Harry Potter hat eine ganze Generation für die Welt der Magie begeistert – und seine Faszination reicht längst über die ursprüngliche Leserschaft hinaus. Doch warum ziehen uns Geschichten über Zauberer, Hexen und geheimnisvolle Welten so sehr in ihren Bann? Dieser Frage gehe ich am Mittwoch in meinen Maisacher Gesprächen zur Popkultur um 18 Uhr in der Gemeindebücherei Maisach nach. Der Eintritt ist kostenlos.
Der Erfolg der Bücher und Filme lässt sich nicht allein mit Zauberstäben, fliegenden Besen, Quidditch oder der beeindruckenden Welt von Hogwarts erklären. Harry Potter greift vielmehr eine Sehnsucht auf, die Menschen seit Jahrtausenden begleitet: den Wunsch, hinter die sichtbare Wirklichkeit zu schauen und das Mystische, Verborgene und Unerklärliche zu entdecken.
Magie gehört zu den ältesten Vorstellungen der Menschheitsgeschichte. Schon lange bevor Wissenschaft viele Naturphänomene erklären konnte, versuchten Menschen, ihre Umwelt durch Rituale, Beschwörungen, Orakel und magische Handlungen zu verstehen und zu beeinflussen. Amulette sollten schützen, Orakel einen Blick in die Zukunft ermöglichen und bestimmte Rituale Glück, Heilung oder eine gute Ernte bringen. Dabei waren die Grenzen zwischen Religion, Volksglauben, Medizin und Magie über lange Zeit fließend. Was heute als Aberglaube erscheint, konnte für frühere Gesellschaften ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens sein.
Eine besondere Rolle spielt dabei die Figur der Hexe. Ihr Bild hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert. Sie konnte als weise und heilkundige Frau erscheinen, aber ebenso als gefährliche Außenseiterin oder vermeintliche Verbündete dunkler Mächte. Die europäischen Hexenverfolgungen zeigen auf erschreckende Weise, welche realen Folgen solche Vorstellungen entwickeln konnten. Später verwandelte sich die Hexe zunehmend in eine Figur der Märchen, Literatur und Popkultur. Von der bösen Märchenhexe über Bibi Blocksberg bis zu Hermine Granger reicht heute ein erstaunlich breites Spektrum.
Auch der Zauberer besitzt eine lange kulturelle Tradition. Merlin aus der Artussage ist Seher, Berater und Magier, Gandalf bei J. R. R. Tolkien verkörpert Weisheit, Hoffnung und verantwortungsvollen Umgang mit Macht. Figuren wie diese haben unser modernes Bild des Zauberers geprägt. Harry Potter führt viele dieser Traditionen fort, verändert sie aber zugleich. In Hogwarts wird Magie geradezu alltäglich: Es gibt Unterricht und Prüfungen, Regeln und Ministerien, Geschäfte für Zauberbedarf, Zeitungen, Sportveranstaltungen und eine eigene Bürokratie. Das Wunderbare bekommt einen Stundenplan.
Gerade darin liegt ein wesentlicher Reiz der Geschichte. Die magische Welt befindet sich nicht irgendwo in einer unerreichbaren Vergangenheit, sondern unmittelbar neben unserer eigenen. Hinter einer unscheinbaren Mauer könnte die Winkelgasse liegen, der Bahnsteig 9¾ könnte sich mitten in einem gewöhnlichen Bahnhof befinden und ein scheinbar belangloser Brief könnte plötzlich das bisherige Leben verändern. Die Vorstellung, dass hinter unserer vertrauten Wirklichkeit eine zweite, geheimnisvolle Welt verborgen sein könnte, gehört zu den stärksten Motiven fantastischer Literatur.
Harry Potter erzählt zugleich von sehr menschlichen Erfahrungen. Es geht um Freundschaft und Einsamkeit, Mut und Angst, Liebe und Verlust, Vorurteile und Ausgrenzung, Macht und Verantwortung. Hogwarts ist deshalb nicht nur eine Zauberschule, sondern auch ein Ort des Erwachsenwerdens. Harry, Hermine und Ron müssen lernen, Entscheidungen zu treffen und mit deren Folgen zu leben. Magische Fähigkeiten lösen dabei keineswegs alle Probleme. Im Gegenteil: Je größer die Macht wird, desto wichtiger wird die Frage, wie sie eingesetzt wird.
Damit berührt Harry Potter ein uraltes Thema der Magie: den Wunsch des Menschen nach Kontrolle über eine Welt, die sich nicht vollständig kontrollieren lässt. Ein Zauberspruch verspricht eine unmittelbare Veränderung der Wirklichkeit. Worte bekommen Macht. Ein Zauberstab genügt, und scheinbar Unmögliches wird möglich. Gleichzeitig zeigen die Geschichten immer wieder die Grenzen dieser Macht. Nicht jeder Verlust lässt sich rückgängig machen, nicht jeder Konflikt durch Magie lösen und nicht jeder Mensch durch Macht beherrschen.
Genau hier wird die Geschichte überraschend erwachsen. Die entscheidenden Kräfte im Harry-Potter-Universum sind letztlich nicht die spektakulärsten Zaubersprüche. Es sind Freundschaft, Loyalität, Mut, Vertrauen, die Bereitschaft zum Opfer und immer wieder die Liebe. Der Kampf zwischen Harry und Voldemort ist deshalb auch ein Konflikt zwischen zwei Vorstellungen von Macht: auf der einen Seite Kontrolle, Angst und der Wunsch nach Unsterblichkeit, auf der anderen Bindung, Mitgefühl und die Bereitschaft, die eigene Verletzlichkeit anzunehmen.
Mein Vortrag „Zwischen Zauberstab und Magie – Warum uns Harry Potter bis heute verzaubert“ begibt sich deshalb am Mittwoch um 18 Uhr in der Gemeindebücherei Maisach auf eine Reise weit über Hogwarts hinaus. Wir begegnen Hexen und Zauberern, Merlin und Gandalf, alten Vorstellungen von Magie und modernen Fantasiewelten. Wir fragen, warum Menschen an Zauberei glaubten, weshalb die Figur der Hexe gleichermaßen Angst und Faszination auslöste und warum Magier bis heute zu den beliebtesten Figuren unserer Geschichten gehören.
Und schließlich geht es um die vielleicht spannendste Frage: Warum möchten wir überhaupt an Magie glauben? Vielleicht deshalb, weil eine vollständig erklärte Welt auch etwas von ihrem Geheimnis verliert. Magische Geschichten eröffnen Räume für Fantasie und die Vorstellung, dass nicht alles so bleiben muss, wie es ist. Harry Potter erinnert uns daran, wie faszinierend es sein kann, hinter einer gewöhnlichen Tür etwas Außergewöhnliches zu vermuten.
Vielleicht warten wir deshalb insgeheim noch immer ein wenig auf unseren eigenen Brief aus Hogwarts. Denn die Vorstellung, dass irgendwo zwischen Alltag und Wirklichkeit noch ein kleines Stück Magie verborgen sein könnte, hat auch nach Jahrtausenden nichts von ihrem Zauber verloren.
Die Stonehenge-Ausstellung in der Archäologischen Staatssammlung München entführt die Besucher rund 5.000 Jahre zurück in die faszinierende Welt eines der berühmtesten Monumente der Menschheitsgeschichte. Archäologische Funde, Rekonstruktionen, digitale Vermittlung und Videoinstallationen zeigen Stonehenge nicht als isolierten Steinkreis, sondern als Teil einer weitläufigen prähistorischen Kulturlandschaft. Besonders spannend ist der europäische Blickwinkel: Funde aus Bayern verdeutlichen, dass die Menschen jener Zeit über große Entfernungen miteinander verbunden waren. Eine anschauliche Ausstellung für Archäologie-Fans ebenso wie für Familien und neugierige Entdecker.
Ich habe mir in Ruhe die Ausstellung in München angeschaut, viel gesehen, viel gelesen und viel nachgedacht. Hier ein Rundgang in VR 360.
Mehr als 50 Jahre arbeitet Prof. Mike Parker Pearson als Archäologe, geforscht hat er in zahlreichen Teilen der Welt. Ausgerechnet Stonehenge gehörte lange Zeit nicht zu den Orten, an denen der Professor für jüngere britische Vorgeschichte am Institute of Archaeology des University College London unbedingt arbeiten wollte. Mit einem Augenzwinkern erklärte er bei seinem Vortrag anlässlich der Stonehenge-Ausstellung in der Archäologischen Staatssammlung München auch warum: Stonehenge ziehe schließlich „einige sehr seltsame Leute an – britische Exzentriker aller Art“.
Dass Parker Pearson schließlich doch zu einem der bedeutenden Stonehenge-Forscher wurde, verdankt sich ausgerechnet seiner Arbeit in Madagaskar. Dort untersuchte er gemeinsam mit seinem madagassischen Kollegen Ramiri Salina Megalithen. Anders als in Europa ist das Errichten großer Steine dort keine längst verschwundene Tradition. Noch heute werden solche Monumente geschaffen.
Als Parker Pearson seinem Kollegen bei einem Besuch in Großbritannien Stonehenge zeigte und eingestand, dass man nicht genau wisse, welchem Zweck die Anlage einst gedient habe, reagierte dieser erstaunt: „Was meinst du damit, ihr wisst nicht, wofür es da ist? Hast du bei unserer gemeinsamen Arbeit über Megalithen nichts gelernt?“
Sein Kollege verwies auf eine grundlegende Unterscheidung in Madagaskar: „Für die Ahnen bauen wir aus Stein. Denn Stein ist dauerhaft, ewig – wie die Ahnen. Für die Häuser und die Lebenswelt der Lebenden bauen wir aus Holz.“
Für Parker Pearson war dies ein Schlüsselmoment. Denn unweit von Stonehenge befinden sich mit Woodhenge und den Anlagen von Durrington Walls auch die Überreste großer Holzkreise. Daraus entstand die Frage, ob Stein und Holz auch dort unterschiedliche Welten symbolisierten: Stonehenge als Ort der Ahnen und Toten, die Holzanlagen dagegen als Orte der Lebenden.
Die Toten in Stonehenge, die Lebenden in Durrington Walls Ab 2003 führte Parker Pearsons Team über sechs Jahre hinweg umfangreiche Ausgrabungen durch. Die Ergebnisse stützten die ursprüngliche Überlegung erstaunlich deutlich. In Stonehenge fanden die Archäologen Brandbestattungen. Im Umfeld der Holzkreise kamen dagegen Häuser, Tierknochen und zahlreiche Hinterlassenschaften großer gemeinschaftlicher Mahlzeiten zum Vorschein – Spuren des alltäglichen Lebens und offenbar großer Zusammenkünfte.
Neue naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden veränderten das Bild zusätzlich. Isotopenanalysen ermöglichten es, die Herkunft von Menschen und Tieren zu untersuchen. Dabei zeigte sich, dass Stonehenge kein Monument einer kleinen, isolierten Gemeinschaft gewesen sein dürfte. Menschen kamen aus weit entfernten Regionen Britanniens dorthin. „Wir entdeckten, dass Stonehenge ein gewaltiges Einzugsgebiet hatte. Die Menschen kamen aus ganz unterschiedlichen Teilen Britanniens“, erklärte Parker Pearson.
Parallel dazu eröffneten genetische Untersuchungen neue Einblicke in die Bevölkerungsgeschichte. Die Menschen, die Stonehenge errichteten, gehörten zu bäuerlichen Bevölkerungsgruppen, die frühere Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften weitgehend abgelöst hatten. Später kam es erneut zu tiefgreifenden Veränderungen durch Bevölkerungsgruppen, die sich über weite Teile Europas ausbreiteten und mit der Glockenbecherkultur verbunden werden.
Damit wird Stonehenge für Parker Pearson auch zu einem Teil einer europäischen Geschichte. Gerade deshalb sei es von besonderem Wert, dass die Münchner Ausstellung archäologische Funde aus der Region einbezieht und damit Verbindungen zur Glockenbecherzeit in Mitteleuropa sichtbar macht.
Steine aus Hunderten Kilometern Entfernung Besonders spektakulär sind für Parker Pearson die jüngsten geologischen Erkenntnisse. Die Steine von Stonehenge stammen nicht einfach aus der unmittelbaren Umgebung. Selbst die großen Sarsensteine wurden über beträchtliche Entfernungen transportiert. Die sogenannten Blausteine kamen aus Wales und legten mehr als 200 Kilometer zurück.
Noch erstaunlicher ist die Herkunft des sogenannten Altarsteins im Zentrum der Anlage. Untersuchungen ergaben, dass sein Gestein aus dem Norden Schottlands stammt – rund 900 Kilometer von Stonehenge entfernt. „Keiner der Steine von Stonehenge stammt von dort“, fasste Parker Pearson die Erkenntnisse pointiert zusammen.
Damit verändert sich auch die Frage nach der Bedeutung des Monuments. Entscheidend ist nicht allein, wie Menschen vor rund 5.000 Jahren tonnenschwere Steine bewegten. Ebenso wichtig ist die Frage, warum sie Gestein aus weit entfernten Landschaften zusammentrugen.
Für Parker Pearson liegt genau darin möglicherweise eines der großen Geheimnisse von Stonehenge. Das Monument könnte Ausdruck eines außergewöhnlichen gesellschaftlichen Vorgangs gewesen sein, bei dem Menschen, Materialien und möglicherweise auch Traditionen aus verschiedenen Teilen Britanniens zusammengeführt wurden.
„Es geht darum, Menschen und Ressourcen – und ganz besonders Steine – aus allen Teilen der Insel Großbritannien zusammenzubringen, vielleicht in einem großen Akt der Vereinigung.“
Damit formuliert Parker Pearson eine Interpretation, die sich deutlich von der populären Vorstellung eines geheimnisvollen Tempels absetzt. Für ihn steht weniger ein einzelner religiöser Zweck im Mittelpunkt als die gesellschaftliche Dimension des Bauwerks.
Sein prägnantes Fazit lautet: „Es ist kein Tempel. Es ist vielmehr ein Monument für ein außergewöhnliches Ereignis und außergewöhnliche Menschen vor fünf- bis viereinhalbtausend Jahren.“
Stonehenge als europäische Geschichte Die Ausstellung in München versucht diese neuen Erkenntnisse nicht nur wissenschaftlich zu vermitteln, sondern räumlich und anschaulich erfahrbar zu machen. Parker Pearson würdigte dabei ausdrücklich die gestalterische Umsetzung. Dem Ausstellungsgestalter sei es gelungen, „mein archäologisches Wissen in eine dreidimensionale Realität zu verwandeln“ – und zwar sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.
Gerade die Verbindung mit Funden aus Bayern erweitert den Blick. Stonehenge erscheint dadurch nicht als isoliertes britisches Weltwunder, sondern als Teil einer Epoche, in der Menschen, Ideen, Materialien und kulturelle Traditionen über enorme Entfernungen hinweg miteinander verbunden waren.
Vielleicht liegt darin tatsächlich ein Schlüssel zum Verständnis dieses bis heute faszinierenden Ortes: Stonehenge erzählt nicht nur von gewaltigen Steinen. Es erzählt von Menschen, die enorme Anstrengungen auf sich nahmen, um etwas Gemeinsames zu schaffen – ein Monument aus verschiedenen Landschaften für eine Gemeinschaft, deren Verbindungen offenbar weit über den Horizont der Salisbury Plain hinausreichten.
Für ein ganzes Jahr rückt der geheimnisvolle Steinkreis im Süden Englands in den Mittelpunkt Bei der Eröffnung unterstrich Prof. Dr. Rupert Gebhard, Direktor der Archäologischen Staatssammlung, die besondere Bedeutung der Schau. Dass die Ausstellung ein Jahr lang zu sehen sein wird, bezeichnete er zugleich als „Zeichen der Nachhaltigkeit“, denn das Museum wolle Ausstellungen nicht mehr in allzu kurzen Abständen wechseln. Den Besucherinnen und Besuchern werde dadurch ausreichend Gelegenheit gegeben, sich intensiv mit Stonehenge und seiner Geschichte auseinanderzusetzen.
Die Ausstellung führt dabei weit über das bekannte Bild der mächtigen Steine hinaus. Stonehenge wird in den Zusammenhang einer ganzen prähistorischen Landschaft gestellt. Über lange Zeit hatten unterschiedliche Theorien die Wahrnehmung des Monuments geprägt. Besonders populär war die Vorstellung eines vorgeschichtlichen Observatoriums. Die moderne Archäologie zeichnet heute ein wesentlich komplexeres Bild und betrachtet nicht nur den Steinkreis selbst, sondern die ihn umgebende Kulturlandschaft mit ihren Siedlungs- und Bestattungsplätzen.
Gebhard erinnerte zugleich daran, dass die Faszination für Stonehenge keineswegs eine moderne Erscheinung ist. Bereits im Mittelalter versuchten Menschen, sich die Herkunft der gewaltigen Steine zu erklären. Im 13. Jahrhundert wurden Geschichten um den Zauberer Merlin und sogar um Riesen mit Stonehenge verbunden. Für Gebhard reicht die Beschäftigung mit dem Monument damit von einer Art früher, fantasievoller „Urarchäologie Stonehenge“ bis zur modernen Forschung.
Heute haben naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden viele dieser Spekulationen abgelöst. Moderne Archäologie versucht, Herkunft, Alter und Bedeutung der Funde mit wissenschaftlichen Methoden zu rekonstruieren. Die Ausstellung macht damit auch deutlich, wie sich archäologische Forschung im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.
Gebhard zeigte sich bei der Eröffnung besonders zufrieden damit, wie sich die Schau in die neuen Räumlichkeiten der Archäologischen Staatssammlung einfügt: „Die Ausstellung ist wirklich toll“, sagte der Direktor und versprach den Gästen: „Sie werden fasziniert sein, wie man in unserem tollen neuen Ausstellungssaal diese Ausstellung einbetten konnte.“
Blume ist sehr stolz und glücklich Auch Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, MdL, stellte die internationale Bedeutung der Ausstellung heraus. Dass die Schau nach Bayern gekommen sei und hier erstmals in Mitteleuropa gezeigt werde, mache ihn „sehr stolz und glücklich“. Besonders freue ihn, dass eine Ausstellung dieser Größenordnung in der renovierten Archäologischen Staatssammlung präsentiert werden könne.
Mit einem augenzwinkernden Satz brachte Blume seine Begeisterung auf den Punkt: „Ich hätte es auch nicht erwartet, dass ich mal hier als bayerischer Kunstminister stehen kann und sagen darf: Stonehenge wird bayerisch.“
Hinter diesem humorvollen Ausspruch steht jedoch ein ernsthafter wissenschaftlicher Gedanke. Stonehenge dürfe nicht ausschließlich als britisches Phänomen betrachtet werden. Neuere Forschungen zeigen vielmehr, wie weitreichend die Verbindungen der damaligen Gesellschaften waren. „Die Geschichte von Stonehenge ist eine sehr, sehr frühe europäische Geschichte“, betonte Blume. Unterschiedliche Kulturen hätten miteinander in Verbindung gestanden, es habe Austausch und weitreichende Kontakte gegeben.
Damit schlägt die Münchner Ausstellung bewusst eine Brücke nach Mitteleuropa und Bayern. Archäologische Funde aus dem Freistaat zeigen, dass auch hier vor Jahrtausenden Gesellschaften existierten, die zu bemerkenswerten kulturellen und technischen Leistungen fähig waren. Stonehenge wird dadurch nicht als isoliertes Monument auf einer fernen britischen Insel präsentiert, sondern in einen größeren europäischen Zusammenhang eingeordnet.
Blume griff dieses Zusammenspiel mit einem weiteren Wortspiel auf: „Zumindest mit dieser Ausstellung wird Stonehenge bayerisch.“ Umgekehrt zeige die Schau aber auch, „dass Bayern auch Stonehenge kann – jedenfalls ausstellungsmäßig“.
Für den Minister unterstreicht die Sonderausstellung zugleich die internationale Bedeutung der Archäologischen Staatssammlung. Sie sei ein attraktiver Partner für anspruchsvolle Ausstellungsprojekte und verfüge nach ihrer Wiedereröffnung über hervorragende Möglichkeiten zeitgemäßer Präsentation und Vermittlung. Blume zeigte sich überzeugt, dass Stonehenge das Potenzial zu einem „absoluten Publikumsrenner“ habe. Schließlich liege eine besondere Faszination in der Frage, wozu Menschen bereits vor rund 4.000 bis 5.000 Jahren in der Lage waren.
Dabei bleibt es nicht bei klassischen Vitrinen und archäologischen Exponaten. Videoinstallationen, digitale Vermittlungsformen und ein umfangreiches Begleitprogramm sollen unterschiedliche Zielgruppen erreichen. „Vom Anfänger bis zum Kenner“ sei etwas dabei, betonte Blume. Insbesondere Kinder und Familien sollen spielerisch Zugang zur Vorgeschichte erhalten – bis hin zur Möglichkeit, selbst einen Steinkreis nachzubauen.
Mit viel Humor stellte sich Blume bereits vor, wie Archäologen in ferner Zukunft über solche Hinterlassenschaften rätseln könnten. Vielleicht müsse man vorsichtshalber eine Plakette anbringen, damit spätere Generationen wissen, „dass es nur ein Mitmachprojekt der Archäologischen Staatssammlung war“.
Die Eröffnung machte damit deutlich, welchen Anspruch die Ausstellung verfolgt: Stonehenge soll nicht allein als ikonische Ansammlung monumentaler Steine präsentiert werden. Die Schau möchte eine längst vergangene Welt wieder sichtbar machen und zugleich zeigen, wie moderne Archäologie unser Bild dieser Welt immer wieder verändert. Vor allem aber rückt sie Stonehenge aus der vermeintlichen Isolation heraus und stellt das Monument in einen europäischen Zusammenhang. Oder, um es mit Markus Blume zu sagen: „Stonehenge wird bayerisch.“
Durch meinen Job als Referent für Schülerzeitungen merke ich, dass einige Schüler das Problem haben in Projekte zu denken. Schülerzeitungen sind perfekte Beispiele für Projekte. Es müssen Texte recherchiert und geschrieben werden, es müssen Fotos geschossen und bearbeitet werden, es müssen Anzeigen eingeholt und geprüft werden, es müssen Druckangebote eingeholt und verglichen werden. Dann wird alles Zug um Zug zusammengeführt und am Ende hat man ein Produkt, das in den Verkauf geht. Zudem muss vorher die Werbetrommel gerührt werden, damit die ganze Arbeit ein Erfolg wird. Im Grunde ist Schülerzeitung ein perfektes Projekt und der Chefredakteur ist ein Projektmanager. Kleine Werkzeuge wie Trello oder MS Teams bieten sich hier an.
Schülerzeitungen ist eine perfekte Spielwiese für Projekte, denn später im Berufsleben müssen ggf. größere und aufwendigere Projekte gesteuert werden. Da ist der Einsatz von professioneller Projektmanagement-Software gefragt. Und da kommt für mich als Mac-User Merlin ins Spiel.
Merlin wird heute am Tag des Mauerfalls 15 Jahre alt. Merlin ist kein Zauberer aus alten Zeiten, sondern ein Software-Werkzeug mit Zauberkräften, wenn es um Projektmanagement für den Mac geht.
Die Windows-User nutzen oft Microsoft Project. Da viele Unternehmen in Windows-Umgebungen unterwegs sind, wählen sie die Lösung von Microsoft. Mac-User wählen dagegen Merlin. Merlin Project ist der Standard für Projektmanagement in Branchen wie Architektur & Bauwesen, Medien & Agenturen, Aus- & Weiterbildung, Forschung & Entwicklung und anderen. Seit 15 Jahren nutzen Kunden in über 130 Ländern die App zur Planung, Steuerung und Kontrolle ihrer kleinen und großen Projekte. Es gibt drei Versionen Ausführungen von Merlin: Merlin Project, Merlin Project Express (die kleine Lösung für den Rest von uns) und Merlin Server. Während früher man eine Lizenz kaufte, ist der Hersteller ProjectWizards auf ein Abo-Modell übergegangen. Das ist in der Branche so üblich, die Software-Riesen wie Adobe oder Microsoft machen es vor. Ich habe vor Jahren den Chef von ProjectWizards Frank Blome kennengelernt. Was ich an ihm und seinem Team schätze, ist die Aufmerksamkeit mit der ProjectWizards auf Kundenwünsche reagiert. Fragen werden schnell beantwortet, Wünsche werden schnell gelöst – so stelle ich mir ein Dienstleistungsunternehmen im Software-Bereich vor. So wurde der Export von Evernote in Merlin ermöglicht.
Also: Wer sich für Projekte auf dem Mac oder iPad/iPhone interessiert sollte sich Merlin mal ansehen. Und ich widme mich jetzt wieder einem Projekt: Ich konzipiere einen neuen Seminartyp: Ein Webinar
Wie enorm Projektmanagement ist, sehen wir derzeit am Bau des neuen Flughafens in Berlin. Von außen als Bürger steht es chaotisch aus und natürlich sind noch nicht alle Details bekannt. Fest steht aber, das Projekt Flughafen scheitert immer wieder und die Verantwortlichkeiten werden hin und her geschoben. Peinlich für den Standort Deutschland und Kostenexplosion für uns Steuerzahler. Da wäre ein solides Projektmanagement von Vorteil gewesen.
Projekte gibt es aber nicht nur in Berlin. Ein Buch kann ebenso ein Projekt sein, wie ein Wahlkampf, ein Vereinsfest oder ein Ausflug. Wer sich in Projektmanagement auskennt, der tut sich leichter. Daher habe ich zusammen mit meinem Kollegen Dr. Michael Homberg auf einem Seminar gezeigt wie ein Projektplan entsteht und was bei welchen Stuften zu beachten ist. Interessant ist, dass bei den Projekten oft mit den gleichen Fehlern begonnen wird. Zu Beginn des Projektes verstricken sich die Verantwortlichen in Details und verlieren den Überblick. Wir klärten die Arbeit eines Projektmanagers und stellten auch fest: Projektmanagementsoftware wie MS Project oder Merlin ist zwar wunderbar, sollte aber nicht am Anfang stehen und gehört schon gar nicht in die Hand aller Projektbeteiligten. Das Seminar war übrigens so erfolgreich, dass es im Juni einen zweiten Teil davon geben wird. Interessenten können sich gerne melden.
Projektmanagement ist eine feine Sache, für denjenigen, der es beherrscht. Für Laien ist es ein Buch mit sieben Siegeln. Als ich einmal mit MS Project arbeiten musste, war ich erschlagen von der Mächtigkeit der Anwendung. Aber genau das war mein Problem. Ich arbeite für kein multinationales Unternehmen und brauche dieses riesige Tool an Projektmanagement-Software für meine Projekte nicht. Eine Nummer kleiner wäre sinnvoller, aber professionell muss es trotzdem sein. So freunde ich mich Merlin von ProjectWizards an. Frank Blome, Chef der Projektzauberer, kenne ich seit Jahren von Messen und Veranstaltungen. Er ist ein angenehmer Zeitgenossen und erklärte mir mit seinem Team geduldig die Vor- und Nachteile von Merlin. Mit Merlin 2.6 war es endlich soweit. Ich stieg in Projektmanagement ein und Merlin verzauberte mich.
Neidisch schaute ich aber weiterhin auf den großen Bruder MS Project. Nicht aufgrund seiner Mächtigkeit, vielleicht aufgrund des enormen Umfangs an Literatur zu MS Project. Vielleicht war ich nicht der einzige, der immer wieder über fehlende Literatur gemault hat, doch mein Rufen wurde endlich erhört. Zum 5. Geburtstag von Merlin erschien im November 2009 das Buch „Projektmanagement mit Merlin“, verfasst von Frank Blome und Antoni Nadir Cherif, ein alter Bekannter in der Mac-Szene und ein hervorragender Trainer.
Das Buch, im Hanser-Verlag erschienen, gilt als das offizielle Handbuch zu Merlin und es war – gelinde gesagt – auch endlich Zeit, dass so ein Buch erschien. Es ist genau die richtige Literatur für Leute wie mich. Ich habe Veranstaltungen zu organisieren, muss Websites planen, muss mich um die Produktion von Produkten kümmern. Keine riesigen Projekte also, aber dennoch so groß, dass eine simple Excel- oder Numberstabelle nicht ausreichen. Und ich bin ein begeisterter iPhone-Nutzer, da kommt es genau richtig, dass Merlin einen mobilen Begleiter in Form einer App hat. Wenn es eine Art von Mac Tablet gibt, dann hab ich mein Projektmanagement noch besser im Auge.
Doch zurück zum Buch: Es ist einfach geschrieben und führt mich als Laien in das Volkabular der Projektmanager ein. WBS, Netzplan und Ressourcenverwaltung waren mir zwar geläufig, doch richtig angewendet habe ich sie nicht. Das ist nach der Lektüre des Buches und der gleichzeitigen Umsetzung mit Merlin anders. Projektmanagement macht Spaß, wird aber durch die Software nicht zum Selbstzweck. Ich habe Projektmanager erlebt, die nur ihre Milestones im Auge hatten und sich in ihre Projekte verrannt haben, weil nur noch sie sich in der Komplexität ihrer Projekte verloren. Das ist bei Merlin nicht der Fall. Relativ schnell kann sich jeder in die Software einsteigen und einarbeiten. Wer es einmal ausprobieren möchte, der kann sich eine Demo von der Website laden.
Ich empfehle ausdrücklich die Investition in Höhe von 30 Euro zum Kauf des 252-seitigen Buches (ISBN 978-3446419278). Das ist alles andere als fauler Zauber, sondern eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Mit Merlin und dem Handbuch zu Merlin ist Projektmanagement keine Geheimwissenschaft für mich mehr, sondern eine wesentliche Erleichterung meines Arbeitsalltages.