren spielt: Krimi, Jugend, Fantasy, Internatsliteratur – das Wechseln der Erzählformen. So eine Besserwisserei von mir macht bei meinen Kindern Eindruck.

Harry Potter im Kino und Blu ray
Weil ich zu faul war, die Bücher zu lesen, habe ich mir die Filme angesehen. Die meisten davon im Kino, alle immer wieder auf Blu ray. Ich überlege, ob ich das Potter-Schloss als Blu ray-Box kaufen soll. Meine Kinder K1/2 entwickelten sich zu Potter-Experten und schauen sich die Filme immer wieder gerne an. Sie sprechen die Dialoge mit, fachsimpeln, klatschen und freuen sich. Ich erkenne mich in meinen Kindern. Was Harry Potter für sie ist, ist die klassische Trilogie von Star Wars für mich: Einfach nur Kult. Nicht verraten: Die Potter-Filme fand ich ganz okay, aber auch nicht mehr. Aber das geht vielen Leuten mit Star Wars und Star Trek ebenso – also will ich nicht darüber urteilen.

Harry Potter Soundtracks
Allerdings mag ich den Score der Harry Potter-Filme. Ich besitze alle Soundtracks, einige davon in Extendet Version. Die Preise für diese Teile sind explodiert, ich hatte sie damals als Komplettierung meiner Soundtrack-Sammlung gekauft.
Die ersten drei Teile Harry Potter und der Stein der Weisen, Harry Potter und die Kammer des Schreckens und Harry Potter und der Gefangene von Askaban wurden komponiert von Altmeister John Williams und sind über jeden Zweifel erhaben. Teil 4 Harry Potter und der Feuerkelch wurde von Patrick Doyle beigesteuert und dann folgten zwei Soundtracks von Nicholas Hooper Harry Potter und der Orden des Phönix und Harry Potter And The Half-Blood Prince. Den Score für die letzten beiden Potter-Filme steuerte der Franzose Alexandre Desplat bei. Diese Musik ist wirklich großartig.

Harry Potter als Videospiel
Ab und zu spielen wir Videospiele rund um Harry Potter. Die beiden Lego-Spiele finde ich – wie die meisten Lego-Spiele – großartig umgesetzt. Interessant ist, dass meine beiden jugendlichen Potter-Fans K1/2 diese Spieleumsetzung Lego Harry Potter Collection eher langweilig finden. Sie greifen dann doch lieber zu Star Wars, Batman und Indiana Jones. Und auch das Lego-Spielzeug von Harry Potter kommt nicht so gut an, wie ich gedacht habe. Die Figur des Rubeus Hagrid habe ich mal geschenkt bekommen als ich über ein Lego-Fußballstadium berichtete. Rubeus Hagrid war damals Brasilienfan – zumindest hatte die Figur Rubeus Hagrid eine brasilianische Fahne in der Hand. Die Figur steht heute auf meinem Schreibtisch, aber die restlichen Harry Potter-Bausätze lockten meine Kinder nicht. Wir bleiben in der Lego Star Wars-Welt – ohne Harry Potter.
Ich plane als nächstes mit K1/2 den Besuch der Harry Potter-Filmstudios in London. Das geht sicherlich ins Geld, aber den Spaß gönne ich mir. Mal sehen, ob die Gattin uns begleitet. Und wenn es wirklich klappt, dann verspreche ich nach 20 Jahren des Erscheinens des ersten Harry Potter-Buches die Buchreihe durchzulesen. Es gehört doch irgendwie zur Populärkultur dazu.

Vielen Dank Sir Roger Moore – persönliche Erinnerungen

24. Mai 2017

Einer meiner ersten Autowünsche war klar. Ich wollte einen weißen Lotus Esprit. Den hatte ich im Kino gesehen und der konnte sogar tauchen. Genau so ein Auto wollte ich mal haben, wenn ich groß bin. Das war wohl meine erste Erinnerung an James Bond 007, der schnittige Flitzer aus „Der Spion, der mich liebte.“ Das war wohl der erste Bond-Film, den ich im Kino sah und der James Bond-Darsteller meiner Kindheit war Roger Moore.

Über Twitter erfuhr ich vom Tod von Roger Moore.

Über Twitter erfuhr ich vom Tod von Roger Moore.

Jetzt ist Sir Roger im Kreise seiner Familie an Krebs gestorben und gerne erinnere ich mich an diesen Darsteller in seinen vielen, vielen Rollen. Im Laufe der Zeit wurde Sean Connery zu meinem Lieblingsbond, weil er mehr Härte und Ernsthaftigkeit zeigte. Während Connery mein Adrenalin hervorbrachte, sprach Moore mein Herz und Humor an. Sein James Bond hatte immer einen Funken Humor, ohne lächerlich zu sein. Seine Darstellung als Agent 007 sprach etwas in mir an: Ich entdeckte schöne Frauen, schöne Orte, schöne Autos – Luxus, der eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen prägte. Von meinen Eltern bekam ich den Lotus als Spielzeug und als Moonraker ins Kino kam, gehörte der Weltraum ab sofort 007. Nach dem Erfolg von Star Wars musste Bond auch im All für Ordnung schaffen. Ich weiß noch, dass ich nach dem Kinobesuch ein Moonraker-Shuttle von meinen Eltern als Spielzeug bekam. Das Shuttle liegt noch irgendwo im Keller, den Lotus habe ich später gegen einen Aston Martin DB 6 aus Goldfinger eingetaucht.
Ich mochte Bond und ich mag Bond – mehr als die Testosterongesteuerten Kinohelden von heute.
Roger Moore war aber auch Lord Brett Sinclair. Zusammen mit Tony Curtain Curtis als „die 2“ oder „die Zwei“ zeigte er in der Synchronisation des genialen Rainer Brandt wie ein TV-Gassenhauer aussehen kann. Als ich die Serie später im englischen Original sah, fehlte der Witz. Mit Roger Moore wuchs ich auf. Ich sah im Kino die verstörenden Kriegsfilme „die Wildgänse kommen“ und „Die Seewölfe kommen“, aber richtig auf den Arm nahm sich Roger Moore bei dem Film „Auf dem Highway ist die Hölle los“. Unsere Klasse ging damals geschlossen ins Kino und mir hatte der Film so gut gefallen, dass ich das gemeinsame anschließende Eisessen ausfallen ließ und mir nochmals eine Kinokarte kaufte. Es war vor allem Roger Moore, der mir in den Klamauk-Film gefiel. Mitte der achtziger Jahre sah ich dann in „Das nackte Gesicht“ einen anderen Roger Moore, einen verängstigten Roger Moore in der Rolle eines hilflosen Psychiaters – was für ein wandlungsvoller Schauspieler.
Leider bin ich dem Schauspieler und dem späteren UN-Sonderbotschafter persönlich nie begegnet, aber dennoch hatte ich irgendwie das Gefühl Roger Moore zu kennen. Das ist natürlich Blödsinn, aber Moore begleitete mich durch meine Kindheit und sorgte immer für Humor. Und immer wieder beschäftigte mich die Frage: Was ist der beste Bond-Film mit Roger Moore? Es ist wohl für mich „Der Spion, der mich liebte“, knapp gefolgt von „In tödlicher Mission“. Und bei euch? Und ich verrate euch ein Geheimnis: Ich fahre weder einen Lotus Esprit oder Aston Martin DB6.
Vielen Dank Sir Roger Moore, ich werde Sie nie vergessen.

Mond-Rover aus Deutschland in Alien Covenant

19. Mai 2017
Im Film Alien Convenant ist der Mond-Rover aus Deutschland im Einsatz.

Im Film Alien Convenant ist der Mond-Rover aus Deutschland im Einsatz.

Als ich den neuen Alien-Film Alien Covenant genoss, lachte ich einmal richtig laut im Kino auf. Nicht, weil der Film humorvoll oder gar lächerlich ist – auf kein Fall. Ich lachte auf, weil ich in einer Szene etwas entdeckte, das mir sehr viel Freude machte. Ich hab übrigens über den Film hier gebloggt.
Ich lachte über den Rover im Film. Es war der Rover, der aus dem Raumschiff rollte und die Oberfläche des fremden Alien-Planeten erkunden sollte. Und eben diesen Rover hatte ich vor einer Woche live in Berlin auf der re:publica rp17 erlebt. Robert Böhme von Part-Time Scientists hielt einen Vortrag über das deutsche Raumschiff, das 2018 zum Mond aufbrechen wird und dort mit zwei Rover die Mondoberfläche erkunden wird – genau an der Stelle wo Apollo 11 gelandet ist. Ich werde über das Projekt noch ausführlicher bloggen, weil es mich total fasziniert und ich dabei sein möchte.

Der Rover heißt Audi Lunar Quattro und ich hatte schon mal über dieses interessante Stück Technik gebloggt. Die Landefähre mit dem Audi lunar quattro soll bis 2018 an Bord einer SpaceX-Trägerrakete ins All starten und mehr als 380.000 Kilometer bis zum Mond zurücklegen. Etwa fünf Tage wird die Reise dauern. Das Ziel-Landegebiet liegt nördlich des Mond-Äquators in der Nähe der Landestelle der letzten bemannten NASA-Mondmission Apollo 17 im Jahr 1972. Hier gibt es extreme Temperaturschwankungen von bis zu 300 Grad Celsius.

In verschiedenen Test-Schleifen, die unter anderem in den österreichischen Alpen und auf Teneriffa stattfanden, haben die Part-Time Scientists ihr Mondfahrzeug entwickelt, das in weiten Teilen aus Aluminum besteht. Der Audi Lunar Quattro besteht zu 85 Prozent aus Aluminiumbauteilen, die von Audi in den Metall-3D-Druckanlagen in Ingolstadt produziert wurden. Ein verstellbares Solarpanel fängt das Sonnenlicht auf und leitet es in eine Lithium-Ionen-Batterie. Sie speist vier Radnabenmotoren. Ein Kopf an der Front des Fahrzeugs trägt stereoskopische Kameras sowie eine wissenschaftliche Kamera zur Materialuntersuchung. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit beträgt 3,6 km/h. Viel wichtiger auf der holprigen Mond-Oberfläche sind jedoch die Offroad-Eigenschaften und die Fähigkeit zur sicheren Orientierung.

Ich habe mit Robert Böhme gesprochen. Toller Typ.

Ich habe mit Robert Böhme gesprochen. Toller Typ.

Die Integration des Audi Lunar Quattro in den Film Alien Covenant war Teil einer Kooperation zwischen der Produktionsgesellschaft 20th Century Fox und Audi. Ich habe mich auf jeden Fall sehr darüber gefreut.

Filmtipp: Alien Covenant

18. Mai 2017
Mir hat Alien Convenant sehr viel Spaß gemacht.

Mir hat Alien Covenant sehr viel Spaß gemacht.

Ridley Scott, der alte Recke, kann es noch immer. Mit Alien Covenant legte er einen neuen eindrucksvollen Teil seiner Alien-Reihe vor und knüpfte damit direkt an Prometheus an. Gleich vorweg: Mir hat Alien Covenant sehr gut gefallen, aber das war nicht bei allen Zuschauern bei meinem Kinobesuch im Scala Fürstenfeldbruck der Fall. Da hatten sich einige der männlichen Kinobesucher mehr Action erwartet. Nun Action war in Alien Covenant vorhanden, aber es war auch Tiefe vorhanden. Eine Vielzahl von Kinozuschauern war von den literarischen Zitaten von Lord Byron und Mary Shelly schlichtweg überfordert und konnten Ridley Scott auf seiner Suche nicht folgen. Für diese Zuschauer war Alien Covenant eher anstrengend. Wie sagte mein Nachbar im Kino: „Zuviel Gequatsche!“

Aussteller im Kino Scala FFB

Aussteller im Kino Scala FFB

Wer aber Fan der Alien-Filme ist und sich auf eine Weiterführung von Prometheus einlassen will, der freut sich über die Handlung und die Begegnung mit dem Außerirdischen. Der Xenomorph hat sich inzwischen zur Biowaffe verändert und die Diskussion um Menschlichkeit, wie sie bereits in Ghost in the Shell geführt wurde, wird in Alien Covenant weitergeführt. Natürlich ist der flinke und höchst aggressive Neomorph der eigentliche Held, sei es als Maske oder CGI. Ich freute mich, als das Alien erstmals in voller Größe erschien. Es war wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Aus dem Xenomorph wurde ein weiterentwickelter Neomorph. Scott hat so viele Erinnerungen an sein Erstlingswerks eingebaut: Die geheimnisvollen Eier, das Herausbrechen aus dem Magen, das Signal von einem fernen Planeten und, und, und. Und es gibt eine Hommage an den großartigen H.R. Giger, dem Schöpfer des Aliens. Seine Kunst der Biomechanik wurde von Ridley Scott aufgegriffen. Als Beispiel sei die Duschszene genannt – Sexualität kombiniert mit Obsessionen über das Eindringen von etwas absolut Fremden wurde hier genial in Szene gesetzt. Es gab auch ein Wiedersehen und einen Erklärungsansatz über mein Lieblingsraumschiff schlechthin. Das hufeisenförmige fremde Raumschiff taucht wieder im Film, wobei ich hier mich nicht 100prozentig identifizieren konnte. In meiner Fantasie war dieses Raumschiff ein biomechanisches, organisches Fluggerät. In Alien Covenant klingt es, als ob es aus Metall wäre. Die Raumfahrer stapfen durch das Raumschiff und das Echo klingt nach Metall. Das hat mich wirklich gestört, weil es nicht mit meiner Fantasie deckungsgleich ist. Dennoch: Das Setdesign ist schichtweg genial. Es passt einfach zusammen und Ridley Scott kann es einfach.
Zu Alien gehört auch ein Android, in unserem vorliegenden Film heißen sie Walter und David. Michael Fassbender ist hier in einer Doppelrolle zu sehen und es macht absolut Spaß, seinem Spiel beizuwohnen. Sicherlich die eindrucksvollste Szene ist das Flötenspiel, sehr intim und großartig gespielt. Diese Intimität wird nochmals aufgegriffen als es zum Kuss zwischen David und Walter kommt. Der Gotteskomplex wird immer wieder thematisiert.
Der Name Walter setzt sich aus den Wortstämmen walt- (althochdeutsch: waltan ‚herrschen‘) und Heer (althochdeutsch: heri ‚Kampfverband‘) zusammen. Das gibt schon einen Hinweis. Und die Anspielung zu Michelangelos David ist natürlich voll beabsichtigt, obwohl Ridley Scott in der Einführungsszene bewusst den Kopf der ersten Monumentalstatue der Hochrenaissance und bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte verbirgt. David nimmt den Kampf gegen den Riesen Goliath auf – vielleicht eine Analogie, dass der Android sich gegen seinen Schöpfer Mensch wendet. Und immer wieder kommt dazu der göttliche Richard Wagner. Zweimal kommt das Rheingold vor, der Einzug der Götter in Walhall, zu Beginn des Films als Klavierauszug und zum Ende der Films als Symbol der Zeitenwende. Sie prophezeit die Götterdämmerung, das Ende der Götter – das Ende des Gottes Mensch. Wer wie mein Sitznachbar im Kino Action erwartetet, bekam zum Ende Richard Wagner und reagierte verwirrt.
Ach ja, die Musik im Film. Der Score von Alien hatte Maßstäbe gesetzt: Soundtrack-Götter wie Jerry Goldsmith gaben in der Vergangenheit den Takt an. In Alien Covenant sollte es ursprünglich Harry Gregson-Williams sein. Es wäre interessant gewesen, wie er sein Thema von Der Marsianer – Rettet Mark Watney (The Martian) weiterentwickelt hätte. Er schied allerdings aus Termingründen aus und überließ die Musik Jed Kurzel, dem ich bisher nicht viel zutraute. Sein Assassin’s Creed war mir zu heftig. Im Film Alien Convenant passte sein Score allerdings sehr gut und in den nächsten Wochen wird der Score auf CD veröffentlich. Ich werde ihn dann ausführlich besprechen.

Catweazle ist tot – persönliche Gedanken an meine TV-Jugend

12. Mai 2017

Catweazle ist tot, naja eigentlich ist der Darsteller Geoffrey Bayldon verstorben. Als ich die Nachricht via Twitter bekam, dachte ich an eine schöne Jugendserie zurück. Wenn ich mehr darüber nachdenke, dann zeigte die Serie humorvoll den Zusammenprall von Kulturen. Was so witzig daherkommt, ist im Grunde ein ernste Herausforderung. Wie geht man mit Neuerungen in einer neuen Welt um?
Catweazle war für meine Eltern der pure Hippie. Ich fand den schrulligen, ziegenbärtigen Hexenmeister sehr sympathisch. Catweazle ist ein Zauberer aus dem Jahr 1066 und kommt via Zeitreise und Zaubertrank ins Großbritannien der Siebzigerjahre. Dort erlebt er allerhand turbulente Abendteuer, die vor allem aus dem Zusammenprall der Kulturen entstehen. Eine Glühbirne, genannt Elektrik-Trick, wird zum Wunder. Das Telefon ist ein Zauberknochen. Sein Zauberspruch war übrigens Salmei, Dalmei, Adomei.
Ich versuchte den Harry Potter meiner Jugend meinen Kindern zu vermitteln. Nun, die Kröte Kühlwalda kam gut an, nur Catweazle fiel komplett durch. Die TV-Serie der Siebzigerjahre passt einfach nicht mehr in die Neuzeit – zu langsam und auch die 16 mm-Aufnahme empfanden meine Kinder als störend und körnig. Aber das Zusammentreffen der Kulturen haben meine Kinder verstanden. Ich erklärte es ihnen mit meinen Eltern, die schon in die Jahre gekommen sind. Mein alter Vater reagiert auf den Sprachassistenten Alexa ebenso wie Catweazle. Für ihn ist das wie Zauberei. Nur, dass mein Vater keine Kröte dabei hat. Im Grunde fällt es Catweazle schwer, sich in die neue Zeit einzugewöhnen. Vieles ist neu und er versucht die Neuerungen mit den Erklärungen seiner Zeit zu verstehen.
Nun, ich werde mir die DVDs mit Geoffrey Bayldon wieder anschauen und mich an meine Jugend erinnern und daran denken, wie sich mein Vater in der heutigen Zeit fühlt.

May the Fourth – Star Wars Art: Ralph McQuarrie

4. Mai 2017

Zum heutigen Star Wars Feiertag habe ich mir etwas Besonderes geleistet. May the Force be with you – es ist der Tag der Tage für uns Star Wars Fans – schließlich ist May the Fourth be with you.
Heute erscheint die Blu ray von Star Wars Rogue One, aber viel wichtiger war für mich, dass ich eine der Bibel des Star Wars Universums in den Händen halten darf. Star Wars Art: Ralph McQuarrie – die legendäre Edition.
Im Grunde schuf Ralph McQuarrie den Look von Star Wars. George Lucas hat ihm enorm viel zu verdanken und Ralph McQuarrie ist einer der absoluten Helden im Star Wars Universum, obwohl ihn der klassische Zuschauer nicht kennen wird. Er ist der Mann auf den die Designs zurückgehen. Er ist der Mann, der an den Figuren gearbeitet hat. Er ist der Mann, den wir viel, viel zu verdanken haben. Leider ist er 2012 an Parkinson gestorben – was für ein Verlust.


Das Buch Star Wars Art: Ralph McQuarrie – die legendäre Edition umfasst zwei Bände in einem Schuber. Jeder Band hat sein eigenes Titelbild und ist voll mit Infos und Bildern, Skizzen und Entwürfen. 800 Seiten der helle Wahnsinn. Viele doppelseitige Fotos sind dabei und viel, viel Material zum Schmökern und Fachsimpeln. Das eine oder andere Bild hat man bereits gesehen, aber noch nie in dieser Komplexität.
Ralph McQuarrie hat so viel getan für Hollywood. Er arbeitete unter anderem für ET, Unheimliche Begegnung, Jäger des verlorenen Schatzes und und und er bekam den Oscar für Cocoon, aber für mich das Wichtigste: Er war der kreative Kopf hinter Star Wars. Seine Matte-Zeichnungen haben den Weg für CGI bereitet.
Am heutigen Star Wars-Feiertag mögen wir an Ralph McQuarrie denken und dankbar für diese Edition Star Wars Art: Ralph McQuarrie sein.

Hier das Unboxing des Werkes:

Buchtipp: The Art of Rogue One von Josh Kushins

29. April 2017
Ich mag die Art of-Bücher und natürlich auch Art of Rouge One.

Ich mag die Art of-Bücher und natürlich auch Art of Rouge One.

Ich liebe die Art of-Bücher, weil ich daran sehen kann, wie sich ein Film entwickelt und welche Ideen im Vorfeld aufkamen. Da es sich hier um Star Wars handelt, wird die Sache für mich um so interessanter, denn Fanboys wie ich werden Szene für Szene des Films analysieren. Das ist bei The Art of Rogue One nicht anders. Ich habe den Film mehrmals im Kino gesehen und mir jetzt auch auf Blu Ray bestellt.
Spekulationen und Interpretationen um diesen Film tauchten im Netz auf und auch mir fiel auf, dass Trailer und Film zum Teil sehr unterschiedlich sind und komplett andere Szenen enthalten. Nach der Veröffentlichung auf Blu Ray und DVD können wir Fans die Szenen Stück für Stück analysieren. Die Bestellung für den Datenträger ist freilich schon raus – am 4. Mai wird das Teil erscheinen.
Bis die Blu Ray Rogue One – A Star Wars Story bei mir eintrifft, schaute ich mir in das Buch The Art of Rogue One von Josh Kushins an. Am Wichtigsten war mir, wie das Buch das Quartier von Darth Vader auf Mustafa zeigt. Wird hier wirklich der Blick hinter die Kulissen gewagt? Ja – ich bin begeistert. Schon beim Aufschlagen der ersten Seite sehe ich den verstümmelten Körper von Vader, wie er aus der Nährflüssigkeit auftaucht. Für mich eine der besten Szenen im Film und auch im Buch. Und gleichzeitig kommt beim Durchblättern auch der Rückschlag: Der finale Kampf von Vader im Film kommt in diesem Buch nicht vor. Es endet mit der Schlacht auf dem Planeten. Hier bin ich enttäuscht. Ich hätte gerne das Storyboard gesehen, wie Vader unter den Rebellen wütet. Im Kino hatte diese Szene einen Applaus bekommen – im Art of Buch ist sie unter den Tisch gefallen. Das ist sehr, sehr schade. Noch dazu weil Regisseur Gareth Edwards einen kurzen Cameo-Auftritt hatte, den Hebel umlegte und das Sternenschiff von Leia wieder freigab. Obwohl es nur eine kleine Szene ist, ist die für die Geschichte von Star Wars enorm wichtig. Die Prinzessin flieht und gewinnt Zeit, um R2D2 mit den Daten des Todessterns zu füttern. Der Rest ist Filmgeschichte.


Mein Problem mit dem Film war das Wechseln der Schauplätze. Das ging für mich zu schnell und ich hatte manches Mal nicht die Zeit, mich in die Szenerie der Orte hineinzudenken. Diese Zeit kann ich mir jetzt beim Lesen des Buches nehmen. Denn es verdienten die unterschiedlichen Orte, die liebevoll gestaltet wurden. Das kann ich jetzt durch das Buch nachholen und entdecke Details, die ich später noch einmal mit dem Film auf Blu ray vergleichen werde. Wie schreibt Regisseur Gareth Edwards, dass er Angst hatte, das Buch zu beginnen, weil sich Story und Budget immer wieder änderten. Er selbst war ein kleines Kind von zwei Jahren, als Star Wars eine neue Hoffnung in die Kinos kam. Star Wars war für ihn immer da, immer ein Begleiter seines Lebens. Ich selbst sah Star Wars mit neun Jahren und ich kannte noch eine Welt vor Krieg der Sterne – ich denke, das macht viel aus. Die Verantwortung, die auf Gareth Edwards lastete, sie ist enorm. Nun, er hat seine Sache mit dem Film gut gemacht. Das Buch hätte dagegen mehr bringen dürfen wie die digitale Produktion von Leia oder Tarkin. Die CGI-Charaktere fehlen in diesem Buch komplett und damit ist es für mich kein vollwertiges Art of-Buch. Da hätte es mir nichts ausgemacht, wenn das Buch etwas nach dem Filmstart erschienen wäre und dafür Leia und Tarkin im Buch enthalten wären. Es sind in YouTube einige interessante Videos zu sehen, wie man die jugendliche Leia und den bösen Tarkin erschaffen hat.
Der Schwerpunkt des Buches liegt auf den Raumschiffen, Fahrzeugen und Raumschlachten. Personen und mit ihnen verbundene Uniformen/Klamotten und Waffen gibt es zwar auch, treten aber in den Hintergrund. Dieses Buch eignet sich kaum zum Schneidern der eigenen Star Wars-Kostüme, als vielmehr zum Bau der eigenen Raumflotte.
Es ist also wieder Zeit in das Star Wars Universum mit diesem Buch einzutauchen und das Feuer wieder zu entfachen. Schließlich kommt ja auch irgendwann der Dezember mit dem regulären Star Wars VIII Die letzten Jedi.

Filmtipp: Guardians of The Galaxy 2

24. April 2017
Auf Einladung von Disney durfte ich den neuen Guardians of The Galaxy 2 vorab sehen.

Auf Einladung von Disney durfte ich den neuen Guardians of The Galaxy 2 vorab sehen.

Was soll man über einen Film schreiben, bei dem einer Art Sascha Lobo, eine grüne Frau, ein Waschbär und ein Stück Holz die Hauptrollen spielen? Guardians of The Galaxy 2 ist purer Trash, bunter, knalliger Trash, der ohne große Logik funktioniert. Die wahren Helden des Films sind für mich Weta, Trixter, Scanline und Cat Stevens.
Als ich mich im Kinostuhl zurücklehnte, gab ich die Logik und die Ernsthaftigkeit bei der Kinokasse ab und dachte zurück an meine Jugend. Als ich in den Siebzigern und Achtzigern auf dem Sofa in meinem Zimmer lag, die Füße verbotenerweise an den Wänden hochsteckte, schreckliche Musik hörte und Superhelden-Comics las. Auch hier spielte die Logik keine Rolle. Die Action der Helden war klar, die Dialoge fanden in Plattitüden statt und am Ende stirbt ein treuer Gefährte – fast so wie bei Lassie.
Das Konzept von Disney funktioniert noch immer. Der Humor im zweiten Teil ist vorhanden – wird vor allem von Kurt -Carpenter- Russell sowie Sylvester Stallone sowie einem unvermeidlichen David Hasselhoff geprägt – und von einem Stück Holz namens Groot. Dieser Groot mit seinem begrenzten Wortschatz ist für mich die sympathische Figur des Films und hatte bei der Pressevorführung des Films den meisten Applaus. Bei einer frühen Testvorführung in den USA erreichte der zweite Teil des Superheldenabenteuers übrigens den besten Wert in der Geschichte der Marvel Studios.
Dabei hätte die Technik im Film einen größeren Applaus verdient. Es wird richtig geklotzt mit bunten und schrillen Effekten. Die Story des draufgängerischen Peter Quill alias Star Lord und seiner Truppe exzentrischer Helden tritt zeitweise hinter den großartigen Effekten zurück. Einige dieser Effekte stammen aus Deutschland von Scanline und Trixter.

Die deutsche Visual-Effects-Schmiede Trixter verbindet bereits seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit den Marvel Studios. Doch mit Guardians of The Galaxy 2 findet die Kooperation einen Höhepunkt – denn es ist nicht nur der größte Einzelauftrag, den der Visual-Effects- und Animationsspezialist mit seinen Büros in Berlin und München seit der Gründung vor 19 Jahren durch Simone Kraus und Michael Coldewey erhalten hat. Mit Rocket Raccoon und Baby Groot durfte sich Trixter auch den Helden aus dem Marvel Cinematic Universe annehmen! Hierfür hat ein Team aus fast 200 Animatoren sowie Künstlern für digitale Spezialeffekte und Bildbearbeitung in mehr als 300 Einstellungen die beiden Kultcharaktere zum Leben erweckt. Dazu ersetzten sie die zuvor real inszenierten Schauspieler in einigen Sequenzen und erschufen auch verschiedene Hintergründe, die im Film absolut real aussehen.

Michael Coldewey im Jahre 2009 bei einem Interview mit mir. Damals war Hollywood ein Traum.

Michael Coldewey im Jahre 2009 bei einem Interview mit mir. Damals war Hollywood ein Traum.

Animationsregisseurin Simone Kraus betreute den Dreh im amerikanischen Atlanta vor Ort und versammelte dabei die besten Animatoren um sich. Innerhalb eines Jahres wurde das originale Realbild mit den bei Trixter in Deutschland entstandenen Bildelementen nahtlos und unsichtbar zusammengefügt. „Ursprünglich war Trixter für Trickfilme gegründet worden. Dass wir nun an solch großen Hollywood-Blockbustern mitarbeiten dürfen, ist ein Traum. Und, dass James Gunn uns seine Lieblinge wie Baby Groot und Rocket anvertraut, ist für mich immer noch kaum zu glauben“, so Michael Coldewey.

Sehr nett aber für mich als Retro, welche Rolle ein Sony Walkman im digitalen Zeitalter spielt. Die Musik eines Mixtape „Awesome Mix #2“ gibt es den Takt und Rhythmus im Film vor, wobei ich wieder feststellte, wie viele schlechte Musik in den Siebzigern und Achtzigern veröffentlicht wurde. Nur weil es alt ist, ist es nicht gut. Also der Kauf des Soundtracks scheidet für mich aus, aber Musik ist Geschmacksache. Einen Schenkelklopfer hatte ich als Apple-Fanboy dann doch. Dass Disney nun noch den Microsoft Zune für den Walkman ins Spiel bringt, dürfte Apple als Disney-Aktionär nicht viel kratzen. Unter Steve Jobs hätte es Ärger gegeben. Der Held Peter Quill setzt einfach auf die falsche Technik.
Wem der erste Teil von Guardians of The Galaxy gefallen hat, muss sich Teil 2 auch ansehen. Der Regisseur James Gunn wurde nicht ausgewechselt und kann die Atmosphäre des Films vom Teil 1 in Teil 2 retten, wobei mir es jetzt etwas zu pathetisch zuging.

Comic-Vollversorgung und GotG-Trading Card-Kollektion
Guardians of The Galaxy wurde im Jahr 2014 zu einem Überraschungserfolg in den Kinos. Kaum einer hatte damit gerechnet, dass ein nahezu unbekanntes Heldenteam des Marvel-Universums einen der Blockbuster des Jahres landen könnte. Doch der Film, der mit viel Witz und Action aufwartete, zündete wie eine Rakete. In der Folge des Filmerfolges schnellten in den USA und hierzulande auch die Verkäufe der GotG-Comic-Reihe, sowie der begleitenden Serien – vor allem die der beiden Fan-Lieblinge, dem waschbärenähnlichen Rocket Raccoon und Groot, dem Baumwesen – in die Höhe und zählen seitdem zu den Top-Comics im Marvel-Portfolio von Panini. Auch meine Kinder K1 und K2 interessieren sich dafür. Panini hat sich auf den galaktischen Hype jedenfalls bestens vorbereitet und bietet den Fans die Comic-Vollversorgung und eine sensationelle GotG-Trading Card-Kollektion.
Für jüngere Fans, die nach dem Kinobesuch mehr von ihren Helden haben wollen, bietet Panini ab dem 25. April die Guardians of the Galaxy-Trading Card-Kollektion. Sie können mit der 125 Karten (inklusive 25 Spezialkarten) umfassenden Kollektion alle Helden, Schurken, Raumschiffe und die besten Szenen aus dem Film sammeln. Die hochwertigen Karten können überall im Handel in Tüten mit jeweils sechs Karten (Preis pro Tüte 1,50 Euro) erstanden werden. Das Starterset mit zwei Tüten, einer Limited Edition Card und dem Sammelordner gibt es zum Preis von 8,95 Euro. Ich hoffe allerdings nicht, dass K1/2 dies brauchen, gegen die Comics hätte ich allerdings nichts.

Filmtipp: Ghost in the Shell

21. April 2017
Für mich ein faszinierendes Stück Kino: Ghost in the Shell.

Für mich ein faszinierendes Stück Kino: Ghost in the Shell.

Ich hatte Angst vor der Verfilmung. Ich hatte wirklich Angst, dass Hollywood diesen Klassiker versauen würde. Ich hatte so viele Gedanken zu diesem Werk im Kopf. Und ich wurde Gott sei Dank enttäuscht: Ghost in the Shell ist ein ästhetisch beeindruckender Film geworden. Er ist nicht perfekt, aber er ist gut geworden.
Was hatte ich alles erwartet? Nach der eindrucksvollen Animie-Verfilmung von 1995 des legendären Mangas von Masamune Shirow hatte ich riesige Erwartungen. Im Grunde wünschte ich mir sehnsüchtig eine Art Blade Runner des 21. Jahrhunderts. Der Film von Ridley Scott war so wichtig für die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts und prägte meine Generation. An nicht weniger als an Blade Runner wollte ich Ghost in the Shell messen, denn das Thema der Menschlichkeit ist in der heutigen Zeit aktueller denn je. Nun, dieses Ziel hat der Film nicht erreicht, aber dennoch ist er für mich stilprägend. Die Story ist prima und die optischen Effekten sind einfach sagenhaft.
Im Grunde hatte der Realfilm seine stärkste Wirkung, wenn er sich nahe an die Animie-Verfilmung von Mamoru Oshii hält. Regisseur Rupert Sanders kopiert in vielen Einstellungen den Zeichentrick und wird schwächer, wenn er eigene Wege geht. Schon die Erschaffung von Major entspricht fast 1:1 der Zeichentrick-Vorlage. Im Kino blieb mir die Spucke weg, denn bevor ich abends mir den Spielfilm angesehen hatte, schaute ich mir am Nachmittag nochmals das Animie an. Bild für Bild übernahm der Spielfilm die Animie-Vorlage.

Ich war sehr skeptisch bei der Umsetzung.

Ich war sehr skeptisch bei der Umsetzung.

Kritik gab es, dass Scarlett Johansson die Hauptrolle spielte. Es wäre an der Zeit gewesen, dass Hollywood auf japanische Darsteller setzt. Mir ist das egal. Frau Johansson spielt prima, etwas besser hat sie mir als Alien in Under the Skin gefallen.
Der Film ist wunderschön geworden, die Bilder sind atemberaubend und sie sind kalt. So stelle ich mir eine Cyberzukunft vor und es ist eine eindrucksvolle Weiterentwicklung der Welt von Blade Runner. Freilich hat die Storyumsetzung ihre Schwächen – und das werfe ich dem Film vor. Dieser Film geht um Seele, um das Menschsein an sich und ist im Grunde ein seelenloser Film geworden. Das ist traurig, denn das Animie von 1995 hatte diesen Spirit noch. Es handelt sich um einen Ghost oder eine Lebensform, die im Netzwerk lebt. Künstliche Intelligenz als Lebensform – eine interessante gesellschaftliche Diskussion wird dadurch möglich. Ghost in the Shell hätte den Weg zu dieser Diskussion bereiten können.


Ein Wort noch zur Musik. Ich kannte ja den wunderbaren Score Ghost In The Shell von Kenji Kawai und dachte, es könne nicht besser werden. Doch der Score von Clint Mansell ist der absolute Wahnsinn. Ich habe ihn bisher nur im Film hören können. Leider, leider konnte ich die CD bis heute noch nicht in den Händen halten. Mir ist es noch nicht gelungen, ein Exemplar zu kaufen.