Was hat Edgar Wallace mit King Kong zu tun? Der berühmte Autor schuf nicht nur britische Krimis wie der Schwarze Abt, der grüne Bogenschütze und allerlei Kriminalliteratur, sondern er hatte die Grundidee zu King Kong. Als Filmfan mag in den Affen im Film: Natürlich angefangen mit King Kong und die weiße Frau von 1933, dann King Kong von 1976, später King Kong von Peter Jackson und zuletzt Kong: Skull Island. Und ich mag die japanischen Godzilla-Filme und es kommt ja 2020 auf das Zusammentreffen von Kong und Godzilla.
Von Godzilla hab ich eine seltene Steiff-Figur, die 1954 mal erschienen ist. 1954 war das Erscheinungsjahr des ersten Godzilla-Films. Jetzt erschien eine Sonderausgabe von King Kong bei Steiff und ich musste als Fan von Kong natürlich auch zuschlagen.
Der Steiff 355448 King Kong ist 42 Zentimeter groß. Die Figur besteht aus feinstem Mohair und hat Kunststoffaugen. Gefüllt ist der Affe mit synthetischem Füllmaterial. King Kong ist ein Sammlerobjekt mit Kunstlederapplikationen. Ein Gliederdraht unterstützt die machtvolle Haltung. In Grau und Rot sind Akzente mit Airbrushtechnik gesetzt. Mit vergoldetem „Knopf im Ohr“. Produziert ist der Affe durch Steiff in einer limitierten Auflage von 750 Stück. Während bei Godzilla sich die Auflage am Entstehungsjahr des Godzilla-Films orientierte, ist der King Kong meines Erachtens willkürlich auf 750 Exemplare gewählt. Ich sehe keinen Grund für die Zahl außer der künstlichen Verknappung, um den Sammlerpreis nach oben zu treiben. Im Moment liegt der Affe beim Verkaufspreis von rund 400 Euro, wird aber sicherlich bei Sammlern in den nächsten Jahren steigen.
Bootleg Serie Vol. 15 Travelin‘ Thru von Bob Dylan
His Bobness ist ein wandlungsfähiges Phänomen. Und das zeigt der Meister immer wieder auf eindrucksvolle Art. Jetzt kam aus seiner Bootleg Serie die 15. Ausgabe heraus und sie dokumentiert die interessante musikalische Zeit Dylans zwischen 1967 bis 1969.
Während die Beatles mit The Sgt.Pepper’s Lonely Hearts Club Band, die Stone mit Their Satanic Majesties Request zum technischen Overkill antraten, Pink Floyd auf Psychodelic-Music setzen, The Cream den Blues frönten, da gab Bob Dylan eine komplett andere Richtung vor. Nach seinen drei elektrischen Alben und einem Motorradunfall war die Öffentlichkeit gespannt, was der Meister abliefern würde. Dylan meldete sich aus Woodstock und Nashville und setzte auf ruhige, nahezu biblische Texte und Töne. Und dann spielte er Country.
Seine beiden Alben John Wesley Harding und dann vor allem Nashville Skyline waren das genaue Gegenteil, was sich Fans erwartet hatten. Und mit der Travelin‘ Thru,1967-1969:the Bootleg Series V.15 kommen nun die Outtakes dieser Zeit auf den Markt. Zudem erscheinen endlich offiziell die Aufnahmen mit seinem Kumpel Johnny Cash.
Dylan schaffte es im Alleingang, den liberalen Rock mit dem konservativen Country zu versöhnen.
Es kam damals nicht zum gemeinsamen Album Cash/Dylan, aber jetzt liegen die Aufnahmen vor. Ich verehre beide Musiker und die Aufnahmen zeigen, welche Basis die beiden Menschen hatten. Ich hatte bereits einige davon durch illegale Pressungen. Und es gibt die Aufnahmen der Johnny Cash-Show endlich offiziell, die wir freilich schon längst aus YouTube kannten.
Anders als bei so manchen Aufnahmen der anderen Bootleg Serie sind dieses Mal nicht die kompletten Aufnahmesessions veröffentlicht worden, sondern nur Teile daraus. Also darf der Fan nicht zig verschiedene Versionen anhören, sondern der Meister hat eine Vorauswahl getroffen, mit der wir Fans uns begnügen müssen. Ich selbst hab mir die 3-CD-Box gekauft und es nicht bereut. Das beiliegende Booklet bringt sogar ein paar neue Fotos. Es wurde verfasst von Musik-Historiker Colin Escott sowie von Johnny-Cash-Tochter und Musikerin Rosanne Cash.
Was sind die Highlights? Zum einen sicherlich der neue Song „Western Road“ aus der John Wesley Harding Zeit. Zum anderen höre ich dass erste Mal Wanted Man von Dylan selbst. Ich kannte den Song bisher nur von Cash von seinen Gefängnisauftritten. Ich war eigentlich davon überzeugt, dass Dylan diesen Song nur geschrieben, aber nie aufgenommen hat.Travelin‘ Thru,1967-1969:the Bootleg Series V.15 zeigt das Gegenteil und die Box ist es nur für diese Aufnahme wert gekauft zu werden.
Jetzt kommt die Zeit des schönen deutschen Wortes Übergangsjacke. Es wird kühler und ich ziehe meine dickeren Jacken an. Im Moment trage ich gerne eine leichte Jacke von Hackett London in Kombi mit Tweed, ich liebe meine dickeren Barbour-Jacken und habe bei meinen Herrenausstatter Felbinger in Immenstadt eine wunderschöne Jacke entdeckt. Einen Traum, einen absoluten Traum. Sie stammt von Heinz Bauer und ich schmelze dahin.
Es handelt sich um Cabrio Lederjacken. Ich habe zwar kein Cabrio, finde die Jacke aber toll. Klaus Felbinger hat seit einiger Zeit eine Kooperation mit dem Porsche Zentrum Allgäu und da passen die Heinz Bauer Jacken genau ins Sortiment. Die Jacken werden komplett in Deutschland produziert. Das Design kommt aus Reutlingen. Das Leder kommt aus geprüften Gerbereien und ist gleichbleibend hoch.
Ich hab mir die Jacke Sebring näher angesehen. Diese Biker-Jacke steht für Geschwindigkeit und Lifestyle pur. Das gerade geschnittene Modell ist an den Schulterpartien und an den Armabschlüssen mit einem charakteristischen sportiven Steppmuster verziert, welches aufwändig im dynamischen Rapport genäht ist. Der Zweiwege-Reißverschluss kann bis zum Kinn hochgezogen und mit einem zusätzlichen Riegel am Kragen geschlossen werden. Das innovative Windschott ist schnell und einfach eingezippt. Wer mag, kann den Kragen einfach abnehmen und durch die Stadt bummeln. Das hat mich sehr fasziniert. So steht dem grenzenlosen Fahrvergnügen mit offenem Verdeck nichts mehr im Weg.
Das Futter übrigens ist mit Fotomotiven aus der alten Rennsportzeit versehen. Ein absoluter Hingucker.
Jetzt stellen sich mir zwei Probleme: Zum einen der Preis der Jacke mit 2200 Euro und zum anderen das Fehlen eines Cabrios. Beides ließe sich durch Geld lösen, aber genau da liegt mein Problem …
Gestern war 30 Jahre Mauerfall und ich erinnere mich an einen kleinen persönlichen Moment, der mir bewusst gemacht, dass etwas Großartiges passiert ist. Über meinen Moment des Mauerfalls habe ich vor 10 Jahren gebloggt.
„Bitte nicht vergessen: Sie fahren weiter durch Deutschland.“
Am Tag nach dem Mauerfall, also am 10. November, kam es zu einer spontanen Begegnung – heute vor 30 Jahren. Ich wohnte damals in Fürstenfeldbruck, eine Kreisstadt im Westen von München. Ich fuhr am Morgen mit meinen Auto durch Fürstenfeldbruck Richtung München. An einem kleinen Hügel kam es zu einer Begegnung. Mir kam ein Plastikbomber entgegen – ein Trabi.
Es war das Standardfahrzeug in der DDR. Ich kannte den Trabant durch unsere Ostverwandtschaft, die wir einmal im Jahr besuchten. Also da kam mir dieser Trabi entgegen, der wohl nach der Maueröffnung sofort losgefahren sein muss, so dass er morgens Fürstenfeldbruck in Bayern erreichte.
Ich sah das Fahrzeug und mir wurde wieder bewusst: Die Mauer ist offen. Ich hab es zwar im Fernsehen nachts verfolgt, aber eben nur auf der Mattscheibe. Jetzt war ein Trabi da und ich realisierte, was wirklich passiert ist. Ich reagierte unbewusst: Ich betätigte die Lichthupe meines Fahrzeugs und blendete meine Scheinwerfer zum Gruß auf, ein-, zweimal. Die Antwort kam prompt zurück. Der Trabi blendete auch auf. Der Trabbi hatte meinen Gruß registriert und reagierte. Der Fahrer blendete ebenfalls auf.
Der Todesstreifen der Mauer.
Dann fuhren wir mit unvermittelter Geschwindigkeit aneinander vorbei. Auf gleicher Höhe blicken wir uns in die Augen. Im Trabi sah ein junger Kerl am Steuer, daneben eine junge Frau. Wir nickten uns kurz zu. Dann war alles vorbei. Der Trabi fuhr weiter durch Fürstenfeldbruck, ich fuhr weiter Richtung München.
Wer es war, den ich da gesehen habe, weiß ich nicht. Ich habe die beiden nicht wieder gesehen, aber diese Szene hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Es war nur eine kleine, unbedeutende Szene, aber es war mein persönlicher Moment.
Durch meinen Job als Referent für Schülerzeitungen merke ich, dass einige Schüler das Problem haben in Projekte zu denken. Schülerzeitungen sind perfekte Beispiele für Projekte. Es müssen Texte recherchiert und geschrieben werden, es müssen Fotos geschossen und bearbeitet werden, es müssen Anzeigen eingeholt und geprüft werden, es müssen Druckangebote eingeholt und verglichen werden. Dann wird alles Zug um Zug zusammengeführt und am Ende hat man ein Produkt, das in den Verkauf geht. Zudem muss vorher die Werbetrommel gerührt werden, damit die ganze Arbeit ein Erfolg wird. Im Grunde ist Schülerzeitung ein perfektes Projekt und der Chefredakteur ist ein Projektmanager. Kleine Werkzeuge wie Trello oder MS Teams bieten sich hier an.
Schülerzeitungen ist eine perfekte Spielwiese für Projekte, denn später im Berufsleben müssen ggf. größere und aufwendigere Projekte gesteuert werden. Da ist der Einsatz von professioneller Projektmanagement-Software gefragt. Und da kommt für mich als Mac-User Merlin ins Spiel.
Merlin wird heute am Tag des Mauerfalls 15 Jahre alt. Merlin ist kein Zauberer aus alten Zeiten, sondern ein Software-Werkzeug mit Zauberkräften, wenn es um Projektmanagement für den Mac geht.
Die Windows-User nutzen oft Microsoft Project. Da viele Unternehmen in Windows-Umgebungen unterwegs sind, wählen sie die Lösung von Microsoft. Mac-User wählen dagegen Merlin. Merlin Project ist der Standard für Projektmanagement in Branchen wie Architektur & Bauwesen, Medien & Agenturen, Aus- & Weiterbildung, Forschung & Entwicklung und anderen. Seit 15 Jahren nutzen Kunden in über 130 Ländern die App zur Planung, Steuerung und Kontrolle ihrer kleinen und großen Projekte. Es gibt drei Versionen Ausführungen von Merlin: Merlin Project, Merlin Project Express (die kleine Lösung für den Rest von uns) und Merlin Server. Während früher man eine Lizenz kaufte, ist der Hersteller ProjectWizards auf ein Abo-Modell übergegangen. Das ist in der Branche so üblich, die Software-Riesen wie Adobe oder Microsoft machen es vor. Ich habe vor Jahren den Chef von ProjectWizards Frank Blome kennengelernt. Was ich an ihm und seinem Team schätze, ist die Aufmerksamkeit mit der ProjectWizards auf Kundenwünsche reagiert. Fragen werden schnell beantwortet, Wünsche werden schnell gelöst – so stelle ich mir ein Dienstleistungsunternehmen im Software-Bereich vor. So wurde der Export von Evernote in Merlin ermöglicht.
Also: Wer sich für Projekte auf dem Mac oder iPad/iPhone interessiert sollte sich Merlin mal ansehen. Und ich widme mich jetzt wieder einem Projekt: Ich konzipiere einen neuen Seminartyp: Ein Webinar
Ich mag viele Filme des Schwaben Roland Emmerich, nicht alle, aber viele. Sie sind perfekte Popcorn-Unterhaltung mit Pathos und einer Fülle von Vfx. Und so verhält es sich auch mit seinen neuem Film mit einem sehr amerikanischen Thema: Midway – für die Freiheit
Was für die US-Amerikaner der Wendepunkt des Krieges im Pazifikraum darstellte, ist bei uns in Deutschland nicht so bekannt. Daher nimmt uns der Geschichtenerzähler Emmerich gleich an die Hand und zeigt uns, wie der Krieg zwischen Japan und den USA mit dem Überfall auf Pearl Harbor begann. Nach dem Vergeltungsangriff Doolittle Raid am 18. April 1942, den Angriff der Amerikaner auf Tokyo, nahm der Krieg seinen Lauf.
Midway war die direkte Folge und zeigt eine gewaltige Seeschlacht, die vor allem mit Flugzeugen ausgetragen wurden. Vier japanische Träger wurden versenkt und die Vormachtstellung der kaiserlichen Flotte auf dem Meer war gebrochen. Natürlich erzählt der Wahlamerikaner Emmerich die Schlacht aus amerikanischer Perspektive mit allerhand Pathos, aber er stellt die kaiserliche japanische Marine auf See als gleichwertig dar. Die Truppe ist diszipliniert und ihrem Tennō ergeben, während die US-Streitkräfte ein Testosteron-Männerbund mit Machogehabe sind. Ein interessanter Konflikt, der auch optisch hervorragend von Kameramann Robby Baumgartner eingefangen wird.
Partei ergreift Emmerich nur, als es an Vergeltungsschläge gegen die chinesische Bevölkerung durch japanische Flugzeuge geht, nachdem die Chinesen abgestürzten US-Bomberpiloten Unterschlupf gewähren. Hier wird die chinesische Bevölkerung sinnlos massakriert. Nachdem chinesische Firmen den Film mitfinanziert haben, weiß ich nicht, ob sich Emmerich hier seinen asiatischen Finanziers beugen musste. Für mich bricht die Szenen aus dem Film heraus.
Eine große Rolle spielen bei Roland Emmerich die Spezialeffekte und bei Midway lässt sich er sich nicht lumpen. Kollege Computer zeigt, was geht und nimmt uns mit in den Kampf am Himmel: Packend und eindrucksvoll, was CGI aus dem Rechner in das Cockpit zaubert. Emmerich brachte einst das Eis nach New York, sprengte das Weiße Haus, ließ Godzilla durch Manhattan trampeln, ließ die Flut steigen und jetzt sind wir mitten im Zweiten Weltkrieg, wenn die Jagdflugzeuge und Bomber am Himmel kreisen, auf die Träger niedergehen und das Abwehrfeuer in die Luft ballert. Die Flak schießt Sperrfeuer und ich rutsche tiefer in den Kinosessel bei meiner Pressevorführung. Ich möchte den Film mal mit einem Kampfpiloten der deutschen Marine ansehen, den ich kenne: Bin gespannt, was er dazu sagt.
Bei den Charakterzeichnungen war Emmerich Standard. Es gibt nicht die herausragende schauspielerische Leistung aus meiner Sicht – das Team funktionierte gut. Der Score von Harald Kloser und Thomas Wanker tut sich schwer. Ich habe immer den fabelhaften Score von John Williams von der Verfilmung von 1976 im Ohr. Kloser/Wanker sind in Ordnung, haben aber gegen den Meister Williams keine Chance.
John Ford ist mit dabei
Richtig lachen musste ich bei Midway als es an die Szenen mit John Ford ging. Ich bin Emmerich dankbar dafür, dass er die Geschichte des US-Meisterregisseurs erzählt. Der echte Ford war mit seiner Filmcrew im Auftrag des US-Militärs auf den Midway-Insel als der japanische Angriff losbrach. John Ford wurde verwundert, ließ aber Material vom Angriff drehen und stellte 1942 einen Dokumentarfilm her. Als Sprecher in diesem Film war Henry Fonda zu hören. Fonda wiederum spielt die Rolle des US-Admirals Chester W. Nimitz in der Verfilmung von 1976.
Die Sequenz mit Ford bringt die Story in Midway nicht weiter voran, aber ich finde es großartig, dass Emmerich hier einen Einschub für uns Filmfreunde macht, denn der normale Kinobesucher wird mit John Ford nichts mehr anfangen können. Danke Roland Emmerich. Hier der Film von John Ford.
Buchtipp Roland Emmerich
Und damit komme ich auch zu einem Buchtipp. Es gibt ein sehr flottgeschriebenes Buch über Roland Emmerich von meinem großen Kollegen Jo Müller. Müller ist Redakteur beim SWF und ich traf ihn vor Jahren bei einer Disney-Pressereise nach Paris. Er traf Emmerich immer wieder und freundete sich mit dem Regisseur an.
Es entstand Roland Emmerich: Die offizielle Biografie, die anders ist, als die klassischen Biografien. Es handelt sich um Interviews, Hintergrundgespräche, Eindrücke von den Dreharbeiten und bringt dem Leser die Person Roland Emmerich aus unterschiedlichen Perspektiven näher, da die Gespräche sich über mehrere Jahre verteilten. Und ich muss sagen, ich habe Emmerich einmal getroffen, als er 1984 seinen HFF-Abschlussfilm Das Arche Noah Prinzip in der BR-Sendung Live aus dem Alabama vorstellte. Ich saß als Schüler im Publikum und war begeistert von Emmerich, der aus dem verkopften Hochschule für Fernsehen und Film endlich Unterhaltung machte. Seitdem hat Emmerich bei mir einen Stein im Brett. Ich hab es selbst nie zur HFF als Student geschafft, durfte aber verschiedene Gastvorlesungen halten.
Zurück zu Jo Müller und seinem Buch. Emmerich dreht Unterhaltungsfilme und ist stolz darauf. Kein Kluge, kein Wenders, kein Herzog – Emmerich ging seinen eigenen Weg und der war nicht der Neue deutsche Film. Er diesem Weg kennenlernen will, sollte die Biografie lesen.
In meinem Umfeld heiraten Menschen wieder, oftmals zum zweiten Mal. Und am Tag der Tage soll es ne große Sause geben, ne richtig fette Party für den wichtigsten Tag des Lebens. Und wenn ich die Planungen mir so ansehe, dann fällt immer wieder die Begriffe Junggesellenabschied für den Herrn und Junggesellinnenabschied für die Damen.
Vor der Hochzeit steht der Junggesellenabend
Ich bin glücklich verheiratet, allerdings gab es bei mir solche Aktionen nicht. Unsere Hochzeit war eher klein intim. Ich bin nicht der Typ für solche Feierlichkeiten. Aber ich gehe gerne auf solche Veranstaltungen, also Einladungen gerne an mich.
Als Filmfreund kenne ich natürlich einige Filme rund um den Junggesellenabend. Ich habe bei der Facebook-Gruppe Filmtoast nachgefragt, welche Filme zum Thema die Community kennt und es kamen einige Sachen zusammen.
Mir fiel als erstes der Film Hangover ein, dem noch zwei Teile folgen sollten. Im humorvollen Film Hangover von 2009 geht es um einen Junggesellenabschied, der in Las Vegas stattfand. Die Herrschaften im Film schlugen über die Strenge. Die Übersetzung von Hangover lautet schließlich Kater. Und ein Spruch in dem Film lautet: „Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas.“
Und es kamen weitere Nennungen, zum Teil Filme, die ich bis dato gar nicht kannte. Danke an das Schwarmwissen. Hier eine Auswahl: Girls’ Night Out, Die Trauzeugen, Bachelor Party, Very Bad things, Las Vegas, Sausage party, American Pie, Mike and dave need weddingdates, Gelegenheit macht Liebe, Die Junggesellenparty (1957), Brautalarm, 8 erste Dates, The Bachelor Weekend und natürlich Elvis in Viva Las Vegas.
In vielen Filmen geht es darum, richtig die Sau rauszulassen. Und ich hab mal geschaut, was es für Riten gibt und ich bin fündig geworden. So machen sich manche Junggesellen richtig zum Deppen, ziehen sich verrückt an und ziehen durch die Straßen Münchens. Bei uns in Bayern ist ein Youtube-Video von Harry G. Durch die Decke gegangen, das optimal zum Thema passt.
Und da ist mir was aufgefallen. Es scheint, dass es in Ungarn und Tschechien spezielle Unternehmen gibt, die sich auf Junggesellenabschiede spezialisiert haben, so mit Strech-Limo, Tabel-Dance und mehr. Die Grenzen werden vom Geldbeutel und der Moral gesetzt. Die Anreise nach Prag ist relativ preiswert. Von München gibt es eine gute Zugverbindung zum Hotspot Prag.
Ich bin bei der Recherche auf ein Angebot ab 18 Jahre gestoßen, was zeigt, was für Geld alles möglich ist: Ein tschechischer Dienstleister, der vergnügungswilligen und zahlungswilligen Damen und Herren ziemlich viel ermöglichten einschläige Wünsche erfüllt. https://www.goldfingers.cz/de . Ich war erstaunt, was alles geht und scheinbar besteht nach so einem Angebot eine regelrechte Nachfrage. Marktwirtschaft pur und der Markt in Tschechien findet einen Weg. Es gibt verschiedene Shows im Angebot, die nach bestimmten Bedürfnissen des zahlenden Publikums ausgerichtet sind.
Vielleicht bin ich ein Langweiliger. Wie gesagt, meine Hochzeit sah anders aus, einen Junggesellenabend gab es nicht, auch keinen Polterabend. Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas galt für mich nicht. Und was in Prag passiert, bleibt in Prag – das gab es bei mir erst recht nicht.
In wenigen Wochen kommt Star Wars IX in die Kinos und ich hoffe, ich bete, ich flehe, dass es ein guter Film werden wird. Je mehr ich über den achten Teil nachdenke, desto mehr Wut steig in mir auf. Nun, warten wir es ab und bis the Rise of Skywalker im Dezember in die Kinos kommt, schau ich mir das Art of-Book des siebten Teils an.
Ich habe die deutsche Ausgabe des Panini-Buches The Art of Star Wars: Das Erwachen der Macht aus dem Archiv geholt. Normalerweise habe ich ja immer die englischen Bücher, aber hier habe ich zur deutschen Ausgabe gegriffen. Star Wars VII war für mich ein guter Film, ein Wiedersehen mit Freunden, eine Art Klassentreffen. Und so lese ich auch das Art of Buch. Beim Durchblättern war mir klar, welch großartige Saga es in den nächsten Teilen werden könnte und Disney hat es bisher vergeigt.
Als ich den Band zum ersten Mal durchblätterte, erkannte ich Symbole des Nationalsozialismus. Im Buch wird als Vorlage des Kreativen die Olympischen Spiele im Dritten Reich angegeben. Aber wer sich nur ein wenig auskennt, sieht die wirkliche Vorlage: Der Parteitag der Nazis in Nürnberg, gefilmt von Leni Riefenstahl. Die Bilder wirken eindrucksvoll, aber ich weiß nicht, ob es mir gefällt. Das Imperium im Film ist böse, aber ein Vergleich zu den Nationalsozialisten ist dann doch heftig. Dennoch wusste Leni Riefenstahl wie ihre Bilder wirken.
J.J. Abrams sagte neulich in einem Interview, er werde die Ideen von Star Wars VII in Star Wars IX aufnehmen – ggf. meinte er, Star Wars VIII zu überspringen. Egal was es heißt. Für mich bedeutet es, die Konzeptzeichnungen von Star Wars VII genauer anzuschauen. Vielleicht erkenne ich dann im Dezember 2019 beim Kinostart von Skywalker gewisse Parallelen. Im Moment ist es ja nur ein Herumstochern im Nebel.
Ich habe vor Jahren die Zeichnungen von Ralph McQuarrie – Star Wars Art: Ralph McQuarrie erworben und stelle im Vergleich zum vorliegenden Buch fest, welches Genie Ralph McQuarrie wirklich war. Ohne ihn hätte es Lucas und Krieg der Sterne nie gegeben. Bei den neuen Büchern fehlt mir eine gewisse Linie. Die Ideen der Zeichner sind gut, sogar sehr gut, aber die klare Linie vermisse ich, obwohl es einen Supervisor gibt. Regisseur J.J. Abrams gab vor, dass das Design die Story nicht überdecken sollte. Ich finde bei Erwachen der Macht ist dies gelungen, weil es im Grunde ein Familienfest war. Nun Han Solo biss ins Gras, aber die neuen Figuren waren interessant. Teil VIII machte dann alles kaputt.
Vor kurzem fand bei uns in der örtlichen Gemeindebücherei in Maisach im bayerischen Landkreis Fürstenfeld eine humorvolle Lesung statt. Ich mag solche Aktionen, um neue Literatur und neue Leute kennenzulernen. Autor Jan Birkholz hatte seinen Künstlerkumpel Stephan Groß dabei und lasen aus dem Buch „Die Vertriebenen“. Die beiden kennen sich vom Studium aus Berlin und treten immer wieder gemeinsam auf – auch als Musiker.
Das Buch „Die Vertriebenen“ ist noch nicht im Handel erhältlich – wir als Zuhörer waren also eine Art Betatester. Das neue Buch von Jan Birkholz „Der Obermieter“ wurde vergangenes Jahr in Maisach vorgestellt und ist rechtzeitig zur Buchmesse 2019 erschienen.
Ach ja Buchmesse. Ich rechne es dem Autor hoch an, dass er unsere kleine Gemeindebücherei Maisach der großen Frankfurter Buchmesse vorgezogen hat. Erst nach der Lesung in Maisach reiste das Duo nach Frankfurt weiter. Das stellte auch Büchereileiterin Beate Seyschab bei der Vorstellung heraus.
Zur Lesung nahm man mitten in der Bücherei Platz. Links gab es Bücher zur Heimatkunde Fürstenfeldbruck, rechts Literatur zur Pädagogik. Im Hintergrund standen Kochbücher über Saucen, 70 Saucen hatte ich die ganze Zeit im Blick.
Um richtig in Stimmung zu kommen, gab es auch allerhand inspirierende Getränke für die beiden Vortragenden: Eine Flasche Rotkäppchensekt, Augustiner aus dem Glas, mexikanisches Flaschenbier und eine Wasserkaraffe – also gut ausgerüstet für ne Party.
Die gemeinsame Lesung war eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Idee. Jan Birkholz las mit hochgeschobener Brille aus dem Tolino vor, während Stephan Groß vom Papier ablas. Die Geschichte ist ein humorvolles Drama aus dem Pott und durchaus unterhaltsam. Nein, keine große Literatur, aber ein unterhaltsamer Zeitvertreib. Und genau richtig für eine zweistündige Lesung in einer Gemeindebücherei.
Ich habe den Erstlingsroman von Jan Birkholz Deplatziert gelesen, eine wunderbare Studentengeschichte.
Nach der Lesung konnte man die aktuellen Bücher und CDs kaufen und signieren lassen. Ich habe mir vom Duo Jan Birkholz/Stephan Groß die Doppel-CD Das Leck Ferdydurke gekauft. Punk und Dada pur, so wie es sein muss. Hat wirklich Spaß gemacht. Ich habe folgenden Satz über das Werk gelesen, den ich allerdings nicht verstanden habe – klingt aber schon: „DAS LECK ist ein Oxymoron, nicht begreifbar, niemals vorhersehbar, daher unberechenbar und seltsam gefährlich im Sinne einer Rationalisierung des Kompositionsprozesses und der thematischen Verdichtung im Sinne einer Peripherisierung.“
Die nächste Lesung in der Gemeindebücherei Maisach findet am Mittwoch, 6. November 2019, statt. Zu Gast ist um 20 Uhr der Journalist Tim Pröse mit seinem Buch „Samstagabendhelden“. Wenn ich Zeit habe, schaue ich vorbei.
Es war eine Reise in meine Vergangenheit. Als Filmfan genoss ich eine Phase des italienischen Horrorfilms der siebziger und achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Regisseure wie Dario Argento oder Lucio Fulci standen bei mir hoch im Kurs. Und weil ich diese schrägen, zumeist blutigen Filme mochte, hörte ich auch die entsprechenden Soundtracks von u.a. Claudio Simonetti und seiner Band Goblin.
Jetzt bekam ich die Gelegenheit, Claudio Simonetti’s Goblin live in Berlin im ehemaligen Kino Lido in Kreuzberg zu hören. Ich war überrascht, wie gut Simonettis Musik funktioniert. Als Fan von Filmscore bewundere ich Meister wie John Williams oder Jerry Goldsmith. Diese schufen große orchestrale Werke. Claudio Simonettis Musik ist anders – es war Bandmusik. Musiker wie der leider verstorbene Keith Emerson von einer meiner Lieblingsbands ELP hämmerten ein paar Soundtracks herunter, darunter auch für italienische Horrorstreifen, aber Claudio Simonetta’s Goblin blieb eine besondere Ausnahme.
Es war ein theatralischer Prog-Rock mit starken Synthesizer-Elementen, mal gefühlvoll, mal hart. Damit wurde die Musik von Streifen wie Rosso – Farbe des Todes (Profondo rosso), Suspiria, Tenebrae (Tenebre), Phenomena oder Terror in der Oper (Opera) von Dario Argento untermalt. Mein Gott, was waren dies für brutale stilvolle Filme – eine Mischung zwischen Gothic Horror und verrückten Hexenmärchen. Ich habe noch einige der Filme auf VHS, DVD, Bluray und sogar seltene Laserdisc im Archiv. Besonders mag ich die Regiearbeit von Dario Argento. Vielleicht ist sein Suspiria sogar mein Lieblingsfilm des italienischen Horrors, weil er in Freiburg dem „Mekka der Parapsychologie“ und München spielt. Der Film macht mir Angst und wirkt vor allem durch die Musik von Goblin hervorragend. Schön ist, dass es auch andersherum funktioniert: Ich höre die Musik von Suspiria und reise geistig ins Horrorkino zurück. Suspiria wurde auch gegen Ende des Konzerts gespielt und das Publikum miteinbezogen – Claudio Simonetta wir danken dir dafür.
Das Konzert der Band fand am Halloween-Abend in Berlin statt. Einige Besucher erschienen verkleidet. Meine Nachbarin brachte eine (Plastik-)Sense in ihrer Handtasche mit. Im Publikum waren allerhand Grufties und Gestalten der Nacht anzutreffen, wobei ich mir nicht sicher war, ob sie sich zu Halloween extra herausgeputzt haben oder ob es ihre Standardbekleidung war.
Auch ein Michael Myers mit weißer Maske war im Publikum. Als Claudio Simonetti ihn entdeckte, brach er vom regulären Konzertprogramm ab und spielte unter dem Jubel der Fans die Titelmelodie von John Carpenter Halloween – damit hatte Simonetti einen klaren Pluspunkt bei seinem Publikum.
Die Band spielte vor einer Leinwand. Per Beamer wurden visuelle Effekte und Filmausschnitte der jeweiligen Horrorstreifen ohne Ton eingespielt. So bekamen wir die italienische Gewaltorgie zu sehen: Das Abtrennen des Kopfes in Profondo rosso, der Verfall und das Verwesen der Körper von Demoni und mehr. Wenn kein Film vorhanden war, dann kamen einfach bunte Effekte wie bei einer neueren Aufnahme wie Roller.
Kurz, nur ganz kurz, besinnlich wurde es, als Dawn of the Dead gezeigt und von der Band gespielt wurde. Goblin hat Argento viel zu verdanken, aber internationale Bekanntheit bekam die Band durch George R. Romero und seiner Zombie-Version. Das wusste auch Claudio Simonetta, der sich ausdrücklich beim verstorbenen Romero auf der Bühne bedankte. Nein, lieber Claudio Simonetta wir haben zu danken für einen außergewöhnlichen Abend, der mir sehr viel Spaß gemacht hat.
Am Merch-Stand nutzte ich die Möglichkeit, ein paar CDs noch zu erwerben. Ich hatte zudem einige CD-Covers nach Berlin mitgebracht und wollte ein Autogramm. Mir gelang es und fand den Weg in die Garderobe der Band und wechselte ein paar freundliche Worte mit Claudio Simonetta. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich meine Laserdiscs und Picture-Discs nicht zum Unterschreiben mit nach Berlin genommen habe. Aber ich hoffe auf ein Wiedersehen mit Claudio Simonetta’s Goblin irgendwann. Die Band hat eine kleine Tour in den USA und Japan hinter sich, spielte nur ein einziges Konzert in Deutschland und zieht dann weiter. Aber sie werden sicher wiederkommen und ich werde dann wieder die Musik von Claudio Simonetta’s Goblin genießen. Bis es soweit ist, schaue ich mir Suspira nochmals an.